Bildungskrise: GEW fordert dringende Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel

Bildungskrise: GEW fordert dringende Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel

(Quelle: Canva / Duden)

Düsseldorf. Anlässlich des Schulstarts präsentierte die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) NRW am 07. August ein ambitioniertes Maßnahmenpaket zur Bewältigung des Lehrkräftemangels. Vorsitzende Ayla Çelik betonte während einer Pressekonferenz die dringende Notwendigkeit, den Fachkräftemangel in Schulen und Kitas mit gezielten Schritten anzugehen.

In einer klaren Botschaft äußerte Çelik Besorgnis über die derzeitige Bildungskrise und deren Auswirkungen auf die Bildungschancen von Schüler:innen. Der Fachkräftemangel sei ein gravierendes Problem, das sowohl die Lehrkräfte übermäßig belaste als auch den Kindern ihre Zukunftschancen raubt. Um dieser Krise effektiv und nachhaltig zu begegnen, bedürfe es eines entschlossenen Vorgehens.

Unter Verweis auf Bildungsministerin Feller, die die Überwindung der Bildungskrise mit einem Marathon verglich, forderte Çelik einen aktiven "Zwischensprint" in Form umfassender Maßnahmen. Sie betonte, dass Pausen und Nachlässigkeiten keine Lösungen seien, sondern schnelle und zielgerichtete Handlungen notwendig seien. Die vorgestellten kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zielten darauf ab, den Lehrberuf sowohl in Schulen als auch in der frühkindlichen Bildung attraktiver zu gestalten. Çelik hob hervor, dass die Reduzierung von Klassenarbeiten eine begrüßenswerte Maßnahme sei, jedoch noch weitere und mutigere Schritte unternommen werden könnten. Zusätzlich plädierte sie für eine kritische Überprüfung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Lehrkräfte.

"Die jetzige Situation ist derart dringend, dass alle Möglichkeiten zur Lehrkräftegewinnung genutzt werden müssen. Und ich spreche nicht von Abordnungen und Einschränkung von Teilzeitmöglichkeiten. Damit wird der immensen Überlastung der Lehrkräfte weder Rechnung getragen noch deren Belastung gesenkt." Ein besonderes Augenmerk legte Çelik auf die Notwendigkeit eines qualitativ hochwertigen Seiteneinstiegs und umfassender Unterstützungsprogramme für neue Lehrkräfte. Sie forderte eine angemessene Entlohnung und langfristige Perspektiven, um den Ausstieg aus dem Bildungssystem zu verhindern. Langfristig sei laut Çelik eine verbesserte Betreuung erforderlich, um Abbrüche im Lehramtsstudium zu minimieren. Die Bildungsgewerkschaft fordert von den Bildungsminister:innen einen klaren Plan zur Steigerung der Kapazitäten in der Lehramtsausbildung.

Die GEW NRW ist Erstunterzeichnerin des Appells "Bildungswende jetzt!" und ruft gemeinsam mit einem Bündnis am 23. September 2023 zu einem bundesweiten Bildungsprotesttag auf.

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