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Der Deutsche Philologenverband (DPhV) und Prof. Dr. Olaf Köller, mitverantwortlich für PISA in Deutschland, sprechen sich für mehr Leistungsorientierung an deutschen Schulen aus. Gemeinsam mit Bundeselternratsvorsitzendem Dirk Heyartz traten sie zudem bei der von „Zeit“-Redakteur Thomas Kerstan moderierten Podiumsdiskussion „Quo vadis Bildung?“ am Gymnasium Raabeschule in Braunschweig für eine verbesserte verbindliche Sprachförderung für die Schülerinnen und Schüler ein. Diese Veranstaltung, mit der Elternvertreter Verantwortung für Bildung übernehmen, wurde von dem ehemaligen Bad Harzburger Gymnasialelternvertreter Wolfgang Kuert initiiert und gemeinsam mit dem Stadtelternrat Braunschweig organisiert.

DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: „Die für uns alle ernüchternden Ergebnisse der letzten PISA-Studie müssen Anlass sein, manches, was in den letzten Jahren entschieden wurde, kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Wir treten für eine stärkere Bestenförderung an allen Schularten, insbesondere aber am Gymnasium, ein. Das ist unsere originäre gymnasiale Aufgabe: eine bessere Förderung der Schülerinnen und Schüler hin zur fachlichen Leistungsspitze. Dazu brauchen wir mehr und neu die politische Unterstützung unserer Kultusministerinnen und Kultusminister, wir wollen die Rückendeckung, Schwierigeres zu behandeln und höhere Leistungen fordern zu dürfen.“

Prof. Dr. Olaf Köller: „Wichtig ist dazu der stärkere Fokus auf den Unterricht, die qualitätvolle, fachlich orientierte Unterrichtsentwicklung und eine von der Politik unterstützte positiv besetzte Diskussion über eine höhere Leistungsorientierung in allen Schularten. In der Mathematik- und Deutschdidaktik brauchen wir zudem konkrete Verbesserungsschritte zur Stärkung der diesbezüglichen Motivation der Schülerinnen und Schüler. In diesem Zusammenhang halte ich Veränderungen in der Lehrkräftebildung für ein einphasiges duales Lehramtsstudium, insbesondere für die weiterführenden Schulen für nicht zielführend. Auch die Ständige Wissenschaftliche Kommission unterstützt diese Konzeption nicht, sondern spricht sich eindeutig für den kumulativ zu erwerbenden Kompetenzaufbau in zwei Phasen der Lehrkräftebildung aus.“

Dirk Heyartz, Vorsitzender des Bundeselternrats: „Wir benötigen eine bessere Sprachförderung für alle Schülerinnen und Schüler, insbesondere für die zugewanderten, damit sie von Anfang an die schulischen Angebote besser aufnehmen und sprachlich aktiv am Unterricht teilnehmen können. Dazu brauchen wir in erster Linie die diagnoseindizierte, verbindliche vorschulische Sprachförderung in einem verbindlichen Bildungsplan sowie zusätzliche Sprachförderung für Schülerinnen und Schüler in den höheren Klassen. Wir wollen, dass unseren Kindern mit besserer politischer Planung mehr konkrete Unterstützung für ihren Bildungserfolg gewährt wird.“

Mit Blick auf das Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) zur Lehrkräftegewinnung und Lehrkräftebildung betonten Lin-Klitzing und Köller die wichtige Rolle der Fachlichkeit im Studium. Man müsse alle Phasen der Lehrkräftebildung zusammen im Blick haben, selbstverständlich aber keine universitären Inhalte in die dritte Phase auslagern. Das einphasige duale Lehramtsstudium hingegen diene der Politik nur zur kurzfristigen Unterrichtsversorgung, nicht aber einer qualitätvollen Neuorientierung in der Lehrkräftebildung für alle Schularten. Lin-Klitzing plädierte für den Beibehalt des mehrgliedrigen Schulwesens und des Gymnasiums. Lin-Klitzing: „Wir brauchen eine positiv besetzte Qualitäts- und Leistungsdebatte, damit künftig mehr Spitzenförderung auch politisch unterstützt wird!“ Voraussetzung dafür seien auch verbesserte Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte.

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Wie oft vergesst ihr in eurem hektischen Schulalltag, ausreichend Wasser zu trinken? Oder zwischendurch mal aufzustehen?

Smartwatches können euch dabei unterstützen. Sie sind nicht nur schicke Accessoires oder eine nette Spielerei, sondern tolle Werkzeuge, mit denen ihr euer Zeitmanagement perfektionieren und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für eure Gesundheit leisten könnt. 

Mit sofortigen Benachrichtigungen über wichtige Nachrichten, Anrufe oder E-Mails helfen Smartwatches euch dabei, den Überblick zu behalten und flexibel auf jede Situation zu reagieren. Doch ihre Funktionalität geht weit über die bloße Kommunikation hinaus. Durch die Überwachung von Fitness- und Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Schritten und Schlaf tragen sie dazu bei, dass ihr nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch außerhalb fit und energiegeladen bleibt.

Außerdem bieten euch Smartwatches die Möglichkeit, schnell einen Blick auf euren Kalender, Erinnerungen oder Notizen zu werfen. Ihr könnt mit ihnen schnell und einfach auf relevante Informationen wie das Wetter oder Nachschlagewerke zugreifen, ohne jedes Mal euer Telefon oder Laptop aus der Tasche holen zu müssen. Smartwatches sind tolle Begleiter für euren Schulalltag. Und nicht zu vergessen ihre Rolle im Klassenzimmer selbst: von interaktiven Präsentationen bis hin zur Integration spezieller Apps bieten sie unzählige Möglichkeiten, den Unterricht zu bereichern und die Lernerfahrung zu optimieren.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die besten Smartwatches auf dem Markt und zeigen, wie sie Lehrer:innen dabei unterstützen können, ihren Alltag dynamischer zu gestalten und gleichzeitig ihre Gesundheit im Blick zu behalten.

Der Klassiker: Apple Watch Series 9

(Quelle: Apple)

Die Apple Watch ist ein Klassiker unter den Smartwatches und auch das neuste Modell steht seinen Vorgängern in nichts nach. Die Apple Watch Series 9 behält das beliebte Design der 8. Generation bei und mit den zwei verschiedenen Größen (41 mm und 45 mm) sowie verschiedenen Gehäusematerialien und Armbandoptionen findet jede:r den passenden Stil für sich.

Das Display der dieser Uhr wurde verbessert und bietet nun eine beeindruckende Helligkeit, sodass ihr eure Infos auch bei strahlendem Sonnenschein gut ablesen könnt. Dadurch lässt die Akkulaufzeit im Vergleich zum Vorgänger ein bisschen nach, dafür lädt dieses Modell deutlich schneller auf und ihr könnt die Uhr nach knapp einer Stunde schon wieder am Handgelenk tragen. Ein kleines Manko ist jedoch, dass die Series 9 nur mit iOS-Geräten kompatibel ist.

Was die Gesundheitsfeatures angeht, bietet die aktuelle Apple Watch  alles, was das Herz begehrt. Von der Aufzeichnung von Sportaktivitäten über die Analyse der Trainingsbereitschaft bis hin zur Schlafverfolgung und sogar dem Führen eines Zyklusprotokolls mit einem eingebauten Temperatursensor liefert euch diese Uhr ein beeindruckendes Angebot.  

Besonders beeindruckend ist die eingebaute Sturzerkennung für Notfälle. Die Uhr erkennt, wenn ihr einen Unfall hattet, zeigt euch eine Warnmeldung an. Wenn alles in Ordnung ist, tippt ihr einfach „Mir geht‘s gut an“. Solltet ihr euch jedoch länger als eine Minute nicht bewegen, tätigt die Uhr selbstständig einen Notruf, damit ihr immer auf der sicheren Seite seid.

Der Preis für die Series 9 variiert je nach Konfiguration und beginnt bei 450 Euro und kann je nach Ausstattung bis zu 1.150 Euro betragen. Ja, das ist nicht gerade billig, aber wenn es um Gesundheit und Style geht, ist die Apple Watch Series 9 definitiv eine Überlegung wert.

Deutlich günstiger, aber genauso gut: Apple Watch SE 

(Quelle: Apple)

Die Apple Watch SE ist ein echter Geheimtipp für euch, wenn ihr nicht zu tief in die Tasche greifen wollt, aber dennoch eine smarte Uhr mit Top-Funktionen sucht. Sie hat 2022 das letzte Update erhalten und bietet fast alle modernen Features einer Smartwatch zu einem erschwinglicheren Preis.

Trotz des günstigen Preises lässt die SE-Version keine Wünsche offen und ist daher eine klare Empfehlung für alle, die neu im Bereich der Smartwatches sind. Natürlich gibt es ein paar Abstriche, zum Beispiel fehlt das Always-On-Display, sodass ein unauffälliger Blick auf die Zeit leider nicht möglich ist. Dafür ist die Akkulaufzeit dieser Uhr deutlich höher. Ansonsten hat die Apple Watch SE (2022) fast die gleiche Ausstattung wie andere aktuelle Modelle der 8. Generation. Sie bietet zwar keine EKG- und Blutsauerstoffsättigungssensoren, aber mit ihrer exzellenten Software könnt ihr euer Workout genau überwachen. Mit der neuen Betriebssystemversion watchOS 9 könnt ihr sogar euren Schlaf erfassen und analysieren, was echt praktisch ist.

Aber hey, für den Preis bekommt ihr trotzdem eine smarte Uhr, die sich sehen lassen kann! Besonders für diejenigen unter euch, die sich mehr auf Fitness konzentrieren, ist die Apple Watch SE eine vernünftige Wahl. Und wenn euch die fehlenden Funktionen nicht stören, aber ihr trotzdem nicht zu tief in die Tasche greifen wollt, könnten ältere Modelle wie die Apple Watch Serie 7 oder 8 eine gute Alternative sein, die vielleicht zu reduzierten Preisen erhältlich sind.

Die Uhr gibt es schon ab 279 Euro.

Unser Preis-Leistungssieger: Wie Apple, aber günstiger, die Google Pixel Watch 2

(Quelle: Google Store)

Deutlich günstiger als die Vollversion der Apple Watch, aber nicht weniger schlecht ist die Google Pixel Watch 2. Aber Achtung: Wenn ihr ein iPhone besitzt, ist diese Uhr leider nicht die beste Wahl, da sie mit iOS-Geräten nicht kompatibel ist. Doch für alle Android-Nutzer unter euch bietet die Google Pixel Watch 2 eine Fülle von Funktionen, die euer Smartwatch-Erlebnis auf ein neues Level heben.

Wenn ihr die Uhr nutzen wollt, um auf eure  eigene Gesundheit zu achten, bietet die Pixel Watch 2 bietet eine Vielzahl von Gesundheitsfunktionen, die euch dabei unterstützen können. Zusätzlich könnt ihr von den umfangreichen Sportfunktionen profitieren, um eure Aktivitäten zu verfolgen und eure Fitnessziele zu erreichen. Die Pixel Watch 2 misst nicht nur eure Herzfrequenz, sondern verfügt auch über Funktionen wie EKG- und Blutsauerstoffsättigungsmessung. Neu ist auch ein Hauttemperatursensor, der euch noch genauere Gesundheitsdaten liefert. Dank des eingebauten GPS und Beschleunigungssensors könnt ihr eure Trainingseinheiten genau verfolgen.

Die Kompatibilität mit Android-Smartphones ermöglicht euch den Empfang von Nachrichten, die Steuerung eurer Musik und sogar Bluetooth-Telefonie direkt von eurem Handgelenk aus. Zusätzlich könnt ihr, wenn ihr ein Google Pixel Smartphone besitzt, die Pixel Watch 2 sogar als Fernauslöser für eure Handy-Kamera nutzen.

Mit 32 GByte Speicherplatz könnt ihr eure Lieblingsmusik direkt auf der Uhr speichern und sie auch unterwegs ohne Smartphone hören. Die Pixel Watch 2 ist zudem wasserbeständig bis zu 5 ATM/Bar und eignet sich somit auch zum Schwimmen, jedoch nicht als Taucheruhr. Die Uhr ist auch vor Staub und Wasser geschützt und ihr könnt sie bedenkenlos im Alltag tragen. 

Mit NFC für mobiles Bezahlen seid ihr auch unterwegs flexibel und könnt bequem mit eurer Uhr bezahlen. Und dank des großen Wear OS Playstore habt ihr Zugang zu einer großen Auswahl an zusätzlichen Apps und könnt sogar alternative Ziffernblätter installieren, um eure Uhr ganz nach euren Vorlieben anzupassen.

Gerade könnt ihr die Uhr für knapp 290 Euro im Internet kaufen.

Für die Sportlehrer:innen und Fitnessbegeisterten: Garmin Venu 3

(Quelle: Garmin)

Lehrer:innen, die einen geschäftigen Stundenplan haben und dennoch Wert auf ihre Gesundheit und Fitness legen, werden die Garmin Venu 3 lieben. Diese Smartwatch ist ein zuverlässiger Partner für eure sportlichen Aktivitäten und bietet gleichzeitig die Funktionalität einer Alltagsuhr.

Mit einem schlanken Design und einer beeindruckenden Ausstattung ist die Garmin Venu 3 perfekt für Lehrer:innen, die eine Balance zwischen Sport und Arbeit suchen. Trotz ihrer sportlichen Eigenschaften wirkt die Venu 3 weniger wuchtig als einige Profi-Sportuhren und ist daher auch im Alltag angenehm zu tragen. Die Uhr bietet verschiedene Sportfunktionen, darunter Aktivitäten wie Laufen, Radfahren, Wandern und Schwimmen. Dank der Wasserbeständigkeit bis zu 50 Metern könnt ihr sie auch im Pool tragen.

Die Venu 3 liefert detaillierte Analysedaten wie Schlafqualität, Trainingsbereitschaft und Auffälligkeiten bei der Herzfrequenz, die euch dabei unterstützen können, euren Gesundheitszustand im Blick zu behalten. Mit einem eigenen Betriebssystem von Garmin und einem eigenen Appstore bietet sie zudem eine Vielzahl von Anwendungen, die euren Alltag als Lehrer:innen erleichtern können.

Dank des Touchscreens und der einfachen Bedienung könnt ihr die Uhr problemlos im Unterricht und während eurer sportlichen Aktivitäten nutzen. Der Akku der Venu 3 hat eine beeindruckende Laufzeit und hält selbst bei aktiviertem GPS-Modus lange durch, was besonders praktisch ist, wenn ihr den ganzen Tag unterwegs seid.

Samsung Galaxy Watch 5 

(Quelle: Samsung)

Als Lehrer:innen habt ihr einen hektischen Alltag, der eine sorgfältige Zeitplanung und eine ständige Überwachung eurer Gesundheit erfordert. Die Samsung Galaxy Watch 5 ist dabei ein unverzichtbarer Begleiter, der euch nicht nur dabei unterstützt, euren Unterricht effektiv zu gestalten, sondern auch eure Gesundheit im Blick behält.

Mit ihrem hochwertigen Design und der exzellenten Verarbeitungsqualität bietet die Galaxy Watch 5 einen sicheren und angenehmen Sitz am Handgelenk. Das Armband lässt sich schnell und einfach öffnen und schließen, was besonders praktisch ist, wenn ihr zwischen euren Unterrichtsstunden hin- und herhetzt.

Das 1,4 Zoll große OLED-Display liefert eine klare Anzeige, die auch bei hellem Licht gut lesbar ist. Ihr könnt problemlos eure Benachrichtigungen überprüfen, euren Kalender im Blick behalten und wichtige Informationen schnell abrufen, ohne dabei euer Smartphone aus der Tasche ziehen zu müssen.

Während des Unterrichts könnt ihr die Galaxy Watch 5 nutzen, um eure Schüler:innen mit interaktiven Präsentationen zu begeistern oder spezielle Apps im Unterricht einzusetzen. Dank ihres GPS-Moduls und des barometrischen Höhensensors könnt ihr auch Outdoor-Aktivitäten im Rahmen eures Unterrichts planen und durchführen.

Eure Gesundheit im Blick zu behalten, ist für Lehrer:innen von entscheidender Bedeutung, und die Samsung Galaxy Watch 5 unterstützt euch dabei. Mit Funktionen wie dem Blutsauerstoffsättigungssensor, der EKG- und Blutdruckmessung sowie der automatischen Trainingserkennung könnt ihr eure Gesundheit effektiv überwachen und frühzeitig auf mögliche Probleme reagieren.

Besonders beeindruckend ist die Sturzerkennungsfunktion, die euch zusätzliche Sicherheit bietet, egal ob während des Unterrichts oder in eurer Freizeit. Im Fall eines Sturzes werden automatisch eure Notfallkontakte benachrichtigt, und ihr könnt auch manuell einen SOS-Anruf auslösen, wenn ihr Hilfe benötigt. Aktuell könnt ihr die Uhr für rund 400 Euro erwerben und bewegt euch damit preislich eher im oberen Feld.

Mal was ganz anderes für die Gesundheitsbewussten: WHOOP

(Quelle: WHOOP)

Wenn eure Bildschirmzeit eh schon zu hoch ist, ihr euren Fokus auf die Gesundheit setzen wollt und die Kalender-App auf eurem Handgelenk eh zu klein ist, könnte die WHOOP eine ideale Lösung für euch sein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Smartwatches verzichtet das Armband von WHOOP auf ein Display und wird mit einem schwarzen Armband und einem kabellosen wasserdichten Akkupack geliefert. Ihr Tragekomfort durch ihre Reduziertheit ist größer als bei anderen Fitnesstrackern, was besonders für lange Tage im Klassenzimmer angenehm ist.

Die WHOOP-App bildet das Herzstück des Geräts und ist konzipiert für eine kontinuierliche Datensammlung über Aktivitäten und Ruhephasen. Besonders relevant für euch könnte die detaillierte Messung und Analyse eurer Schlafmuster sein. Die Uhr erfasst Schlafphasen wie Wachphase, Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf und bietet individuelle Empfehlungen, um eure Schlafqualität zu verbessern.

Des Weiteren bietet die WHOOP eine umfassende Bewertung eurer Belastung und Erholung. Ihr könnt tägliche Belastungen sowie verschiedene Aktivitäten verfolgen und erhaltet Empfehlungen basierend auf eurem Schlaf, eurer Erholung und euren Fitnesszielen.

Das Armband von WHOOP ist keine Smartwatch im klassischen Sinne, aber vielleicht trotzdem eine interessante Alternative für euch. Jedoch könnt ihr das Armband nicht einmalig kaufen, sondern nur im Abo erwerben. Für 264 Euro im Jahr erhaltet ihr Zugang zu der App und euer Band nach Wahl. 

Sind für euch interessante Modelle dabei gewesen? Oder haben wir welche vergessen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Nur elf Prozent der Schulleiter können ihren Beruf laut einer VBE-Umfrage weiterempfehlen.  Warum ist das so? Der Berliner Schulleiter Arnd Niedermöller spricht im Interview mit der Berliner Zeitung über den Wandel seines Berufs innerhalb der letzten Jahre und den damit einhergehenden Herausforderungen. 

Neben den allgemein bekannten Herausforderungen des Fachkräftemangels und der Digitalisierung redet er auch über strukturelle Probleme, die die Bewältigung dieser Schwierigkeiten erschweren. Vor allem Zeit und Team seien problematisch. Schulleiter:innen hätten oft nicht ausreichend Zeit, ihre Leitungsaufgaben zu bewältigen und auch nicht genügend Mitarbeiter:innen, auf die sie die Aufgaben übertragen könnten. 

Außerdem komme noch dazu, dass auch Schulleiter:innen immer noch eine Unterrichtsverpflichtung haben. Obwohl sich das Berufsbild der Schulleitung in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten stark verändert hat, gab es noch nicht genug Nachjustierung und Professionalisierung, beklagt Niedermöller. In zahlreichen Bundesländern haben die Bildungseinrichtungen mehr Autonomie erlangt. Dadurch hätten sich die Leitungsaufgaben insbesondere im Bereich der Verwaltung und Dokumentation vervielfacht. Niedermöller vergleicht die Anforderungen an die Berufstätigkeit als “eierlegende Wollmilchsau”. Man müsse mittlerweile “Jurist, Superpädagoge, Didaktiker für alle Fächer, Personalchef, Verwaltungsassistent und oberster Schulmanager” in einem sein. In seinen Augen hat sich der Schulleitungsposten zu einem eigenständigen Beruf entwickelt, der eine separate Ausbildung erfordere. 

Eigentlich schwärmt Arnd Niedermöller von seinem Beruf, der viel Gestaltungsfreiraum lässt. Die Arbeit mit Kindern und hochmotivierten Kolleg:innen, die bereit sind, sehr viel für ihre Schüler:innen zu geben. Dennoch hat er konkrete Forderungen, die seinen Berufsalltag erleichtern könnten. Nicht nur wäre es ihm wichtig, die Verwaltungsaufgaben zu entlasten, sondern auch leistungsfähige Assitenzsysteme zu haben, um beispielsweise leicht erreichbare und zuverlässige juristische Unterstützung zu garantieren. Die Kontrolle der Schulverwaltung sei hier noch beträchtlich. “Wichtig wäre aber, dass die Verwaltung sich als Dienstleisterin versteht, die uns bei der Lösung der Probleme unterstützt”, so Niedermöller.

Auch bezüglich der Digitalisierung sollten die Schulverwaltungen bundesweit “mehr ermöglichen, statt zu beschränken”. In den letzten Jahren hätten viele Schulen eigene digitale Systeme entwickelt. Nun treten in einigen Ländern Konflikte mit Verwaltungen und Regierungen auf, die mittlerweile eigene Konzepte und Richtlinien erstellt haben. Wenn Schulen dann gezwungen sind, ihre funktionierenden digitalen Systeme wieder einzustellen, führt das zu viel Unmut. Laut dem Berliner Schulleiter bräuchte es statt strengen Regeln eine Bandbreite an Optionen von Tools und Programmen, aus denen die Schulen dann individuell wählen können. 

Zum Thema Personalmangel greift Niedermöller die Tatsache auf, dass die Corona Pandemie deutlich gezeigt hat, dass Schulen die wichtigste Sozialisationsinstanz für Kinder sind. Um bestmögliche Arbeit leisten zu können und Hilfebedürftigen unterstützen zu können, sind multiprofessionelle Teams bestehend aus Lehrer:innen, Psycholog:innen, Schulsozialarbeiter:innen, Medienpädagog:innen und IT-Expert:innen nötig. 

Da die Weiterbildung von Schulleiter:innen Ländersache ist, unterscheidet sie sich in Dauer und Qualität sehr. Niedermöller erzählt, er habe seine Ausbildung als sehr theoretisch und auf die Entwicklung einer Führungsrolle ausgerichtet empfunden. “Es war wie jemandem das Schwimmen im Stehen zu erklären. Viele Erfahrungen sammelt man ja erst im Beruf”, schildert er. Anfangs forderte ihn das Einschätzen der Wirkung seiner Macht heraus. Er habe erst in die neue Rolle hineinwachsen müssen. Aus seiner Sicht sollte die Qualifizierung zur Schulleitungsposition nicht nur die Vorbereitung umfassen, sondern auch die Begleitung in der Anfangszeit durch ausgebaute Angebote an Supervision und Coaching. In der Vorbereitung hätte er eine bessere juristische Schulung und mehr Vermittlung von Management-Tools als hilfreich empfunden, um zu lernen, sich bei den vielen parallel laufenden Prozessen nicht im Detail zu verlieren. “Ich sehe nur wenige andere Manager, die ein ähnlich breites Aufgabenspektrum haben wie wir”, merkt Niedermöller an. 

Bezüglich des Ausbau von Studiengängen für angehende Schulleiter:innen, den Felicitas Thiel, Forscherin an der Freien Universität zu Schulmanagement, in der Zeit forderte, sagt Niedermöller, dass Universitäten definitiv mehr in die Qualifizierung eingebunden sein sollten, da sie Forschung mit Theorie verbinden. Er schlägt ein ähnliches Modell wie das der Lehrerausbildung vor und hält es für förderlich, auch erfahrene Schulleiter:innen mit einzubeziehen. Der erste Erkenntnisschritt sei jedoch: “Schulleitung ist ein eigener Beruf geworden.”

Der Annahme, moderne Management-Methoden und eigenständige Schulen würden im Widerspruch zum Beamtentum stehen, widerspricht Niedermöller. Er verantworte wichtige staatliche Aufgaben, die den Beamtenstatus verlangen. Die Bundesdirektorenkonferenz der Gymnasien (BDK) fordert schon länger drängend das Beamtentum für Schulleiter:innen.

Die BDK beteiligt sich auch nicht an Protesten im Zuge des Aufrufs “Bildungswende jetzt!”. Der Berliner Schulleiter erklärt, dass die BDK nicht hinter den Forderungen vieler Verbände und Gewerkschaften der Protestbewegung stehen. Er sei gegen eine komplette Systemumstellung und halte das Gymnasium für ein “Erfolgsmodell”. “In Deutschland sind die besten Schulen öffentlich, und der Zugang richtet sich nach der Leistung, nicht nach dem Einkommen der Eltern”.

Im Hinblick auf das Sparen an allen Ecken in den letzten Jahren, der Mehrarbeit von Lehrkräften heutzutage und der Zunahme der Aufgaben neben dem Unterricht, sei ein Qualitätsverlust nicht verwunderlich, so Niedermöller. Als Beispiel nennt er die früher zentralen Lehrpläne, die heute die Schule selber machen muss. Das kostet Zeit, die es nicht gibt.

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Der Hauswirtschaftsunterricht ist an den wenigsten Schulen fest im Lehrplan verankert, wobei immer wieder festgestellt wird, wie wichtig es für Schüler:innen ist, Grundlegendes zu Finanzplanung, gesunder Ernährung und hauswirtschaftlichen Aufgaben zu erlernen. “Nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir”, heißt es so schön. Die Realität sieht jedoch oft anders aus – viele Jugendliche fühlen sich nach der Schule unvorbereitet und überfordert mit den “wahren” Aufgaben des alltäglichen Lebens. Steuern? Kontoführung? Mietvertrag? 

Der Haushaltsunterricht oder auch Hauswirtschaftsunterricht oder Verbraucherbildung trägt maßgeblich zur Vermittlung wichtiger Lebenskompetenzen und Fähigkeiten des täglichen Lebensunterhalts bei, wie zum Beispiel gesund Kochen, Budgetieren und Wäschewaschen. Um später ein selbstständiges, unabhängiges Leben zu führen und sich selbst versorgen zu können, ist das Erlernen jener Fähigkeiten essenziell.

Auch der Umgang mit Finanzen kann Teil des Hauswirtschaftsunterrichts sein. Finanzielle Bildung ist in jeder Lebenslage wichtig. Schüler:innen sollen lernen, wie sie kluge finanzielle Entscheidungen treffen, die sich langfristig positiv auf ihr Leben auswirken. Preise vergleichen, Kontenmodelle erstellen und Budgets verwalten, hilft mögliche Schuldenfallen oder finanzielle Abhängigkeit vorzubeugen. Auch Themen wie Sparen und Investieren sind beim Umgang mit Finanzen nicht zu vernachlässigen. 

Auch das Thema Nachhaltigkeit, Mülltrennung und Recycling kann Unterrichtsinhalt sein, genauso wie Energiesparen und nachhaltiger Konsum. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist die nachhaltige Gestaltung des Alltags unumgänglicher denn je. 

Auch der Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und gesundheitlichen Aspekten kann Teil des Unterrichts sein. Schüler:innen können in der Schule lernen, wie sie gesunde Speisen zubereiten und welche Bedeutung Hygienemaßnahmen haben. 

Außerdem können sich Teamarbeit und Aufgabenteilung positiv auf die Sozialkompetenz eurer Schüler:innen auswirken.   

Insgesamt bereitet der Hauswirtschaftsunterricht eure Schüler:innen auf ein verantwortungsbewusstes Leben vor und vermittelt ihnen Fähigkeiten, die ihnen helfen, sich im Alltag eigenständig zurechtzufinden.  

Praxisnaher Unterricht orientiert sich an lebensnahen Beispielen und Szenarien, die für das alltägliche Leben der Schüler:innen relevant sind. (Quelle: Pexels)

Wie lässt sich eine praxisnahe Unterrichtsstunde zum Thema Haushaltsführung gestalten?

Abhängig vom Alter und der Klassenstufe eurer Schüler:innen gestaltet sich eine Unterrichtsstunde und ihr Inhalt natürlich unterschiedlich. Um euch die Unterrichtsvorbereitung etwas zu erleichtern und euch Ideen für mögliche Aufgaben zu geben, auch wenn Hauswirtschaft kein eigenständiges Unterrichtsfach an eurer Schule ist, haben wir für euch einige Quellen mit Unterrichtsmaterialien zusammengestellt. 

Eines der größten Themen im Hauswirtschaftsunterricht ist die Ernährung. Naheliegende Aufgaben wären also zum Beispiel das gemeinsame Kochen oder Backen. Entweder lasst ihr die Schüler:innen selber Rezept aussuchen oder ihr gebt sie vor und die Schüler:innen bereiten sie nur zusammen zu. Diese Aufgabe eignet sich perfekt als Gruppenarbeit – ihr könntet ein Menü vorgeben und teilt die Klasse in mehrere kleine Gruppen, die jeweils eine Komponente des Menüs zubereiten. Oder wie klingt zum Beispiel ein Kochwettbewerb? Die Bewertung könnte dabei neben dem Geschmacklichen auch die Präsentation und die Einhaltung des Budgets umfassen. 

In jeder Klasse wird sich sicherlich auch mindestens ein:e Schüler:in finden, der/die eine Unverträglichkeit hat. Zum einen müsst ihr darauf als Lehrer:in natürlich gesondert achten, zum anderen bietet es euch eine gute Grundlage für eine weitere Aufgabe im Zusammenhang mit Ernährung. Lasst die Schüler:innen ein Menü oder einen Wochenplan für spezielle Ernährungsbedürfnisse erstellen, wie vegetarisch, glutenfrei, laktosefrei oder vegan. Auch Themenschwerpunkte wie Meal Prepping, Lebensmittelhaltbarkeit oder Resteverwertung könnt ihr im Zuge der gemeinsamen Speisenzubereitung behandeln. In den Umgang mit den verschiedenen Küchenutensilien und Arbeitsgeräten solltet ihr eure Schüler:innen natürlich vorher einweisen. Eine weiterführende Aufgabenstellung wäre beispielsweise, sich mit grundlegenden Etikette-Regeln zu beschäftigen, den Tisch für fiktive Gäste zu dekorieren oder für einen bestimmten Anlass herzurichten. 

Ebenfalls ein wichtiger Schwerpunkt in der Ernährungslehre sind Nährstoffe. Welche Lebensmittel haben welche Nährstoffe, wofür brauche ich diese überhaupt und welche Menge wovon ist zu viel oder zu wenig?  Kostenlose Unterrichtsmaterialien und Arbeitsblätter findet ihr beispielsweise bei Elixier unter den Rubriken Ernährungslehre und Hauswirtschaft und Ernährung. Auch die Seite Lehrerbüro stellt kostenlose Arbeitsblätter zum Thema “Vorbereiten von Mahlzeiten” für die Klassenstufen 7 bis 9 zur Verfügung. Eine recht große Auswahl an Unterrichtsmaterialien für verschiedene Klassenstufen bietet Eduki, allerdings nicht kostenlos. Da die Materialien von Lehrer:innen für Lehrer:innen erstellt worden, sind sie sehr unterrichtsnah gestaltet und ersparen euch eine Menge Zeit. Etwas Kleingeld dafür in die Hand zu nehmen lohnt sich also meistens. 

Der Auer-Verlag hat sogar eine ganze Buchreihe "Hauswirtschaft in Bildern”, die euch helfen können, die grundlegenden Küchenfertigkeiten zu vermitteln. Anzumerken ist jedoch, dass die Bücher etwas preisintensiver sind. Auch auf lehrerwelt gibt es ein Buch “Hauswirtschaft: Arbeitsplatz Küche” und “Hauswirtschaft: Lebensmittelmarkt und -einkauf”, das ihr erwerben könnt und das auch als E-Book erhältlich ist.  Je nach Schwerpunkt sind sogar Dokumentationen für euren Unterricht interessant. Peta hat in diesem Artikel zum Beispiel die zwölf besten Dokus und Filme zum Veganismus zusammengestellt. Bei Too Good To Go findet ihr eine Auflistung zu Dokus zum Thema Lebensmittelverschwendung. Konzepte wie Too Good To Go selbst könnten Gegenstand des Unterrichtsgesprächs sein. 

Zur Haushaltsführung gehört nun mal auch das Putzen und Waschen. Als diesbezügliche praktische und gemeinschaftliche Aufgabe, die noch dazu den Klassenzusammenhalt stärken kann, bietet sich zum Beispiel an, einen Raum in der Schule von Grund auf zu säubern. Unterrichtsthemen können auch die richtigen und nachhaltigen Reinigungsprodukte und gute Reinigungstechniken sein. Auch Reparatur- und Wartungsarbeiten können Teil einer Unterrichtseinheit sein. Wie wechsle ich eine Glühbirne oder einen Türgriff und was mache ich bei einem verstopften Abfluss? Mit Videosequenzen oder Demonstrationen könnt ihr das Thema veranschaulichen. Die Schüler:innen können solche Aufgaben auch selbst üben. Auf Eduki findet ihr auch dazu ausführliche und anschaulich gestaltete Unterrichtsmaterialien mit Schritt-für-Schritt Anleitungen, Tipps zu verschiedenen Reinigungstechniken und Wissenswertem über bestimmte Reinigungsmittel und ihre Wirkmechanismen. 

Finanzielle Bildung kommt im Unterricht oft zu kurz, wodurch sich Schüler:innen von Themen wie dem Investieren, Steuern oder Versicherungen nach der Schule überfordert fühlen.  (Quelle: Pexels)

Finanzielle Bildung stärken

Über Geld redet man nicht? Doch! Und das solltet ihr sogar! Nicht alle Schüler:innen kommen aus einem Haushalt, in dem offen über das Thema Finanzen gesprochen wird. Eine Aufgabenidee für den Unterricht wäre zum Beispiel, ein Haushaltsbudget für einen Monat zu erstellen. Dabei sollen Lebensmittelpreise, Lebenshaltungskosten, Haushaltsartikel, Transportkosten und Ähnliches beachtet werden. Im Zuge dessen könnt ihr Apps wie Finanzguru, Monefy oder Haushaltsbuch MoneyStats vorstellen. Auch mit Investitionssimulationen wie dem Planspiel Börse, bei dem Schüler:innen aus dem ganzen Land teilnehmen können und mit fiktivem Geld investieren und mit Aktien handeln können. Am Ende könnt ihr sogar coole Preise gewinnen.  Auf Elixier findet ihr einen großen Umfang an Unterrichtsmaterialien von Erklärvideos bis hin zu Arbeitsblättern. Auf ManoMoneta findet ihr Ideen für eine ganze Doppelstunde. Eine interessante Aufgabe für eure Schüler:innen wäre auch die Gründung eines imaginären Unternehmens oder der Kauf eines Hauses. Welche Rechtsformen gibt es beispielsweise? Wie funktionieren Kredite? Zu den Themen Miete, Versicherungen und Steuern findet ihr umfangreiche Materialien in einfacher Sprache auf Eduki. Auf der Seite der Verbraucherzentrale ist außerdem eine 59-seitige PDF-Datei zum Thema Umgang mit Geld ab Klasse 9 zu finden. Das Serviceportal für Verbraucherbildung stellt zudem Unterrichtsmaterial zu  Wohnung, Geld und Haushaltsführung vor. Unbedingt zu empfehlen ist auch die Seite Finanztip. Dort findet ihr jede Menge sehr gut aufbereitete und unabhängig recherchierte Infos unter den Rubriken Finanzen, Versicherung, Energie und Klima, Recht, Steuern und Sparen im Alltag. Von Taschengeld bis Rente über Kfz-Steuer und Ehevertrag – ihr werdet hier zu jedem Thema fündig. Die Kirsche auf der Sahnetorte ist, dass Finanztip euch kostenlose Unterrichtsmaterialien zu vielen dieser Themen bereitstellt. Diese sind mit Angaben zu den jeweiligen Klassenstufen und Schulformen versehen, für die sie sich eignen und zu welchen Fächern sie einen Bezug haben. Zusätzlich findet ihr auch Erklärungen zur Relevanz gewisser Themen. Die Bildungsinitiative der Finanztip Stiftung bietet außerdem im Rahmen des Zukunftstages kostenlose Projekttage an Schulen an. Dabei besuchen Expert:innen eure Schule und vermitteln euren Schüler:innen Basics rund um Geld und finanzielle Bildung. Für die Schule bedeutet das null Aufwand. Alles Organisatorische übernimmt das Finanztip-Team. 

Da das Thema Haushalt für jede:n Schüler individuell aussieht, ist es gut, im Unterricht mit realen und individualisierbaren Szenarien und Beispielen zu arbeiten. Es sollte keiner gedrängt werden, etwas preiszugeben, beispielsweise über monatliche Ausgaben oder die Höhe des Taschengelds. Auf Eduki gibt es zum Beispiel auch Unterrichtsmaterial für die sechste Klasse zu den unterschiedlichen Haushaltsformen

Die Möglichkeiten, eine Unterrichtsstunde zur Haushaltsführung zu gestalten, sind vielfältig. Habt ihr noch weitere Quellen für Unterrichtsmaterial? Was kommt bei euren Schüler:innen am besten an? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Lumivara, ins Leben gerufen von Thomas Thaler und Marco Pedrotti, repräsentiert einen innovativen Schritt im Bildungswesen. Ein Jahr nach der Gründung zielt Lumivara darauf ab, das Lernen durch KI zu verändern, indem es komplexe Inhalte vereinfacht und interaktiver gestaltet. „Ebenso wie der Taschenrechner einst das Rechenniveau unserer Schülerinnen und Schüler revolutionierte, wird die künstliche Intelligenz das allgemeine Bildungsniveau auf ein neues Hoch setzen“, erläutert Thomas Thaler mit in einem aufschlussreichen Interview.

KI-Betrug verhindern

Lumivara ist entschieden mehr als nur eine Hilfsapp und sollte keinesfalls als Mittel zum Schummeln missverstanden werden. Es geht darum, Lernprozesse durch intelligente Methoden so neu zu gestalten, dass die Motivation zum Lernen nicht nur erhalten, sondern gestärkt wird. In einer Zeit, in der technologische Durchbrüche unseren Alltag bestimmen, ist es essenziell, dass sich das Bildungswesen entsprechend weiterentwickelt. Lumivara antwortet auf die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts mit einer maßgeschneiderten Lernumgebung, die Wissen vertieft und zugleich kritisches Denken sowie Problemlösungskompetenzen fördert. 

Was kann Lumivara?

Lumivara präsentiert sich als umfassende, ALL-IN-ONE Plattform, die die herkömmlichen Beschränkungen typischer KI-Chats überwindet. Die bisherige Bildungslandschaft verlangte von Schüler:innen und Lehrkräften, sich auf eine breite Palette an Applikationen zu stützen, darunter Word, PowerPoint, Quizlet, Kahoot, ChatGPT und StudySmarter. Dies erforderte oft mühsames Herunterladen, Speichern, Ordner erstellen oder suchen, et cetera. Bisher mussten Lernende und Lehrende viele Apps wie Word und Kahoot nutzen, was Download und Speicherung erforderte. Zudem war das ständige Wechseln zwischen diesen Apps, und das Erstellen von Lernmaterialien wie Karteikarten, zeitaufwendig und speicherintensiv.

Lumivara hebt sich mit innovativen Funktionen von herkömmlichen Lernplattformen ab. Der maßgeschneiderte Prüfungstrainer ermöglicht eine gezielte Vorbereitung, während Lumivara Decks das Erstellen von Prüfungsmaterial durch das Hochladen von PDFs und automatisierte Generierung von Multiple-Choice-Fragen vereinfacht – eine Methode, die an die Interaktivität von Kahoot erinnert. Zudem vereinfacht die Plattform die Kalenderverwaltung und unterstützt mit dem Notizen-Feature sowie einem KI-Chat, der über 15 Unterfunktion verfügt, eine umfassende und nahtlose Lernerfahrung, die den Anforderungen moderner Bildung entspricht.

Alle Funktionen von Lumivara sind miteinander vernetzt und bieten eine integrierte Lernerfahrung. Alles, was im Chat passiert, kann in Notizen oder Decks wiedergefunden werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lernapps, die den Nutzern viel Eigenarbeit abverlangen, passt sich Lumivara den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Lernenden an. Die App reduziert den Zeitaufwand für die Organisation und ermöglicht so mehr effektive Lernzeit und Effizienz. Darüber hinaus arbeiten wir an der Entwicklung eines Features zur automatischen Erstellung von Stunden-Zusammenfassungen und vielen anderen Funktionen. Nachdem Sie die Hauptfunktionen der App kennengelernt haben, möchten wir Sie ermutigen, auch die besonderen Fähigkeiten von Decks und des Lumivara Chats zu entdecken.

Lumivara Decks

Lumivara hat mit der Decks-Funktion ein zentrales Tool für Karteikarten und Multiple-Choice-Tests entwickelt, das schnelles Finden und Erstellen von Lernmaterialien ermöglicht. Nutzer können in nur einer Minute durch Hochladen einer PDF und einigen Klicks individuelle Quizzes erstellen, die nach dem Kahoot-Prinzip funktionieren. Die Funktion erlaubt es, schnell Feedback zu sammeln und den Wissensstand der Klasse zu überprüfen. Einzigartig ist die Option, PowerPoint-Folien des Tages direkt in Quizzes einzubinden, was eine umgehende Überprüfung des aktuellen Lernstoffs ermöglicht.

Lumivara bietet tiefe Einblicke in die Lernerfolge und fördert eine bidirektionale Feedback-Kultur zwischen Lehrkräften und Schüler:innen. Diese offene Kommunikationsplattform trägt dazu bei, den Unterricht fortlaufend an die Bedürfnisse der Schüler:innen anzupassen.

Lumivara Chat und seine Funktionen

Der Chat bietet einige einzigartige Features, alle nahtlos in dieselbe Benutzeroberfläche integriert. Mit Funktionen wie automatisch formatierten Handouts, Karteikarten, Multiple-Choice-Fragebögen, PDF- und Bildanalyse, YouTube-Videozusammenfassungen und vielem mehr ist für jede Anforderung etwas dabei. Beginnen wir mit dem Handout-Feature. Zu jeder Chat-Antwort kann ein passendes Handout erstellt werden, indem der Handout-Button betätigt wird. Mit einem Klick erhalten Nutzer ein vollständig formatiertes Handout, das bearbeitbar ist. Automatisch wird ein urheberrechtsfreies Bild zum Handout hinzugefügt, und es steht zum PDF-Download bereit.

Das Erstellen von Multiple Choice Fragen und Karteikarten von Lumivara stellt eine innovative Ergänzung dar, die es Nutzern ermöglicht, aus jedem Begriff, PDF oder Handout maßgeschneiderte Multiple-Choice-Fragen und Karteikarten zu generieren. In nur wenigen Sekunden können Anwender so durchdachte Prüfungsmaterialien erstellen, die eine effiziente Selbstüberprüfung ermöglichen. Zudem werden alle erstellten Inhalte automatisch im Decks-Bereich gespeichert und organisiert, was eine strukturierte und übersichtliche Lernumgebung schafft.

Das letzte Feature aus dem Chat, über das wir in diesem Beitrag sprechen werden, ist die Analyse von Bildern und PDFs – ein fortschrittliches Tool im Bereich der Selbstüberprüfung. Lumivara ermöglicht es Schüler:innen, Fotos ihrer Arbeiten zu machen und diese direkt von der KI korrigieren zu lassen. Innerhalb weniger Sekunden wissen die Lernenden, ob ihre Ergebnisse korrekt sind oder nicht. Zudem erklärt die KI, was und warum ein Ergebnis falsch ist, und stellt sicher, dass die Schüler:innen ihre Arbeit wirklich selbstständig erbringen.

Es gibt noch viel mehr zu entdecken, aber das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Wir laden Sie herzlich ein, die App selbst auszuprobieren. Wir haben großen Wert daraufgelegt, dass die App intuitiv nutzbar ist, und arbeiten kontinuierlich daran, sie weiter zu verbessern.

DSGVO-Konformität

Lumivara nimmt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sehr ernst und gewährleistet die Sicherheit und den Schutz personenbezogener Daten. Als KI-Lernunternehmen teilt Lumivara keine personenbezogenen Daten mit unautorisierten Dritten. 

Fazit

Bei Lumivara sind wir von der zukunftsweisenden Rolle der Bildung und den positiven Veränderungen, die KI mit sich bringen kann, überzeugt. Uns ist jedoch auch bewusst, dass es Risiken und potenzielle Auswirkungen auf Schüler:innen gibt. Der Hauptgrund für die Gründung von Lumivara war die Einschränkung dieser Risiken. Unser Ziel ist es, eine reibungslose Integration von KI in Schulen zu gewährleisten, das Potenzial dieser Technologie voll auszuschöpfen, dabei aber stets eine gesunde Vorsicht walten zu lassen. Wir freuen uns, wenn Sie Lumivara ausprobieren!

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Damit Kinder gut lesen lernen können, sollten sie idealerweise zu Hause vorgelesen bekommen und Verständnis sowie Freude an Sprache und Lesen in der Kindertagesstätte und Grundschule gefördert werden. In Wirklichkeit wird vier von zehn Kindern zu Hause nicht vorgelesen und den Kindertagesstätten und Grundschulen fehlt es sowohl an (Vor-)Lesestoff als auch an finanziellen Möglichkeiten. Aus diesem Grund bietet die Stiftung Lesen jetzt die (Vor-)Lese-Boxen an. Die Boxen enthalten je nach Typ 15–20 Bücher, die mit Blick auf Alter und Interessen der Kinder ausgewählt wurden. Unternehmen und Privatpersonen können die Boxen für jeweils 250 Euro über die Website der Stiftung Lesen erwerben und an (regionale) Einrichtungen spenden. Damit helfen sie Kitas und Schulen dabei, Kinder für das Lesen zu begeistern und können so eine nachhaltige Veränderung in ihrer Region bewirken. 

Mainz, 11. April 2024. Mit dem Angebot erfüllt die Stiftung Lesen einen Wunsch, den unter anderem Kita-Fachkräfte bereits in der Vorlesestudie 2021 geäußert haben: Buchempfehlungen, Lesestoff und Informationsmaterial für Eltern. Denn die in den Lese-Boxen enthalten Titel sind von den Expertinnen und Experten der Stiftung Lesen geprüfte Buchtitel für den Kindergarten oder die Grundschule. Von Freundschafts- und Schulgeschichten über Fantasy bis hin zu Serienheld*innen und Sachwissen: Die Titel-Auswahl knüpft an die Lebenswelten und Interessen der Kinder an und weckt so die Freude am Lesen. Neben den neuen Lesestoffen sind Tipps und Ideen für den Einsatz sowie Infomaterialien zu anderen Angeboten der Stiftung Lesen in den Boxen beigelegt – für noch mehr Inspiration für vielfältige (Vor-)Leseaktionen. 

Regional, sichtbar, nachhaltig 

Bei den (Vor-)Lese-Boxen handelt es sich um ein Angebot für Unternehmen oder Privatpersonen, die etwas für die Bildungseinrichtungen in ihrer Stadt oder Region tun wollen. Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, betont: „Lesen ist nicht nur ein schönes Hobby. Wer lesen kann, findet sich leichter im Alltag zurecht, kann sich Wissen aneignen und den eigenen Wunschberuf erreichen. Wir sind alle gefragt, Kinder dabei zu unterstützen diese entscheidende Fähigkeit für ihr Leben zu lernen. Es braucht daher Vorbilder aus allen Bereichen und Lesestoff, der spannend und einfach zugänglich ist. Mit den (Vor)Lese-Boxen können wir alle Kitas und Schulen bei ihrer wichtigen Aufgabe unterstützen.“ Doppelter Gewinn für die Leseförderung: Die Übergabe der (Vor-)Lese-Boxen an die Kitas und Schulen können Schenkende direkt mit einer passenden (Vor-)Leseaktion verbinden. 

Alle Infos zu den Vorlese-Boxen für Kitas und den Lese-Boxen für Schulen und das Bestellformular unter: https://www.stiftunglesen.de/informieren/unsere-angebote/lesebox

Über die Stiftung Lesen

Lesen ist die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und eine zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung. Damit alle Kinder in Deutschland lesen können, engagiert sich die Stiftung Lesen gemeinsam mit Bundes- und Landesministerien, mit Unternehmen, Stiftungen, Verbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen in bundesweiten Programmen und Kampagnen. Die Stiftung Lesen steht seit ihrer Gründung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von zahlreichen prominenten Lesebotschafter*innen unterstützt.

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Hamburg. Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und ist zu einem integralen Bestandteil unseres Alltags geworden. Insbesondere im Bildungswesen eröffnet KI zahlreiche neue Möglichkeiten und Herausforderungen. Von der Unterstützung im Unterricht bis hin zur Entwicklung digitaler Kompetenzen bei Schüler:innen spielt KI eine zunehmend wichtige Rolle, doch der regulatorische Rahmen lässt Lehrkräfte und Schulen oft noch in der Schwebe. Jetzt hat  die Hamburger Schulbehörde gemeinsam mit der Kompetenzstelle KI des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung sowie dem Artificial Intelligence Center Hamburg Leitlinien für den Einsatz von KI an Schulen entwickelt.

Die Leitlinien, abrufbar auf der Seite des Landesinstitutes für Lehrerbildung und Schulentwicklung, bieten eine umfassende Orientierung für Lehrkräfte im Umgang mit KI im Unterricht. Die Leitlinien sind bewusst nur digital verfügbar, um schnelle Aktualisierungen und Ergänzungen zu ermöglichen. Sie behandeln verschiedene Aspekte, darunter die Funktionen und Auswirkungen generativer KI-Modelle, deren praktische Anwendung in Schulen sowie rechtliche Grundlagen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, wie KI den Lernprozess der Schüler:innen  fördern kann, indem sie beispielsweise Sprach-, Schreib- und Beurteilungskompetenzen erweitert.

Innerhalb der Leitlinien wird darauf hingewiesen, dass KI-Anwendungen transparent und datenschutzkonform integriert werden müssen, um Schüler:innen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie zu befähigen. „Zweckmäßigkeit, Ethik, Transparenz und ein kritischer Ansatz sind ebenso zu berücksichtigen wie eine konstruktivistische Grundhaltung oder auch konnektivistische Elemente“, heißt es dazu im Vorwort der Leitlinien. Dabei ist es wichtig, dass die Eigenleistung der Schüler:innen sichtbar bleibt und von den von der KI erbrachten Inhalten unterscheidbar ist. Die Leitlinien geben hierzu konkrete Hinweise, wie Aufgaben gestaltet werden können, um dieses Ziel zu erreichen. Darin wird außerdem betont, dass Lehrkräfte während des Unterrichts das Recht haben, über den Einsatz von KI zu entscheiden, und dass KI-Anwendungen die Schüler:innen unterstützen und ergänzen sollen, ohne ihre individuellen Leistungen zu überdecken. 

Ksenija Bekeris (SPD), Senatorin für Schule und Berufsbildung, spricht sich ausdrücklich dafür aus, dass sich Lehrkräfte mit den Leitlinien auseinandersetzen: „Ich möchte Sie dazu ermutigen, KI-Anwendungen im Unterricht zu erproben und zu reflektieren, um Ihre Schülerinnen und Schüler zu einem kritischen und kompetenten Umgang mit KI zu befähigen“. Die Integration von KI in das Bildungssystem erfordere jedoch nicht nur die Bereitstellung von Leitlinien, sondern auch eine umfassende Ausbildung und Unterstützung der Lehrkräfte. Es sei entscheidend, dass Lehrkräfte die technischen Grundlagen, didaktischen Potenziale und rechtlichen Rahmenbedingungen von KI verstehen und anwenden können.

Was Lehrkräfte konkret auf der Seite erwartet

Auf der Webseite finden Lehrkräfte eine Vielzahl von ressourcenorientierten Materialien, die speziell darauf abzielen, den Einsatz von KI im Unterricht zu unterstützen und zu erleichtern. 

Unter dem Punkt „Generative KI-Modelle: Funktionsumfang und Leistungsspektrum“ erhalten Lehrkräfte eine Einführung in KI-Modelle und wie sie funktionieren. Dies umfasst auch Beispiele wie ChatGPT von OpenAI und andere KI-basierte Content-Generatoren wie Dall-E oder Midjourney. Des Weiteren finden Lehrkräfte auf der Webseite Beispiele und Anwendungsmöglichkeiten von KI im Unterricht. Dazu gehören Funktionen wie Textzusammenfassung, Vereinfachung von Texten, Erstellung von Tests, Übersetzung von Texten und mehr.

Ein weiterer Bereich behandelt rechtliche Aspekte, einschließlich der Bewertung von Leistungen beim Einsatz von KI und dem Umgang mit nicht erlaubtem Einsatz von KI-Anwendungen während Prüfungen und Leistungskontrollen. Aber auch Informationen darüber, wie sich KI auf die Gesellschaft auswirkt, darunter Fragen der Chancengleichheit, Neutralität von KI-Modellen und ethische Überlegungen im Umgang mit KI-generierten Inhalten, werden behandelt.

Weiterhin bieten die Leitlinien Einblicke in die Integration von KI in den Unterricht und die Gestaltung von Aufgaben in Zeiten von KI. Dabei werden auch Fragen behandelt, wie Schüler:innen KI gewinnbringend einsetzen können und wie KI Lehrkräfte bei ihrer Arbeit unterstützen kann. Auch Informationen darüber, wie generative KI-Modelle die Unterrichtspraxis beeinflussen können und wie die Ausrichtung des Unterrichts auf kreative und problemlösungsorientierte Aktivitäten erfolgen kann, sind ein großer Punkt der Leitlinien.

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Die Abschlussfahrt ist nicht nur ein Höhepunkt im Leben von Schüler:innen, sondern auch ein bedeutender Meilenstein, der den Übergang von der Schulzeit in die nächste Lebensphase markiert. Besonders die Abifahrt, die oft als krönender Abschluss der schulischen Laufbahn gilt, ist ein Ereignis, das von Schüler:innen mit großer Vorfreude erwartet wird. Doch hinter den Kulissen dieser unvergesslichen Reise steht ein umfangreicher Planungsprozess, der nicht selten eine Herausforderung darstellt.

In dieser Hinsicht kommt euch als Lehrkraft  eine zentrale Rolle zu. Ihr unterstützt eure Schüler:innen auf dem Weg zur Abifahrt und leitet sie an. Von der Klärung der Ziele bis hin zur Budgetplanung und Recherche von Reisezielen gibt es zahlreiche Schritte, die gemeinsam bewältigt werden müssen.

In diesem Artikel möchten wir uns daher mit der Frage beschäftigen, wie Lehrer:innen ihre Schüler:innen bei der Planung und Organisation ihrer Abifahrt unterstützen können. Von der ersten Idee bis zur Durchführung der Reise werden wir verschiedene Aspekte beleuchten und praktische Tipps für eine reibungslose Durchführung geben. Denn eine gut geplante Abifahrt ist nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sondern auch eine wertvolle Lern- und Wachstumserfahrung für alle Beteiligten. 

Klärung der Ziele und Erwartungen

Die Klärung der Ziele und Erwartungen ist der erste entscheidende Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Planung einer Abifahrt. Ihr könnt dabei eine bedeutende Rolle spielen, indem ihr euren Schüler:innen helft, ihre individuellen Ziele und Erwartungen an die Abschlussfahrt zu definieren. Diese Ziele können vielfältig sein und reichen von der Suche nach Erholung und Entspannung bis hin zur Erkundung neuer Kulturen und Abenteuer.

In gemeinsamen Diskussionen innerhalb der Klasse können die gewünschten Reiseziele, Aktivitäten und das verfügbare Budget herausgearbeitet werden. Ihr könnt dabei als Moderatoren fungieren und den Schüler:innen helfen, ihre Vorstellungen klar zu formulieren und zu priorisieren. Diese offene Kommunikation trägt dazu bei, dass alle Stimmen gehört werden und ermöglicht es den Schüler:innen, gemeinsam eine Abifahrt zu planen, die ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen gerecht wird.

In unserem Artikel Unvergessliche Abifahrten: Inspirierende Ideen für Lehrer, um eure Schüler zu begeistern findet ihr zahlreiche Tipps für Abifahrten, den ihr euren Schüler:innen gerne weiterempfehlen könnt.

Planung und Organisation

Nachdem die Ziele und Erwartungen für die Abifahrt geklärt wurden, ist es an der Zeit, einen detaillierten Plan für die Organisation aufzustellen. Ihr könnt euren Schüler:innen dabei helfen, indem ihr sie durch die Erstellung eines Zeitplans führt, der die verschiedenen Schritte und Deadlines für die Planung der Abifahrt festlegt. Dieser Zeitplan kann dabei helfen, den Prozess strukturiert und effizient zu gestalten und sicherzustellen, dass keine wichtigen Aufgaben übersehen werden. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass die Schüler:innen rechtzeitig mit der Planung anfangen, um so unnötigen Stress zu vermeiden — also sprecht ihr am besten bereits zu Beginn des Abschlussjahres die wichtigsten Punkte mit euren Schüler:innen durch. 

Einen Überblick darüber, welche Schritte dabei beachtet werden müssen, könnt ihr zum Beispiel in diesem Artikel erhalten.

Zusätzlich zur Zeitplanung ist eine effektive Organisation innerhalb der Klasse von entscheidender Bedeutung. Ihr könnt eure Schüler:innen dabei unterstützen, indem ihr bei der Planung und Durchführung von Treffen und Diskussionen behilflich seid. Ihr könntet beispielsweise Räume bereitstellen, um Treffen abzuhalten, oder bei der Kommunikation und Koordination zwischen den Schüler:innen helfen. Auch bei der Auswahl der Schüler:innen, die in den Organisationsteams arbeiten, könnt ihr unterstützend zur Seite stehen, indem ihr eure Schüler:innen zur Teilnahme ermutigt und darin bestärkt, eine aktive und verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Außerdem könnt ihr als Mentor:innen beratend zur Seite stehen und die Schüler:innen während des Planungsprozesses unterstützen. Ihr könnt beispielsweise bei der Entwicklung von Strategien, der Lösung von Problemen oder der Organisation von Meetings helfen.

Recherche und Auswahl des Reiseziels

Die Auswahl des Reiseziels ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Planung einer Abifahrt und für eure Schüler:innen zu Beginn vielleicht der wichtigste. Ihr könnt dabei helfen, indem ihr ein paar Ideen für potenzielle Reiseziele mit in die Klasse gebt und bei der Recherche unterstützt. Dies umfasst die Suche nach Informationen über verschiedene Destinationen, einschließlich Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Unterkünften und Transportmöglichkeiten.

Zusätzlich zur Recherche könnt ihr auch Unterstützung bei der Bewertung von möglichen Reisezielen bieten, basierend auf den Interessen der Schüler:innen, den Kosten und der Verfügbarkeit. Ihr könnt dabei helfen, die Prioritäten eurer Schüler:innen zu klären und die Vor- und Nachteile verschiedener Optionen abzuwägen. Dabei ist es wichtig, die finanziellen Möglichkeiten der Gruppe zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass das ausgewählte Reiseziel für alle erschwinglich ist.

Durch eine gründliche Recherche und eine fundierte Auswahl des Reiseziels können die Schüler:innen sicherstellen, dass ihre Abifahrt ihren Erwartungen entspricht und ein unvergessliches Erlebnis wird. Die Unterstützung eurerseits trägt dazu bei, dass dieser Prozess strukturiert und effizient verläuft und dass die Schüler:innen die bestmögliche Entscheidung treffen können.

Budgetplanung

Fundraising, Kuchenbasare, Spendenläufe: Die Möglichkeiten, genügend finanzielle Mittel für die Abifahrt aufzutreiben, sind vielfältig — und die Budgetplanung spielt eine entscheidende Rolle, die eure Schüler:innen auf keinen Fall unterschätzen sollten. Ihr könnt eurer Klasse in diesem Schritt unter die Arme greifen, indem ihr ihnen dabei helft, ein realistisches Budget festzulegen und alle potenziellen Kostenfaktoren sorgfältig zu berücksichtigen. Dazu gehören nicht nur offensichtliche Ausgaben wie Transport- und Unterkunftskosten, sondern auch versteckte Kosten wie Verpflegung, Aktivitäten vor Ort, Eintrittsgelder und mögliche Versicherungen. Bei Fundmate findet ihr einige Tipps, wie eure Schüler:innen ein bisschen Geld für ihre Abschlussfahrt auftreiben können. 

Um ein effektives Budget aufzustellen, könnt ihr beispielsweise Tipps zur Budgetierung geben. Dies kann beinhalten, wie man Ausgaben priorisiert, unnötige Ausgaben vermeidet und Rücklagen für unvorhergesehene Ereignisse einplant. Ihr könnt aber auch aus euren Erfahrungen vergangener Abifahrten profitieren und euren Schüler:innen helfen, realistische Schätzungen für die verschiedenen Kostenpunkte zu machen. Hier findet ihr gute Tipps, wie so eine Budget-Planung aussehen kann, die sich auch leicht auf Abifahrten übertragen lässt. 

Durch eine gründliche Budgetplanung können eure Schüler:innen verantwortungsbewusst mit den finanziellen Ressourcen umgehen und sicherstellen, dass alle Kosten für die Abifahrt angemessen gedeckt sind. Dies trägt nicht nur dazu bei, finanzielle Engpässe während der Reise zu vermeiden, sondern ermöglicht es auch, dass sie ihre Abifahrt in vollen Zügen genießen können, ohne sich Sorgen um Geld machen zu müssen.

Sicherheit und rechtliche Aspekte

Auch wenn es vielleicht etwas langweilig und trocken klingen mag und ihr vielleicht schon das Stöhnen eurer Schüler:innen hören könnt, solltet ihr dennoch über relevante Sicherheits- und rechtliche Aspekte informieren. Dabei solltet ihr Themen wie Versicherungen, medizinische Versorgung und Verhaltensregeln während der Reise besprechen.

Es ist wichtig, dass eure Schüler:innen verstehen, welche Versicherungen für die Abifahrt notwendig sind, wie beispielsweise Reiseversicherungen für medizinische Notfälle oder Reiserücktrittsversicherungen. Zusätzlich sollten die Schüler:innen über die medizinische Versorgung während der Reise informiert werden. Dies beinhaltet die Bereitstellung von Informationen über lokale Gesundheitsdienste, Notrufnummern und die Verfügbarkeit von Medikamenten. Ihr könnt euren Schüler:innen auch Richtlinien für ein sicheres Verhalten während der Abifahrt vermitteln, um Unfälle oder gesundheitliche Probleme zu vermeiden.

Wie ihr seht, könnt ihr eine entscheidende Rolle bei der Abifahrts-Planung spielen, indem ihr euren Schüler:innen unterstützend und beratend zur Seite steht. Seid ihr aktiv an der Planung der Abschlussfahrt beteiligt? Oder organisieren sich eure Schüler:innen vollkommen selbst? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Berlin, 10.4.2024 – Der Deutsche Philologenverband (DPhV) und der Philologenverband Berlin/Brandenburg (phv) begrüßen die am Montag vorgestellte Gesetzesvorlage, die eine neue Zugangsregelung zum Gymnasium in Berlin vorsieht.

DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing sagt: „Wir begrüßen, dass die Berliner Schulsenatorin einen von vielen wichtigen und richtigen Schritten geht: Sie setzt eine neue und leistungsorientierte Zugangsregelung für das Gymnasium zum Schuljahresbeginn am 1. August 2024 grundsätzlich in Kraft!“

Die Vorsitzende des phv, Kathrin Wiencek, ergänzt: „Dass der Übergang zum Gymnasium nach Eignung und Leistung erfolgen soll und nicht mehr dem Elternwillen und einem Losverfahren überlassen wird, war eines der wichtigsten Anliegen des Verbandes der letzten Jahre. Das bisherige Verfahren ist auf dem Rücken der Kinder ausgetragen worden, die viel zu häufig das Gymnasium aufgrund ihrer schlechten Ergebnisse wieder verlassen mussten und damit auch mit den Folgen einer gebrochenen Bildungsbiografie zu kämpfen hatten.“

Die Berliner Gymnasien stießen in den vergangenen Jahren an ihre Leistungsgrenzen aufgrund zu hoher Übergangszahlen und einer mit dem praktizierten System einhergehenden Niveausenkung. Daraus resultierte, dass Eltern mit ihren Kindern zunehmend dem öffentlichen Schulwesen in Richtung Privatschulen den Rücken kehrten.

Wiencek weiter: „Der Schritt war längst überfällig und wir freuen uns, dass Senatorin Günther-Wünsch die Umsetzung zügig vorangetrieben hat. Die Angleichung an Brandenburg bringt auch ein einheitlicheres System in die gesamte Bildungsregion und erleichtert somit den Wechsel zwischen den beiden Bundesländern für Schülerinnen und Schülern bei einem Umzug.“

Berlin und Brandenburg sind die einzigen Bundesländer, in denen der Übergang an die weiterführenden Schularten erst nach der sechsten Klasse erfolgt. Laut der neuen Zugangsregelung in Berlin sollen künftig aus den am Ende der Jahrgangsstufe 5 und den im ersten Schulhalbjahr der Jahrgangsstufe 6 erteilten Zeugnisnoten in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache eine Summe gebildet werden. Überschreitet die Förderprognose den Zahlenwert von 14, kann nur dann eine Anmeldung an einem Gymnasium erfolgen, wenn die Eignung für den Besuch des Gymnasiums im Rahmen eines Probeunterrichtes nachgewiesen wird.

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München. Die am 1. April erfolgte Teillegalisierung von Cannabis ist nach dem Ende der Osterferien in den meisten Bundesländern auch an den Schulen zum Thema geworden. Lehrerverbände warnen vor einer Zunahme des Konsums unter Jugendlichen, insbesondere in Bayern sind die Befürchtungen groß. “Es werden bald große Mengen Cannabis im Umlauf sein, junge Menschen werden leichter an diese Droge kommen als bisher”, sagte etwa der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek gegenüber dem Münchner Merkur. “Damit wird es auch noch schwerer, ein Schulgelände drogenfrei zu halten”, so Holetschek. Er forderte in diesem Zusammenhang eine Vergrößerung der “Bannmeilen” um Schulen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte die Teilfreigabe “einen einzigen Quatsch” und kündigte eine “extremst restriktive” Auslegung der neuen Rechtslage an.

Der Deutsche Lehrerverband sieht das Gesetz ebenfalls kritisch. Die Teillegalisierung vermittle ein “falsches Signal der Harmlosigkeit des Cannabis-Konsums“, sagte Verbandspräsident Stefan Düll. Nach Einschätzung des Verbands werde sie mit großer Wahrscheinlichkeit zu höherem Konsum auch in jenen Altersgruppen führen, die eigentlich geschützt werden sollten.

Zurückhaltender äußerte sich die Vorsitzende des Bayerischen Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann. Es gelte die Teillegalisierung “kritisch zu begleiten”, sagte sie gegenüber der dpa. “Selbstverständlich werden Schülerinnen und Schüler jetzt Fragen stellen, Cannabis vielleicht auch ausprobieren wollen und dabei vielleicht an Grenzen kommen”, so Fleischmann. 

Die Probleme dürften sich indes weniger auf dem Schulhof direkt abspielen, so Fleischmann, die mehr Präventions- und Aufklärungsarbeit forderte. Die Erhöhung entsprechender Budgets war auch einer der zentralen Kompromisse bei der Verabschiedung des Gesetzes durch den Bundesrat vor Ostern. “Wir wissen doch alle, dass das Jugendalter schon immer durch das Austesten von Grenzen gekennzeichnet war und ist“, sagte Fleischmann. Aus diesem Grund habe es schon immer an den Schulen Aufklärung, rechtliche Informationen und vor allem für Lehrkräfte Handlungsempfehlungen, unterstützende Experten und ein Angebot an Präventions- und Interventionsprojekten gebraucht. Nach der Teillegalisierung gelte dies umso mehr. “Wie immer, wenn es gesellschaftliche Veränderungen gibt, die in neue Gesetze münden, muss Schule in der Konsequenz präventiv und interventiv agieren“, so Fleischmann.

Ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums vermied eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob mit der Teillegalisierung von Seiten des Ministeriums mehr Probleme durch den Konsum von Schülern befürchtet werden. „Drogen und Suchtmittel ganz gleich welcher Art haben an unseren Schulen keinen Platz. Die Auseinandersetzung und die Sensibilisierung für die Gefahren einer Suchtabhängigkeit gehören schon seit vielen Jahren zum Bildungs- und Erziehungsauftrag“, sagte er gegenüber dem “Merkur”. Er verwies zudem darauf, dass die Schulordnung ohnehin jeglichen Drogenkonsum auf dem Schulgelände und bei schulischen Veranstaltungen verbiete.

Seit dem 1. April steht Cannabis in Deutschland nicht mehr auf der Liste der Substanzen des Betäubungsmittelgesetzes. Anbau, Besitz und Konsum der Pflanze sind für volljährige Personen seitdem innerhalb bestimmter Grenzen legal, während der Handel weiterhin verboten bleibt. So dürfen Personen ab 18 Jahren bis zu 50 Gramm getrockneter Blüten besitzen und bis zu 25 Gramm öffentlich mit sich führen. Verboten bleibt der öffentliche Konsum “in Sichtweite von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kinderspielplätzen sowie öffentlich zugänglichen Sportstätten”, wobei die Sichtweite gesetzlich “bei einem Abstand von mehr als 100 Metern von dem Eingangsbereich der genannten Einrichtungen” endet. Auch der Konsum in Fußgängerzonen bleibt zwischen 7 und 20 Uhr tabu.

Die Strafen für die Weitergabe von Cannabis an Jugendliche wurden erhöht. Jugendliche Kiffer selbst werden durch die Teillegalisierung allerdings nicht mehr strafrechtlich verfolgt, sondern sollen, analog zu anderen Substanzmissbräuchen, in entsprechende Interventions- und Beratungsmaßnahmen eingebunden werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat auf seiner Website eine Rubrik mit Fragen und Antworten zu dem Gesetz eingerichtet.

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Stuttgart. Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), hat am Montag die Ergebnisse zweier Umfragen des Landesverbandes Baden-Württemberg zu Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit von Lehrkräften vorgestellt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Lehrkräfte an ihren Grenzen arbeiten. Brand sagte auf der Pressekonferenz: “Ungeschönt zeigen die Umfragewerte, dass Lehrkräfte an den Schulen in der jetzigen Situation drohen, unterzugehen. Treffender hat es eine Lehrkraft zusammengefasst. Sie schrieb in unserer Umfrage: ‘Hilfe, wir sinken!’”

Die Ergebnisse im Überblick

Die Umfragen wurden in der Zeit vom 19. bis zum 23. Februar 2024 durchgeführt. Sie zielten darauf ab, ein besseres Verständnis für die Arbeitsbelastung und die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte zu erhalten. Insgesamt nahmen 1.733 Lehrkräfte an Grundschulen und 1.406 Lehrkräfte aus der Sekundarstufe I an der Umfrage teil. 

Die Umfrageergebnisse stellen vor allem die hohe Arbeitsbelastung der Lehrkräfte in den Mittelpunkt. Nahezu alle befragten Lehrkräfte, sowohl an Grundschulen als auch in der Sekundarstufe I, berichten von einer empfundenen hohen oder sehr hohen Arbeitsbelastung. Als Hauptmethode zur Bewältigung dieser Belastung wird von rund 80 Prozent der Lehrkräfte Mehrarbeit genannt.

Trotz dieser Belastungen geben immerhin rund 63,5 Prozent der Grundschullehrkräfte an, dass die Stimmung in ihren Kollegien eher gut ist. Allerdings liegt dieser Wert im Sekundarstufe-I-Bereich nur bei 46,8 Prozent. Die Berufszufriedenheit bleibt dennoch relativ hoch, wobei etwa 78 Prozent der Grundschullehrkräfte und 67,4 Prozent der Sekundarstufe-I-Lehrkräfte angeben, ihren Beruf gerne oder sehr gerne auszuüben.

Die Umfrage zeigt, dass gesellschaftliche Veränderungen, insbesondere die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft und Disziplinschwierigkeiten, als Hauptbelastungsfaktoren wahrgenommen werden. Kritik gibt es auch an der Umsetzung der Inklusion in Schulen.

Insgesamt fällt die Bewertung der Bildungspolitik der Landesregierung damit negativ aus. Brand ordnete auf der Pressekonferenz ein: “Wir sehen, dass die Lehrkräfte am Limit sind – wenn keine Sicht auf eine kurzfristige Verbesserung besteht, ist es nicht verwunderlich, wenn die Bildungspolitik schlecht wegkommt. Im Grundschulbereich bekommt sie eine 4,5. Im Sekundar-I-Bereich wird es noch schärfer! Dort wird sie im Schnitt mit einer 4,7 bewertet”. 

Reaktionen

Der VBE Baden-Württemberg fordert eine wirksame Entlastung der Lehrkräfte und die Bereitstellung der nötigen räumlichen, zeitlichen und personellen Ressourcen. Zudem wird eine bessere Besoldung (A13) für Grundschullehrkräfte und die Bestandslehrkräfte an Haupt- und Werkrealschulen gefordert. Weitere Forderungen sind der flächendeckende Einsatz von multiprofessionellen Teams, eine angemessene Krankheitsreserve an allen Schulen und eine Verbesserung des Gesundheitsschutzes.

Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Bündnis 90/Grüne) betonte die positive Seite der Umfrageergebnisse: “Eine wichtige Botschaft ist, dass eine überwältigende Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf gerne ausübt”. Sie erkannte jedoch auch die Herausforderungen an, die sich aus den gesellschaftlichen Veränderungen ergeben, und versicherte, dass die Regierung daran arbeite, die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte stetig zu verbessern. 

Die SPD forderte von der Landesregierung eine angemessene Krankheitsreserve. Katrin Steinhülb-Joos, bildungspolitische Sprecherin der SPD, warnte: “Grün-Schwarz darf die Signale aus der Lehrerschaft nicht länger überhören”. FDP-Bildungsexperte Timm Kern äußerte sich besorgt über die Umfrageergebnisse und betonte, dass viele Lehrkräfte ihren Beruf vorzeitig aufgeben könnten, wenn die Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden. Die AfD ging sogar so weit, die Ergebnisse als “umgehenden Rücktrittsgrund” für die Kultusministerin zu bezeichnen.

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Frankfurt a.M. – Vor den anstehenden Verhandlungen über den Bundeshaushalt 2025 mahnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Versachlichung der Debatte in der Regierung und eine Abkehr von einer vergifteten Vorwahlkampfrhetorik an. „Es ist nicht nachvollziehbar, wie gestandene Politikerinnen und Politiker in Zeiten multipler Krisen versuchen, die schwächsten Gruppen in der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) treibt ein gefährliches Spiel, wenn er glaubt, die Attraktivität seiner Partei dadurch zu steigern“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern am Montag in Frankfurt a.M. Im Zuge der anstehenden Haushaltsverhandlungen wurden Pläne öffentlich, sowohl den quantitativen Ausbau als auch die qualitative Weiterentwicklung der Kindertagesstätten nicht länger durch Bundesmittel mitzufinanzieren.

Deshalb begrüße die GEW den Vorstoß des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) sowie der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK), die sich in der vergangenen Woche mit einem Letter of Intent erneut zu dem bereits 2014 begonnenen Prozess für ein bundesweites Kita-Qualitätsgesetz bekannt haben. „Die Länder und das Familienministerium haben durch den gemeinsamen Vorstoß zur qualitativen Weiterentwicklung der Kitas gezeigt, wer die Verantwortung dafür trägt, dass die Vereinbarung des Koalitionsvertrags eingehalten wird. Jetzt beweist sich, ob die Forderung nach der ‚besten Bildung‘ für die FDP mehr ist als Wahlkampfrhetorik“, betonte Finnern. Es müsse ein ganzheitlicher Diskurs über Bildung geführt werden. Der Besuch einer Kindertageseinrichtung sei eine weichenstellende Etappe in der Bildungsbiografie eines Kindes. Kitas seien neben der Familie der wichtigste Bildungsort der Kinder. „Wir können die Frage nach der Zukunft der Bundesrepublik nicht beantworten, wenn wir nicht die Bildungsinfrastruktur so aufstellen, dass diese zukunftsfähig ist“, hob Finnern hervor. „Es ist unerträglich, ansehen zu müssen, wie versucht wird, einen Keil zwischen die effektive Bekämpfung von Armut und das Recht der Kinder auf Bildung, Betreuung und Erziehung zu treiben. Beides gehört unbedingt zusammen. Gerade die Pädagoginnen und Pädagogen müssen sich dafür stark machen, dass die Bundesregierung die Prioritäten richtig setzt und ihre Stärke als eine der größten Volkswirtschaften der Welt nutzt.“

Die Bundesregierung müsse nachsteuern und mit nachhaltigen Investitionen sowie einer groß angelegten Fachkräfteoffensive die Schieflage im Bildungsbereich gemeinsam mit den Ländern mit Priorität beseitigen. „Die GEW erwartet von den zuständigen Ministerien und der Bundesregierung ein schnelles und abgestimmtes Handeln. Bei den kommenden Haushaltsverhandlungen muss der Bundeskanzler mit seiner Richtlinienkompetenz eine klare Ansage machen, um im nächsten Schritt die Investitionen in die Zukunft einer gerechteren Gesellschaft nachhaltig im Bundeshaushalt zu verankern“, sagte die GEW-Vorsitzende.

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Kein:e Schüler:in will nur trocken aus dem Lehrbuch pauken und auswendig lernen. Filme können daher eine großartige Abwechslung in euren Unterricht bringen. Gerade für den Sprachunterricht eignen sich Filme aufgrund ihrer visuellen und auditiven Natur hervorragend. Auf diese Weise können eure Schüler:innen Unterrichtsthemen im realen Kontext erleben. Diese immersive Erfahrung bietet zahlreiche Vorteile für den Spracherwerb und die kulturelle Bildung. Komplexe Unterrichtsschwerpunkte können so nicht nur besser verstanden und vertieft werden, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Probleme können eindrucksvoll und nachhaltig auf die Schüler:innen wirken. Neben verschiedenen Sprachkulturen und dem Vertrautwerden mit unterschiedlichen Akzenten können Filme auch historische Geschehen anschaulich darstellen. In diesem Artikel stellen wir euch die besten Filme für den Englischunterricht vor. 

The Hate You Give 

(Quelle: YouTube)

“The Hate You Give” ist einer dieser Filme, die man so schnell nicht mehr vergessen kann. Einer dieser Filme, die einen mit einem Sturm an Emotionen überfluten und zurücklassen. Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller Roman von Angie Thomas, erzählt der 2018 erschienene Film die Geschichte von der 16-jährigen Starr Carter (Amandla Stenberg), einem schwarzen Mädchen, dessen Leben zwei Welten vereint: das sozial schwache Viertel Garden Heights, das überwiegend von Afroamerikaner:innen bewohnt wird und die schicke Williamson Highschool, auf die überwiegend wohlhabende weiße Schüler:innen gehen. Starrs Leben wird gänzlich aus den Fugen gehoben, als sie im Zuge einer Polizeikontrolle miterleben muss, wie ihr bester Freund von einem weißen Polizisten erschossen wird. 

“The Hate You Give” sollte jeder Teenager gesehen haben, nicht nur weil der Film wichtige Themen wie Rassismus, Polizeigewalt, soziale Ungerechtigkeit und die eigene Identität thematisiert, sondern auch weil er die traurige Realität des Lebens in einer von Gewalt geprägten Gesellschaft einfängt. Genauso wie der Film die ungeschönte Wahrheit viel zu vieler Menschen widerspiegelt, bietet er eine mindestens genauso kraftvolle Botschaft über Widerstand, Menschlichkeit und die Bedeutung der eigenen Stimme. Dieser Film ist nicht nur unfassbar gut inszeniert, sondern auch von unschätzbarem pädagogischem Wert. 

Eure Schüler:innen können anhand der Charakterentwicklung, der Sprache und des sozialen Kontextes auf analytische Weise ein tieferes Verständnis für die sozialen Dynamiken der heutigen Welt entwickeln. Anhand von “The Hate You Give” könnt ihr mit euren Schüler:innen nicht nur über Literatur und Sprache diskutieren, sondern ihnen auch eine wichtige Lektion über den unermüdlichen Willen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, lehren.  Über zwei Stunden und zwölf Minuten erzählt uns Regisseur George Tillman Jr. nicht nur die Geschichte von Starr, sondern auch von etlichen anderen schwarzen Jugendlichen, denen von klein auf beigebracht wird, wie sie sich bei einer Polizeikontrolle “richtig” zu verhalten haben und die tagtäglich mit Rassismus und Gewalt konfrontiert sind. Den Film könnt ihr auf Disney+, Amazon oder YouTube für wenige Euro kaufen oder ausleihen bzw. streamen.

Green Book

(Quelle: YouTube)

Auch die US-amerikanische Tragikomödie “Green Book” des Regisseurs Peter Farelly, welche ebenfalls im Jahr 2018 Premiere feierte, beschäftigt sich mit den Themen Rassismus und soziale Ungleichheit. Basierend auf einer wahren Begebenheit handelt der Film vom berühmten Pianisten Dr. Don Shirley und seinem weißen Fahrer Tony Lip. Gemeinsam begeben sie sich 1962 auf eine nicht ungefährliche Konzertreise durch die Südstaaten der USA. Als Afroamerikaner ist Don Shirley mit der dort herrschenden Rassentrennung konfrontiert. 

Der Titel des Films ist auf ein grünes Buch zurückzuführen, das als Reiseführer für Afroamerikaner fungiert und Anweisungen gibt, wo People of Color zu der Zeit “erlaubt” sind und in welchen Hotels sie übernachten dürfen. Toni, als “Mann fürs Grobe” ist zu Beginn der Reise keinesfalls frei von rassistischen Ansichten. Je mehr er allerdings die Verachtung und Unmenschlichkeit der Rassentrennung miterlebt, desto mehr beginnt er seine Ansichten zu hinterfragen. “Green Book” ist eine sehr empfehlenswerte Ergänzung zum Unterrichtsthema Racial Segregation der 50er und 60er Jahre in Amerika. Ursprünglich basiert der Film auf dem The Negro Motorist Green-Book, einem jährlich erscheinenden Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer. Er wurde von 1936 bis 1966 von Victor Hugo Green herausgegeben. Obwohl nach der Veröffentlichung des Civil Rights Acts 1964 die Diskiminierung der afroamerikanischen Bevölkerung in Amerika verboten wurde, erschien der Reiseführer danach noch zwei Jahre lang. Der Film ist auf YouTube, Google Play oder Apple TV für je 3,99 Euro erhältlich. 

Dead Poets Society

(Quelle: YouTube)

“O Captain! My Captain!” – Das sind die Worte der wohl berühmtesten Szene des Films “Dead Poets Society”. Das Filmdrama des Regisseurs Peter Weir aus dem Jahr 1989 ist bis heute ein Klassiker, den wir euch nur empfehlen können, um ihn in euren Englischunterricht einzubauen. “Der Club der toten Dichter”, wie der deutsche Filmtitel lautet, handelt vom Englischlehrer John Keating. Am sonst strengen Elite-Internat bilden seine ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden eine bei den Schülern willkommene Abwechslung. Statt Texte nach vorgefertigten Analysen zu interpretieren und stumpf aus dem Lehrbuch zu pauken, ermutigt Keating seine Schüler, eigenständig Interpretationen zu finden und eigene Gedichte zu schreiben. 

Inspiriert von seinem Poesie-Unterricht lässt eine Gruppe seiner Schüler den “Club der toten Dichter”, dem Keating zu seiner Schulzeit selbst angehört hat, wieder aufleben. Abseits der strengen Regeln und Normen ihrer Schule fangen die Schüler an, Gedichte in einer Höhle im Wald vorzutragen. Durch seine unkonventionellen Methoden ermutigt Keating seine Schüler zum eigenständigen Denken. Er lässt sie ihre Individualität und Freiheit ausleben und gibt ihnen ein Gefühl von Gemeinschaft. Durch die Poesie entdeckt einer seiner Schüler, Neil Perry, im Laufe des Filmes seine Leidenschaft für das Theaterspielen. Allerdings zieht dies den Zorn seines Vaters auf sich. Von dem Gedanken getrieben, dass sein ganzes Leben vorherbestimmt ist und er seiner Leidenschaft nie nachgehen werden kann, nimmt sich Neill letztlich das Leben. Für seinen Tod wird daraufhin Keating verantwortlich gemacht. Am tragischen Ende des Films wird der Englischlehrer gezwungen, die Schule zu verlassen. In der legendären Szene, als die Schüler nach und nach auf ihre Tische im Klassenzimmer steigen und rufen “O Captain! My Captain!" erweisen sie ihrem Lehrer ein letztes Mal Respekt. Durch “Dead Poets Society” können sich eure Schüler:innen auf eine etwas weniger trockene Art und Weise mit englischer Literatur beschäftigen. Außerdem verdeutlicht der Film sehr treffend, wie sehr unsere Lehrer:innen unseren Lebensweg prägen können und wie sehr guter Unterricht das Potenzial hat, eine Leidenschaft in Schüler:innen auszulösen. Der Film ist ebenfalls auf den gängigen Streaming-Plattformen für wenige Euro erhältlich. 

The Perks of Being a Wallflower

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“The Perks of Being a Wallflower” oder “Vielleicht lieber morgen”, wie der Film auf Deutsch heißt, ist ein Coming of Age Film aus dem Jahr 2012. Mit Emma Watson, Logan Lerman und Ezra Miller in den Hauptrollen erzählt uns der Film eine inspirierende Geschichte des “Gegen den Strom Schwimmens”. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Stephen Chbosky steht im Zentrum der Handlung der schüchterne Teenager Charlie. Seit seiner Kindheit leidet er an Depressionen. Während des Films wird auch sein Kampf mit seiner posttraumatischen Belastungsstörung, von der er zu dem Zeitpunkt selbst nicht weiß, geschildert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten findet Charlie schließlich Freunde. 

Während des Films erlebt er eine emotionale Achterbahnfahrt, indem er sich mit Themen wie Liebe, Verlust, Missbrauch und Identität beschäftigen muss. Durch Briefe, die Charlie an einen unbekannten Freund schreibt, werden dem Zuschauer seine Gedanken und Gefühle offenbart. Der Film behandelt auf ehrliche Weise Themen der mentalen Gesundheit, Sexualität und Verletzlichkeit. Die zentrale Message des Films bezieht sich auf die Erfahrung des Introvertiert-Seins und der Selbstfindung. “The Perks of Being a Wallflower” lehrt uns eine dringende Lektion in Akzeptanz und Toleranz und verbildlicht, wie sehr Menschen aufblühen können, wenn man ihnen den Freiraum gibt, sie selbst zu sein und wie schmerzhaft auf der anderen Hand das Leben sein kann, wenn man sein wahres Ich ignoriert. Auch “The Perks of Being a Wallflower” bereichert auf jeden Fall euren Unterricht und bietet eine perfekte Grundlage für offene Diskussionen und Sensibilisierung für Themen, mit denen sich eure Schüler:innen höchstwahrscheinlich in ihrem Leben selbst konfrontiert sehen. Auf den gängigen Streaming-Plattformen könnt ihr auch diesen Film für wenig Geld ausleihen oder kaufen. 

The King’s Speech

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Gleich vier Oscars gewann im Jahr 2011 der nächste Film, den wir euch vorstellen wollen. “The King’s Speech” erzählt auf warmherzige und humorvolle Weise, wie der britische König Georg VI. mithilfe seines Sprachtherapeuten sein Stottern loswerden muss. Der Film beginnt damit, dass Prinz Albert bei einer Veranstaltung eine über das neue Medium Hörfunk übertragene Rede halten soll. Aufgrund seines Stotterns endet dies jedoch in einem Fiasko. Da der Thronfolger schon eine ganze Reihe an nutzlosen Therapieversuchen hinter sich hat, begegnet er dem neuen Therapeuten, den seine Frau für ihn gefunden hat, zunächst mit mäßiger Begeisterung und Skepsis. Doch die Methoden des neuen Therapeuten sind keinesfalls konventionell. So hält er beispielsweise nichts von höfischen Etiketten und redet den zukünftigen König mit seinem Spitznamen “Bertie” an. 

Seine therapeutischen Ansätze beschränken sich nicht nur auf die sprachliche Ebene, im Laufe des Films bekommen die Zuschauer:innen auch immer privatere Einblicke in Alberts Kindheit und seine Beziehung zu seinem Bruder. “The King’s Speech” zeigt eindeutig, dass es möglich ist, historische Begebenheiten zuschauernah und amüsant zu verpacken. Der Film eignet sich sehr gut, um euren Schüler:innen das britische Englisch nah zu bringen und gleichzeitig eine kleine Geschichtsstunde über die Rolle Großbritanniens zu Beginn des Zweiten Weltkriegs einzubauen. Oder ihr nutzt den Film, um auf die britische Thronfolge und das Königshaus einzugehen. Streamen könnt ihr “The King’s Speech” zum Beispiel auf Amazon Prime und YouTube

Icarus

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Das Symbolbild des Ikarus, der zu nah an die Sonne fliegt und abstürzt, kennen wir alle. In dieser spannenden oscarnominierten Dokumentation namens “Icarus” von Bryan Fogel aus dem Jahr 2017 wird der wohl größte Dopingskandal in der Sportgeschichte beleuchtet. Der Film beginnt mit dem Selbstversuch Fogels, der beim Haute Route-Radrennen herausfinden will, wie sehr er durch Doping seine sportliche Leistung steigern kann. Bei dem Experiment lernt er Don Catlin kennen, der ihm anfangs noch hilft, sich schließlich jedoch von dem Unterfangen distanziert und ihm Grigori Rodschenkow empfiehlt. Was Fogel bei seinem ersten Treffen mit ihm nicht weiß, ist dass er hier den Kopf des russischen Staatsdopings vor sich hat.  Rodschenkow, ein ehemaliger Läufer und Chemiker, der in der Vergangenheit über Jahrzehnte mit Substanzen zum Doping experimentiert hat. Zugleich lebte er ein spektakuläres Doppelleben als früherer Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors. 

Im Laufe der Doku freunden sich die beiden an, während Rodschenkow Fogel Enthüllungen über das russische Staatsdoping liefert, darunter die Manipulation von Dopingproben 2014 bei den Olympischen Winterspielen. Letztendlich muss der Russe sogar vor der russischen Regierung in die USA fliehen. Mittlerweile sitzt er dort im Zeugenschutzprogramm des FBIs. Trotzdem wird die enge Beziehung zwischen Fogel und Rodschenkow sowie das wenig kritische Hinterfragen seiner Taten kritisiert. Dennoch ist “Icarus” eine der besten Dokus, die man beispielsweise auf Netflix finden kann, da  sie Einblicke in den größten Dopingskandal der Sportgeschichte und die Rolle von Rodschenkow als Whistleblower bietet. Aufgrund seiner Aktualität ist das Thema Doping ziemlich spannend und wird eure Schüler:innen definitiv nicht langweilig werden.  Außerdem wirft “Icarus” die Frage nach Schuld und Moral auf, die ihr gut als Diskussionsgrundlage nutzen könnt. Noch dazu bietet die Doku ein breites Sprachregister von Muttersprachlern über formelle Interviews bis hin zu informellen umgangssprachlich geprägten Gesprächen

The Help

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Wer seinen Schüler:innen eine inspirierende Geschichte von Gemeinschaft, Überwindung sozialer Unterschiede und Hoffnung mit auf den Weg geben will, ist mit “The Help” auf dem richtigen Weg. Die Verfilmung von Kathryn Stocketts gleichnamigen Roman, der den deutschen Titel “Gute Geister” trägt, erzählt die Geschichte einer jungen weißen Journalistin, die ein Buch über das Leben schwarzer Hausmädchen schreibt. In den frühen 1960ern und somit dem Beginn der Bürgerrechtsbewegung ein regelrechter Skandal. 

Nachdem die Journalistin Eugenia „Skeeter“ Phelan von einem Verlag abgelehnt wird, ergattert sie einen Job als Autorin einer Wirtschaftskolumne. Im Zuge dessen rückt der strukturelle Rassismus immer mehr in ihr Blickfeld und ihr Bewusstsein. Daraufhin beschließt sie, ein Buch mit Interviews, die die Erfahrungen der Hausmädchen widerspiegeln, zu schreiben. Den Hausmädchen, die im Grunde die gesamte Erziehung der Kinder ihrer Hausherrinnen übernehmen, auf separate Toilette gehen müssen, täglichen Demütigungen ausgesetzt sind und dabei einen Hungerlohn verdienen, fällt es anfangs schwer, sich auf Skeeters Vorhaben einzulassen. Zu groß ist ihre Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes oder gewalttätiger Vergeltung. Doch nach und nach kommt alles ins Rollen. “The Help” zeigt, was für einen riesigen Einfluss ein Moment von Mut und das Vertrauen auf die eigene Stimme auf das Leben vieler Menschen haben kann. Passend zum Unterrichtsthema Civil Rights Movement beleuchtet dieser Film die Unterdrückung und den Rassismus am Beispiel einer ganz bestimmten Berufsgruppe. Auch wenn das Drama ein etwas zu eindimensionales Happy End hat, bildet es dennoch eine gute Grundlage für Diskussionen über den historischen Kontext und weiterführende Aufgaben, wie Charakter- oder Sprachanalysen. Auf den gängigen Streaming-Plattformen ist der Film für ein paar Euro erhältlich.  

Malcolm X

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“Man kann Frieden nicht von Freiheit trennen, denn niemand kann Frieden finden, wenn er nicht seine Freiheit hat.” – eines der bekanntesten Zitate des schwarzen Bürgerrechtlers Malcolm X. Die Verfilmung des Lebens des Aktivisten hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, was sie allerdings nicht weniger sehenswert macht. Dem 1992 erschienenen Film liegt das Buch “The Autobiography of Malcolm X” von Alex Haley zugrunde. Der 1925 in Detroit geborene Malcolm Little wuchs in einem politisch engagierten Elternhaus auf. Nach dem frühen Tod seines Vaters erlitt Malcolms Mutter einen Nervenzusammenbruch und wurde in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. So wächst der Junge in einer Pflegefamilie auf. Obwohl er Klassenbester ist, wird ihm eingeredet, dass gewisse Berufe für ihn als Schwarzer nicht infrage kommen. Als Malcolm Jahre später wegen Diebstahls und “Beischlafs” mit weißen Frauen ins Gefängnis kommt, macht er dort eine Bekanntschaft, die sein Leben nachhaltig prägen sollte. 

Baines, ein schwarzer Muslim lehrt Malcolm die Werte der “Nation of Islam”. Durch ihn beginnt er seine Identität zu hinterfragen und ändert seinen Namen von Little, der ursprünglich der Name eines Sklavenhändlers war, zu X. Nach seiner Entlassung sucht er Muhammad, den Anführer der “Nation of Islam” auf. Schnell wird er ein radikaler und anführerischer Redner. Nach Meinungsverschiedenheiten und anderen augenöffnenden Erkenntnis distanziert er sich zunehmend von der starren Norm der “Nation of Islam” und verlässt diese. Ab dem Zeitpunkt fokussieren sich sein Schaffen und seine Reden auf Weltoffenheit, Gerechtigkeit, sowie Freiheit. Dieser Wandel wird von seinen ehemaligen Kollegen als Verrat angesehen, was Morddrohungen und -versuche  zur Folge hat. Vor den Augen seiner Frau und Kinder wird Malcolm X kurz darauf bei einer öffentlichen Ansprache von mehreren Attentätern erschossen. Zum Ende des Films werden noch ergänzende Originalaufnahmen gezeigt. Der Menschenrechtsaktivist Malcolm X ist bis heute eine der einflussreichsten Figuren im Kampf der Schwarzen Emanzipation in Amerika, daher sollte er unbedingt Erwähnung in eurem Unterricht finden. Bis heute werden seine Reden zitiert und er als Symbol der Emanzipationsbewegung gefeiert. Streamen könnt ihr “Malcolm X” zum Beispiel auf Amazon Prime

Just Mercy

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Dass das Justizsystem in Amerika nicht gerade frei von Makeln ist, dürfte für niemanden mehr ein Geheimnis sein. Der Film “Just Mercy” widmet sich diesem schwierigen Thema. Der Gerichts- und Dokumentarfilm feierte 2019 Premiere und erzählt einerseits über die Arbeit des Strafverteidigers Bryan Stevenson, gespielt von Michael B. Jordan, und zum anderen wird der Fall Walter McMillian, gespielt von Jamie Foxx, aufgegriffen, den Stevenson vor Gericht verteidigt. Nach seinem Harvard Abschluss steht dem jungen Bryan Stevenson ein lukrativer Job als Anwalt zur Verfügung, den er jedoch ablehnt. Stattdessen widmete er sich gemeinsam mit Eva Ansley der Verteidigung zu Unrecht Verurteilter. So rufen sie die Equal Justice Initiative ins Leben. Walter McMillian ist damals für den Mord an einem 18-jährigen Mädchen zum Tode verurteilt worden. Jedoch auf Grundlage einer einzigen Zeugenaussage. Zudem können 20 Menschen bestätigen, dass McMillian an jenem Tag bei seiner Familie war. Noch dazu gibt es Ungereimtheiten beim angeblichen Tathergang. 

Auf erschreckend nüchterne Weise wird dem Zuschauer die Ungerechtigkeit des US-Justizsystems dargelegt. Ohne dass großartige Dramatisierung nötig ist, fühlt der Zuschauer das Leid, das der so offensichtliche Rassismus verursacht, fast mit. Stevenson begibt sich mit der Neuaufnahme des Falls in ein Labyrinth aus juristischen und politischen Sackgassen und das, während das System gegen sie arbeitet. “Just Mercy” basiert auf dem Bestseller Roman “Just Mercy: A Story of Justice and Redemption” von Bryan Stevenson und beruht auf einer wahren Begebenheit. In dem Buch werden die Geschichten mehrerer zu Unrecht verurteilter Afroamerikaner auf für die Leser schmerzvoll nahegehende Weise beschrieben. Das Thema Rassismus nimmt im Gerichtssaal leider kein Ende und gehört nicht nur in Amerika zu einem der größten Probleme. “Just Mercy” – ein Plädoyer an die Gerechtigkeit – wird eure Schüler:innen zum Nachdenken bringen und zeigt ihnen eben auch diese Seite Amerikas. Kaufen oder Ausleihen könnt ihr den Film für wenige Euro beispielsweise  auf YouTube, Amazon Prime oder Google Play. 

Welche Filme würdet ihr noch für den Englischunterricht empfehlen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Künstliche Intelligenz wird zunehmend auch von Lehrkräften genutzt und hält Einzug in deutsche Lehrer- und Klassenzimmer. Das erscheint umso wichtiger, da laut aktueller Jugendstudie der Vodafone Stiftung ein großer Teil der Lernenden (71 Prozent) KI-Anwendungen ohnehin längst für schulische Zwecke einsetzt – auch ohne Anregung durch die Schule. Doch wie können Lehrkräfte die Technologie sinnvoll einsetzen, um ihre Unterrichtspraxis zu verbessern, Zeit zu sparen und ihren Schüler:innen individuelle Unterstützung bereitzustellen? Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg dorthin ist die neueste Entwicklung von fobizz: Individuell zugeschnittene KI-Chatbots berücksichtigen Bildungspläne und ermöglichen Lehrkräften, ihre persönlichen KI-Assistenten zu erstellen, die über spezifisches Kontextwissen verfügen und mit unterschiedlichen Anwendungen interagieren.

“Wir schaffen mit der Einführung der maßgeschneiderten KI-Assistenten eine zentrale Anlaufstelle für spezialisierte KI-Chatbots im Bildungsbereich. Das Produkt haben wir gemeinsam mit Lehrkräften entwickelt, um Diversität und Relevanz und vor allem einen einfachen Zugang zu ermöglichen”, so Dr. Diana Knodel, CEO und Gründerin von fobizz.

KI-Assistenten haben Zugriff auf didaktische Rahmenwerke und Expertenwissen

Die maßgeschneiderten KI-Assistenten erweitern die bisherigen KI-Anwendungen auf der fobizz Plattform beträchtlich. Denn die Nutzer:innen profitieren jetzt von dem Zugriff auf didaktische Rahmenwerke und integriertem Expertenwissen, das die Genauigkeit der Ergebnisse steigert und sie weniger generisch macht. Die Möglichkeit, eigenes Kontextwissen und Referenzdaten bereitzustellen, verringert das Risiko von fehlerhaften Antworten. Die Assistenten haben Zugriff auf das Internet (Websuche), Wolfram Alpha (für mathematische Anfragen) und andere Schnittstellen, agieren jedoch innerhalb eines definierten Rahmens, um möglichst präzise zu sein.

Benutzerfreundlichkeit ermöglicht Nutzung auch für Einsteiger

Mit dem Ziel, das Äquivalent zum OpenAI GPT Store für den Bildungssektor zu schaffen, ist es nicht nur entscheidend, dass die neuen KI-Assistenten leistungsfähig sind, sie müssen vor allem auch benutzerfreundlich sein. Alexander Tscheulin, Lehrer und Medienbeauftragter der Katharina-von-Siena-Schule in Hamburg hat den KI-Chatbot getestet: „Ich lade einfach die Bildungspläne hoch und im Nu erstellt der Assistent einen Stoffverteilungsplan. Ich erhalte direkt eine Empfehlung, welche Themen und Materialien sich für die jeweiligen Klassenstufen eignen. Das ist eine wertvolle Basis für meine Unterrichtsplanung und ich kann strukturiert und effizient damit weiterarbeiten.“

Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Die Assistenten lassen sich intuitiv konfigurieren, was die Technologie auch für Einsteiger zugänglich macht. Jeder kann schnell eigene KI-Assistenten für sich selbst, das Lehrerkollegium oder die Schülerinnen und Schüler erstellen.

Szenario zur Anwendung in der Praxis: Mathematik, Klassenstufe 10

Eine Mathematiklehrerin aus Nordrhein-Westfalen integriert den Lehrplan der Klassenstufe 10 und verbindet zudem die Mathematik-Schnittstelle Wolfram Alpha. Durch gezielte Instruktionen konfiguriert sie den KI-Chatbot für ihre Bedürfnisse: Erstelle einen Unterrichtsplan zur Unterrichtsvorbereitung. Zudem kann sie passend zum Lehrplan Übungsaufgaben generieren: Schlage passende Aufgaben zum Unterrichtsplan vor. Gleichzeitig kann sie mit demselben Kontextwissen und angepassten Anweisungen für die Schülerinnen und Schüler einen weiteren KI-Chatbot entwickeln, der den Lernenden gezielt bei Mathematikaufgaben hilft oder ihnen als Tutor zur Seite steht.

Die fobizz KI-Assistenten sind für alle Unterrichtsfächer und Schulformen konfigurierbar und zunächst in Deutsch und Englisch verfügbar. Die Interaktion mit den Chatbots kann jedoch in vielen verschiedenen Sprachen stattfinden.

Zwei KI-Chatbots können hier getestet werden

Hinweis: Um die KI-Chatbots ohne Nutzerkonto zu testen, können insgesamt bis zu zehn Prompts erstellt werden.

Über fobizz
Fobizz I 101skills GmbH ist die führende deutschsprachige Plattform für Weiterbildungen und Anbieter von Tools & KI für Lehrkräfte und Schulen. Dabei hat fobizz es sich zur Aufgabe gemacht, die Digitalisierung des Unterrichts voranzutreiben und Lehrkräfte in die Lage zu versetzen, ihren Schüler:innen Kenntnisse in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Medien und IT einfach und praxisnah zu vermitteln. Fobizz sieht sich in der Rolle des täglichen Begleiters von Lehrkräften, um sie in ihrem Unterrichtsalltag zu entlasten. Seit der Gründung im Jahr 2018 hat das fobizz Team um Dr. Diana Knodel bereits über 6.000 Schulen und mehr als 385.000 Lehrkräfte im deutschsprachigen Raum zu aktuellen digitalen Themen und Künstlicher Intelligenz weitergebildet.

Bei Interesse an einer Vorstellung der neuen KI-Chatbot-Infrastruktur senden Sie eine E-Mail an kontakt@fobizz.com.

10. + 16. April 2024: Workshop: Entdecke die maßgeschneiderten KI-Assistenten von fobizz

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Eine repräsentative forsa-Umfrage, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) im Herbst 2023 beauftragte, zeigt eine alarmierende Entwicklung in deutschen Schulen: 60 Prozent der Schulleitungen sehen einen Anstieg langfristiger, krankheitsbedingter Ausfälle. Dies gilt sowohl für physische als auch psychische Erkrankungen. Diese Werte sind im Vergleich zu den Befragungszeitpunkten 2019 und 2021 sogar deutlich gestiegen. Im Jahr 2019 sagte je etwas über ein Drittel der Befragten, dass Erkrankungen zugenommen haben. Im Jahr 2021 war es je die Hälfte.

Der VBE Bundesvorsitzende Gerhard Brand kommentiert: “Wir wissen, dass Lehrkräfte hohem Stress ausgesetzt sind. Außerdem sind die Arbeitsplätze oft nicht ergonomisch. Und noch dazu liegen Arzttermine für Prävention meist mitten am Tag. Diese wahrzunehmen, würde Unterrichtsausfall bedeuten, denn mitten im Lehrkräftemangel ist eine Vertretung kaum möglich. Wird dann der Vorsorgetermin in die nächsten Ferien geschoben, kann es schon zu spät sein. So erkranken immer mehr Lehrkräfte langfristig und fallen aus. Ob Burnout oder Bandscheibenvorfall: Jede erkrankte Lehrkraft ist eine zu viel, vor allem, wenn Krankheiten durch bessere Arbeitsbedingungen und gezielte Präventionsangebote verhindert werden können.”

Doch nur ein Viertel der befragten Schulleitungen gibt an, ausreichend Möglichkeiten zu haben, die dazu beitragen, dass die Lehrkräfte an ihrer Schule möglichst gesund bleiben. Dies sagen genauso viele Schulleitungen wie 2021, aber deutlich weniger als 2019. Damals waren es noch 40 Prozent. “Das ist auch nachvollziehbar“, so Brand, denn: „Im aktuellen Lehrkräftemangel und durch den Zuwachs an Aufgaben weiß doch niemand mehr, wo einem der Kopf steht. Schneller, höher, weiter, mehr. Aber Lehrkräfte sind keine Sprinter! Wenn wir den Marathon von circa 40 Dienstjahren schaffen sollen, braucht es dafür gute Bedingungen. Momentan fühlt es sich aber einfach nur nach einem nicht enden wollenden Hürdenlauf an.”

Die Hauptbelastungsfaktoren sind struktureller Art. Entsprechend sehen die meisten Schulleitungen es als besonders gesundheitsförderlich an, weniger Verwaltungsarbeit zu haben und eine gleichmäßige Verteilung von Aufgaben und Mehrarbeit gewährleisten zu können. Der VBE-Chef Brand sieht die Politik am Zug: “Das ist nichts, was die Schulleitung einfach entscheiden kann. Die Verwaltungen sind in der Pflicht, bürokratische Hürden abzubauen, um die Belastung zu verringern.”

Die Umfrage zeigt auch, dass viele Schulleitungen den Arbeitsort Schule im Rahmen ihres Wirkens als partizipativen Ort gestalten, an dem man sich gegenseitig zuhört und Hilfe erhält, wenn Unterstützung nötig ist. “Wir wissen um die Bemühungen vieler Schulleitungen, aber ihre Möglichkeiten sind begrenzt – und ihre Kräfte auch. Daher halten wir es für notwendig, neben den dringend benötigten strukturellen Veränderungen, mehr Personal an Schule zu holen. Unterschiedliche Professionen können sich am besten Aufgaben teilen und so für jedes Kind das Beste geben”, erläutert Gerhard Brand.

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz (KMK) hatte in ihrem ad-hoc-Gutachten im Dezember 2022 eingefordert, dass als Teil der Bekämpfung des Lehrkräftemangels auch mehr Angebote für Sport und Gesundheitsprävention unterbreitet werden sollen. Brand dazu: “Das darf nicht isoliert betrachtet werden. Mit Yoga löse ich keine jahrelange Belastungssituation. Wenn aber gleichzeitig die Arbeitsbedingungen verbessert werden, kann auch Sport präventive Wirkung haben. Hier könnte sich auch der Wettbewerb der guten Ideen im Föderalismus einmal zeigen: Welches Kultusministerium gibt die meisten Angebote frei? Der größte Sport in manch einer Bildungsverwaltung scheint aber das Streichen von Sabbatical- und Teilzeitanträgen zu sein. Übrigens auch eine Maßnahme, mit der die Gesundheit der Beschäftigten belastet wird.”

Und nicht zuletzt verbindet der VBE mit den Ergebnissen den dringenden Appell an die Politik, die Prävention in die Schule zu holen. Dafür braucht es Schulgesundheitsfachkräfte als Teil des multiprofessionellen Teams. Diese Forderung erhebt der VBE bereits seit 2017. Damals gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. 2021 erneuerte der VBE die Forderung gemeinsam mit der österreichischen Partnergewerkschaft GÖD-aps. Und 2022 kooperierte er mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Brand fordert: “Es braucht die flächendeckende, bedarfsgerechte Ausstattung mit Schulgesundheitsfachkräften. Diese können nicht nur im akuten Erkrankungs- oder Verletzungsfall professionelle Hilfe leisten, sondern auch die (zahlenmäßig immer mehr) chronisch kranken Kinder bei der Medikamenteneinnahme unterstützen. Sie können auch einen wichtigen Baustein für die Gesundheitsprävention leisten. Das wurde so auch wissenschaftlich evaluiert, aber am Ende fehlte das Geld für eine Fortführung des Pilotprojektes in Brandenburg. Wir zählen darauf, dass die Erfahrung der anderen Bundesländer dazu führen wird, dass bald in ganz Deutschland Schulen von diesen Kräften profitieren können. Zeit wird´s!”

Kontext: Für die Umfrage wurden im September und Oktober 2023 über 1.300 Schulleitungen durch forsa befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtheit an Schulleitungen in Deutschland.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Weltgesundheitstag. 

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Das Land der präzisen Uhren, schokoladenüberzogenen Träume und Alpenpanoramen, die jedem den Atem rauben — wir nehmen euch heute mit auf eine Reise durch die Schweiz! Doch abseits dieser Klischees verbirgt sich eine Vielzahl von faszinierenden Orten, die nicht nur spektakuläre Landschaften bieten, sondern auch lehrreiche Erfahrungen für Schulausflüge ermöglichen. Von geheimnisvollen Schluchten bis zu majestätischen Nationalparks — diese Orte bieten eine einzigartige Möglichkeit, die Natur und Geschichte des Landes hautnah zu erleben und die Neugierde eurer Schüler:innen zu wecken.

Denn die Schweiz ist mehr als nur Kuckucksuhren und Käsefondue – es ist Zeit für außergewöhnliche Abenteuer und lehrreiche Erkundungen! 

Falls ihr auf der Suche nach Exkursionszielen seid und die Schweiz für euch zu weit entfernt ist, haben wir auch für die Bundesländer in Deutschland einige Ziele zusammengestellt, bei denen ihr sicher fündig werdet!

Aareschlucht bei Meiringen

(Quelle: Aareschlucht)

Wusstet ihr, dass die Aareschlucht im Haslital nicht nur eine atemberaubende Naturkulisse bietet, sondern auch ein Geheimnis birgt, das bis heute fasziniert? Im Frühling 1935 entdeckte der Berliner Fotograf Balkin den Tatzelwurm in dieser Region. Seine braune Farbe mit Flecken und sein beschuppter Körper verleihen ihm ein einzigartiges Aussehen. Doch furchterregende Merkmale wie sein Pfeifen, sein Blick und mögliche Zähne oder Barten am Mund sowie sein kurzer, spitz zulaufender Schwanz machen ihn zu einer faszinierenden Legende. Die Suche nach der Tatzelwurm-Familie, die in der Aareschlucht versteckt ist, ist eine spannende Aktivität für eure Schüler:innen.

Die Aareschlucht ist ein faszinierendes Ausflugsziel für Schulklassen aus Deutschland. Hier können eure Schüler:innen entlang gut gesicherter Wege wandern und die imposanten Felswände sowie den wilden Flusslauf bestaunen. Die Schlucht bietet nicht nur eine spektakuläre Kulisse, sondern auch Gelegenheiten zur Erforschung von Geologie und Ökosystemen. Ihr könnt den Ausflug nutzen, um den Unterricht mit praktischen Erfahrungen in der Natur zu bereichern und eure Schüler:innen für Themen wie Geologie, Ökologie und Naturschutz zu begeistern.

Die Wanderung entlang der 1,4 Kilometer langen Schlucht ist leicht und führt über sichere Stege und gut befestigte Naturwege. Entlang des Weges gibt es informative Tafeln, die die Geologie, Wasserkraft und Geschichte der Schlucht erläutern. So könnt ihr während des Ausflugs eure Schüler:innen verschiedene Lehrinhalte anschaulich vermitteln und ihr Verständnis für die Natur vertiefen.

Die Aareschlucht eignet sich bei jedem Wetter und lässt sich leicht mit anderen Attraktionen im Haslital kombinieren, wie den Reichenbachfällen. Eine interessante Geschichte verleiht dem Ort zusätzlichen Reiz: Hier fand ein legendäres Duell zwischen  dem berühmten Detektiv Sherlock Holmes und seinem Erzfeind statt. 

Zusätzlich gibt es reduzierte Gruppen- und Schulpreise sowie maßgeschneiderte Angebote in Zusammenarbeit mit der Grimselwelt und dem öffentlichen Verkehr. Anreisen könnt ihr einfach mit der Bahn. Es fahren stündliche Verbindungen ab Interlaken und Luzern nach Meiringen. Ab dem Bahnhof Meiringen erreicht ihr die Aareschlucht bequem mit der Zentralbahnlinie Meiringen-Innertkirchen über die Haltestellen “Alpbach” und "Aareschlucht Ost".

Schweizerischer Nationalpark

(Quelle: Schweizerischer Nationalpark)

Der schweizerische Nationalpark ist der älteste Nationalpark der Schweiz und präsentiert sich als ein ideales Ziel für Schulausflüge, die nicht nur Abenteuerlust wecken, sondern auch wertvolle Lernerfahrungen in der Natur ermöglichen. Eure Schüler:innen haben hier die Gelegenheit, die unberührte Natur zu erkunden, Wildtiere zu beobachten und ein tieferes Verständnis für den Naturschutz und die Biodiversität in den Alpen zu entwickeln. Es gibt hier eine Vielzahl an Angeboten, die sich direkt an Schulklassen richten. 

Unter dem Motto “Suchen, beobachten, vergleichen, über alle Sinne wahrnehmen“ bietet der Nationalpark pädagogische Exkursionen für euch und eure Klasse an. Hier könnt ihr die unberührte Natur hautnah erleben und ganzheitliche Bezüge zu Pflanzen, Tieren und alpinen Ökosystemen herstellen. Mit erfahrenen Exkursionsleiter:innen können eure Schüler:innen einen ganzen Tag lang die Besonderheiten dieses einzigartigen Schutzgebiets entdecken. Die Dauer der Exkursion beträgt 6 bis 7 Stunden inklusive Mittagsrast und erfordert eine angemessene Ausrüstung.

Die Dauerausstellung im Nationalparkzentrum bietet Schulklassen Antworten auf Fragen zur Natur im Nationalpark und ermöglicht interaktive Einblicke in die Vielfalt des Schweizerischen Nationalparks. Euch werden Arbeitsblätter und Ausstellungstexte zur Verfügung gestellt, um das Lernen zu unterstützen. Eine Anmeldung für Schulklassen ist obligatorisch. Ihr könnt in vier verschiedenen Ausstellungsräumen den Nationalpark in all seinen Facetten erleben. Selbst tätig werden können eure Schüler:innen an interaktiven Stationen. 

Der Schweizerische Nationalpark erstreckt sich über das Unter- und Oberengadin sowie das Münstertal in Graubünden, Schweiz. Die Anreise zu den Startpunkten der Wanderungen ist mit dem Auto möglich, jedoch wird euch die Nutzung von Bahn und Bus empfohlen. Die Chamanna Cluozza bietet als einzige bewirtete Hütte im Park einfache Unterkunft und ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Alternativ gibt es entlang der Ofenpassstraße das Hotel Parc Naziunal Il Fuorn. Zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten rund um den Nationalpark stehen zur Auswahl, mit verschiedenen Vergünstigungen für den öffentlichen Verkehr bei einem Aufenthalt von mindestens drei Nächten.

Lama Trekking im Emmental

(Quelle: Lama Ranch)

Warum nicht eine Exkursion mit Alpakas unternehmen? Im Emmental haben eure Schüler:innen die einzigartige Möglichkeit, diese sanften Tiere zu treffen und mit ihnen eine Wanderung durch die malerische Landschaft zu unternehmen. Das Lama Trekking im Emmental kombiniert Naturerlebnis und Tierbegegnungen auf eine einzigartige Weise und bietet eine spannende Erfahrung für Schulklassen.

Die Trekkingroute und die Marschlänge sind individuell anpassbar, sodass die Ausflüge den Bedürfnissen und Interessen der Schüler:innen entsprechen können. Dabei stehen zwei Trekking-Ideen zur Auswahl: 

Aspi Rundi: Eine 1,5-stündige Wanderung mit gemütlichem Spazierengehen entlang der einzigartigen Gegend von Wyssachens. Die Tour beginnt mit einem Begrüßungsapéro auf der Lama-Ranch, gefolgt von einer Einführung in das Handling und Hintergrundwissen über die Tiere. Optional können auch zwei Esel als Begleitung gewählt werden. Unterwegs gibt es einen Stopp zur Stärkung und Naturbeobachtung, bevor ihr Zeit habt,  euch von den Tieren auf der Lama-Ranch zu verabschieden.

Guggli Rundi ist eine vierstündige Wanderung durch die hügelige Gegend in den Ausläufern des Napfs. Nach einem Begrüßungsapéro auf der Lama-Ranch und einer Einführung in das Handling und Hintergrundwissen über die Tiere, wandern die Schüler:innen mit den Lamas über Stock und Stein durch Wälder und Wiesen. Die Tour endet mit einem Mittagessen vom Grill auf dem Guggli, während ihr die atemberaubende Aussicht über das Emmental genießen könnt.

Das Lama Trekking im Emmental bietet Schulklassen eine einzigartige Möglichkeit, Naturerlebnis und Tierbegegnungen miteinander zu verbinden. Während einer Wanderung durch die malerische Landschaft können die Schüler:innen nicht nur die Schönheit der Natur genießen, sondern auch spannende Einblicke in das Verhalten und die Lebensweise der sanften Alpakas gewinnen. Diese interaktive Erfahrung fördert das Verständnis für die Tierwelt und sensibilisiert die Schüler:innen für den respektvollen Umgang mit Tieren und ihrer Umgebung. Durch die direkte Begegnung mit den Tieren und die praktischen Erfahrungen in der Natur werden nicht nur fachliche Kenntnisse, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Empathie gefördert. 

Das Lama Trekking im Emmental liegt günstig zwischen Zürich und Bern und bietet sogar Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort in einem Massenlager für Gruppen von 10 bis 20 Personen. Für Schulklassen und Institutionen sind spezielle Preise nach Absprache erhältlich. 

Château de Chillon am Genfersee

(Quelle: Chillon)

Das Château de Chillon am Genfersee ist ein faszinierendes Ziel für Schulausflüge und zählt zu den meistbesuchten historischen Denkmälern der Schweiz. Eingebettet am Ufer des malerischen Genfersees gelegen, bietet die beeindruckende mittelalterliche Festung Schüler:innen die Möglichkeit, in die Geschichte der Region einzutauchen und spannende Einblicke in vergangene Zeiten zu gewinnen. Während des Besuchs können sie die imposanten Gemäuer erkunden, historische Artefakte bestaunen und mehr über die faszinierende Vergangenheit des Schlosses erfahren. Das Château de Chillon ist somit nicht nur ein eindrucksvolles architektonisches Meisterwerk, sondern auch eine lehrreiche Exkursion, die das historische Bewusstsein der Schüler:innen stärkt und ihr Interesse an der Vergangenheit weckt.

Das Schlosspersonal heißt das ganze Jahr über Schulklassen für spezielle Unterrichtsstunden oder Schulausflüge willkommen, und speziell auf Schulklassen zugeschnittene Besuchsangebote ermöglichen eine maßgeschneiderte Planung, die den Bedürfnissen der Schüler:innen entspricht. Ihr könnt das Schloss beispielsweise mit euren Schüler:innen selbstständig erkunden, das abenteuerliche Untergeschoss erforschen, die berühmten Latrinen besichtigen und  euch vorstellen, wie es war, auf einem der zahlreichen Wehrgänge Wache zu halten. 

Oder ihr nehmt an der Schlossführung "Die Höhepunkte des Schlosses“ teil.  Unter der Leitung eines/r offiziellen Schlossführer:in erhalten die Schüler:innen einen beinahe vollständigen Einblick in das Schloss, während sie sich auf einem Streifzug durch das Mittelalter befinden und dabei die symbolträchtigsten Stellen erkunden. Die Führung umfasst Informationen über das Gefängnis, die Bankettsäle, die Prunkräume und die berühmten Latrinen.

Zusätzlich ist das Schloss Chillon gut erreichbar: Mit dem Zug direkt nach Montreux oder Regionalzug bis nach Veytaux-Chillon, mit dem Bus Nr. 201 ab Vevey, Montreux oder Villeneuve.

Wäre eine Exkursion in die Schweiz etwas für euch und eure Klasse? Und welche Ziele haben wir vergessen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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Ihr wollt Lehrer:in in Mecklenburg-Vorpommern werden? Dann bleibt jetzt dran, denn unsere Reihe zu den Lehramtsstudien in den verschiedenen Bundesländern geht weiter. Wir haben euch bereits das Lehramtsstudium in Bayern, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg vorgestellt. Was es genau für Besonderheiten im sechstgrößten Bundesland Deutschlands, Mecklenburg-Vorpommern gibt, erfahrt ihr in diesem Artikel. 

Welche Lehramtstypen gibt es?

Wie auch bei den schon vorgestellten Lehramtsausbildungen in den genannten Bundesländern müsst ihr euch auch in Mecklenburg-Vorpommern erstmal für einen Lehramtstypen entscheiden, für den ihr das Lehramt erwerben möchtet. Die Wahl fällt zwischen dem Lehramt an Grundschulen, an Regionalen Schulen, an Gymnasien, für Sonderpädagogik und beruflichen Schulen. 

Aufbau und Fächerkombinationen

Wenn ihr in Mecklenburg-Vorpommern Lehrer:in werden wollt,  hängt der Aufbau eures Studiums von eurer jeweils gewählten Lehramtstypen ab. Das Studium für das Grundschullehramt umfasst eine Regelstudienzeit von zehn Semestern und eine anschließenden 12-monatigen Vorbereitungsdienst. Das gesamte Studium umfasst die Teilstudien Bildungswissenschaften, einschließlich Sonderpädagogik, die allgemeine Grundschulpädagogik und vier Grundschulfächer und ihre Fachdidaktiken, darunter Mathe und Deutsch als Pflichtfach und noch zwei selbst gewählte Fächer. Welche Fächer ihr an welcher Uni wählen könnt bzw. welche Fächer angeboten werden, ist unterschiedlich und solltet ihr auf jeden Fall vorher recherchieren.

Wenn ihr Lehrer:in an regionalen Schulen werden wollt, beträgt eure Regelstudienzeit ebenfalls zehn Semester, allerdings ist der anschließende Vorbereitungsdienst 18 Monate lang. Euer Studium umfasst neben den Teilstudien Bildungswissenschaften und Sonderpädagogik noch die Fachwissenschaften der zwei von euch gewählten Unterrichtsfächer, sowie deren Fachdidaktiken.

Für das Gymnasiale Lehramt beträgt eure Regelstudienzeit auch wieder zehn Semester und anschließend einen 18-monatigen Vorbereitungsdienst. Eure Teilstudien sind Bildungswissenschaften und zwei von euch gewählte Fächer, sowie die dazugehörige Fachdidaktik.

Das Studium für das Lehramt für Sonderpädagogik umfasst neun Semester Regelstudienzeit und einen anschließenden 18-monatigen Vorbereitungsdienst. Die Teilstudien in diesem Studium sind Bildungswissenschaften einschließlich Allgemeiner Sonderpädagogik, eine Sonderpädagogische Fachrichtung und die dazugehörige Fachdidaktik und ein Unterrichtsfach und dessen Fachdidaktik. Die sonderpädagogischen Fachrichtungen, zwischen denen ihr wählen könnt, sind: Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache und Geistige Entwicklung. Die Unterrichtsfächer, zwischen denen ihr euch entscheiden müsst, sind: Biologie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religion, Geschichte, Mathematik, Musik, Sport oder Grundschuldeutsch und Grundschulmathematik. 

Das Lehramtsstudium für berufliche Schulen hat eine Regelstudienzeit von nur sieben Semestern und falls ihr an der Uni Rostock studiert, folgt dann noch ein dreisemestriges Masterstudium. Anschließend absolvieren alle Studenten 18 Monate Vorbereitungsdienst. An der Hochschule Neubrandenburg werden die Bachelorstudiengänge „Berufspädagogik für Soziale Arbeit, Sozialpädagogik und Kindheitspädagogik“ und „Berufspädagogik für Gesundheitsfachberufe“ angeboten. Diese werden anschließend im Masterabschluss an der Universität Rostock weitergeführt. Die berufliche Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung könnt ihr nur an der Universität Rostock im Rahmen des wirtschaftspädagogischen Studiums als Bachelor und Master studieren. Ebenso werden dort die berufspädagogischen Bachelorstudiengänge Elektrotechnik, Informationstechnik, Agrarwirtschaft und Metalltechnik angeboten. Mit entsprechenden allgemeinbildenden Fächern werden diese dann als Masterstudiengang weitergeführt. 

Praktika

Praktika sind ein wichtiger Teil der Lehramtsausbildung. Deshalb müsst ihr auch unabhängig davon, welchen Lehramtstypen ihr gewählt habt, Praktika während eures Studiums absolvieren. Allerdings gestalten sich die Praktika recht unterschiedlich, abhängig vom gewählten Lehramtstyp und der Universität, an der ihr studiert. Wenn ihr euch für das Grundschullehramt entschieden habt und an der Universität in Rostock studiert, werdet ihr in eurem Grundstudium ein vierwöchiges Orientierungs- bzw. Hospitationspraktikum absolvieren. Im Hauptstudium folgt das Hauptpraktikum – ein sechswöchiges Fachdidaktisches Praktikum. Falls ihr aber an der Universität Greifswald studiert, werdet ihr einerseits semesterbegleitende Praxistage vom ersten bis zum achten Semester und andererseits ein Praxissemester im neunten Semester haben.

Im Lehramtsstudium für Regionale Schulen durchlauft ihr im Grundstudium ein dreiwöchiges Sozialpraktikum und über vier Wochen ein Schulpraktikum, falls ihr an der Uni Greifswald studiert oder ein dreiwöchiges Orientierungspraktikum, falls ihr an der Uni Rostock studiert. Das Schulpraktikum an der Uni Greifswald findet an einer Regionalen oder einer anderen Schulart statt; das Orientierungspraktikum an der Uni Rostock findet allerdings nicht an einer Regionalen Schule statt. Im Hauptstudium werdet ihr dann in Greifswald ein zweites acht Wochen umfassendes Schulpraktikum absolvieren und in Rostock ein neunwöchiges Hauptpraktikum, beides jeweils an einer Regionales Schule.

Im Studium für das Gymnasiale Lehramt ist im Grundstudium ein Sozialpraktikum über drei Wochen Pflicht, sowie an der Uni Greifswald ein vierwöchiges Schulpraktikum an einem Gymnasium oder einer anderen Schulart und an der Uni Rostock ein drei Wochen dauerndes Orientierungspraktikum allerdings nicht an einem Gymnasium. Im Hauptstudium erwartet euch in Greifswald ein zweites achtwöchiges Schulpraktikum und in Rostock ein neun Wochen langes Hauptpraktikum an einem Gymnasium. 

Im Lehramtsstudium für Sonderpädagogik durchlauft ihr im Grundstudium ein Sozialpraktikum über drei Wochen  und ein ebenfalls dreiwöchiges Orientierungspraktikum, das allerdings nicht an einer Sonderschule. Im Hauptstudium absolviert ihr ein vierwöchiges erstes Hauptpraktikum in einer sonderpädagogischen Fachrichtung und ein zweites fünfwöchiges Hauptpraktikum an einer integrativen bzw. inklusiven Schule. 

Als Lehramtsanwärter für berufliche Schulen absolviert ihr verschiedene Praktika abhängig von eurem jeweiligen Bachelorstudiengang. Wenn ihr “Berufspädagogik” an der Hochschule Neubrandenburg studiert, absolviert ihr ein vierwöchiges berufspädagogisches Praktikum oder falls ihr an der Uni Rostock studiert ein dreiwöchiges Orientierungspraktikum an einer berufsbildenden Schule. Im Masterstudiengang “Berufspädagogik” oder “Berufspädagogik für Gesundheits- und Sozialberufe” an der Universität Rostock folgt ein weiteres sechs Wochen dauerndes Praktikum. Im Bachelorstudiengang “Wirtschaftspädagogik” an der Uni Rostock absolviert ihr ein vierwöchiges Orientierungspraktikum an einer beruflichen Schule oder einer Institution der beruflichen Bildung. Im gleichnamigen Masterstudiengang folgen über sechs Wochen die Schulpraktischen Studien, also eine Berufsschulische Studienorientierung an einer berufsbildenden Schule bzw. die Berufs- und Betriebspraktischen Studien, also die Wirtschaftswissenschaftliche Studienorientierung. Genauere Infos über die jeweils zu absolvierenden Praktika findet ihr auch auf den Seiten der jeweiligen Universitäten und Hochschulen. 

Wo könnt ihr Lehramt in Mecklenburg-Vorpommern studieren?

Insgesamt gibt es vier Universitäten bzw. Hochschulen, an denen ihr in Mecklenburg-Vorpommern Lehramt studieren könnt. An der Universität Rostock werden die Studiengänge Lehramt an Grundschulen, Regionalen Schulen, Gymnasien und Lehramt für Sonderpädagogik als Staatsexamsstudeingänge angeboten.  Das heißt, ihr beendet das eigentliche Studium mit der ersten Staatsprüfung und die zweite Staatsprüfung absolviert ihr nach dem Vorbereitungsdienst. Außerdem werden an der Uni Rostock auch noch die Studiengänge Berufspädagogik (Bachelor/Master) und Wirtschaftspädagogik (Bachelor/Master) angeboten, die ihr mit dem Master of Education oder Master of Arts abschließt. Für das Absolvieren des Referendariats in diesen beiden Studiengängen ist eine einschlägige Berufsausbildung oder mindestens ein Jahr Berufserfahrung, beispielsweise in Praktikumsform notwendig. Falls ihr Musik oder Theater als eines eurer Schulfächer wählt, könnt ihr dieses an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock studieren. An der Universität Greifswald könnt ihr ein Lehramtstudium für Gymnasien, Grundschulen und Regionale Schulen aufnehmen und ihr habt die Möglichkeit zwischen elf Fächern auszuwählen, die frei kombinierbar sind. An der Hochschule Neubrandenburg werden die Bachelorstudiengänge “Berufspädagogik – Lehramt an beruflichen Schulen (Pflege)” und “Berufspädagogik – Lehramt an beruflichen Schulen (Sozialpädagogik)” angeboten. Dazu besteht eine Zusammenarbeit mit der Universität Rostock. Beide Studiengänge schließt ihr mit dem Abschluss Bachelor of Arts ab. 

Aussicht nach dem Studium

Die Einstellungschancen in Mecklenburg-Vorpommern sind je nachdem, für welche Schulart ihr das Lehramt erworben habt, gut bis sehr gut. Der Bedarf an Grundschullehrer:innen ist gemessen an den 160 Einstellungen in den Jahren 2020 bis 2023 sehr hoch. Ihr könnt also mit einer fast hundertprozentigen Einstellungschance rechnen. Als Grundschullehrer:in unterrichtet ihr höchstens 27,5 Unterrichtsstunden pro Woche und als Klassenleiter:in erhaltet ihr zusätzlich Anrechnungsstunden. Über das ganze Bundesland verteilt gibt es über 260 öffentliche Grundschulen inklusive angegliederter Grundschulteile an weiterführenden Schulen. Außerdem sind Lehrkräfte an Grundschulen seit dem 1. August 2020 in die Besoldungsgruppe A13 eingestuft und verdienen demnach genauso viel wie Lehrkräfte an allen anderen Schularten.

Auch an Regionalen Schulen zeichnet sich für die meisten Fächer ein ähnlich großer Bedarf ab. Dort haltet ihr 27 Unterrichtsstunden pro Woche und als Klassenleiter:in 26 Stunden. Für die Fächer Biologie, Englisch, Informatik, Kunst und Gestaltung, Musik, Philosophie, Physik und Sozialkunde besteht zwischen 2020 und 2025 ein besonderer Bedarf.

Falls ihr eine Lehrbefähigung für Gymnasien erworben habt, stehen euch über 40 öffentlichen Gymnasien, Sportgymnasien und Abendgymnasien zum Unterrichten zur Verfügung. Dort werdet ihr 27 Unterrichtsstunden pro Woche unterrichten, als Klassenlehrer:in der Sekundarstufe 1 26 Stunden und als überwiegend in der Oberstufe unterrichtende Lehrkraft erhaltet ihr zusätzliche Anrechnungsstunden. Der Bedarf kann aber je nach Unterrichtsfach unterschiedlich ausfallen. Besonders gefragt sind in den Jahren 2020 bis 2025 vor allem die Fächer Arbeit/Wirtschaft/Technik, Englisch, Informatik, Kunst und Gestaltung, Musik oder auch Sozialkunde.

Ebenso sehr gute Berufschancen haben diejenigen von euch, die Lehramt für Sonderpädagogik studiert haben. Etwa 60 Stellen werden jährlich ab 2021 neu besetzt. Ab 2029 sogar noch mehr, da die Sonderpädagogik aufgrund der Inklusion für alle Schularten relevant ist. Eure Unterrichtsverpflichtung beträgt dabei 27 Unterrichtsstunden pro Woche. Eure Einstellungschancen für das Lehramt an beruflichen Schulen, von welchen es 19 Stück in Mecklenburg-Vorpommern gibt, hängen auch von eurer gewählten Ausrichtung ab, sind insgesamt aber sehr gut. In den Fachrichtungen “Gesundheit und (Alten-)Pflege”, “Ernährung und Hauswirtschaft”, “Sozialwesen” und “Wirtschaft und Verwaltung” werden von 2020 bis 2025 jährlich bis zu 85 Stellen neu besetzt. Hier liegt eure Unterrichtsverpflichtung als Lehrkraft im theoretischen Unterricht bei 27 Unterrichtsstunden die Woche und als Lehrkraft im fachpraktischen Unterricht bei 30 Unterrichtsstunden pro Woche.  

Wie in den meisten Bundesländern herrscht auch in Mecklenburg-Vorpommern Lehrermangel, ganz besonders in ländlichen Regionen. Das hängt vor allem damit zusammen, dass viele Lehrkräfte in Rente gehen, aber nicht genug neue Lehrkräfte da sind, um nachzurücken. Besonders hoch ist die Nachfrage nach Lehrkräften in den MINT-Fächern. Um diese zu stillen, wurden verschiedene Anreize geschaffen. So gibt es über den Bildungspakt “Gute Schule 2030” für MINT-Lehrkräfte an Regionalen Schulen einen Zuschlag von 425,25 Euro monatlich über vier Jahre. Noch dazu ist seit Februar 2023 der Einstieg in den Lehrberuf vereinfacht worden. Außerdem startete vor zwei Jahren das 200-Millionen-Euro-Schulpaket, was eine attraktivere Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte zum Ziel hat.

Anpassung des Lehramtsstudiums

Stand 2019 brachen über die Hälfte aller Lehramtsstudierenden in Mecklenburg-Vorpommern das Studium ab. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigt auch, dass nur etwa ein Viertel der Studierenden des Lehramts für Regionale Schulen ihr Studium abschließen. Daher wurden seitdem verschiedene Maßnahmen ergriffen, um dem entgegenzuwirken. Insgesamt soll das Studium erleichtert werden. So sollte es beispielsweise eine individuellere Betreuung für Studienanfänger geben, um sich über deren Eignung für den Lehrerberuf klar zu werden. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern sollte das Fachwissen einen stärkeren Unterrichtsbezug haben, um auf die Klage der Studierenden einzugehen, dass die wissenschaftlichen Ansprüche zu hoch seien. 

Zudem sollten die Praktika besser in das Studium integriert und anschließend auch ausgewertet werden, um einen besseren Berufsfeldbezug herzustellen. Birgit Hesse kündigte damals auch an, jährliche 1,1 Milliarden Euro für zusätzliche Stellen in der Lehrausbildung bereitzustellen, sowie Studierende, die Praktika außerhalb ihrer Universitätsstädte absolvieren, mit 200 000 Euro zu unterstützen, um beispielsweise Fahrtkosten zu tragen. Für Studierende sollte außerdem die Prüfungslast durch einerseits weniger Prüfungen und andererseits eine bessere Koordinierung der zeitlichen Abläufe sichergestellt werden. 

Eine Folgestudie aus dem Jahr 2019/2020 hatte nun gezeigt, dass die Zahlen wieder leicht rückläufig sind. Die geringste Schwundquote, das heißt Studienabbrüche oder der Wechsel zu einem anderen Studiengang, weist das Lehramtsstudium für Grundschulen und das für Sonderpädagogik auf. Die höchste Schwundquote hatte das Lehramtsstudium für Regionale Schulen. Die aktuellste Neuerung bezüglich des Lehramtsstudiums in Mecklenburg-Vorpommern ist, dass ab dem 1. Februar 2023 sowohl Lehrkräfte als auch pädagogisches Fachpersonal schneller an Schulen eingestellt werden soll. Das würde gleichzeitig dafür sorgen, dass freie Stellen schneller besetzt werden und junge Lehrer schneller eine Stelle finden. Demnach sollten vom Zeitpunkt der Bewerbung bis hin zum Arbeitsvertrag nicht länger als sechs Wochen vergehen. 

Ein Quereinstieg in den Lehrberuf ist in Mecklenburg-Vorpommern nur für das Lehramt für berufliche Schulen möglich und stellt im Prinzip eine Sonderform des Vorbereitungsdienstes dar. Seiteneinsteiger sind hingegen Personen, die keinen lehramtsbezogenen Hochschulabschluss haben. Voraussetzung dafür ist die fachliche Qualifikation zum Unterrichten mindestens eines Unterrichtsfaches, die durch einen Hochschulabschluss erworben wurde. Auch ohne Hochschulabschluss könnt ihr mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Seiteneinsteiger zur Lehrkraft werden, solange die bisherige Berufsausbildung und -erfahrung eine ausreichende fachliche Grundlage für die Tätigkeit in mindestens einem Unterrichtsfach darstellt. Seit Februar 2023 gibt es diese zwei Varianten für den Seiteneinstieg: die Absolvierung der Seiteneinstiegsqualifizierung oder die Absolvierung eines berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes

Studiert ihr gerade in Mecklenburg-Vorpommern Lehramt oder seid vielleicht schon Lehrer:in? Wie habt ihr euer Studium empfunden? Schreibt eure Erfahrung gerne in die Kommentare!

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29.03.2024. Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung forderte die Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Maike Finnern Lehrkräfte dazu auf, sich kritisch mit der Alternative für Deutschland (AfD) im Unterricht auseinanderzusetzen. Sie betonte weiterhin das Recht von Lehrkräften, gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren.

Aus Sicht der Gewerkschaft haben Lehrkräfte eine besondere Pflicht, “sich für Demokratie und Vielfalt stark zu machen sowie ihre Stimme gegen Rechtsextremismus und verfassungsfeindliche Umtriebe zu erheben”. Dazu gehöre auch, für Demokratie auf die Straße gehen zu können. Deshalb sagte Finnern weiter: “Viele Lehrkräfte haben Angst, sie könnten Ärger mit ihrem Dienstherrn bekommen, wenn sie auf Demos gegen rechts gehen. Das stimmt aber nicht. Lehrerinnen und Lehrer haben, wie andere Staatsbürger auch, das Recht gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren.” 

Im Interview äußerte sich Finnern deutlich zur Rolle der Lehrkräfte im Umgang mit der AfD. Sie betonte, dass Lehrkräfte auf die Verfassung schwören und diese verteidigen müssten, denn “[d]ie AfD ist eine mindestens in Teilen verfassungsfeindliche Partei.” Weiter ermutigt sie Lehrkräfte dazu, konkrete Aussagen von und Vorgänge in der AfD im Unterricht zu analysieren und mit den Schüler:innen zu besprechen: “Ich ermuntere Lehrkräfte nicht nur dazu, die Auseinandersetzung mit der AfD auch im Klassenraum zu suchen. Ich rufe sie auch ausdrücklich dazu auf.” Grundlage dafür bilden Landesschulgesetze und der Beutelsbacher Konsens.

Beutelsbacher Konsens und rechtlicher Rahmen

Der Beutelsbacher Konsens ist ein in den 1970er Jahren formulierter Minimalkonsens für den Politikunterricht in Deutschland, der folgende drei Prinzipien festlegt: das Überwältigungsverbot (keine Indoktrination), das Gebot der Kontroversität (Beachtung kontroverser Positionen in Wissenschaft und Politik im Unterricht) und die Schülerorientierung (Befähigung der Schüler:innen, in politischen Situationen ihre eigenen Interessen zu analysieren). 

In Deutschland gibt es kein Gebot vollständiger politischer Neutralität für Lehrkräfte. Stattdessen gilt das Prinzip der Mäßigung und Zurückhaltung, das im Beamtenrecht verankert ist und auch für angestellte Lehrpersonen gilt. Dieses Prinzip ergibt sich aus dem Bildungs- und Erziehungsauftrag des Staates und verpflichtet Lehrkräfte dazu, unterschiedliche gesellschaftliche, religiöse, ethische und politische Anschauungen in der Schule gleichermaßen zu respektieren und keine einseitige Beeinflussung der Schüler:innen zuzulassen. Lehrkräfte dürfen eigene politische Überzeugungen im Unterricht äußern und können sich dabei auf ihr Recht der Meinungsfreiheit berufen. Sie dürfen jedoch nicht einseitig oder provokativ für eine bestimmte politische Auffassung oder eine Partei werben. 

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule, der in den Landesschulgesetzen festgelegt ist, fordert eine kritische Auseinandersetzung mit politischen Positionen, einschließlich rechtspopulistischer, diskriminierender und rassistischer Positionen. Dieser Auftrag betont die Erziehung im Sinne demokratischer Grundsätze und der Werte des Grundgesetzes. Lehrkräfte sind daher aufgefordert, sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu positionieren und diese Themen im Unterricht zu thematisieren. Ein indifferentes Verhalten gegenüber Hass, Ausgrenzung, Diskriminierung und Hetze wäre nicht mit diesem Auftrag vereinbar.

Reaktionen auf das Interview

Einige Stimmen, darunter der Deutsche Lehrerverband, äußerten Zustimmung zu den Aussagen von Finnern. Stefan Düll, Präsident des Verbands, betonte die Notwendigkeit eines “breiten Blicks” und sagte: “Wir haben Verfassungsfeinde links, wir haben sie rechts, wir haben sie im religiösen Bereich. Das muss man auch ganz offen mit den Schülern besprechen.” Er nannte es normal, dass bestimmte Gruppierungen im Unterricht genannt werden, wenn diese vom Verfassungsschutz als gesichert extremistisch eingestuft werden.

Es gab jedoch auch Kritik an Finnerns Position. Der AfD-Politiker Götz Frömming warnte davor, Lehrkräfte für eine politische Auseinandersetzung zu instrumentalisieren: “Gegen eine kritische Auseinandersetzung mit der AfD im Rahmen des Politikunterrichts ist nichts einzuwenden. Problematisch ist allerdings, dass die GEW-Chefin eine kritische Auseinandersetzung mit anderen Parteien wie den Grünen oder der SPD nicht für notwendig erachtet.” Florian Bublys, Fachbereichsleiter für Politik und Geschichte an einer Berliner Schule, äußerte ebenfalls Bedenken und sagte: “Die Verfassungsfeindlichkeit einer Partei festzustellen ist nicht Aufgabe der Lehrkräfte, sondern des Bundesverfassungsgerichts.“ Er möchte vermeiden, dass einer rechtspopulistischen Partei wie der AfD eine weitere Gelegenheit geboten werde, sich in der Opferrolle zu inszenieren.

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"Wir alle haben so viel zu bieten, wenn man an uns und unsere Individualität glaubt." 

Am Welt-Autismus-Tag möchten wir das Bewusstsein für die Vielfalt im Autismus-Spektrum schärfen und darüber sprechen, wie wir eine unterstützende Umgebung für autistische Schüler:innen schaffen können. Dafür konnten wir mit Sarah Weber, einer studierten Sonderpädagogin und Gründerin von AutisPlus in Mannheim, ins Gespräch zu kommen. Ihre Expertise und Hingabe für die Förderung autistischer Schüler:innen machen sie zu einer bedeutenden Stimme in der Bildungsgemeinschaft. Wir sprechen über die Herausforderungen und Chancen in der Bildung autistischer Schüler:innen und die Bedeutung von Inklusion und Verständnis.

Lehrer News: Als jemand, der mit Autismus arbeitet, hast du sicherlich viele Erfahrungen gemacht, die dein Verständnis geprägt haben. Kannst du uns von einer bestimmten Situation oder einem speziellen Moment erzählen, der für dich besonders prägend war und dir gezeigt hat, wie wichtig eine inklusive und unterstützende Umgebung für Schüler:innen mit Autismus ist? 

Sarah: Im Rahmen meiner Tätigkeit als Autismus"therapeutin" (ich spreche hier lieber von Begleitung oder individueller Förderung) besuche ich regelmäßig die Institutionen, an die meine Klient:innen angegliedert sind. Dazu gehören neben anderen therapeutischen Settings wie Ergotherapie oder Logopädie natürlich insbesondere auch Kindergarten und Schule. Einmal besuchte ich einen Jungen, 12 Jahre, nonverbal, der schon länger bei mir im Zentrum war, zum ersten Mal in seiner Klasse. Der Junge hatte wohl zuvor recht demotiviert und müde über seinem Deutsch-Arbeitsblatt gesessen, denn ich hörte, wie die Lehrkraft ihn immer wieder ermahnte, er solle doch bitte weiterarbeiten. Offenbar hatte er in diesem Moment dafür aber keine Ressourcen. Als ich die Klasse betrat, ihn begrüßte und mich neben ihn setzte, erkannte er mich trotz des Settingwechsels sofort, strahlte mich freudig an und nahm meine Hand. Wir erarbeiteten dann ziemlich zügig und problemlos das vor ihm liegende Aufgabenblatt. Für mich zeigte dieser Moment wieder einmal, wie wichtig es ist, dass autistische Schüler:innen, egal in welchem Bildungsgang sie sich befinden, sehr von einer 1:1-Betreuung, auch im inklusiven Kontext, profitieren. Diese Schüler:innen sind nicht allgemein lustloser oder demotivierter für Lerninhalte — sie lernen nur ein wenig anders und es ist unsere Aufgabe und die unseres Schulsystems, sich auf unterschiedliche Aneigungswege und Lernvoraussetzungen einzustellen. 

(Quelle: privat)

Lehrer News: In deinem Engagement für Menschen im Autismus-Spektrum betonst du die Bedeutung von Beziehung, Bindung und gemeinsamem sozialen Miteinander. Kannst du uns mehr darüber erzählen, wie sich diese Elemente in der schulischen Umgebung manifestieren und welche Auswirkungen sie auf die Schüler:innen haben? 

Sarah: Ich halte diese drei Elemente für essentiell wichtig und sogar notwendig in der Begleitung autistischer Schüler:innen. Natürlich benötigen auch nicht-autistische Kinder stabile Bindungs- und Beziehungserfahrungen, um sicher lernen zu können — insbesondere im Kontext von Autismus ist dies jedoch ein besonders wichtiger Parameter. Schule wird oft als unsicherer Ort empfunden, da hier viele unvorhersehbare Reize, soziale Begegnungen und fremdbestimmte Elemente vorherrschen — alles Aspekte, die bei Schüler:innen im Autismus-Spektrum für eine vermehrte Anspannung sorgen und letztlich in herausforderndem Verhalten resultieren können. Eine gute, auf Vertrauen basierende Co-Regulation durch Bezugspersonen ist meiner Ansicht nach eine der effektivsten Regulationsmöglichkeiten im schulischen Kontext. Eine Schulbegleitung oder auch eine vertraute Lehrkraft kann für mehr Vorhersehbarkeit, individuelle Aufgabenbearbeitung und Tagesgestaltung im Unterrichtsablauf sorgen und damit erheblich zum Sicherheitsempfinden der autistischen Schüler:innen beitragen. Neben der Unterstützung bei der starken Reaktivität auf sensorische und emotionale Reize ist das Gefühl sozialer Eingebundenheit im Klassenkontext bzw. der einfühlsamen Begleitung beim Erwerb von Freundschaften und sozialen Beziehungen einer der größten Gelingensfaktoren für den Schulbesuch mit einem autistischen Neurotyp. 

Lehrer News: Du sprichst von einem "Neurodiversitätsparadigma" und betonst die Normalität von Autismus und neurodivergenten Perspektiven. Was verstehst du darunter? 

Weber: Vielen Dank für diese wunderbare Frage! Vielleicht erkläre ich zuerst einmal, was ich unter dem Paradigma der Neurodiversität verstehe. Unser Verständnis von Normalität, von Krankheit und Gesundheit und auch von Behinderung und Nicht-Behinderung unterliegt einem stetigen Wandel. So verstanden wir Diagnosen wie Autismus und ADHS lange Zeit als Pathologien, die es möglichst zu beseitigen galt. Das Neurodiversitätsparadigma vollzieht hier einen Haltungs- und Perspektivenwechsel: Autismus, ADHS und andere Neurodivergenzen werden als gleichwertige Neurotypen mit individuellen Stärken- Schwächen-Profilen angesehen und als Teil neuronaler Vielfalt (Neurodiversität) wertgeschätzt. So sind beispielsweise die sehr detailorientierte Wahrnehmung und die präzisen Modelle im Gehirn autistischer Menschen in vielen Bereichen auch von Vorteil, z.B. wenn es darum geht, Fehler in einem Code zu finden. Die Modelle nicht-autistischer Personen sind ungenauer, können aber dafür besser das "Große Ganze" einer Sache erfassen — so profitieren wir alle von der Zusammenarbeit verschiedener Neurotypen. 

Lehrer News: Wie können Schulen und Lehrkräfte diese Sichtweise in ihre Bildungsansätze integrieren, um echte Inklusion zu fördern? 

Sarah: Ich denke, das Wissen darüber und das Verständnis davon, dass Wahrnehmung immer subjektiv ist und dass auch Schüler:innen im Autismus-Spektrum, trotzdem sie den gleichen Neurotyp haben, genauso verschieden sind, wie wir als nicht-autistische Menschen, kann zu einer individuellen Betrachtung jedes/jeder Einzelnen führen und echte Inklusion möglich machen. Hierfür müssen wir Vorurteile und auch unsere eigene Sozialisation hinterfragen — Was für ein Bild habe ich von Autismus? Welche meiner eigenen Annahmen fördern oder behindern die Inklusion dieser Schüler:innen? Ganz konkret gehört hier für mich beispielsweise dazu, Aufgabenstellungen auf eigene Art und Weise bearbeiten zu lassen, Nachteilsausgleiche konsequent umzusetzen und mehr Flexibilität hinsichtlich der Bearbeitung und des Schulbesuchs zu ermöglichen. Sehr viele Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum können die Schule aus sensorischen und emotionalen Gründen im Laufe ihrer Schulzeit irgendwann nicht mehr oder nur noch teilweise besuchen. Hier benötigen Eltern und auch Schulen vor allen Dingen Entlastung und Verständnis — Zusätzlicher Druck und Vorschriften erhöhen hier lediglich die Wahrscheinlichkeit der Verweigerung, die meist aus einer großen Überforderung resultiert. Es braucht mehr authentische Neugier und Offenheit für die Lern- und Aneignungsweisen autistischer Schüler:innen und vor allen Dingen: Mehr Zutrauen in sie und ihre Kompetenzen. Wir alle haben so viel zu bieten, wenn man an uns und unsere Individualität glaubt. 

Lehrer News: Autismus wird oft als eine Variation der menschlichen Erfahrung betrachtet, die jedoch unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringt. Kannst du uns von deinen Erfahrungen berichten, wie Schulen individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Schüler:innen im Autismus-Spektrum eingehen können, insbesondere wenn sie zusätzliche Beeinträchtigungen haben? 

Sarah: Unser Bildungs- und Schulsystem ist, verständlicherweise, auf den Neurotyp ausgelegt, der die Mehrheit bildet. Das führt natürlich zwangsläufig zu Herausforderungen für diejenigen, die einen anderen Neurotyp haben. Insbesondere dann, wenn zusätzliche Diagnosen und Behinderungen hinzukommen, fehlen häufig konkrete Handlungskonzepte. Dazu kommt, dass wir insbesondere Autismus als "unsichtbare Behinderung" begreifen — d.h., dass wir Menschen weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick unbedingt ansehen können, dass sie autistisch wahrnehmen. Dies führt häufig zu Missverständnissen und Unsicherheiten im Umgang mit diesen Schüler:innen — macht er/sie* das gerade absichtlich oder liegt das an sensorischer Überforderung? Will diese:r Schüler:in mich nur provozieren, ist er/sie* schlicht lustlos oder steckt da mehr dahinter? Als Basis für einen erfolgreichen Umgang mit diesen Unsicherheiten empfehle ich eine Haltung, die auch von den modernen Neurowissenschaften in ihrer Richtigkeit belegt ist: Kinder geben ihr Bestes, wenn sie können. Als herausfordernd nehmen wir Verhalten dann wahr, wenn wir uns selbst unsicher, überfordert und machtlos in einer Situation fühlen. Gute Inklusion fängt damit immer bei uns an, denn wir als Erwachsene haben schon gelernt, Verantwortung für unsere Gefühle und unser Handeln zu übernehmen. Wir sollten daher einerseits an unserem Verständnis von Verhaltensauffälligkeiten arbeiten und sie als Hilferufe bzw. Zeichen von Über- oder Unterforderung begreifen. Andererseits gilt es auch, sich interdisziplinär auszutauschen, die Vernetzung zu Autismus-Zentren und Fachpersonal auszubauen und sich konkrete Ressourcenkoffer und Handlungsstrategien zurechtzulegen. So ist es beispielsweise hilfreich, eine "Sensory Box" mit verschiedenen sensorischen Spielzeugen zur Hand zu haben, einen reizarmen Rückzugsort zur Verfügung zu stellen und das Klassenteam im Umgang mit autistischen Meltdowns (Panikattacken als Folge von Überforderung, die sich oft in selbst- oder fremdverletzendem Verhalten äußern) zu schulen. Gerade bei Schüler:innen mit zusätzlichen Diagnosen braucht es idealerweise auch eine 1:1-Schulbegleitung. Davon profitieren so viele Kinder und Jugendliche im Spektrum, denn eine Lehrkraft kann die Aufgabe dieser engen Co-Regulation schlicht nicht so effektiv übernehmen, wenn sie noch für 10 oder 25 andere Schüler:innen zuständig ist. Es übersteigt schlicht den eigenen Anspruch und die eigenen Möglichkeiten, fünf autistische Kinder ohne Schulbegleitung in einer Klasse mit 25 weiteren Kindern individuell und passgenau zu begleiten. 

Lehrer News: Du betonst die Wichtigkeit des Dialogs und des gegenseitigen Verständnisses. Wie können Schulen und Lehrkräfte einen Raum schaffen, in dem authentische Dialoge zwischen Schüler:innen, Lehrkräften und Eltern stattfinden können, um die Bedürfnisse von Schüler:innen mit Autismus besser zu verstehen und zu unterstützen? 

Sarah: Ich denke, hier spielt vor allem eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit eine Rolle. Ist die Autismus-Diagnose eines/einer  neuen Schüler:in bekannt oder bei einem schon länger beschulten Kind/Jugendlichen gerade erst gestellt worden, braucht es vor allem eine effektive und regelmäßige Kommunikation auf Augenhöhe zwischen allen relevanten Akteur:innen. Dem/der autistischen Schüler:in selbst kommt hier meiner Ansicht nach eine Schlüsselrolle zu. Die individuellen sensorischen Herausforderungen müssen erhoben und die schulische Umgebung so weit wie möglich angepasst werden. So können beispielsweise Schallschutzkopfhörer in der Pause oder intensiven Arbeitsphasen bei der Konzentration helfen oder regelmäßige Bewegungspausen die Aufmerksamkeit eines/einer Schüler:in im Spektrum erhöhen. Vor allem ist hier der inklusive Ansatz wichtig: Diese Hilfsmittel sollten allen anderen Schüler:innen auch zur Verfügung stehen! Viele Kinder im Spektrum lehnen sensorische Anpassungen und Hilfsmittel ab, wenn sie merken, dass sie damit auffallen, weil sie die einzigen sind, die sie nutzen. Des Weiteren sollten insbesondere die Eltern als primäre Bezugspersonen des Kindes ernst genommen und in den Prozess der Inklusion intensiv eingebunden werden. Sie verfügen über Wissen, das Lehrkräfte und anderes Fachpersonal nicht haben kann, z.B. darüber, wie sich das Kind vor oder nach der Schule verhält. Viele autistische Kinder und Jugendliche "maskieren" ihre autismusbedingten Herausforderungen im Schulalltag um nicht aufzufallen — dieser Prozess kostet sie sehr viel Kraft und Ressourcen und bringt nicht selten auch psychische Belastungen mit sich. Auch die Autismus-Beauftragten und die ggf. vorhandenen Therapeut:innen eines autistischen Kindes sollten in regelmäßigem Austausch mit der Familie und den Lehrkräften stehen, um Informationen und Wissen effektiv weitergeben und individuell anpassen zu können. Es ist daher essentiell, dass regelmäßige Gespräche mit allen für die Inklusion des autistischen Kindes/Jugendlichen wichtigen Personen in einem geschützten Rahmen stattfinden und hierbei verschiedene Perspektiven und Rollen wertgeschätzt und integriert werden. 

Lehrer News: Vielen Dank für das Gespräch!

Habt ihr autistische Schüler:innen in der Klasse? Berichtet uns gerne von euren Erfahrungen in den Kommentaren!

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Habt ihr euch jemals gefragt, wie ein einziger Atemzug das Potenzial hat, Geschichte zu schreiben? Oder wie die Erinnerungen einer einflussreichen Frau Millionen von Menschen auf der ganzen Welt inspirieren können? Oder vielleicht wollt ihr eure Schüler:innen dazu inspirieren, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Welt um sie herum zu erkunden.  

In diesem Artikel stellen wir euch einige der besten Netflix-Dokus vor, die sich perfekt für den Einsatz im Unterricht eignen. Von atemberaubenden Abenteuern bis hin zu tiefgründigen Analysen gesellschaftlicher Phänomene bieten diese Dokumentationen nicht nur spannende Einblicke, sondern auch reichhaltiges Material für lebendige Diskussionen im Klassenzimmer.

Der tiefste Atemzug 

(Quelle: Netflix)

In der Netflix-Dokumentation “Der tiefste Atemzug” taucht ihr in die faszinierende Welt der Apnoetauchgänge ein, die nicht nur den Körper, sondern auch die Seele auf die Probe stellen. Im Mittelpunkt steht Alessia Zecchini, eine bemerkenswerte Apnoetaucherin, die sich das Ziel setzt, einen neuen Weltrekord aufzustellen - ohne jegliche Ausrüstung und mit nur einem Atemzug. Gemeinsam mit dem erfahrenen Rettungstaucher Stephen Keenan begibt sich Zecchini auf eine intensive Vorbereitungsreise, die nicht nur physische, sondern auch emotionale Herausforderungen mit sich bringt. Während des Trainings entwickelt sich eine besondere Verbindung zwischen den beiden Taucher:innen, die ihre Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Doch der Traum vom Rekord fordert seinen Tribut, und die Dokumentation zeigt eindrucksvoll die Höhen und Tiefen, die dieser ambitionierte Versuch mit sich bringt. Von den triumphalen Meilensteinen bis zu den schmerzhaften Rückschlägen - jede Etappe der Reise ist von einer tiefen emotionalen Note geprägt, die das Publikum berührt und inspiriert.

Der tiefste Atemzug bietet nicht nur einen Einblick in die Welt des Apnoetauchens, sondern auch in die menschliche Natur und die Kraft der Entschlossenheit. Diese ergreifende Dokumentation ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich und eignet sich hervorragend für den Einsatz im Unterricht, um Themen wie Durchhaltevermögen, Zusammenarbeit und das Streben nach außergewöhnlichen Zielen zu diskutieren.

Becoming 

(Quelle: Netflix)

Die Netflix-Dokumentation “Becoming” führt euch auf eine inspirierende Reise durch das Leben und die Visionen von Michelle Obama, einer der einflussreichsten Frauen unserer Zeit. Inmitten des hitzigen US-Wahlkampfs zwischen Donald Trump und Joe Biden gibt "Becoming" einen nostalgischen Rückblick auf das Präsidentenpaar der Herzen — die Obamas. Die Memoiren von Michelle Obama, auf denen diese Doku beruht, brachen Rekorde und wurden zum Bestseller. Sie bieten einen faszinierenden Einblick in ihr Leben und ihre Gedankenwelt.

Die Dokumentation begleitet Michelle Obama auf ihrer Lesereise zu diesem Buch, während der sie Menschen auf der ganzen Welt bewegt und ermutigt. Ihr Fokus liegt dabei auf Selbstbestimmung und Gerechtigkeit in einer Welt, die oft von Ungleichheit geprägt ist. Die Doku inspiriert nicht nur mit Michelle Obamas positiver Ausstrahlung und Stärke, sondern auch mit ihrer Lebensgeschichte, ihrer Begegnung mit Barack Obama und ihrer unerschütterlichen Haltung gegenüber Rassismus und Ungerechtigkeit.

Becoming ist nicht nur eine Dokumentation über das Leben einer bemerkenswerten Frau, sondern auch eine kraftvolle Botschaft über die Bedeutung von Empowerment und die Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn man seinen eigenen Weg geht. Diese eindringliche Dokumentation ist ein Muss für den Unterricht, um Diskussionen über Feminismus, Politik und den persönlichen Kampf für Gerechtigkeit anzuregen.

Rettet den Kapitalismus

(Quelle: Netflix)

Rettet den Kapitalismus” bietet einen Einblick in die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Mit Robert Reich, einem renommierten Professor für Politik und ehemaligen Arbeitsminister der USA, als Hauptakteur, führt die Netflix-Dokumentation euch auf eine Reise durch die USA, um den Weg des Geldes zu verfolgen. Dabei werden die großen Ungleichheiten in der Bevölkerung aufgedeckt und wichtige Wirtschaftsfragen des 21. Jahrhunderts aufgeworfen. Insbesondere wird hinterfragt, warum so viele Menschen im Kapitalismus Schwierigkeiten haben zu überleben.

Die Dokumentation bietet nicht nur Einblicke in die Probleme des bestehenden Systems, sondern diskutiert auch aktiv Möglichkeiten zur Veränderung. Sie regt zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus an und bietet somit eine hervorragende Grundlage für Diskussionen im Unterricht über Wirtschaftssysteme, soziale Ungleichheit und politische Reformen.

Die Erde bei Nacht

(Quelle: Netflix)

Wolltet ihr schon immer mal wissen, was Tiere so treiben, wenn es draußen dunkel ist? Dann ist die Dokumentation “Die Erde bei Nacht” vielleicht etwas für euch. Die Dokumentation wirft einen neuen Blick auf das Verhalten verschiedener Tiere bei Nacht und enthüllt dabei ihren nächtlichen Überlebenskampf, ihre Nahrungssuche und bisher unentdeckte Verhaltensweisen. Von majestätischen Löwen bis zu fliegenden Fledermäusen, von neugierigen Affen bis zu majestätischen Elefanten — die Dokumentation konzentriert sich auf eine Vielzahl von Tieren, die in der Nacht aktiv sind. Auch die faszinierende Welt der Wassertiere und die geheimnisvolle Pflanzenwelt werden beleuchtet.

Die Serie bietet nicht nur eine berührende Darstellung des nächtlichen Naturspektakels, sondern vermittelt auch Begeisterung und Demut vor der Natur um uns herum. Sie lädt dazu ein, die Schönheit und Vielfalt der Tierwelt zu entdecken und regt zu einem tieferen Verständnis und Respekt für die Natur an. Dadurch eignet sich “Die Erde bei Nacht” perfekt für den Unterricht, um Themen wie Ökologie, Tierverhalten und Umweltschutz zu behandeln.

Das Dilemma mit den sozialen Medien

(Quelle: Netflix)

Blickt ihr im Unterricht häufiger auf gesenkte Köpfe? Bekommt das Handy mehr Aufmerksamkeit von euren Schüler:innen als ihr? Die Dokumentation “Das Dilemma mit den sozialen Medien” wirft einen kritischen Blick auf die Auswirkungen der digitalen Welt auf unsere Gesellschaft. Durch eine Mischung aus fiktiver Erzählung und Interviews mit amerikanischen Social-Media-Experten bietet die Serie einen vielschichtigen Einblick in das Phänomen der sozialen Medien.

Die fiktive Handlung folgt Teenagern, die zunehmend süchtig nach sozialen Medien werden, während Interviews mit US-Experten aus großen Social-Media-Firmen Einblicke in die Mechanismen und Strategien dieser Plattformen bieten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, insbesondere auf die steigenden Selbstmordraten bei Teenagern. Die Dokumentation thematisiert auch die Rolle sozialer Medien bei der Verbreitung von Fake News und Verschwörungstheorien, was zu einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Debatte führt.

Die Doku ist sehr dramatisch gestaltet und steht deshalb häufiger in der Kritik. Dennoch bietet "Das Dilemma mit den sozialen Medien" eine gute Grundlage für Diskussionen über Medienkompetenz, digitale Ethik und den Umgang mit den Herausforderungen der digitalen Ära im Unterricht.

Welche Dokus gefallen euch am besten? Und welche haben wir vergessen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Von Dokumentationen bis hin zu Animationsfilmen – Filme im Kunstunterricht helfen den Schüler:innen, Kunst auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Denn auch im eher praktisch orientierten Kunstunterricht gibt es theoretische Aspekte, wie z.B.  Kunstgeschichte, die berücksichtigt werden müssen. Um den theoretischen Teil des Unterrichts anschaulich zu gestalten, eignen sich Filme besonders, schließlich sind sie ebenfalls ein künstlerisches Medium. Filme bieten die einzigartige Möglichkeit, den Schüler:innen eine facettenreiche Perspektive auf Kunstepochen, Künstler:innen und kreative Schaffensprozesse zu vermitteln. So bieten Filme nicht nur eine visuelle Darstellung von historischen Kontexten, sondern veranschaulichen auch verschiedene künstlerische Techniken und die Geschichten hinter den Künstler:innen. Sie bieten eine immersive Erfahrung, ohne dass der physische Besuch in Museen oder Galerien nötig ist. Wir haben daher für euch die besten Filme für den Kunstunterricht zusammengestellt. 

(Quelle: ZDF)

Um das Schaffen eines Künstlers zu verstehen, ist oft die Betrachtung des historischen Kontextes, der gesellschaftlichen Umstände zu dessen Lebzeiten und seiner persönlichen Lebensgeschichte nötig. Die dreiteilige Terra X Dokureihe “Giganten der Kunst”, welche man kostenlos in der ZDF Mediathek ansehen kann, nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Kunstgeschichte, indem die Leben und Werke bedeutender Künstler:innen vorgestellt werden. Von van Gogh über Rembrandt bis hin zu Michelangelo – “Giganten der Kunst” fesselt Kunstliebhaber und Neulinge gleichermaßen. Durch historische Aufnahmen und Expertenkommentare bietet jede 43min lange Folge spannende Einblicke in das kreative Genie hinter einigen der bedeutendsten Kunstwerke. Zusätzlich dazu gibt es zahlreiche ergänzende zwei bis 15 Minuten lange Videos zu weiteren Künstlern, einzelnen Bildern und Epochen. 

(Quelle: YouTube)

Frida Kahlo ist bis heute wohl eine der bekanntesten Künstlerinnen überhaupt. Der 2002 erschienene und mit zwei Oscars ausgezeichnete Film “Frida” mit Salma Hayek in der Hauptrolle dokumentiert das mitreißende Leben der mexikanischen Künstlerin. Der Film bietet eine Reihe an Diskussionsmöglichkeiten für den Unterricht: Kunst als Ausdrucksmittel sozialer und politischer Umstände und vor allem, inwiefern persönliche Erfahrungen eine Verbindung zur Kunst eingehen können. Durch die szenische Darstellung Kahlos Kunst und Leben können Schüler:innen ihre visuelle Sprache kennenlernen und ihre Werke im Kontext der zeitgenössischen Kunst interpretieren. Frida Kahlos einzigartige kulturelle Perspektive ist bis heute relevant und bewundernswert. Der Film kann für wenige Euro auf Plattformen wie YouTube oder Amazon Prime ausgeliehen oder gekauft werden. 

(Quelle: YouTube)

Vincent van Goghs Gemälde hatten in der Vergangenheit wie heute eine faszinierende Wirkung auf seine Betrachter:innen. Sein unverwechselbarer Stil und grober Pinselstrich sind bis heute sein Markenzeichen. Der Film “Loving Vincent” aus dem Jahr 2017, der unter der Regie von Dorota Kobiela und Hugh Welchman gedreht wurde, macht sich diesen weltberühmten Pinselstrich zu eigen. Der Animationsfilm lässt die Bilder van Goghs stilgetreu zum Leben erwachen. Jede einzelne, mit realen Personen gedrehte Szene wurde dafür mit Öl nachgemalt. Schon allein diese meisterhafte filmische Handarbeit ist es wert, den Film mit euren Schüler:innen zu gucken. “Loving Vincent” gilt zudem als der erste in dieser Technik produzierte, vollständig als Realfilm gedrehte Film und als erster Animationsfilm in Spielfilmlänge. Die Handlung des Kinofilms spielt ein Jahr nach van Goghs Tod und beschäftigt sich mit den Umständen seines Todes und der Lebensgeschichte des niederländischen Künstlers. Die Handlung ist insgesamt an die über 800 Briefe, die er während seines Lebens an verschiedene Personen schrieb, angelehnt. Auch dieser Film kann für wenige Euro auf Amazon Prime, YouTube oder ähnlichen Plattformen ausgeliehen oder gekauft werden. 

(Quelle: YouTube)

Phänomen und Phantom – niemand weiß, wer er ist, doch seine Kunst ist weltberühmt. Die Rede ist vom Streetart Künstler Banksy. Immer wieder tauchen rund um den Globus Schablonen-Graffiti-Kunstwerke gezeichnet mit dem Pseudonym Banksy auf. In seiner Kunst verarbeitet er aktuelle politische und wirtschaftliche Themen. Stilistisch bedient er sich oftmals an bereits vorhandenen Kunstwerken und modifiziert diese. Der Dokumentarfilm “Exit through the Giftshop”, ein Film von und über Banksy aus dem Jahr 2010, gewährt tiefe Einblicke in die Szene der Straßenkunst. Genauer handelt der Film von einem Filmemacher, der das Geheimnis um die Identität von Banksy aufdecken will. Dabei filmt er Streetart-Künstler bei ihrem nächtlichen künstlerischen Schaffen. Im Laufe des Films wird er immer mehr selbst zum Künstler und schließlich ist er nicht mehr derjenige, der Banksy hinterherjagt, sondern eben jener dreht den Spieß um und macht den Dokumentarfilmer zum Objekt des Films und seiner Kunst. Im Endeffekt lässt sich für den Zuschauenden dieser experimentellen, fast schon ironischen Doku nicht mehr mit Sicherheit feststellen, was war und was gestellt ist. Dennoch sind die 87 Minuten, die der Film umfasst, der perfekte Einstige ins Thema Streetart und Graffiti. 

(Quelle: YouTube)

Als der erste afroamerikanische Künstler, der den Durchbruch in der von Weißen dominierten Kunstwelt der 80er Jahre schaffte, wurde Jean-Michel Basquiat berühmt. Der 1996 erschienene Film “Basquiat” des Regisseurs Julian Schnabel, ein Freund Basquiats und ebenfalls Künstler, porträtiert dessen Lebensgeschichte vom obdachlosen Graffiti-Künstler, über seine Bekanntschaft mit Andy Warhol und dem Aufstieg in der Kunstszene der 80er  bis hin zu seinem drogen bedingten vorzeitigen Tod mit 27 Jahren. Basquiats Kunst wird stilistisch meistens der Grafittikunst zugeschrieben, obwohl er selbst sich dieser Stilrichtung nicht zugehörig fühlte. Neben Banksy gilt auch er als einer der Künstler, der die Graffitikunst salonfähig machte. Basquiat war 1982 mit 21 Jahren der bislang jüngste Teilnehmer der documenta in Kassel. Den Film könnt ihr beispielsweise bei Google Play kaufen. 

(Quelle: YouTube)

Eine etwas andere Perspektive auf die Welt der Kunst präsentiert der Film “Beltracchi – Die Kunst der Fälschung”. Der deutsche Dokumentarfilm des Regisseurs Arne Birkenstock aus dem Jahr 2014 porträtiert einen etwas anderen “Künstler” – den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi. Er und seine Frau sind verantwortlich für den größten Kunstfälschungsskandal der Nachkriegszeit. Die Doku zeigt nicht nur Beltracchis Technik und sein künstlerisches Talent, sondern vor allem auch seine persönliche Beziehung zu Kunst und seine Meinung zu den von ihm gefälschten Künstlern. Zu Wort kommen auch die Leute, die dem Kunstfälscher zum Opfer gefallen sind oder ihn kritisieren. Kriminalbeamte, Galeristen und Kunsthändler und sogar Max Ernst, einer der von Beltracchi gefälschten Künstler, positionieren sich zu dessen Schaffen. In dem als bester Dokumentarfilm ausgezeichneten Film wird außerdem retrospektiv reflektiert, inwiefern ein solcher Skandal überhaupt möglich war und welche Mitschuld der Kunstmarkt hat. Auch diesen Film könnt ihr für wenige Euro auf den gängigen Streaming-Plattformen erwerben. 

Die Bandbreite der von Kunst inspirierten Filme ist groß. Um so mehr Möglichkeiten ergeben sich für euch, den Unterricht abwechslungsreich und anschaulich zu gestalten. Welche Filme für den Kunstunterricht fallen euch noch ein? Schreibt es in die Kommentare!

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Am 25. April 2024, dem diesjährigen Girls’ Day, wird eine neue Stimme für die Förderung von Mädchen in Deutschland laut: Der im Januar 2024 gegründete Verein Inspiring Girls Deutschland e. V. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Mädchen zu inspirieren, sich große Ziele bei der Berufswahl zu setzen, berufliche Identitäten erlebbar zu machen und dazu beizutragen, gesellschaftliche Klischees zu überwinden. Frauen aus allen Berufen unterstützen die Initiative mit ihren persönlichen Biografien und stellen sich Schülerinnen als authentische Vorbilder (Role Models) vor.

Frei nach Marie Curies (Physikerin und Nobelpreisträgerin, 1867 – 1934) Leitspruch „Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität", setzt sich der Verein dafür ein, Stereotypen zu durchbrechen und Mädchen zu ermutigen, sich hohe berufliche Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. Dazu werden inspirierende Frauen aus Wirtschaft, Handwerk, Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen, Kunst und Sport als Role Models eingeladen, ihre berufliche Erfahrung und ihren Lebensweg zu teilen und Schülerinnen zu bestärken, an sich und ihr Können zu glauben. Bereits jetzt wird der Verein von über 80 Frauen in Deutschland unterstützt.

„Wir sind überzeugt, dass jedes Mädchen das Potenzial hat, große berufliche Ziele zu erreichen, wenn es die richtige Inspiration und Unterstützung erhält", sagt Sonja Scott, die erste Vorsitzende von Inspiring Girls Deutschland e. V. „Pünktlich zum Girls’ Day möchten wir ein starkes Signal setzen und das Thema Gleichberechtigung und die frühe Förderung von Mädchen ins Bewusstsein bringen.“

Eine Sonderauswertung der internationalen Pisa-Studie von 2018, die 2022 in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde, stellte fest, dass Mädchen im Alter von 15 Jahren durchschnittlich weniger an ihre eigenen Talente glauben als gleichaltrige Jungen.[1]

„Inspiring Girls ermutigt Mädchen, an ihre Träume zu glauben und unbeirrt ihren Weg zu gehen, damit Gleichstellung Wirklichkeit wird“, so Scott weiter.

Inspiring Girls Deutschland e. V. plant bundesweit und ganzjährig eine Vielzahl an Formaten in Kooperation mit Schulen und Unternehmen, darunter z. B. Workshops und Speed-Networkings.

Zum Kick-off am Girls’Day erhalten Mädchen im Alter von 10 - 15 Jahren Gelegenheit in den Städten Berlin, Frankfurt, München, Neuss und Stuttgart Frauen aus verschiedenen Berufen und Gewerken kennenzulernen, von ihrem Werdegang zu erfahren und sich mit ihnen auszutauschen.

Anmeldungen zum Girls’Day erfolgen direkt über folgenden Link:  https://girls-day.de

Weitere Informationen über den Verein und seine Aktivitäten finden sich auf der offiziellen Website unter https://www.inspiring-girls.de/.

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Berlin. Finanzsenator Stefan Evers (CDU) übernimmt erstmals eine Vermittlerrolle in einem anhaltenden Konflikt zwischen der Bildungs- und der Integrationsverwaltung Berlins. Im Mittelpunkt dieses Streits stehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie der Unterricht für geflüchtete Kinder gestaltet werden sollte. Während Bildungssenatorin Katharina  Günther-Wünsch (CDU) sich für die Durchführung des Unterrichts in großen Gemeinschaftsunterkünften ausspricht, um den begrenzten Kapazitäten an Schulplätzen in regulären Schulen gerecht zu werden, argumentiert Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) vehement für die Integration dieser Kinder in gemischten Klassen. Sie warnt vor den Risiken eines isolierten Unterrichts.

Die Einrichtung einer Willkommensschule im Ankunftszentrum Tegel vor über einem Monat wurde von der SPD unterstützt, allerdings lehnt die Partei eine Ausweitung dieses Modells auf andere Standorte ab. Besorgnisse werden laut darüber geäußert, dass die Kinder negative Auswirkungen erfahren könnten, wenn sie erst spät mit dem Regelschulsystem und den übrigen Schüler:innen der Stadt in Berührung kommen.

Die Vermittlung gestaltet sich auf Grund der Beziehung zwischen dem Regierenden  Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der Bildungssenatorin, die die beiden Anfang des Jahres offiziell gemacht haben, schwierig. Von Seiten der Opposition wurde Kritik geäußert. Die Berliner Grünen-Fraktion sieht in der Beziehung das Risiko von Interessenskonflikten. In Bezug auf Differenzen zwischen Senatsmitgliedern stellte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch die Frage: "Kann Kai Wegner dann noch Führung übernehmen oder ist er befangen?" Um den Konflikt zu lösen und Interessenkonflikten vorzubeugen, wurde eine neue Regelung eingeführt, die besagt, dass Finanzsenator Evers bei Konflikten einschreitet oder Wirtschaftssenatorin Giffey (SPD) im Falle einer Betroffenheit von Evers übernimmt.

Ein bereits vorliegender Kompromissvorschlag wird in der kommenden Woche im Senat diskutiert. Das Ergebnis dieser Vermittlung soll nach der Senatssitzung am Dienstag präsentiert werden, in der Hoffnung, eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten zu finden.

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In einer Welt, die sich zunehmend digitalisiert, verändert sich auch das Bildungswesen grundlegend. Traditionelle Bildungsmodelle stoßen an ihre Grenzen, während neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) das Potenzial haben, individuelle Lernerfahrungen zu revolutionieren. Mit diesen neuen Anforderungen an Lehrkräfte, wird es immer wichtiger, Werkzeuge zu haben, die den Lehrprozess unterstützen. Genau hier setzt TeachingHero an – eine KI-basierte Anwendung, die Lehrkräfte dabei unterstützt, personalisierte Lernerfahrungen für ihre Schülerinnen und Schüler zu schaffen und gleichzeitig Zeit und Aufwand spart.

Lehrkräfte stehen oft vor der Herausforderung, individuelle Unterrichtsmaterialien und Übungsaufgaben für eine Vielzahl von Lernenden zu erstellen. TeachingHero bietet eine Lösung, die es ermöglicht, mit nur wenigen Klicks maßgeschneiderte Aufgaben, Arbeitsblätter, Tests und Klassenarbeiten zu erstellen. Dank der intelligenten KI-Technologie können Lehrkräfte in kürzester Zeit hochwertige Materialien erstellen, die auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen ihrer Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sind.

Schluss mit One-Size-Fits-All!

Der traditionelle "One-Size-Fits-All"-Ansatz wird zunehmend als veraltet angesehen und das aus guten Gründen. Die Realität ist, dass alle Lernenden einzigartig sind und unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Ein starres Lehrmodell, das nicht auf diese individuellen Unterschiede eingeht, kann dazu führen, dass viele Lernende hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben oder sich sogar desillusioniert fühlen.

Hier kommt die Bedeutung der Individualisierung des Unterrichts ins Spiel. Lehrkräfte benötigen Werkzeuge und Ressourcen, die es ihnen ermöglichen, den Unterricht auf die verschiedenen Lernstile, Interessen und Fähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler zuzuschneiden. Dies ist entscheidend, um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler die Chance haben, ihr volles Potenzial zu entfalten. Da das Erstellen von individuellem Unterrichtsmaterial jedoch sehr aufwendig ist, bietet TeachingHero als effizientes Werkzeug eine zeitsparende Unterstützung.

Differenzierte Inhalte für individuelle Förderung

Bei TeachingHero können Lehrkräfte aus einer Vielzahl von Aufgabenformen und Schwierigkeitsstufen wählen, um den unterschiedlichen Lernbedürfnissen gerecht zu werden. Von Multiple-Choice-Fragen über Lückentexte bis hin zu komplexen offenen Fragestellungen – die Möglichkeiten sind vielfältig. TeachingHero bietet nicht nur die Möglichkeit, einzelne Aufgaben zu erstellen, sondern ermöglicht es Lehrkräften auch, umfassende Arbeitsblätter, Tests und sogar Klassenarbeiten mühelos zu gestalten.

Die mit TeachingHero erstellten Dokumente sind vollständig anpassbar und können im integrierten Editor nach Belieben bearbeitet werden. Darüber hinaus werden zu allen erstellten Dokumenten Lösungsblätter bereitgestellt, um die Lehrkräfte bei der Bewertung und Rückmeldung zu unterstützen.

Die Zukunft des personalisierten Lernens ist jetzt!

Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung im Bildungswesen, doch Tools wie TeachingHero zeigen, dass die Zukunft des personalisierten Lernens bereits begonnen hat. Indem wir die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz nutzen und sie als Unterstützung für Lehrkräfte einsetzen, können wir sicherstellen, dass alle Lernenden die bestmögliche Bildung erhalten.

TeachingHero wurde von einem Team aus erfahrenen Lehrkräften und KI-Experten entwickelt, die ihr Fachwissen und ihre Erfahrung kombiniert haben, um eine innovative Lösung für den modernen Unterricht zu kreieren. Durch diese Zusammenarbeit konnte eine Plattform geschaffen werden, die die Bedürfnisse von Lehrkräften und Lernenden gleichermaßen berücksichtigt.

Erfahre mehr über TeachingHero auf www.teachinghero.de und entdecke, wie TeachingHero deinen Schulalltag bereichern kann.

Für noch mehr Infos, Tipps und Tricks, folge uns auch auf Instagram (@teachinghero_de) und LinkedIn (https://www.linkedin.com/company/teachinghero-de/).

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Die Zeit nach dem Abitur ist für viele Schüler:innen eine Phase des Übergangs, in der sie sich auf wichtige Entscheidungen bezüglich ihrer Ausbildung, ihrer Karriere und ihres persönlichen Lebens vorbereiten müssen. Diese Phase ist für sie eine Zeit voller unendlicher Möglichkeiten und Chancen. Doch wie könnt ihr als Lehrkräfte eure Schüler:innen nicht nur fachlich, sondern auch praktisch auf diese Herausforderungen vorbereiten?

In diesem Artikel zeigen wir euch verschiedene Ideen, die eure Schüler:innen dazu ermutigen, ihre Träume zu erkunden und zu verwirklichen. Oder vielleicht auch erstmal nur herauszufinden, was sie nach ihrem Abitur machen wollen. Wir zeigen euch unterstützende Materialien und Ideen, die eure Schüler:innen nicht nur auf ihre berufliche Zukunft, sondern auch auf ihr persönliches Wachstum vorbereiten. In unserer Themenwoche zur Berufsberatung findet ihr noch weitere nützliche Artikel. 

Berufsorientierung 

Die Zeit nach dem Abitur steht für viele Schüler:innen im Zeichen der Unsicherheit darüber, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten. Als Lehrkraft könnt ihr durch gezielte Berufsorientierung dabei helfen, diesen Prozess zu erleichtern und die Schüler:innen auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten.

Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die Durchführung von Persönlichkeitstests und die Diskussion über verschiedene Berufsfelder im Unterricht. Persönlichkeitstests können den Schüler:innen helfen, ihre individuellen Stärken, Interessen und Persönlichkeitsmerkmale besser zu verstehen. Online findet ihr eine große Auswahl solcher Test, wie zum Beispiel den Test CheckU von der Bundesagentur für Arbeit - nicht für Menschen, die an Ausbildungen interessiert sind, sondern auch für Studieninteressierte. Der Karrierenavigator von Coaching4Future arbeitet mit der Schulart und dem angestrebten Schulabschluss. Im Anschluss an den Interessentest werden euren Schüler:innen Ausbildungsberufe oder Studienfächer vorgeschlagen, die sich vor allem auf die MINT-Berufe konzentrieren. Im Anschluss könnt ihr die Ergebnisse mit euren Schüler:innen diskutieren. Dadurch  erhalten sie Einblicke in die Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten und können mögliche Karrierewege erkunden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Berufsorientierung ist die Einbindung von Expert:innen aus verschiedenen Branchen. Ihr könnt  Gäste in eure Schulstunde einladen, wodurch eure Schüler:innen so einen direkten Einblick in die Arbeitswelt erhalten und von den Erfahrungen und Ratschlägen von Fachleuten profitieren können. Diese Begegnungen ermöglichen es euren Schüler:innen, offene Fragen zu stellen, praktische Einblicke zu gewinnen und sich ein realistisches Bild von verschiedenen Berufsfeldern zu machen. Vielleicht entdecken sie auch Berufe, die sie vorher gar nicht auf dem Schirm hatten.

Neben diesen Aktivitäten im Unterricht ist auch die Studien- und Berufsberatung ein wichtiger Bestandteil der Berufsorientierung. Sitzungen mit Studien- und Berufsberatern bieten den Schüler:innen die Möglichkeit, individuelle Unterstützung bei der Planung ihrer akademischen und beruflichen Zukunft zu erhalten. Ob durch individuelle Beratungsgespräche, Gruppendiskussionen oder Informationsveranstaltungen: die Studien- und Berufsberatung hilft den Schüler:innen dabei, fundierte Entscheidungen über ihren weiteren Werdegang zu treffen.

Auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung findet ihr eine lange Liste an Test, Interviews und anderen Materialien, die ihr für euren Unterricht nutzen könnt. Welche Möglichkeiten euren Schüler:innen nach dem Abschluss offen stehen, könnt ihr in unserem Artikel nachlesen.

Lebenskompetenzen fördern

In der Schule wird oft der Vorwurf laut, dass man für das Leben nach dem Abitur nicht ausreichend vorbereitet wird. Deshalb ist die Entwicklung von Lebenskompetenzen ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung eurer Schüler:innen auf die Zeit nach dem Abitur. Durch Workshops oder spezielle Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Themen wie Finanzmanagement, Zeitmanagement, Kommunikationsfähigkeiten, Konfliktlösung und Stressbewältigung können sie wichtige Fähigkeiten erlernen, die ihnen im täglichen Leben und in der Arbeitswelt von Nutzen sein werden.

In Unterrichtseinheiten können eure Schüler:innen beispielsweise lernen, wie man ein Budget erstellt, Ausgaben verfolgt und langfristige finanzielle Ziele setzt. Insbesondere Fragen, die ihre unmittelbaren Bedürfnisse betreffen, wie beispielsweise die Frage "Wie macht man eine Steuererklärung?", können im Unterricht aufgegriffen und ausführlich behandelt werden. Aber Zeitmanagement ist ein weiteres wichtiges Thema, das im Rahmen dieser Lebenskompetenzen behandelt werden kann. Ihr könnt euren Schüler:innen zeigen, wie man effektiv plant, Prioritäten setzt und Aufgaben organisiert, um ein ausgewogenes Leben zu führen und ihre Ziele erfolgreich zu verfolgen. Auf der Seite des deutschen Bildungsservers findet ihr reichlich Material für alle Altersklassen, mit denen ihr euren Schüler:innen Finanzen, Steuern und den Umgang mit Geld näherbringen könnt.

Darüber hinaus sind Kommunikationsfähigkeiten von entscheidender Bedeutung für den persönlichen und beruflichen Erfolg, dennoch fällt es vielen Schüler:innen schwer, sich auszudrücken und aktiv zuzuhören. Durch praktische Übungen und Rollenspiele könnt ihr mit eurer Klasse lernen, effektiv zu kommunizieren, Konflikte konstruktiv zu lösen und erfolgreiche Beziehungen aufzubauen. Rollenspiele eignen sich dafür, da sie reale Szenarien und Situationen simulieren, die Kommunikation und Problemlösung erfordern. Hier findet ihr hilfreiche Tipps, wie ihr diese Rollenspiele planen und durchführen könnt. 

Insgesamt tragen Workshops und Unterrichtseinheiten zu Lebenskompetenzen dazu bei, dass die Schüler:innen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich auf die Herausforderungen des Lebens nach dem Abitur vorbereitet sind. Indem sie diese wichtigen Fähigkeiten erlernen, können sie selbstbewusst und erfolgreich in ihre Zukunft starten.

Über Praktika Erfahrungen sammeln lassen

Praktika spielen eine entscheidende Rolle bei der beruflichen Orientierung und Erfahrungssammlung eurer Schüler:innen und deren Bedeutung sollte nicht unterschätzt werden. Sie bieten die Möglichkeit, theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden, Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu gewinnen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln, die ihnen bei der Entscheidung für ihre zukünftige Karriere helfen können.

Ihr könnt eure Schüler:innen aktiv dabei unterstützen, Praktikumsplätze zu finden, sei es durch die Bereitstellung von Informationen über Unternehmen, die Möglichkeit zur Teilnahme an Jobmessen oder durch die Vermittlung von Kontakten zu potenziellen Arbeitgebern. Darüber hinaus könnt ihr sie bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, wie Anschreiben und Lebensläufen, unterstützen, um ihnen den Einstieg in den Bewerbungsprozess zu erleichtern.

Während des Praktikums solltet ihr eure Schüler:innen zur kontinuierlichen Reflexion über ihre Erfahrungen ermutigen. Dadurch haben sie die Möglichkeit, ihre Erlebnisse im Praktikum zu reflektieren, sowohl in Bezug auf ihre beruflichen Tätigkeiten als auch auf ihre persönlichen Lernziele. Diese Reflexion hilft ihnen dabei, ihre Stärken und Schwächen besser zu erkennen, ihre beruflichen Interessen zu präzisieren und wertvolle Erkenntnisse für ihre zukünftige Karriereplanung zu gewinnen.

Den Druck herausnehmen 

In der heutigen Gesellschaft herrscht oft ein hoher Leistungsdruck. Doch ihr habt die Möglichkeit, den Druck etwas zu reduzieren und euren Schüler:innen zu ermöglichen, ihren eigenen Weg zu finden. Der geradlinige Weg ist nicht immer der richtige, um den individuellen Bedürfnissen und Interessen eurer Schüler:innen gerecht zu werden.

Ihr zeigt ihnen auf, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, um erfolgreich zu sein, und dass es in Ordnung ist, auch mal einen Umweg einzuschlagen oder neue Wege zu erkunden. Ihr ermutigt sie dazu, Risiken einzugehen, Fehler zu machen und aus diesen Erfahrungen zu lernen, anstatt sich von einem starren Konzept des Erfolgs einschränken zu lassen.

Indem ihr den Druck herausnehmt und euren Schüler:innen Raum für persönliches Wachstum und Entfaltung gebt, ermöglicht ihr es ihnen, ihre eigene Identität zu finden und selbstbestimmt Entscheidungen über ihre Zukunft zu treffen. Ist es letztendlich nicht wichtig, dass sie nicht nur erfolgreich, sondern auch glücklich und erfüllt in ihrem beruflichen Leben sind? Wie steht ihr dazu?

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Inmitten einer Vielzahl von Herausforderungen erfordert die aktuelle Bildungslandschaft Engagement von sämtlichen Akteur:innen. Nicht nur Lehrer:innen und Politiker:innen haben tragende Positionen inne – auch Eltern spielen eine wesentliche Rolle im bildungspolitischen Kontext und tragen eine maßgebliche Verantwortung für den Bildungserfolg ihrer Kinder. Michael Guder, Vorsitzender des Landeselternrates Niedersachsen und Jan Zippel, Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen, teilen in einem Interview mit Lehrer News ihre Erfahrungen zur Rolle der Eltern als Erziehungsträger:innen. Welche Rolle spielen Eltern wirklich im schulischen Erfolg ihrer Kinder?

Lehrer News: Die Bildungspolitik in Deutschland stößt aktuell in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen. Vor welchen Herausforderungen stehen speziell Eltern in der heutigen Bildungslandschaft?

Guder: Bürokratie. Punkt eins: Wir stehen vor der Herausforderung, dass unser Schulsystem nicht im Jahr 2024 angekommen ist. Das allgemeine Problem ist, dass an ganz vielen Stellen im Schulsystem, im Bildungssystem uns einfach das Fachpersonal fehlt. Wir in Niedersachsen sprechen ganz bewusst nicht nur davon, dass uns Lehrer fehlen, sondern uns fehlen Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, multiprofessionelle Teams. Da fehlt eine ganze Menge. Last but not least darf man in dem Kontext im Jahr 2024 nicht vergessen: Es fehlen uns auch ein Stück weit die Techniker, die ITler, die in der digitalisierten Schulwelt letztlich auch die Rechnung tragen. 

Lehrer News: Die gängige Rollenverteilung zwischen Eltern und Schule klingt meistens nach: Die Schule ist für die Bildung und die Eltern für die Erziehung der Kinder verantwortlich. Stimmt das noch so, oder ist das überholt?

Jan Zippel, seit 2024 Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen, erklärt, dass der sozioökonomische Hintergrund in Deutschland der dominierende Einfluss auf die schulische Leistung ist. (Quelle: André Kempner) 

Zippel: Wir als Landeselternrat Sachsen sehen sowohl bei der Erziehung als auch bei der Bildung eine gemeinschaftliche Aufgabe. Schule ist keine Dienstleistung, die ich in Anspruch nehme, sondern eine soziale und pädagogische Herausforderung für Kinder, Eltern und Schule. Und natürlich haben Eltern darin Ihre Aufgabe und Ihre Pflicht bei der Bildung und genauso wie die Schule bei Erziehungsaufgaben – immerhin sind unsere Schulkinder einen wesentlichen Teil des Tages in der Schule. Für ein gelingendes Miteinander braucht es Dialog und Kommunikation. Dieser gemeinsamen Verantwortung müssen wir uns als Eltern selbstverständlich stellen und können dem nicht ausweichen. Aber genau da kommt auch die Schwierigkeit. Nicht alle Eltern können in gleichem Maße ihre Kinder unterstützen, Lebenswelten sind sehr unterschiedlich und auch unterschiedlich herausfordernd. Hier sollte das Bildungssystem bestehend aus frühkindlicher Bildung, Vorschule und Schule unterstützen. Kinder mit Bedarfen sehen, unter die Arme greifen und für vergleichbare Chancen für alle Kinder sorgen.

Lehrer News: Die bislang umfangreichste Forschungssynthese zur Beteiligung von Eltern während der Schulzeit ihrer Kinder, die am Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien an der TUM durchgeführt wurde, zeigt, dass eine positive Haltung zu Bildung den größtmöglichen Effekt auf die schulische Leistung hat. Gespräche über mögliche Berufswege oder Lernstrategien sind am effektivsten. Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die Beteiligung der Eltern am schulischen Erfolg ihrer Kinder?

Guder: Das ist eine ganz ganz wichtige Frage und da müssen wir uns selbst auch immer ein Stück weit als Elternschaft selbstkritisch hinterfragen. Meiner Meinung nach liegt der schulische Erfolg, der Lernerfolg des Kindes, zu 50 Prozent am Elternhaus, d.h. habe ich bildungsnahe Familienhäuser, dann habe ich auch in der Regel ein gutes Ergebnis. Habe ich Familien, die eher bildungsfern sind, dann ist die Gefahr einfach zu groß, dass der Bildungserfolg des Kindes vernachlässigt wird oder eben so nicht zum Tragen kommt oder man sich darauf verlassen muss, dass das Kind eigenständig intrinsische Motivationen hat entsprechend seinen eigenen Weg zu finden. Sie haben das Wort schon gebracht: Lernstrategien, Lerntechniken muss es eigenständig anwenden.

Lehrer News: Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrer:innen verbessert werden im Hinblick auf den Bildungserfolg der Schüler:innen und die Kommunikation bezüglich Leistungsfeedback und pädagogischer Entwicklung ausgebaut werden?

Zippel: Elternmitwirkung ist in Sachsen gesetzlich geregelt und wird vielfach auch positiv gelebt. Eltern können sich einbringen z.B. in Ganztagsangeboten und stellen eine wichtige Ressource in der Schule dar. Nichtsdestotrotz gibt es Raum für Verbesserungen. Wir haben in unserem Positionspapier, welches Anfang dieses Jahres an den sächsischen Landtag übergeben wurde, die Forderung nach einer weiteren Stärkung und Unterstützung von Schüler- und Elternbeteiligung an der Schule formuliert. Eine positive Feedbackkultur und der Ausbau demokratischer Lehr- und Lernformen sind Ziele, die wir anstreben. Eine obligatorische, regelmäßige Evaluation von Zielen ist ein wichtiges Werkzeug zur Qualitätssicherung und Verbesserung. Hier ist eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Lehrkräften und Eltern wichtig und notwendig. Wir setzen uns dafür ein.

Lehrer News: Laut der Erhebung des Nationalen Bildungspanels engagieren sich nur 45 Prozent der Eltern ohne beruflichen Abschluss, beispielsweise bei Schulveranstaltungen, deutlich weniger als Eltern mit Studienabschluss. Wie können Eltern dazu ermutigt werden, sich aktiv in schulische Entscheidungsprozesse einzubinden?

Guder: Ein wesentlicher Faktor in dem Zusammenhang ist Wahrnehmung und Wertschätzung von allen Teilnehmern dieses Systems gegenseitig. Was ist damit gemeint? Wir erfahren auch als Landeselternrat, dass es oftmals von besonderer Bedeutung ist, z.B. der Vorsitzende für eine Qualifikation und für einen Backround hat. Jetzt habe ich das Glück selbst promoviert und eine akademische Ausbildung zu haben. Ich habe kein Problem in der Akzeptanz, wenn ich mit entsprechenden Verbänden oder z.B. mit dem Ministerium zu tun habe. Gleichwohl fällt mir das auf, dass wenn dieser entsprechende Backround nicht gegeben ist, dann sieht das manchmal schon anders aus. Der andere Punkt ist, dass in eher bildungsfernen Elternhäusern , die Schule als solches in der eigenen persönlichen Schulzeit vielleicht nicht gerade das Maß der Dinge war. Und wenn man für sich selbst definiert hat: Schule ist nicht das Maß der Dinge, wie bringe ich mich denn dann ein, in diesem Zusammenhang? Wir als Landeselternrat haben schon festgestellt, dass völlig losgelöst welchen Hintergrund Eltern haben, insgesamt die Bereitschaft sehr stark gesunken ist, sich als Elternvertreter zu engagieren. Die Motivation hat sehr nachgelassen. Und diese wieder zu  steigern, liegt in der Wahrnehmung und Wertschätzung, aber es muss ersichtlich sein: Wenn ich mich engagiere, dann hat das auch einen Nutzen. Nicht für das eigene Kind, sondern insgesamt bin ich beteiligt an verschiedenen Prozessen, die sich mit Weiterentwicklung, Optimierung, Verbesserung etc. zusammenhängen und nicht: Es lohnt sich nicht sich zu engagieren, weil die Wege sind so umständlich, sind nicht zielgerichtet und du wirst sowieso nicht dein Ziel erreichen. Das demotiviert natürlich viele und die bleiben dann schon von vornherein weg. 

Lehrer News: Der soziale Hintergrund eines Kindes bestimmt deren Bildungserfolg teilweise vorher. Eltern mit einem niedrigeren Schulabschluss lassen ihr Kind z.B. seltener auf Gymnasien gehen, obwohl es die Voraussetzungen dazu erfüllt. Es fällt Kindern, in deren Elternhaus kein deutsch gesprochen wird, beispielsweise auch schwerer Lesen und Schreiben zu lernen. Die Bildungschancen eines Kindes hängen in Deutschland stark von Bildung und Einkommens der Eltern ab, wie zuletzt auch der Chancenmonitor 2023 festgestellt hat. Inwiefern muss das Mitwirken der Eltern am Lernerfolg ihres Kindes daran angepasst werden?

Zippel: Die Pisa Ergebnisse des vergangenen Jahres haben für Deutschland eine überdurchschnittliche Leistungsdifferenz zwischen den 25 Prozent Kindern mit höchsten sozioökonomischen Status und den 25 Prozent mit schwächsten Status gezeigt, übrigens kaum verändert zu 2012. Zudem sehen wir, dass der Leistungsunterschied für Kinder mit Migrationshintergrund nur etwa ein Drittel  davon ist. Daraus kann man eindeutig folgern, dass der sozioökonomische Hintergrund in Deutschland der dominierende Einfluss auf die schulische Leistung ist und somit als der zentrale Hebel in Bezug auf gleiche Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit anzusehen ist. Wir müssen hier die Kinder auffangen und mitnehmen, die von zu Hause aus weniger Unterstützung bei der Bildung bekommen können. Wir müssen Angebote machen und Förder- und Unterstützungsbedarfe früh erkennen. Hier müssen wir den Eltern niederschwellige Angebote machen, mit sozialer Arbeit genau hinschauen und unterstützen und sicher auch hier und da Druck auf die Eltern ausüben. Unser Positionspapier hat die Bildungsgerechtigkeit als zentralen Leitfaden und wir fordern unter anderem einen Ausbau an Unterstützungssysteme, eine bessere Lastenverteilung, so dass nicht einige Schulen enorme Herausforderungen haben, bessere Anstrengungen bei Inklusion und Integration, eine deutliche Stärkung von Ober- und Grundschulen.

Lehrer News: Alle Eltern haben im Grunde nur das Wohl ihres Kindes im Sinn, allerdings sind sie individuell in ihren finanziellen, emotionalen oder gesundheitlichen Kapazitäten begrenzt. Welche Unterstützung benötigen sie, um mit der Schule eine effektive Partnerschaft einzugehen? 

Guder: Ich denke, da ist das Schulsystem grundsätzlich schon zweckmäßig aufgebaut. Oftmals fehlt es aber an Wissen, welche Möglichkeiten, denn überhaupt bestehen und dann kommen wir wieder genau zu dem Faktor, den ich schon erwähnt hatte: die Bürokratie. Es gibt so viele Möglichkeiten der Förderung, der Unterstützung, die kaum bekannt sind. Und selbst, wenn es bekannt ist, ist der Realisierungsweg so kompliziert, so bürokratisch, dass jemand, der nicht aus diesem Feld kommt relativ schnell die Finger davon lässt, weil er sagt: Sorry, das ist so ein großes Bürokratiemonster, da habe ich gar keine Zeit mich damit zu beschäftigen. Im Ergebnis ist, denke ich, an ganz vielen Stellen schon viel erreicht, aber vieles bleibt  zu komplex, zu bürokratisch. Zudem müssen viele Dinge wiederholt werden, weil sie zeitlich befristet sind und das schreckt natürlich ab. 

Lehrer News: Inwiefern kann sich die Qualität der Beziehung zwischen Eltern und Schule auf den Bildungserfolg der Schulkinder auswirken?

Zippel: Schule ist ein sozialer Raum und wir alle leben und lernen lieber in Gefügen, in denen wir uns wohl fühlen. Eine gute Beziehung zwischen Eltern und Schule strahlt auf die Kinder ab, die merken, wenn Eltern eine positive Einstellung zur Schule haben. Eltern sind aus unserer Sicht eine wichtige Ressource, die unterstützen kann. Eltern müssen aber auch Grenzen akzeptieren und ein positives Vertrauen gegenüber Lehrkräften und Schule haben. Schließlich sind die Menschen in der Schule die Profis. Aber aus unserer Sicht dürfen Eltern auch Ansprüche haben und auf Probleme hinweisen. Hier braucht es dann den offenen, fairen Dialog und gute Lösungen.

Lehrer News: Welche Rolle können Elternräte oder ähnliche Gremien dabei spielen, die Interessen von Eltern und Schüler:innen zu vertreten?

Guder: Also letztlich muss man auf sich aufmerksam machen. Geh Das ist insgesamt ein ganz wichtiger Faktor. Man muss eine gewisse Sichtbarkeit generieren. Und da ist es immer schwierig. Wie gestaltet man das? Da kann man ja jetzt so einen kleinen Blick mal machen: Wir in Niedersachsen haben ein gewähltes Elterngremium, d.h. wir hängen dann als Beratungsgremium direkt am niedersächsischen Kultusministerium. Von dort werden wir auch mit einem Budget alimentiert. Es gibt aber auch Bundesländer, die sogenannte Vereinsstrukturen haben, die laufen sich sprichwörtlich die Hacken ab, wenn sie irgendwas machen oder an einem Prozess beteiligt werden wollen. Dort ist es sehr viel schwieriger, eine gewisse Sichtbarkeit zu generieren. Wir hier in Niedersachsen sind automatisch an jedem Anhörungsverfahren beteiligt sofern Schule und Bildung betroffen sind. Das heißt, wir haben eine Möglichkeit, uns sichtbar zu machen. Wir haben hier in Niedersachsen z.B. auch ein sogenanntes suspensives Vetorecht im Anhörungsverfahren, wenn es um Kultusministerangelegenheiten geht. Was heißt das? Im Zweifelsfall stehen wir dann als Landeselternrat im Landtag und sind dann bei entsprechenden Anhörungen dabei und können unsere Bedenken letztlich darlegen und dann wird der Landtag oder der Ministerpräsident befinden: nehmen wir das jetzt auf, nehmen wir das an oder eben nicht. Das gibt es so in keinem Bundesland. Jedenfalls ist es mir nicht bekannt. Wir haben uns natürlich auch schon mal ausgetauscht in loser Schüttung mit dem Bundeselternrat. Wir als Niedersachen geben gerne das gallische Dorf ab. Wir sind das einzige Bundesland, das nicht im Bundeselternrat organisiert ist, weil wir sagen: Wir sind sowohl strukturell, finanziell aber auch konzeptuell so gut aufgestellt, dass wir letztlich davon zehren und sagen Kultusangelegenheit ist Ländersache, ist Länderhoheit. Wir sehen derzeit keinen Mehrwert in der Mitgliedschaft des Bundeselternrates.

Lehrer News: Welche Erwartungen haben Eltern an Schulen heutzutage und inwieweit werden diese aktuell erfüllt?

Zippel: Die Erwartungen von Eltern sind so vielfältig wie die Lebenswelten unserer Familien. Ich denke alle Eltern wollen, dass sich unsere Kinder in der Schule wohl fühlen, bestenfalls früh mit einem Lächeln in die Schule gehen und nachmittags zufrieden nach Hause kommen. Darüber hinaus gibt es ganz viele unterschiedliche Prioritäten. Ich denke wir können als gemeinsamen Konsens den Anspruch formulieren, dass alle Kinder in der Schule die Chance bekomme unabhängig vom sozialen Hintergrund, unabhängig von der kulturellen Lebenswelt, egal ob im ländlichen oder städtischen Gebiet und entsprechend ihrer Talente, Fähigkeiten zu erlernen und Kompetenzen zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht ein selbstbestimmtes und gutes Leben aufzubauen. Diesem Anspruch hinken wir in Deutschland ein Stück weit hinterher.

Lehrer News: Vielen Dank für das Gespräch.

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Am 19. März hat der bayerische Ministerrat ein “Verbot der Gendersprache” beschlossen. Somit ist ab dem 1. April das Gendern an Behörden, Schulen und Hochschulen untersagt. Es dürfen keine Sonderzeichen mehr zur Geschlechterumschreibung benutzt werden. Für das Verbot wurde die Allgemeine Geschäftsordnung für Behörden (AGO) geändert. „Mehrgeschlechtliche Schreibweisen durch Wortbinnenzeichen wie Genderstern, Doppelpunkt, Gender-Gap oder Mediopunkt sind nun ausdrücklich unzulässig“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Für uns ist die klare Botschaft: Sprache muss klar und verständlich sein", so Herrmann. Das Genderverbot gilt nicht nur bei der gesamten dienstlichen Kommunikation, bei Elternbriefen und der internen Kommunikation, sondern auch im Unterricht. Angekündigt hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) diese Entscheidung bereits vergangenen Dezember. Da es keine bundeseinheitliche Regelung gibt, wird auch in anderen Bundesländern über ein Verbot diskutiert. 

Die bayerische Landesregierung rechtfertigte ihre Entscheidung, indem sie auf einen Beschluss des Rats für deutsche Rechtschreibung vom 15. Dezember 2023 verwies. Demnach würden Sonderzeichen im Wortinneren Eingriffe in Wortbildung, Grammatik und Orthografie darstellen, was die Beeinträchtigung der Verständlichkeit von Texten zufolge hat. Innenminister Joachim Herrmann erklärte in einer Pressemitteilung am 19. März 2024, dass Rechts- und Verwaltungsvorschriften so formuliert werden sollten, “dass sie jedes Geschlecht in gleicher Weise ansprechen, etwa durch Paarformeln oder geschlechtsneutrale Formulierungen. Dabei ist jedoch jede sprachliche Künstlichkeit oder spracherzieherische Tendenz zu vermeiden“. Florian Herrmann (CSU), Chef der Bayerischen Staatskanzlei, erklärte, es ginge trotzdem darum „Diskursräume in einer liberalen Gesellschaft offenzuhalten“. Gendersprache sei “ideologiegetrieben” und habe eine exkludierende Wirkung. Er wolle verhindern, dass eine solche Sprache moralischen Druck erzeugt, indem sie die Botschaft vermittelt: "Nur wenn ich etwas so sage, sage ich es richtig".

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, befürwortet das Genderverbot. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass in der amtlichen Sprachverwendung immer alle Menschen angesprochen seien. „Es geht um respektvolle Formulierungen, die damit auch gendersensibel sind, ohne es als solche zu markieren“. „Auch das Sternchen kann schließlich ausgrenzend verstanden werden“, sagte Düll. 

"Wir haben uns in zahlreichen parlamentarischen Anträgen immer wieder für dieses Ziel eingesetzt", teilte die AfD-Landtagsfraktion mit. "Linksgrüne, genderideologische Schreib- und Sprechvorgaben" würden die Bürger:innen bevormunden. "Diesen Sprach-Sexismus lehnen wir ab." Auch würde das Gendern die Leute auf ihre geschlechtliche Identität reduzieren. 

Die Bundesschülerkonferenz dagegen äußert Kritik. Das Genderverbot sei eine “Bevormundung”. Derartige Vorschriften über etwas so persönliches wie die Sprache würden stark in die Freiheit der Schüler:innen eingreifen, so der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Florian Fabricius. “Wie ich mich ausdrücke, wie ich schreibe, wie ich spreche: Das sollte jeder für sich selbst entscheiden". Weiter erklärt er: „Wir sind gegen diese Bevormundung, das gilt sowohl fürs Gendern als auch fürs Nicht-Gendern“. Der Landesschülerrat Bayern teilte auf der Social-Media Plattform X (ehemals Twitter): "Wie Diskursräume in einer Gesellschaft offen gehalten werden durch ein allgemeines Genderverbot ist uns schleierhaft. Der bayerische LSR stellt sich gesammelt gegen das beschlossene #Genderverbot der bayerischen Regierung."

Schon im Februar gab es Proteste wegen des angekündigten Verbots. In einem offenem Brief wandte sich ein Bündnis aus Gewerkschaften, hochschulpolitischen Gruppen, queeren Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen an die Fraktionen im Bayerischen Landtag. In der Mitteilung, die sich “gegen eine diskriminierende Sprachzensur” aussprach, hieß es: „Ein Verbot geschlechterinklusiver Schreibweisen mittels Sonderzeichen macht diese Personen unsichtbar, verdrängt sie aus unserer Sprache und diskriminiert sie damit schlussendlich.“

Queer-Beauftragter des Bayerischen Jugendrings (BJR), Patrick Wolf schließt sich dieser Kritik an. "Nicht weniger, sondern mehr Vielfalt wäre ein wichtiges Zeichen in Bayern". Noch am selben Tag stellte der BJR die “HAY”-Studie (How Are You?) vor. Wolf erklärt darin, dass LSBTIQA*-Personen in fast allen Lebensbereichen mit Diskrimminierung und Gewalt Erfahrung machen. "Daher wäre ein sensiblerer und aktueller Umgang mit unserer deutschen Sprache umso wichtiger", bekräftigt er. 

Ein Statement zum Thema veröffentlichte auch Dominik Krause (Grüne), Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt München. "Die CSU entwickelt sich immer mehr zur Verbotspartei. Wir haben in Bayern große Probleme, Herr Söder redet aber häufiger übers #Gendern als über bezahlbare Wohnungen." Er kritisiert den Beschluss und findet: "beim Gendern sollten wir uns mal ein bisschen locker machen. Wer gendern will, soll das machen, wer nicht, lässt es eben."

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Mit dem 22. März wird weltweit der Weltwassertag begangen und eine unsichtbare, aber lebensnotwendige Quelle gefeiert: das Wasser. Doch während wir diesen kostbaren Rohstoff oft als selbstverständlich betrachten, kämpfen Millionen Menschen weltweit immer noch um Zugang zu sauberem Trinkwasser. Seit 1992 findet der Weltwassertag jährlich statt und ist eine jährliche Erinnerung daran, wie entscheidend der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen für das menschliche Wohlbefinden ist. An diesem Tag wird die einzigartige und lebenswichtige Ressource Wasser gewürdigt und die globalen Herausforderungen in Bezug auf die Wasserversorgung anerkannt. 

In diesem Zusammenhang steht auch die Arbeit von Organisationen wie Viva con Agua im Rampenlicht, die den Tag dafür nutzen, das Bewusstsein für die dringende Notwendigkeit von WASH-Projekten (Water, Sanitation and Hygiene) zu schärfen. Viva con Agua agiert vornehmlich auf dem afrikanischen Kontinent und engagiert sich dort für den Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitäranlagen und Hygienestandards. Mit ihrer Mission, jedem Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen, setzen sie auf einen positiven Aktivismus, der sich der universellen Sprachen von Musik, Sport und Kunst bedient. Im Jahr 2007 veranstalteten sie zum Beispiel ihr erstes Charity-Festival unter dem Namen “Viva con Agua Wassertage”. Hier konnten sie rund 30.000 Euro an Spendengeldern sammeln, womit fünf Brunnen im Millenniumsdorf Manigri in Benin finanziert werden konnten. Auch auf Konzerten sind die Aktivist:innen von Viva con Agua häufig anzutreffen, wo sie eure Pfandbecher entgegennehmen und das eingenommene Geld für ihre gemeinnützigen Aktionen nutzen. 

Aus diesem Anlass haben wir mit Carolin Stüdemann gesprochen, die der NGO vorsteht. Dabei schauen wir uns an, wie ihr die Bedeutung des Wassers in euren Unterricht integrieren könnt und warum dies so wichtig ist.

Lehrer News: Warum ist es wichtig, den Weltwassertag und seine Bedeutung in Schule und Unterricht zu integrieren?

Stüdemann: Der Weltwassertag bietet die ideale Grundlage, um das Bewusstsein von Schüler:innen für die Bedeutung von Wasserressourcen zu stärken und sie für Wasserthematiken auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu sensibilisieren. Wie das Thema letztendlich im schulischen Kontext aufgegriffen wird, kann dabei ganz individuell und bedarfsgerecht sein. Diskussionsrunden, Vorträge oder der Besuch von Expert:innen sind gute Wege, um das Thema Schüler:innen näherzubringen. Zusätzlich ist die Möglichkeit, eine eigene Aktion zu planen und sich aktivistisch auszuprobieren, eine tolle Gelegenheit das Thema zu verinnerlichen und hilft den Schüler:innen neben dem theoretischen Input praktische Erfahrungen zu sammeln.

Lehrer News: Wie können Lehrkräfte bzw. ihre Schüler:innen aktiv dazu beitragen, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Zugangs zu sauberem Trinkwasser zu erhöhen? Welche Maßnahmen können sie selbst ergreifen?

Stüdemann: Viva con Agua versteht sich als offenes Netzwerk, das jede:n einlädt, sich zu beteiligen, das individuelle Potenzial in den kollektiven Fluss einzubringen und einen positiven Wandel zu erwirken. Daher gibt es vielfältige Möglichkeiten, wie sich Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schüler:innen beteiligen – Spendenläufe, unsere Run4Wash‘s, Schulkonzerte, Poetry-Slams oder der Verkauf von Kuchen beim Schulfest sind nur einige der Aktionen, die Schüler:innen bereits umgesetzt haben. Der Kreativität sind aber kaum Grenzen gesetzt.

Lehrer News: Welche Handlungsaufforderungen würdest du Lehrkräften empfehlen, um Schüler:innen für die Bedeutung von sauberem und sicherem Wasser zu sensibilisieren?

Stüdemann: Sensibilisierung ist hier der richtige Begriff. Es ist wichtig, dass den Menschen bewusst wird, auf welche Lebensbereiche der Zugang zu sauberem Trinkwasser Auswirkungen hat. Die enge Verknüpfung vom Zugang zu sauberem Wasser und  vom Zugang zu Bildung zum Beispiel. Häufig verdeutlicht auch der Blick auf das virtuelle Wasser diesen Eindruck. Es ist wichtig, den Schüler:innen deutlich zu machen, wie viel Wasser für eine Tasse Kaffee, ein Stück Rindfleisch oder eine Jeans verbraucht wird, damit sie verstehen, wie viel Wasser sie in ihrem Alltag neben ihrem offensichtlichen Verbrauch nutzen. Damit schafft man auch eine Form der Sensibilisierung.  

Lehrer News: Danke für das Gespräch 

Material und Ideen für euren Unterricht 

Zur Unterstützung für euren Unterricht, stellen wir euch an dieser Stelle einige weiterführende Materialien und Ideen vor, die ihr in eure Unterrichtsstunde integrieren könnt. 

Der Run4Wash ist ein Spendenlauf,, mit dem ihr Spenden für Schulen in Südafrika sammeln könnt und diese damit  beim Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygienemöglichkeiten unterstützt. Auf der Seite von Viva con Agua findet ihr dazu genauere Informationen, und was sonst noch an Projekten möglich ist. 

Auch das  virtuelle Wasser ist ein interessantes Konzept, welches ihr mit euren Schüler:innen besprechen könnt. Es beschreibt den indirekten Wasserverbrauch für die Herstellung verschiedener Produkte und Dienstleistungen. Das zu verstehen kann euren Schüler:innen helfen, ihren eigenen Wasserverbrauch besser einzuschätzen und ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Auf der Seite KlasseWasser findet ihr ein komplettes Materialpaket, das sich mit diesem Thema befasst.

Um eure Bemühungen um eine nachhaltigere Zukunft zu unterstützen, könnt ihr auch zusätzliche Ressourcen und Ideen nutzen und in euren Unterricht integrieren. Ihr könntet zum Beispiel eure Schüler:innen den Wasserkreislauf mit Hilfe von Experimenten erarbeiten lassen. Hier findet ihr Material für eine komplette Unterrichtseinheit dazu. Auch auf der Seite von UNICEF findet ihr Material zum Thema Wasser, mit dem ihr euren Unterricht gestalten könnt. 

Natürlich ist es auch möglich, das Thema Wasser und seine Bedeutung auf kreative Weise anzugehen. Künstlerische Ausdrucksformen wie Bilder, Gedichte, Theaterstücke oder Lieder können euren Schüler:innen helfen, ihre Gedanken auszudrücken. Diese kreativen Arbeiten könnt ihr dann in der Schule präsentieren, um das Bewusstsein auch über eure Klasse hinaus zu schärfen und die Botschaft weiter zu verbreiten.

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Der 21. März ist der internationale Tag gegen Rassimus, der weltweit als ein Symbol des Widerstands gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit begangen wird. Dieser Tag erinnert uns daran, dass Rassismus in allen Gesellschaftsschichten existiert und eine kontinuierliche Anstrengung erforderlich ist, um ihn zu bekämpfen. Anlässlich dazu haben wir mit der Bildungsinfluencerin Hülya Atasoyi über die Situation an Schulen und über Möglichkeiten des Umgangs mit Rassismus im Klassenzimmer gesprochen.

Hülya Ist eine engagierte Lehrerin für Mathematik und Englisch, die sich leidenschaftlich gegen Diskriminierung und Rassismus im Schulalltag einsetzt. Durch ihre Präsenz auf Social Media teilt sie nicht nur innovative Lehrmethoden und Unterrichtserfahrungen, sondern auch persönliche Einblicke und Aufklärungsarbeit. Wir sprechen mit über die Rolle der Bildung im Kampf gegen Rassismus und wie das Teilen persönlicher Geschichten und Erfahrungen das Bewusstsein schärfen und Empathie in der Gesellschaft fördern kann. Ihre offene Art, mit der sie sowohl die schönen als auch die herausfordernden Momente des Lehrerdaseins teilt, machen Hülya zu einer Inspirationsquelle für Lehrkräfte, Referendar:innen und alle, die sich für eine inklusive und gerechte Bildungswelt einsetzen.

Lehrer News: Du teilst deine persönlichen Erfahrungen und Hintergrundgeschichten auf Social Media, um deinem Engagement gegen Rassismus Ausdruck zu verleihen. Wie kann das Teilen persönlicher Geschichten dazu beitragen, das Bewusstsein für Rassismus zu schärfen und Empathie bei Schüler:innen zu fördern?

Quelle: privat

Atasoyi: Indem ich meine persönlichen Erfahrungen und Hintergrundgeschichten auf Social Media teile, möchte ich anderen Menschen Einblicke in die Realität von Rassismus geben und zeigen, wie er sich auf individueller Ebene auswirkt. Mit meinen Erfahrungen oder den Erfahrungen anderer Menschen kann ich Emotionen wecken und anderen dabei helfen, sich in unsere Lage zu versetzen. Durch diesen persönlichen Zugang können Schüler:innen eine stärkere Verbindung zu den Themen Rassismus und Diskriminierung aufbauen und werden ermutigt, aktiv gegen Ungerechtigkeit vorzugehen.

Lehrer News: Rassismus geschieht auch oft unterschwellig. Wie können Lehrkräfte subtile Formen von Rassismus im Klassenzimmer erkennen und darauf reagieren, insbesondere solche, die sich in den Interaktionen zwischen den Schüler:innen selbst manifestieren?

Atasoyi: Lehrkräfte können subtile Formen von Rassismus im Klassenzimmer erkennen, indem sie aktiv auf verbale Äußerungen, Gesten oder Handlungen, die Vorurteile oder Diskriminierung widerspiegeln könnten, eingehen. Dies kann beispielsweise durch abfällige Kommentare oder das Ausschließen bestimmter Schüler:innen geschehen. So etwas kann man gut beobachten. Um angemessen darauf zu reagieren, ist es wichtig, einen offenen Dialog über die Werte von Vielfalt und Respekt zu führen, Schüler:innen die Bedeutung eines inklusiven Umfelds zu vermitteln und gegebenenfalls pädagogische Maßnahmen zu ergreifen, um eine Atmosphäre des Respekts und der Toleranz zu fördern. Dies sollte man nicht nur vorleben, sondern auch intensiv in den Unterrichtsstunden thematisieren.   

Lehrer News: Ihr hattet vor kurzem an eurer Schule eine Weiterbildung zum Thema „Sensibilisierung und Umgang mit Rassismus“. Welche Erkenntnisse waren für dich besonders wertvoll, die du in deinen weiteren Unterricht mit einbringen möchtest?

Atasoyi: Eine wertvolle Erkenntnis aus der Fortbildung war für mich die Bedeutung einer dialogbasierten Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus. Durch offene Diskussionen können Missverständnisse geklärt und unterschiedliche Perspektiven beleuchtet werden. Darüber hinaus habe ich gelernt, dass Lehrkräfte nicht alleine mit dieser Thematik umgehen müssen. Es gibt zahlreiche Anlauf- und Beratungsstellen, an die man sich wenden kann. Viele von ihnen bieten kostenlose Workshops für Lehrkräfte und Klassen an, um Unterstützung bei der Sensibilisierung für Rassismus und dem Umgang damit zu erhalten. Diese Ressourcen können uns dabei helfen, eine inklusive und unterstützende Schulgemeinschaft aufzubauen und den Schüler:innen die Werte von Respekt, Toleranz und Vielfalt zu vermitteln.

Lehrer News: Lehrpläne sind sehr voll und straff organisiert. Wie kann die Integration von Themen wie interkultureller Kommunikation und sozialer Gerechtigkeit bei der Bekämpfung von Rassismus an Schulen trotzdem in den Unterricht integriert werden? 

Atasoyi: Um Themen wie interkulturelle Kommunikation und soziale Gerechtigkeit trotz voller Lehrpläne zu integrieren, können Lehrkräfte sie in verschiedene Fächer einbeziehen. Ich verwende beispielsweise aktuelle Ereignisse und Vorfälle, um über Vielfalt und Rassismus zu sprechen. Außerdem können Lehrkräfte kreative Methoden wie Projekte oder Gruppenarbeiten nutzen, um diese Themen interessant zu gestalten. An unserer Schule gibt es bereits das Fach „High 5“, bei dem 10 ausgebildete Lehrkräfte alle zwei Wochen ein Anti-Gewalt-Training im kompletten 5er Jahrgang durchführen. Das Training verfolgt mehrere Ziele, die das Leben in einer Gemeinschaft nachhaltig fördern sollen. 

Lehrer News: Im Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung sind dir sicherlich Herausforderungen begegnet. Welche waren das und welche Strategien hast du entwickelt, um diese Herausforderungen zu bewältigen und dennoch deine Schüler:innen effektiv zu unterstützen?

Atasoyi: Eine Herausforderung besteht oft darin, sensiblen Themen gerecht zu werden, ohne dabei Schüler:innen zu überfordern oder zu verunsichern. Um dies zu bewältigen, schaffe ich einen einfühlsamen und respektvollen Raum, in dem Schüler:innen offen über ihre Gedanken und Gefühle sprechen können. Sie können es auch anonym tun. Ich finde es wichtig, verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen und eine offene Diskussion zu ermöglichen. Es gibt auch Kinder, die sehr still sind und an offenen Diskussionen nicht teilnehmen möchten. Ihnen biete ich auch eine individuelle Unterstützung an. Bedeutend ist an dieser Stelle, dass wir unsere eigenen Gedanken und das eigene Handeln kontinuierlich reflektieren und offen für Feedback sind. Nur so kann ich meine Schüler:innen effektiv unterstützen.

Lehrer News: Wie können Schulen und Bildungseinrichtungen eine inklusive und rassismusfreie Umgebung schaffen, die es allen Schüler:innen ermöglicht, sich sicher und respektiert zu fühlen? Welche Rolle spielen Lehrkräfte dabei als Vorbilder in puncto  Gleichberechtigung?

Atasoyi: Schulen und Bildungseinrichtungen können eine inklusive und rassismusfreie Umgebung schaffen, indem sie eine klare Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung zeigen - beispielsweise in Form von Projekten oder Anti-Rassismus-Maßnahmen. Lehrkräfte können kostenlose Workshops bzw. sensibilisierende Schulungen für sich und ihre Schüler:innen buchen und externe Referent:innen in den Unterricht einladen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, in dem alle Schüler:innen sich sicher und respektiert fühlen. Lehrkräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle als Vorbilder für Gleichberechtigung. Sie können durch ihr eigenes Verhalten und ihre Einstellung zeigen, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion gleichwertig sind. Lehrkräfte können eine Kultur der Gleichberechtigung und des Respekts in der Schule fördern, indem sie Vielfalt und Toleranz wertschätzen, gegen Vorurteile vorgehen und respektvolle Interaktionen zwischen Schüler:innen unterstützen.

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60 Prozent der Englischlehrenden fürchten nicht um ihren Job, denn sie glauben nicht, dass künstliche Intelligenz (KI) und maschinelle Übersetzungen das Sprachenlernen überflüssig machen werden. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die von Bildungstechnologie-ExpertInnen des British Council, der internationalen Organisation des Vereinigten Königreichs für kulturelle Beziehungen und Bildung, und dem Research Institute of Digital Innovation in Learning (bei ODUGlobal, mit Sitz an der Old Dominion University, Virginia, USA) durchgeführt wurde. In ihren Antworten betonten viele der Befragten, dass der bleibende Wert menschlicher Interaktion nicht durch KI ersetzt werden kann.

Die Umfrage, die Teil des Forschungsprojekts „Artificial intelligence in English language teaching: Preparing for the future“ ist, erfasst die Antworten von 1.348 Englischlehrkräften aus 118 Ländern und Regionen der Welt zum Einsatz von KI im Englischunterricht.

  • So sind 70 % der Englischlehrenden der Ansicht, dass die SchülerInnen in der Lage sein sollten, auch ohne KI auf Englisch schreiben zu können.
  • 51 % der Befragten sind skeptisch, dass eine KI bis 2035 in der Lage sein wird, Englisch rein virtuell zu unterrichten, und betonen die Bedeutung menschlicher LehrerInnen.
  • 80 % der Befragten betonten die Notwendigkeit, stattdessen eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, um das Erlernen verschiedener Varianten der englischen Sprache in der ganzen Welt zu erleichtern. Das könnte Inklusivität beim Sprachenlernen fördern und zudem die Probleme einer Sprachnivellierung verringern, die den Lehrkräften Sorge bereitet.

Doch KI ist noch Neuland: Nur 20 Prozent der Befragten fühlen sich ausreichend informiert, um KI effektiv im Unterricht einzusetzen.

Werkzeuge und Anwendungen der KI im Englischunterricht

Zusätzlich zu den Meinungen sammelt die Studie Informationen darüber, wie die 1.348 EnglischlehrerInnen KI in ihrer Arbeit einsetzen. Die von den Lehrkräften am häufigsten verwendeten KI-gestützten Tools sind:

·         Sprachlern-Apps (48 %)

·         KI zur Spracherzeugung (37 %)

·         Chatbots (31 %)

Allerdings gaben 24 Prozent der Befragten an, überhaupt keine der genannten Arten von KI-Tools zu verwenden.

Die am weitesten verbreitete Nutzung von KI im Englischunterricht ist die Erstellung von Lernmaterialien (57 Prozent), gefolgt von der Unterstützung der Lernenden beim Üben der englischen Sprache (53 Prozent) und der Erstellung von Unterrichtsplänen (43 Prozent). 18 Prozent nutzen überhaupt keine KI.

„Künstliche Intelligenz (KI) und ihr Einsatz insbesondere im Bildungswesen ist ein heißes Thema für alle Gesellschaften weltweit, und Deutschland steht mit den Herausforderungen, denen es sich stellen muss, nicht allein da. Natürlich gibt es Bedenken darüber, was KI für die Zuverlässigkeit der Bewertung von SchülerInnen bedeuten könnte, aber diese werden durch die Vorteile, die den Lehr- und Lernprozess in unseren Schulen verbessern können, bei weitem aufgewogen.

Während die Kultusministerkonferenz und die Bundesländer in ganz Deutschland auf ein gemeinsames Konzept für die konkrete Integration von KI in schulische Bildungsprozesse hinarbeiten, freuen wir uns darauf, mit unserem Bericht und dem Fachwissen über das Lehren und Lernen der englischen Sprache, das uns unser globales Netzwerk bietet, einen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten zu können“, so Michael Croasdale, Head of English Programmes beim British Council Deutschland.

Über die Studie „Künstliche Intelligenz im Englischunterricht“

In „Artificial intelligence in English language teaching: Preparing for the future“ (Künstliche Intelligenz im Englischunterricht: Vorbereitung auf die Zukunft) untersuchen Bildungstechnologie-ExpertInnen des British Council und des Research Institute of Digital Innovation in Learning (bei ODUGlobal, mit Sitz an der Old Dominion University, Virginia, USA) den Einsatz von KI im Englischunterricht (ELT) und beim Lernen weltweit.

Dieser erste Bericht zum Thema KI im Sprachunterricht besteht aus drei Teilen: Forschungsübersicht, Umfrage und qualitative Interviews. Er enthält eine detaillierte Analyse der Art und Weise, wie künstliche Intelligenz derzeit beim Lernen und Lehren der englischen Sprache (ELT) eingesetzt wird.

Die Notwendigkeit, dass Lehrkräfte und Lernende ihr Wissen über Sprach-KIs ausbauen, ist ein Schlüsselthema, das sich aus der Studie ergibt. In der Veröffentlichung werden auch ethische Bedenken im Zusammenhang mit der Nutzung und Regulierung von KI untersucht. Unter den PädagogInnen, so der Bericht, halten sich diese Bedenken mit Enthusiasmus und Hoffnung die Waage. Im Allgemeinen befürchten die Lehrenden aber nicht, dass sie in naher Zukunft durch KI-gestützte Werkzeuge ersetzt werden könnten. Neben dem unbestrittenen Potenzial von KI im globalen Bildungssektor betont die Studie aber auch die Gefahren einer Verschärfung bestehender Ungleichheiten. KI setzt zum Teil veraltete und überholte pädagogische Lerntheorien ein. Auch die Daten, die zum Trainieren der KI-Systeme verwendet werden, sind teilweise nicht neutral.

Über British Council

Der British Council ist die internationale Organisation des Vereinigten Königreichs für kulturelle Beziehungen und Bildungsmöglichkeiten. Er unterstützt Frieden und Wohlstand, indem Verbindungen, Verständnis und Vertrauen zwischen den Menschen in Großbritannien und Ländern weltweit aufgebaut werden. Dies geschieht durch die Arbeit in Kunst und Kultur, Bildung und der englischen Sprache. Der British Council arbeitet mit Menschen in über 200 Ländern und Gebieten zusammen und ist in über 100 Ländern präsent.

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Berlin. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat Vorgeschlagen, Zivilschutzübungen an Schulen einzuführen. Angesichts der Corona-Pandemie und des Ukrainekrieges ist die FDP-Politikerin der Meinung, dass die Gesellschaft insgesamt besser auf Krisen vorbereitet sein sollte. Zivilschutz sei “immens wichtig” und gehöre auch in die Schulen. “Ziel muss sein, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken”, sagte sie in einem Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

2023 war in weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg beschlossen worden, einen jährlichen Aktionstag zum Thema Katastrophenschutz einzuführen. “Kinder und Jugendliche sollten lernen, in einer entsprechenden Lage instinktiv das Richtige zu tun. Dabei gilt: Wissen schafft Sicherheit” sagte Thomas Strobl, stellvertretender Innenminister und Ministerpräsident zur Auftaktveranstaltung des Programms. 

Stark-Watzinger hat ihr Vorhaben,mit Blick  auf Großbritannien untermauert, wo “Übungen für den Katastrophenfall” an Schulen zum Alltag gehören. Obwohl sie keine Notwendigkeit darin sieht, den Katastrophenschutz als eigenes Schulfach zu etablieren, sollte es dennoch Lerninhalt sein. Es sei wichtig, jungen Menschen die Bedrohungen der Freiheit bewusst zu machen, damit sie im Ernstfall darauf reagieren können. 

"Ich halte es für wichtig, dass Jugendoffiziere in die Schulen kommen und berichten, was die Bundeswehr für unsere Sicherheit tut", so die Bildungsministerin. Des Weiteren rät sie den Schulen, ein "unverkrampftes Verhältnis zur Bundeswehr" zu entwickeln. Eine Rückkehr zur Wehrpflicht lehnt Stark-Watzinger allerdings ab. Mit “derzeit verfehlt” beschrieb sie die Debatte über eine allgemeine Dienstpflicht.

Die Lehrergewerkschaft VBE lehnt den Vorstoß der Ministerin ab. Trotz “gesellschaftlicher Herausforderungen wie Kriegen, Pandemien oder Naturkatastrophen” liege die Vermittlung schulischer Aufgaben immer noch in den Händen der dafür ausgebildeten Pädag:innen. Gerhard Brand,  Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) warnt, dass solche Herausforderungen bei Kindern oft Angst hervorrufen. "Hier ist es die Aufgabe der Lehrkräfte an den Schulen, den Kindern diese Angst zu nehmen, indem wir die Situationen bestmöglich erklären und aufarbeiten. Dazu ist es nicht notwendig, Vertreterinnen und Vertreter großer privatwirtschaftlicher Unternehmen, der Bundeswehr oder der Politik in die Schulen einzuladen".

Der Deutsche Lehrerverband hatte zuvor Stark-Watzingers Vorschläge gelobt. Verbandspräsident Stefan Düll führt an: "Der Ukraine-Krieg schafft ein neues Bewusstsein für militärische Bedrohung, das auch an Schulen vermittelt werden muss". Allerdings entgegnet er auch, dass er “von Schulübungen für den militärischen Ernstfall” nichts halte. “Schulen in Deutschland sind keine Appellplätze und keine Orte für vormilitärische Übungen”.

Der Bundeselternrat hingegen habe grundsätzlich keine Einwende gegen Stark-Watzingers Vorschläge. Der Bundeselternrat-Vorsitzende Dirk Heyartz sagt: "Angesichts der aktuellen Ereignisse, insbesondere des Ukrainekrieges, verstehen wir die Bedeutung einer verstärkten Thematisierung von Krieg und Krisen in Schulen". Gleichzeitig überrascht ihn der Alleingang der Bundesbildungsministerin. Weiter forderte Heyartz “eine ausführliche Diskussion und Einbindung aller relevanten Akteure, einschließlich der Elternvertreter, bevor konkrete Maßnahmen ergriffen werden". Das Thema Zivilschutzübungen müsse mit hoher Sensibilität behandelt werden, gerade mit Hinblick auf die vielen Schüler:innen mit Migrationshintergrund. “Ich denke nicht, dass wir eine Bedrohungslage haben, wo es notwendig wäre, jetzt hier in Deutschland Zivilschutzübungen durchzuführen.”, fasst er zusammen.

Auch von anderer Seite ernteten die  Ideen der Bildungsministerin  Kritik. „Ich finde das wirklich erschreckend, wie wir versuchen – oder wie einige in unserem Land jetzt versuchen – Deutschland auf einen Krieg einzustellen“, sagt Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht (BSW). „Einen Krieg mit Russland würden wir alle nicht überleben. Wir müssen alles dafür tun, dass es nicht dazu kommt“, appellierte sie. Wagenknecht hält es für falsch „Schulen mit solchen militärischen Ausbildungen zu belasten“. Gegenüber dem Welt-Nachrichtensender äußerte sie, dass sie sich in die DDR zurückversetzt fühle und eine solche Debatte “nur noch entsetzlich” fände.

Auch die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) steht dem Thema kritisch gegenüber. „Es hilft nicht, der Bevölkerung und insbesondere Kindern und Jugendlichen Angst zu machen“, so Prien. Unionspolitiker Thomas Jarzombek weist darauf hin, dass es nach den Ergebnissen der PISA-Studie andere, präsentere Probleme gibt. “Wir müssen unsere Kinder schultüchtig machen und nicht kriegstüchtig“. Dem stimmte Kai Gehring (Die Grünen), Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bundestag, zu. Es seien erst zentrale Herausforderungen für das Bildungssystem anzugehen. 

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hebt hervor, dass der Schutzraum, den die Schule für Schüler:innen darstellt, von der Bundesregierung gewahrt werden müsse. Es sei Aufgabe der Bundeswehr, für Deutschlands Sicherheit zu sorgen. Ebenso gibt es Kritik aus Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nennt Stark-Watzingers Forderungen "nicht nachvollziehbar". "Ich halte es eindeutig für falsch, so was in Schulen durchzuführen", sagt SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben.

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Die Herausforderungen für Lehrkräfte und Schüler gleichermaßen sind in diesem Jahr nicht weniger, sondern eher mehr geworden. Die Nachwirkungen von Pisa, Lehrkräftemangel, Digitalisierung und zahlreiche offene Baustellen prägen Bildungsdeutschland im Frühjahr 2024. Lehrer News sprach hierüber mit dem Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Florian Fabricius, der uns zudem mehr über seine Beweggründe für das Amt verrät.

Lehrer News: Was sind 2024 die großen Themen für die Bundesschülerkonferenz (BSK)?

Fabricius: In diesem Jahr gibt es zwei entscheidende Themen: Chancengerechtigkeit und Digitalisierung.  

Am 2. Februar konnte endlich das Startchancenprogramm bei einer Sondersitzung der KMK beschlossen werden und damit ein echter Gamechanger in Sachen Chancengerechtigkeit ins Rollen gebracht werden. Bei diesem wird das Geld nicht mehr mit der Gießkanne, sondern gezielt an die bedürftigsten Schulen verteilt. Etwa 4000 Schulen erhalten die seit Jahren benötigte Unterstützung. Das Programm hat, anders als viele andere Bundesprogramme, ein klares Ziel: In zehn Jahren sollen an den geförderten Schulen nur halb so viele Schüler die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch verfehlen.  

Das Startchancenprogramm hilft jedoch nur jeder achten allgemeinbildenden Schule – das reicht bei weitem nicht.

Viele weitere Schulen haben mit gravierenden Problemen zu kämpfen und brauchen ebenfalls Unterstützung. Außerdem startet es nur langsam: Im nächsten Jahr werden erstmal nur 1000 Schulen unterstützt. Unsere Schulen leiden unter einem Investitionsstau von 44 Milliarden Euro, die Personalsituation ist kritisch und beides betrifft insbesondere Brennpunktschulen. Damit ist das Programm eher ein Tropfen auf den heißen Stein, ein kleiner, wenn auch wichtiger Schritt in die richtige Richtung.  

Das zweite Thema ist die Digitalisierung. Der Digitalpakt läuft im Mai aus, aber leider ist immer noch keine Ausgestaltung des Nachfolgers bekannt. Dabei werden wir an Schulen immer noch mit Overheadprojektoren unterrichtet. Aber selbst wenn die technische Ausstattung gegeben ist, fehlt es an Medienbildung, vor allem bei den  Lehrkräften. Viel zu häufig wurde gerade älteren Lehrkräften ein digitales Endgerät  angeschafft, aber ihnen wurde nicht ausreichend gezeigt, wie sie damit umgehen können. Schließlich hat es wenig mit Digitalisierung zu tun, wenn wir genau denselben  Unterricht machen, da die Lehrkräfte keinen anderen kennen, aber jetzt auf Tablets statt auf Papier schreiben. Stattdessen brauchen wir verpflichtende Fortbildungen in Medienkompetenz für Lehrkräfte, sodass die Chancen der Digitalisierung im Unterricht auch genutzt werden können. 

Das betrifft teilweise auch uns Schüler, wie ich selbst bei meiner Schwester miterleben konnte. Ihre Klasse hat erst kürzlich Tablets zur Verfügung gestellt bekommen – jedoch ohne jegliche Erklärung, wie man mit diesen umgehen kann. Das kann gar nicht funktionieren, schließlich fällt Medienkompetenz nicht vom Himmel. Den  Schülern muss klar vermittelt werden, was die Gefahren und Risiken, aber auch Chancen der Digitalisierung sind. Deshalb versprechen wir uns vom Digitalpakt 2.0 genau das: endlich die notwendige Infrastruktur schaffen und dann den Schülern erklären, wie digitale Medien im Unterricht genutzt werden können. Dafür müssen sich Bund und Länder schnellstmöglich einigen und auch die anschließende Förderung nach dem Auslaufen des Digitalpakts im Mai gewährleisten.  

Lehrer News: Welches Problem müsste die Politik jetzt am allerschnellsten angehen und wie? 

Fabricius: Die PISA-Studie dieses Jahr hat uns erneut aufgezeigt, wie sehr unser Bildungssystem versagt. Seit 2012 geht die Leistung der Schüler immer weiter zurück und wir befinden uns bei einem Tiefpunkt, wir sind noch schlechter als beim ersten großen PISA-Schock! Diese Ergebnisse einfach auf die Motivation der Schüler oder die Migration abzuwälzen, ist naiv. Denn unsere Leistungen sind nur Ausdruck unseres Bildungssystems, sodass wir feststellen müssen: Unser Schulsystem, nicht unsere Schüler, versagt auf ganzer Linie!  

Unser Schulsystem versagt nicht nur bei den Inhalten, es bricht regelmäßig Schüler. Jeder fünfte Schüler ist laut der PISA-Studie unzufrieden mit dem eigenen Leben, fast jeder Zehnte zeigt Symptome einer psychischen Erkrankung und vier von zehn spüren bereits körperliche Auswirkungen aufgrund ihrer mentalen Probleme. Unser Schulsystem ist mit Sicherheit nicht der einzige Faktor, aber der gewaltige Leistungsdruck in der Schule fordert seinen Preis.  

Unsere Zukunft hängt maßgeblich an unseren Leistungen oder unseren Noten, die leider nicht nur mit der eigenen Leistung zusammenhängen.

Laut einer Studie von mitunter dem IQB ist die Überschneidung von Note und Leistung gerade einmal bei etwa 20 Prozent. Doch gleichzeitig soll unsere gesamte Beteiligung, unsere Wortbeiträge und alles, was wir ansonsten in der Schule erreichen, in einfache Zahlen gepresst werden. Diese Bewertung kann nur scheitern! Dennoch entscheidet sie über unser Leben, was nicht nur Bulimie-Lernen und schlaflose Nächte mit sich bringt, sondern auch zu einem  enormen Leistungsdruck führt.  

Deshalb braucht es eine Anpassung der Bewertung. Noten in Form von Zahlen, welche nicht tiefer begründet werden, sollten in der Schullaufbahn so spät wie möglich vergeben werden. Und diese einsamen Zahlen müssen mit Erläuterung, Feedback oder Rückmeldung einhergehen, damit gefördert und nicht nur gefordert wird. Zudem müssen Schüler mit mentalen Problemen unterstützt werden, ein Schulpsychologe für 6300 Schüler reicht da bei weitem nicht aus. Stattdessen müssen Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter deutlich flächendeckender zum Einsatz kommen, damit die Schüler die notwendige Unterstützung erhalten. 

Lehrer News: Zuletzt wurde der erste Bildungskongress der BSK abgehalten, wie verändert sich gerade die Arbeit der BSK? 

Fabricius: Der Bildungskongress 2023 war für uns ein sehr großer Schritt, da wir fast 300  Schülervertreter aus ganz Deutschland versammeln konnten. Drei Tage lang sind wir miteinander ins Gespräch gekommen, haben mit Politikern diskutiert und Ideen gesammelt, wie wir die Bildungskrise überwinden und die Bildungswende schaffen können. 

Aus dem Bildungskongress, den Workshops und den Gesprächen dort ist ein großes Forderungspapier entstanden, das all unsere Anliegen, Ideen und Visionen zusammenfasst. Darin skizzieren wir unsere Vision eines funktionsfähigen, inklusiven und modernen Bildungssystems. Damit konnten wir mit der ganzen Basis abstimmen, in was für eine Schule wir zukünftig gehen wollen. Der Anklang für dieses Projekt ist weit über die 300 Schülervertreter hinausgewachsen: Unsere Petition #ZukunftBildung wird bundesweit von knapp 50.000 Menschen unterstützt.  

Zudem ist gerade ein anderes Großprojekt in Planung: Wir wollen eine bundesweite Schülerbefragung durchführen. Denn die PISA-Studie, der IQB-Bildungstrend und die IGLU-Studie fragen zwar die Kompetenzen und den Hintergrund der Schüler ab, wir selbst kommen aber nicht zu Wort. Da draußen gibt es Lehrkräfte-, Schulleitungs- und Elternstudien, aber kaum eine Schülerstudie. Das wollen wir ändern. Indem wir Lernende zu vielen verschiedenen Themen, sei es Rassismus, Bildung  für nachhaltige Entwicklung oder ihre mentale Gesundheit, befragen, können wir der Schülerschaft nicht nur eine Stimme verleihen, sondern sie aktiv zu Wort kommen lassen.  

Lehrer News: Wie finden Entscheidungsprozesse in der BSK statt, wie einigen Sie sich auf eine gemeinsame Linie bei Themen? 

Fabricius: Wir sind die Bundesschülerkonferenz und damit der Ort, an dem sich die Landesschülervertretungen zu den wichtigsten bildungspolitischen Themen austauschen können. Die Impulse für Themen kommen aus den einzelnen Landesschülervertretungen, die jeweils mit den Schülern im Austausch stehen und relevante Entwicklungen aufgreifen. Zudem beleuchten sie dort auch immer wieder neue Bereiche und lenken den bildungspolitischen Fokus auch auf weniger berücksichtigte Themenfelder.  

Was wir vertreten, ist nicht nur die Position eines einzelnen Bundeslandes oder einiger weniger Schüler, sondern wirklich Konsens von allen Mitgliedsländern. Das bedeutet häufig sehr viel verhandeln, damit wir eine Position finden, mit der wirklich alle einverstanden sind. Gleichzeitig können die Landesschülervertretungen auch eigene Schwerpunkte setzen und sich für diese im eigenen Bundesland noch einmal besonders einsetzen. 

Lehrer News: Wie groß schätzen Sie den Einfluss der BSK auf die Politik ein und was könnte sich hier noch in Ihrem Sinne ändern? 

Fabricius: Insbesondere in den letzten paar Monaten waren wir als Bundesschülerkonferenz sehr aktiv und konnten uns intensiv mit der Politik austauschen. Das geht von Mitgliedern des Bundestages über die Bundesbildungsministerin hin zur Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Damit können wir immer wieder die Forderungen der Schüler  präsent machen und damit die ein oder andere Entscheidung beeinflussen.  

Ganz besonders deutlich war das etwa bei der PISA-Studie, allein schon, durch die geballte mediale Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit dem Bundeselternrat und der Präsidentin der Kultusministerkonferenz haben wir eine Pressekonferenz gehalten, die von zahlreichen Journalist:innen besucht wurde. Dadurch können wir den Druck auf die Politik erhöhen und zeigen, dass sich endlich etwas ändern muss.  

In beiden Fällen versuchen wir immer wieder die Ansprechpartner zu sein, wenn es um Interessenvertretung geht, doch die Initiative muss immer von uns kommen. Wir sind diejenigen, die auf den Bildungsausschuss, auf die Bundesbildungsministerin und auf die Präsidentin der Kultusministerkonferenz zugehen. Eigentlich darf das nicht der Fall  sein, denn diejenigen, die Politik für Schüler machen, sollten doch auch ein Interesse daran haben, mit den Schülern zu sprechen. Stattdessen ist diese Einbindung und Partizipation häufig nur heiße Luft, die in Sonntagsreden bei der Bedeutung von Bildung erwähnt wird. Wir selbst sollten das Sprachrohr der Schülerschaft sein und nicht auch noch den Politikern die Ohrenschützer abnehmen müssen.  

Doch selbst wenn wir das erreichen, verschließen die Politiker zu häufig die Ohren. Wir reden zwar mit ihnen, aber es entsteht kein substanzieller Austausch. Stattdessen werden wir, selbst wenn es zu Gesprächen gekommen ist, zu häufig als Jugendliche abgetan und damit ignoriert. Stattdessen muss den Schülern zugehört werden und die von uns eingebrachten Impulse in den politischen Entscheidungen berücksichtigt werden.  

Lehrer News: Politische Arbeit ist ja immer ein Aushandlungsprozess, wie häufig frustriert Sie das auch? 

Fabricius: Sehr häufig. Wir versuchen uns für die Interessen der Lernenden starkzumachen, aber es dauert sehr lange, bis sich tatsächlich etwas verändert. Bei uns im Plenum funktioniert das ganz gut, da wir als Schülervertreter miteinander eng vernetzt sind und deshalb eine schnelle und direkte Kommunikation gewährleisten können. Aber sobald es um die Bund-Länder-Beziehung geht, sieht das anders aus.  

Das sehen wir etwa beim Startchancenprogramm. Die Länder haben sich monatelang bei der Finanzierung gedrückt und wollten sich zunächst nur mit einem sehr geringen Anteil an Mitteln gegenseitig finanziell unterstützen.

Dieses lange Hin und Her, das gibt ein sehr schlechtes Signal an alle, die auf die Bildungsgerechtigkeit und Veränderung in der Bildungslandschaft warten. 

Meist werden die Probleme in unserem Bildungssystem auf den Bildungsföderalismus zurückgeführt und dieser verunglimpft. Wir hingegen wollen den Föderalismus nicht  abschaffen, stattdessen verändern: Statt eines Streites über längst notwendige Reformen braucht es deutlich mehr Kooperation, um Innovationen hervorbringen, indem ein Land mutig voranschreitet, die restlichen Länder aber auch nachziehen, wenn eine Initiative Erfolg zeigt.  

Lehrer News: Was hat Sie dazu motiviert, sich für den Posten des Generalsekretärs zu bewerben? 

Fabricius: Zu Beginn meiner Reise in der Schülervertretung hat mich ein Umstand besonders  gestört: Uns Lernenden wird kaum zugehört. An meiner Schule gab es sehr motivierte Schülervertreter, aber viel von diesem Engagement ist im Sand verlaufen, da sie immer wieder auf Widerstände gestoßen sind oder gar nicht erst angehört wurden. Das wollte ich ändern und habe als Schülersprecher immer wieder den Dialog mit der Schulleitung, aber auch gezielt mit einzelnen Lehrkräften gesucht, um diese für Schülerinteressen einzunehmen.  

Als Schülervertreter auf Bundesebene will ich genau das Gleiche schaffen. Denn auch in der Politik fühlen wir Schüler uns häufig alleingelassen. Es gibt so viele  Interessensgruppen und Lobbyverbände, die immer wieder berücksichtigt werden, aber wir Schüler können nicht wählen und werden deshalb häufig vergessen. Dabei  gibt es ganze 11 Millionen Schüler in Deutschland und wir sind die Wähler von morgen. Gerade deshalb war es mir immer besonders wichtig, in den Austausch mit der Politik zu treten und klarzustellen: Wir Schüler sind nicht nur die zukünftigen Wähler, sondern die ganze Zukunft unseres Landes. Deshalb müssen wir gehört werden.  

Lehrer News: Was hat sich seitdem an Ihrem Alltag verändert? 

Fabricius: Fast alles ;) 

Schon in meiner Zeit als Schülersprecher habe ich sehr viel Zeit in mein Engagement gesteckt, schließlich ist der Austausch mit Lehrkräften und Schulleitung auch sehr anspruchsvoll. Damals konnte ich es noch viel direkter spüren, wenn ich etwa für mehr Nachhaltigkeit in der Mensa oder weniger Hausaufgaben während der Klausurenphasen eingetreten bin. Als Kreisschulsprecher hatte ich bereits erste Berührungspunkte mit „der Politik“, etwa, als wir uns für mehr Digitalisierung starkgemacht haben. In der Landesschülervertretung ging es dann sehr viel mehr um Politik: Wie können wir uns mit den entscheidenden Akteuren austauschen? Wie können wir dem Thema mehr mediale Aufmerksamkeit schenken? Wie können wir unser doch sehr großes Gremium besser organisieren? All das sind Fragen, die auf dem Weg zur Bundesschülerkonferenz immer relevanter wurden. Jetzt ist mein Engagement noch einmal etwas ganz anderes.

Bereits auf der Landesebene hat man immer mehr das Gefühl, eine Lobby für diejenigen zu sein, über die immer entschieden wird, die aber selbst nicht zu Wort kommen dürfen.

Jetzt habe ich diesen Eindruck noch viel stärker, allein schon, da ich für viel mehr Schüler spreche. Selbstverständlich ist es gerade dann umso wichtiger, auch zu wissen, was die Schülerschaft möchte, weshalb ich mich intensiv mit den Landesschülervertretungen austausche. Aber auch mit den Schülern direkt trete ich in Kontakt, indem ich Schulen besuche oder Workshops gebe und an Podiumsdiskussionen teilnehme. Mit all dem versuche ich meinen Horizont zu erweitern und noch besser alle Schülerinteressen zu verstehen.  

Das bedeutet auch, dass ich mittlerweile häufiger in Berlin als in Frankfurt bin, sei es, um dort Mitglieder des Bundestags, Bildungsverbände oder Journalisten zu treffen. Dazu kommen unzählige digitale Austausche oder Interviews und viele Veranstaltungen. Obwohl also die Arbeit auf Schul- und Kreisebene gleich viel Zeit in Anspruch nehmen kann, bin ich plötzlich eine Person des öffentlichen Lebens und kann mich für Schüler in ganz Deutschland starkmachen. Damit einher geht auch viel Verantwortung, dessen bin ich mir bewusst. Für mich ist das aber vor allem ein Ansporn, mich noch mehr für die Schülerschaft einzusetzen und all die Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen.  

Lehrer News: Wie können Lehrkräfte die Arbeit der BSK unterstützen? 

Fabricius: Die Lehrkräfte sind für uns Schülervertreter immer zentrale Ansprechpartner, weshalb wir beispielsweise mit der GEW und dem Philologenverband zusammenarbeiten. Bei der Pressekonferenz zur PISA-Studie haben wir etwa ein gemeinsames Statement mit der GEW abgegeben, um wirklich alle Gruppen, Eltern, Lehrkräfte und Schüler, zu vertreten.  

Als Bundesschülerkonferenz sind wir die Anwälte der Betroffenen, also aller Schüler. Damit geht es uns nicht um eine Unterstützung von uns, sondern um Partizipation und Schülervertretung allgemein. Am meisten können Lehrkräfte uns also helfen, wenn Sie sich für die Schüler in der eigenen Schule einsetzen. Das geschieht, indem sie die auf die Schüler zugehen und ihnen zeigen, wie sie etwas verändern können. Damit schaffen die Lehrkräfte nicht nur eine bessere Schulgemeinschaft, sondern auch eine starke Schülervertretung. Diese kann dann auch in den höheren Ebenen Verantwortung  übernehmen und uns so aktiv bei unserer Arbeit unterstützen.  

Ganz praktisch kann das als Verbindungslehrkraft oder in Schulkonferenzen  geschehen. Damit schaffen Lehrkräfte es, zu einem direkten Ansprechpartner für  ihre Schüler zu werden und ihre Interessen noch besser zu unterstützen. Diese Partizipation muss nicht immer in den formalen Gremien der Schule passieren – auch  Initiativen wie die Gründung eines Mensazirkels, Schule mit Courage und eine Demokratiewerkstatt schaffen weitere Orte, an denen die Schüler für Partizipation begeistert werden können. Damit wird nicht nur die Demokratie gestärkt, dieses  Engagement überträgt sich meist auch auf die Arbeit in der Schülervertretung, da die Lernenden verstehen, dass sie auch dort etwas bewirken können.

Lehrer News: Vielen Dank für das Gespräch! 

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Nähen, sägen, schneiden, schleifen – der Werk- und Technikunterricht soll Schüler:innen nicht nur wichtige handwerkliche Fähigkeiten nahebringen, sondern auch technisches Know-How und den richtigen Umgang mit Werkzeugen vermitteln. Ursprünglich sollte das Fach Werken auf eine berufliche Tätigkeit im Handwerk vorbereiten. Nichtsdestotrotz ist der handwerkliche Unterricht von Vorteil, um den Schüler:innen Fähigkeiten, wie Planung und Präzision beizubringen, die in anderen Schulfächern, sowie dem späteren Leben wichtig sind. Der Werk- und Technikunterricht erfreut sich bei vielen Schüler:innen großer Beliebtheit. Die Kinder entwickeln bereits im Kindergarten Stolz für ihre eigenen kreativen Kreationen und fördern somit ihre Fantasie und Feinmotorik. 

Verschiedene soziale Netzwerke wie beispielsweise Instagram bieten vielfältige Inspirationen und Ideen zur Unterrichtsgestaltung handwerklicher Fächer. Deshalb stellen wir Euch in diesem Artikel einige der besten Instagram-Kanäle für den Werk- und Technikunterricht vor. 

Vom Bilderrahmen zum Insektenhotel: Handwerkliche Meisterwerke im Klassenzimmer

werken_mein_lieblingsfach 

Monika Seibert zeigt auf ihrem Instagram-Kanal werken_mein_lieblingsfach die aktuellen Arbeiten ihrer Schüler:innen und teilt wertvolle Tipps und Tricks. Erst kürzlich hat sie mit ihrer Klasse Tonmandalas gestaltet, die als Tassenuntersetzer oder als Blumenstecker im Garten genutzt werden können. Auch die von den Kindern selbst genähten Kuschelmonster kommen sehr gut an. Zudem verweist Monika auf ihre gleichnamige Website, auf der sie umfangreiche Anleitungen und Unterrichtsinhalte zu den Werkstücken, sortiert nach verschiedenen Materialien, zur Verfügung stellt. Monika hat ihr erstes Staatsexamen in München gemacht und war danach  einige Jahre an verschiedenen Schulen tätig. Seit 2020 unterrichtet sie an der Grundschule Tapfheim. Am wichtigsten ist der Grundschullehrerin, dass die Kinder sich kreativ ausleben können und lernen, mit unterschiedlichen Materialien und Techniken umzugehen.

(Quelle: werken_mein_lieblingsfach

ttg_dogi

Der Instagram-Kanal ttg_dogi wird von einer engagierten Lehrerin für technisches und textiles Gestalten aus der Schweiz geführt. Hier bekommt ihr informative Einblicke in konkrete Schülerprojekte. Von Holzarbeit bis hin zu Vogelhäuschen – der mit Leidenschaft geführte Kanal bietet einen hilfreichen Anlaufpunkt für Lehrer:innen und Schüler:innen, die ihrer Kreativität Ausdruck verleihen  wollen. Neben den Ergebnissen der Schulkinder teilt ttg_dogi teilweise auch ihre persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Welt des kreativen Lehrberufs.

(Quelle: ttg_dogi)

fantasiewerk.ch

Ebenfalls aus der Schweiz kommt der Kanal fantasiewerk.ch, welcher von Sabrina Müller betrieben wird. Sie ist Kunstlehrerin und ihre Instagram-Posts drehen sich rund um das Thema Basteln, Handarbeit und Werken. In kurzen Videos zeigt sie die Bastelergebnisse sogar in Aktion. Sabrina ist allerdings nicht nur Lehrerin, sondern auch Bloggerin. Zusammen mit drei anderen Bloggerinnen und einer Fotografin betreibt sie den mit viel Liebe geführten Blog fantasiewerk. Dort finden sich zahlreiche praxisorientierte DIY-Ideen für Schul- und Kindergartenkinder, sowie detaillierte Anleitungen wie z.B. für ein Vogelhäuschen oder passend zu Ostern ein Osterhasenfadenbild. Der Instagram-Kanal und vor allem der Blog sind ausgezeichnete Inspirationsquellen und perfekt geeignet für (Grundschul)lehrer:innen, die auf der Suche nach neuen Impulsen sind.

(Quelle: fantasiewerk.ch)

die_werklehrerin

Auch der Instagram-Kanal die_werklehrerin widmet sich der Welt des handwerklichen Unterrichts. Von Holzbearbeitung über Keramik bis hin zu Textilbearbeitung deckt Sandra auf ihrem Kanal eine ganze Bandbreite an handwerklichen Techniken ab. Dank den regelmäßigen neuen Projekten und Anleitungen, die sie teilt, ist die_werklehrerin eine geschätzte Ressource für Lehrer:innen, die ihren Unterricht abwechslungsreich gestalten wollen. Darüber hinaus teilt Sandra auf ihrem YouTube-Kanal in kurzen Videos weitere Anregungen, die sich perfekt für den Unterricht nutzen lassen.

(Quelle: die_werklehrerin)

Welche Kanäle oder Blogs fehlen eurer Meinung nach noch in unserer Liste? Und welche handwerklichen Projekte könnt ihr empfehlen, um die kreativen Funken im Klassenzimmer sprühen zu lassen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Ein Gastbeitrag von Paul Messall.

Lehrer werden – das war bereits seit Kindertagen mein Traumberuf. Ich kann mich erinnern, dass ich in einem Freundebuch-Eintrag in der dritten Klasse das Feld Traumberuf mit „Lehrer“ ausfüllte. Später entwickelte sich die Tendenz, dass ich gerne allgemein mit Kindern arbeiten wollte. Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und zu beobachten, wie sie Fortschritte machen, lernen und ihre kreative Fantasie entfalten, ist einfach faszinierend – das empfinde ich immer noch.

Mit viel Motivation begann ich nach meinem Abitur und einem anfänglichen Studienfehlgriff endlich mein lang ersehntes Lehramtsstudium in Hessen. Ursprünglich wollte ich gleich Grundschullehramt studieren, der Erzfeind Numerus Clausus hat mir jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber wäre ich ohne super tolles Abitur ein schlechterer Lehrer? Es wurde schließlich Deutsch und Geschichte für Haupt- und Realschulen, was ich jedoch auch cool fand, vor allem Ersteres. Ein Praktikum an dieser Schulform zeigte mir, dass mir der Unterricht dort ebenso Freude bereitet. Im Herbst 2018 startete mein Lehramtsstudium. Dass das Lehramtsstudium nicht viel mit der Praxis zu tun hat, wusste ich bereits vorher, aber das, was mich dann erwartete, übertraf alles. Die meisten Dozierenden haben selbst noch nie unterrichtet oder überhaupt selbst Lehramt studiert, die Inhalte waren meist praxis- und realitätsfern und fast alle Veranstaltungen waren schulform- und studiengangsübergreifend. Ich habe jede Veranstaltung meines Studienplans besucht und jedes Mal vergeblich nach dem Aha-Effekt gesucht, im Sinne von „Das brauche ich später als Lehrer“. Natürlich gab es das ein oder andere Seminar, in dem man ein paar Tipps bekommen hat. Diese Seminare waren jedoch an einer Hand abzuzählen. Für die gesamte Lehrerpraxis ist das Studium einfach komplett unzureichend.

Während des Studiums verschlechterte sich meine Augenkrankheit – genannt Keratokonus. Vor allem zum Ende meines Studiums bemerkte ich eine deutliche Verschlechterung. Lesen kleiner Schrift fiel mir schwerer, auch bei längerer Konzentration auf lange Texte konnte ich diese schwerer lesen. Vor allem in diesem Bereich habe ich Einschränkungen. Die Krankheit ist recht selten, hält sich bei mir jedoch (derzeit) konstant. Trotzdem erhielt ich einen Behinderungsgrad von 50. Die Krankheit macht die Arbeit an einer weiterführenden Schule fast unmöglich. Kleinstschrift in Büchern lesen, mehrere hundert Seiten Aufsätze korrigieren, all das ist entweder nicht mehr möglich oder würde meine Augenerkrankung vielleicht noch verschlimmern. An der Grundschule funktioniert alles wie vorher. Viele verstehen das nicht, jedoch ist die Vor- und Nachbereitung an Grund- und weiterführenden Schulen natürlich genauso unterschiedlich wie der Unterricht an sich.

Im Mai 2022 schloss ich mein Lehramtsstudium ab. Endlich fertig, dachte ich – Jetzt kann es losgehen. Aus persönlichen Gründen hat mich mein Weg gleich nach dem Abschluss nach Berlin gebracht. Ich wusste, dass die Berliner Grundschulen unter starkem Lehrermangel leiden und genau an dieser Schulform wollte ich arbeiten. Das passt doch eigentlich perfekt, dachte ich mir – doch dann kam die Ernüchterung. Auf die Anfrage an den Bildungssenat, ob ich an einer Grundschule mein Referendariat absolvieren darf, kam die Antwort: „Nein, Sie können in der Ausbildung Ihr Referendariat nicht an einer Grundschule absolvieren, da Sie ja nicht auf Grundschullehramt studiert haben.“ Komisch, ich darf nicht an die Grundschule, weil ich kein Grundschullehramt studierte, aber ich soll ans Gymnasium, was ich ebenso nicht studierte und für das ich in Hessen eigentlich sogar zwei Semester länger studieren müsste? In Berlin existiert meine studierte Schulform übrigens seit Jahren nicht mehr. Die Begründung fiel bei fast jeder Anfrage an den Senat oder die Kultusministerkonferenz anders aus. Manchmal lag es auch daran, dass ich keine Mathematik studiert habe. Tja, es gibt jedoch auch Bundesländer, in denen man Grundschullehramt ohne Mathematik studieren kann, in dem Fall dürfte ich laut Senat jedoch an einer Grundschule das Referendariat absolvieren, auch ohne Mathematik. Ein wesentlicher Widerspruch betrifft dabei auch die ehemalige Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse, die in der ersten Zeit meines Engagements im Amt war. Diese studierte Politik und Geografie auf Lehramt, keine Mathematik und kein Deutsch, absolvierte jedoch trotzdem damals ihr Referendariat an einer Grundschule in Berlin. Heute ist sie Präsidentin der KMK und entspricht nicht einmal selbst dem, was die KMK und der Bildungssenat als Begründung für meine Ablehnung an der Grundschule nennen.

Zweimal bewarb ich mich für das Referendariat. Nach dem zweiten Versuch erhielt ich prompt eine Art Absage vom Senat: „Ihrem Wunsch den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Grundschulen zu absolvieren kann nicht entsprochen werden“. Seiteneinsteiger ohne Lehramtsstudium dürfen als Lehrkraft arbeiten, selbst wenn sie aus einem komplett anderen Bereich kommen und nicht studiert haben. Mit der Zeit fasse ich dies so auf, dass ich den Bildungsministerien zu unqualifiziert bin. Es ist mittlerweile einfacher, ohne Lehramtsstudium an einer Schule zu arbeiten, als mit einem Lehramtsstudium an einer anderen Schulform zu arbeiten.

Auch Lehrkräfte, die körperliche Gewalt gegen Schüler:innen anwenden, dürfen weiterhin als Lehrkraft arbeiten, da die Gesetzeslage derzeit noch keine Sanktionen für diese Situation vorsieht. Es scheint schon etwas willkürlich, dass die Bildungsministerien Gewalt an Schüler:innen dulden, wie Vorkommnisse in Krefeld, Berlin-Pankow oder kürzlich in Gießen zeigen, aber Lehramtsabsolvent:innen keine Wahlfreiheit der Schulform oder andere Lockerungen gewähren.

Der Bildungssenat riet mir, zurück nach Hessen zu gehen – zweimal – in offiziellen Schreiben. Ich bin immer noch etwas baff, wenn ich darüber nachdenke, da in Berlin Grundschullehrkräfte dringend gesucht werden. In Hessen dürfte ich das Referendariat ebenso nicht an einer Grundschule absolvieren und dort wohne ich auch schon lange nicht mehr. Ich denke, das wusste der Senat auch und man hielt sich an das Motto „Sollen sich doch andere kümmern“. Ist das der richtige Weg neue Lehrkräfte anzuwerben?

Mehrere Male versuchte ich 2023 Kontakt zu der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch aufzunehmen. Zunächst war ich über die Rückmeldung recht erstaunt. Das Sekretariat teilte mir mit, dass man „wirklich sehr gewillt [ist], allen Anliegen tätig zu werden und zu helfen“ und „bei der Senatsleitung von Frau Günther-Wünsch […] Ihre Nachricht in den richtigen und guten Händen“ ist. Mittlerweile weiß ich, dass dies nur ein Ablenkungsmanöver war. Man ist weder gewillt, tätig zu werden, noch werden die Anliegen ernst genommen. Nach all dem Schriftverkehr mit dem Bildungssenat Berlin, den Bildungsministerien anderer Bundesländer und der KMK stelle ich allmählich fest, dass diese Institutionen keinen Bezug zur Realität haben – derweil erkennt man die daraus folgenden Auswirkungen.

Jetzt sind es fast zwei Jahre, in denen ich mich für eine Reformierung einsetze. Ich hatte Kontakt mit den regierenden Parteien Berlins, mit Antidiskriminierungsstellen, der GEW, habe versucht, die Senatorin zu kontaktieren und war mehrfach in der Presse – zusammengekommen sind insgesamt rund 200 Seiten Schriftverkehr. All das wird von dem Bildungssenat und einigen Parteien ignoriert, Änderungsvorschläge und Kritik sind unerwünscht, Missstände und Widersprüche werden damit vertuscht. Zunächst fingiertes Interesse wendete sich schnell zu Gleichgültigkeit und Ausreden, um nichts an dem Schulsystem verändern zu müssen. Werde ich doch vielleicht eher wegen der Behinderung ausgegrenzt? Oder sind es die anhaltenden Geschlechter-Klischees? Ist es mein Engagement? Ich weiß es nicht.

Theoretisch hätte ich das Referendariat im Sommer 2024 abgeschlossen und hätte voll als Lehrer an einer Grundschule arbeiten können. Stattdessen arbeite ich in der Öffentlichkeitsarbeit eines Start-ups, während jemand mit einem Studium für diesen Beruf jetzt als Lehrkraft an einer Grundschule arbeitet – irgendwie verdreht. Ich bin jedoch dankbar, dass mir das Unternehmen die Chance gab, dort zu arbeiten, da man mit einem Lehramtsstudium oft stigmatisiert wird.

Es gibt sehr viele junge Lehrkräfte und Absolvent:innen in meiner Situation, dies bestätigte die GEW und selbst der Senat. Das sind alles potenzielle und motivierte Lehrkräfte, die aufgrund der Bürokratie und der nachlassenden Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bildungsakteure entweder nachgeben oder den Lehrerberuf an den Nagel hängen müssen. Währenddessen arbeiten Menschen aus ganz anderen Bereichen als Lehrkräfte. Da fragt man sich doch, wozu man noch auf Lehramt studieren soll.

Die Berliner Morgenpost hat für mich mit der Bildungssenatorin in Berlin Kontakt aufgenommen. Diese wollte die Angelegenheit noch einmal überprüfen lassen. Das Ganze ist schon einige Monate her. Erfahrungsgemäß ist dies eher ein Täuschungsmanöver um Ruhe zu haben, eine Antwort brauche ich nicht mehr zu erwarten. Es ist schon grotesk, wenn man immer wieder liest, dass Lehrkräfte händeringend gesucht werden, die Bildungsministerien jedoch angehende Lehrkräfte in verschiedenen Situation ignorieren.

Ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden, das Referendariat nicht mehr zu absolvieren. Hätte ich es gleich nach meinem Studium beginnen dürfen, würde ich diesen Sommer das Referendariat abschließen. Man will mich nicht und nach zwei Jahren Schweiß, Tränen und psychischer Belastung muss ich das akzeptieren. Ich bin einer von vielen, denen durch die Bürokratie und die abstrakten Vorstellungen der KMK sowie der Bildungsministerien der Eintritt in den Lehrerberuf versagt wurde.

Man mag sich jetzt vielleicht fragen, warum ich mir den „Hintern“ so aufreiße, oder? Unser Schulsystem befindet sich in einer unübersehbaren Krise. Es muss sich viel ändern und dazu zählt auch die Lehrerausbildung und -einstellung, die oftmals vernachlässigt wird. Wir brauchen mehr Flexibilität, Chancengleichheit und primär Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Bildungsakteure.

Zum Autor: Paul Messall hat von 2018 bis 2022 Lehramt in Hessen studiert. Seit einigen Jahren leidet er an der Augenkrankheit Keratokonus und einer Myopie auf dem linken Auge sowie einer Hyperopie auf dem rechten. Seit Mai 2022 setzt sich Messall als Bildungsaktivist für die Reformierung und Lockerung in der Lehrkräfteausbildung und dem Referendariat ein. Dabei arbeitet er mit verschiedenen bildungspolitischen Organisationen zusammen. Derzeit arbeitet er im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in einem Berliner Unternehmen. Sein Traum ist es weiterhin, Lehrer zu werden. Das Referendariat möchte er jedoch nicht mehr absolvieren.

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Unterrichtsvorbereitung, Recherche,  Klausurkorrektur — als Lehrkraft verbringt ihr oft viele Stunden am Schreibtisch. Schon nach wenigen Momenten beginnt es manchmal im Nacken zu ziehen und im Rücken zu stechen. Ihr wisst schon gar nicht mehr, wie ihr die restlichen Stunden hinter euch bringen sollt, wenn das so weiter geht? Auch im Unterricht sitzt ihr wieder, wenn eure Schüler:innen selbstständig arbeiten und die Rückenschmerzen beginnen wieder von vorne. Wenn das vertraut für euch klingt, ist ein ergonomischer Schreibtischstuhl vielleicht eine Idee für euch. Wir stellen euch die besten Modelle vor! 

Warum es ein ergonomischer Schreibtischstuhl sein sollte

Als Lehrkraft verbringt ihr mehrere Stunden im Sitzen. In dieser beruflichen Realität spielt der richtige Schreibtischstuhl eine entscheidende Rolle, um Gesundheit, Komfort und Produktivität zu gewährleisten. Ein ergonomischer Stuhl bietet die nötige Unterstützung, um Belastungen des Rückens, Nackens und der Schultern zu minimieren, die durch längeres Sitzen entstehen können.

Außerdem könnt ihr mit dem richtigen Stuhl eure Wirbelsäule unterstützen und somit eine natürliche Sitzhaltung fördern. Dies reduziert das Risiko von Rückenschmerzen, die häufig durch eine falsche Körperhaltung oder mangelnde Unterstützung entstehen.

Moderne ergonomische Schreibtischstühle bieten oft verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, die es euch ermöglichen, eure Sitzposition anzupassen und sich frei zu bewegen. Weiterhin leistet ihr damit eine langfristige Investition in die eigene Gesundheit, indem ihr auf eure körperliche Gesundheit achtet, könnt ihr Rückenproblemen und Haltungsschäden vorbeugen. 

Komfort am Arbeitsplatz ist außerdem entscheidend für die Produktivität. Ein ergonomischer Schreibtischstuhl ermöglicht es euch, euch auf eure Aufgaben zu konzentrieren, ohne von Unbehagen oder Ablenkungen durch Rückenbeschwerden abgelenkt zu werden. Dies kann zu einer effizienteren Unterrichtsvorbereitung und einem besseren Unterrichtserlebnis führen.

Worauf ihr beim Kauf achten solltet

Als Lehrer:innen wisst ihr, wie wichtig ein guter Schreibtischstuhl für euren Arbeitsalltag ist. Doch worauf solltet ihr bei der Auswahl eines ergonomischen Stuhls achten? Hier sind einige wichtige Punkte:

(Quelle: Commons, KleinerKorrektor)

Verstellbare Sitzhöhe: Achtet darauf, dass der Schreibtischstuhl eine verstellbare Sitzhöhe hat, damit ihr ihn an eure individuelle Körpergröße anpassen könnt. Dadurch könnt ihr sicherstellen, dass eure Füße fest auf dem Boden stehen und eure Knie in einem rechten Winkel gebeugt sind.

Unterstützende Rückenlehne: Die Rückenlehne des Stuhls sollte ergonomisch geformt sein und euren Rücken optimal stützen. Idealerweise sollte sie in der Höhe verstellbar sein, um sich an verschiedene Körpergrößen anzupassen, und über eine Lordosenstütze (verstärkte Polsterung im Bereich des unteren Rückens) verfügen, um euren unteren Rücken zu entlasten.

Einstellbare Armlehnen: Achtet darauf, dass die Armlehnen verstellbar sind, um eure Arme in einer bequemen Position zu halten und Nacken- sowie Schulterverspannungen zu vermeiden. Die Höhe und Breite der Armlehnen sollte anpassbar sein, um eine optimale Unterstützung zu gewährleisten.

Sitztiefe und Sitzneigung: Achtet darauf, dass die Sitzfläche des Stuhls in der Tiefe verstellbar ist, um sicherzustellen, dass eure Oberschenkel vollständig auf der Sitzfläche aufliegen und eure Kniekehlen etwa eine Handbreit Platz haben. Eine verstellbare Sitzneigung ermöglicht es euch, die optimale Position für eure Arbeit einzustellen und eine gute Durchblutung zu fördern.

Armlehnen: Euer Schreibtischstuhl sollte über verstellbare Armlehnen verfügen, um euren Arbeitskomfort zu maximieren und Nacken- sowie Schulterverspannungen zu reduzieren. Achtet darauf, dass die Armlehnen sowohl in der Höhe als auch in der Breite anpassbar sind. So könnt ihr sicherstellen, dass eure Arme in einer natürlichen Position ruhen und euer Arbeitsplatz optimal auf eure Bedürfnisse abgestimmt ist.

Qualität der Polsterung und Materialien: Achtet auf hochwertige Polsterung und atmungsaktive Materialien, um Komfort während langer Arbeitsstunden zu gewährleisten und Druckstellen zu vermeiden. Ein Stoffbezug, der leicht zu reinigen ist, kann ebenfalls von Vorteil sein.

Die besten Modelle

hjh OFFICE PRO-TEC 400

Der hjh OFFICE PRO-TEC 400 ist ein ergonomischer Bürostuhl, der sowohl für große und schwere Personen bis zu 210 cm Körpergröße als auch für kleinere oder durchschnittliche Personen geeignet ist. Er bietet individuelle Einstellmöglichkeiten für die Sitzhöhe, Sitztiefe und Höhe der Rückenlehne, um eine optimale Anpassung an die Bedürfnisse des Nutzers zu gewährleisten. Mit einer verstellbaren Kopfstütze für regelmäßige Entspannung, stabil in Position, und 4D-Armlehnen für zusätzlichen Komfort und Flexibilität bietet dieser Stuhl ein Höchstmaß an Komfort. Die dick gepolsterte Sitzfläche, Rückenlehne und Kopfstütze mit strapazierfähigem Bezug (80.000 Scheuertouren im Martindale Test) sorgen für Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit. Die Synchronmechanik ermöglicht eine feine und dynamische Anpassung an das Körpergewicht und ist optional arretierbar. Den Stuhl findet ihr online für knapp 500 Euro. Einen ausführlichen Test könnt ihr euch auch bei Youtube ansehen. 

(Quelle: buerostuhl24)

Trendoffice to-strike comfort pro

Der Trendoffice to-strike comfort pro wurde von Stiftung Warentest als Testsieger ausgezeichnet und erhielt die Gesamtnote 2,0 (Ausgabe 09/2021). Diese Auszeichnung unterstreicht seine Qualität und Leistungsfähigkeit. Mit einer höhenverstellbaren Polster-Rückenlehne (58–65 cm) inklusive integrierter Lordosenstütze bietet er eine optimale Unterstützung für den Rücken. Der Schiebesitz ist sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe stufenlos verstellbar (Sitzbreite: 51 cm), während die 4F-Armlehnen mit 4 Funktionen (Höhe, Breite, Tiefe) ausgestattet sind und sich um 25° radial schwenken lassen. Zusätzlich bietet der Stuhl 5 Jahre Garantie und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen auch nach dem Garantiezeitraum auf Anfrage. Mit lastabhängig gebremsten Rollen für harte und weiche Böden sowie einem ausgeglichenen Rollwiderstand sorgt er für optimalen Komfort und ein angenehmes Sitzgefühl. Mit ca. 350 Euro befindet ihr euch mit diesem Modell ebenfalls im preislichen Mittelfeld. Einen ausführlichen Test zu diesem Modell findet ihr bei YouTube.

(Quelle: Amazon)

Topstar Open Point SY Deluxe Bürostuhl

Der Topstar Open Point SY Deluxe Bürostuhl wurde speziell für Personen mit Bandscheibenproblemen entwickelt, um diesen vorzubeugen und eine verbesserte Ergonomie zu bieten. Die Rückenlehne stabilisiert die Wirbelsäule und unterstützt die natürliche Haltung des Rückens. Als ergonomischer Syncro-Bandscheibendrehstuhl verfügt er über höhenverstellbare Armlehnen und eine atmungsaktive Rückenlehne. Mit einer Belastbarkeit von bis zu 110 kg bietet er Stabilität und Komfort für den täglichen Gebrauch. Dieser Bürostuhl kostet nur um die 160 Euro und ist eine der günstigsten Alternativen, wenn ihr nicht so viel Geld in die Hand nehmen wollt. Wenn ihr einen genaueren Blick auf dieses Modell werfen wollt, könnt ihr euch den Stuhl auch bei YouTube  ansehen. 

(Quelle: Amazon)

Markus (IKEA)

Der Ikea Drehstuhl Markus ist nicht nur praktisch, sondern auch schick und ergonomisch gestaltet. Mit einem Preis von 149 Euro ist er zudem erschwinglich. Dieser Stuhl bietet verschiedene Anpassungsmöglichkeiten, um den Komfort am Schreibtisch zu maximieren. Die Sitzhöhe kann nach den eigenen Wünschen eingestellt werden und dank des Netzgeflechts bleibt die Luftzirkulation auch an heißen Tagen gewährleistet. Die Wippfunktion sorgt für ein entspanntes Sitzen, und verschiedene Sitzneigungen unterstützen dich bei deiner Arbeit. Der Stuhl bietet ein angenehmes Sitzgefühl und die Möglichkeit, sich zurückzulehnen und zu entspannen. Auch zu diesem Stuhl findet ihr online ausführliche Videos

(Quelle: IKEA)

Unser Preis-Leistungs-Sieger: FlexiSpot BS8 Pro

Der FlexiSpot BS8 Pro ist inspiriert von der Form eines Flamingos, was eine natürliche S-Form der Wirbelsäule unterstützt. Mit einer großen Sitzfläche bietet er langanhaltenden Komfort. Die zweigeteilte, Mesh-bezogene Rückenlehne ist in der Höhe verstellbar und dreifach neigbar, wobei die obere Lehne nach hinten geschwungen ist, um entspanntes Zurücklehnen und eine Kopfauflage zu ermöglichen. Die 3D-Armlehnen sind um 360° drehbar, wodurch der Stuhl eine ausgezeichnete Flexibilität und Anpassungsfähigkeit besitzt. FlexiSpot ist bekannt für qualitativ hochwertiges und vielseitiges ergonomisches Zubehör, und der BS8 Pro ist keine Ausnahme. Er ist in Schwarz und Grau erhältlich, für ein Körpergewicht von bis zu 150 kg geeignet und kostet ca. 300 Euro. Hier findet ihr ein kurzes Review zu diesem Modell.

(Quelle: FlexiSpot)

Bürostühle für Frauen

Normale Bürostühle sind typischerweise für Personen mit einer Körpergröße von 1,65 bis 1,90 m konzipiert. Allerdings sind Frauen im Durchschnitt nur etwa 1,66 m groß. Dies führt oft dazu, dass die meisten Standard-Bürostühle nicht optimal passen, da der Sitz zu tief und die Rückenlehne zu hoch ist. Eine solche unergonomische Haltung kann zu Rückenschmerzen und anderen Beschwerden führen. Frauen haben im Durchschnitt eine schwächere Muskulatur und benötigen daher mehr Unterstützung, insbesondere für den Rücken. Außerdem sind ihre Schultern im Vergleich zum Becken schmaler, was spezielle Anforderungen an den Stuhl stellt, um eine angenehme und gesunde Sitzposition zu ermöglichen. Deshalb stellen wir euch Stühle für, die explizit für Frauen konzipiert sind!

Topstar Lady Sitness Deluxe

Der Topstar Lady Sitness Deluxe ist ein Bürostuhl, der gezielt auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten ist. Mit einer ergonomisch geformten Lehne bietet er optimalen Komfort und Unterstützung während des Arbeitens. Die Sitzbreite ist speziell auf die Anatomie von Frauen abgestimmt, um eine bequeme und ergonomische Sitzposition zu gewährleisten. Höhenverstellbare Armlehnen ermöglichen eine individuelle Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse. Trotz seiner auf Frauen zugeschnittenen Konstruktion trägt der Stuhl ein beeindruckendes Gewicht von bis zu 110 kg und ist mit dem GS-Logo für geprüfte Sicherheit ausgezeichnet. Zusätzlich steht eine Auswahl an verschiedenen Farben zur Verfügung, um persönliche Vorlieben und Einrichtungsstile zu berücksichtigen.

(Quelle: LivingChairs)

Valkenstol M3

Der Valkenstol M3 ist ein Schreibtischstuhl, der sich optimal für Frauen mit einer Körpergröße ab 1,50 m eignet. Mit einer 2-fach verstellbaren Kopfstütze bietet er individuellen Komfort und Unterstützung für den Nackenbereich. Die verstellbare Lordosenstütze ermöglicht eine optimale Unterstützung des Rückens und trägt zu einer gesunden Sitzhaltung bei. Durch die Möglichkeit, den Sitz in Höhe und Tiefe anzupassen, kann eine ergonomische Sitzposition erreicht werden. Zusätzlich sind die Armlehnen höhenverstellbar, um den Komfort weiter zu verbessern. Der atmungsaktive Netzrücken sorgt für eine gute Belüftung während des Sitzens, was besonders bei längeren Arbeitszeiten von Vorteil ist. Trotz seiner speziellen Ausrichtung auf Frauen trägt der Valkenstol M3 ein beeindruckendes Gewicht von bis zu 150 kg. Damit bietet er nicht nur Komfort, sondern auch Stabilität und Strapazierfähigkeit für den täglichen Gebrauch. Der Stuhl ist online für 230 Euro verfügbar.

(Quelle: Amazon)

Habt ihr bereits einen ergonomischen Schreibtischstuhl? Was sind eure Erfahrungen damit? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Halle (Saale). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt einen Ausbau der Zahl der Professuren sowie eine Stabilisierung der Beschäftigungsverhältnisse in der Erziehungswissenschaft an. „Das ist eine notwendige Konsequenz aus den Ergebnissen des neuen ‚Datenreports Erziehungswissenschaft 2024‘“, sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Hochschulexperte, während der Eröffnung des 29. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) am Montag in der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Laut Datenreport hat sich das erziehungswissenschaftliche Personal an den Universitäten in den vergangenen beiden Jahrzehnten zwar parallel zu den steigenden Studierendenzahlen erhöht, dieser Trend schlage sich in den einzelnen Personalkategorien aber sehr unterschiedlich nieder. „Während bei den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein deutlicher Anstieg um rund ein Drittel zu beobachten ist, hat sich die Zahl der Professorinnen und Professoren nur um ein Zehntel erhöht. Rund 1.100 Professorinnen und Professoren stehen über 4.500 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber, hinzu kommen knapp 1.000 Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie fast 4.000 nebenberufliche Lehrbeauftragte. Das ist insofern problematisch, als sogar der Akkreditierungsrat verlangt, dass die Verbindung von Forschung und Lehre insbesondere durch hauptberuflich tätige Professorinnen und Professoren gewährleistet wird“, sagte Keller.

Der GEW-Hochschulexperte ergänzte, dass 86 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befristet beschäftigt seien. Bei den Teilzeitbeschäftigen, die mit 60 Prozent die Mehrheit der wissenschaftlich Mitarbeitenden darstellt, betrage der Befristungsanteil sogar 93 Prozent. „Eine derart prekäre Personalstruktur gefährdet nicht nur die Attraktivität des Arbeitsplatzes Universität, sondern untergräbt auch die Kontinuität von Forschung und Lehre - und damit die Qualität der Ausbildung der Lehrkräfte und anderer Pädagoginnen und Pädagogen. Das ist besonders fatal, da wir schon jetzt mit einem massiven Fachkräftemangel in pädagogischen Berufen konfrontiert sind“, betonte Keller.

Er machte sich für einen Ausbau der Zahl der Professuren sowie für eine „Entfristungsoffensive“ im akademischen Mittelbau in der Erziehungswissenschaft stark: „Wir brauchen mehr und besser qualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen sowie eine leistungsfähige Bildungsforschung. Das setzt bessere Betreuungsrelationen und faire Beschäftigungsbedingungen an den Universitäten voraus“, mahnte Keller.

Info: Der „Datenreport Erziehungswissenschaft 2024“ wurde von der Max-Traeger-Stiftung der GEW gefördert und wird morgen auf dem 29. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vorgestellt. Der Report ist im Verlag Barbara Budrich erschienen und als E-Book kostenlos im open access verfügbar.

Beim DGfE-Kongress präsentiert sich die GEW mit einem Infostand in der Ausstellung sowie heute ab 20 Uhr mit dem traditionellen GEW-Abend.

Mathfee
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Es ist mal wieder so weit: Der 14. März ist seit 2019 der Internationale Tag der Mathematik. Auch bekannt als Pi-Tag, da die mathematische Konstante Pi (rund 3,14) mit der amerikanischen Datumsschreibweise 3/14/2024 korrespondiert. Es handelt sich um ein Ereignis, das weltweit von Mathematiker:innen und Mathematik-Enthusiast:innen gefeiert wird, um auf die Bedeutung und Schönheit der Mathematik aufmerksam zu machen. Der Tag bietet eine hervorragende Gelegenheit, das Bewusstsein für die Rolle der Mathematik in unserem täglichen Leben zu schärfen und die mathematische Bildung zu verbessern.

Nachdem wir im vergangenen Jahr einen Blick auf die Bedeutung des Mathetags und seine Rolle in der Förderung mathematischer Bildung geworfen haben, richten wir dieses Jahr unser Augenmerk auf diejenigen, die täglich die Fackel der mathematischen Neugierde entzünden: Mathematiklehrkräfte! Wir konnten mit einer Lehrkraft sprechen, die gleichzeitig auch Mathematik-Creatorin ist, und die gerne ihre Perspektiven und Erfahrungen mit euch teilen möchte.

Im Gespräch mit Mathfee

Unsere Interviewpartnerin, online bekannt unter dem Alias Mathfee, ist Lehrerin und Studienrätin an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Als Lehrkraft für die Sekundarstufen I und II bringt sie ihren Schüler:innen Mathematik und weitere Fächer bei und ist auch als Medienberaterin und Digitalisierungsbeauftragte tätig. Ihre Expertise und Kreativität spiegeln sich in ihrem Instagram-Kanal wider, der sich hauptsächlich um den Einsatz von iPads im Unterricht und nützliche Materialtipps dreht. Vielleicht kennt ihr sie bereits aus unserem LehrerWiki.

(Quelle: Mathfee)

Lehrer News: Wie hat sich dein Interesse und deine Leidenschaft für das Unterrichtsfach Mathematik entwickelt?

Mathfee: Mein Interesse und meine Leidenschaft für das Unterrichtsfach Mathematik haben sich im Laufe der Zeit entwickelt. Bereits in der Grundschule wurde mir zunächst klar, dass Mathematik zu meinen stärksten Fächern zählte, da ich die Inhalte in diesem Fach schnell erfassen konnte im Vergleich zu den anderen Fächern. Diese frühe Begeisterung begleitete mich durch meine schulische Laufbahn bis zur Oberstufe, wo ich Mathematik als Leistungskurs wählte. Parallel dazu wählte ich Sozialwissenschaften als zweiten Leistungskurs, um mein Interesse an gesellschaftlichen Themen und Zusammenhängen zu vertiefen. Nach meinem Abitur war für mich klar, dass ich meine Leidenschaften auch beruflich verfolgen möchte. Daher entschied ich mich dafür, Mathematik und Sozialwissenschaften auf Lehramt zu studieren, um als Lehrerin die Freude und Begeisterung für diese Fächer an meine Schüler:innen weitergeben zu können. Ich mag die Kombination meiner beiden Fächer im Schulalltag auch sehr, da z.B. wirtschaftliche Themen wie Konjunkturpolitik oder Finanzpolitik mit der Mathematik häufig in Berührung kommen. 

Lehrer News: Aus deiner Erfahrung, warum wird Mathematik oft als unbeliebtes Fach angesehen?

Mathfee: Mathematik wird oft aus verschiedenen Gründen leider als unbeliebtes Fach angesehen. Ich habe aus meiner unterrichtlichen Erfahrung bzw. auch im Austausch mit meinen Schüler:innen verschiedene Situationen beobachtet. 

Die Mathematik hat eine gewisse Komplexität und erfordert somit auch eine Anstrengung, deshalb empfinden Schüler:innen die Mathematik als zu anspruchsvoll. Sie haben große Schwierigkeiten, eine mathematische Vorstellung aufzubauen und fühlen sich überfordert. Auch eine mangelnde Eigeninitiative führt bereits im Matheunterricht zu diesen Problemen. Einige geben sich nicht genug Mühe, Mathematik zu lernen oder sie erwarten zu schnell, dass sie die Logik dahinter sofort verstehen, ohne sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Der Spruch „Ohne Fleiß kein Preis“ bringt es sehr gut auf den Punkt.  

Ein weiteres Problem ist, dass die Schüler:innen oft nur oberflächlich zuhören, insbesondere wenn sie am Anfang nicht aufmerksam waren, verpassen sie dadurch wichtige Grundlagen, die es schwierig machen, den Anschluss wiederzufinden. Das liegt auch nicht unbedingt am Desinteresse zum Fach, sondern häufiger auch an sozialen Problemen, wie der Corona-Pandemie oder Kriegen. Die Schüler:innen verbringen sehr viel Zeit in sozialen Netzwerken und sind sehr stark von „Doomscrolling“ betroffen. Sie beschäftigen sich ständig mit verschiedenen Themen und können sich nicht mehr auf eine Sache konzentrieren. Dies kann zu einer Abnahme der Konzentrationsfähigkeit führen. Weiterhin auf das Fach bezogen, kann die Vielzahl an Zahlen und Variablen für einige überwältigend sein und zu Verwirrung führen. Viele empfinden Mathematik deshalb als zu schwer und zu kompliziert. Dies kann zusätzlich dazu führen, dass das Fach für sie als uninteressant und sogar frustrierend erscheint.

Auch der Mangel an weiblichen Mathematiklehrerinnen kann als Faktor für die Unbeliebtheit des Faches beitragen. Schüler:innen nehmen Lehrkräfte oft als Vorbilder wahr. Lehrkräfte spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben, da sie nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte, Verhaltensweisen und Einstellungen prägen können. An vielen Schulen gibt es einen Mangel an weiblichen Mathematiklehrkräften, was dazu führen kann, dass Schülerinnen weniger motiviert sind, sich für das Fach zu interessieren. Die Rolle der Lehrkraft, wie sie die Inhalte vermittelt und dabei den Zugang zu den Schüler:innen findet, ist auch entscheidend für das Fach Mathematik, denn auch Lehrkräfte verarbeiten Emotionen unterschiedlich. 

Lehrer News: Welche Ansätze oder Methoden nutzt du, um Mathematik zugänglicher und interessanter zu gestalten, insbesondere für Schüler:innen, die Schwierigkeiten damit haben?

Mathfee: Ich betone stets die Herausforderungen, die das Fach Mathematik mit sich bringt – sowohl für die Schüler:innen als auch für mich selbst, wenn ich nicht aktiv lerne bzw. gelernt hätte. Es ist mir wichtig, eine Atmosphäre des Verständnisses und der Offenheit zu schaffen, in der es in Ordnung ist, Schwierigkeiten anzuerkennen und nach Lösungen zu suchen. Indem ich meine eigenen Lernprozesse transparent mache und aufzeige, dass auch ich mich heute noch kontinuierlich mit dem Fach auseinandersetzen muss, möchte ich meine Schüler:innen dazu ermutigen, sich aktiv mit Mathematik zu beschäftigen und nicht bei Schwierigkeiten aufzugeben. Diese Offenheit schafft eine positive Lernumgebung, in der wir gemeinsam daran arbeiten, die Mathematik zu verstehen und zu meistern.

Ein besonderes Anliegen ist es mir auch, den Schüler:innen die Bedeutung und Relevanz des Themas klarzumachen. Ich möchte, dass sie nicht nur z.B. „Formeln“ verstehen, sondern auch verstehen, warum es wichtig ist, sich damit auseinanderzusetzen. Durch diese Herangehensweise möchte ich eine tiefere Verbindung und ein besseres Verständnis für Mathematik bei ihnen fördern. Anstatt nur das Auswendiglernen von Formeln zu fördern, lege ich den Fokus auf die Anwendungen der Mathematik im realen Leben. Durch viele Übungen und Beispiele können die Schüler:innen einen besseren Zugang zum Fach erlangen. 

Auch bemühe ich mich, die zentralen Themen mehrfach und auf verschiedene Weise zu erklären, um sicherzustellen, dass alle sie verstehen können. Dabei wähle ich gegebenenfalls auch sehr einfache Begriffe, um den Sachverhalt noch verständlicher zu machen. Zusätzlich ermutige ich die Schüler:innen häufiger dazu, den Sachverhalt z.B. in einer Gruppenarbeit den Gruppenmitgliedern nochmal zu erklären und Fragen zu klären. Das gibt mir zusätzlich das Gefühl, dass sie das Thema wirklich verinnerlicht haben. Des Weiteren lege ich sehr viel Wert auf die Transparenz in meinem Unterricht. Hierzu verwende ich Kompetenz-Checklisten, damit die Schüler:innen den Lernfortschritt verfolgen können und um zu zeigen, welche Schritte sie bereits gemeistert haben und welche noch folgen.

Lehrer News: Was kannst du uns etwas über die Rolle von digitalen Medien und Technologie im Mathematikunterricht erzählen?

Mathfee: Ich unterrichte gerne in iPad-Klassen, denn sie bieten eine Vielzahl von Vorteilen im Mathematikunterricht. Mit iPads können interaktive Lernmittel genutzt oder Simulationen durchgeführt werden. Diese ermöglichen es den Schüler:innen z.B. mathematische Körper visuell und interaktiv zu erkunden. Zudem können Konstruktionen über eine Geometriesoftware oder Apps besser durchgeführt werden. Durch die Konstruktion eines Dreiecks z.B. mit GeoGebra wird zugleich eine Konstruktionsbeschreibung erstellt, die als Arbeitsanweisung für eine Konstruktion mit Zirkel und Lineal dienen kann. Mit dem Einsatz von iPads im Matheunterricht kann ich ad hoc die individuellen Bedürfnisse meiner Schüler:innen leichter berücksichtigen. Falls sie noch Lücken zu verschiedenen Themen haben, sende ich ihnen per AirDrop Arbeitsblätter mit dem Titel „freiwilliges Üben“ zu und wenn sie andernfalls schnell fertig sind, sende ich ihnen die Arbeitsblätter „zusätzliches Üben“ zum Vertiefen zu. 

Mein Unterrichtsmaterial gestalte ich insbesondere noch so, dass es ansprechend aussieht und die Aufmerksamkeit der Schüler:innen auf sich zieht. Ich hatte mit dem Kontext „Super Mario“ zuletzt eine Präsentationsvorlage erstellt, mithilfe dieser Vorlage konnte ich alle meine Schüler:innen für das Fach Mathematik motivieren. In meiner Unterrichtsplanung nutze ich häufig Video-Games als Inspiration, da sie eine Vielzahl von Eigenschaften bieten, die den Lernprozess bereichern. Es ist auch die Lebenswelt der Schüler:innen. Video-Games beinhalten wertvolle Eigenschaften für den Lernprozess, wie z.B. Interaktivität, Unterhaltung, Lernmöglichkeiten, Kreativität, Belohnungssysteme, Realitätsflucht und Technologien wie 3D-Grafiken, die ich häufiger in meinem Unterricht einbeziehe und so fast alle meine Schüler:innen für das Fach gewinne. Somit ermöglichen iPads den Zugang zu einer Vielzahl von multimedialen Materialien, wie Videos, Grafiken, Animationen etc. 

Durch die Verwendung von iPads im Matheunterricht können Schüler:innen gemeinsam an Projekten arbeiten, ihre Ergebnisse teilen und sich gegenseitig verbessern. Ein Beispiel für solche Projekte wären Brettspiele. Brettspiele, die im Mathematikunterricht von den Schüler:innen erstellt werden, bieten eine Vielzahl von pädagogischen und interaktiven Vorteilen, wie Kreativität und Gestaltungsfähigkeit, Anwendung von Mathematik, Problem- und Lösungsorientierung, sowie Motivation und Engagement. Dies fördert zugleich die Teamarbeit und den Austausch von Ideen, nicht nur im Fach Mathematik, auch in anderen Fächern.

Lehrer News: Abschließend, wenn du die Möglichkeit hättest, etwas am Mathematikunterricht zu ändern, was wäre es und warum? 

Mathfee: Die Schüler:innen stehen oft unter Zeitdruck. Sie brauchen wesentlich mehr Zeit und Raum zum Experimentieren und Vertiefen, um ihre mathematischen Fähigkeiten auf eine kreativere und praxisorientiertere Weise entwickeln zu können. Mein Wunsch ist es, die Anzahl der Klassenarbeiten und Klausuren noch weiter zu reduzieren und stattdessen mehr Zeit für kreative Aufgaben, Projekte und praktische Anwendungen einplanen. In diesem Schuljahr sind wir dem Wunsch in NRW auch näher gekommen, denn eine Klassenarbeit konnte in der Sekundarstufe I bereits gestrichen werden. Dies gibt den Schüler:innen die Möglichkeit, ihr mathematisches Wissen auf vielfältige Weise zu zeigen und zu festigen. 

Schüler:innen, die Schwierigkeiten mit Mathematik haben, sind oft in einem Teufelskreis gefangen, da sie oft schlechte Noten erhalten, was ihr negatives Bild vom Fach verstärken kann. Diese schlechten Noten können zu einem Mangel an Selbstvertrauen führen und ein Leben lang die Mathematik zum unbeliebtesten Fach machen. Ich möchte mit meinen Schüler:innen mehr ins Gespräch kommen und ein Growth Mindset entwickeln. Das erfordert Zeit. Es ist zugleich wichtig, den Teufelskreis mit Gesprächen zu durchbrechen, um den Schüler:innen mit Schwierigkeiten im Fach Mathematik zu helfen. Insgesamt ist es wichtig, als Lehrkraft eine offene Kommunikation zu pflegen und Empathie zu zeigen. Dies trägt nicht nur dazu bei, mathematische Schwierigkeiten zu überwinden, sondern fördert auch ein positives Lernklima und unterstützt nachhaltig die persönliche Entwicklung der Schüler:innen.

Lehrer News: Vielen Dank für das Gespräch!

Im Interview mit Mathfee wird deutlich, dass sie mit großer Hingabe und Leidenschaft unterrichtet. Doch hinter dieser Begeisterung verbirgt sich eine drängende Realität: der Mangel an qualifizierten Lehrkräften, insbesondere in den MINT-Fächern. Diese Lücke stellt eine ernsthafte Herausforderung dar, da sie das Potenzial hat, das langfristige Interesse und Verständnis für diese Schlüsselbereiche der Naturwissenschaften zu beeinträchtigen. 

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Berlin. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien sieht die Fortsetzung des Digitalpakts für Schulen gefährdet und übt scharfe Kritik an Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger. “Es steht zu befürchten, dass der Ministerin die für die Digitalpakt-Fortsetzung erforderlichen zusätzlichen Mittel in Milliardenhöhe nicht zur Verfügung stehen”, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview mit dem Bildungsjournalist Jan-Martin Wiarda.

Verhandlungstermine, die Teil des vereinbarten Zeitplans waren, seien abgesagt worden. Auch der diese Woche zu nennende Jahresbetrag des Bundes für den Digitalpakt 2.0 bleibt weiterhin unklar. “Wenn die Bundesministerin dann auch noch in  Interviews völlig neue Forderungen an die Länder in den Raum stellt verbunden mit dem Scheinargument, die Digitalisierung sei über den Digitalpakt in den Schulen kaum vorangekommen, dann ist die Botschaft offensichtlich”, so Prien. 

Die ehemalige Präsidentin der Kultusministerkonferenz fordert von der Bundesbildungsministerin klare Ansagen. Anstatt mit den Ländern nach Lösungen zu suchen, versuche die BMBF-Chefin gegenüber Medienvertretern andere Gründe vorzuschieben. Zwar bekräftigte Stark-Watzinger zuletzt, dass der neue Digitalpakt kommen müsse, ließ aber weitere Details zur Finanzierung offen. 

Stark-Watzinger wolle mit einem Mal die vom Bund nicht ausfinanzierten "Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten" über den Digitalpakt 2.0 laufen lassen, obwohl es aus Sicht der Länder keinen inhaltlichen Zusammenhang gebe, äußerte Prien.

Prien spricht von einem “Vertrauensbruch”, wenn die bisher vereinbarten Zeitpläne und inhaltlichen Kompromisse über Bord geworfen werden sollten. “Der Föderalismus erleidet durch solche Aktionen einen weiteren Reputationsschaden”, sagte Prien. Beim heutigen Besuch Stark-Watzingers in der Kultusministerkonferenz werde man eine “klare Stellungnahme einfordern und davon die weiteren Verhandlungsschritte mit dem Bund abhängig machen. In allen Feldern”.

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Angesichts der kommenden Kultusministerkonferenz am 14. und 15. März appelliert der Deutsche Philologenverband (DPhV) an die Kultusministerkonferenz (KMK), der einphasigen dualen Lehrkräftebildung eine klare Absage zu erteilen.

„Eine Absenkung der Ausbildungsqualität – und nichts anderes sind einphasige duale Lehramtsstudiengänge, die keinen konsequenten kumulativen Kompetenzaufbau für Lehrkräfte verfolgen – hätte verheerende Folgen“, sagte DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing. „Die Zweiphasigkeit der Lehrkräftebildung hat sich bewährt: Die universitäre Lehrkräftebildung mit der Kernaufgabe der fachwissenschaftlichen Bildung in der ersten Phase und dem anschließenden unterrichtspraktischen Vorbereitungsdienst in der zweiten Phase sind die beiden Qualitätssäulen der Lehrkräftebildung. Konsequent mit dem Abschluss des Staatsexamens umgesetzt, kann die Studienzeit gegenüber polyvalenten Bachelor-Master-Studiengängen sogar verkürzt und ein zweijähriger Vorbereitungsdienst kann angeschlossen werden. Dafür setzen wir uns ein!“, so Lin-Klitzing weiter.

Die jüngsten Schulleistungsstudien zeigten leider nachlassende Kompetenzen der Schüler und Schülerinnen. Die Antwort darauf könne nur hochwertiger Unterricht sein und eben keine Aufweichung und Qualitätsabsenkung in der Lehrkräftebildung, wie sie – bedingt durch den Lehrkräftemangel – in manchen Bundesländern Einzug halten solle. Lin-Klitzing: „Der Ausnahmefall darf nicht zu einer anhaltenden Erosion der Qualität führen. Dann wird die Ausnahme irgendwann zu einer schlechten Regel!“

Der DPhV spricht sich zudem grundsätzlich für das Zwei-Fächer-Studium für das Lehramt aus. Lin-Klitzing: „Wir verlangen von den Lehrkräften, dass sie mit den Schülerinnen und Schülern fachübergreifend arbeiten und dass sie aus verschiedenen Fachperspektiven auf die Unterrichtsgegenstände und Schlüsselprobleme dieser Welt analysierend und handlungsorientierend schauen. Eine grundsätzliche Verengung der Lehrkräftebildung auf ein Fach steht dem entgegen. Abgesehen davon, würde die Einfach-Lehrkraft die Schulen vor gewaltige organisatorische Herausforderungen stellen. Auch bei einem Quer- oder Seiteneinstieg sollte die lehramtsgemäße universitäre Nachqualifikation im zweiten Unterrichtsfach der regelhafte zweite Weg für diejenigen sein, die die Lehramtsfakultas für ein sog. Mangelfach bereits erworben haben.“

Zudem betonte Lin-Klitzing, dass für Lehrkräfte aus dem Ausland die souveräne Beherrschung der deutschen Sprache selbstverständliche Voraussetzung sein muss: „Das C2-Niveau ist die Voraussetzung für eine Anstellung als Lehrkraft. Eine regelhafte Verpflichtung einzustellender Lehrkräfte, das Niveau C2 nachlaufend berufsbegleitend zu erwerben, reicht nicht aus.“

Um die Attraktivität des Lehrerberufs zu erhöhen, sind aus Sicht des DPhV u.a. folgende Maßnahmen sinnvoll: so weit wie möglich abzubauende Zulassungsbeschränkungen für das Lehramtsstudium, verbesserte Teilzeitmöglichkeiten, das Erhöhen der Bezüge während des Vorbereitungsdienstes und bessere Finanzierungsmöglichkeiten und Stipendien während des Lehramtsstudiums.

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Für Lehrer:innen bietet die Möglichkeit, einen Nebenberuf aufzubauen, nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen zu entfalten. Der Lehrerberuf ist zweifellos erfüllend, aber manchmal entstehen Bedürfnisse, die über den Rahmen des Klassenzimmers hinausgehen. Ob es darum geht, zusätzliches Einkommen zu generieren, sich beruflich weiterzuentwickeln oder einfach eine Leidenschaft zu verfolgen – die Gründe für einen Nebenberuf sind vielfältig.

Lehrkräfte sind nicht nur Pädagog:innen, sondern oft auch kreative Köpfe, Technikexpert:innen oder Expert:innen in anderen Fachbereichen. Die Frage lautet daher nicht nur "Warum einen Nebenberuf aufbauen?", sondern auch "Welche Fähigkeiten und Leidenschaften kann ich in meine Nebentätigkeit einbringen?". In diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick auf die Möglichkeiten, die Nebentätigkeiten für Lehrer:innen bringen können und was es dabei zu beachten gibt.

Die Frage nach dem Warum 

Die Entscheidung, einen Nebenjob als Lehrer:in anzunehmen, kann durch verschiedene Motive begründet sein und birgt zahlreiche Vorteile. Insbesondere in Zeiten von Lehrermangel und überlasteten Lehrkräften stellt sich jedoch die Frage, ob Nebenjobs überhaupt Sinn machen.

Zum einen bietet ein Nebenjob finanzielle Möglichkeiten, die es ermöglichen, Fixkosten im Studium wie Miete, Semesterbeiträge, Versicherungen und Lebensmittel zu decken und somit eine finanzielle Unabhängigkeit zu gewährleisten. Neben den üblichen Finanzierungsoptionen wie BAföG, Stipendien oder Studienkrediten eröffnen Nebenjobs auch nach dem Studium im Berufsalltag eine zusätzliche Einnahmequelle. Allerdings kann die Ausübung eines Nebenjobs auch dazu beitragen, die bereits überlasteten Lehrkräfte weiter zu belasten und den Lehrermangel zu verschärfen. Zudem besteht die Gefahr, dass die Zeit und Energie, die in den Nebenjob investiert werden, von der Vorbereitung auf den Lehrberuf abgezogen wird, was langfristig zu einer Verschlechterung der Unterrichtsqualität führen könnte. Insgesamt ist es daher wichtig, dass ihr bei der Entscheidung für einen Nebenjob sorgfältig abwägt, ob die potenziellen Vorteile die möglichen negativen Auswirkungen überwiegen.

Was gibt es zu beachten? Rechtliche Regelungen

Wenn es um Nebenjobs als Lehrer:in geht, sind die gesetzlichen Regelungen entscheidend. Gemäß den Vorschriften im Bundesbeamtengesetz und den jeweiligen Landesgesetzen dürfen Nebenjobs grundsätzlich nur außerhalb der normalen Arbeitszeit stattfinden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Regeln je nach Bundesland variieren können, daher sollte ihr euch mit den genauen Bestimmungen vertraut machen.

Besonders relevant ist die sogenannte Ein-Fünftel-Regel. Diese Regel besagt, dass die Arbeitszeit für Nebenjobs ein Fünftel der regulären wöchentlichen Arbeitszeit nicht überschreiten darf. Das gilt besonders für euch, wenn ihr in Teilzeit oder während einer Beurlaubung arbeiten wollt.

Die Anmeldung für Nebenjobs erfolgt normalerweise schriftlich oder elektronisch und erfordert Angaben zur Art der Tätigkeit, zum zeitlichen Aufwand und zur Bezahlung. Die Zustimmung der Schulleitung oder Dienstbehörde ist wichtig, und alle Informationen sollten klar und korrekt sein. Das Verständnis der gesetzlichen Rahmenbedingungen schützt nicht nur vor Problemen, sondern ermöglicht es auch, Nebenjobs effektiv und im Einklang mit den eigenen Verpflichtungen zu gestalten.

Verdienstgrenzen und Arbeitszeitregelungen

Wenn es um das finanzielle und zeitliche Engagement in Nebenjobs als Lehrer:in geht, sind klare Grenzen gesetzt. Laut dem Bundesbeamtengesetz und den jeweiligen Landesgesetzen dürfen die Gesamteinkünfte aus Nebentätigkeiten einen bestimmten Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts nicht überschreiten. Diese Verdienstgrenze liegt in der Regel bei 40 Prozent des Jahresgrundgehalts.

Besonders wichtig ist die detaillierte Übersicht über die spezifischen Regelungen in den verschiedenen Bundesländern. Einige Länder, wie beispielsweise Baden-Württemberg, haben klare Grenzen für die Gesamtvergütung aus Nebentätigkeiten festgelegt. Hier gilt eine Genehmigung als erteilt, wenn die Vergütungen insgesamt 1200 Euro im Kalenderjahr nicht überschreiten. In Bayern liegt die Obergrenze bei 30 Prozent der jährlichen Dienstbezüge. Auch hier gibt es nach Bundesland also unterschiedliche Regelungen, mit denen ihr euch vorher vertraut machen solltet.

Neben den finanziellen Aspekten gibt es auch zeitliche Begrenzungen. In einigen Bundesländern dürfen Lehrer:innen maximal 8 Stunden pro Woche in Nebenjobs arbeiten. Diese Regelung zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die Haupttätigkeit als Lehrer:in nicht beeinträchtigt wird und genügend Zeit für Erholung und persönliche Angelegenheiten bleibt. Daher ist es entscheidend, die spezifischen Regelungen des jeweiligen Bundeslandes zu kennen und einzuhalten. In vielen Fällen wird die genaue Anzahl der erlaubten Stunden für Nebentätigkeiten nicht explizit genannt, stattdessen wird betont, dass die Nebentätigkeit nicht dazu führen darf, dass dienstliche Pflichten vernachlässigt werden.

Genehmigungsverfahren und Anmeldung von Nebentätigkeiten

Als verbeamtete Lehrkraft benötigt ihr  für Nebentätigkeiten die Zustimmung eures Dienstherrn, unabhängig von unterschiedlichen Landesregelungen. Die Anmeldung oder Genehmigung einer Nebentätigkeit als Lehrer:in ist ein strukturiertes Verfahren, das einige klare Schritte erfordert, die oftmals erschlagend wirken können.

Antragsstellung: Ähnlich wie bei anderen Formalitäten im Beamtenwesen erfolgt die Anmeldung oder Genehmigung schriftlich oder elektronisch. Die Bildungsbehörde des jeweiligen Bundeslandes ist die Anlaufstelle für diesen Antrag.

Ort der Tätigkeit: Es ist wichtig anzugeben, wo genau die Nebentätigkeit ausgeübt wird. Dies könnte beispielsweise eine bestimmte Firma, Institution oder ein anderer Standort sein.

Arbeitsstunden: Die geplante wöchentliche Arbeitszeit muss angegeben werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass sie die gesetzlichen Höchstgrenzen nicht überschreitet.

Vergütung: Die Höhe der Vergütung oder anderer geldwerter Vorteile aus der Nebentätigkeit muss transparent gemacht werden. Dies ist besonders wichtig, da die finanziellen Einkünfte Grenzen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen nicht überschreiten dürfen.

Die Angabe dieser Informationen wird in §99 des Bundesbeamtengesetzes geregelt. Ein sorgfältig ausgefüllter Antrag, der alle relevanten Informationen enthält, bildet die Grundlage für eine reibungslose Bearbeitung seitens der Bildungsbehörde und trägt dazu bei, Unklarheiten oder Probleme im Genehmigungsprozess zu vermeiden. Den Antrag für eure Nebentätigkeit findet ihr bei der jeweiligen Bildungsbehörde eures Bundeslandes.

Rücknahme von Genehmigungen

Die Erteilung einer Genehmigung für eine Nebentätigkeit als Lehrer:in ist ein wichtiger Schritt, der jedoch unter gewissen Umständen rückgängig gemacht werden kann. Gemäß Paragraf 99 Absatz 4 besteht die Option, eine bereits erteilte Genehmigung zurückzunehmen, wenn dienstliche Interessen beeinträchtigt werden. Dieser Schritt wird jedoch nicht leichtfertig vollzogen und erfordert eine deutliche und nachweisbare Beeinträchtigung.

Damit eine Genehmigung zurückgenommen werden kann, müssen die Beeinträchtigungen klar definiert sein. Beispiele hierfür könnten Situationen sein, in denen eure Nebentätigkeit das Ansehen der öffentlichen Verwaltung schädigt oder konkrete Konflikte mit den dienstlichen Pflichten entstehen.

Euer Dienstherr kann jedoch auch bereits im Vorfeld die Genehmigung versagen, wenn er befürchtet, dass dienstliche Interessen beeinträchtigt werden.

Mögliche Nebentätigkeiten

Nachhilfe 

Eine Möglichkeit für einen Nebenjob wäre es, Nachhilfe anzubieten. Dies ist für viele Lehrer:innen nicht nur aus finanziellen Gründen eine Option, sondern auch wegen der Aussicht, Schüler:innen zu besseren Noten zu verhelfen. Auch Eltern schätzen die Möglichkeit, Verantwortung für den Nachhilfeunterricht ihrer Kinder an erfahrene Pädagog:innen abzugeben.

Sprachunterricht

Nicht nur die steigende Flüchtlingsthematik, sondern auch die Globalisierung hat zu einer wachsenden Nachfrage nach Deutschkursen geführt. In diesem Kontext eröffnet sich für euch eine besonders interessante Option – die Übernahme von Sprachunterricht als Nebenjob. Ihr könntet zum Beispiel Ferienkurse organisieren und damit nicht nur dazu beitragen, Sprachkenntnisse zu vermitteln, sondern gleichzeitig eure eigene Urlaubskasse aufbessern. Die Flexibilität von Ferienkursen ermöglicht es euch, eure pädagogischen Fähigkeiten auch außerhalb des regulären Schulbetriebs einzusetzen.

Lektor:innen für Schulbücher

Als erfahrene Pädagog:innen habt ihr die Möglichkeit, als Lektor:in für Schulbuchverlage tätig zu werden und somit einen direkten Einfluss auf die Gestaltung von Lehrmaterialien zu nehmen. Durch diese Nebentätigkeit könnt ihr die praxisnahe Perspektive von Lehrer:innen in die Entwicklung von Schulbüchern einfließen lassen.

Wenn ihr außerdem namentlich im Impressum eines erfolgreichen Schulbuchs genannt werdet, ist das auch ein  zusätzlicher Schritt in eurer beruflichen Laufbahn, der euer fachliches Ansehen stärken kann und Eindruck schindet. 

Mediator:innen

Eine Weiterbildung in systemischer Beratung eröffnet euch nicht nur neue Horizonte, sondern schafft auch die Möglichkeit, als Mediator:in nebenberuflich tätig zu werden. Hier spielt ihr eine entscheidende Rolle in der Konfliktlösung und könnt mit eurer Expertise dazu beitragen, Familien in Entwicklungsprozessen zu begleiten. Die Arbeit als Mediator:in ist nicht nur erfüllend, sondern ermöglicht es euch auch, wertvolle Fähigkeiten im Bereich der Konfliktbewältigung zu vertiefen. 

Lehrtätigkeit an Hochschulen und andere Optionen

Die Bezahlung von Lehrtätigkeiten an Hochschulen lässt oft zu wünschen übrig, und der Traum vom Bloggen als Einkommensquelle ist leider auch keine sichere Alternative. Eine Option könnte jedoch der Verkauf eigener Unterrichtsmaterialien sein. Allerdings sollte beachtet werden, dass der Stundenlohn aufgrund des hohen Aufwands für die Erstellung dieser Materialien oft nicht optimal ist.

Eine kreative Möglichkeit könnte für euch auch darin bestehen, eure Erfahrung in der Lehre auf einer Kleinkunstbühne oder in einem Improvisationstheater einzusetzen. Als Künstler:in könnt ihr eure pädagogischen Fähigkeiten auf unkonventionelle Weise präsentieren und so eure Vielseitigkeit unter Beweis stellen.

Übt ihr nebenbei noch eine andere Tätigkeit aus? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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München. Die bayerische Staatsregierung hat einen Gesetzentwurf zur “Förderung der Bundeswehr in Bayern” vorgelegt. Der Schritt erfolgt als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in Europa infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Mit dem Gesetz soll die Interaktion der Bundeswehr mit Bildungseinrichtungen gefördert werden.

Der Entwurf enthält eine Ergänzung des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG). Dem Artikel 2 soll folgender Absatz hinzugefügt werden: “Die Schulen arbeiten mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr im Rahmen der politischen Bildung zusammen. Die Karriereberater der Bundeswehr und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben dürfen im Rahmen schulischer Veranstaltungen zur beruflichen Orientierung über Berufs- und Einsatzmöglichkeiten in ihrem Bereich informieren”. 

Jugendoffiziere und Beutelsbacher Konsens

Die Jugendoffiziere und -offizierinnen sind Bestandteil der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Nach Angaben der Bundeswehr sind die Jugendoffizier:innen erfahrene und praxisnahe Referent:innen, die deutschlandweit die “Herausforderungen einer bündnisorientierten Sicherheitspolitik” vermitteln sollen. Ihr Angebot soll sich an Lehrkräfte richten, die in den Jahrgängen 9 bis 13 unterrichten. So sollen die Jugendoffizier:innen einen Beitrag zur politischen Bildung leisten, indem sie auf aktuelle (welt-)politische Ereignisse eingehen und mit den Schüler:innen ins Gespräch kommen. 

Die Arbeit der Jugendoffizier:innen der Bundeswehr wird durch den sogenannten Beutelsbacher Konsens geregelt. Der Beutelsbacher Konsens ist ein in den 1970er Jahren formulierter Minimalkonsens für den Politikunterricht in Deutschland, der drei Prinzipien festlegt: das Überwältigungsverbot (keine Indoktrination), das Gebot der Kontroversität (Beachtung kontroverser Positionen in Wissenschaft und Politik im Unterricht) und die Schülerorientierung (Befähigung der Schüler:innen, in politischen Situationen ihre eigenen Interessen zu analysieren).

2022 hat sich die Wahrnehmung sicherheitspolitischer Herausforderungen, Risiken und Bedrohungen durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine schlagartig verändert, was zu einem großen Interesse der Bevölkerung an den Themen Krieg und Frieden führte. Wie aus dem Jahresbericht 2022 hervorgeht, erfuhren die Jugendoffizier:innen der Bundeswehr im ersten Halbjahr 2022 eine sehr starke Nachfrage, die zeitweise das Fünffache im Vergleich zum coronadominierten 2021 betrug. 2022 wurden insgesamt 5.931 Veranstaltungen mit 150.021 Teilnehmer:innen durchgeführt, 123.928 davon Schüler:innen und Studierende. Damit gab es 147,6 Prozent mehr Veranstaltungen im Vergleich zum Vorjahr bzw. 4,6 Prozent mehr im Vergleich zu 2019. Knapp 73 Prozent der Veranstaltungen waren Vorträge. 

Diskussion um Bundeswehr in Schulen hält an

Doch die Arbeit der Jugendoffiziere ist nicht unumstritten. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich seit langem gegen den Einfluss der Bundeswehr an Schulen positioniert. Sie beobachtet mit Sorge, dass die Bundeswehr verstärkt um größeren Einfluss in den Schulen bemüht ist und wendet sich entschieden gegen den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr auf die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts und der Lehraus- und Fortbildung. 2011 veröffentlichte die GEW zusammen mit der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) die Broschüre “Einsatzgebiet Klassenzimmer – die Bundeswehr in der Schule”. Jüngst äußerte sich Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW, gegenüber dem WDR ablehnend: “Gezielte Imagepflege und verdeckte Werbung seitens Bundeswehr, um an Heranwachsende heranzukommen, sie zu beeinflussen, im besten Fall zu rekrutieren. Und wir sagen: Schule ist nicht der Ort von Rekrutierung. Und wenn es um politische Bildung gehen soll, haben wir dafür Experten, das sind die Lehrkräfte”. 

Indes sprach sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Besuche von Jugendoffizier:innen an Schulen aus. Berichten des WDR zu Folge habe sich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine viel verändert, weshalb die Besuche von Jugendoffizier:innen zur Pflicht werden sollten. Erst kürzlich sprach sich Söder für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus.

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Euer Traum ist es Lehrer:in zu werden, doch euch fehlt noch der Überblick zur Lehrerausbildung? Dann seid ihr hier genau richtig! Nachdem wir euch in unserer Reihe bereits das Lehramtsstudium in Bayern, sowie in Baden-Württemberg vorgestellt haben, geht es in diesem Artikel um das Lehramtsstudium in Schleswig-Holstein. Was erwartet euch und was gibt es für Besonderheiten? 

Die verschiedenen Lehramtstypen 

Die erste große Entscheidung, die ihr treffen müsst, betrifft die verschiedenen Lehramtstypen. In Schleswig-Holstein kann man folgende Lehrämter studieren: Grundschule, Gymnasium, Gemeinschaftsschulen, Sonderpädagogik und berufsbildende Schulen. Allerdings solltet ihr beachten, dass nicht jedes Lehramt an jedem Standort angeboten wird. Jedes Studium vermittelt Kompetenzen im Bereich “Pädagogik und Bildung” und unterteilt sich in zwei bzw. drei Ausbildungsphasen. Die erste umfasst ein Bachelorstudium von sechs Semestern bis zum Bachelor of Arts in Bildungswissenschaften. Ihr wählt in dieser Zeit außerdem die zwei Fächer (Teilstudiengänge), die sie zukünftig unterrichten wollen und belegen den dritten obligatorischen Teilstudiengang “Bildung, Erziehung, Gesellschaft”. Danach folgt ein viersemestriges Masterstudium mit dem Abschluss Master of Education, welches entscheidet, für welche Schulform Sie ihre Lehrbefähigung erlangen. Ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst/Referendariat an der jeweiligen Schule bildet die letzte Ausbildungsphase. An dieser Stelle haben Sie zwar ihre Lehramtsausbildung abgeschlossen, der Lehrer:innenberuf verlangt jedoch nach stetiger Fort- und Weiterbildung!

Struktur des Studiums und Fächerkombinationen

Das Grundschullehramt umfasst neben dem Pädagogikbereich und zwei gewählten Fächern noch zwei (inter-)disziplinäre Lernbereiche. Mathe, Deutsch, Englisch oder Sachkunde muss in mindestens einem Studiengang gewählt werden. Ansonsten können die Fächer Mathe, Deutsch, katholische oder evangelisch Religion, Sport, Kunst, Musik, Dänisch, Englisch, Philosophie, Sachunterricht und darstellendes Spiel/Theater gewählt werden. Beim disziplinären Lernbereich müsst ihr euch zwischen Deutsch, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und Mathe entscheiden. Für den interdisziplinären Lernbereich stehen Bewegung und Gesundheit, darstellendes Spiel, Ernährung, Friesisch, Globales Lernen, ästhetisch-kultureller Lernbereich, Niederdeutsch und Umgang mit normativen Fragen zur Auswahl. Falls ihr Deutsch allerdings nicht als Teilstudiengang gewählt habt, müsst ihr zwingend den Lernbereich Deutsch oder Deutsch als Zweit- und Fremdsprache wählen. Das gleiche gilt für Mathematik. 

Das Lehramtsstudium für Gymnasien ist an den verschiedenen Universitäten etwas unterschiedlich aufgebaut. An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel habt ihr z.B. einen Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang, sowie einen Zwei-Fächer-Masterstudiengang. In Abhängigkeit der gewählten Fächer schließt ihr mit einem Bachelor of Arts oder Science ab. Das Fach Kunst studiert ihr teilweise an der Muthesius Kunsthochschule. Zudem ist Kunst das einzige Fach, für das es einen Ein-Fach-Masterstudiengang gibt. Mehr Informationen zu den jeweiligen Fächerkombinationen und einzelnen Modulen findet ihr hier. Da für einige Studiengänge der Nachweis einer praktischen Tätigkeit oder Fremdsprache notwendig ist, solltet ihr euch darüber im Voraus in der Studienqualifikationssatzung informieren. Außerdem gibt es teilweise die Möglichkeit, ein Erweiterungs- oder Ergänzungsfach zu wählen, das ausgenommen von Griechisch und Informatik, ab dem dritten Fachsemester dazu kommt. Dies gibt euch die Möglichkeit, später ein drittes Fach unterrichten zu dürfen. An der Europa-Universität in Flensburg können sogar alle Fächer miteinander kombiniert werden. Wer Musiklehrer:in werden möchte, kann Musik und ein zweites wissenschaftliches Fach an der Musikhochschule Lübeck studieren. Da für die Studienzulassung allerdings Eignungsprüfungen gefordert sind, solltet ihr euch hier darüber informieren.

Kommen wir nun zum Lehramtsstudium für Gemeinschaftsschulen. Dieses schließt ihr nach dem Bachelorstudium mit einem Master of Education für das Lehramt an Sekundarschulen mit Schwerpunkt Sekundarstufe 1 ab. Für dieses Lehramt wählt ihr ebenfalls zwei Fächer. In dem einen erhaltet ihr letztendlich die Lehrbefähigung für die Sekundarstufe 1 und im zweiten Fach die Lehrbefähigung für die Sekundarstufe 1 und 2. Falls per Landesverordnung ein dringender schulischer Bedarf an Lehrenden für dieses Fach vorliegt, kann das zum Lehren in der Sekundarstufe 2 befähigende Fach durch ein Fach, das zum Unterrichten in der Sekundarstufe 1 befähigt, ersetzt werden. Ganz genau könnt ihr das in der Kapazitätsverordnung Lehrkräfte nachlesen. Zwei Fächer aus dem Bereich der Sekundarstufe 2 können nicht gewählt werden, da dies zum Erlangen des Lehramts an Gymnasien führen würde. Alle Infos zu den möglichen Fächerkombinationen könnt ihr hier finden. 

Im Lehramtsstudium für Sonderpädagogik müsst ihr zwei von vier sonderpädagogischen Fachrichtungen auswählen, die ihr sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium absolviert. Die sonderpädagogischen Fachrichtungen sind: Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung, Pädagogik bei Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, Sonderpädagogik des Lernens und Pädagogik bei Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation. Verpflichtend für alle ist der Teilstudiengang Sonderpädagogische Psychologie. Zudem wählt ihr ein Fach aus, das ihr entweder mit Schwerpunkt Primar- oder Sekundarstufe studiert. Welche Fächer ihr zur Wahl habt, erfahrt ihr hier.

Beim Lehramt für berufsbildende Schulen müsst ihr euch für eine von drei Ausrichtungen entscheiden: Ernährungs- und Haushaltswissenschaft, gewerblich-technisch oder Wirtschaftswissenschaft mit dem Profil Wirtschaftspädagogik. 

Das Lehramtsstudium für berufsbildende Schulen mit Ausrichtung Ernährungs- und Haushaltswissenschaften, sowie das Studium mit gewerblich-technischer Ausrichtung hat zwei Voraussetzungen: einen Bachelor- oder Diplomabschluss in Elektrotechnik, Informationstechnik, Fahrzeugtechnik, Metalltechnik oder ein gleichwertiges Studium und ein mindestens 12-monatiges Betriebs- oder Berufspraktikum. Im viersemestrigen  Masterstudium gibt es dann ein Modul zur Berufspädagogik und ihr müsst euch für euer allgemeines Fach zwischen Englisch, Mathe, Physik oder Wirtschaft/Politik entscheiden.

Als dritte Option kann das Lehramt für berufsbildende Schulen durch den Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang Wirtschaftswissenschaften mit Profil Wirtschaftspädagogik und den gleichnamigen Zwei-Fächer-Masterstudiengang erlangt werden. Ob der Abschluss ein Bachelor bzw. Master of Arts oder Science ist, richtet sich nach der jeweiligen Fächerkombination. Wurde ein Kombifach aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich gewählt, wird der Bachelor/Master of Arts vergeben und wenn aus dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich gewählt wurde, ist der Abschluss Master/Bachelor of Science.

Praktika

Laut dem Lehrkräftebildungsgesetz Schleswig-Holstein (LehrBG) sind während des Lehramtsstudiums mehrere Praktika zu absolvieren. Da das Lehramtsstudium dazu tendiert, sehr theoretisch zu sein, ist es für angehende Lehrer:innen wichtig, frühzeitig erste praktische Erfahrungen im Zuge von Praktika zu sammeln. Daher werdet ihr im Bachelorstudium neben einem dreiwöchigen Orientierungs- bzw. pädagogischen Praktikum ebenso ein dreiwöchiges fachdidaktisches Praktikum absolvieren. Im Master ist ein Praxissemester Pflicht. An der Musikhochschule in Lübeck sind im Bachelor neben einem Einführungspraktikum und einem vierwöchigen Schulpraktikum noch 150 Stunden Musikvermittlung verpflichtend. Studiert ihr Lehramt für berufsbildende Schulen, werdet ihr ein fachdidaktisches Schulpraktikum im Bachelorstudium und das Praxismodul “Komplementäre Unterrichts-/Didaktikkompetenz” im Master durchlaufen.

Wo kann ich studieren?

In Schleswig-Holstein könnt ihr an mehreren Hochschulen bzw. Universitäten Lehramt studieren. An der Christian-Albrechts-Universität in Kiel (CAU) könnt ihr das Studium Lehramt für Gymnasien und berufsbildende Schulen absolvieren. Mit knapp 5.100 Lehramtstudierenden in 21 Fächern ist sie die größte Hochschule Schleswig-Holsteins, an der Lehramt studiert werden kann. Um das Studium so praxisorientiert wie möglich zu gestalten, wurde 2012 an der CAU in Zusammenarbeit mit dem Leibniz Institut die Kieler Forschungswerkstatt für Naturwissenschaften und Mathematik gegründet. Bei Fragen rund ums Studium sowie bei der Vertretung ihrer Interessen steht den Studierenden das  AStA-Lehramtsreferat zur Verfügung. 

An der Europa-Universität Flensburg ist das Lehramtsstudium für alle Lehramtstypen möglich. Das Lehramt auf gymnasialer Ebene im Fach Musik kann außerdem an der Musikhochschule Lübeck studiert werden und das Fach Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.

Alle Studienorte geben euch nicht nur die Möglichkeit, in beruflicher Hinsicht fachliche Kompetenzen zu erwerben, sondern lehren euch auch, sachgerecht zu handeln, kritisch zu denken und persönlich zu wachsen. Es kann vorkommen, dass eines der von euch gewählten Fächer zulassungsfrei und das andere zulassungsbeschränkt ist. Oder aber dass beide Fächer einen unterschiedlichen Numerus Clausus haben. Daher solltet ihr euch immer individuell auf der Website der jeweiligen Hochschule oder Universität informieren und insbesondere auch die Bewerbungsfristen im Blick behalten. 

Zukunftsaussichten als Lehrkraft in Schleswig-Holstein

An rund 800 Schulen bemühen sich jeden Tag ca. 28.000 Lehrer:innen, ihren Schüler:innen mathematische Formeln, Fremdsprachen, historische Entwicklungen und vieles mehr nahezubringen. Doch wie auch in vielen anderen Bundesländern herrscht in Schleswig-Holstein großer Lehrkräftemangel. Laut einer im Januar 2024 durchgeführten NDR-Umfrage gaben 48 Prozent der 2.901 Befragten an, dass der Lehrermangel der häufigste Grund für Unterrichtsausfälle sei. Um dem entgegenzuwirken, hat das Bildungsministerium einen Maßnahmenkatalog vorgestellt. Dieser zielt unter anderem darauf ab, Lehrkräfte freiwillig von Gymnasien an Gemeinschaftsschulen zu bewegen, einen monatlichen Bonus von 250 Euro für Referendar:innen in Mangelregionen und die Erhöhung der Stundenkontingente der Lehrkräfte. Die FDP, SPD, sowie die SSW fordern unter anderem zusätzlich einen berufsbegleitenden Aufbau-Masterstudiengang für Quer- und Seiteneinsteiger, einen dualen Studiengang und mehr Geld für die ausbildenden Hochschulen. Wie der Quer- und Seiteneinstieg in die Lehrtätigkeit funktioniert, kann auf der Seite der Landesregierung Schleswig-Holstein nachgelesen werden.

Als weitere Maßnahme schlägt der Landeselternbeirat vor, Nebenfächer zu kürzen und das Augenmerk auf die Hauptfächer zu legen. Der Philologenverband fordert die unterrichtsfernen Aufgaben der Lehrer:innen zu kürzen. Festzustellen ist auch, dass die meisten Nachwuchskräfte Gymnasiallehrkraft werden, obwohl dort der geringste Mangel besteht. Darüber hinaus waren vor Corona 300 Menschen mehr im Vorbereitungsdienst. Martin Habersaat, Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion betont: “Das Land muss die Zahl der Referendare so aufstocken, dass sie den prognostizierbaren Lücken gerecht wird”. Zudem gibt es ein Überangebot an Lehrkräften für Geschichte, wohingegen immer weniger Lehramtsanwärter Mathematik studieren. 

Falls ihr plant Lehramt zu studieren oder schon mittendrin steckt, schreibt gerne eure Erfahrung in die Kommentare!

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Fast die Hälfte der Mädchen und ein Drittel der Jungen berichten laut der aktuell veröffentlichten „Health Behaviour in School-aged Children (HBSC)“-Studie über multiple psychosomatische Gesundheitsbeschwerden. Zudem sinkt im Fünfjahresvergleich die Lebenszufriedenheit signifikant. Dies kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand:

„Kinder und Jugendliche lernen am besten, wenn sie gesund und gut ernährt sind. Dann können sie auch kurzzeitige Belastungssituationen, etwa vor Prüfungen, gut wegstecken. Allerdings fehlt es vielen an dem Wissen, wie sie sich gesundhalten können. Grundlagenwissen hierzu wird auch an Schule vermittelt. Allerdings fehlt es an Zeit und Möglichkeiten, dies zu vertiefen. Hier kommen Schulgesundheits-fachkräfte ins Spiel. Wir fordern deren bedarfsgerechten, flächendeckenden Einsatz als Teil des multiprofessionellen Teams an Schulen.“ Und das seit 2017 – zum Beispiel gemeinsam mit dem Berufsverband Kinder- und Jugendärzte, der österreichischen Partnergewerkschaft GÖD-aps sowie der Deutschen Diabetes Gesellschaft und diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe.

Schulgesundheitsfachkräfte haben insbesondere drei Betätigungsfelder. Neben der akuten Hilfe und der Unterstützung bei der Versorgung chronisch kranker Kinder ist es ihre maßgebliche Aufgabe, Präventionsangebote für alle an Schule Beteiligten zu unterbreiten. Der VBE-Chef betont: „Für ein gesundes Aufwachsen ist es äußerst wichtig, Gesundheitswissen zu erlangen und es umsetzen zu können. Schulgesundheitsfachkräfte können diese Aufgabe fachgerecht übernehmen – und entlasten damit auch Lehrkräfte, die sich auf anderes konzentrieren können.“

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Jungendaustausch To Go geht in die dritte Runde. Am 11. April 2024 findet wieder das beliebte Online-Format der Initiative Schule:Global statt. Mit kurzen und prägnanten Präsentationen in Form von Elevator Pitches (Kurzvorträge 90 Sekunden) stellen Organisationen und Initiativen ihre Fördermöglichkeiten, Programme und Projekte vor, mit denen Schulen internationale Begegnungen realisieren können. Jugendaustausch To Go bietet einen schnellen Überblick, wer Lehrkräfte beispielsweise beim Finden einer Partnerschule im Ausland oder bei der Finanzierung oder Umsetzung eines Austauschprogramms unterstützen kann. Mit dabei sind folgende Organisationen:

  • Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW) 
  • Deutsch-Türkische Jugendbrücke 
  • ENSA – Engagement Global – Schulpartnerschaften mit dem globalen Süden
  • Pädagogischer Austauschdienst des Sekretariats der Kultusministerkonferenz mit den Programmen: PASCH-Schulpartnerschaften, German American Partnership Program  (GAPP), partnerschulnetz.de 
  • Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) 
  • VIAVAI – Deutsch-Italienischer Jugendaustausch 
  • Initiative Austausch macht Schule (AmS) 
  • Schule:Global

Jugendaustausch To Go ist für Lehrkräfte aller Schulformen offen, die interkulturelle und internationale Bildung an ihrer Schule fördern oder etablieren wollen. Im Anschluss an die Präsentationen können sich die Lehrkräfte persönlich beraten lassen und Impulse für die eigene Schule mitnehmen. 

Die Veranstaltung findet am 11. April von 16:00 - 17:15 Uhr online statt. Eine Anmeldung kann unter folgendem Link erfolgen: https://aja-org.de/schuleglobal/schuleglobal-jugendaustausch-to-go/

Über Schule:Global 

Das Siegel Schule:Global wird an Schulen verliehen, die im Bereich internationaler Austausch, interkulturelle Kompetenz und Diversität aktiv sind oder es werden wollen. Mit der Verleihung des Siegels wird die Schule Teil eines Netzwerkes, in dem Synergien für mehr Austausch geschaffen werden. Den Schulen wird ein Coach zur Seite gestellt, der sie begleitet und sie bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützt. Zusätzlich erhalten Lehrerinnen und Lehrer Zugriff auf exklusive Unterrichts-Materialien wie Arbeitsblätter, Methoden und Handreichungen zum Thema interkulturelle Bildung. Schule:Global ist eine Initiative des AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch und seiner Mitgliedsorganisationen. Mehr Informationen unter www.schule-global.de

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In der Bildungslandschaft ist die Forderung nach gerechter Bezahlung von Lehrkräften ein allgegenwärtiges Thema, das nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch politische Entscheidungsträger:innen und die Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigt. Der Grundsatz "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" ist ein fundamentales Prinzip der Arbeitswelt, doch im Lehrerberuf bleibt dieses Ideal oft eine Herausforderung. Zum internationalen Frauentag am 8. März werfen wir deshalb einen Blick auf die Diskrepanz zwischen der Verantwortung und den Qualifikationen von Lehrkräften und ihrer tatsächlichen Bezahlung.

Drei von vier Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen sind Frauen. Frauke Gützkow, Pressesprecherin der GEW, ordnete dies im Gespräch mit Lehrer News wie folgt ein: „Das Grundschullehramt ist der Beruf, in dem Frauen zu ungefähr 90 Prozent arbeiten, weshalb die unangemessene Eingruppierung dieser Lehrkräfte als mittelbare Diskriminierung aufgrund des Geschlechts betrachtet werden kann“.

Mit der Kampagne  JA13! Weil Grundschullehrerinnen es verdienen versucht die Gewerkschaft auf diese Situation aufmerksam zu machen. Grundschullehrer:innen werden in drei Bundesländern noch immer nach Besoldungsgruppe A12 vergütet, während ihre Kolleg:innen an anderen Schulformen in der Regel nach A13 bezahlt werden. In einigen Bundesländern erhalten sogar Lehrkräfte in der Sekundarstufe I teilweise noch die niedrigere Vergütung nach A12. Nur die Lehrkräfte mit „neuem“ Masterabschluss werden direkt in die Besoldungsgruppe A13 eingruppiert, sogenannte Bestandslehrkräfte behalten ihre niedrigere Besoldungsgruppe bei.

Die Initiative zur Einführung der Kampagne begann, als bereits acht Bundesländer Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt hatten. Dies ging einher mit einer Angleichung der Studiensemester und ECTS-Punkte in allen Bundesländern. „Damit konnten wir ein zusätzliches Argument vorbringen: Wenn Lehrkräfte eine einheitliche Ausbildung erhalten, sollten sie auch gleich bezahlt werden“, fasst Gützkow die Ausgangssituation zusammen. Die Kampagne startete im Jahr 2016 und bereits ein Jahr später waren Berlin und Brandenburg die ersten Bundesländer, die Grundschullehrer:innen nach A13 vergüteten. Auch im Jahr 2023 konnte dahingehend ein großer Erfolg verzeichnet werden. „Letztes Jahr sind die Länder Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen nachgezogen, was die Höhergruppierung von Grundschullehrkräften betrifft. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurden sogar die Lehrkräfte der Sekundarstufe 1 noch in A12 eingruppiert. Die profitieren auch davon“, sagt Gützkow. 

 

(Quelle: GEW

In Bezug auf die aktuelle Situation äußerte sich Gützkow: "Wir wissen, dass wahrscheinlich kein Ministerpräsident schlaflose Nächte hat, weil er Frauen bei der Eingruppierung von Grundschullehrkräften diskriminiert. Diese Maßnahme ist auch eine Reaktion auf den Fachkräftemangel, um den Beruf attraktiver zu gestalten.“ Es ist unter anderem zu beobachten, dass sich viele Absolvent:innen der Lehramtsstudiengänge nach ihrem Abschluss in ein anderes Bundesland orientieren. Ein Grund für die Abwanderung von Lehrkräften ist die unterschiedliche Bezahlung in den verschiedenen Bundesländern. Eine Grundschullehrerin, die in Ulm unterrichtet, bekommt zum Beispiel 500 Euro weniger als für die gleiche Arbeit in Neu-Ulm. Die Sorge vor der Abwanderung von Lehrkräften nimmt dementsprechend zu, besonders in den Ländern, die an andere Länder angrenzen und höhere Gehälter bieten, wie es bei Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz der Fall ist. 

Der Fachkräftemangel steht jedoch auch in engem Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen, insbesondere mit der Arbeitsbelastung und der Bezahlung. Dies führt dazu, dass Männer häufiger Führungspositionen in Lehrberufen einnehmen. "Männer sind in Relation zu ihrem Anteil an Beschäftigten überproportional in Führungspositionen vertreten“, erklärt Gützkow. Sie geht davon aus, dass die ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeit, die hauptsächlich von Frauen geleistet wird, dazu führe, dass Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren und ihre Chancen auf Führungspositionen verringern. Dies liegt unter anderem daran, dass Lehrkräfte in Leitungspositionen weiterhin unterrichten müssen. „Teilzeitkräfte haben daher einen Nachteil bei der Übernahme solcher Positionen“, so Gützkow. 

Ein Modell, welches dabei Hilfe leisten kann, ist das Job-Sharing, bei dem eine Vollzeitstelle von zwei oder mehreren Mitarbeiter:innen ausgeführt wird. Gützkow sagte dazu im Gespräch mit Lehrer News: "Wir kämpfen stark für die Möglichkeit, Führungspositionen zu teilen. Es gibt verschiedene Modelle wie Job-Sharing. Aufgrund des Beamtenrechts ist dies jedoch nicht immer einfach umzusetzen. Unsere Kolleg:innen in Baden-Württemberg, Bremen und Berlin sind besonders daran interessiert, dieses Modell zu etablieren. Es müssen jedoch für jedes Land spezifische Regelungen in Erlassen und Dienstvereinbarungen getroffen werden".

Grundsätzlich ist es wichtig, sich für allgemeine verbesserte Arbeitsbedingungen einzusetzen, darunter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Teilzeitoptionen für junge Familien aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten.

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Köln, 05.03.2023 – In der Schule richtig lesen zulernen, das ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit mehr: Inzwischen scheitert jedes vierte Kind am Ende der Grundschule an simplen Texten. Ebenfalls rund ein Viertel der jungen Menschen können auch mit 15 Jahren noch nicht ausreichend lesen. Das ermittelten die großen Bildungsstudien IGLU 2021 bzw. PISA 2022.

Die ehrenamtlichen Lesementor:innen von MENTOR – Die Leselernhelfer engagieren sich deutschlandweit, um das zu ändern. Dafür verzeichnet der Bundesverband von MENTOR 2023 ein erfreuliches Wachstum, das er jetzt bekannt gibt: 15.000 Lesementor:innen fördern 19.000 junge Menschen in wöchentlichen individuellen Lesestunden, zu denen sie sich in den Schulen verabreden.

Zuvor engagierten sich unter dem Dach des MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverbands e.V.bereits 13.000 ehrenamtliche Lesementor:innen. Sie förderten 16.600 Kinder und Jugendliche. Huguette Morin-Hauser, 1. Vorsitzende, MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V. resümiert: „Wenn ein Viertel unserer Schüler:innen am Ende der Grundschulzeit und sogar im Jugendalter nicht ausreichend lesen können, steht nicht nur ihre Zukunft auf dem Spiel, sondern auch die Zukunft unserer Gesellschaft als Ganzes. Daher ist es unabdingbar, dass immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig es ist, die Kinder und Jugendlichen jetzt zu unterstützen. Der Bedarf ist so groß, wie in den letzten 20 Jahren nicht.“

Die Fähigkeit zu lesen ist das Fundament für den Zugang zu Wissen, zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und zur Entfaltung individueller Potenziale. Eine Gesellschaft, in der ein bedeutender Teil der Bevölkerung nicht über grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten verfügt, wird langfristig mit Herausforderungen wie Bildungsungleichheit, sozialer Ausgrenzung und wirtschaftlicher Stagnation konfrontiert sein. Daher ist es unerlässlich, die Arbeit der bildungsrelevante Initiativen, insbesondere im Bereich der Leseförderung, durch eine Spende oder personell zu unterstützen. Weiterführende Informationen auf der Webseite www.mentor-bundesverband.de

Das erfolgreiche Förderprinzip von MENTOR – Die Leselernhelfer beruht auf drei Säulen: Dem 1:1-Prinzip, d.h., jedes Kind wird ganz individuell betreut, einmal pro Woche, mindestens ein Jahr lang. Außerdem sind die Erfolgsfaktoren: Bildung durch Bindung und eine entspannte Lernatmosphäre. Die Förderung erfolgt ausschließlich in Kooperation mit den Schulen. Der erste MENTOR-Verein wurde 2003 in Hannover gegründet, aktuell gibt es bundesweit 123 Vereine. Der Bundesverband mit Sitz in Köln gründete sich 2008. Er sorgt vor allem für die Qualifizierung der Lesementor:innen und das Bereitstellen von Materialien, damit sie ihr Ehrenamt gut vorbereitet aufnehmen und bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe begleitet werden. Die Schirmherrschaft haben Richard David Precht, Sandra Maischberger, Armin Maiwald, Simone Standl und Markus Wasmeier inne.

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Förderschüler:innen haben es trotz einer abgeschlossenen Schullaufbahn im Vergleich zu Jugendlichen ohne Förderbedarf häufig viel schwieriger, den Einstieg ins Berufsleben zu meistern. Dieser Umstand ist seit Jahren und Jahrzehnten bekannt, doch bisher hat sich nicht grundlegend etwas daran geändert. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang verschiedene neue Modelle diskutiert, die dazu führen sollen, dass uns gesamtgesellschaftlich betrachtet Inklusion im Schulsystem und am Arbeitsmarkt besser gelingt. Flächendeckend durchgesetzt hat sich noch keines der Modelle. Dazu sind die Unterschiede im Umgang mit diesem Thema je nach Bundesland sehr groß. In diesem Artikel soll ein Status quo der Situation für Schüler:innen mit Förderbedarf mit Blick auf ihre Chancen am Arbeitsmarkt abgebildet werden.

Sachsen-Anhalt will bessere Chancen auf den Hauptschulabschluss schaffen

Die Regierung in Sachsen-Anhalt möchte für Förderschüler:innen bessere Möglichkeiten schaffen, den Hauptschulabschluss zu erwerben. Das Kultusministerium hat Ende Februar 2024 mitgeteilt, dass ab dem nächsten Schuljahr die Option besteht, an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen eine Klasse zum Erwerb des Hauptschulabschlusses einzurichten. Es sollen auch Kooperationen zwischen mehreren Förderschulen möglich sein, damit eine solche Klasse angeboten werden kann. Hintergrund ist, dass Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Lernen häufig unterhalb der Lehrplananforderungen der allgemeinen Schulen unterrichtet werden würden. Damit erreichen sie keinen anerkannten Schulabschluss, sondern erhalten nur ein Abgangszeugnis, das am Arbeitsmarkt oft als weniger wertvoll wahrgenommen wird. 

Bislang konnten Förderschüler:innen mit dem Schwerpunkt Lernen, die die leistungsmäßigen Voraussetzungen erfüllten, an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen eine Kooperationsklasse besuchen, um den Hauptschulabschluss zu erlangen. Die Regierung in Sachsen-Anhalt möchte den Förderschüler:innen aber die Möglichkeit geben, in einer gewohnten, vielleicht besser abgestimmten Umgebung, ihren Hauptschulabschluss zu machen. Bildungsministerin Eva Feußner erklärte das wie folgt: „Damit schaffen wir eine gezielte Förderung für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen und eröffnen ihnen neue Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss in einem für sie passenden Umfeld. Unser Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt gerechte Bildungschancen zu bieten und ihre individuellen Bedürfnisse bestmöglich zu unterstützen".

Hauptschulabschluss scheint kein Allheilmittel zu sein

Eine gemeinsame Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hat Ende 2021 gezeigt, dass Förderschüler:innen mit Hauptschulabschluss bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben, als Förderschüler:innen ohne Abschluss. Aber die Zahlen sind immer noch erschreckend gering. Demnach haben etwa 23 Prozent der ehemaligen Förderschüler:innen sechs Jahre nach dem Besuch der 9. Klasse noch keine Ausbildung gefunden. Bei den Jugendlichen von Regelschulen, die maximal einen Hauptschulabschluss erlangt haben, waren es dagegen 13 Prozent. Schüler:innen von Förderschulen verbringen außerdem mehr Monate in berufsvorbereitenden Maßnahmen als ehemalige Regelschüler:innen mit Hauptschulabschluss. Zudem hatten nur 35 Prozent der Jugendlichen von Förderschulen ihre Ausbildung im Zeitraum von September 2011 bis Oktober 2016 erfolgreich abgeschlossen, bei den Jugendlichen von Regelschulen waren das 43 Prozent. Die Perspektiven von Schüler:innen mit Förderbedarf, die eine Förderschule besucht haben, sind also weniger aussichtsreich, als die von Jugendlichen anderer Schulen. Kritiker:innen zweifeln auch deshalb die Sinnhaftigkeit solcher Förderschulen an und wollen andere Modelle zum Standard machen. 

Rheinland-Pfalz strebt Konzepte für Anschluss in Regelschulen an

Auch die Regierung in Rheinland-Pfalz hat im Bereich Förderschüler:innen im “Übergang zum Arbeitsmarkt” Handlungsbedarf erkannt. In den vergangenen Jahren hätten dort laut Bildungsministerium jährlich zwischen 2.000 und 3.000 Schüler:innen die Schule ohne Berufsreife verlassen. Deutlich mehr als die Hälfte davon waren im Schuljahr 2021/22 Schüler:innen mit einem Förderbedarf. Die hohen Zahlen bei Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf ließen sich laut Ministerium damit erklären, dass Schüler:innen mit Abschlusszeugnissen in zwei von insgesamt sieben sonderpädagogischen Förderschwerpunkten als Abgänge ohne Berufsreife in die Statistik eingingen. Konkret treffe das auf die Förderschwerpunkte “Lernen” und “ganzheitliche Entwicklung” zu. In denen werde laut Ministerium mit rund 87 Prozent der Großteil der Schüler:innen an Förderschulen unterrichtet. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sieht hier Bedarf für Veränderung und sagte in diesem Zuge der Deutschen Presse-Agentur, auch junge Menschen, die im Förderschwerpunkt Lernen unterrichtet würden, sollten im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Berufsreifeabschluss anstreben können, sei es an Realschulen plus oder Integrierten Gesamtschulen, im freiwilligen zehnten Schuljahr an Förderschulen, im Rahmen des Projekts “Keine/r ohne Abschluss” oder in einem Berufsvorbereitungsjahr. Das Bildungsministerium will die Chancen beim Einstieg von Förderschüler:innen am Arbeitsmarkt verbessern, indem man die Inklusion an Regelschulen stärker in den Fokus nehme. Förderschulen würden in den kommenden Jahren ihre Konzepte verstärkt darauf ausrichten, dass Schüler:innen, die die Berufsreife anstrebten, Anschluss an den Unterricht in Regelschulen finden, so die Bildungsministerin.

Behindertenbeauftragte der Bundesregierung strebt Inklusion an Regelschulen an

Die Beispiele von Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zeigen nur exemplarisch, wie unterschiedlich die Strategien der Länder sind, um Schüler:innen mit Förderbedarf den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Eine deutschlandweite Linie, die wissenschaftlich gestützt wäre, gibt es noch nicht. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, würde im Angesicht seiner Aussagen zum Thema aber wohl eher das Modell aus Rheinland-Pfalz unterstützen. 

Dusel selbst ist von Geburt an stark sehbeeinträchtigt, hat aber eine Regelschule besuchen können. Gegenüber dem Deutschen Schulportal sagte er: “Ich kann aus Erfahrung sagen: Inklusion an Schulen ist gut für die Kinder und Jugendlichen – und zwar für die mit und ebenso für die ohne Behinderungen”. Neben den positiven Aspekten schulischer Inklusion stellt er aber auch noch eine weitere interessante Seite an der Diskussion heraus: “Es gibt noch einen anderen Grund, der Inklusion an Schulen alternativlos macht: Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist ein Menschenrecht. Es geht nicht nur um ein “Nice to have“, sondern auch um die Umsetzung fundamentaler Grundrechte: also der Würde des Menschen, der Entfaltung der Persönlichkeit und der Gleichberechtigung vor dem Gesetz. Deutschland hat 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ratifiziert. Damit ist dieser völkerrechtliche Vertrag geltendes Recht in Deutschland geworden, der sowohl für die Bildung als auch für die Arbeitswelt, die Mobilität, das Wohnen oder etwa das Gesundheitswesen eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen vorsieht”.

Im Kern sind sich die Akteur:innen aus der Bildungspolitik einig: Schüler:innen mit Förderbedarf, insbesondere mit dem Förderschwerpunkt Lernen, müssen bessere Zugangschancen für den Arbeitsmarkt bekommen. Wie man dieses Ziel gesellschaftlich erreichen kann, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander. Hierbei zeigen sich mal wieder gleichermaßen die Stärken und Schwächen des Bildungsföderalismus. Einerseits kann jedes Land sein eigenes Süppchen brauen und dies kann bedeuten, dass Förderschüler:innen, abhängig davon wo sie wohnen, unterschiedlich gute Chancen auf einen guten Berufseinstieg haben. Andererseits bietet das System Chancen, dass Länder ihre ausgewählten Modelle schneller umsetzen und ausprobieren können. Hierbei können auch Vorbildrollen entstehen und andere Länder könnten davon wiederum profitieren.

Welcher Ansatz ist eurer Meinung nach der Richtige? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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München. Die jüngsten Reformpläne des bayerischen Kultusministeriums sind auf massive Kritik gestoßen. Als Reaktion auf das schlechte Abschneiden in der Pisa-Studie sollen an bayerischen Grundschulen die Fächer Mathematik und Deutsch stärker unterrichtet werden – Kunst, Musik und Werken hingegen zu einem Fächerverbund zusammengeschlossen werden. So zumindest klang es vergangene Woche, als die Pläne erstmals angekündigt worden sind. Jetzt hat das Kultusministerium zurückgerudert und versucht sich an einer Klarstellung.

“Fatal” und  “populistisch” nannte der deutsche Musikrat die Vorschläge zur Zusammenlegung der drei Fächer, während gleichzeitig der Religionsunterricht nicht angetastet wird. Auch aus den Reihen des Fachverbands für Kunstpädagogik hagelte es Kritik: “Kunst ist das Fach, in dem alle Kinder lernen, Bilder und visuelle Medien als Schlüssel zum Verständnis unserer komplexen Welt zu lesen, zu gestalten und damit kompetent umzugehen”, sagt Barbara Lutz-Sterzenbach, Professorin für Kunstpädagogik und Visual Literacy an der Universität Passau gegenüber dem Spiegel. Kinder mit Zuwanderungsgeschichte oder von Armut betroffene Familien, die sich keine Zusatzbildung leisten können, seien von Kürzungen der Fächer Kunst und Musik besonders betroffen.

Eine Petition gegen die Zusammenlegung von Musik, Werken und Kunst erreichte 30 Stunden nach ihrem Start durch eine Mutter und eine Lehrerin mehr als 42.000 Unterschriften.

Insgesamt sollte die Stundenzahl an der Grundschule trotz vier zusätzlicher Stunden Deutsch und zwei Stunden Mathematik nicht ansteigen, also musste woanders reduziert werden. Sport und Religion waren zum Tabu erklärt worden, Heimat- und Sachkunde zählt für die Übertrittsnote an weiterführende Schulen. Also blieben Englisch und die kreativen Fächer. Letztlich können die 2418 Grundschulen individuell entscheiden, wo sie Zeit abknapsen.

In einem Schreiben an alle Grundschulen stellte Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) jetzt klar, dass Kunst, Musik und Werken als Einzelfächer grundsätzlich weiterhin einzeln ausgewiesen werden. In dem dreiseitigen Papier betont das Ministerium, es sei keine Streichung ganzer Fächer geplant. Außerdem werde es auch “keine Zusammenlegung von einzelnen Unterrichtsfächern geben”. “Die Schule kann sich dafür entscheiden, den Stundenansatz auf vier Stunden zu reduzieren. Dieser Schritt ist aber nicht zwingend”, heißt es darin. Als Alternative biete sich an, die in der Stundentafel verankerte flexible Stunde für eines der drei Fächer zu verwenden. “Jede Schule entscheidet im Einvernehmen mit der Schulaufsicht eigenverantwortlich und mit Blick auf Schülerschaft, Schulstandort und Schulprofil, welche der gegebenen Flexibilisierungsmöglichkeiten genutzt werden.”

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Köln, 29.02.2024 – Das in Köln ansässige EdTech-Startup studyspace stellt seine Lernapp ab sofort bis zum Abitur 2024 kostenfrei für alle Schüler:innen von Schulen mit einem Sozialindex ab 4 in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Diese Initiative zielt darauf ab, die Bildungschancen zu verbessern und allen Jugendlichen unabhängig von ihrem sozialen und ökonomischen Hintergrund eine faire Chance auf Erfolg im Abitur zu bieten.

studyspace ist eine digitale Lernplattform, die speziell für die Abiturvorbereitung konzipiert wurde. Sie bietet umfangreiche Lernmaterialien und interaktive Übungen, die auf den Lehrplan von NRW zugeschnitten sind. Die App nutzt die neuesten Technologien im Bereich des interaktiven Lernens, um den Lernprozess zu optimieren.

„Mit unserer Initiative möchten wir einen Beitrag zur Verringerung der Bildungsungleichheit leisten und sicherstellen, dass alle Schülerinnen in NRW die Unterstützung erhalten, die sie für eine erfolgreiche Abiturvorbereitung benötigen“, sagt Katharina Farkas, Geschäftsführerin von studyspace.

Schulen und Lehrkräfte, die an diesem Programm teilnehmen möchten, können sich direkt über die Website des Unternehmens für den Zugang registrieren.

Über studyspace:

studyspace ist eine digitale Lernplattform, die das Lernen durch den Einsatz innovativer Technologien individueller, effektiver und attraktiver macht. Das Kölner EdTech-Startup wird von den seinen Gründern Katharina Farkas und Jonathan Vossen geleitet. 2023 wurde studyspace mit dem Gründerstipendium NRW ausgezeichnet.

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Während draußen die Sonne strahlt und die Natur lebendig ist, scheint es, als ob unser Schulgarten ein wenig an tierischer Gesellschaft vermisst. Die Schnecken sind wohl in einer Versteckspielmeisterschaft vertieft, die Vögel machen einen Bogen um den verwaisten Baum und die Bienen haben beschlossen, sich für ihre Pollensuche woanders umzusehen. Es scheint, als ob der Schulgarten ein bisschen mehr "Wildlife" gebrauchen könnte. 

In diesem Artikel sind wir auf Rettungsmission für den Schulgarten. Wir schauen uns an, wie ihr von der Pflanzenwahl über den Bau von Insektenhotels bis hin zu einem Teich für Frösche und Co. den Schulgarten in eine blühende Landschaft verwandeln könnt. Wie ihr euren Schulgarten igelfreundlicher gestalten könnt, haben wir uns bereits in diesem Artikel angesehen. Aber vielleicht helfen euch auch diese Tipps dabei, ein paar Schüler:innen aus ihren "Natur ist langweilig"-Träumen aufzuwecken.

Blühende Wiese für Bienen und Schmetterlinge 

(Quelle: Pixabay)

Roter Klatschmohn, lila Lavendel, gelbe Sonnenblumen und blaue Kornblumen — wenn der Schulgarten in bunten Farben blüht, ist das nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein wahres Paradies für  Bienen, Hummeln und Käfer. Für diese und viele weitere Sechsbeiner ist dieses Blumenmeer nämlich Nahrungsquelle und Nistmöglichkeit.

Eine Blumenwiese legt ihr am besten an, indem ihr einen sonnigen Platz in eurem Schulgarten wählt. Danach solltet ihr den Boden vorbereiten. Das heißt: Unkraut jäten, und die Erde auflockern. Am besten wählt ihr eine Saatenmischung mit einheimischen Wildblumen, die ihr in jedem Baumarkt bekommen könnt. Diese Samen sät ihr dann gleichmäßig auf der vorbereitete Fläche aus und bewässert die Wiese gut und vor allem regelmäßig. Ihr könnt die Blumenwiese zusammen mit euren Schüler:innen erkunden und kartieren. Material, wie ihr dabei vorgehen könnt und worauf ihr achten solltet, findet ihr hier in einer praktischen Broschüre der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (PDF).

Insektenhotels 

(Quelle: Pixabay)

Wenn euch das Summen auf der Blumenwiese noch nicht genug ist, könnt ihr mit euren Schüler:innen auch ein Insektenhotel bauen. Dabei werdet ihr nicht nur kreativ tätig, sondern fördert auch die Biodiversität in eurem Schulgarten.

Mit seinem vielfältigen Angebot an Unterschlupf und Nistmöglichkeiten lockt das Insektenhotel eine bunte Vielfalt von Insekten an, darunter Wildbienen und Marienkäfer . Ähnlich wie bei der Blumenwiese ist auch hier die Auswahl des Standorts entscheidend. Ein sonniger Platz mit wenig Wind ist ideal für den Bau eines Insektenhotels. Bevor ihr jedoch mit dem Bau beginnt, solltet ihr das benötigte Material sammeln und den Bau des Hotels mit euren Schüler:innen planen. Verwendet dabei am besten natürliche Materialien wie Holzstücke, Halme aus Stroh und Lehm, um den Insekten eine Vielzahl von Nistmöglichkeiten anzubieten. Eine Anleitung dazu findet ihr zum Beispiel hier auf den Seiten von Geolino. Ihr solltet dabei jedoch immer auf die Bedürfnisse der Insekten achten: also keine ausgefransten Löcher, den hier können sich die Tiere ihre Flügel verletzen. Nach Fertigstellung des Insektenhotels könnt ihr es dann gemeinsam mit eurer Klasse im Schulgarten aufstellen und die Tiere bei ihrem regen Treiben beobachten.

Wasserstelle

(Quelle: Pixabay)

Die Schaffung eines Teiches oder einer Wasserstelle im Schulgarten bietet euch nicht nur eine attraktive landschaftliche Funktion, sondern auch einen wertvollen Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Wasservögel, Frösche, Libellen und andere Wasserlebewesen finden hier Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten.

Das Anlegen eines Teiches ist jedoch mit einem hohen Aufwand verbunden, ihr solltet euch vorher deshalb über eventuelle Genehmigungen oder Vorschriften informieren, die hier gelten könnten. Auch die Wahl des Standorts ist wieder von Bedeutung. Wählt einen sonnigen Bereich im Schulgarten, der jedoch nicht vollständig der prallen Sonne ausgesetzt ist, um eine Überhitzung des Wassers zu vermeiden. 

Wasserlilien, Schilfrohr und Seerosen sind nur einige Beispiele für Pflanzen, die sich gut für die Uferzone eignen. Nach Fertigstellung des Teiches oder wenn ihr bereits einen im Schulgarten habt, könnt ihr diesen zunächst aus der Ferne beobachten, indem ihr mit eurer Klasse still im Gras sitzt oder durch die Fenster des Klassenzimmers schaut. Dadurch erhaltet ihr einen Überblick über das gesamte Biotop und könnt das Leben dort gut verfolgen. Anschließend könnt ihr gemeinsam das Ufer erforschen, wobei es wichtig ist, zuvor Sicherheitsregeln zu besprechen. Am Teichrand könnt ihr das Tierreich hautnah erkunden. Auch wenn Vögel und Frösche wahrscheinlich bereits verschwunden sind, könnt ihr Bienen, Käfer und Spinnen beobachten, die sich von euch kaum gestört fühlen werden. Dies bietet eine großartige Gelegenheit, die vielfältige Tierwelt zu entdecken und zu studieren, die sich um den Teich herum ansiedelt. Hier findet ihr zahlreiche Ideen für Projekte, die sich rund um den Schulteich drehen. 

Nistkästen und Vogelfutterstellen

(Quelle: Pixabay)

Wenn ihr mit eurer Klasse das Verhalten und die Lebensweise verschiedener Vögel beobachten wollt, ist die Installation von Nistkästen und Vogelfutterstellen eine gute Möglichkeit dafür. Ihr könnt eure Schüler:innen auch hier in den Prozess des Baus und der Installation einbeziehen, indem ihr beispielsweise Nistkästen und Futterstellen gemeinsam zusammenbaut. Hier findet ihr eine Anleitung dafür. Ihr solltet darauf achten, dass das Futter für die Vögel regelmäßig kontrolliert und nachgefüllt wird, um die Vögel das ganze Jahr zu unterstützen. Bei der Auswahl und Platzierung von Futterstellen und Nistkästen ist es wichtig, sicherzustellen, dass die Kästen einen geeigneten Schutz vor Witterungseinflüssen und Raubtieren bieten. Dann steht eurem Vogel-Beobachten nichts mehr im Weg.

Bei der Gestaltung eurer Schulgartens ist es immer wichtig, auf den Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln zu verzichten und stattdessen auf natürliche Methoden zur Schädlingsbekämpfung und Bodenverbesserung zu setzen. Dann habt ihr zusammen mit unseren Tipps einen tollen Ort, um die Tier- und Pflanzenwelt zusammen mit euren Schüler:innen zu beobachten, zu erleben und zu dokumentieren. 

Wie nutzt ihr euren Schulgarten für den Unterricht? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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Die Zeit des Nationalsozialismus ist ein zentraler Bestandteil des Geschichtsunterrichts, doch erlauben es die vollen Lehrpläne und der Mangel an Lehrkräften oft nicht, diesem wichtigen Thema die Zeit und Tiefe zu widmen, die es verdient. Eine Projektwoche bietet hier eine wertvolle Gelegenheit zum Ausgleich. Sie ermöglicht es den Schüler:innen, sich intensiver mit der NS-Zeit auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und tiefergehende Diskussionen zu führen. In diesem Artikel werden wir euch verschiedene kostenlose digitale Materialien und Formate mit an die Hand geben, die dazu beitragen können, diese wichtige Unterrichtseinheit auf ansprechende und informative Weise zu gestalten, beispielsweise in Form von Projekttagen oder einer Projektwoche.

Informationsquellen

Startseite des Themenbereichs “Das NS-Regime”. (Quelle: LeMO)

LeMO

Das Lebendige Museum Online (LeMO) ist ein umfangreiches Online-Portal zur deutschen Geschichte. Es bietet neben Jahreschroniken und einem interaktiven Zeitstrahl auch spezifische Materialsammlungen zum NS-Regime und Zweiten Weltkrieg. Dazu gehören unter anderem Zeitzeugenberichte, Biografien und das Unterrichtsmaterial “Farbe bekennen”. All diese Inhalte werden durch eine Vielzahl an Texten, Medien, Zeitzeugenberichten und Dokumenten gestützt. 

Bundeszentrale für politische Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt auf ihrer Webseite Daten zum Ausbruch, Verlauf und Ende des Zweiten Weltkriegs zur Verfügung. Im Dossier zum Zweiten Weltkrieg finden sich auch Artikel zu den Themen:

Startseite des Themenkomplexes Zweiter Weltkrieg mit Links und Unterthemen und weiteren Ressourcen. (Quelle: ZUM)

ZUM-Unterrichten

Die Online-Plattform ZUM-Unterrichten ist eine weitere vielseitige Quelle für den Geschichtsunterricht. Als Projekt der Zentralen für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM), einer Gemeinschaft von Lehrkräften und Interessierten, zielt sie darauf ab, freie Lehr- und Lernangebote im Netz zu verbreiten. Für verschiedene Fächer bietet ZUM-Unterrichten eine Art Wikipedia. Im Fach Geschichte finden sich zahlreiche Beiträge zu Themen wie Deutschland 1933-1945, Machtergreifung, Zweiter Weltkrieg, Antisemitismus sowie historische Stichworte zu Faschismus und NSDAP. Die einzelnen Themen und Unterthemen sind miteinander verknüpft und bündeln eine Fülle von Informationen, Weblinks, Lernmodulen und Materialien.

Videobeiträge

Themenseite zu “Hitlers Macht” in der ZDF Mediathek. (Quelle: ZDF)

ZDF Mediathek

Seit dem vergangenen Jahr stellt das ZDF in seiner Mediathek die dreiteilige Doku-Reihe “Hitlers Macht” von Terra X zur Verfügung. Die Trilogie wird durch eine Vielzahl an Begleitmaterialien ergänzt. Dazu gehören Video-Einordnungen von Heiko Drotschmann, zahlreiche Videobeiträge zu Themen wie Nationalsozialismus und Holocaust sowie methodisch-didaktisches Material (Download im pdf.-Format). Dieses wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christian Bunnenberg, Professor für Didaktik der Geschichte und Public History an der Ruhr-Universität Bochum, erstellt.

YouTube Kanal MrWissen2go Geschichte | Terra X

Auf dem YouTube Kanal von Heiko Drotschmann MrWissen2go Geschichte | Terra X gibt es weitere Playlisten zu den Themen:

ARD Mediathek

In der ARD Mediathek finden sich zahlreiche Videos zu Themen wie Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, Zeitzeugen, Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime, Opfer des Nationalsozialismus und Leben unter dem Hakenkreuz. Einen besonderen Mehrwert für den Schulunterricht bietet die Reihe über den Krieg aus Sicht der Kinder “Der Krieg und ich”. Die Beiträge dieser Reihe sind auch für Schüler:innen der jüngeren Jahrgänge geeignet und bieten einen einzigartigen Einblick, da jede Folge die Perspektive eines anderen Kindes oder Jugendlichen zeigt.

Textarbeit

Startseite des Themenkomplexes Zweiter Weltkrieg mit einer Auflistung aller Beiträge. (Quelle: Zukunft braucht Erinnerung)

Zukunft braucht Erinnerung

Das Online-Portal Zukunft braucht Erinnerung ist eine umfangreiche Ressource für alle, die sich intensiv mit Themen Drittes Reich, Geschichte der Juden, Antisemitismus und Zweiter Weltkrieg auseinandersetzen möchten. Es handelt sich um Beiträge, die ehrenamtlich von Wissenschaftler:innen und Studierenden erstellt werden. Ziel des Arbeitskreises ist es, sich wissenschaftlich und didaktisch mit den Themen Nationalsozialismus, Antisemitismus und Holocaust sowie ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart auseinanderzusetzen. Die langen und fundierten Beiträge sind aufgrund ihrer Tiefe und Komplexität besonders für Schüler:innen der höheren Jahrgänge geeignet.

Kinder an das Thema Nationalsozialismus heranführen

Für die Arbeit mit jüngeren Schüler:innen können wir den Leitfaden “Wie mit Kindern über den NS reden?” vom Jungen Museum Frankfurt empfehlen. In den unteren Jahrgängen bietet sich zudem das Vorlesen an. Von der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz gibt es ein Buch mit dem Titel “Mit Kindern über den Nationalsozialismus sprechen”, das in Teilen online verfügbar ist. Begleitend dazu gibt es eine Handreichung für die Arbeit mit Kindern zwischen neun und zwölf Jahren sowie ein Lexikon.  

Interaktives Material

Aufgaben und Material zum Thema Nationalsozialismus. (Quelle: selbstgesteuert entwickelnder geschichtsunterricht)

selbstgesteuert entwickelnder geschichtsunterricht

Die Webseite selbstgesteuert entwickelnder geschichtsunterricht (segu) bietet eine große Bandbreite an interaktiven Inhalten zu den Themen Nationalsozialismus, Judenverfolung und Holocaust sowie Zweiter Weltkrieg an. Eine kurze Beschreibung der einzelnen Module gibt einen Überblick über Inhalt, Umfang und Schwierigkeitsgrad der Inhalte. Zudem gibt es eine Auswahl an Arbeitsblättern zum Themenbereich Nationalsozialismus und Leitfäden zur Untersuchung von Denkmälern und Kriegerdenkmälern.

Deutsches Historisches Museum

Das Deutsche Historische Museum (DHM) bietet ein interaktives Lernportal zum Thema Deutschland im Nationalsozialismus an. Unter dem Titel “Nichts davon gewusst?” werden verschiedene Aspekte dieser Epoche behandelt, darunter Machtübernahme, Ausgrenzung und Terror, Außenpolitik, Zweiter Weltkrieg, Völkermord und Verantwortung. Das Portal stellt zudem Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe 1 bereit. Es finden sich dort auch interaktive Übungen und verschiedene Aufgaben, die das Verständnis der Themen vertiefen. Zudem wird aufbereitetes Quellenmaterial des Museums zur Verfügung gestellt. Zwei interaktive Zeitstrahlen ermöglichen es den Lernenden, die historischen Ereignisse in einen zeitlichen Kontext zu setzen. 

Dieser Artikel bietet eine Vielzahl von Anregungen und Ressourcen für die Gestaltung von Teilen einer Projektwoche zum Thema Nationalsozialismus. Teilt eure Erfahrungen und Ideen in den Kommentaren. Habt ihr weitere Vorschläge für Inhalte oder Materialien? Welche Methoden habt ihr in eurem Unterricht erfolgreich eingesetzt? 

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München, 01. März 2024 – Lässig und cool, wenn das nicht mal passt! Das Lifestyle-Unternehmen  LÄSSIG wird neben dem Ernst Klett Grundschulverlag Förderer des Social Startups COOLLAMA.  

Damit trägt LÄSSIG zu Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit im Primarbereich bei.  Die Fördergelder werden verwendet, um auch zukünftig lustige Online-Mathespiele und  Übungsblätter kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Mit der Unterstützung von LÄSSIG baut  COOLLAMA darüber hinaus das bestehende Portfolio der aktuell über 250 Online-Mathespiele  weiter aus und erschließt eine ganz neue Zielgruppe. 

Die Marke, die ein Reh inmitten ihres Logos zeigt, als Zeichen für Schutzbedürftigkeit und  Umweltbewusstsein, bietet ein umfangreiches Sortiment an cool designten  Kindergartenrucksäcken und Schulranzen. Die Förderung von LÄSSIG ermöglicht COOLLAMA die Entwicklung von Online-Aufgaben für  Vorschulkinder. 

Der Fokus der neuen Spiele liegt insbesondere auf der Mengenerfassung, eine wichtige  Vorläuferfähigkeit für weitere mathematischen Kompetenzen. In der sicheren und intuitiven COOLLAMA-Onlineumgebung erwerben die Jüngsten außerdem  erste Medienkompetenz. 

“Das innovative digitale Angebot von COOLLAMA hat uns auf Anhieb begeistert. Mit einer  benutzerfreundlichen und humorvollen Plattform vermittelt es Mathematik auf eine lockere und  ansprechende Weise an Grundschulkinder. Dieser Einsatz entspricht unserem Wert, den Alltag  von Familien verantwortungsvoll zu unterstützen und zu erleichtern", teilt Claudia Lässig,  geschäftsführende Gesellschafterin der Lässig GmbH mit.”  

"Wir freuen uns riesig, dass wir bald auch Vorschulkinder bei ihren ersten Schritten in die Welt  der Mathematik begleiten dürfen. So können wir -mit dem gewohnten Lama-Spaßfaktor- bereits  zu Beginn Freude an Zahlen und Mengen und somit dem Fach Mathe vermitteln", sagt Anja Wee,  Gründerin von COOLLAMA. "Unser großer Dank und unsere Wertschätzung gilt LÄSSIG, die es uns erlauben unsere  Aktivitäten zur gezielten Nachwuchsförderung im MINT-Bereich nicht nur fortzusetzen,  sondern weiter auszubauen."  

Mehr Informationen zu LÄSSIG findet Ihr hier: ÜBER LÄSSIG 

Über COOLLAMA 

COOLLAMA ist ein Lernportal für Grundschulkinder mit Online-Mathespielen und Übungsmaterialien rund um  die vier Grundrechenarten. Liebenswerte Lamas sorgen für digitales Lernen mit Spaßfaktor: zugänglich für alle via Rechner, Tablet oder Smartphone und vollständig kostenfrei. COOLLAMA leistet damit einen Beitrag zu  (digitaler) Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit im Primarbereich. 

Mehr Informationen zu COOLLSMS unter www.coollama.de

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Berlin. Eine Mehrheit der deutschen Bürger:innen ist mit dem Schulsystem und der Bildungspolitik unzufrieden: Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des RedaktionsNetzwerks Deutschlands (RND) ergeben. Demnach sehen etwa 68 Prozent der Befragten die Qualifikation der Schulabgänger:innen heute schlechter an als noch vor 30 Jahren. Nur 10 Prozent sehen eine Verbesserung. Anlass der Befragung von 1.008 Personen Mitte Februar  waren die neuesten Ergebnisse der PISA-Studie, die einen starken Leistungsabfall deutscher Schüler:innen in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaft zeigt.

Ein Großteil der Befragten, insgesamt 70 Prozent, unter den Eltern sogar 80 Prozent, führt den Lehrkräftemangel als Hauptgrund für die enttäuschenden PISA-Ergebnisse an. 59 Prozent vermuten, dass es zu viele Schüler:innen gibt, die über keine oder zu geringe Deutschkenntnisse verfügen. Jeweils 57 Prozent geben eine schlechte Ausstattung der Schulen und veraltete Lehrpläne und Methoden als Grund für die Verschlechterung an. Am wenigsten (27 Prozent) halten die Befragten unmotivierte Lehrer:innen für den Grund der PISA-Ergebnisse. Auch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Schulschließungen sehen die Befragten als großes Problem. 71 Prozent der Eltern mit Schulkindern betrachten die Maßnahmen der Schulen, die Versäumnisse aufzuholen, als ungenügend. Nur ein Viertel sieht die Anstrengungen als ausreichend an.

Zusätzlich wurden die Gründe für den Lehrkräftemangel erfasst. Die häufigste Ursache, die von 62 Prozent der Befragten genannt wurde, ist die unzureichende Bedarfsplanung der Bundesländer. Etwa die Hälfte der Teilnehmer:innen führt den anstrengenden Alltag des Lehrerberufs als Grund an. 41 Prozent betrachten das geringe Ansehen des Berufs als eine Ursache. Eine unzureichende Bezahlung sehen nur 37 Prozent der Befragten als Faktor für den Lehrermangel an. Schüler:innen und Studierende unter den Befragten sehen dies anders: Etwa die Hälfte von ihnen sieht die Bezahlung und die mangelnde Attraktivität des Studiums als Hauptgründe für fehlende Lehrkräfte. Den Lehrer:innen selbst stehen die Befragten positiv gegenüber. 57 Prozent geben an, die Lehrkräfte machen eine sehr gute oder gute Arbeit. Nur 19 Prozent sehen die Arbeit als weniger gut oder schlecht an.

Auch bei der Lösung der Probleme ist sich die Mehrheit der Befragten einig: Bund, Länder und Kommunen sollten besser zusammenarbeiten. 63 Prozent der Befragten fordern eine stärkere Zentralisierung und Vereinheitlichung der Schulsysteme. Nur ein Viertel hält die alleinige Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer für sinnvoll. „Die Umfrageergebnisse zeigen einmal mehr die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit unserem Bildungsföderalismus“, so der Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses Kai Gehring (Bündnis 90/Die Grünen), zu den Ergebnissen im Gespräch mit dem RND. Damit schließen sich die Stimmen der Bürger:innen den immer wieder aufkommenden Forderungen für ein einheitliches Bildungssystem an.

Besonders in Ostdeutschland scheinen die Stimmen kritischer zu sein. Die Meinung, dass Schulen damals besser waren, sehen 69 Prozent der Ostdeutschen, im Westen halten 55 Prozent die Schulen vor 30 bis 40 Jahren für die besseren. Auch der Wunsch nach stärkerer Zentralisierung ist bei Befragten aus Ostdeutschland mit fast 80 Prozent besonders hoch. Grund dafür könnten die Erfahrungen mit dem Schulsystem der DDR sein, das mit ihren einheitlichen Lehrplänen und Prüfungen heute noch von vielen geschätzt wird.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) teilt die Einschätzung der Befragten aus Ostdeutschland, die Schüler:innen seien heutzutage schlechter qualifiziert, nicht. „Nicht die Anforderungen an unsere Schülerinnen und Schüler sind geringer geworden, sondern die Herausforderungen für gute schulische Bildung anspruchsvoller“, sagte der Minister im Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung. Damit spielt er unter anderem auf die Nutzung digitaler Medien und dem laut Piwarz damit einhergehenden “ungebremsten Medienkonsum” in Schulen an. GEW-Landeschef Burkhard Neumann dagegen stimmt den Ergebnissen der Befragung großteils zu und sieht ähnliche Probleme durch die Pandemie, die veralteten Lehrpläne und eine versäumte Digitalisierung. Gleichzeitig kritisiert er die Landesregierung Sachsens, sich nicht “auf guten Ergebnissen bei nationalen Vergleichsstudium auszuruhen, wenn die Ergebnisse insgesamt absinken”. Laut Neumann würde die Politik den Problemen nicht genügend nachgehen.

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Stuttgart. In Baden-Württemberg steht die Bildungspolitik vor einer wegweisenden Entscheidung: die mögliche Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium, kurz G9. Diese Diskussion, die seit langem emotional geführt wird, spaltet die politische Landschaft und wirft wichtige Fragen zur Zukunft des Bildungssystems auf.

Seit der Einführung des verkürzten Gymnasiums (G8) vor einigen Jahren war die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg von kontroversen Debatten geprägt. Eltern, Schüler:innen und Lehrkräfte kritisierten gleichermaßen die hohen Anforderungen und den damit verbundenen Stress. Mehr als 100.00 Unterschriften wurden von einer Elterninitiative gesammelt, die die Rückkehr zu G9 als Möglichkeit betrachtet, diesen Belastungen entgegenzuwirken und den Schüler:innen mehr Zeit zur Entfaltung und Vertiefung ihres Wissens zu geben.

Allerdings sind die Meinungen über den Zeitpunkt und die Ausgestaltung der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium gespalten. Während Kultusministerin Theresa Schopper (Bündnis 90/Die Grünen) einen Zeitrahmen für das Schuljahr 2025/2026 vorschlägt, plädiert die CDU für ein grundständig aufwachsendes G9 ab demselben Zeitpunkt. Eine zentrale Frage dabei ist, ob die Schulen die Option haben sollten, sowohl G9- als auch G8-Klassen anzubieten, um den individuellen Bedürfnissen der Schüler:innen gerecht zu werden.

Auch die Rolle der verbindlichen Grundschulempfehlung wird in diesem Zusammenhang diskutiert. Die Möglichkeit, dass Eltern über den Bildungsweg ihrer Kinder entscheiden, führte in der Vergangenheit zu einem verstärkten Andrang auf neunjährige Gymnasien. Die Wiedereinführung einer verbindlichen Empfehlung könnte diese Ungleichheiten ausgleichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage nach der frühkindlichen Bildung und Sprachförderung. Fast jedes fünfte Kind der vierten Klasse hat bei einer Bildungsstudie aus dem Jahr 2022 die Mindeststandards in Mathe und Deutsch nicht erfüllt. Die Landesregierung sieht in der Sprachförderung einen Schlüssel zur Verbesserung der Bildungschancen und will verpflichtende Sprachtests für Vierjährige einführen, um Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern.

Inmitten dieser Debatte betonen Experten die Notwendigkeit, neben der Rückkehr zu G9 auch andere dringende Bildungsfragen anzugehen, darunter den Lehrkräftemangel und die Integration von Geflüchteten. Es gilt, einen ausgewogenen Weg zu finden, der den individuellen Bedürfnissen der Schüler:innen gerecht wird und gleichzeitig die Qualität und Vielfalt des Bildungssystems in Baden-Württemberg sicherstellt. Die Entscheidungen, die in den kommenden Monaten getroffen werden, werden einen langfristigen Einfluss auf die Bildungslandschaft des Landes haben.

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Ihr sehnt euch nach einem Tapetenwechsel? Dann ist die Arbeit an einer Deutschen Auslandsschule vielleicht genau das Richtige für euch. Die Möglichkeit, in einem fremden Land zu arbeiten, bietet nicht nur die Chance, neue Kulturen kennenzulernen, sondern eröffnet auch eine Vielzahl beruflicher und persönlicher Entwicklungsmöglichkeiten und Erfahrungen. Das Konzept und die Ziele der Auslandsschulen haben wir euch bereits vorgestellt. In diesem Artikel wollen wir euch helfen, den Traum vom Arbeiten im Ausland zu erfüllen, was es dazu braucht, wie die Bewerbung läuft und was es sonst noch zu beachten gibt.

Was ist eine Auslandsschule?

Insgesamt gibt es weltweit 135 von der Bundesrepublik betreute und geförderte Deutsche Auslandsschulen (DAS), die von über 85.000 Schüler:innenin mehr als 70 Ländern besucht werden. Diese Schulen dienen als interkulturelle Begegnungsschulen für im Ausland lebende deutsche Familien, die dort eine deutschsprachige Bildung suchen. Die Schüler:innen können an den Auslandsschulen sowohl einen in Deutschland als auch vom Gastland anerkannten Abschluss erlangen. Damit haben sie es leichter, wieder in das deutsche Bildungssystem einzusteigen, falls sie dorthin zurückkehren wollen. Das Lehrpersonal besteht hauptsächlich aus qualifizierten Lehrkräften aus Deutschland, da der Unterricht vollständig oder teilweise auf Deutsch mit deutschen Lehrplänen gehalten wird. Jährlich werden etwa 2.000 Lehrkräfte für den Auslandseinsatz freigestellt, wobei sie für eine Dauer von in der Regel drei Jahren vor Ort tätig sind. 

Auslandsschule: Laufbahnen und Bewerbung

Falls ihr davon träumt, im Ausland an einer Schule zu arbeiten, habt ihr je nach Ausgangslage oder Tätigkeitsfeld zwei Möglichkeiten, an eine Deutsche Auslandsschule zu kommen: Die Vermittlung aus Deutschland von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) aus, als Auslandsdienstlehrkraft (ADLK), Bundesprogrammlehrkraft (BPLK) und Landesprogrammlehrkraft (LPLK), oder durch eine direkte Bewerbung an den ausländischen Schulen, als Ortslehrkraft (OLK) bzw. für Erzieher:innen und andere pädagogische Fachkräfte als Ortskraft (OK). Wenn ihr euch nicht sicher seid, welcher Weg zu euch passt, könnt ihr einen Test vom Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) machen, der euch bei der Orientierung helfen kann. Die verschiedenen Wege unterscheiden sich sowohl im rechtlichen Status als auch bei den Tätigkeiten. Braucht ihr noch mehr Einblicke, Erfahrungen und Tipps, bevor ihr eure Planung startet? Hier könnt ihr Erfahrungsberichte von Lehrkräften finden. 

Die Tätigkeit als ADLK ist für fest verbeamtete oder unbefristete Angestellte. In der Regel ist die Beschäftigung an einer Auslandsschule für drei Jahre, bis maximal sechs Jahre angesetzt.

Die Laufbahn der BPLK steht in der Regel für Lehrkräfte offen, die im Moment nicht fest angestellt sind, aber auch für verbeamtete und angestellte Lehrkräfte. Auch direkt nach dem Referendariat oder mit Master in Deutsch als Fremdsprache könnt ihr euch bewerben. Die Beschäftigung ist normalerweise für zwei Jahre, bis maximal sechs Jahre angesetzt.

Stellen für diese beiden Laufbahnen werden von der ZfA vermittelt. Die Bewerbung für ADLK und BPLK erfolgen beide in zweifacher Ausführung über den Dienstweg. Das heißt, euer Arbeitgeber bzw. Dienstherr (meistens also das Bundesland) muss euch für den Zeitraum freistellen und beurlauben lassen. Eure Bewerbung reicht ihr bei eurem Schulleiter ein, dieser gibt sie an die zuständige Heimatschulbehörde weiter, die dann die Bewerbung und ihre Zulässigkeit prüft. Sofern alle Voraussetzungen stimmen, werdet ihr in das Vermittlungsverfahren und in eine Datenbank für alle Bewerber:innen aufgenommen.

Zusätzlich zur schriftlichen Bewerbung meldet ihr euch online für die jeweiligen Wege im Bewerbungsportal des Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten an und ladet dort eure Unterlagen hoch (BLPK, ALPK). Dort müsst ihr auch einen Personalbogen ausfüllen, den ihr dort herunterladen könnt. In diesem tragt ihr jegliche Informationen zu eurer Person, eurem Lehrberuf und eurer Schule ein. Habt ihr Wunschorte bzw. Orte, die für euch eher nicht in Frage kommen? Das könnt ihr in diesem Formular auch angeben. Generell soll eine weltweite Einsatzbereitschaft gewährleistet werden, ihr könnt aber zwei Einsatzgebiete ausschließen. Falls ihr eine:n Ehepartner:in und/oder Kinder habt, und diese mit euch mitkommen, sind im Formular auch Informationen über deren Beschäftigung und Gesundheitsstand zu geben.

Habt ihr die Bewerbungsunterlagen abgeschickt, werden diese geprüft. Bewerber:innen für die BLPK-Laufbahn, die nicht verbeamtet oder angestellt sind, müssen zusätzlich ein Auswahlverfahren absolvieren, um in die Datenbank zu kommen. Dieses besteht aus einem schriftlichen Test und einem Interview. Seid ihr erfolgreich in die Datenbank der ZfA aufgenommen worden, liegt es nun an den Schulleiter:innen der Auslandsschulen. Diese haben Zugriff auf die Datenbank und somit auf alle hinterlegten Bewerber:innen. Falls eure Bewerbung überzeugt, wird sich die Schule persönlich bei euch melden. Für bestimmte Schulen – vor allem für staatliche Schulen in z. B. Ost- und Mitteleuropa, vergibt die ZfA Stellen an Bewerber:innen.

Welche Unterlagen ihr für die Bewerbung benötigt, sowie viele weitere Informationen zur Bewerbung und den Einsatzgebieten findet ihr detailliert online für die Laufbahn ADLK und für die Laufbahn BPLK.

Die Tätigkeit LPLK ist eine Laufbahn für Verbeamtete oder Angestellte im Landesschuldienst, die Lehrbefähigung in Deutsch, Deutsch als Zweitsprache oder anderen modernen Fremdsprachen haben. Die Hauptaufgabe von Landesprogrammlehrkräften besteht darin, die Förderung und den Ausbau der deutschen Sprache als Fremdsprache im Ausland zu unterstützen. Als LPLK werdet ihr also hauptsächlich Deutsch bzw. Deutsch als Zweitsprache unterrichten. Die Bewerbung erfolgt über den Dienstweg, diesmal aber nicht über das ZfA, sondern über das Lehrerentsendeprogramm des Bundeslandes, in dem ihr angestellt seid. Ihr müsst euch also hierfür bei der zuständigen Behörde informieren. Mehr Informationen zur Bewerbung und den Einsatzgebieten für LPLK findet ihr hier.

Deutsche Auslandsschulen beschäftigen auch Lehrer:innen als sogenannte Ortslehrkräfte (OLK). Dies ist für Lehrkräfte mit einer deutschen Lehrbefähigung oder der eines anderen Landes. Unterschied zu den anderen genannten Wegen ist die Bewerbung, die diesmal direkt bei den Schulen von euch aus erfolgt. Alle verfügbaren Stellen werden hier aufgelistet, oder ihr schaut auf der Weltkarte des WDA nach. Die Dauer der Beschäftigung kann je nach Ausschreibung unterschiedlich sein. Zusätzlich zur direkten Bewerbung an den Schulen könnt ihr euch auch in die Datenbank des ZfA aufnehmen lassen, um dadurch von den Schulleiter:innen ausgewählt zu werden. Dann erhöhen sich eure Chancen nochmal, da sich dann die deutschen Auslandsschulen bei Interesse bei euch melden können. Das könnt ihr in den Bewerbungsformularen für ADLK und BPLK angeben. 

(Quelle: WDA)

Was ihr sonst noch beachten müsst

Fristen: Um euch für eine Auslandsstelle zu bewerben, müsst ihr jünger als 61 Jahre sein. Dann könnt ihr euch jederzeit für den Vermittlungsprozess der ZfA bewerben. Bei der LPLK-Laufbahn können je nach Bundesland Fristen entstehen, darüber müsst ihr euch dann beim jeweiligen Landesprogramm informieren. Auch bei der Planung solltet ihr euch früh genug Gedanken machen. Empfohlen wird, mindestens ein Jahr vorher mit der Planung anzufangen. Die Vorbereitung für Freistellung und Beurlaubung sollte ebenfalls rechtzeitig, am Besten so früh wie möglich, passieren. Es kann durchaus sein, dass es lange dauern wird, bis ihr für eine Schule per ZfA-Vermittlung ausgewählt werdet. Hier müsst ihr Geduld haben, denn natürlich kommt es immer auf eure Fächer und die Einsatzgebiete an, die ihr ausgewählt habt. Daher kann es Sinn machen, alle Einsatzgebiete offen zu lassen, um eure Chancen auf einen Platz zu erhöhen. 

Reisevorbereitung: Eine gute Vorbereitung ist das A und O für euren zukünftigen Auslandstrip. Solltet ihr an einer Schule angenommen sein, gibt es von der ZfA einen Beratungstag und einen Vorbereitungslehrgang, in denen zumindest einige finanzielle und organisatorische Fragen geklärt werden. Es ist aber natürlich unerlässlich, euch vorher auch kulturell und sprachlich gut vorzubereiten. Ihr solltet ausreichend Sprachkenntnisse  haben und euch mit den kulturellen Eigenheiten, Höflichkeitsformen und Gesetzen vertraut machen. Das Lernen der Sprache müsst ihr selbst in die Hand nehmen, hierfür bietet die ZfA keine Hilfe an. Auch das Thema Versicherungen, Wohnungssuche, Reise- und Transportmöglichkeiten, Pass und sonstiger Papierkram, der vorher erledigt werden muss, wird viel Zeit und Nerven kosten, daher solltet ihr euch damit auch so früh wie möglich auseinandersetzen. Eure Auslandsschule kann euch bei vielen dieser Fragen weiterhelfen und unterstützt häufig bei der Wohnungssuche. Sinnvoll ist, eine Checkliste anzulegen, damit ihr auch nichts vergesst. Hier habt ihr eine Liste mit ersten wichtigen Erledigungen, die vor einem Auslandstrip getätigt werden sollten. Generell ist es zu empfehlen, bereits früh Kontakt mit eurer Schule und dem Kollegium aufzunehmen, damit ihr es später einfacher habt, euch in die neue Umgebung einzuleben.

Gesundheitscheck: In bestimmten Einsatzgebieten ist ein Nachweis über eure gesundheitliche Eignung nötig, den ihr den Bewerbungsunterlagen beilegen müsst. Die sogenannte “Tropentauglichkeit” wird in der Regel von Ärzt:innen, die zusätzlich die Bezeichnung Tropenmedizin führen, durchgeführt. Dabei werdet ihr über die klimatischen und medizinischen Bedingungen des Reiseorts aufgeklärt. Außerdem wird im Rahmen einer allgemeinen Anamnese euer körperlicher Zustand festgestellt und Tests verordnet. Auch eine Auffrischung von Impfungen wird euch wahrscheinlich angeraten.

Fächer- und Lehrbedarf: Bedarf besteht hauptsächlich an Lehrkräften für die Sekundarstufe II. Besonders werden die Fächer Deutsch, auch als Zweitsprache, Fremdsprachen allgemein sowie Mint-Fächer, gesucht. Ihr habt aber auch mit anderen Fächerkombinationen und für andere Lehrämter Chancen auf einen Platz.

Vergütung: Lehrkräfte, die aus dem Inlandsschuldienst beurlaubt sind und als ADLK arbeiten, behalten ihre Inlandsvergütung bei und erhalten zusätzlich Pauschalen für die Besonderheiten des Auslandsschuldienstes. Das ist so auch größtenteils für die LPLK-Laufbahn. BPLK erhalten eine monatliche Zuwendungspauschale, während es je nach Standort der Auslandsschule möglicherweise auch ein Ortsgehalt gibt, das die Schule zahlt, an der ihr dann unterrichtet. Mehr zu den finanziellen Leistungen der ADLK- und BPLK-Laufbahn findet ihr hier. Ortslehrkräfte schließen ihren Arbeitsvertrag mit der ausländischen Schule, der die Einzelheiten, wie Gehalt, Reisekosten, sonstige Zuschüsse dementsprechend individuell geregelt. Außerdem bekommt ihr eine Mietzuwendung sowie die Reise- und Umzugskosten erstattet.

Ehepartner:in und Kinder: Falls ihr Kinder und/oder eine:n Partner:in mit ins Ausland nehmen wollt, gibt es ebenfalls einiges zu beachten. Falls der/die Partner:in ebenfalls Lehrkraft ist, kann er/sie sich ebenfalls beurlauben lassen und mit etwas Glück als Ortslehrkraft an der Schule arbeiten. Außerhalb der Schule ist die Jobsuche aber nur schwer möglich. Für schulpflichtige Kinder solltet ihr euch vorher informieren, ob sie an der Auslandsschule aufgenommen werden können, besonders im Hinblick auf die zu lernende Landessprache und die Anforderungen der Lerninhalte. Der Schulbesuch wird in der Regel von der ZfA bezahlt. Empfohlen wird der Auslandsaufenthalt auch eher für Personen ohne Kinder, bzw. für kleinere Kinder, die noch keine Schule in Deutschland besuchen. Hier bekommt ihr mehr Informationen zur Familienmitnahme.

Habt ihr schonmal darüber nachgedacht, an einer Auslandsschule zu arbeiten? Schreibt es uns in die Kommentare.

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In einer Zeit, in der Bildung immer mehr auf digitale Medien und theoretisches Wissen ausgerichtet ist, bleibt die Bedeutung des Spielens als pädagogisches Werkzeug oft unbeachtet. Spiele im Unterricht können nicht nur die Lernmotivation steigern, sondern auch soziale Kompetenzen fördern und kreatives Denken anregen. Insbesondere Spiele, die auf Kommunikation und Interaktion setzen, bieten eine wertvolle Ergänzung zum traditionellen Lehrplan.

OHA!: Mehr als nur Bildungslücken füllen

OHA!, ein innovatives Kartenspiel aus dem Hause ATM Gaming, steht exemplarisch für die Art von Lernmittel, die den Unterricht bereichern können. Das Spielprinzip ist einfach: Eine Person, meistens der Lehrer, zieht eine Fragekarte. Auf dieser Karte steht ein Satz mit einer Lücke. Jetzt sind die anderen Spieler dran. Jeder hat Karten mit möglichen, oft lustigen, Antworten in der Hand. Die Aufgabe ist es, aus diesen Karten die auszuwählen, die am besten (oder am witzigsten) in die Lücke passt. Zum Beispiel könnte die Frage lauten: „Wusstest du, dass Alexander von Humboldt _______ entdeckt hat?“ Und die Antworten könnten sein: „Das Grab des Familienhamsters“, „Dagi Bee“ oder „Charlies Schokoladenfabrik“. Die Person, die die lustigste Kombination kreiert, gewinnt die Runde. Mit 360 Antwortkarten bietet das Spiel auch für große Gruppen ab 8 Jahren 15-30 Minuten bester Unterhaltung. 

Brücken bauen mit Humor und Kreativität

Die Verbindung zwischen dem spielerischen Ansatz von OHA! und dem Bildungswert für den Unterricht liegt auf der Hand. Es ist nicht nur ein Spiel, das für Lacher und gute Stimmung sorgt – es ist auch ein pädagogisches Werkzeug, das vielfältige Fähigkeiten fördert. Indem es das Humorverständnis schärft, kreatives Denken anregt und die Fähigkeit zur Wortassoziation verbessert, bereichert es den Unterricht auf eine spielerische Art und Weise. Darüber hinaus trägt OHA! dazu bei, den Zusammenhalt innerhalb der Klassengemeinschaft zu stärken, indem es eine gemeinsame Basis für Spaß und Interaktion bietet und so ein inklusives und unterstützendes Klassenklima fördert.

Spielen als Schlüssel zum Lernerfolg

In einer Bildungslandschaft, die zunehmend von Leistungsdruck und Prüfungsstress geprägt ist, bietet OHA! eine willkommene Abwechslung. Durch die Integration von Spielen wie OHA! in den Unterricht können Lehrkräfte nicht nur die Lernmotivation ihrer Schülerinnen und Schüler steigern, sondern auch einen Beitrag zu einem positiven und kreativen Lernumfeld leisten. Spiele im Unterricht sind somit nicht nur ein Mittel zum Zweck, sondern ein Schlüssel zum ganzheitlichen Lernerfolg.

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In einer Welt, die von rapide voranschreitenden technologischen Fortschritten und globalen Veränderungen geprägt ist, steht der Klimawandel als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit im Mittelpunkt. Die einleitenden Worte „Nach der Stein-, der Bronze- und der Eisenzeit haben wir jetzt die Plastikzeit“ aus der Dokumentation 'Plastic Planet' treffen den Nagel auf den Kopf und illustrieren eindringlich die epochalen Auswirkungen menschlichen Handelns auf unseren Planeten. Der Klimawandel, in seinen verschiedenen Facetten von der Erderwärmung bis hin zur Versauerung der Ozeane, ist nicht nur ein naturwissenschaftliches Phänomen, sondern auch ein soziales, politisches und ethisches Dilemma. Für euch als Lehrkräfte kann es daher spannend sein, das Bewusstsein bei euren Schüler:innen für diese Themen zu schaffen. In diesem Zusammenhang bieten Dokumentarfilme eine einzigartige Möglichkeit, komplexe Themen zugänglich zu machen und die individuelle Reflexion anzustoßen. Dafür haben wir euch vier fesselnde Dokus rausgesucht. Von der Plastikverschmutzung der Ozeane bis hin zur unerbittlichen Eskalation des Klimawandels — diese Filme bieten nicht nur einen Einblick in die drängenden Probleme unserer Welt, sondern auch eine dringende Aufforderung zum Handeln.

Before the Flood

(Quelle: RatPac Documentary Films)

Seid ihr bereit für eine Klima-Expedition mit Leo? "Before the Flood" ist weit mehr als nur eine Dokumentation über den Klimawandel. Produziert von Fisher Stevens und Leonardo DiCaprio, der auch als Erzähler auftritt, entführt uns der Film in eine Reise durch die bedrohten Landschaften unserer Welt und die Gedanken führender Experten auf diesem Gebiet. Mit einer Laufzeit von 96 Minuten entfaltet er eine fesselnde Erzählung über die gegenwärtigen und zukünftigen Folgen des Klimawandels.

Die Geschichte beginnt mit DiCaprios eindringlicher Rede vor den Vereinten Nationen, die den Auftakt zu einer Reise bildet, in der euch DiCaprio zu bedrohten Orten wie den eisigen Gefilden des Nordpols bis zu den von Überflutungen gefährdeten Küsten Miamis mitnimmt. Dabei wird der Klimawandel aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, indem er die Perspektiven von Politiker:innen, Wissenschaftler:innen und betroffenen Gemeinschaften aus der ganzen Welt präsentiert. 

Was “Before the Flood” so besonders macht, ist der Fokus auf die Gerechtigkeitsdebatte im Film. Diskussionen über Energieverbrauch, Klimaschutzmaßnahmen und die Auswirkungen des westlichen Lebensstils auf Entwicklungsländer werden eindrücklich dargestellt. Der Appell zum Handeln hebt diese Dokumentation ebenfalls von anderen Vertretern ab. Der Film inspiriert nicht nur zum Nachdenken, sondern bietet konkrete Lösungsansätze und individuelle Handlungsmöglichkeiten. Von Interviews mit Elon Musk über klimafreundliche Mobilität bis hin zur Schlusszeremonie für das Pariser Klima-Abkommen, in der DiCaprio als Redner auftritt und sowohl Diplomaten als auch Zuschauer aufruft, die Welt zu erhalten, bietet "Before the Flood" einen Aufruf zur dringend benötigten Veränderung.

Der Film ist auf dem YouTube-Kanal von National Geographic kostenlos verfügbar.

Plastic Planet

(Quelle: Farbfilm Verleih)

In einer Welt, in der Kunststoff allgegenwärtig ist und unser tägliches Leben durchdringt, wirft der Kinodokumentarfilm "Plastic Planet" von Regisseur Werner Boote einen kritischen Blick auf die verheerenden Auswirkungen dieses Materials auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Der Film, der durch Bootes persönliche Verbindung zu der Thematik eine besondere Intensität erhält, nimmt uns mit auf eine Reise von seiner Kindheit bis in die Gegenwart, um die weitreichenden Konsequenzen der Plastikproduktion und -verwendung zu erkunden.

Boote beginnt den Film mit einem Blick in seine eigene Familiengeschichte, insbesondere auf seinen Großvater, der als Geschäftsführer der deutschen Interplastik-Werke tätig war. Von dieser persönlichen Verbindung ausgehend begibt er sich auf eine Reise um die Welt, um Menschen in verschiedenen Lebenssituationen zu begegnen — von wohlhabenden Familien in Einfamilienhäusern bis hin zu denjenigen, die in einfachsten Verhältnissen in Entwicklungsländern leben. Dabei wird deutlich, wie weitreichend und universell das Problem der Plastikverschmutzung ist

Durch Interviews mit Expert:innen aus der Kunststoffindustrie und Wissenschaftler:innen, die die gesundheitlichen Risiken von Plastikzusätzen, insbesondere von Weichmachern, diskutieren, bietet der Film Einblicke in die komplexen Zusammenhänge zwischen Kunststoffen und menschlicher Gesundheit.

Ein zentraler Schwerpunkt des Films liegt auf der Umweltverschmutzung durch Plastik. Boote zeigt eindrücklich, wie Kunststoffabfälle bis in die entlegensten Gebiete der Erde gelangen und dabei verheerende Auswirkungen auf die Ökosysteme haben. Doch "Plastic Planet" ist nicht nur eine Bestandsaufnahme der Probleme, sondern auch ein Aufruf zum Handeln. Boote stellt kritische Fragen, die uns alle angehen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht angemessen auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Und vor allem, wer gewinnt dabei und wer verliert?

Den Film könnt ihr hier sehen und auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung findet ihr Ideen, wie ihr den Film in den Unterricht einbauen könnt. 

Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen

(Quelle: Pandora Film)

Die französische Schauspielerin Mélanie Laurent und Autor Cyril Dion  brechen in diesem Dokumentarfilm auf, um weltweit nach neuen und realistischen Lösungen gegen den Klimawandel zu suchen. Sie tauchen tief ein und besuchen Umweltschützer:innen, Wissenschaftler:innen und Klima-Organisationen, um deren Ansätze und Ideen zu erforschen. Ihr Ziel ist es, ein positives Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es für Nachhaltigkeit und Umweltschutz noch lange nicht zu spät ist.

Ausgangspunkt des Films ist eine beunruhigende Studie, die den Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren prognostiziert. Entschlossenheit statt Resignation ist dabei die Devise von Laurent und Dion. Sie erkennen, dass bestehende Ansätze nicht ausreichen, um breite Teile der Bevölkerung zu inspirieren und zum Handeln zu bewegen. Also machen sie sich auf die Suche nach Menschen, die bereits erfolgreich nachhaltige Projekte initiiert haben.

Während ihrer Reisen in zehn Ländern erkunden sie verschiedene Bereiche wie Demokratie, Bildung, Ökonomie, Energie und Landwirtschaft. Dabei stoßen sie auf inspirierende Beispiele wie Kopenhagen, das bis 2025 „CO2-neutral“ werden will, oder die französische Überseeinsel Réunion, die bis 2025 ihren Eigenbedarf an Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken möchte. Diese Beispiele zeigen, dass eine bessere Zukunft möglich ist, wenn wir jetzt handeln. Der Film ist voller Hoffnung und regt zum Nachdenken über eigene Lösungsansätze an.

Ihr könnt den Film kostenlos bei YouTube sehen, jedoch auf französisch mit deutschen Untertiteln.

Eine unbequeme Wahrheit 

(Quelle: Paramount Pictures)

Im Jahr 2006 präsentierte der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore den Dokumentarfilm des Jahres, "Eine unbequeme Wahrheit". Der Film setzt sich intensiv mit den Herausforderungen der globalen Erwärmung auseinander und konfrontiert die Zuschauer:innen mit den dringenden Realitäten des Klimawandels.

In eindringlichen Präsentationen, die im Film zu sehen sind, vermittelt Al Gore wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Aspekte der globalen Erwärmung. Er zeigt auf, wie der Klimawandel bereits damals schon Überschwemmungen, Dürren, Hurrikane und Klimaflucht verursachte und wie diese Phänomene sich in Zukunft noch verschlimmern könnten. Gore stellt eine klare Botschaft heraus: Die globale Erwärmung ist keine ferne Bedrohung, sondern eine unmittelbare und reale Gefahr für unseren Planeten und unsere Gesellschaft.

Der Film räumt mit Mythen und Missverständnissen auf und überbringt eine dringliche Aufforderung zum Handeln. Gore argumentiert überzeugend dafür, dass wir jetzt handeln müssen, um die Erde zu retten. Jeder einzelne Mensch kann im täglichen Leben Veränderungen bewirken und so zu einem Teil der Lösung werden.

"Eine unbequeme Wahrheit" war für viele Menschen ein Weckruf, die sich bisher nicht intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinandergesetzt haben. Obwohl "Eine unbequeme Wahrheit" vor knapp 15 Jahren veröffentlicht wurde, sind die Botschaften des Films heute relevanter denn je. Die bestehenden Herausforderungen des Klimawandels sind mittlerweile noch deutlicher zu erkennen, und Al Gores Warnungen erscheinen tragischerweise immer mehr bestätigt zu werden. Dennoch bietet der Film auch Hoffnung und zeigt auf, dass es möglich ist, die Klimakrise zu bekämpfen, wenn wir jetzt gemeinsam handeln.

Welche Dokus haben euch bewegt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! 

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Kaum ein Beruf auf der Welt ist wahrscheinlich so schön und gleichzeitig so herausfordernd wie der Lehrkraft-Beruf. Viele starten mit großen Idealen und Prinzipien in diesen Job und möchten viel bewegen, junge Menschen in ihrer Entwicklung fördern und sich gegen das System stemmen. Doch die Realität prallt hier recht schnell und heftig auf die Berufseinsteiger:innen. Viel Bürokratie, heftige Auseinandersetzungen mit Eltern und Schüler:innen, überfüllte Klassenräume, ein extrem großes Arbeitspensum und zum Teil sehr wenig Anerkennung – all das gehört häufig auch zum Lehrkraftleben dazu. Was bewegt Menschen trotzdem dazu, sich für diesen Beruf zu entscheiden? Das wollten wir von euch wissen.

Der langersehnte Traumberuf

Auch heute gibt es noch Menschen, die schon als Kind ganz genau wissen, welchen Beruf sie später einmal machen möchten und trotz all der verschiedenen Möglichkeiten, die sich auf dem Weg dahin ergeben, sich diesen Traum erhalten. Zu ihnen gehört auch Delia (@muggle_lehrerin): “Dass ich Lehrerin werden möchte, wusste ich schon, bevor ich überhaupt selber zur Schule ging. Mein Nachbarsjunge, der drei Jahre älter war als ich, erzählte mir begeistert von all den tollen Dingen, die er bereits gelernt hatte und spielte mit mir zu Hause Schule nach. Von diesem Zeitpunkt an fesselte mich die Schule, die ich bereits als Schülerin gerne besuchte. Meine Lehrerin in der 5./6. Klasse habe ich bewundert, sie hat ebenfalls entscheidend zu meinem Berufswunsch beigetragen”. Häufig sind es aber ganz explizite Vorbilder, denen man nacheifert, wie bei Benni (@bennicullen): “Ich war selbst an einer Mittelschule und hatte tolle Lehrkräfte zum Vorbild. Das hat mich ermutigt, ebenfalls Lehrer an einer Mittelschule zu werden.”

Ganz ähnlich klingt die Geschichte von Frances (@the_focused_moment). Auch ihre Story klingt wie vorherbestimmt: “Ich wollte schon als kleines Mädchen Lehrerin werden. Habe damals meine kleine Schwester und Nachbarskinder zusammengetrommelt und mit ihnen Schule gespielt. Das war mein absoluter Traumberuf.” Barbara (@dieachtsamelehrerin) hatte das große Vorbild sogar direkt mit im Haushalt und durfte früh die Luft des Lehrkraft-Zimmers schnuppern: “Ich war als kleines Mädchen schon mit meiner Mama in der Schule und wollte immer alle Hefte ihrer Schüler:innen korrigieren. Natürlich durfte ich das nicht, aber sie ließ mich die Sticker einkleben.”

Und auch der Weg von Lehrer News Followerin Nadja schien schon lange vorher bestimmt: “Erster Schultag in der ersten Klasse und meine Lehrer müssen mich so begeistert haben, dass ich nach Hause gegangen bin und zu meiner Mutter gesagt habe: Ich werde Lehrerin! Das hat sich nicht geändert und jetzt sitze ich hier mit 26 und bin fertige Lehrkraft.” 

Etwas bewegen wollen

In kaum einem anderen Beruf kann man einen so großen Impact auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben, wie als Lehrkraft. Trotz aller widrigen Umstände, haben viele Lehrkräfte noch immer große und weitreichende Ziele, um jungen Menschen etwas mit auf ihren Lebensweg zu geben. Dazu gehört auch Janina (@4steps2stressless): “Ich möchte Menschen etwas mit auf den Weg in ihr Leben geben – möchte ihnen die Natur und ihren Schutz nahebringen. Außerdem möchte ich ihnen Wissen darüber vermitteln, wie sie ihren Körper gesund halten können und wie wichtig Sport für ihre Gesundheit ist. Und ich möchte ihnen dabei helfen, zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten. Das alles sind Themen, um glücklich zu sein und zu bleiben.” Janina ist für ihre Ziele gut aufgestellt, sie ist Bio- und Sportlehrerin.

Diana hat bei Instagram auf die Story von Lehrer News geantwortet: “Ich möchte Grundsteine legen. Habe gemerkt, wie sehr mich selbst die Grundschulzeit geprägt hat.” Und auch ein weiterer User, der auf unsere Story geantwortet hat, hat eine Motivation für seinen Beruf, der weit darüber hinausgehen dürfte, was viele Menschen für ihre Berufe motiviert. Er möchte “Vorbild für Kinder mit bildungsfernen Haushalt und Migrationsgeschichte” sein. 

Friedo (@inklusion_digital) hat aus seiner Passion direkt einen weiterführenden Job gemacht: “Zum Lehrerberuf kam ich relativ einfach. Nach meiner Schulzeit habe ich Zivildienst geleistet. Über die Mutter meines besten Freundes habe ich bei einer Sozialstation einen Platz bekommen, die einerseits ältere Menschen im Alltag unterstützt hat und andererseits auch Schulbegleitung für Kinder in der Schule angeboten hat. Ich habe vormittags einen Jungen mit einer Schwerst-mehrfachbehinderung begleitet. Das hat mir Spaß gemacht. Daraufhin habe ich mir den Beruf des Sonderpädqogen näher angeguckt und mich dann für das Studium entschieden. Seit einem Jahr habe ich meinen Beruf aber gewechselt. Ich habe zusammen mit Sebastian Trapp die Inklusion-Digital GmbH gegründet und SPLINT gebaut. Heute bin ich Geschäftsführer und das macht mir auch Spaß. Geschäftsführer bin ich aber nur geworden, weil ich Lehrer war und wenn ich gefragt werde, was mein main Job ist, sage ich auch fast immer noch Sonderpädagoge. Lehrer sein, ist eben mehr als ein Beruf. Es ist meine Berufung.” 

Auch Janina (@dottedpaper.de) hat ihre Berufung, wie Friedo, im sonderpädagogischen Bereich gefunden: “Ich bin zwar noch keine Lehrerin, sondern studiere noch Lehramt für sonderpädagogische Förderung im Master, aber meine Motivation ist, dass ich Kinder und Jugendliche bei ihre Entwicklung begleiten möchte und ihnen Kompetenzen und Fähigkeiten für ihr Leben an die Hand geben möchte. Darüber hinaus würde ich gerne das Schulsystem so gut ich kann mitgestalten und zukunftsfähig machen.”

Der Glücksfall

Nicht alle Lehrkräfte wissen seit ihrem ersten Schultag, dass sie später mal eine Klasse unterrichten werden. Der Beruf empfiehlt sich in verschiedenen Bereichen auch immer noch für Quereinsteiger:innen an und bietet Platz für Orientierung, wenn man nach dem Schulabschluss vielleicht noch unsicher ist, welchen Weg man gehen möchte. Über Umwege ging es auch bei Claudi (@lianovasunshine): “Ich habe einen Beruf erlernt, wollte dann aber nicht darin arbeiten, sondern selbst Jugendliche ausbilden.”

Auch bei Susanne (@mrs.rupad) hat sich der Weg zur Lehrkraft kurviger gestaltet, als bei denen, die diese Vision bereits seit dem Kindesalter haben: “Ursprünglich wollte ich nach dem Abi irgendwas mit Medien machen. Ich hatte auch große Pläne in Hamburg, doch dann kam mir die große Liebe dazwischen und es war klar, dass ich in der Pfalz bleibe. Glücklicherweise. Ein Praktikum bei meiner alten Grundschullehrerin, das ich aus sentimentalen Erinnerungsgründen absolvierte, entpuppte sich als Glücksgriff und ich studierte Grundschulpädagogik. Wenn mich jemand fragt, weshalb ich Grundschullehrerin bin, antworte ich mit einem Zitat meines Mentors: Ich arbeite mit den ehrlichsten Menschen der Welt zusammen!” Mittlerweile hat Susanne aber doch noch “irgendwas mit Medien” mit ihrem Beruf verbunden. Sie ist nun Lehrerin, Bloggerin und Autorin.

Auch innerhalb der Lehrkraft-Ausbildung kann es noch Überraschungen und Wendungen geben, zeigt das Beispiel von Annika (@anika.osthoff): “Ich wollte gerne in den Lehrberuf — ursprünglich als Sonderpädagogin. Das Studium hat mir gut gefallen, ich habe aber gemerkt, dass ich mir nicht vorstellen kann, diesen Job Jahrzehnte lang zu machen. Ich bin dann ins Regelschullehramt gewechselt und fühle mich damit sehr wohl. Mein sonderpädagogisches Grundwissen hilft mir dabei oft sehr.” 

Und manchmal scheint der Weg in den Lehrkraft-Besuch geradezu schicksalhaft zu sein, wie bei Deborah (@halloferien): “Im Sommer nach meinem Abitur bin ich für eine Sprachreise nach Los Angeles geflogen. Im Flugzeug saß ich neben einer Frau, die Grundschullehrerin war und mir voller Begeisterung zehn Stunden lang von ihrem Beruf erzählte. Beworben auf das Grundschullehramt hatte ich mich bis dato schon - eingeschrieben habe ich mich gleich nach meiner Rückkehr.

Wir danken den User:innen und Influencer:innen ganz herzlich für das Teilen ihrer Motivationen und verschiedenen Wege für und in den Lehrberuf. Was motiviert euch für diesen wunderbaren Beruf? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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Die sogenannte Sexualaufklärung ist gerade im schulischen Kontext ein sehr emotionales Thema. Ein Knackpunkt ist hier das Gefühl des Kontrollverlusts einiger Eltern. Für Schulen ist es deshalb ein sensibler Bereich, wenn sie sich mit einem Angebot der sexuellen Informationsarbeit an Schüler:innen richten. Ein weiterer großer Punkt ist, dass solche Kurse an Schulen häufig von freien Trägern angeboten werden. Hierbei gibt es auch Organisationen, die zum Beispiel stark konservative bzw. religiös intendierte Inhalte vermitteln, die in vielen Punkten nicht an die Lebensrealität der Schüler:innen anknüpfen können und auch nicht den aktuellen wissenschaftlichen Stand abbilden können oder wollen. Aber auch bewährte Träger solcher Kurse halten zum Teil nicht mit der Entwicklung in der Gesellschaft Schritt. Bei Themen wie Geschlechtsidentitäten, die Rolle sozialer Medien bei der Sexualität oder Inklusion fehlt einigen Organisationen der Fokus oder die Kompetenz, diese zu vermitteln. 

Fünf ehemalige Mitglieder der Kölner Hochschulgruppe für inklusive sexuelle Bildung bilden gerade einen Verein, um hier Lücken zu schließen und ein sexualpädagogisches Angebot zu schaffen, das zeitgemäß und zielgruppengerecht auf junge Menschen zugeschnitten sein soll. 

Lehrer News hat das sich in Gründung befindende “Kölner Institut für sexuelle Selbstbestimmung” schriftlich interviewt, um herauszufinden, wo seine Gründungsmitglieder Eva, Lena, Tobi, Franzi und Anna Entwicklungspotenzial im sexualpädagogischen Bereich sehen. Das Interview hat Lehrer News in erster Linie mit Anna geführt.

Lehrer News: Mit welcher Intention gründet ihr euch gerade?

Kiss: Wir möchten in erster Linie einen Beitrag leisten, inklusionssensible, selbstbestimmte sexuelle Bildung, die auf der Anerkennung vielfältiger Lebensweisen beruht, in Köln zu institutionalisieren. Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, sowie Erwachsene jeden Alters mit verschiedenen Aufklärungsbedarfen und Herkunftsgeschichten sollen durch unsere Workshops gestärkt werden, selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können, die ihre Sexualität betreffen. Dabei ist uns ein bedürfnisorientierter Ansatz wichtig, der unsere

Adressat:innen dort abholt, wo sie gerade stehen. Unsere Vision ist es, langfristig eine Aus-, Fort-, und Weiterbildungsstätte für Multiplikator:innen zu werden, um Bildung zur sexuellen Selbstbestimmung flächendeckend zu ermöglichen. Damit wollen wir dazu beitragen, Bildungseinrichtungen und andere pädagogische Institutionen zu entlasten und als Orientierungshilfe für Lehrer:innen, Eltern und Heranwachsende auftreten.

Lehrer News: Wie erarbeitet ihr euer Konzept, das Grundlage für eure Arbeit sein soll?

Kiss: Wir alle haben an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln studiert. Leider sieht der Studienplan weder im Fachbereich Erziehungswissenschaft noch im Lehramtsstudium einen Raum für Sexuelle Bildung vor. Unsere Gruppe hat sich dann während des ehrenamtlichen Engagements in der Hochschulgruppe InseB (inklusive sexuelle Bildung für angehende Pädagog:innen) kennen- und lieben gelernt. InseB ist ein Zusammenschluss aus Studierenden, die unter fachlicher Anleitung sexualpädagogisch ausgebildet werden und Workshops an Schulen geben. Unser Konzept für die sexualpädagogische Arbeit basiert also auf den Prinzipien und Erfahrungen, die wir dort gesammelt haben. Wir legen großen Wert darauf, unser Konzept auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erarbeiten. Gleichzeitig sind wir im Austausch mit anderen sexualpädagogisch arbeitenden Vereinen. Durch diesen Dialog können wir uns kontinuierlich reflektieren und weiterentwickeln. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen demokratische Werte, Bildung, Zugänglichkeit, Inklusion, Intersektionalität und eine machtkritische Perspektive. Unser Ansatz ist bedürfnisorientiert und partizipativ. Wir gehen davon aus, dass Kinder und Jugendliche bereits viel Wissen in sich tragen und helfen ihnen dabei, dieses zu artikulieren. Wir berücksichtigen verschiedene Lebensrealitäten und Diskriminierungserfahrungen. Unser Team besteht aus multiprofessionellen Fachleuten aus einem breiten pädagogischen Berufsspektrum. Die pädagogischen Perspektiven jedes einzelnen Mitglieds speisen sich aus Arbeitserfahrungen in verschiedenen Fachbereichen wie KiTa, Schule, Jugendhilfe, Geflüchtetenhilfe, Erwachsenenbildung und Heilpädagogik. Der Großteil von uns hat seine Abschlussarbeiten im Bereich der sexuellen Bildung verfasst. Diese praktischen und theoretischen Erfahrungen bilden eine solide Grundlage und einen prismatischen Blick für unsere Konzeptarbeit beim KISS. Wir streben trotzdem danach, uns weiter fortzubilden und haben den Anspruch, Konzepte zu entwickeln, die nicht nur fundiert und aktuell sind, sondern auch den vielfältigen Bedürfnissen unserer Zielgruppen gerecht werden.

Lehrer News: Es gibt ja bereits sexualpädagogische Angebote, warum braucht es euch zusätzlich?

Kiss: Zum einen gibt es ein strukturelles Problem: Der Bedarf ist höher als das Angebot. Wir haben schon jetzt vor unserer Vereinsgründung zahlreiche Anfragen von unterschiedlichen Institutionen. Das freut uns natürlich und zeigt, dass die Nachfrage unser Angebot rechtfertigt.

Zum Anderen decken bestehende Angebote oft die Vielfalt menschlicher Erfahrungen nicht vollständig ab. Viele Konzepte fokussieren sich auf ein heteronormatives und geschlechterbinäres Verständnis, was die Bedürfnisse von vielen Menschen vernachlässigt. Unser Ansatz in der sexuellen Bildung geht über die traditionellen Themen wie Verhütung, Geschlechtskrankheiten und penetrativen Sex hinaus. Wir verstehen Sexualpädagogik als eine ganzheitliche Bildung, die Sexualität als einen fließenden und integralen Bestandteil des Lebens betrachtet. Wir wollen eine Praxis etablieren, die (wenn möglich) geschlechtergetrennte Gruppen vermeidet und die Lebensrealitäten aller Menschen normalisiert. Dabei legen wir großen Wert darauf, nicht nur über Prävention zu informieren, sondern auch Themen wie Körperwahrnehmung, die Reflexion der eigenen Sexualität, Konsens, verschiedene Formen von Sexualität und Empowerment zu behandeln. Es ist uns wichtig, dass die Teilnehmenden lernen, eigene Entscheidungen zu treffen, die sich für sie richtig und gut anfühlen. Wir erkennen die Herausforderungen im hierarchischen Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schüler:innen, besonders bei der Notenvergabe. Als Externe umgehen wir diese Problematik, fördern schamfreien Austausch und erweitern unser Angebot für Erwachsene und Fachkräfte. Unser Ziel: eine inklusive, diversitätsbewusste und stärkende sexuelle Bildung, die einen offenen Dialog über Sexualität ermöglicht.

Lehrer News: Wie seht ihr den Status quo in der sexualpädagogischen Bildung in Deutschland?

Kiss: Bundesweit existieren bereits großartige Angebote im Bereich der sexuellen Bildung, wie beispielsweise die von BIKO Berlin. Diese Angebote sind wichtige Ressourcen, die jedoch nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass innerhalb der Schulen noch immer große Herausforderungen bestehen. Oft wird die Verantwortung für die sexuelle Aufklärung den Biologie-Lehrkräften übertragen, unabhängig davon, wie wohl sie sich mit diesem Thema fühlen. Besorgniserregend sind außerdem Gegenbewegungen aus dem rechtspopulistischen Spektrum, die versuchen, sexuelle Bildung an Schulen aufgrund vermeintlicher Frühsexualisierung zu unterbinden. Das ist besonders problematisch, da sexuelle Bildung in der Kindheit und Jugend eine fundamentale Rolle für die Entwicklung eines gesunden Selbstverständnisses und respektvollen Umgangs mit anderen spielt.

Lehrer News: Wo gibt es Defizite in der sexualpädagogischen Bildung, wie sie aktuell häufig angeboten wird?

Kiss: Neben der mangelnden Berücksichtigung von Diversität und Inklusion, einem überwiegenden Fokus auf heteronormative Narrative und einer unzureichenden Auseinandersetzung mit sexueller Vielfalt und Identität, sehen wir ein grundlegendes Problem in der begrenzten Zeit und der zu geringe Raum, der diesem wichtigen Thema in Schulen eingeräumt wird. Oft werden relevante Inhalte auf spätere Schuljahre verschoben, obwohl Kinder und Jugendliche bereits im jüngeren Alter Interesse und Bedarfe zeigen. Häufig beschränkt sich die sexuelle Aufklärung auf eine Unterrichtseinheit in der sechsten Klasse, was ja bei weitem nicht ausreicht. Zudem sind diese Einheiten meist geschlechtergetrennt, was eine Verbesonderung bestimmter Themen fördert und die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten ignoriert. In der Oberstufe besteht kaum noch Zugang zu sexueller Bildung. Die vorhandenen Angebote konzentrieren sich zu sehr auf Verhütungsinformationen, Geschlechtskrankheiten und Prävention, ohne die tatsächlichen Bedürfnisse und Fragen der Schüler:innen ausreichend zu adressieren.

Lehrer News: Was möchtet ihr konkret anders machen?

Kiss: An dieser Stelle führen wir am Besten mal ein paar Beispiele an, um zu illustrieren, wie wir unsere Arbeit gestalten und was uns dabei besonders am Herzen liegt. Unsere Methoden und Materialien spiegeln einen inklusionssensiblen Ansatz wider, indem wir “Vielfalt von der Vielfalt aus denken” anstatt sexuelle Identitäten, die von der Norm abweichen, additiv zu nennen. Das bedeutet, wenn wir von Familie sprechen, werden beispielsweise gleichgeschlechtliche Paare auf Karten abgebildet, ohne dass dies zusätzlich thematisiert wird. Zwei Mütter, die mit ihrem Kind zu sehen sind, werden genauso unkommentiert abgebildet wie eine Familie mit einem Vater und einer Mutter. Das Bild ist einfach da, ganz natürlich. Das ist für uns nur ein Weg, Vielfalt zu normalisieren. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche sehen: Es gibt nicht nur eine Art von Familie. Außerdem legen wir zu Beginn unserer Workshops gemeinsam mit den Teilnehmenden eine verbindliche Sprachregelung fest. Dabei legen wir großen Wert auf eine diskriminierungs- und gendersensible Sprachverwendung, sind jedoch ebenso darauf bedacht, den Sprachgebrauch der Jugendlichen zu berücksichtigen. 

Was vielleicht banal klingt, aber nicht selbstverständlich ist: wir versuchen, die Workshops so zu gestalten, dass sie für alle interessant, altersgerecht und zugänglich sind. Das bedeutet unter Anderem, dass wir die Heranwachsenden mittels einer vorab aufgestellten anonymen Box fragen, was sie interessiert, und bauen diese Fragen in unsere Workshops ein. Diese Fragen sind erfrischend ehrlich und lebensnah. Beispielsweise wurde neulich auf einen Zettel geschrieben “Kann eine Oma Kinder kriegen?” oder “Wie rasiere ich mir den Po”? Diese anonymen Fragen haben den Vorteil, dass sich niemand vor allen mit einer Frage öffnen muss und trotzdem Orientierungshilfen bekommt.

Lehrer News: Von Kritiker:innen kommt ja immer mal wieder der Vorwurf, dass sexuelle Bildung Kinder und Jugendliche erst zu sexuellen Handlungen verführen würde. Wie entgegnet ihr solcher Kritik?

Kiss: Sexuelle Bildung ist ein umfassendes Konzept, das weit über den Aspekt des Geschlechtsverkehrs hinausgeht. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) liefern hierüber wissenschaftlich fundierte Informationen. Wir sind uns bewusst, dass das Thema besonders bei Eltern polarisiert, weil sie denken, dass ihre Kinder mit Themen der Erwachsenensexualität konfrontiert werden. Das ist leider ein Denkfehler, der im Zuge großer Besorgnis und Unwissenheit passiert, wenn über kindliche Sexualität gesprochen wird. Es ist wichtig, dass sexuelle Bildung bei Kindern nicht mit Erwachsenensexualität gleichgesetzt wird. Sexualität ist ein Teil der menschlichen Entwicklung von der Kindheit an. Körperempfinden, Bindung und Beziehungsgestaltung beginnen bereits zwischen dem ungeborenen Kind und den Bezugspersonen während der Schwangerschaft und ziehen sich auch nach der Geburt durch die ganze Phase der Kindheit. 

Durch das Offenlegen und Besprechen dieser Themenbereiche können wir Kinder unterstützen und ihnen helfen, ein positives Selbstbild zu entwickeln. Unser Hauptziel ist die Stärkung von Entscheidungskompetenzen, um Selbstbestimmtheit von Heranwachsenden zu fördern. Diese Fähigkeiten sind essentiell, nicht nur für die persönliche Entwicklung, sondern auch für die Prävention von sexualisierter Gewalt. Kinder, die in der Lage sind, ihre Körperteile korrekt zu benennen, können später beispielsweise auch klarer kommunizieren, dass sie unangemessen berührt worden sind. Die Realität zeigt außerdem, dass Kinder und Jugendliche heute durch Medien und das Internet oft unfreiwillig mit sexuellen Inhalten konfrontiert werden. In einer Welt, in der Tabuisierung und Schamgefühle Unsicherheiten verstärken, ist es umso wichtiger, dass junge Menschen lernen, wie sie verantwortungsvoll mit Informationen umgehen und wo sie seriöse Beratungsangebote finden können. Die eingangs genannte Kritik weisen wir daher dank fundierter Forschung zurück.

Lehrer News: Könnt ihr mal konkret ein Beispiel zu einer Einheit beschreiben, wie ihr sie durchführt bzw. durchführen möchtet?

Kiss: Vor jedem Workshop in einer Schulklasse steht ein Gespräch mit den Lehrkräften, in dem Informationen über die Klassen in Erfahrung gebracht werden. Dabei geht es nicht nur um den Wissensstand, sondern auch um Dynamiken, besondere Vorkommnisse und Konflikte in der Klasse. Es ist Teil unseres Konzepts, flexible Angebote für die verschiedene Bedarfe zu konzipieren, und arbeiten daher dynamisch. Nachdem wir anfangs mit den Teilnehmer:innen die Umgangsregeln besprechen, die uns wichtig sind, führen wir anschließend häufig eine Einheit durch, um eine gemeinsame Sprache zu finden. In Kleingruppen notieren Teilnehmer:innen Begriffe zu Liebe, Sexualität, Körper und Beziehungen auf Plakaten, ohne Bewertung. Je mehr desto besser! Bei Anfangsschwierigkeiten helfen wir aus und flüstern beispielsweise Begriffe wie Knutschen, Brüste, oder Kondom zu, um die Hemmschwelle zu überwinden. Diese Methode ermöglicht Einblicke in Gruppendynamik und Wissensstand. Nach dem Brainstorming diskutieren wir im Plenum die gesammelten Begriffe, klären Unbekanntes und adressieren Gefühle, die bestimmte Wörter auslösen. Beleidigende oder diskriminierende Ausdrücke werden identifiziert, erklärt und ausgeschlossen. 

Andere Begriffe und Konzepte, die zum Beispiel die Selbstbezeichnung der eigenen Genitalien betrifft, können diskutiert werden. Wir diskutieren auch die korrekte Benennung von Genitalien, um anatomische Klarheit zu schaffen, und fordern dazu auf, übernommene Begriffe aus der Peer-Group kritisch zu reflektieren. Ziel ist eine gendersensible und diskriminierungsfreie Kommunikation. Bei Nachfragen besprechen wir auch diese in möglicher Kürze und nötiger Ausführlichkeit. Werden Begriffe wie Mumu, Schwanz und Arschloch aufgeschrieben benennen wir beispielsweise die Unterschiede von Vulva und Vagina, warum wir das Wort Scheide vermeiden und besprechen die neutralen Begriffe Penis, anal und ihre Konnotationen. Dies fördert eine auf Konsens basierende Verbindung und erleichtert den Dialog. Auch, wenn jeder Workshop anders ist, bietet diese Methode beginnend viele Einblicke in die Gruppendynamik und Vorkenntnisse, bespricht bereits viele inhaltliche Themen und fragt das Interesse und die Teilnahmebereitschaft der Teilnehmer:innen ab, weswegen wir sie für wertvoll erachten.

‍Lehrer News: Vielen Dank für die Antworten auf Fragen zu einem gesellschaftlich so wichtigen Thema!

Hinter dem sich derzeit gründenden Institut für sexuelle Selbstbestimmung stehen im Kern fünf Personen. Diese sollen hier nochmal kurz vorgestellt werden:

Eva Schulte ist Gründungsmitglied der Hochschulgruppe InseB (inklusive sexuelle Bildung für angehende Pädagog*innen), ehemalige Vorstandsvorsitzende sowie Finanzerin und leitet die Tutorien zur Vorbereitung der Studierenden auf die sexualpädagogischen Workshops. Im April beginnt sie ihr Masterstudium im Lehramt an der Universität zu Köln.
Franziska Kniott ist Gründungsmitglied und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Hochschulgruppe InseB. Sie hat ihren Bachelor in Erziehungswissenschaft und Philosophie absolviert, ist systemische Beraterin und studiert im Master Erziehungswissenschaft: Bildungstheorie und Gesellschaftsanalyse in Wuppertal. Die vergangenen sechs Monate hat sie als Sexualpädagogin bei pro familia Köln Chorweiler gearbeitet.
Lena Wegener ist ebenfalls Gründungsmitglied der Hochschulgruppe InseB. Sie studiert Erziehungswissenschaft im Bachelor an der Universität zu Köln und schreibt aktuell ihre Bachelorarbeit zum Thema: "Ansätze sexualpädagogischer Professionalisierung anhand von Perspektiven aus den Critical Whiteness Studies". Parallel dazu absolviert sie die Weiterbildung zur systemischen Beraterin und arbeitet für das DRK als Gewaltschutzkoordinatorin in einer Notunterkunft.
Tobias Lewkowicz war Mitglied der Hochschulgruppe InseB und hat dort sexualpädagogische Workshops in der Schule geleitet und Tutorien für Studierende angeboten. Er hat seinen Bachelor in Volkswirtschaftslehre mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung und zudem einen Bachelor in Erziehungswissenschaft absolviert. Seit seinem Abschluss arbeitet er als Koordinator für Pädagogische Qualitätsentwicklung in einer Kita in Köln.
Anna-Karina Vollmer ist Vorstandsvorsitzende der Hochschulgruppe InseB und leitet sexualpädagogische Workshops an Schulen. Sie hat ihren Bachelorabschluss in Erziehungswissenschaft und Medienkulturwissenschaft absolviert und steht vor ihrem Masterstudium in Erziehungswissenschaft und Intermedia an der Universität zu Köln. Ihr Schwerpunkt liegt in der medienpädagogischen Arbeit mit Schwerpunkt auf Pornografie. Ihre Bachelorarbeit hat sie über "Potenziale und Herausforderungen der systemischen Beratung im Kontext queerer Lebensweisen" geschrieben. Vor ihrem Studium hat sie eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin mit dem Schwerpunkt Traumaarbeit in Dortmund absolviert. Seit ihrem Ausbildungsabschluss hat sie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in der stationären Jugendhilfe u. A. mit Opfern sexuellen Missbrauchs gearbeitet.

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Köln. Am heutigen Samstag ist die diesjährige Ausgabe der Bildungsmesse didacta in Köln zu Ende gegangen. Nach Angaben der Veranstalter waren rund 730 ausstellende Unternehmen und Organisationen präsent, die auf der Messe eine große Vielfalt an pädagogischen Konzepten und Methoden vorstellten. Erstmals stand in diesem Jahr das Thema KI und Schule im Mittelpunkt, zu dem zahlreiche Hersteller Vorträge und Materialien für das interessierte Publikum bereithielten. “Die Digitalisierung treibt die gesamte Bildungsbranche um”, schreibt der didacta-Verband in seiner Pressemitteilung zur Messe.

Eröffnet wurde die Messe am Dienstag durch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Am Mittwoch fand die Ehrung der “Bildungsbotschafter” statt. Für seinen Einsatz im Bildungsbereich wurde dieses Jahr der Journalist, Autor und Moderator Mirko Drotschmann ausgezeichnet. Er ist auf YouTube als MrWissen2go bekannt und bringt dort Bildung und Wissen auf unterhaltsame Weise und journalistisch fundiert einer jungen Zielgruppe näher.

Auf dem Programm standen auch hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema DigitalPakt Schule: “Anschluss verpasst? Wie die Digitalisierung in Schulen noch gelingen kann”. Vertretende aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sprachen dort darüber, wie eine erfolgreiche Digitalisierung der Schulen in Deutschland umzusetzen ist. Auch in der beruflichen Bildung war das Thema Digitalisierung präsent. Die Gesprächsrunde zum Thema “Digitale Prüfungsvorbereitung in der beruflichen Bildung – wegweisend für andere Schularten?” beleuchtet den aktuellen Stand und wirft einen Blick in die Zukunft.

Gefragt waren auch die Psycholog:innen von “Teach Love”, die ihr pädagogisches Angebot für moderne wissenschaftliche Sexualaufklärung vorstellen. Von Tinder bis zum Umgang mit Pornos deckt die “Akademie für psychologischen Wissenstransfer” ein breites Spektrum an Themen ab, “die manchen vielleicht schwerfallen im Unterricht anzusprechen”, sagt die Mitinitiatorin Dr. Johanna Degen von der Universität Flensburg.

Neben Verlagen, Unternehmen und Bildungsverbänden waren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen wie Brot für die Welt, Amnesty International und die DKMS vertreten, um auf ihre Angebote für Schulen aufmerksam zu machen.

“Die Themen hier sind absolut relevant und breit diskutiert”, sagt der Gründer der Dortmunder Berufsbildungs-App FUJOUR, Geert-Jan Gorter, gegenüber Lehrer News. Er möchte mit seinem Angebot einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten, indem Schüler:innen mit Hilfe von KI und psychologisch fundierten Fragen kostenlos zum eigenen Profil passende Praktika vermittelt werden. “Es ist bedauerlich, dass die Berufsorientierung im Unterricht kaum Beachtung findet, eine Tendenz, die sich dieses Jahr noch verstärkt hat. Es gibt immer mehr offene Stellen. Obwohl das Problem von der Politik erkannt wurde, mangelt es bisher an wirksamen Programmen. Die Messe ist genau der richtige Ort, um sich über diese Fragen auszutauschen”, so Gorter. 

Die nächste Ausgabe der didacta findet vom 11. bis 15. Februar 2025 in Stuttgart statt.

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Das Erlernen von Deutsch als Fremdsprache kann zweifellos eine Herausforderung sein. Der komplizierte Satzbau, die vielen Zeitformen und nicht zu vergessen die oft schwierige Aussprache und die langen Wörter können selbst den motiviertesten Lernenden verzweifeln lassen. Doch in der heutigen digitalen Ära bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, Deutsch auf innovative und unterhaltsame Weise zu erlernen.

YouTube bietet dafür spannende Kanäle mit Videos, die von Grammatiklektionen bis hin zu kulturellen Einblicken für Lernende aller Niveaus und Interessen geeignet sind. Nachdem wir bereits eine Auswahl an Instagram-Kanälen für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) vorgestellt haben, möchten wir euch nun einige YouTube-Kanäle zeigen, die ebenfalls für euren Unterricht nützlich sein können.

Lingster Academy

(Quelle: YouTube)

Auf dem Kanal Lingster Academy hilft Julia, die als Deutschdozentin an einer Universität arbeitet, auf effektive und freundliche Weise Deutsch als Zweitsprache zu vermitteln. Ihr Fokus ist dabei, bereits erlernte Grammatik weiter zu verbessern und den Wortschatz zu erweitern. Julias Videos sind nicht nur informativ, sondern auch visuell ansprechend gestaltet. Durch viele Einblendungen und Bilder werden selbst komplizierte Konzepte leicht verständlich, sodass Zuschauer:innen mühelos folgen und lernen können. Mit ihrer klaren und langsamen Aussprache sorgt Julia dafür, dass Jede:r problemlos mitkommt. Wer noch zusätzliche Hilfe braucht, kann Untertitel auf Deutsch und viele andere Sprachen einstellen.

Im Unterricht können die Videos als zusätzliche Lernmaterialien dienen, die ihr zu einer bestimmten Lerneinheit hinzunehmen könnt. Durch thematisch geordnete Playlists, zum Beispiel zu Grammatik, Vokabeln und Prüfungsvorbereitung, findet ihr genau die Inhalte, die ihr braucht. Wir empfehlen besonders ihre Grammatikvideos, die detailliert auf spezifische Themen, wie die verschiedenen Zeitformen oder den Satzbau, eingehen. Alle Videos kennzeichnet Julia mit dem entsprechenden Sprachniveau, beispielsweise B1/B2, sodass Lernende gezielt nach Inhalten suchen können, die ihrem aktuellen Kenntnisstand entsprechen. Dadurch habt ihr es als Lehrkraft auch einfacher, Lektionen zu finden, die dem Lernfortschritt eurer Klasse entsprechen.

Easy German

(Quelle: YouTube)

Easy German wurde von den deutschen Moderatoren Cari und Janusz gegründet. Ihr Ziel ist es, eine entspannte und authentische Umgebung zu schaffen, um Deutsch zu lernen, indem sie Gespräche mit Menschen auf der Straße führen. Sie reisen durch verschiedene Städte in Deutschland und sprechen mit Einheimischen über verschiedene Themen wie Kultur, Essen, Traditionen, Alltag und mehr. Die Interviews sind normalerweise ungezwungen und spontan, was den Zuschauer:innen die Möglichkeit gibt, natürliche Gespräche, häufig in Umgangssprache oder Dialekt, zu hören und gleichzeitig ihren Wortschatz und ihr Hörverständnis zu verbessern. Damit jeder folgen kann, werden immer deutsche und englische Untertitel eingeblendet. Die Videos sind hochwertig produziert und bekommen durch ihre sympathischen und lustigen Moderator:innen einen besonderen Charme. Zusätzlich zu den Straßeninterviews bietet der Kanal auch andere Arten von Inhalten an, darunter Grammatiklektionen und Live-Streams, in denen Zuschauer:innen direkt mit den Moderator:innen interagieren können. In den Lektionsvideos wird sehr langsam und deutlich gesprochen, womit diese auch für Anfänger:innen ideal sind.

Im Unterricht könnt ihr die Videos zum Beispiel als Hörverständnisübung abspielen und die Schüler:innen dann Fragen beantworten lassen. Oder ihr lasst eure Schüler:innen in Rollenspielen Situationen aus den Videos nachspielen, damit sie die Umgangssprache und verwendeten Ausdrücke selbst anwenden können. Wenn über kulturelle Themen gesprochen wird, könntet ihr dies zum Anlass nehmen, eure Schüler:innen nach ihren Erfahrungen und Meinungen zu fragen. Dank der Sortierung nach Sprachniveau in den Playlists findet ihr immer genau die passenden Videos für euren Unterricht.

Lingoni GERMAN

(Quelle: YouTube)

Bei Lingoni GERMAN erkundet Sprachcoach Jenny gemeinsam mit euch verschiedene alltägliche Situationen und zeigt dabei, welche Wörter, Ausdrücke und Redewendungen zum Einsatz kommen können. Dabei wiederholt sie die Sätze sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, um sicherzustellen, dass man jeden Schritt versteht. Besonders empfehlenswert sind die Shorts des Kanals, die sich perfekt für den Einsatz im Unterricht eignen. In diesen kurzen Videos dreht sich alles um spezifische Ausdrücke, die in alltäglichen Dialogen unverzichtbar sind. Jenny wiederholt die Sätze deutlich und langsam, damit man sie leicht nachsprechen kann. Zum Beispiel wird gezeigt, wie auf Deutsch Freude ausdrückt wird oder wie man Komplimente macht und darauf reagiert.

Die Schüler:innen können hierbei selbst in Dialogen die Ausdrücke, die in den Shorts gezeigt werden, verwenden. So lernen sie nicht nur die korrekte Verwendung in Gesprächen, sondern auch den authentischen Gebrauch von Umgangssprache. Die Übungen auf diesem Kanal sind für Deutschlernende auf den Niveaus A1 bis B2 gedacht. Ihr findet für jedes Niveau praktische Playlists, damit ihr alle Videos eines Levels gleich zusammen habt.

Dein Sprachcoach

(Quelle: YouTube)

Dein Sprachcoach aka Maria kommt ursprünglich aus Russland und kam vor 14 Jahren nach Deutschland. Sie musste sich viel selbst beibringen und hilft auf ihrem YouTube-Kanal bei vielen Problemen, die das Deutschlernen so mit sich bringt. Als Nicht-Muttersprachlerin teilt sie nicht nur ihre eigenen Erfahrungen und ihre Probleme beim Erlernen der deutschen Sprache, wie der schwierigen Aussprache, sondern gibt auch wertvolle Einblicke und Insider-Tipps, wie sie Deutschland erlebt. Mit ihrer humorvollen, aber trotzdem verständlichen und informativen Art zeigt sie eine Vielzahl von “typisch” deutschen Situationen, vom Besuch beim Metzger über Vorstellungsgespräche bis hin zum Ausfüllen von Formularen. Ihre Videos haben deutsche Untertitel und werden durch hilfreiche Einblendungen der Wörter mit Lautschrift versehen.

Für den Unterricht lohnen sich die Inhalte zu dem Thema Leben in Deutschland, die ihr auf der gleichnamigen Playlist findet. Zu den Situationen werden Dialoge mit passenden Ausdrücken und Redewendungen eingesetzt, wodurch Umgangssprache gelernt und der Wortschatz erweitert wird. Diese eignen sich auch gut für Rollenspiele. Die Schüler:innen können die Szenen nachspielen und so praktisch anwenden, was sie gelernt haben. Auch zum Thema Aussprache bietet Maria viele Videos, die ihr in der passenden Playlist finden könnt. Von diesen könnt ihr einige Tipps für eure Schüler:innen mitnehmen, da Maria durch ihren Hintergrund einige Methoden entwickelt hat, um ihre eigene Aussprache zu verbessern. Im Unterricht könnt ihr durch die Videos Unterschiede in der Aussprache verdeutlichen und die Schüler:innen einzelne, je nach Sprachlevel, schwierige Wörter nachsprechen lassen, die auch Maria behandelt. Obwohl ihre Videos eher für fortgeschrittene Sprecher:innen geeignet sind, bietet sie auch Inhalte für ein niedrigeres Sprachniveau an, die entsprechend gekennzeichnet sind.

Kennt ihr noch mehr interessante Kanäle zum Deutsch lernen? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Berlin. Berliner Lehrkräfte leiden an „digitalem Stress“. Das zeigt eine neue wissenschaftliche Studie, beauftragt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die die zunehmende Belastung der Lehrkräfte in Berlin durch die Digitalisierung aufdeckt. Von über 2000 Befragten empfinden alarmierende 71 Prozent die Digitalisierung als zusätzliche Last, während nur eine marginale Minderheit von sechs Prozent einen Rückgang der Belastung sieht.

Die Hauptstressfaktoren seien dabei die permanente Präsenz digitaler Medien, unzureichende Vorbereitungszeit und technische Probleme, die Lehrkräfte in einen Spagat zwischen digitaler und analoger Unterrichtsvorbereitung zwingen. Die Verwendung digitaler Medien an Schulen ist mittlerweile zur Regel geworden. Zwei Drittel der Lehrkräfte nutzen sie jeden Tag, 93 Prozent sogar jede Woche. Allerdings stehen die Lehrkräfte vor Herausforderungen wie unzureichender technischer Ausstattung und Verbindungsschwierigkeiten. Dazu kommt die oft illegale Nutzung privater Geräte. „Nur ein Drittel der Lehrkräfte nutzt das von der Senatsverwaltung herausgegebene persönliche digitale Endgerät regelmäßig mindestens wöchentlich", so Studienleiter Mußmann. "Unter anderem, weil es sich nicht mit der digitalen Tafel in der Schule oder einem Drucker verbinden lässt." 

Besorgniserregend ist, dass 55 Prozent der Befragten einen "stärkeren" bis „sehr starken digitalen Stress“ erleben. Mußmann warnt vor langfristigen gesundheitlichen Problemen, wie Burn-out, und schlägt mehr Weiterbildungen, bessere IT-Infrastruktur und einen Abbau der Hürden für die Nutzung dienstlicher Endgeräte vor.

Anne Albers, Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW Berlin, schlägt Alarm und kritisiert die Politik für ihr angebliches Verschlafen der Digitalisierung in den Schulen. „Die Ergebnisse sollten Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch endgültig wachrütteln, denn bisher wird die Schuldigitalisierung von den politisch Verantwortlichen verschlafen.“ 

Die Bildungsverwaltung betont dagegen ihre Bemühungen zur Entlastung der Lehrkräfte, unter anderem durch zusätzliche Verwaltungsleistungen, IT-Betreuung und Lernmanagementsysteme. Trotz der Herausforderungen wird die Schuldigitalisierung konsequent vorangetrieben, mit dem erklärten Ziel, bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode 2026 alle öffentlichen Schulen mit schnellem Internet auszustatten.

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In den letzten Jahren hat das finnische Bildungssystem weltweit Aufmerksamkeit erregt und Bewunderung geweckt. Von seinem Fokus auf Chancengleichheit bis hin zu seinem autonomen Lehransatz gilt es vielen anderen Ländern als Paradebeispiel für erfolgreiche Bildungssysteme. Doch während es einst als Vorbild galt, zeigen die jüngsten PISA-Ergebnisse einen Abwärtstrend. In unserer Serie Bildungssysteme der Welt werfen wir nun nach Ländern wie Japan, den USA und Belgien einen genaueren Blick auf das Schulsystem des glücklichsten Landes der Welt: Finnland!

Das finnische Bildungssystem

Das finnische Bildungssystem ist in mehrere Stufen gegliedert. In Finnland herrscht eine Lernpflicht und keine Schulpflicht, das heißt, Kinder sind verpflichtet, Grundbildung zu erhalten, aber nicht unbedingt durch das Teilnehmen an einer Schule. Viele Eltern unterrichten ihre Kinder beispielsweise zu Hause. Die Lernpflicht beginnt mit dem siebten Lebensjahr und endet mit der neunten Klasse mit ungefähr 16 Jahren.

Vorschulische Bildung (Esikoulu): Die meisten finnischen Kinder beginnen ihre Bildung in der einjährigen Vorschule im Alter von sechs Jahren. Alle Kinder haben das Recht, einen Platz in einer Vorschule zu bekommen. Sie ist aber nicht obligatorisch. Bereits hier werden erste Stärken und Schwächen der Kinder herausgearbeitet, um sie gut auf die Schule vorzubereiten. Es werden bereits Fächer wie Mathe, Kunst oder Ethik gelehrt, die Vermittlung passiert aber spielerisch. Im Fokus liegt die Förderung der Lernbereitschaft durch Aktivitäten und Spiele, um so das erste Grundwissen sowie erste Lese- und Schreibfähigkeit zu erlernen. Eine Bewertung findet nicht statt, nur der Entwicklungsprozess wird festgehalten.

Gemeinschaftsschule (Peruskoulu): Die Gemeinschaftsschule in Finnland ist für alle Kinder obligatorisch und dauert in der Regel neun Jahre, von der ersten bis zur neunten Klasse. Anders als z. B. in Deutschland ist man also vom siebten bis zum  16. Lebensjahr in einer einheitlichen Schulart. Der Lehrplan der Gemeinschaftsschule ist breit gefächert und umfasst Fächer wie Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen, Kunst und Handwerk. Die ersten sechs Jahre unterrichtet ein Klassenlehrer die meisten Fächer, in den letzten drei Jahren übernimmt dann eine Fachlehrkraft für jedes Fach. Auch das Thema Noten wird in Finnland anders angegangen: In den ersten vier Jahren gibt es keine Bewertung in Form von Noten. Ab der fünften Klasse können Noten vergeben werden, vorgeschrieben ist es aber erst ab der neunten Klasse. Dann wird auf einer Skala von eins bis zehn, wobei zehn die beste Note ist, bewertet. Zu jeder Note muss es laut Gesetz einen Kommentar bzw. eine schriftliche Bewertung geben. Eine Gesamtbewertung der einzelnen Schüler:innen findet immer zum Schuljahresende statt, wobei dann auch entschieden wird, ob diese:r in die nächste Klassenstufe kann. Am Ende der Gemeinschaftsschule gibt es keine Prüfung, nur ein Zeugnis, das den Besuch bestätigt und die Bewerbung an die weiterführenden Schulen ermöglicht.

Weiterführende Bildung: Nach Abschluss der Gemeinschaftsschule haben die Schüler:innen die Möglichkeit, ihre Bildung in einem weiterführenden Gymnasium (Lukio) oder einer Berufsschule (Ammattikoulu) fortzusetzen. Über 90 Prozent aller finnischen Jugendlichen machen ihren Abschluss in den weiterführenden Schulen. Beide Abschlüsse qualifizieren für einen Hochschulzugang.

Im Gymnasium, das in der Regel drei Jahre dauert, können sich die Schüler:innen relativ frei ihren eigenen Lernplan zusammenstellen und sind nicht in Klassen geteilt, sondern wählen Pflicht- und Wahlfächer. Auch Fächer aus der beruflichen Schule sind wählbar. Am Ende wird eine Abiturprüfung geschrieben über vier Fächer: Finnisch, eine Fremdsprache, Mathematik oder ein Fach der Geistes- oder Naturwissenschaft. Ca. 60 Prozent entscheiden sich für das Gymnasium.

In der Berufsschule, die drei Jahre dauert, kann zwischen acht Ausbildungswegen mit 52 Fachrichtungen gewählt werden. Mindestens ein halbes Jahr Praktikum im Betrieb ist auch angesetzt. Auch hier können Pflicht- und Wahlmodule gewählt werden. Bewertet werden die Schüler:innen in praktischen Leistungsnachweisen, die der fachlichen Anforderung des Berufes entsprechen. Damit werden sie authentisch bereits in eine Arbeitsumgebung eingeführt. Betriebe und Unternehmen arbeiten dabei eng mit den Schulen zusammen und beschließen zusammen die Qualifikationen und Ausbildungsanforderungen. Ca. 40 Prozent der Schüler:innen machen auf der Berufsschule weiter.

Was macht das finnische Bildungssystem so erfolgreich?

Finnlands Schulsystem wird häufig als besonders gerecht und zugänglich beschrieben. Von der Vorschule bis zu den höheren Bildungswegen ist Bildung kostenfrei, dazu zählen auch die Schulmaterialien und das Schulessen. Privatschulen oder Sonderschulen gibt es nur wenige, wodurch jedes Kind die gleiche Bildung angeboten bekommt. Schüler:innen mit Lernschwierigkeiten werden in die normale Gemeinschaftsschule aufgenommen und dort dann durch Zusatzprogramme und Betreuung speziell gefördert.

Im Unterricht, bei dem statt Frontalunterricht oftmals Gruppenarbeit im Fokus steht, wird großer Wert auf individuelle Förderung statt Leistungskonkurrenz und Bewertung gelegt. Auch die Klassen sind mit durchschnittlich 20 Schüler:innen relativ klein, sodass die Lehrkraft besser auf einzelne Fragen eingehen kann. Da schwächere und stärkere Schüler:innen zusammen unterrichtet werden, setzt das Konzept der Gemeinschaftsschule auf gegenseitige Hilfe auch unter den Mitschüler:innen. Wenn jemand schneller eine Aufgabe erledigt hat, hilft er denjenigen, die noch Hilfe brauchen. Auch Sonderpädagog:innen sowie Psycholog:innen unterstützen die Lehrkräfte im Unterricht. Da der Klassenlehrer die ersten sechs Jahre eine eigene Klasse betreut, entsteht eine vertraute Beziehung, sodass das Verhältnis zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen locker und herzlich ist. In der Regel duzen sie sich sogar und essen gemeinsam Mittagessen. Außerdem besitzen die Schulen und Lehrkräfte selbst viel Autonomie in der Gestaltung ihrer Lehrpläne und entscheiden selbst, welche Lernmethoden oder Materialien sie benutzen wollen. Damit können sich die Lehrer:innen besser an ihre Schüler:innen anpassen.

Anders als in Deutschland werden die Kinder nicht durch ihre Grundschulleistungen in verschiedene Schularten unterteilt. Sie bleiben in der Gemeinschaftsschule bis zum 16 Lebensjahr zusammen. Dieses Konzept ist laut Schulentwicklungsforscherin Marja Martikainen einer der Gründe für Finnlands gute Bildungsergebnisse. Dadurch kann besser eingeschätzt werden, was die Kinder können, da sie mehr Zeit haben, ihre Interessen und Stärken herauszubilden und sich zu entwickeln, so Martikainen. Die spätere Trennung, die in Finnland erst mit 16. Jahren bzw. in der neunten Klasse passiert, entscheidet dann nur noch, welchen weiteren Bildungsweg sie absolvieren wollen, also Studium oder Ausbildung. Eine Vorselektion und damit oftmals eine Vorverurteilung, wie häufig die Kritik am deutschen Schulsystem lautet, passiert also nicht. Ab der siebten Klasse bekommen die Kinder auch Orientierungshilfe und Beratungsangebote für ihre weiteren Bildungsmöglichkeiten. Entweder im Einzelgespräch oder durch Unterrichtseinheiten mit speziell ausgebildeten Beratungslehrer:innen können sich die Schüler:innen jederzeit bei Problemen und Unsicherheit melden und über ihre Wünsche und Zukunftspläne reden. 

Ein zweiter wichtiger Punkt ist laut Martikainen die Lehrer:innenausbildung. Die Lehrkräfte haben in Finnland eine hohe soziale Stellung. Daher ist das Lehramtsstudium eine gefragte Studienrichtung, nur etwa 10 Prozent der Bewerber:innen werden überhaupt für einen Platz genommen. Anders als in Deutschland spielen die Abiturnoten dabei keine Rolle. Stattdessen müssen die Bewerber:innen ein strenges Auswahlverfahren durchlaufen. In einer schriftlichen Prüfung werden ihre akademischen Fähigkeiten, wie Studienverständnis, getestet. Danach gibt es weitere Eignungstests und Interviews. Nicht nur die Lehrer:innen, sondern auch Erzieher:innen für Kitas absolvieren eine universitäre Ausbildung. 

Ein weitere Besonderheit Finnlands ist das seit 2016 verfolgte Phenomenon-Based Learning (PhenoBL) bzw. der Phänomenunterricht in Schulen. PhenoBL ist eine pädagogische Methode, die darauf abzielt, verschiedene Schulfächer und Themenbereiche miteinander zu verschmelzen. Anstatt jedes Fach isoliert zu unterrichten, werden Themen oder Phänomene in Projekten gelehrt, die gleich mehrere Disziplinen umfassen. Beispielsweise wird der Zweite Weltkrieg aus geschichtlicher, geographischer und mathematischer Sicht behandelt. Alle Schulen müssen so ein Projekt, das dann mehrere Wochen umspannt, mindestens einmal im Jahr anbieten. Dabei wird den Schulen und Lehrkräften aber viel Freiraum gelassen.

Im Phänomenunterricht arbeiten die Schüler:innen oft in Gruppen zusammen, um komplexe Probleme zu erforschen und Zusammenhänge zu erkennen. Dabei geht es auch um die praktische Anwendung des Wissens in realen Situationen. Anstatt nur theoretisches Wissen zu vermitteln, werden die Schüler:innen ermutigt, ihr gelerntes Wissen in konkreten Projekten anzuwenden, sei es durch Experimente, Feldstudien oder andere praktische Aktivitäten.

Scheitert das finnische Model?

Die aktuellen PISA-Ergebnisse stellen nicht nur für Deutschland, sondern auch für Finnland, das einst als Bildungsvorbild galt, eine Enttäuschung dar. Seit 2006 verschlechterte sich die Leistung Finnlands. Strukturell hat sich im finnischen Bildungssystem zwar nichts geändert, seit Ende der 1990er Jahre wurden aber verstärkt pädagogische Konzepte verbreitet, die das selbstgesteuerte Lernen fokussieren. Im Gespräch mit Schulportal sieht der finnische Bildungshistoriker Jari Salminen von der Universität Helsinki die Einführung solcher Konzepte als kritisch an, da sie, um gut zu funktionieren, sorgfältig entwickelt und ausprobiert werden müssen. In Finnland allerdings seien diese viel zu schnell eingeführt worden. Das durchschnittliche Kind könne nicht selbstgesteuert arbeiten, so der Historiker. Damit einhergehend steht auch die Einführung von Schulen ohne Klassenzimmer bei Lehrkräften und Forschenden in der Kritik. Auch die fortschreitende Digitalisierung ist ein viel kritisiertes Thema. Eltern und Lehrkräfte sehen eine starke Ablenkung und sinkende Konzentration durch Smartphones. Ein Handyverbot für Schulen steht schon länger im Raum. Zusätzlich will die neue rechtskonservative finnische Regierung die Mittel für die Grundbildung um 200 Millionen Euro aufstocken, um sicherzustellen, dass die Schüler:innen die grundlegenden Fähigkeiten für das Lesen, Schreiben und Mathematik erwerben. Trotz des Abwärtstrends gehört Finnland immer noch zu den Spitzenreitern und schneidet in allen drei Bereichen über dem Durschnitt ab.

Kann sich das deutsche Schulsystem von Finnland etwas abschauen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Manchmal sind Bilder in der Lage auszudrücken, was mit einfachen Worten nicht möglich ist. Durch eindrucksvolle visuelle Darstellungen können komplexe biologische Konzepte auf eine Weise veranschaulicht werden, die eure Schüler:innen besser verstehen und einprägen können als durch rein textbasierte Erklärungen. Filme können auch dazu beitragen, das Interesse der Schüler:innen zu wecken und sie zu motivieren, sich tiefer mit biologischen Themen auseinanderzusetzen. 

Auch im Biologieunterricht könnt ihr euch genau diese Möglichkeit zu Nutze machen. Deshalb stellen wir euch in diesem Artikel vier Filme vor, die nicht nur faszinierende Einblicke in die Natur und ihre Prozesse bieten, sondern auch Anreiz für Diskussionen sein können.

Es war einmal … das Leben

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises GmbH)

"Es war einmal… das Leben" ist eine animierte französische Zeichentrickserie, die seit ihrer Entstehung im Jahr 1986 Generationen von Zuschauer:innen fasziniert. Die Reihe bietet eine unterhaltsame und lehrreiche Erkundung der komplexen Vorgänge im menschlichen Körper. Die Serie ist   Teil einer Reihe von "Es war einmal …"-Serien, die sich eher an jüngere Klassen richten.

In der Serie folgen wir den Abenteuern einer Gruppe von Jugendlichen, die durch den menschlichen Körper reisen und auf anthropomorphe Elemente der mikroskopischen Welt treffen. Dabei erleben sie Lebensvorgänge wie Essen, Stoffwechsel und Krankheiten auf humorvolle und einfache Weise. Die Protagonisten der Serie werden durch verschiedene Elemente des Immunsystems dargestellt, darunter weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die als weiße Polizisten agieren, und Fresszellen (Makrophagen), die als Fahrzeugs-Reinigungskolonne durch den Körper reisen. Die Serie erklärt daneben verschiedene Krankheiten auf liebenswürdige Weise, von Leukämie bis hin zu Bindehautentzündungen, wobei humorvolle Darstellungen und einfache Erklärungen verwendet werden, um auch schwierige  Konzepte verständlich zu machen. 

„Es war einmal … das Leben“ ist auf Netflix verfügbar, und einige Folgen könnt ihr auch auf YouTube finden.

GATTACA

(Quelle: Columbia Pictures Industries, Inc.)

Wenn ihr mit euren Schüler:innen mal etwas anderes ausprobieren wollt, ist der Film GATTACA vielleicht eine Idee für euch. GATTACA ist ein dystopischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1997, der sich mit Fragen der Genmanipulation und Bioethik auseinandersetzt. Der Film spielt in einer Zukunft, in der Menschen in zwei Kategorien eingeteilt werden: die genetisch perfekten "Retortenmenschen" und die "Invaliden" mit genetischen Defekten. Der Protagonist Vincent Freeman, ein "Invalid", träumt davon, seine genetischen Einschränkungen zu überwinden und seinen Traum zu verwirklichen, zum Saturnmond Titan zu reisen.

GATTACA bietet eine Möglichkeit, ethische Fragen im Zusammenhang mit Genmanipulation und Gentechnik zu diskutieren. Der Film zeigt, wie die Gesellschaft Menschen aufgrund ihrer genetischen Merkmale beurteilt und diskriminiert. Darüber hinaus verdeutlicht er die potenziellen Konsequenzen und Herausforderungen einer Gesellschaft, in der genetische Perfektion angestrebt wird. Im Biologieunterricht kann "GATTACA" als Einführung in Themen Genetik, Evolution oder Bioethik dienen. Durch die Diskussion von Szenarien aus dem Film können eure Schüler:innen ein besseres Verständnis für die ethischen Implikationen von Genmanipulation und die möglichen Auswirkungen auf die Gesellschaft entwickeln.

Unsere Erde

(Quelle: BBC)

Die Reise in der Dokumentation „Unsere Erde“ beginnt 1.200 km südlich des Nordpols im März, wenn die Polarnacht endet. Eine Eisbärenmutter verlässt ihre Höhle mit ihren Jungen, während ein Männchen auf den schmelzenden Eisschollen nach Nahrung sucht. Von dort aus begleiten wir die Wölfen durch die Tundra, wo sie den riesigen Karibu-Herden folgen, und begeben uns in die Taiga, Heimat von Luchsen und dem extrem seltenen Amurleopard. „Unsere Erde“ ist ein faszinierender Dokumentarfilm, der die Vielfalt der Lebensräume auf unserem Planeten durch beeindruckende Aufnahmen einfängt und Umweltprobleme beleuchtet. 

Für euren Biologieunterricht eignet sich "Unsere Erde", da eure Schüler:innen nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt verschiedener Ökosysteme kennenlernen, sondern auch die Wechselwirkungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt verstehen. Die beeindruckenden Darstellungen ermöglichen es, biologische Konzepte wie Anpassungen, Nahrungsketten, Lebenszyklen und ökologische Zusammenhänge auf lebendige und anschauliche Weise zu erforschen.

Sehen könnt ihr diese Doku bei den gängigen Streaming-Diensten oder auf DVD.

Mein Lehrer, der Krake

(Quelle: Netflix, Tom Foster)

Craig Foster hat acht Jahre lang die seltene Tierwelt vor der Küste Südafrikas erforscht und durch seine täglichen Beobachtungen eines wilden Tintenfischs in einem Kelpwald eine enge Bindung zu diesem Tier entwickelt. Diese bewegende Geschichte könnt ihr in der Dokumentation „Mein Lehrer, der Krake“ sehen, die mit eindrucksvollen Aufnahmen die Wunder, aber auch die Brutalität der Natur in dieser faszinierenden Unterwasserwelt zeigt.

Für den Biologieunterricht bietet "Mein Lehrer, der Krake" eine Möglichkeit, die faszinierende Welt unter der Meeresoberfläche zu erkunden. Eure Schüler:innen können nicht nur Einblicke in die Vielfalt und das Verhalten der Meeresbewohner gewinnen, sondern auch Erkenntnisse über die Anpassungsfähigkeit und Intelligenz von Tieren sammeln. Die Beobachtungen von Foster zeigen, wie der Tintenfisch Einfallsreichtum und schnellen Witz zeigt, was auf eine hoch entwickelte Intelligenz hinweist. "Mein Lehrer, der Krake" ist eine inspirierende Geschichte über die Beziehung zwischen Mensch und Tier und eine Lehrstunde über die Bedeutung des Respekts und des Schutzes unserer Ozeane. 

Welche Filme zeigt ihr gerne im Biologieunterricht? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Das Startchancen-Programm von Bund und Ländern wird Kommunen und Schulen vor große Herausforderungen  stellen: 20 Milliarden Euro sollen von 2024 bis 2035 zielgerichtet, perspektivisch und bedarfsgerecht vor Ort  eingesetzt werden. Die Gründerin und Geschäftsführerin des sozialen Familienunternehmens »mizufa – Mission  Zukunft für alle«, Dr. Anne Werz, startet daher als Non-Profit-Initiative das »Bündnis Startchancen-Schulen«.  Sie lädt Bundes-, Landes- und Berufsverbände aus Bildung, Handwerk, Kultur, Wirtschaft und Industrie,  regionale und überregionale Vereine, Unternehmen, Gewerbe sowie Einzelpersonen vor Ort ein, ihre jeweiligen  Angebote, die zur Realisierung des Startchancen-Programmes dienen, auf der Informationsplattform  www.startchancen-schulen.de bekannt zu machen. Ziel ist es, dass die öffentlichen Träger und Schulen Ideen  und konkrete Handlungsoptionen aufgezeigt bekommen, wie und wer sie bei baulichen, personellen und  sonstigen Maßnahmen unterstützen kann. 

21. Februar 2024 

Das Startchancen-Programm – Es ist das größte bildungspolitische Programm in der Geschichte der  Bundesrepublik Deutschland: von 2024 bis 2034 werden von Bund und Ländern 20 Milliarden Euro investiert;  gefördert werden 4.000 Schulen im sozialen Brennpunkt; 1 Million Schülerinnen und Schüler werden profitieren. 

4.000 Schulen werden vom »Bündnis Startchancen-Schulen« profitieren. Alle Startchancen-Schulen, die im  Frühsommer 2024 bekannt gegeben werden, werden vor der Herausforderung stehen, die Fördermaßnahmen des  Startchancen-Programms umsetzen zu müssen. Schulleitungen und Kollegien haben meist bereits ihre  Belastungsgrenze überschritten und benötigen aktive Unterstützung bei einer nachhaltigen Realisierung der  Förderung.  

Es braucht den gemeinsamen Schulterschluss: Ministerien, Kommunen und Schulen sowie Unternehmen,  Einzelpersonen, Bildungseinrichtungen, Vereine und Betriebe müssen vor Ort (!) kooperieren und sich in einem  ersten Schritt finden. Hierfür müssen öffentliche Träger und Schulen ein Angebot aufgezeigt bekommen, wie und  wer sie in den verschiedenen Fördersäulen des Startchancen-Programms unterstützen kann. 

Informationsplattform mit Angeboten zu den verschiedenen Fördersäulen. Auf www.startchancen-schulen.de werden ab Juni/Juli 2024 Schulen, Kommunen und Ministerien Ideen und zugleich Kooperationspartner finden  können, die zur jeweiligen Schule und ihren Bedarfen passen können. Die verschiedenen Angebote werden von  den Mitgliedern des »Bündnisses Startchancen-Schulen« nach den Fördersäulen I–III kategorisiert und auf der  Informationsplattform so gegliedert sein. 

Aufruf an Verbände, Vereine, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Einzelpersonen. Ob Spitzenverbände,  Vereine, Unternehmen oder Einzelpersonen – alle, die sich im Bereich der schulischen Bildung dafür einsetzen,  dass Schulen Orte der Bildung und Chancengerechtigkeit werden, können dem Bündnis kostenlos beitreten, um  auf der Informationsplattform über ihre Angebote zu informieren. Egal ob der deutschlandweit wirkende Verband  für Musikschulen, der auf Landesebene agierende Inklusionsverein, das regionale Nachhilfe-Institut oder die  Logopädin im benachbarten Stadtteil – für das Startchancen-Programm sollen Kräfte gebündelt und Vernetzung  geschaffen werden.  

Gründerin und Geschäftsführerin Dr. Anne Werz: „Das »Bündnis Startchancen-Schulen« vernetzt, macht Bildung  zum gesamtgesellschaftlichen Auftrag und trägt dazu bei, dass die 20 Milliarden Euro dort ankommen, wo sie  gebraucht werden: bei den Schülerinnen und Schülern der Startchancen-Schulen. Ich lade alle ein, die sich für  Teilhabe und Bildung engagieren und einsetzen, dass wir gemeinsam daran arbeiten, Zukunft für alle zu  ermöglichen.“  

Mehr Infos  

Wer über das »Bündnis Startchancen-Schulen« seine Angebote aufzeigen will, kann sich unter folgendem Link  registrieren: https://startchancen-schule.de/registrierung/. Ein Gremium befindet über die Aufnahme in das  Bündnis. 

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Berlin/Hanau, 20. Februar 2024 – Heute startet die Bewerbungsphase für den „Deutschen  Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ 2024 anlässlich der Bildungsmesse didacta in Köln.  Gesucht werden engagierte Lehrkräfte, Lehrkräfte-Teams und vorbildliche Schulleitungen aller deutschen Schulformen (auch im Ausland). Von heute an können Schülerinnen und Schüler der  Abschlussjahrgänge 2023/2024, Lehrkräfte-Teams und Kollegien ihre Vorschläge bzw. Bewerbungen unter www.lehrkraeftepreis.de bis zum 15.09.2024 einreichen. 

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes: „Es  ist uns ein besonderes Anliegen und eine große Freude in der 15. Wettbewerbsrunde des  Deutschen Lehrkräftepreises ausgezeichnete Lehrkräfte, innovative Unterrichtskonzepte sowie  vorbildliche Schulleitungen prämieren zu können – stellvertretend für viele Tausend andere hoch  engagierte Lehrkräfte. Damit würdigen wir nicht nur ihr herausragendes Engagement, wir  honorieren auch den enormen gesellschaftlichen Beitrag von Lehrkräften und Schulleitungen.  Sie eröffnen den Schülerinnen und Schülern dieses Landes kontinuierlich fachliche Expertise,  neue Wege und Perspektiven, sie sensibilisieren sie auch für die drängenden Fragen und  Herausforderungen der Gegenwart, prägen sie in der Ausgestaltung ihrer Lebensentwürfe und  Wertvorstellungen und wappnen sie somit nicht zuletzt für die Zukunft.“ 

Alexandra Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung: „Mit dem Deutschen  Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ zeigen wir, was Lehrkräfte und Schulleitungen täglich  leisten, welche Kompetenz und Kreativität in der Schule stecken und wo es leuchtende Modelle  und Beispiele zur Orientierung gibt. Wir stärken damit die großartigen Persönlichkeiten in der Schule – Lehrkräfte und Schulleitungen von der Grundschule über das Gymnasium bis hin zu  beruflichen Schulen.“ 

DIE WETTBEWERBSKATEGORIEN 

In der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ sind Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge 2023/2024 an weiterführenden Schulen aufgerufen, besonders engagierte und von  ihnen geschätzte Lehrkräfte vorzuschlagen, die sich für ein verantwortungsvolles Miteinander in  der Schule einsetzen. Für die Kategorie „Unterricht innovativ“ des Wettbewerbs können Lehrkräfte aus dem Sekundarbereich deutscher Schulen (auch im Ausland), die fächerübergreifend  unterrichten und im Team zusammenarbeiten, ihre zukunftsweisenden Projekte einreichen. Die  Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ bietet Kollegien die Möglichkeit, ihre engagierten Schulleitungen zu nominieren. 

DIE SONDERPREISE 

Der Sonderpreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“, gestiftet vom langjährigen Wettbewerbspartner  Cornelsen Verlag, zeichnet Unterrichtsprojekte, Lehrkräfte oder Schulleitungen aus, die sich  besonders für Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Schule einsetzen. Die Kriterien dafür sind: Implementierung eines Themenschwerpunkts „Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz“ mit außerschulischen Kooperationen, innovativen Ansätzen, Interdisziplinarität, Partizipation sowie  Übertragbarkeit in die Praxis. 

Der Sonderpreis „Kulturelle Bildung“, vergeben von der PwC-Stiftung, zeichnet Kooperationsprojekte von Schulen mit Kultureinrichtungen aus, die sich nicht in der Teilnahme von Schulklassen an Kulturveranstaltungen erschöpfen, sondern auf eine systematische und multiperspektivische Beschäftigung mit kulturästhetischen Fragestellungen abzielen. Die Auswahlkriterien lauten: Außerschulischer Lernort, kulturelles Erbe und kulturelle Vielfalt, Persönlichkeitsbildung, innovative Vermittlung, Partizipation und Interdisziplinarität. 

Die Jury der Wettbewerbsrunde 2024 

Über die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger des „Deutschen Lehrkräftepreises – Unterricht innovativ“ entscheidet nach einer intensiven Gutachterphase eine hochkarätig  besetzte Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. David-S. Di Fuccia (Universität Kassel). Die Preisgelder  im Wert von rund 60.000 Euro (inkl. Teilnahme an einem jährlichen Exzellenzcamp) sind  zweckgebunden und sollen für Projekte im Unterricht verwendet werden. Darüber hinaus werden  alle Preisträgerinnen und Preisträger Alumni eines Exzellenz-Netzwerks. 

Neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. David-S. Di Fuccia und vier Vertretungen aus der  Schülerschaft sind als Juroren vorgesehen: Florence Brokowski-Shekete, Fachbereichsleiterin  Sekundarstufe 1 am Staatlichen Schulamt Mannheim und Mitglied des Hochschulrates der  Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd; Prof. Dr. Kathrin Fussangel, Professorin für  Empirische Schulforschung an der Bergischen Universität Wuppertal, Institut für  Bildungsforschung (IfB); die Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2024 Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes; Peter Haase, Schulleiter in Bremen  a.D.; Christine Hauck, Geschäftsführerin Didaktik & Content Cornelsen Verlag; Prof. Dr. Roland  Kaehlbrandt, Sachbuchautor, Sprachwissenschaftler und Honorarprofessor an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft; Prof. Dr. Dr. h.c. Eckhard Klieme, Research Fellow DIPF  | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Frankfurt/Main; Andrej  Priboschek, Herausgeber von news4teachers; Julia Röhrich, Programmleitung Lernen &  Partizipation der Schöpflin Stiftung; Lutz Roschker, Vorstand PwC-Stiftung; Sylvia Ruppel,  Leiterin des Staatlichen Schulamts Hanau a.D.; Martin Spiewak, Mitglied der Redaktion Wissen  der Wochenzeitung DIE ZEIT. Darüber hinaus vertreten Martin Fugmann, Vorstand der Heraeus  Bildungsstiftung, sowie Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen  Philologenverbandes, die Träger des Wettbewerbs. 

Die Träger des Wettbewerbs, der Deutsche Philologenverband und die Heraeus Bildungsstiftung, wollen mit der Auszeichnung die Leistungen von Lehrkräften und Schulleitungen würdigen und in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rücken. Förderpartner der  Wettbewerbsrunde 2024 sind der Cornelsen Verlag, die PwC-Stiftung und die Schöpflin  Stiftung. Die Preisverleihung für die Wettbewerbsrunde 2023 findet am 29.04.2024 in Berlin  statt.

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Dobry dźeń! – Nah, erkennt ihr die Sprache? Falls ihr an Tschechisch oder Polnisch dachtet, liegt ihr gar nicht so falsch. Sorbisch ist allerdings eine eigene Sprache, die zu den autochthonen Minderheitensprachen in Deutschland gehört. Verwandt ist sie mit anderen slawischen Sprachen wie Tschechisch, Polnisch und Slowakisch. Der Fortbestand dieser einzigartigen Sprache und damit auch der ganzen sorbischen Kultur ist allerdings gefährdet. Immer weniger Menschen haben Sorbisch als ihre Muttersprache und an Schulen wird das Vermitteln der sorbischen Sprache durch Probleme wie den Lehrkräftemangel zunehmend schwieriger. Zum Tag der Muttersprache wollen wir einen Blick auf die sorbische Sprache werfen, wie und wo sie heute noch gesprochen wird und wie versucht wird, diese besondere Sprache mit all ihrer Geschichte und Kultur an die nächsten Generationen weiterzugeben und zu bewahren.

Wo kommt die Sprache her?

Sorben gehören zur slawischen Völkergemeinschaft. Vor rund 1.500 Jahren kamen slawische Stämme im Zuge der slawischen Völkerwanderung nach Mitteleuropa und besiedelten unter anderem den gesamten heutigen Osten Deutschlands. Die heutigen Sorben sind die Nachfahren der Stämme der Lusitzi und Milzener, die sich vor allem im Gebiet der Niederlausitz bzw. der Oberlausitz niederließen. Über Jahrhunderte hinweg haben die Sorben es geschafft, ihre Sprache und Kultur zu bewahren. Und das, obwohl sie in ihrer Vergangenheit viele Hindernisse überwinden mussten. Im 10. Jahrhundert verringerte sich durch Germanisierung, also die Verbreitung der germanischen Kultur und Sprache, das Siedlungsgebiet der Sorben erheblich. Darunter litt auch die Sprache, die durch viele Einwanderer aus anderen Gebieten immer weniger gesprochen wurde. Auch in der Weimarer Republik und im Dritten Reich wurde die sorbische Bevölkerung durch Sprachverbote und Einschränkungen öffentlicher sorbischer Veranstaltungen, wie Gottesdienste und Vereine, weiter zurückgedrängt. In der DDR wurde die Eigenständigkeit der Sorben im kulturellen, schulischen und wissenschaftlichen Bereich dann wieder gefördert, z.B. durch zweisprachige Orts- und Straßenschilder. Die Industrialisierung in der Lausitz führte jedoch zu vielen deutschsprachigen Zuwanderern, wodurch die Sorben in der Region bald in der Minderheit waren. Seit der deutschen Wiedervereinigung gewährleisten das brandenburgische Sorben/Wenden-Gesetz von 1994 sowie das sächsische Sorbengesetz von 1999 dem sorbischen Volk und ihrer Kultur einen besonderen Schutz und Förderung.

Die sorbische Sprache heute 

Heute leben die Sorben ausschließlich in der Oberlausitz (Sachsen) und der Niederlausitz (Brandenburg). Es gibt noch etwa 50.000 bis 60.000 Angehörige des sorbischen Volkes, davon leben ein Drittel in Brandenburg und zwei Drittel in Sachsen. Neben dem Begriff “Sorben” wird manchmal noch der Begriff “Wenden” als Bezeichnung verwendet. Dieser geht auf römische Geschichtsschreiber zurück, die unbekannte Stämme im Osten mit dem Begriff “Veneti“ bezeichneten, woraus später im Deutschen der Begriff “Wenden“ wurde. In der Oberlausitz wird der Begriff eher als abwertend befunden und wird nur selten als Selbstbezeichnung gebraucht. Sich selbst nennen Sorben in ihrer Muttersprache lieber “Serby”. 

Es gibt zwei sorbische Sprachen: Obersorbisch (hornjoserbšćina) und Niedersorbisch (dolnoserbšćina), mit vielen Dialekten. Die Grenze der Sprachgebiete verläuft etwa an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Das Sorbische gehört zu den westslawischen Sprachen und wird von rund 20.000 bis 30.000 Sorben noch aktiv gesprochen. Das Obersorbische ist dem Tschechischen und Slowakischen näher, während das Niedersorbische dem Polnischen ähnlicher ist. Wobei das Obersorbische von viel mehr Menschen noch aktiv gesprochen wird. In der Niederlausitz wird Niedersorbisch als “Sorbisch/Wendisch” bezeichnet, da dort der deutsche Name “Sorbsich” von der älteren Bevölkerung eher abgelehnt wird und “Wendisch” mehr Gebrauch findet.

(Quelle: Wiki Commons)

In der Lausitz ist das Sorbische aus dem Alltag nicht wegzudenken. Straßenschilder, Gebäudeschriftzüge und Tafeln sind in der Regel zweisprachig auf Deutsch und Sorbisch. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung der sorbischen Kultur. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) produziert mit einem Team von über 30 Mitarbeiter:innen aus dem MDR-Studio in Bautzen ein obersorbisches Radio- und Fernsehprogramm. Das Radio Berlin-Brandenburg (RBB) sendet wöchentlich elfeinhalb Stunden lang ein niedersorbisches Radioprogramm aus dem RBB-Studio Cottbus. Auch im Fernsehen wird einmal im Monat für 30 Minuten die sorbische Nachrichtensendung "Wuhladko", was so viel heißt wie “Ausblick”, gezeigt. 

Die sorbische Sprache ist gefährdet

Seit 1999 werden das Obersorbische und das Niedersorbische offiziell als eigenständige Sprachen anerkannt, dank der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen. Trotzdem gelten die Sprachen als gefährdete Sprache (Obersorbisch) und als ernsthaft gefährdete Sprache (Niedersorbisch). Niedersorbisch ist eine der bedrohtesten Sprachen in der EU und steht kurz vor dem Aussterben. Im Alltag wird dem Sorbischen immer weniger Bedeutung zugeschrieben. Selbst in Regionen, in denen überwiegend Sorben leben, würde vieles nur auf Deutsch sein, wie Julian Nitzsche, Mitglied im Rat für sorbische Angelegenheiten, letztes Jahr vor dem Sächsischen Landtag betonte. Er fordert mehr Repräsentation, auch in anderen alltäglichen Situationen, wie Bahndurchsagen, Hinweisschildern und Behörden. Nicht zuletzt, weil es dadurch auch einfacher wäre, jungen Menschen die Relevanz der Sprache zu vermitteln. Besonders in den Medien sei eine Repräsentation wichtig. Die jetzigen Programme sieht er als zu wenig an.

Auch das Problem des Lehrkräftemangels ist an sorbischsprachigen Schulen zu spüren. Zwar wird versucht, Lehrkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, jedoch müsse die Attraktivität des Berufs hier gesteigert werden, wie Petra Čagalj Sejdi (Bündnis 90/Die Grünen) vor dem sächsischen Landtag plädiert. Besonders die bürokratischen Hürden würden verhindern, dass Lehrkräfte an sorbische Schulen kämen, so Čagalj Sejdi. Auch die Landesregierung müsse mehr für die Unterstützung der Sprache, aber auch der Kultur als Ganzes tun. Sie sei auch Teil der sächsischen Kultur und würde diese bereichern. Čagalj Sejdi fordert deshalb eine Ausweitung der Förderung über das Siedlungsgebiet hinaus, da viele Sorben auch in Großstädten wie Leipzig, Dresden oder Chemnitz wohnen.

Sorbisch in der Schule

Umso wichtiger sind Verbände und Organisationen, die sich für die Weiterführung und Verbreitung der sorbischen Sprache engagieren. 1998 hat der Sorbische Schulverein e. V. (SVV), der unter dem Dachverband Domowina agiert, das Projekt WITAJ (sorbisch für Willkommen) ins Leben gerufen, mit dem Ziel, von der KITA bis zum Abitur eine zweisprachige Erziehung und Bildung zu ermöglichen. Dafür stellt das Programm Unterrichtsmaterialien sowie Lernkonzepte bereit und fördert Konzepte für den Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur. Das Projekt hat zwei Sprachzentren eröffnet, eines in Bautzen für Obersorbisch und eines in Cottbus für Niedersorbisch.

Die Erlernung und Förderung der Sprache, sowohl für Muttersprachler als auch für sorbische Familien ohne Sprachkenntnisse, ist sogar im Gesetz der Länder festgehalten. Nach §5 des Brandenburgischen Schulgesetz und im sächsischen Schulgesetz nach §2 muss Kindern, die oder deren Eltern es wünschen, die sorbische Sprache zu erlernen, die Möglichkeit dafür gegeben werden und Fächer zweisprachig oder ganz in Sorbisch angeboten werden.

(Quelle: Witaj - Sprachzentrum)

Im sorbischen Siedlungsgebiet Sachsens sind daher Schulen mit zweisprachigem Unterricht ganz normal, also in denen sowohl auf Deutsch als auch auf Sorbisch unterrichtet wird. Daneben gibt es auch Schulen, an denen Sorbisch als Zweitsprache gelehrt wird. Manchmal werden ausgewählte Fächer sogar von zwei Lehrkräften unterrichtet. Das Projekt WITAJ hat dafür das Konzept 2plus, also “2” für die Sprachen Deutsch und Sorbisch und “plus” für weitere Fremdsprachen, entwickelt. Dabei sollen Schüler:innen nicht nur besser das Sprechen und Schreiben beider Sprachen lernen, sondern durch das deutsch-sorbisch geprägte Schulleben auch Toleranz und Verständnis gegenüber anderen Kulturen erfahren. Das wird in Sachsen an neun Grundschulen, sechs Oberschulen und einem Gymnasium gelehrt. Außerdem stehen in allen sächsischen Schulen sorbische Kultur und Geschichte auf dem Lehrplan. Auch schon in der Kita soll die Zweisprachigkeit gefördert werden, indem die Kinder sorbische Kitas, die ebenfalls von der Witaj eingeführt wurden, besuchen. Dadurch kommen die Schüler:innen früh intensiv mit Mehrsprachigkeit in Kontakt.

Auch im Siedlungsgebiet der Niederlausitz in Brandenburg fördert das Witaj mit dem Sprachzentrum in Cottbus den zweisprachigen Unterricht. An sechs Grundschulen, einer Oberschule und einem Gymnasium wird neben dem Deutschen teilweise oder vollständig in mindestens zwei Fächern auf Sorbisch/Wendisch gelernt. Auch hier wird in vielen Schulen außerhalb des Sprachgebiets Sorbisch/Wendisch als Fremdsprache und in Arbeitsgemeinschaften angeboten.

Beide Sprachzentren bieten in Bautzen und Cottbus auch sorbische Internate, in denen Kinder von der 5. bis zur 12. Klasse in einem sorbischen Umfeld lernen und leben können. Da die sorbischen Gymnasien nur in Innenstädten vorhanden sind, und viele Sorben in ländlichen Gegenden leben, sollen die Internate ein Zuhause bieten, in denen Schüler:innen das Sorbische in einem natürlichen Umfeld erleben können. Das Internat bietet auch Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen, damit die Schüler:innen aktiv in der sorbischen Gemeinschaft mitwirken und die Traditionen erfahren können.

Um eine gute Vermittlung der sorbischen Sprache zu gewährleisten, gibt es an der Universität Leipzig sogar den Studiengang Sorabistik. Er bildet nicht nur Lehrer:innen aus, sondern bringt auch Expert:innen für sorbische Kultur und Geschichte hervor. Diese Fachkräfte sind in verschiedenen Bereichen unverzichtbar. In sorbischen Medien können sie dazu beitragen, dass die Sprache präsent bleibt und neue Generationen von Sorbischsprachigen inspiriert. In Museen und Forschungsinstituten sorgen sie dafür, das kulturelle Erbe der Sorben zu bewahren und zu erforschen. Zudem können sie in sorbischen Organisationen und Behörden eine wichtige Rolle dabei spielen, die Interessen der sorbischen Gemeinschaft zu vertreten und den Erhalt der Sprache auf politischer Ebene zu unterstützen. Dadurch wird der Erhalt der Sprache gesichert, was letztendlich entscheidend ist, um die gesamte Kultur und Identität der sorbischen Bevölkerung zu bewahren.

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Sorbischen gemacht oder sprecht vielleicht selbst Sorbisch? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Berlin. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) wagt derzeit einen weiteren Vorstoß für mehr Mitspracherecht des Bundes in der Bildungspolitik. Dies könne ein möglicher Weg sein, die Bildung in Deutschland zu verbessern, so die Ministerin. Vor allem bei der Digitalisierung sehe sie durch eine veränderte Bildungspolitik großes Potenzial. "Wir brauchen mehr Tempo bei der Bildung. Bisher kann der Bund dabei immer nur in begrenztem Umfang mit allen Ländern zusammenarbeiten", sagte die FDP-Politikerin der Rheinischen Post.

Derzeit darf der Bund nur in Technik in den Schulen investieren. “Aber ein Gerät allein macht Unterricht noch nicht digital. Es wäre besser, wenn der Bund im Sinne einer nachhaltigen Wirksamkeit mehr mitreden könnte”, sagte sie im Interview. Indem sie diese Debatte rund um den Bildungsföderalismus wieder anschiebt, stellt sie sich in eine lange Tradition von Bildungsminister:innen, die das seit Jahrzehnten immer wieder versuchen. So startete etwa auch ihre Vorgängerin Anja Karliczek (CDU) vergeblich mehrere Anläufe, um das Bildungssystem in eine entsprechende Richtung zu verändern. 

Stark-Watzinger sieht allerdings den ganz aktuellen, dringenden Handlungsbedarf für eine Reform des Bildungssystems hin zu mehr Mitspracherecht des Bundes. Hintergrund sind zum Beispiel die schlechten Ergebnisse aus der letzten Pisa-Studie oder dem ICB-Bildungstrend. Außerdem sehe die Ministerin auch einen Wunsch danach in der Gesellschaft: "Die Umfragen sind eindeutig: Die Menschen wollen ein einheitlicheres Bildungssystem in unserem Land.”

In eine ähnliche Kerbe schlägt der kürzlich ausgeschiedene Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD). Bei einer OECD-Veranstaltung kritisierte er diverse aktuelle Probleme im deutschen Bildungssystem und warf einigen Länder-Regierungen vor, gar nicht wirklich zu wollen, dass die Bildung für Kinder und Jugendliche besser werde. Einige Länder hätten sich aus Rabes Ministerium beraten lassen, seine Fachleute seien aber aufgrund fehlender Bereitschaft für Veränderungen zum Teil frustriert zurückgekommen. Welche Länder er genau meine, sagte er nicht. Der Hamburger Schulsenator kann sich Kritik an anderen Ländern zumindest aufgrund seiner Erfolge leisten. Rabe hatte das Amt 13 Jahre lang inne. Die Lesefähigkeiten von Hamburgs Viertklässler, waren bei den Lesefähigkeiten seit 2011 im bundesweiten Vergleich vom drittletzten auf den dritten Platz vorgerückt, in Mathe verbesserten sie sich immerhin um sechs Plätze. Einen solchen Aufstieg hat kein anderes Bundesland geschafft. Der Bildungssenator ist nun aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. 

Stark-Watzingers Forderung nach mehr Mitspracherecht des Bundes offenbart nochmal die tiefen Gräben zwischen Bund und Ländern beim Thema Bildungspolitik. Diese hatten sich zuletzt sehr deutlich beim letzten  Bildungsgipfel 2023 gezeigt. Die Bildungsminister:innen und -Senator:innen der Länder hatten der Bundesbildungsministerin damals schlechte Kommunikation und unrealistische Erwartungen vorgeworfen. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte damals, der Bund solle sich in die Angelegenheiten der Länder nicht einmischen und sie in Ruhe arbeiten lassen. Trotz großer Zustimmung in der Bevölkerung für Stark-Watzingers Forderung lässt sich derzeit kein schnelles Zusammenkommen von Bund und Ländern in der Bildungspolitik erkennen. 

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Als Europas führende Bildungsmesse bringt die didacta vom 20.-24. Februar 2024 unter dem Motto „Bildung mit Zukunft – Jetzt gestalten!“ die gesamte Bildungsbranche in Köln zusammen. Die Messe spannt den Bogen von der frühen Bildung über die schulische und außerschulische Bildung bis hin zur beruflichen Aus- und Weiterbildung/myQ-Qualifizierung. Rund 730 ausstellende Unternehmen präsentieren während der Messe eine große Vielfalt an innovativen pädagogischen Konzepten, Technologien und Dienstleistungen.

Als der größte und wichtigste Treffpunkt für Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft fördert die didacta den direkten Austausch und Diskurs im gesamten Bildungsbereich. Mit fünf Foren, über 1.500 Vorträgen und Seminaren, die in diesem Jahr auf drei Hallen des Kölner Messegeländes verteilt sind, bietet die didacta ein vielfältiges Event- und Rahmenprogramm, das ihre Position als größter Weiterbildungskongress der Branche stärkt. Nicht nur der Didacta Verband als ideeller Träger der Messe hat hochkarätig besetzte Veranstaltungen im Angebot. Auch die ausstellenden Unternehmen bieten auf ihren Ständen und in der Speakers' Area Workshops, Panels und Vorträge zu aktuellen Themen. Das gesamte Event- und Rahmenprogramm der didacta 2024 ist auf der Messewebsite einsehbar.

Die Eröffnung durch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hendrik Wüst am 20. Februar, um 10:00 Uhr, markiert den Beginn der fünftägigen Veranstaltung, die sowohl die wirtschaftliche als auch die gesellschaftliche Bedeutung der Bildung betont. Die Anwesenheit von Schul- und Bildungsministerin Dorothee Feller während der Messe unterstreicht das Engagement des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, das 2024 die Schirmherrschaft der didacta übernimmt.

Für seinen Einsatz im Bildungsbereich wird dieses Jahr Journalist, Autor und Moderator Mirko Drotschmann ausgezeichnet. Er ist auf YouTube als MrWissen2go bekannt und bringt dort Bildung und Wissen auf unterhaltsame Weise und journalistisch fundiert einer jungen Zielgruppe näher. Die Ehrung zum Bildungsbotschafter findet am 21. Februar 2024 auf der didacta statt.

Umfangreiches Event- und Rahmenprogramm mit interaktiven Sonderschauen

Verschiedene Sonderschauen rücken relevante Themen wie die Inklusionsarbeit in den Fokus und schaffen Raum, gemeinsam Ideen und Lösungen zu entwickeln. Im Rahmen der Inklusionssprechstunde vom Didacta Verband e. V. in Kooperation mit der Koelnmesse GmbH können Besuchende mit Expertinnen und Experten in den Dialog treten. In dem Vortrag „Zwischen Anspruch und Realität: Inklusion in der Schule“, berichten unterschiedliche Gäste von Erfolgen, Erfordernissen und Perspektiven dieser facettenreichen Arbeit.

Aktiv beteiligen können sich die Besucherinnen und Besucher der Bildungsmesse auch in der Sonderschau „Lernen zum Anfassen“, in dieser der Didacta Verband e. V. ein großes Spektrum an Mitmachangeboten präsentiert, die in den Schulunterricht integriert werden können und dem außerschulischen Lernen dienen.

Digitale Transformation in allen Bildungsbereichen meistern

Die Digitalisierung treibt die gesamte Bildungsbranche um. Digitale Tools und KI-basierte Anwendungen bieten große Chancen, um Fachkräfte zu entlasten. Gleichzeitig haben sie starke Auswirkungen auf administrative und finanzielle Aspekte des Bildungssektors. Die Fragestellungen und Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, werden im Zuge von Podiumsdiskussionen und Vorträgen von Vertretenden aller Bildungsbereiche auf der didacta beleuchtet.

Dazu zählt unter anderem die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema DigitalPakt Schule: „Anschluss verpasst? Wie die Digitalisierung in Schulen noch gelingen kann“. Vertretende aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sprechen darüber, wie eine erfolgreiche Digitalisierung der Schulen in Deutschland aussehen muss und wie diese umzusetzen ist.

Auch in der beruflichen Bildung ist das Thema Digitalisierung präsent. Die Gesprächsrunde zum Thema „Digitale Prüfungsvorbereitung in der beruflichen Bildung – wegweisend für andere Schularten?“ beleuchtet den aktuellen Stand und wirft einen Blick in die Zukunft.

Frühe Bildung im Wandel: Herausforderungen und Perspektiven

Im Bereich der frühen Bildung stehen Akteurinnen und Akteure ebenfalls vor Herausforderungen, insbesondere im Zuge des akuten Fachkräftemangels. Dieser belastet Kindertageseinrichtungen, sodass pädagogische Fachkräfte ihren Kernaufgaben immer weniger gerecht werden können. Dennoch herrscht eine spürbare Aufbruchsstimmung, die den Wunsch nach Erneuerung und aktiver Zukunftsgestaltung widerspiegelt. Einen ersten Einblick in diese Thematik gibt der Vortrag „Die pädagogische Fachkraft im Fokus: Ich bin – ich habe – ich kann – ich werde! - Gemeinsam Zukunft gestalten.“

Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, beleuchtet darüber hinaus im Gespräch mit weiteren Gästen das Thema „Sprachbildung und -förderung in Kitas“, welches die Fachkräfte seit zehn Jahren verstärkt begleitet.

Impulse für die schulische und außerschulische Bildung

Mit der Veröffentlichung der aktuellen PISA-Studienergebnisse zeigt sich erneut die Unabdingbarkeit und Bedeutung der didacta als Treffpunkt der Bildungsbranche - insbesondere für den schulischen und außerschulischen Bildungsbereich. Die Podiumsdiskussion „Rolltreppe abwärts? 20 Jahre nach dem PISA-Schock“ vom Didacta Verband e. V. zieht eine kritische Bilanz: Wie sehen die aktuellen Ergebnisse aus und welche Konsequenzen müssen jetzt folgen?

Die Diskussionsrunde „Ganztag in Kita und Schulen - Betreuung UND Bildung besser ausbauen“ setzt sich ebenfalls mit einer Thematik auseinander, die alle Beteiligten bereits seit mehreren Jahren umtreibt. Doch wie kann der Ausbau umgesetzt werden – finanziell und personell?

Auf der didacta finden auch akute Fragestellungen ihren Platz. Angesichts des aktuellen Nahostkrieges stehen Lehrende häufig vor der Herausforderung, den Konflikt im Unterricht zu behandeln. Der Didacta Verband e. V. stellt in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung im Vortrag „Konflikt ohne Ende? Der Nahostkonflikt als Thema der politischen Bildung“ Materialien und konkrete Beispiele vor.

Die Verknüpfung schulischer und außerschulischer Lernorte bereichert die Bildung ganzheitlich. Lehrkräfte fördern dabei den Transfer zwischen Theorie und Praxis sowie das fächerübergreifende Lernen nachhaltig. Die Diskussionsrunde „Ein Bund fürs Leben - Schulische und Außerschulische Lernorte effizient verknüpfen“, u. a. mit Jürgen Böhm, Bildungsstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt, beschäftigt sich mit der stärkeren Verzahnung von schulischem und außerschulischem Lernen.

Tickets für die didacta – die Bildungsmesse 2024 sind im Ticket-Shop erhältlich.

Ideeller Träger der didacta – die Bildungsmesse ist der Didacta Verband e. V., Darmstadt.

Über die didacta

Als größte und wichtigste Bildungsmesse Europas präsentiert die didacta alle relevanten Bildungsthemen und fördert den Dialog in der Bildungswirtschaft. Die didacta bildet alle Segmente von der frühkindlichen über die schulische Bildung inklusive der außerschulischen Einrichtungen bis hin zur beruflichen Aus- und Weiterbildung ab. Damit fördert sie das lebenslange Lernen. Gleichzeitig fungiert die Messe als größte europäische Weiterbildungsveranstaltung und zentraler Branchentreffpunkt für pädagogische Fachkräfte, Bildungsanbieter, Entscheidungstragende sowie Interessierte, um gemeinsam die Zukunft der Bildung zu gestalten. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.didacta-messe.de

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Neunzig Prozent der deutschen Lehrkräfte geben laut dem deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung an, dass ihr Kollegium hoch belastet ist, 2/3 leiden an körperlicher Erschöpfung und rund die Hälfte gibt stressbedingten Folgeerkrankungen an, die sich aufgrund von Überbelastung und Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen ergeben. Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass LehrerInnen überdurchschnittlich oft – im Schnitt jede/r Zweite einmal während seiner Dienstzeit – an Burnout erkranken. Dazu kommen eine Reihe weiterer stressbedingter Folgeerkrankungen, wie Depressionen, Migräne, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Verdauungsbeschwerden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 2/3 der Lehrkräfte sieht auch die psychische Gesundheit der Schüler:innen gefährdet.

Dennoch wird das System nicht entlastet sondern zusätzlich belastet: Coronareglements, Umstellung von G8 auf G9, Lehrermangel, Verwaltungsaufgaben, Inklusion und die zunehmenden Klassengrößen führen dazu, dass in Vollzeit arbeitende Lehrkräfte weit über 40 Wochenstunden arbeiten, um alle Aufgaben neben ihrem Kerngeschäft, dem Unterricht, zu bewältigen. Ein Dauerzustand der krank macht.

Die aktuell besorgniserregende Kündigungswelle der Lehrkräfte in NRW und vor allem im Ruhrgebiet, das durch Lehrermangel und ein anspruchsvolles soziales Milieu gekennzeichnet ist, ist auf diese Überbelastung zurückzuführen. Dieser Kausalzusammenhang wird von der NRW- Schulministerin Dorothee Feller (CDU) dahingehend negiert, dass dies eine unbedenkliche Entwicklung sei, die sich mit der sich verändernden Arbeitsmentalität der jungen Erwachsenen begründen ließe.

Infolge dieser und ähnlicher Reaktionen aus der Bildungspolitik, wie auch der von Andreas Schleicher angesichts der PISA-Ergebnisse, ist eine zeitnahe Entlastung der Lehrkräfte und eine Verbesserung der Schulorganisationsstrukturen, z.B. durch zusätzliche Sozialarbeiter, AlltagshelferInnen, Verwaltungskräften oder stoffreduzierte Lehrpläne nicht zu erwarten. Anstelle von Lösungsansätzen zur Entlastung, möchte man die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung beschränken und verpflichten, weitere Inhalte zusätzlich zur Fakultas zu unterrichten, um den Lehrermangel auszugleichen. Ein Zeichen, das im Lichte der aktuellen Kündigungswelle sehr bedenklich wirkt, will man den Lehrermangel nicht zukünftig noch verstärken.

Wenn sich das System nur schleppend zugunsten der Lehrkräfte weiterentwickelt, stellt sich die Frage, wie Lehrkräfte weiterhin gesund und motiviert ihrer Berufung nachgehen können, ohne zum Systemaussteiger werden zu müssen, um sich vor Stress, Druck und Folgeerkrankungen zu schützen.

Eine Ansatz, um zumindest die zukünftigen Lehrkräfte zu schützen, wäre die Erweiterung des Curriculums in der Lehrerausbildung. Die Lehrergesundheit sollte stärker in den Fokus gerückt werden und die LehramtsanwärterInnen mit Hilfe geeigneter Konzepte zu Stressmanagement und Resilienz vorbereitet werden, um selbst gesund zu bleiben, als Schülervorbild gesundheitsorientiert handeln zu können und schulintern Verbesserungen initiieren zu können. Anbieten würden sich die Kernseminare in der Lehrerausbildung, die diese Themen aktuell nur oberflächlich integrieren.

Weiterhin gibt es eine Bandbreite an Fortbildungen zur Förderung der Lehrergesundheit, die über verschiedene Bildungsportale wie z.B. dem Bildungsportal NRW gebucht werden können. Inhaltlich geht es hier um Zeitmanagement, Resilienz, Achtsamkeit oder Salutogenese. Ansätze, die auf der Verhaltensebene ihre stressreduzierende Wirkung entfalten und nicht auf eine Verhältnisveränderung – im Sinne der Veränderung des Bildungssystems – angewiesen sind. So kann jede Lehrkraft an individuellen Stressfaktoren arbeiten und Stress resilienter entgegentreten. Nichtsdestotrotz bedarf es auch hier einem persönlichen Zeitinvestment oder einer Genehmigung, wenn die Fortbildung während der Arbeitszeit stattfinden soll.

Ein weiteres innovatives Konzept, das aktuell als schulinterne Fortbildung angeboten wird, verbindet die Verhaltens- und Verhältnisebene, um Stress ganzheitlich zu lösen. Während Achtsamkeits- oder Resilienztraining sich im Kern mit dem Individuum und der Verhaltensebene beschäftigen und aus einem bestimmten Blickwinkel auf Stress schauen, kombiniert der 4-Schritte-Plan von Stress/Less alle Ebenen des Stressmanagements: Mindset, Embodiment, Networking und Structure.

Mit Hilfe einer Eingangsdiagnose wird dieses Konzept an das jeweilige Kollegium (oder die Schülerschaft) und individuelle sowie schulinterne Stressfaktoren angepasst und über den 4-Schritte-Plan persönliche Resilienz, Selbstfürsorge und ein kollektives gesundheitsorientiertes Growth Mindset aufgebaut, das die Basis bildet für die Veränderung schulinterner (Organisations)Strukturen, Rückzugsorte- und Zeiten sowie Networkingstrategien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und auch Abgrenzung. Ebenfalls kann es genutzt werden, um gesundheitsorientierte Schülerprojekte zu konzipieren, die von Lehrpersonen als Multiplikatoren umgesetzt werden. Ein individueller und ganzheitlicher (Schul)Weg hin zu mehr Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg im Lehrberuf.

Es bedarf aufgrund der langwierigen Veränderungsprozesse des Schulsystems und der fragwürdigen Einstellung der Bildungspolitik weiterhin viel Eigenengagement, um im Lehrberuf seine Berufung zu finden und dort zufrieden, gesund und erfolgreich zu bestehen. Aber es ist auch genau dieses Engagement, das von den Lehrkräften an die nächste Generation weitergegeben wird, um Gesellschaft, Bildung und Politik zu verändern.

Ein Gasteitrag von Janine Heisterman.

Unsere Autorin unterrichtet Biologie, Pädagogik und Sport am städtischen Einstein Gymnasium in Rheda-Wiedenbrück. Seit sechs Jahren gibt sie dort einen zweijährigen Wahlpflichtkurs für die Mittelstufe zu gesundheitlichen Themen wie Stress, Achtsamkeit, Salutogenese, Entspannungsmethoden uvm.

Das Thema Gesundheitsmanagement auf Lehrer- und Schülerseite liegt ihr besonders am Herzen, weshalb sie eine Reihe Fortbildungen und zwei halbjährige Seminare zu den Themen Lehrer:innengesundheit, Psychomotorik, Salutogenese, Achtsamkeit, Stimmschulung, Bewegung macht Schule, gute gesunde Schule und myofasziales Taping besucht hat.

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Kommt ihr aus Baden-Württemberg und plant Lehramt zu studieren, habt aber noch keine richtige Idee, was ihr für Möglichkeiten habt? Wir wollen euch das Lehramtsstudium in Baden-Württemberg vorstellen, wo ihr die in Deutschland einzigartigen pädagogischen Hochschulen besuchen könnt. Nachdem wir zuvor das Lehramtsstudium in Bayern unter die Lupe genommen haben, wollen wir euch in diesem Artikel Orientierungshilfe für Baden-Württemberg bieten. Welche Lehrämter und Unis gibt es und wie steht es im Südwesten um eure Zukunftschancen als Lehrkraft aus?

Seid ihr für den Beruf geeignet? Testet euch selbst!

Bevor ihr ein Lehramtsstudium beginnen könnt, müsst ihr eine Art Eignungstest abschließen, den Lehrerorientierungstest (Tour 1: „Soll ich ein Lehrerstudium beginnen?“). Die Teilnahmebescheinigung könnt ihr euch am Ende des Test herunterladen und müsst diese bei der Bewerbung für ein Lehramtsstudium vorlegen. Ihr seid euch noch nicht sicher, ob ihr für den Lehrer:innenberuf geeignet seid? Dann lohnt sich der Test ebenfalls. Er stellt Fragen zu euren Interessen, Charaktereigenschaften und Vorerfahrungen mit Kindern und prüft so, ob ihr günstige Voraussetzungen für den Beruf mitbringt. Außerdem gibt er euch Informationen über die Tätigkeit von Lehrer:innen.

Die gleiche Seite bietet euch außerdem Tests zur “Selbsterkundung”. Auch hier könnt ihr eure Interessen, Erfahrungen und Wünsche für den Beruf reflektieren. Natürlich dienen diese Tests nicht dazu, eure endgültige Eignung zum Lehrerberuf zu bestimmen. Sie können euch aber eine erste Hilfe sein, um euch damit auseinanderzusetzen, was es bedeutet, Lehrer:in zu sein und inwiefern eure persönliche Art dazu passt.

Die verschiedenen Lehramtstypen

Die Wahl des Lehramts ist eine der wichtigsten Entscheidungen in eurer Lehrkraftlaufbahn. Ihr habt fünf mögliche Lehrämter zur Auswahl: Grundschule, Sekundarstufe 1, Gymnasium, Sonderpädagogik und das höhere Lehramt an beruflichen Schulen. Die Sekundarstufe 1 umfasst die Werkreal-, Haupt- und Realschule. Das Grundschullehramt hat eine Regelstudienzeit von acht Semestern, die restlichen können in jeweils zehn Semestern abgeschlossen werden.

In den allgemeinen Schularten, also Grundschule, Sekundarstufe 1 und Gymnasium, werdet ihr in Bildungswissenschaften, schulpraktischen Studien und euren zwei gewählten Fächern ausgebildet. Im Grundschullehramt müsst ihr zwingend entweder Deutsch oder Mathe wählen, da ihr dort später als Klassenlehrer eingesetzt werdet.

Das Berufsschullehramt bietet euch in Baden-Württemberg drei Bereiche an, in denen ihr studieren könnt: Gewerbliche Schulen, kaufmännische Schulen und sozialpädagogische, pflegerische, hauswirtschaftliche und landwirtschaftliche Schulen. Welche berufliche Fachrichtung jeweils angeboten wird und an welchen Unis ihr was studieren könnt, könnt ihr hier nachschauen.

Im Sonderpädagogiklehramt habt ihr sowohl das grundbildende Fach Deutsch oder Mathe aus dem Grundschullehramt, ein Fach aus dem Sekundarstufenlehramt sowie  sonderpädagogische Grundlagen und Fachrichtungen. Euch stehen hier mehrere zur Auswahl, von denen ihr zwei wählen könnt. Welche es gibt, könnt ihr hier nachschauen.

Für welche Schulart ihr euch am Ende entscheidet, hängt davon ab, welche Altersgruppe ihr unterrichten wollt und was am Ende euer Ziel als Lehrer:in sein soll. Außerdem seid ihr später nicht gezwungen, auch im studierten Lehramt zu unterrichten. In Baden-Württemberg ist es beispielsweise für Gymnasiallehrer:innen möglich, unter bestimmten Umständen, auch für Sekundarstufe 1 bzw. Grundschule eingesetzt zu werden. Dazu benötigen sie eine Zusatzqualifizierung, die schulbegleitend durchgeführt wird.

Für alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Lehramtsarten findet ihr hier ausführliche Merkblätter.

Fächerkombination

Welche Fächer ihr wählen könnt, solltet ihr immer an eurer zukünftigen Uni nachschauen, da nicht jede Uni alle Fächerkombinationen anbietet. Auf der Seite “Studieren in BW” findet ihr für jedes Lehramt Studienfächer, die ihr wählen könnt. Wählt einfach die gewünschte Lehramtsart an der Seite aus, dann findet ihr jeweils eine Grafik, mit allen Fächern und auch gleich wo ihr diese studieren könnt.

Das Kultusministerium hat eine “Most Wanted” Liste erstellt, mit Fächern, die besonders gefragt sind und für die dringend Lehrkräfte gesucht werden. Trotzdem solltet ihr eure Fächer in erster Linie nach eurer Präferenz auswählen.

Aufbau des Studiums 

Das Lehramtsstudium in Baden-Württemberg ist in zwei Stufen aufgeteilt. In der ersten Hälfte absolviert ihr einen Bachelorstudiengang, dem ein Masterstudiengang folgt. Am Ende des Studiums habt ihr den Abschluss ”Master of Education”. Die zweite Hälfte besteht aus dem 18 monatigen Referendariat, in dem ihr dann endlich praxisnah an einer Schule arbeiten werdet und eigenständig Unterricht übernehmt. Mehr zum Referendariat könnt ihr in unseren Artikeln zu dem Thema erfahren. 

Je nachdem welche Schulart ihr wählt, müsst ihr verschiedene Praktika absolvieren. In allen werden ein Orientierungspraktikum und ein Schulpraxissemester absolviert. Das Orientierungspraktikum, das in den ersten drei Semestern des Studiums stattfindet, gibt einen ersten Einblick in den Beruf und dauert drei Wochen. Der Zweck des Praktikums ist es, euch den Alltag des Berufs und die Eigenheiten der Lehramtsart aufzuzeigen. Ihr sollt diese Zeit also nutzen, um herauszufinden, ob ihr das richtige Lehramt gewählt habt, bzw. ob der Beruf euch zusagt. Später im Studium legt ihr das “Integrierte Semesterpraktikum” ab, das mindestens zwölf Wochen lang an einer Schule stattfindet. Ihr werdet hospitieren, also den Unterricht beobachten und auch selbst angeleitet unterrichten, um ein besseres Verständnis für die schulische Praxis zu entwickeln. Gegebenenfalls gibt es weitere Praktika. Dies hängt von der Uni ab.

Im Berufsschullehramt werdet ihr in der Regel noch ein Betriebspraktikum von mindestens einem Jahr absolvieren müssen. Dies muss in einem Betrieb passend zur Fachrichtung gewählt werden. Wenn ihr bereits eine Ausbildung abgeschlossen habt, kann diese das Praktikum ersetzen. Ein Schulpraxissemester muss trotzdem gemacht werden. 

Das Lehramt der Sonderpädagogik beinhaltet noch ein Blockpraktikum, in der Regel für vier Wochen, das ihr im Master macht. Auch hier habt ihr die Möglichkeit, noch weitere Praktika anzuhängen.

Wo kann ich in Baden-Württemberg studieren?

In Baden-Württemberg habt ihr die Möglichkeit, an vielen verschiedenen Universitäten zu studieren. Gymnasiallehramt kann an allen Universitäten sowie an Kunst- und Musikhochschulen studiert werden. Ein besonderes Merkmal ist, dass Baden-Württemberg das einzige Bundesland mit Pädagogischen Hochschulen (PH) ist, die speziell auf das Lehramtsstudium ausgerichtet sind. Hier könnt ihr Grundschule, Sekundarstufe 1 und Sonderpädagogik studieren. Berufsschullehramt könnt ihr sowohl an Unis als auch an PHs studieren sowie an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Eine Liste aller verfügbaren Hochschulen, nach Städten sortiert, findet ihr hier. Was die einzelnen Unis ausmacht, steht auch schon dabei. Übrigens ist Heidelberg der einzige Standort in Baden-Württemberg, der alle Lehramtsstudiengänge anbietet.

Für die meisten Lehramtsstudiengänge an Unis und PHs ist die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erforderlich. Mit einer Fachhochschulreife kann dagegen nur an Fachhochschulen studiert werden. Mit einer fachgebundenen Hochschulreife ist Studieren generell an allen Hochschulen möglich, allerdings seid ihr auf die Wahl der Studienfächer eingeschränkt. In Baden-Württemberg habt ihr aber mit der sogenannten Delta-Prüfung die Möglichkeit, auch ohne Abitur an Unis und PHs zu studieren. Wenn ihr also eine fachgebundene Hochschulreife oder eine Fachhochschulreife habt, könnt ihr damit diesen “Abstand” ausgleichen.

An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg könnt ihr Grundschule, Sekundarstufe und Sonderpädagogik studieren. (Quelle: PH Heidelberg)

Normalerweise sind Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung, außer bestimmte, sehr nachgefragte Fächer. Ob dies der Fall ist, solltet ihr für die jeweilige Uni nachschauen. Da die Pädagogischen Hochschulen sehr beliebt sind, überschreiten die Bewerbungen regelmäßig die Zahl der verfügbaren Plätze. Daher sind diese für Grundschule, Sekundarstufe 1 und Sonderpädagogik zulassungsbeschränkt. Dann werden die Plätze in den meisten Fällen nach der Durchschnittsnote vergeben. Daneben können auch gesammelte praktische Erfahrungen, wie Ehrenämter, die Chancen erhöhen.

Für Musik, Kunst und Sport sind außerdem vorher Eignungsprüfungen abzulegen. Für die verschiedenen Religionsfächer (Islamisch, Katholisch, Evangelisch, Jüdisch) braucht ihr außerdem Nachweise über Sprachkenntnisse. Für Islamisch muss Arabisch nachgewiesen werden, für Jüdisch Hebräisch und für Evangelisch und Katholisch das Latinum und Griechisch.

Wollt ihr euch für einen Studienplatz bewerben, müsst ihr die Fristen beachten. Für zulassungsbeschränkte Studiengänge endet die Bewerbungsfrist für das Wintersemester am 15. Juli, für das Sommersemester am 15. Januar. Bei zulassungsfreien Studiengängen ist die Bewerbungsfrist für das Wintersemester der 15. September, für das Sommersemester der 15. März. Dabei kann es aber auch zu Abweichungen kommen. Es ist daher zu empfehlen, sich frühzeitig bei eurer Wunschhochschule über die genauen Termine zu informieren!

Lehrer:in sein in Baden-Württemberg: Zukunftsaussichten

Bevor ihr das Lehramtsstudium antretet, solltet ihr euch auch Gedanken darum machen, wie es um den Lehrer:innenberuf in Baden-Württemberg gestellt ist. Wir geben euch eine Auswahl an politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Problemen, die im baden-württembergischen Bildungssystem existieren und euch als Lehramtsstudent:innen und später als Lehrer:innen betreffen würden.

Eine der größten Krisen des Bildungssystems ist der Lehrkräftemangel, der in ganz Deutschland und somit auch in Baden-Württemberg für viele Probleme sorgt. Für das neue Schuljahr konnten an den 4.500 Schulen im Land 565 Stellen nicht besetzt werden. Dies führte bereits wenige Wochen nach Schulbeginn dazu, dass an vielen Schulen kein Regelbetrieb möglich war. Umso wunderlicher ist der Umgang mit jungen Lehrkräften in Baden-Württemberg. Referendar:innen berichten davon, dass die Schulverwaltung ihre Wunschschule ablehne, weshalb teilweise lange Wege gependelt werden müssen. Das Kultusministerium erklärt dies damit, dass sie einen flächendeckenden Einsatz bräuchten. Deshalb würden viele Referendar:innen in dörfliche Gegenden versetzt werden. Knapp ein Viertel dieser konnte daher in den letzten fünf Jahren nicht an ihren Wunschorte unterrichten. SPD-Landesvorsitzender Andreas Stoch befürchtet, dass viele Referendar:innen dadurch in anderen Bundesländern ihren Dienst ableisten werden. Dies sei besonders im Kontext des Lehrkräftemangels fatal, wie die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Monika Stein warnt. Sie fürchtet durch die mögliche Abwanderung noch mehr Unterrichtsausfälle. Auch die schlechtere Bezahlung könnte dazu führen, dass mehr Lehrkräfte das Land verlassen. Baden-Württemberg ist eines der drei Bundesländer, das ihre Grundschullehrer:innen und einen Teil der Haupt- und Werkrealschul-Lehrkräften nicht nach der Gehaltsgruppe A13/E13 bezahlt. Ein wenig Hoffnung gab es, nachdem sich die Grünen für eine bessere Bezahlung im Mai letzten Jahres einsetzten. Auch wenn dies laut Kultusministerin im Moment nicht im Budget liege, sieht die GEW dies als gutes Zeichen, da endlich mehr Druck ausgeübt werden würde. Lösungsansätze, um den Beruf attraktiver zu machen und den Lehrkräftemangel zu reduzieren, gibt es viele: mehr Studienplätze, kleinere Klassen und Qualifizierungsprogramme für Quereinsteiger:innen sind nur einige der Vorschläge der Bildungsverbände für die Regierung.

Auch das Studium selbst wird kritisiert. Schon seit Jahren fordern Studierende mehr Praxisphasen im Studium. „Die erste nennenswerte Praxiserfahrung machen wir leider erst im achten Semester derzeit”, sagt David Löwe, Sprecher der Studierendenvertretung an der PH Weingarten bereits 2018. Dementsprechend fordern viele auch die Rückkehr zum Staatsexamen. In 2015 wurde das klassische Lehramtsstudium, das mit dem ersten Staatsexamen endete, durch eine Bachelor- und Masterkombination ersetzt. Dadurch würden viel zu spät im Studium praktische Erfahrungen gemacht, die aber sehr entscheidend sind, um herauszufinden, ob der Beruf wirklich etwas für einen ist, so Löwe. 

Eine mögliche Lösung könnten die Modellversuche eines dualen Masterstudiums sein, die im Wintersemester 23/24 an mehreren Standorten in Baden-Württemberg starteten. Je 20 Studienplätze wurden an der PH Karlsruhe, der Universität Freiburg und der Universität Stuttgart eingerichtet. Im ersten Fach kann je nach Standort entweder Physik, Informatik und Elektro- oder Informationstechnik studiert werden, das zweite Fach ist Mathematik. Um die Attraktivität des Lehramtsstudiums zu erhöhen, verspricht das neue duale Studium mehr Praxiserfahrung, eine Vergütung bereits im Studium und eine Ausbildungsdauer, die das Masterstudium und den Vorbereitungsdienst auf drei Jahre reduziert. 

Möchtet ihr mehr über das Lehramtsstudium in Baden-Württemberg erfahren, findet ihr auf der Website der Kampagne #lieberlehramt viele Informationen oder ihr schaut auf dem Instagram-Kanal vorbei.

Plant ihr Lehramt zu studieren? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Willkommen zum zweiten Teil unserer Reihe über die besten Literaturverfilmungen! Nachdem wir im ersten Teil einige herausragende Filme besprochen haben, die auf literarischen Meisterwerken basieren, freuen wir uns darauf, euch eine weitere Auswahl von Filmen vorzustellen, die es von Buchseiten auf die Leinwand geschafft haben. Literaturverfilmungen bieten nicht nur eine visuelle Interpretation von bekannten Geschichten, sondern ermöglichen es auch, tiefer in die Welt der Literatur einzutauchen und die Kraft der Erzählkunst sowohl im Buch als auch auf der Leinwand zu erleben. In diesem Artikel werden wir weitere Filme erkunden, die in ihren Adaptionen die Essenz der zugrunde liegenden Bücher einfangen und neue Perspektiven auf zeitlose Geschichten bieten.

Das Sams

(Quelle: Kinowelt Home Entertainment)

Das Sams erzählt die Geschichte von Bruno Taschenbier, einem Mann, der ein geordnetes Leben in einer Kleinstadt führt. Doch sein Alltag wird von seinem strengen Chef und seiner miesepetrigen Vermieterin, Frau Rotkohl, geprägt. Alles ändert sich jedoch, als das Sams in sein Leben tritt — ein merkwürdiges kleines Wesen mit Rüsselnase und roten Haaren, das frech, laut und unordentlich ist und nichts als Chaos stiftet. Herr Taschenbier entdeckt bald, dass er sich mit Hilfe des Sams alle Wünsche erfüllen kann, was sein Leben schlagartig verändert. Der Film, basierend auf den ersten drei Bänden der Kinderbuchreihe von Paul Maar, begeistert seit 2001 Zuschauer:innen und hat auch 16 Jahre später nichts von seiner Faszination eingebüßt. 

Das Sams bietet eine hervorragende Möglichkeit, verschiedene Aspekte im Unterricht zu behandeln. Durch das reichliche Vorkommen von Reimen im Sams könnt ihr die Sprachfertigkeiten euer Schüler:innen fördern. Darüber hinaus thematisiert der Film wichtige Werte wie Freundschaft, Mut und Anderssein, die in Diskussionen im Unterricht vertieft werden können. Hier findet ihr zum Beispiel Materialien, um euren Unterricht rund um den Film zu gestalten.

Der Film hat keine Altersbegrenzung und ist auf DVD und im Abo bei verschiedenen Streaming-Anbietern verfügbar.

Die Farbe Lila

(Quelle: Warner Bros.

Die Farbe Lila von 1985 erzählt die bewegende Geschichte einer jungen Afroamerikanerin, die Anfang des 20. Jahrhunderts in eine gewalttätige Ehe gezwungen wird. Über viele Jahre hinweg ist sie in der Ehe gefangen. Durch die Freundschaft und Liebe zu einer Sängerin beginnt sie sich zu emanzipieren. Diese Neuverfilmung des Romans von Alice Walker basiert auf einem erfolgreichen Bühnen-Musical und schafft so eine eindrucksvolle Verbindung aus harter Realität und emotionalen Musiksequenzen, die die Emanzipation der Hauptfigur verdeutlichen. 

Der Film behandelt die Probleme der Rassen- und Frauendiskriminierung und eignet sich besonders im Black History Month für euren Unterricht. Hier findet ihr einige Materialien, die sich auf das Buch beziehen, sich aber auch gut für die Behandlung des Films in eurer Klasse eignen. 

Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben und sowohl auf DVD als auch im Abo bei verschiedenen Streaming-Anbietern verfügbar. 

Wunder

(Quelle: Studiocanal)

August „Auggie“ Pullmann, 10 Jahre alt, witzig, intelligent und liebevoll ist der Hauptcharakter dieses Films. Aufgrund eines Gendefekts, welcher sein Gesicht betrifft, ist er seit seiner Geburt ein Außenseiter. Am liebsten versteckt er sein Gesicht unter einem Astronautenhelm. Als Auggie nun zum ersten Mal in die reguläre Schule geht, muss er lernen, sich alleine zu behaupten und mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Debütroman  von R.J. Palacio und erzählt eine herzergreifende Geschichte über Freundschaft und Toleranz, die ihr sehr gut in eurem Unterricht aufgreifen könnt. Auch die verschiedenen Charaktere und Perspektiven bieten euch reichlich Material. Hier findet ihr Ideen, wie ihr die Geschichte von Auggie für euren Unterricht nutzen könnt.

Der Film ist ab 0 Jahren freigegeben und sowohl auf DVD als auch im Abo bei verschiedenen Streaming-Anbietern verfügbar. 

Effi Briest

(Quelle: Constantin Film)

Effi Briest ist wohl das bekannteste Werk von Theodor Fontane und wurde in fünf verschiedenen Verfilmungen adaptiert, die jeweils die Kontexte ihrer Zeit widerspiegeln. Wir stellen euch die Version von Hermine Huntgeburth aus dem Jahr 2009 vor, die den Fokus auf die Emanzipation der Hauptfigur legt. 

Die 17-jährige Effi wird gegen ihren Willen mit einem älteren Baron verheiratet und ist in ihrer Ehe einsam und unglücklich. In ihrer Verzweiflung beginnt sie eine Affäre mit dem Major Crampas, was zwei Jahre später zu einem Duell zwischen dem Major und ihrem Ehemann führt.  Die Verfilmung bietet, vor allem vor dem Hintergrund der anderen Versionen, reichlich Material für Diskussion und Interpretationen über den freien Umgang mit Werken. Materialien dazu findet ihr zum Beispiel hier

Der Film hat keine Altersbegrenzung und ist sowohl auf DVD als auch im Abo bei verschiedenen Streaming-Anbietern verfügbar. 

Little Women

(Quelle: Sony Pictures)

Die Schwestern Jo, Meg, Beth und Amy teilen ihre Jugendfreuden und -sorgen miteinander, von ihren künstlerischen Interessen bis hin zu den gesellschaftlichen Erwartungen, die an junge Frauen im 19. Jahrhundert gestellt werden. Zwischen Etikette und dem Wunsch nach Selbstbestimmung navigieren sie durch das ländliche Massachusetts. 

Greta Gerwigs Adaption steht in einer langen Reihe von Verfilmungen des Romans von Louisa May Alcott. Das Drama wirft einen Blick auf die Rolle der Frau in einer gesellschaftlich festgelegten Ordnung. Für euren Unterricht lässt sich dieser nutzen, um zu zeigen, dass klassische Werke zeitlos sein können, aber auch von gesellschaftlichen Normen beeinflusst werden. Der Film bietet außerdem eine Grundlage, um Themen wie Frauenrechte und die Frauenbewegung zu diskutieren. Hier findet ihr einige Materialien dazu. 

Der Film ist ab 0 Jahren freigegeben und sowohl auf DVD als auch im Abo bei verschiedenen Streaming-Anbietern verfügbar. 

Habt ihr die Filme bereits mit eurer Klasse gesehen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Der Film “The Holdovers” ist mit vielen Vorschusslorbeeren in die deutschen Kinos gestartet. Von Kritiker:innen gelobt, auf Filmfestivals gefeiert und sogar in gleich fünf Kategorien für einen Oscar nominiert — sogar als “bester Film”. Der NDR schreibt vom “schönsten Lehrerfilm seit Club der toten Dichter”. Doch das große positive Echo in sozialen Netzwerken nach seinem Start in den deutschen Kinos ist ausgeblieben. Ist der Film vielleicht nur etwas für Kino-Liebhaber:innen, aber nicht für die breite Masse?

Disclaimer: Der Autor dieser Rezension ist kein ausgewiesener Filmexperte, sondern ein normaler Kinozuschauer und hat den Film mit der deutschen Synchronisation gesehen. 

Der grantige Lehrer und der unangepasste Schüler

Paul Hunham (Paul Giamatti) arbeitet seit Jahrzehnten an der Privatschule Barton als Geschichtslehrer. Er gilt dort als so etwas wie eine verhasste Institution. Das liegt vor allem an seiner strengen und zum Teil herablassenden Art, an der diverse Schüler der Jungenschule verzweifeln. Hunham ist ein Einzelgänger – an der Schule und auch im Privaten. Dies kompensiert er mit einem übermäßigen Hang zum Alkohol. Auch der Barton-Schulleiter kann den grantigen Lehrer nicht leiden und verdonnert ihn dazu, über die Weihnachtsferien die Jungen zu beaufsichtigen, die aus verschiedenen Gründen nicht zu ihren Eltern heimfahren können. Die Gruppe der Zurückgelassenen reduziert sich aber schnell und übrig bleiben zuletzt Lehrer Hunham, der aufmüpfige Schüler Angus Tully (Dominic Sessa), der sehr unter der Trennung seiner Eltern und dem Desinteresse seiner Mutter leidet, und die Köchin Mary Lamb (Da’Vine Joy Randolph), die um ihren im Krieg gefallen Sohn trauert. 

Der Film zeigt liebevoll, welche Päckchen die drei einzelnen Charaktere zu schleppen haben. Im Verlauf des Films nähern sie sich weiter an und bringen zusammen einen für alle heilsamen Weg hinter sich. Der Verlauf der Story ist nicht unheimlich originell, aber sie nimmt die Zuschauer:innen unaufgeregt an die Hand. 

Schnitt und Bild sind überragend

In den ersten Minuten des Filmes muss man sich tatsächlich kurz fragen, ob dieser Film nicht ein Original aus den 1970er oder 80er-Jahren ist. Regisseur Alexander Payne und sein Team haben es geschafft, eine perfekte Illusion eines “alten Streifens” zu erschaffen. Die leicht körnigen Aufnahmen, die unkonventionelle Art des Schnitts und natürlich inhaltliche Elemente, wie Kulisse und  Kleidung der Schauspieler:innen führen dazu, dass man sich dem Schein eines alten Klassikers hingeben kann. Die Oscar-Nominierung für “den besten Schnitt” ist absolut verdient.

Starke Schauspieler:innen ohne große Spannung

“The Holdovers” ist ein Film, der im Kleinen überzeugen kann. Kleine Gesten, starkes Mimikspiel und auch der Humor wird dezent eingesetzt, um in den richtigen Situationen die Szenen aufzulockern. Schauspiel-Urgestein Paul Giamatti ist die Rolle des grantigen und frustrierten Lehrers auf den Leib geschneidert. Man lernt ihn bereits in den ersten Minuten des Filmes innig zu hassen. Diese bewusst verspielte Sympathie erobert er sich nach und nach zurück, weil Giamatti die innere Zerrissenheit des Lehrers ganz wunderbar greifbar machen kann. Da’Vine Joy Randolph ist als die trauernde Köchin das Herz der Geschichte. Ihrer Figur hat das Schicksal übel mitgespielt, sie trägt den Kopf aber als Chefin in der Schulküche weiterhin erhoben. Ihre weichen Momente, ihre herzlichen Einwürfe in den Dialogen mit den anderen beiden Einzelgängern geben dem Film Innigkeit. Man mag sie im Filmverlauf ganz häufig fest in den Arm nehmen und gleichzeitig den eigenen Kopf an ihre starke Schulter anlehnen. Da’Vine Joy Randolph hat es geschafft, den aufgeschriebenen Facettenreichtum ihrer Rolle fühlbar zu machen. Und zuletzt liefert Dominic Sessa als verzweifelter Schüler Angus Tully ein starkes Filmdebüt. An einigen Stellen irritiert Sessa mit einer übertriebenen Darstellung, manchmal wirkt sein Spiel ungewöhnlich, aber es fügt sich im Ganzen trotzdem passend in die Figur des Angus Tully ein. Bei all dieser überzeugenden schauspielerischen Leistung bleibt nur ein Problem. Dem Film fehlt der Zug, die Spannung. Man möchte so sehr mit den stark interpretierten Figuren mitfühlen und sie auf ihrem Weg begleiten, doch ihre Reise ist so langsam wie die Entwicklung der Figuren. Somit packt einen der Film nie so ganz, sondern bleibt trotz einiger emotionaler Momente in gewisser Weise auf Distanz zu den Zuschauenden. Diese Umgangsweise mit der Dramaturgie des Films hätte die Möglichkeit, einen möglichst realistischen Eindruck der Interaktionen zu vermitteln. Aber auch das funktioniert nicht so richtig, weil die Dialoge mitunter verkopft wirken.

Lehrer Hunham ist der verkörperte Lehrkräfte-Frust

So stark die Antipathie für Lehrer Hunham auch zu Beginn des Filmes ist, so geht es doch recht schnell, dass man Verständnis für seine Handlungen entwickelt. Hunham ist mit Idealen in den Lehrkraft-Beruf gestartet und ist an der Realität gescheitert. In seinem eng gesteckten Rahmen kann er noch immer nach seinen Prinzipien unterrichten, doch das System vermag er nicht zu ändern. Diese frustrierende Situation können sicherlich viele Lehrkräfte nachfühlen. Den Kampf gegen Windmühlen, das Rennen gegen Mauern – exakt dieses Gefühl der Machtlosigkeit und der daraus resultierenden Resignation vermittelt “The Holdovers” sehr gut. Was der Film vielleicht sogar besser umsetzt, als der Lehrerfilm-Klassiker “Club der toten Dichter” und andere Filme mit einem ähnlichen Setting – er romantisiert nicht. Hunham wird nicht zum Liebling der Schule, gewinnt nicht die Herzen aller Schüler:innen für sich und kann das System auch nicht ändern, sondern sich nur mit ihm arrangieren oder mit ihm brechen. Es ist ein schönes Gefühl, hier keine verklärte Version der Realität serviert zu bekommen, sondern eine Geschichte zu erleben, die sich in dieser Hinsicht glaubhaft anfühlt. 

Ein “netter” Film mit dem Zeug zum Weihnachtsklassiker

Unverständlicherweise ist “The Holdovers” nicht zur Weihnachtszeit in den Kinos angelaufen, obwohl sowohl die Story als auch das Gefühl des Films super in diese Zeit gepasst hätten. Der Film hat aber das Zeug, sich zu einem Weihnachtsklassiker auf den Streamingplattformen zu entwickeln. Eine Beobachtung, die der Autor dieses Textes bei seinem Filmbesuch gemacht hat, fasst die abschließende Bewertung des Films recht gut zusammen. Eine Frau stand nach dem Film aus ihrem Kinosessel auf, streckte sich und sagte: “Endlich mal wieder so ein ganz netter Film.” So wie es diese Frau auch erlebt hat, lässt es sich bei “The Holdovers” gut entspannen, man kann sich in die wirklich gut gemachte Atmosphäre des Film einlassen, ohne dabei nervlich oder gedanklich besonders gefordert zu werden. Wer so ein Filmerlebnis, ohne das ganz große Drama, den überzogenen Witz oder die extreme Action sucht, der findet in “The Holdovers” viel “Nettes”.

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In den Vereinigten Staaten ist der Black History Month ein etablierter Bestandteil des kulturellen Kalenders, der jedes Jahr im Februar gefeiert wird. Ursprünglich ins Leben gerufen, um die historischen Errungenschaften und den Beitrag schwarzer Amerikaner:innen zu würdigen, hat dieser Monat auch über die Grenzen der USA hinaus einen bedeutenden Einfluss erlangt. Auch in Deutschland gewinnt der Black History Month zunehmend an Relevanz, da die Auseinandersetzung mit der Geschichte, den Erfahrungen und den Beiträgen schwarzer Menschen in der deutschen Gesellschaft immer mehr in den Fokus der Gesellschaft rückt..

Im ersten Teil haben wir uns mit der Lage des Rassismus an Schulen in den USA beschäftigt und wie ihr diese euren Schüler:innen vermitteln könnt. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Situation in Deutschland und geben euch Materialien für euren Unterricht mit an die Hand.

Der Black History Month in Deutschland

Der Black History Month ist eine jährliche Feier, die im Februar stattfindet und der Anerkennung der historischen Errungenschaften und den gesellschaftlichen Beiträgen von Afroamerikaner:innen gewidmet ist. Er wurde erstmals 1926 als "Negro History Week" von Carter G. Woodson ins Leben gerufen. Der Februar wurde gewählt, um die Geburtstage von Abraham Lincoln und Frederick Douglass zu ehren, zwei bedeutende Figuren in der Geschichte der Abschaffung der Sklaverei und im Kampf für die Rechte schwarzer Menschen in den USA.

In den 1970er Jahren wurde die "Negro History Week" schließlich zum Black History Month ausgeweitet, der in den Vereinigten Staaten durch verschiedene Veranstaltungen, Vorträge, Schulprojekte, Ausstellungen und andere kulturelle Programme gefeiert wird. Ziel ist es, die Kenntnis und Wertschätzung der schwarzen Geschichte und Kultur zu fördern sowie die fortgesetzte Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung zu unterstützen.

In Deutschland wird der Black History Month seit den 1990er Jahren gefeiert und will auch hier bundesweit mit verschiedenen Aktionen für mehr Sichtbarkeit Schwarzer Perspektiven sorgen. Eingeführt wurde er von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (IDS) und verfolgt das gleiche Ziel wie sein Vorbild: der Schwarzen Geschichte ein Gesicht geben und die Errungenschaften afrodeutscher Persönlichkeiten hervorheben. 

In Berlin haben sich 2019 verschiedene afrodeutsche Organisationen wie der ISD, Each One Teach One, Generation ADEFRA und die Werkstatt der Kulturen zusammengeschlossen, um wichtige Community-Events zu organisieren, die über afrodeutsches Leben informieren und diskutieren. Diese Veranstaltungen werden bundesweit vom ISD und anderen Schwarzen Organisationen organisiert und umfassen ein breites Angebot von Vernetzungstreffen, Diskussionen über Schwarzes und queeres Leben in Deutschland sowie Lesungen und Filmvorführungen mit prominenten Schwarzen Gästen.

Wichtige Stationen der afrodeutschen Geschichte

Trotz einiger Fortschritte ist Rassismus immer noch ein Problem in Deutschland. Besonders im Bildungssystem fehlen oft die Perspektiven schwarzer Menschen in Geschichtsbüchern. Das bedeutet, dass wichtige Teile der Geschichte und Kultur nicht ausreichend repräsentiert werden, was zu einem unvollständigen Verständnis der Vielfalt in Deutschland führen kann. Im Folgenden werfen wir einen kleinen Blick in die Geschichte mit Materialien für euren Politik- oder Geschichtsunterricht.

Kolonialgeschichte

Der deutsche Kolonialismus kennzeichnet eine Periode der Geschichte, in der das Deutsche Reich Kolonien in verschiedenen Teilen der Welt kontrollierte, beginnend gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Diese Kolonien erstreckten sich über Regionen wie Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, Kamerun, Togo und einige pazifische Inseln.

Der deutsche Kolonialismus war geprägt von imperialistischen Bestrebungen nach wirtschaftlichem Gewinn, territorialer Expansion und nationaler Macht. Dabei kam es oft zu rücksichtsloser Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung, was zu zahlreichen Konflikten und Aufständen führte und weitreichende Auswirkungen auf kulturelle, soziale und politische Strukturen hatte.

Obwohl die Behandlung der deutschen Kolonialgeschichte je nach Bundesland variiert und oft aus einer Täterperspektive betrachtet wird, ist es wichtig, verschiedene Perspektiven im Unterricht zu berücksichtigen und Kontroversen einzubeziehen. Der Bildungsserver bietet euch dazu einige Materialien. 

Dennoch ist es oft schwer, Material zu finden, das die Perspektive der kolonisierten Menschen darstellt. Im Unterricht wird Kolonialismus meist unter der Überschrift Imperialismus behandelt, wobei er den Fokus darauf legt, wie Afrika unter den Kolonialmächten aufgeteilt wurde. Dabei ist es auch entscheidend, vorhandenes Material kritisch zu betrachten und aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel der Podcast von SWR Wissen, in dem verschiedene Standpunkte aufgegriffen und kritisch betrachtet werden. Diesen könnt ihr mit euren Schüler:innen im Unterricht hören.  Auch der Verband Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer hat auf seiner Seite viele Materialien zusammengetragen, die den Kolonialismus aus verschiedenen Perspektiven aufarbeiten.

Weimarer Republik und NS-Zeit

Hierzulande organisierten sich schwarze Menschen erstmals in der Weimarer Republik 1918 wurde der Afrikanische Hilfsverein gegründet, um Unterstützung bei der Wohnungssuche, Arbeitssuche und im Kampf gegen Ausgrenzung und Rassismus zu bieten.

Im Jahr 1919 richtete eine Gruppe von ehemaligen Kolonialmigranten aus Kamerun und Deutsch-Ostafrika eine Eingabe an die Nationalversammlung in Weimar, in der sie gleiche Rechte und gleiche Gesetze für alle forderten. Ihr könntet diese Petition mit euren Schüler:innen lesen und in die historischen Kontexte einordnen. 

Trotz ihrer Bemühungen verschärften sich die rassistischen Anfeindungen und Diskriminierungen gegen schwarze Menschen nach dem Verlust der Kolonien erheblich. Viele verloren ihre Jobs und hatten kaum Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der rechtliche Status der einstigen Kolonialmigranten verschlechterte sich dramatisch, und sie wurden praktisch staatenlos gemacht.

Mit der Machtergreifung Hitlers endete der politische Aktivismus schwarzer Menschen abrupt. Viele von ihnen flohen vor dem nationalsozialistischen Regime nach Paris, London oder zurück in ihre Herkunftsregion auf dem afrikanischen Kontinent, um dem rassistischen Terror zu entkommen. Die einzige Überlebensstrategie im nationalsozialistischen Deutschland war die des "Nichtauffallens".

Eine Möglichkeit für euren Unterricht wäre es, sich zum Beispiel mit einzelnen Biografien betroffener Menschen zu beschäftigen. Ein bekannter Fall ist Johny Vosté, der das KZ Dachau überlebte und dessen Schicksal gut dokumentiert ist. Auch das Buch Deutsch sein und Schwarz dazu: Erinnerungen eines Afro-Deutschen von Theodor Wonja Michael, wäre eine guter für euren Unterricht. Es ist eine Autobiographie von Wonja Michael, der als Kind in sogenannten “Menschenzoos” ausgestellt wurde, den Holocaust und dessen Folgen überlebte. 

Nach dem zweiten Weltkrieg

Erst Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die offene Diskriminierung und Verfolgung der Afrodeutschen, jedoch blieben große Vorbehalte in der Bevölkerung gegenüber Schwarzen. Kinder aus afroamerikanisch-deutschen Beziehungen waren Diskriminierung ausgesetzt, und viele von ihnen wurden zur Adoption freigegeben.

In den 1980er Jahren entwickelte sich ein stärkeres Bewusstsein für Identität und gemeinsame Interessen unter Afrodeutschen, angeregt durch Aktivisten wie Audre Lorde. Die Neue Schwarze Bewegung entstand, um politisches und identitäres Bewusstsein sowie Netzwerke unter Schwarzen in Deutschland zu fördern. Die Aufarbeitung der afro-deutschen Geschichte spielte dabei eine zentrale Rolle und trägt bis heute dazu bei, die Erfahrungen und Herausforderungen Schwarzer Menschen in der Weimarer Republik und der NS-Zeit zu verstehen und anzuerkennen.

Eine Möglichkeit, euren Schüler:innen die afrodeutsche Geschichte näher zu bringen, ist die Dokumentation Schwarz und deutsch — Die Geschichte der Afrodeutschen, in der Frauen und Männer aus vier Generationen ihre bewegenden und stolzen Geschichten erzählen.

Auch die sozialen Medien bieten euch viele Möglichkeiten das Thema adäquat in euren Unterricht einzubauen — ihr könntet zum Beispiel einen Blick auf den Instagram-Kanal der Autorin Tupoka Ogette werfen, die sich mit Rassismus auseinandersetzt und die versucht, einen offenen Umgang zu etablieren.

Wie thematisiert ihr afrodeutsche Geschichte im Unterricht? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

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Frankfurt am Main. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bundesregierung gewarnt, die geplante Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) ohne substanzielle Verbesserungen auf den Weg zu bringen. „Fast ein Dreivierteljahr hat die Bundesregierung über dem WissZeitVG-Referentenentwurf des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gebrütet. Nachdem sich Abgeordnete von SPD und Grünen anfangs von dem Papier distanziert und auf Nachbesserungen gepocht hatten, dürfen deren Ministerinnen und Minister den Entwurf im Kabinett jetzt nicht einfach durchwinken. Der Regierungsentwurf würde dann eins zu eins den Vorstellungen der Bundesforschungsministerin Bettina Stark Watzinger (FDP) sowie der in der Allianz der Wissenschaftsorganisationen zusammengeschlossenen Wissenschaftsarbeitgeber folgen, aber die Interessen der Beschäftigten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen ignorieren. Das Kabinett muss das verhindern und einen fairen Interessenausgleich statt eines Arbeitgeberdiktats durchsetzen“, sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und -Hochschulexperte, mit Blick auf einen Bericht im Blog des Bildungsjournalisten Jan-Martin Wiarda.

Wiarda zufolge hätten sich die Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie Arbeit und Soziales darauf geeinigt, strittige Fragen wie die Befristung promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Postdocs) oder die Lockerung der Tarifsperre dem Parlament zu überlassen. „Dass Bundestag und Bundesrat einen Gesetzentwurf der Bundesregierung ändern können, ist ebenso trivial wie fatal. Wie sollen SPD und Grüne die FDP im Parlament überzeugen, wenn sich Forschungsministerin Stark-Watzinger im Kabinett durchsetzt? Es wäre eine Bankrotterklärung der Ampelkoalition, wenn der missglückte Referentenentwurf vom Juni 2023 unverändert auf den Weg gebracht würde. Die Abgeordneten von SPD, Grünen und FDP müssen sich jetzt ein Herz fassen und den Gesetzentwurf gründlich gegen den Strich bürsten“, mahnte Keller. Er erinnerte an den Vorschlag der GEW, Postdocs entweder Dauerstellen oder eine verbindliche Zusage zur Entfristung anzubieten, wenn sie festgelegte Kriterien erfüllen. Die Tarifsperre, die Gewerkschaften und Arbeitgebern verbietet, vom Gesetz abweichende Regelungen auszuhandeln, müsse ersatzlos gestrichen werden.

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Berlin. Deutschland hat mit 12 Prozent die vierthöchste Schulabbrecherquote in der EU. Das ergeben die aktuellen Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat aus dem Jahr 2022. Nur in Rumänien (15,96 Prozent), Spanien (13,9 Prozent) und Ungarn (12,4 Prozent) brechen noch mehr Kinder und Jugendliche die Schule ab. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Deutschland eine leichte Verbesserung um 0,3 Prozentpunkte verzeichnen. 

Die EU-weite Schulabbrecherquote sank allerdings auch von 10,5 Prozent (2018) auf 9,6 Prozent (2022). Deutschland liegt seit 2019 über dem EU-Durchschnitt, nachdem es 2018 noch darunter lag. In die Statistik der "frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger" werden Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren, die höchstens einen Abschluss der Sekundarstufe I haben und keine weiterführende Bildung verfolgen, einbezogen.

Insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern scheint das Problem akut zu sein, was deutlich an den aktuellen Zahlen zu erkennen ist. In Sachsen-Anhalt erhielten 2022 11,8 Prozent der Schüler:innen keinen anerkannten Schulabschluss. Das Bundesland erzielte damit den schlechtesten Wert in ganz Deutschland. Darauf folgen Thüringen mit einer Quote von 9,5 Prozent und Sachsen mit 8,1 Prozent. Allerdings werden auch Förderschüler:innen mit in diese Statistik einbezogen, obwohl sie die Schule regulär verlassen. Dies kann zu einer Verzerrung der Daten führen. 

Es gibt eine große Anzahl an Programmen zur Verhinderung von Schulabbrüchen, die sich jedoch nicht gezielt an Förderschüler:innen richten, obwohl sie einen signifikanten Anteil der Schulabbrecher:innen ausmachen. Zudem erschweren der Lehrkräftemangel und finanzielle Engpässe die Umsetzung von Präventionsprogrammen, die möglicherweise einen positiven Einfluss auf die Schulabbrecherquote haben könnten.

Die Zahlen für 2023 liegen derzeit noch nicht vor. Jedoch können die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie voraussichtlich langfristige negative Folgen auf die Schulabbrecherquoten haben. Die Unterbrechungen im Unterricht, der Wechsel zum Fernunterricht und die sozialen Auswirkungen der Pandemie könnten zu einem Anstieg der Schulabbrecher:innen führen, der sich in den kommenden Jahren zeigen wird. 

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Berlin. Gute Bildung ist der nachhaltig wertvollste Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft, der Demokratie und einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Die im Vorstand des Stifterverbandes engagierten Unternehmen haben daher die Gemeinschaftsinitiative Zukunftsmission Bildung gestartet. Ziel ist es, ein zukunftsfähiges Bildungssystem zu gestalten, das schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen aus- und weiterbildet - für Deutschland in einer Welt im Wandel. Die Initiatoren rufen alle Engagierten auf, die Zukunftsmission Bildung mitzugestalten und gemeinschaftlich weiterzuentwickeln.

Lehrkräftemangel bekämpfen, Bildungspotenziale heben, Fachkräfte sichern und Zukunftskompetenzen fördern - für diese gewaltigen Herausforderungen in der Schul- und Hochschulbildung gestaltet die Zukunftsmission Bildung Lösungswege. Um unser Bildungssystem wirkungsvoll zu verbessern, werden private Anstrengungen gebündelt und die Zusammenarbeit mit Politik und Bildungseinrichtungen gesucht.

Die Initiatoren der Zukunftsmission Bildung sind sich einig: Deutschland braucht dringend einen Aufbruch im Bildungsbereich. Es müssen mehr junge Menschen mit den Kompetenzen ausgestattet werden, die benötigt werden, um in einer Welt im Wandel orientierungs- und handlungsfähig zu sein. Bei allen aktuellen Krisen und Notlagen sei die Lösung der Probleme im Bildungsbereich der nachhaltig wertvollste Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft und Wirtschaft, heißt es in dem Aufruf des Stifterverbandes "Deutschland braucht eine Zukunftsmission Bildung!", den die im Vorstand engagierten Unternehmen und Verbände unterzeichnet haben. "Deutschland hat Zukunftsmissionen für die Energie-, Klima- und Mobilitätswende. Gegen einen drohenden Bildungsnotstand brauchen wir aber auch eine Zukunftsmission Bildung", sagt Michael Kaschke, Präsident des Stifterverbandes. "Allein kann der Staat die gewaltigen Herausforderungen nicht lösen. Wir brauchen ein starkes, wirksames Engagement gesellschaftlicher Akteure für diese große Aufgabe. Deshalb wollen wir gemeinsam mit den Unternehmen, und Stiftungen im Stifterverband und unseren Partnern den Aufbruch in der Bildung gestalten."

In der Zukunftsmission Bildung koordiniert und unterstützt der Stifterverband vier starke Allianzen, die zentrale Herausforderungen im Schulsystem, in der hochschulischen und beruflichen Bildung angehen werden:

  • Allianz für Lehrkräfte: Lehrkräftemangel bekämpfen und digitale Kompetenzen bei Lehrkräften stärken
  • Allianz für Schule plus: Außerschulische Angebote systematisch in den Schulalltag integrieren, um Bildungspotenziale zu heben
  • Allianz für MINT-Fachkräfte: Mehr MINT-Fachkräfte für eine erfolgreiche Berufsausbildung und das Studium gewinnen sowie ausländische MINT-Absolventinnen und -Absolventen besser in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren
  • Allianz für Future Skills: Future Skills, insbesondere KI-Kompetenzen, stärken

Der Stifterverband ruft Unternehmen und Stiftungen auf, sich an der Zukunftsmission Bildung in den umsetzungsstarken Allianzen zu beteiligen. Ziel ist es, die vielen privaten Anstrengungen zur Förderung von Bildungsinstitutionen zu bündeln und einen orchestrierten Beitrag zu einer dringend benötigten nationalen Roadmap für ein zukunftsfähiges Bildungssystem zu leisten.

Wer sich für die Zukunftsmission Bildung engagieren will, kann sich an folgende E-Mail-Adresse wenden: zukunftsmission@stifterverband.de

Den Aufruf des Stifterverbandes "Deutschland braucht eine Zukunftsmission Bildung!" sowie weitere Informationen zur Zukunftsmission Bildung und die Liste aller Unternehmen und Verbände, die den Aufruf zur Zukunftsmission Bildung unterzeichnet haben, finden Sie unter: www.zukunftsmission-bildung.de

Der Stifterverband ist eine Gemeinschaft von rund 3.500 engagierten Menschen, Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Ziel seiner Arbeit ist, Bildung und Wissenschaft neu zu denken und zu gestalten, um die Innovationskraft der Gesellschaft nachhaltig zu stärken. Als zentraler Impulsgeber analysiert er aktuelle Herausforderungen, fördert Modellprojekte und ermöglicht deren Verbreitung in vielfältigen Netzwerken. Er vernetzt Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, entwickelt gemeinsam Ideen und stößt politische Reformen an. In seinem Wirken konzentriert er sich auf zwei Handlungsfelder: Bildung und Kompetenzen sowie Kollaborative Forschung und Innovation. www.stifterverband.org

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Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen kündigen offenbar immer mehr Lehrkräfte ihren Job. Das geht aus einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hervor. Demnach sei die Zahl der Lehrkräfte, die ihren Job aufgegeben haben, im Vergleich zum vergangenen Jahr nochmal um 16 Prozent gestiegen. Besonders eindrücklich zeigt sich die Lage der ausgestiegenen Lehrkräfte im Zehn-Jahres-Vergleich. 2013 verzeichnete das Land laut dem Bericht noch 299 Dienstaustritte von verbeamteten Lehrkräften und angestelltem Schulpersonal. 2023 lag die Zahl schon bei 930. Die Zahlen haben sich also verdreifacht.

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) erkennt darin nur eine leichte Steigerung und findet die Zahlen nicht auffällig. Gegenüber dem WDR hat Feller mitgeteilt, dass es heute nun mal so sei, dass junge Menschen nicht auf Dauer bei einem Arbeitgeber bleiben würden. Diese Entwicklung sehe man auch in der Privatwirtschaft. Den Trend, den die Schulministerin hier aufzeigt, gibt es tatsächlich. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn sich diese gesellschaftliche Entwicklung auch bei Lehrkräften bemerkbar macht. Das Problem dabei: Das Land interessiert sich offenbar nicht für die genauen Beweggründe der kündigenden Lehrkräfte. Der WDR zeigt dies am Beispiel einer Lehrerin, die sich in ihrem Berufsalltag unter anderem mehr Unterstützung etwa durch Sonderpädagog:innen gewünscht hätte. Sie kann nicht nachvollziehen, warum Lehrkräfte, die diesen Beruf nicht weiter ausüben wollen oder können, nicht nach ihren Beweggründen für ihre Kündigung gefragt werden. 

Besonders viele Kündigungen hat es dem Bericht nach im Regierungsbezirk Düsseldorf gegeben, zu dem auch das Ruhrgebiet zählt. Dort hätten im letzten Jahr 278 Lehrkräfte gekündigt. Ein Grund dafür könnte sein, dass es in dem Bezirk viele Schulen in benachteiligten Stadtteilen gibt. Dort herrscht in Teilen besonders starker Lehrkräftemangel und dementsprechend eine hohe Belastung für die Lehrkräfte. 

Die anhaltend schwierige Situation und die hohe Zahl kündigender Lehrkräfte sorgt auch dafür, dass es Kritik an der Arbeit der NRW-Schulministerin gibt. Feller hatte zum Beispiel versprochen, dass insbesondere Grundschullehrer entlastet werden sollen. Dies solle auch durch Alltagshelfende erreicht werden. Von denen gibt es mittlerweile 1200 an Schulen in NRW, das sorgt aber wohl nur punktuell für Entlastung. Nicht mal jede zweite Grundschule hat bisher eine Alltagshelferin oder einen Alltagshelfer. Zudem müssten diese auch zunächst eingearbeitet werden, was zusätzliche Ressourcen in Anspruch nehme, bis sie tatsächlich eine Unterstützung im Alltag der Schule sein könnten. Auch von der Opposition in Nordrhein-Westfalen gibt es Kritik. Von der schulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Franziska Müller-Rech, heißt es etwa: "Wie viele Lehrkräfte müssen noch ihren einstigen Traumberuf an den Nagel hängen, damit die NRW-Landesregierung reagiert?"

Vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) kommt Gegenwind für Fellers Relativierung der Zahlen. Die NRW-Vorsitzende Anne Deimel sagte gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: “Der Lehrerberuf ist einer der schönsten, und es ist fatal, dass Menschen, die bereits im System sind, das Handtuch werfen, weil die schlechten Arbeitsbedingungen und die Überlastung sie dazu nötigen.” Die Regierung dürfe den Verlust nicht “herunterspielen”. 

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Ihr seid gerade aus der Schule oder überlegt anderweitig, den Lehrer:innenberuf einzuschlagen? Dann seid ihr hier genau richtig, denn wir wollen euch in unserer neuen Reihe das Lehramtsstudium in den verschiedenen Bundesländern vorstellen. Heute geht es um das Studieren in Bayern. In unserem Artikel zeigen wir euch alles Wichtige, was ihr zum Lehramtsstudium wissen müsst und was ihr beachten solltet, falls ihr vorhabt, Lehrer:in in Bayern zu werden.

Die verschiedenen Lehramtstypen

Bevor ihr ins Studium starten könnt, müsst ihr die erste große Entscheidung treffen. Welches Lehramt möchte ich machen? In Bayern könnt ihr zwischen verschiedenen Lehramtstypen wählen: Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium, berufliche Schule und Sonderpädagogik. Ihr seid euch noch nicht ganz sicher, welcher Weg zu euch passt? Die Seite des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. (BLLV) bietet euch persönliche Einblicke von Studierenden, um aus erster Hand Einsichten in die jeweiligen Typen zu erfahren. Denn: Es macht einen erheblichen Unterschied, an welcher Schulart ihr am Ende unterrichten werdet. Während ihr am Gymnasium die Schüler:innen auf das Abitur und damit auf eine akademische Laufbahn vorbereitet, werdet ihr beim Lehramt der Sonderpädagogik an einer Förderschule mit Kindern arbeiten, die eine geistliche oder körperliche Behinderung haben. Dort liegt der Fokus weniger auf der fachlichen Kompetenzvermittlung und mehr auf der pädagogischen Förderung der individuellen Entwicklung der Schüler:innen. Wollt ihr etwas praxisnaher arbeiten, mit Schwerpunkt auf Handwerkliches oder Technisches? Dann ist das Berufsschullehramt zu empfehlen. Hier könnt ihr beispielsweise den Studiengang Berufspädagogik mit den Richtungen Elektrotechnik und Informationstechnik oder Metalltechnik studieren (Friedrich-Alexander-Universität). Auf welche Schulart letztendlich eure Wahl fällt, hängt von eurer Präferenz ab, welche Altersgruppe ihr unterrichten wollt und was am Ende eurer Ziel als Lehrer:in sein soll. Was es bedeutet, die jeweiligen Schularten zu unterrichten und welche Anforderungen euch erwarten, könnt ihr auf der Seite des bayerischen Kultusministeriums nochmal genau nachlesen.

Zusätzlich könnt ihr euch einmal die Reihe “Lohnt sich das?” vom BR anschauen. Diese begleitet neben vielen anderen Berufen auch bayerische Lehrer:innen der Grundschule, Mittelschule, Realschule, und Berufsschule. Mit Fokus auf das Gehalt und Ausgaben der gezeigten Lehrer:innen gibt die Reihe auch Einblicke in die Tagesabläufe, die Arbeitsweise und die Schulen.

Übrigens ist es für euch auch später möglich, an einer anderen Schulart als eurer Lehramt zu arbeiten. Dafür müsst ihr euer Studium um Erweiterungsfächer ergänzen, beispielsweise können Mittelschullehrer:innen an Grundschulen arbeiten, falls sie zusätzlich das Fach “Didaktik der Grundschule” wählen.

Fächerkombinationen und Erweiterungsfächer

Die zweite wichtige Entscheidung ist die Fächerwahl. Im Grundschul- und Mittelschullehramt wählt ihr ein Unterrichtsfach, für das Realschul- und Gymnasiallehramt wählt ihr zwei Fächer. Im Berufsschullehramt müsst ihr eine berufliche Fachrichtung und ein allgemeinbildendes Unterrichtsfach auswählen. Studierende des Sonderpädagogiklehramts wählen zwei sonderpädagogische Fachrichtungen. Welche Fächerkombinationen für die jeweilige Schulart möglich sind, könnt ihr hier nachlesen. Trotzdem solltet ihr euch an eurer zukünftigen Uni erkundigen, welche Fächer angeboten werden, da nicht jede Uni jede Fächerkombination anbietet. Außerdem habt ihr noch die Möglichkeit, eure Fächer um ein weiteres Fach zu erweitern. Erweiterungsfächer sind sozusagen keine vollwertigen Unterrichtsfächer, die nur einen kleineren Umfang im Studium einnehmen. Eine Auswahl je nach Schulart findet ihr hier.

Aufbau des Studiums

Das Studium besteht hauptsächlich aus drei Bereichen: Erziehungswissenschaften, Fachwissen und Didaktik. Ihr beschäftigt euch während des Studiums inhaltlich intensiv mit den Fächern, die ihr ausgewählt habt, sowie mit den Besonderheiten eurer zukünftigen Schulform. Wie die jeweiligen Lehramtsstudiengänge aufgebaut sind, könnt ihr hier nachlesen. 

Die Regelstudienzeit für Grundschulen, Mittelschulen und Realschulen beträgt sieben Semester. Gymnasium sowie Sonderpädagogik können in neun Semestern abgeschlossen werden. Das Berufsschullehramt dauert in der Regel zehn Semester. Je nachdem, welche Fächerkombination ihr wählt, kann dies jedoch variieren. Nach dem sechsten Semester erhält man an manchen Universitäten nach Erwerb von 180 Leistungspunkten je nach Fachstudium einen Bachelorgrad, also z.B Bachelor of Arts, Science oder Education. Danach folgt die erste Staatsexamsprüfung oder im beruflichen Lehramt die Masterprüfung. Habt ihr die erfolgreich überstanden, ist damit euer Studium abgeschlossen. Für die weitere Ausbildung zum Lehrer:in folgt danach noch der zweijährige Vorbereitungsdienst, auch Referendariat genannt, in dem ihr endlich eigenverantwortlich an einer Schule unterrichtet. Mehr Einblicke ins Referendariat könnt ihr in unseren Artikeln zum Thema bekommen. Darauf folgt die zweite Staatsprüfung, die aus Lehrproben sowie mündlichen und schriftlichen Prüfungen besteht. Habt ihr diese bestanden, habt ihr eure Lehramtsausbildung abgeschlossen.

Praktika

Außerdem werdet ihr in eurem Lehramtsstudium mehrere Praktika absolvieren. Alle Lehrämter haben mindestens ein Betriebspraktikum in einem nicht-pädagogischen Rahmen von acht Wochen, ein Orientierungspraktikum von drei bis vier Wochen,  dass vor dem Studium stattfindet, ein Schulpraktikum von 150-160 Unterrichtsstunden sowie ein studienbegleitendes fachdidaktisches Praktikum abzuleisten.

Die Praktika dienen vor allem dazu, mehr Praxis in das Studium einfließen zu lassen, das durchaus theorielastig sein kann. Durch die vielen Praktika soll sichergestellt werden, dass sich die Student:innen genügend ausprobieren und auch in andere Bereiche schnuppern können. Allerdings werdet ihr in den Praktika, die in der Schule stattfinden, hauptsächlich beobachten. Ihr sitzt also die meiste Zeit im Klassenzimmer und schaut euch den Unterricht an. Ihr werdet aber auch die Möglichkeit bekommen, eigenständige Unterrichtseinheiten zu gestalten. Mehr Infos zu den verschiedenen Praktika findet ihr auf der Seite des bayerischen Philologenverbandes (bvp).

Wo kann ich auf Lehramt in Bayern studieren? 

In Bayern stehen euch viele verschiedene Universitäten zur Auswahl, an denen ihr Lehramt studieren könnt. Manche Unis bieten allerdings nicht alle Lehramtstypen an. Je nachdem, für welche Schulart ihr euch entscheidet, solltet ihr euch also vorher gut informieren. Förderschullehramt und Berufsschullehramt sind separat zu betrachten und nur an ausgewählten Unis verfügbar. Eine Liste der verfügbaren Unis, unterteilt nach Schulart, findet ihr hier. Zusätzlich zu den klassischen Universitäten, habt ihr auch die Möglichkeit, euer Studium an einer Musik- oder Kunsthochschule zu machen, wenn ihr entsprechend Musik oder Kunst als ein Fach unterrichten wollt. Die Akademie der Bildenden Künste München bietet beispielsweise die Fachrichtung Kunst im Doppelfach an. Allerdings muss ein solches Fachstudium auch von einem erziehungswissenschaftlichen Studiumsteil begleitet werden, der dann meistens an einer anderen Uni abgelegt wird. Alle näheren Informationen findet ihr dazu auf den jeweiligen Webseiten der Universitäten.

Auch für die Zulassungsvoraussetzungen solltet ihr euch je nach Uni vorher informieren. Generell sind die Studiengänge für Lehramt zulassungsfrei. Für manche Fächer gilt aber der Numerus Clausus, auch dies müsst ihr individuell für eure Uni und eure Fächer nachschauen. Für alle Lehramtsstudiengänge aber ist das Abitur bzw. die allgemeine Hochschulreife ein Muss. Auch mit der fachgebundenen Hochschulreife könnt ihr Lehramt studieren. Hier ist der Studiengang aber abhängig von den jeweiligen Ausbildungsrichtungen. Mehr dazu und welche Studiengänge euch dann offen stehen, findet ihr hier. Die Fachhochschulreife, die beispielsweise an Fachoberschulen oder Berufsoberschulen abgeschlossen wird, berechtigt dagegen nur zum Studium an Fachhochschulen, an denen in der Regel keine Lehramtsstudiengänge studiert werden können. Ausnahme ist das Berufsschullehramt, das beispielsweise auch an Fachhochschulen studiert werden kann, wenn anschließend ein Masterstudium an einer Universität abgeschlossen wird. Dies bietet beispielsweise die Technische Hochschule Amberg-Weiden im Studiengang Ingenieurpädagogik in Kooperation mit der Technischen Universität München an.

Außerdem gibt es für manche Fächer Eignungsprüfungen, die für die Zulassung zum Studium notwendig sind. Dies kann je nach Uni für die Fächer Sport, Kunst, Musik und in manchen Fällen auch für Englisch vorliegen.

Für mehr Informationen, sowie Tipps zum Unileben findet ihr auf der Seite des BLLV.

Arbeiten als Lehrkraft in Bayern: Zukunftsaussichten 

Falls ihr beschließt, Lehramt zu studieren, solltet ihr euch auch Gedanken darum machen, wie es in Zukunft um den Lehrerberuf und die Ausübung dessen in Bayern steht. Wir wollen euch nur eine kleine Auswahl an vergangenen und im Moment diskutierten Problemen und Änderungen geben, die das bayerische Schulsystem betreffen.

Erst kürzlich hatte Söder (CSU) massiv Kritik erhalten, nachdem er ankündigte, die Teilzeitquote bei Lehrkräften zu reduzieren (LehrerNews berichtete). Dieses Vorhaben würde die Attraktivität des Berufs schmälern, was vor allem in Zeiten des Lehrkräftemangels nicht von Vorteil wäre, wie Simone Fleischmann vom BLLV bemerkt.

Bundesweit stecken die Schulen in einer Krise: Neben der mangelnden Digitalisierung ist der Lehrkräftemangel auch in Bayern zu spüren. Der ehemalige Kultusminister Michael Piazolo bestätigte im September zwar, es wären genug Lehrkräfte für dieses Jahr eingestellt worden, trotzdem gab es von vielen Bildungsverbänden und der Opposition Kritik: Lehrer:innen würden verheizt, seien überlastet und könnten die vielen Aufgaben nicht angemessen erledigen. Dabei kommt es immer wieder zu Unterrichtsausfällen. Dieses Schuljahr starteten nochmals rund 30.000 Schüler:innen mehr als noch im vergangenen Jahr. Dazu kommen 30.000 ukrainische Kinder, die integriert werden müssen. Die bayerische Regierung plant den Mangel zum einen durch Quereinsteiger:innen zu reduzieren. Diese haben die fachliche Kompetenz aber müssen das pädagogische Studium per Crashkurs im Referendariat nachholen. Für das Schuljahr 23/24 werden ca. 330 Bewerbungen erwartet. Die andere Maßnahme ist die Nachqualifizierung von Hilfskräften, die also bereits an einer Schule arbeiten, allerdings nicht als Lehrer:in. Auch diese können nun durch eine nachträgliche Ausbildung den pädagogischen Teil nachholen. Auch Studierende sollen gegen den Mangel in Form eines Praxissemesters eingesetzt werden. Dies kann aber nur mit nötiger Betreuung funktionieren, wie die BLLV betont. Außerdem kündigte Söder im Januar 2023 an, Lehrkräfte aus anderen Bundesländern abzuwerben, indem man sie durch Prämien und ein besseres Gehalt locken könne. 

Dementsprechend gut sieht die Lehrerbedarfsprognose, die jedes Jahr vom  Kultusministerium veröffentlicht wird, eure Einstellungschancen an. Im Moment gibt es sehr gute Einstellungsaussichten für Lehramtsabsolvent:innen in allen Lehrämtern in den nächsten zehn Jahren. Laut GEW ist diese Prognose allerdings “meist ziemlich nutzlos”, da jedes Jahr die Rahmenbedingungen dafür verändert werden. Es kommt auch immer auf eure Fächerkombination und Schulart an. Je nachdem, was eher gebraucht wird, ist die Einstellungschance entsprechend höher.

Auch so einige politische Entscheidungen, werfen einen Schatten auf den Lehrberuf in Bayern. Das Gender-Verbot an bayerischen Schulen und Behörden hatte erst im Dezember zu großer Aufmerksamkeit geführt. Ministerpräsident Söder kündigte damals an: “(...) Mit uns wird es kein verpflichtendes Gendern geben. Wir werden das Gendern in Schulen und Verwaltungen sogar untersagen.“ Wann und in welcher Form das Gender-Verbot kommen soll, ist Stand Februar immer noch nicht bekannt. Kritik erfuhr diese Aussage damals von vielen Bildungsverbänden, besonders weil es dadurch zur weiteren Spaltung und Polarisierung in der Schulgemeinschaft kommen könne, wie der Vorsitzende Ulrich Babl der bvp erklärt hat.

Bayern gilt generell als Nachzügler in Bezug auf LGBTQIA+-Rechte, da es beispielsweise das einzige Bundesland ist, das noch keinen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit erarbeitet hat, obwohl ein solcher von Söder versprochen wurde. Das Gender-Verbot sei bei der Umsetzung eines solchen Aktionsplan allerdings widersprüchlich, da die geschlechtliche Vielfalt ebenso in der Sprache ermöglicht werden müsse, wie Kai Kundrath, Geschäftsführer des Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums München e.V. betont.

Auch das Studium selbst bleibt nicht von Kritik verschont. Eine Umfrage vom letzten Jahr unter 3.000 Student:innen zeigt einige Probleme auf. Dabei stehen vor allem die Praktika und die Betreuung in der Kritik der Befragten. Nur 20 Prozent sehen die Praktika als sinnvoll an, besonders das Berufspraktikum nehme zu viel Platz ein und hätte keinen Sinn. Des Weiteren seien die Lehrkräfte und Dozent:innen überarbeitet und fachfremd, antworten mehr als die Hälfte der Befragten. Auch das erste Staatsexamen sei laut Umfrage “völlig unangemessen und nicht zeitgemäß”. Außerdem beenden laut BLLV rund 40 Prozent der eingeschriebenen Studierenden das Studium nicht. Auch hier wird das Staatsexamen als Grund genannt, das eine zu große Hürde darstelle. Der Landesstudierenderant fordert deshalb eine Überarbeitung der Ausbildung, mitsamt Referendariat sowie des Staatsexamens.

Denkt ihr darüber nach Lehramt zu studieren? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Also, wo geht's hier zur Toilette? Eine scheinbar einfache Frage, aber für manche ist die Antwort alles andere als klar. Auch die Stadt Hannover beschäftigt diese Frage: Vier der 31 Schulen in der Trägerschaft der Verwaltung haben geschlechtsneutrale Toiletten (Stand 2022). Dabei gibt es keine einheitlichen Vorgaben. "Soweit ein Bedarf an Gender-Toiletten entsteht, werden vorhandene Räumlichkeiten umgebaut beziehungsweise umgewidmet", äußerte sich die Region. Diese Entwicklung steht im Kontext einer breiteren Diskussion über Inklusion, Gleichberechtigung und des Respekts für die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten. Geschlechtsneutrale Toiletten, auch als genderneutrale oder unisex Toiletten bekannt, sind eine Antwort auf die Bedürfnisse von Schüler:innen und Lehrer:innen, die sich nicht in das traditionelle binäre Geschlechtssystem einordnen möchten oder können. Die Pro und Contra Argumente zur Debatte um geschlechtsneutrale Toiletten haben wir uns bereits in diesem Artikel angesehen. 

Im Bundesland Niedersachsen gewinnen geschlechtsneutrale Toiletten an Schulen zunehmend an Bedeutung. Während sie noch nicht flächendeckend eingeführt sind, werden sie in einigen Regionen bereits als Antwort auf die Bedürfnisse von Schüler:innen, die sich weder als männlich noch als weiblich identifizieren, angeboten. Es gibt noch keine einheitlichen Vorgaben. Insbesondere im Landkreis Harburg sollen Unisex-Toiletten bei Schulneubauten zur Regel werden, auch andere Kreise erwägen ähnliche Maßnahmen. „Die Stadt Hannover verfolgt das Ziel, bei allen Neubauten und größeren Sanierungsvorhaben grundsätzlich nur noch geschlechterneutrale WC-Anlagen zu errichten. Bei den laufenden Planungen wird dies bereits berücksichtigt“, so die Pressesprecherin der Stadt Hannover, Susanne Stroppe, auf Nachfrage von Lehrer News.

Die Anfragen nach geschlechtsneutralen Toiletten nehmen von Seiten der Schüler:innen zu. Niedersachsens Kultusministerin, Julia Willie Hamburg (Grüne), unterstützt die Initiative: „Wenn die Wünsche und Bedarfe vor Ort entsprechend sind, dann wollen wir das auch ermöglichen“.  Schulen, die geschlechtsneutrale Toiletten einführen wollen, werden dabei von der Stadt Hannover „beraten und unterstützt“, äußerte sich Stroppe. „Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten werden Umsetzungsmaßnahmen geprüft und durchgeführt.“ Diese Unterstützung kommt dabei aus verschiedenen Bereichen: „dem Gleichstellungsbüro — Referat für Frauen und Gleichstellung, Gleichstellungsbeauftragte und von den Beauftragten für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“, so Stroppe. Allerdings gebe es in einigen Kreisen wenig Interesse an der Einführung von Unisex-Toiletten. 

Ein weiteres Projekt, das parallel dazu läuft, ist die Bereitstellung kostenloser Hygieneartikel, das in vielen Städten und Kreisen positiv aufgenommen wird. Dazu wird nach einer einheitlichen Regelung gesucht, um die Produkte für die Schüler:innen verfügbar zu machen. Sie werden in den WC-Räumen kostenlos ausgelegt oder über Automaten bereitgestellt. Eine andere Möglichkeit, die einige Schulen anbieten, ist die Möglichkeit, Hygieneartikel an bestimmten Ausgabestellen, etwa im Sekretariat oder bei Sozialarbeiter:innen, zu erhalten. 

Auch andere Städte führten in den letzten Jahren Unisex-Toiletten in Schulen ein. In Darmstadt wurden geschlechtsneutrale Toiletten errichtet, nachdem die Stadtverordneten in einer Sitzung beschlossen haben, das Konzept an drei bis fünf Schulen versuchsweise umzusetzen. Dieses Konzept umfasst auch inklusive Schultoiletten sowie kostenfreie Hygieneartikel an Schulen. „Unhygienische Zustände, Schmierereien und Vandalismus an Schultoiletten haben wohl schon alle erlebt“, meint Schuldezernent Holger Klötzner (Volt). Unisex-Toiletten sollen dafür eine Lösung darstellen. Klötzner hebt außerdem hervor, dass diese Pilotprojekte eine neue Haltung zu Schultoiletten etablieren sollen, die als Blaupause für andere Schulen dienen können. In die Planung werden Schulleitungen, Elternvertretungen und der Stadtschüler:innenrat einbezogen, um Diskriminierungen zu beenden und Schultoiletten auf Unisex auszulegen.

Auf der anderen Seite wird betont, dass Toiletten auch Rückzugs- und Schutzräume sind, insbesondere für Menschen mit Menstruation. Das Frauenbüro schlägt vor, sowohl Unisextoiletten als auch getrennte Männer- und Frauentoiletten einzurichten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Aufgrund von Beschädigungen bei Pilotprojekten im Vorjahr mit Hygieneautomaten sollen individuelle Lösungen für die Bereitstellung von Hygieneartikeln gefunden werden.

Auch an der Sägefeldschule in Ulm wurde eine wegweisende Maßnahme umgesetzt: Statt getrennter Toiletten für Jungen und Mädchen gibt es nun eine gemeinsame Toilette für alle älteren Schüler:innen. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem der Zustand der bisherigen Schultoiletten als desolat beschrieben wurde. Die Einführung einer "Toilette für alle" sollte auch hier Lösungen für Probleme wie Beschädigungen und Vandalismus bieten. Die neu gestaltete Toilette verfügt ausschließlich über Kabinen. Die Waschbecken sind durch die bodentiefen Fenster gut einsehbar und die Toiletten wurden mit einem digitalen Zugangssystem ausgestattet, durch das Schüler:innen außerhalb der Pausen nur mit einem Chip Zugang zu den Toiletten haben.

Trotz anfänglicher Bedenken haben sich Schüler:innen und Lehrkräfte schnell an die neue Regelung gewöhnt und schätzen die verbesserte Ausstattung. Michael Mittelstaedt, Vorsitzender des Landeselternbeirats in Baden-Württemberg, sieht in Unisex-Toiletten einen „pragmatischen und wirtschaftlichen Ansatz“.

Geschlechtsneutrale Toiletten sind in Deutschland noch nicht weit verbreitet, aber es gibt zunehmende Forderungen nach ihrer Einführung. Cornelia Euchner, Schulleiterin der Sägefeldschule, ist überzeugt, dass sich die Gesellschaft in Richtung einer Toilette für alle entwickelt und betont, dass ihre Schule hier bereits Vorreiter ist.

Gibt es an eurer Schule geschlechtsneutrale Toiletten? Wie steht ihr dazu?

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Von Schüler:innen manchmal belächelt, aber auch hoch geschätzt als Abwechslung zum sonstigen Schulalltag, bietet der Sportunterricht Lehrkräften eine breite Palette an Möglichkeiten, um Dinge auszuprobieren und neue Wege zu gehen. Doch zum Teil ist es gar nicht so einfach, an Impulse und neue Ideen für die Konzeption des eigenen Sportunterrichts zu kommen. Im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Fächern etwa ist das Unterstützungsangebot im Bereich des Sportunterrichts häufig viel kleiner. Es gibt natürlich trotzdem Wege, wie ihr euren Sportunterricht weiterentwickeln und euren Schüler:innen Abwechslung bieten könnt. Wir haben euch einige Seiten und Anlaufstellen zusammengetragen, damit ihr frischen Wind in eure Sportklassen bringen könnt.

Die bewährte Bank

Für engagierte Lehrkräfte dürfte der Bildungsserver keine Neuigkeit mehr sein, aber der Vollständigkeit halber soll er auch in dieser Aufzählung nicht fehlen. Auch zum Sportunterricht finden sich auf dem Bildungsserver Materialsammlungen, gesamte Unterrichtskonzepte und Anregungen für ausgefallene Gestaltungsmöglichkeiten des Unterrichts. Sowie in anderen Fächern auch, ist der Bildungsserver nur eine Plattform, auf der Inhalte anderer Anbieter gesammelt werden. Die Seite greift auf Angebote anderer Webseiten zu und verlinkt diese. Die Auswahl findet in der Regel sehr sorgsam statt, aber dadurch, dass der Bildungsserver die Inhalte nicht selbst produziert und pflegt, hat er auch keinen Einfluss darauf, ob Inhalte aktuell gehalten werden. Für einen ersten Überblick zu verschiedenen Sportthemen lohnt sich der Klick auf den Bildungsserver aber in jedem Fall. 

Am Puls der Zeit 

Die Seite Wimasu setzt eher auf Qualität statt Quantität. Die Webseite ist übersichtlich und modern gestaltet und lässt sich ganz angenehm nutzen. Nach eigenen Angaben hilft Wimasu “Sportlehrkräften dabei, ihren Sportunterricht zu gestalten. Zudem werden neue und innovative Unterrichtsideen aufgegriffen und thematisiert”. Die Beiträge auf der Seite lesen sich frisch und nicht so, als ob der Sportlehrer oder die Sportlehrerin aus eurer eigenen Schulzeit sie geschrieben hat. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Unterrichtsplanung nicht bei der Auswahl von Spielen aufhört, sondern auf der Webseite auch thematisiert wird, wie man etwa Teams am besten einteilen sollte. Dieser Ansatz spricht für eine Awareness, die sich auf der Seite an verschiedenen Stellen immer wieder findet. 

Die Organisation arbeitet bei der Gestaltung ihrer Beiträge mit ansprechenden Grafiken, die Lust darauf machen, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Unter dem Reiter “Unterrichtsideen” kann man gezielt nach Kategorien filtern, die für einen selbst interessant sind. Die Ideen zur Unterrichtsgestaltung sind zum Teil unkonventionell und überraschend, was es gerade für ambitionierte Sportlehrkräfte spannend macht. Die Beschreibungen der Einheiten sind kurz, knapp und auf den Punkt formuliert. Hilfreich sind zudem auch die grafischen Darstellungen, wie zum Beispiel bei Spielen die Sporthalle aufgeteilt sein muss. Unter dem Punkt “Wissen” gibt Wimasu theoretischen Input, um sich mit etwas abstrakten Themen wie etwa “Fairness” zu beschäftigen. Wimasu betreibt auch einen eigenen Youtube-Channel, was es Lehrkräften noch leichter macht, neue Übungen und Spiele zu verstehen und sie dann besser umsetzen zu können. Außerdem  bietet euch die Seite Werkzeuge, die die Planung eures Sportunterrichts zusätzlich erleichtern können. Zum Beispiel könnt ihr mit dem Hallenplaner digital eure Sporthalle nachbauen und für die jeweiligen Einheiten planen, damit ihr für eure Stunden top vorbereitet seid. Was ihr unbedingt wissen solltet: Wimasu ist ein Unternehmen und möchte auch Geld verdienen. Viele der Materialien werden gratis zur Verfügung gestellt, aber Zusatzmaterialien, wie der Hallen-Planer, sehr ausgefeilte Unterrichtskonzepte oder  Fortbildungen bietet Wimasu gegen Geld an. 

Mit Personality

Viele von uns schätzen es mittlerweile sehr, wenn sie wissen, wer genau hinter Inhalten steckt. In sozialen Medien lässt sich dieses Bedürfnis gut befriedigen, weil hier Influencer:innen Beiträge kuratieren und ihre Follower:innen zum Teil sehr intensiv in Entwicklungsprozesse einbinden. Dies kann zum Beispiel dadurch passieren, dass man ihnen per Nachricht oder Kommentar Fragen zusendet und sie dann explizit darauf antworten können. Wir können hier nur einen kleinen Teil der Sportunterricht-Influencer:innen abbilden und nicht detailliert auf alle eingehen, aber vielleicht ergibt sich für euch ja hieraus die Möglichkeit, die Kanäle der vorgestellten Accounts genau abzuchecken. Ein Beispiel für einen solchen Kanal ist “bewegungserna”. Sie ist Lehrerin an einer Grundschule, kooperiert mit Wimasu und postet eher unregelmäßig neuen Content. “Sport_professor” stellt regelmäßig neues Material für Lehrkräfte online, einige Inhalte sind allerdings kostenpflichtig. Und auch die Plattform “Wimasu” hat einen sehr aktiven Instagram-Account, auf dem regelmäßig neue Ideen und hilfreicher Content platziert werden. Im Gegensatz zu anderen Fächern scheint der Sportunterricht bei Bildungs-Influencer:innen noch wenig besetzt zu sein. Solltet ihr euch dazu berufen fühlen, wäre hier auf jeden Fall die Möglichkeit, eine Nische zu besetzen, für die Bedarf und Interesse besteht. 

Hier lohnt sich das Suchen

Wenn es mal nicht ganz so schnell gehen muss, dann lohnt es sich, mal einen Blick auf lehrer-online.de zu werfen. Mit Hilfe der Filterfunktion lässt sich relativ gut Material finden, das auf die individuellen Wünsche passt. Es ist aber auch einfach empfehlenswert, mal durch das Angebot auf der Seite zu scrollen. Die Seite wartet mit einigen unkonventionellen Unterrichtsvorschlägen auf, die starre Sportunterrichtskonzepte durchbrechen können. Lehrkräfte bekommen dabei einen hilfreichen Input zur Planung der Stunden. Die Beschreibungen der Ideen sind kurz gehalten, aber an den meisten Stellen trotzdem gut verständlich. Das Angebot auf der Seite ist etwas kleiner als bei den anderen Anbietern, aber für nette Ideen reicht es allemal. Es gibt allerdings noch einen Haken: Um Zugriff auf alle Unterrichtsmaterialien zu erhalten, ist eine Premium-Mitgliedschaft notwendig. Diese kostet im günstigsten angebotenen Tarif 4,49€ im Monat. 

Der Evergreen

Eine absolut bewährte Größe in der Szene ist die Seite Sportunterricht.de. Ehrlicherweise wirkt die Webseite so, als wäre sie nie ganz im 21. Jahrhundert angekommen, aber dieser Eindruck spiegelt nicht das gesammelte Angebot wider. Denn in verschiedenen Kategorien finden sich auf der Seite Übungsbeispiele, Schaubilder, Apps und Querverweise zu anderen Anbietern entsprechender Infos. Nehmen wir zum Beispiel Aerobic. Diese Einheit gehört für viele Schüler:innen sicherlich nicht zu den beliebtesten Sportarten ihrer Sportunterricht-Karriere, dennoch wird sie in Teilen curricular vorgeschrieben und ist zudem auch einfach sinnvoll, um die Varianz von Sportarten im Unterricht abzubilden. Sportunterricht.de bietet auch einen Aufbau-, Organisations- und Taktikplaner, um Übungen und die Sporthallengestaltung möglichst effektiv machen zu können. Hier sind kostenfreie Versionen zu nutzen, die nicht besonders schön, aber nützlich sind. 

Um auf Material und Tipps zum Thema Aerobic zu kommen, verfolgt man auf der Seite einfach den Reiter “Bewegung, Spiel und Sport”. Darunter sind alle Sportarten, zu denen Material gesammelt ist, alphabetisch geordnet. Hier lässt sich die Unterseite “Aerobic / Aerobic in der Schule” öffnen. Zunächst werden dort Beiträge und Artikel zum Thema gesammelt. Diese lassen sich zum Beispiel dafür nutzen, um einen theoretischen Einstieg in den Unterricht zu schaffen. Zudem werden auch Praxisbeispiele gesammelt. Diese reichen von einfachen ersten Grundschritten über die Anleitung zur Erarbeitung einer eigenen Choreografie zur Erweiterung des klassischen Aerobics — etwa durch Drum Aerobic oder dem Einsatz von Bällen in Aerobic-Sessions. Und zum Teil gibt es auch Verweise auf Videos zu den Themen oder auf Bücher, die sich damit befassen. Alles in allem, lassen sich auf Sportunterricht.de viele hilfreiche Impulse finden. Das Nutzungserlebnis der Seite ist nur nicht besonders angenehm. Und es ist nicht immer deutlich, ob die gesammelten Materialien auf dem neuesten Stand sind oder sie vielleicht bereits als überholt gelten könnten. 

Mit Blick auf die Vielfalt der angebotenen Unterstützungsmöglichkeiten und Gestaltungsideen für den Sportunterricht, zeigt sich wieder, wie abwechslungsreich dieses Fach in der Schule sein kann. Mit etwas Hingabe und Recherche können eure Schüler:innen richtig viel aus dem Sportunterricht mitnehmen und ihn als so bereichernd erleben, wie ihr selbst dieses tolle Fach empfindet. Habt ihr noch andere hilfreiche Anlaufstellen für Unterrichtsmaterialien und Ideen für den Sportunterricht? Dann schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Moin! Hamburg, die beliebte Metropole an der Elbe, ist nicht nur für die leckeren Fischbrötchen und die Reeperbahn, die niemals schläft, bekannt. Für Schulklassen auf Entdeckungstour bietet die Hansestadt ebenso viele spannende Ausflugsziele. Von Hafenrundfahrten bis zu außergewöhnlichen Museumswelten – wir präsentieren euch vier Ausflugsideen, die nicht nur euren Bildungshorizont erweitern, sondern auch für jede Menge Spaß sorgen. Sucht ihr Ausflugsziele für andere Bundesländer? Hier könnt ihr mehr Ideen durchstöbern!

Hafenrundfahrt mal anders: Lernorte Hafenwelt

(Quelle: Pixabay)

Was in Hamburg auf gar keinen Fall fehlen darf: Der berühmte Hafen der Hansestadt! Anstatt aber eine durchschnittliche Hafenrundfahrt zu unternehmen, gibt es viel spannendere Möglichkeiten, den Hafen zu erkunden. Das Unternehmen Hafenkompass bietet seit zehn Jahren verschiedene Exkursionen für Schulklassen am Hamburger Hafen an. Zusammen mit Diplomgeographen entdeckt ihr den Hafen auf einer lehrreichen Orientierungstour. Ihr führt Experimente mit Karten, Kompass und GPS durch. Das heißt: Unbedingt warme, wasserfeste Kleidung und feste Schuhe! Das Angebot eignet sich für die 4. Klasse bis zur 13. Klasse, besonders in den Fächern Geografie und Technik. Ihr habt die Auswahl zwischen verschiedenen Exkursionen, die jeweils ca. drei Stunden dauern. Die Preise sind abhängig von der Teilnehmer:innenzahl und dem gewünschten Programm.

Die Exkursion für Schüler:innen der Klasse vier bis sechs bietet z.B. praxisnahe Lernmöglichkeiten. Die Tour führt euch von den Landungsbrücken durch Hafenkanäle, Brücken und Industriegebiete. Hauptaufgaben eines Hafens werden erläutert und der Umgang mit Karten und Kompass geübt. Ein Besuch in einer Schatzkammer mit Gewürzen, Kaffee und Kakao vermittelt geographisches Wissen über die Herkunftsländer der Waren und den Weg der Güter in den Hamburger Hafen. Vorab könnt ihr auch Expert:innengespräche vereinbaren. Mehr zu diesem Angebot Informationen findet ihr hier

Für Schüler:innen ab der 6. Klasse gibt es die Möglichkeit, den Seezollhafen als GPS-Tour zu Fuß zu entdecken. Die Klasse erkundet den Hafen durch Geocaching und lernt dabei die Arbeitsweisen des Hafens kennen. Außerdem werden die beruflichen Perspektiven des Logistikstandorts Hamburg vorgestellt und gezeigt. Mehr Infos findet ihr hier

Für die 10. - 13. Klassen könnt ihr euch für Exkursionen mit den Schwerpunkten auf Container und die Logistik der Hafenwirtschaft oder nachhaltiger Transport und Klima entscheiden. Mehr Details zu den einzelnen Exkursionen findet ihr hier.

Der Start aller Exkursionen ist die Stintfang Aussichtsterrasse in der Nähe der Landungsbrücken. Mit dem ÖPNV ist sie gut zu erreichen, der Bahnhof Hamburg Landungsbrücken mit U-Bahn und S-Bahn-Anbindung ist ganz in der Nähe. Von dort führt eine Fußgängerbrücke hinüber. Übrigens: Genau auf der Aussichtsplattform befindet sich die Jugendherberge „Auf dem Stintfang“. 

Ausstellung in völliger Dunkelheit: Dialog im Dunkeln

(Quelle: Dialoghaus Hamburg)

Wollt ihr mal ein etwas anderes Museumserlebnis? Die Ausstellung des Dialoghaus Hamburg “Dialog im Dunkeln“ bietet für Gruppen eine besondere Führung. Denn: Blinde oder sehbehinderte Guides führen euch in kleinen Gruppen durch die lichtlose Ausstellung, die mit verschiedenen Parcourabschnitten versehen ist. Nur mit einem Langstock ausgestattet, nutzt ihr die anderen Sinnesorgane und erfahrt die alltägliche Welt durch Tasten, Hören und Riechen. Dabei helfen euch die Guides, um die verschiedenen Stationen zu bewältigen. Im Preis inbegriffen ist das Dialog Lab, mit der Ausstellung „Mittendrin“, dass sich im Foyer des Museums befindet. Dort können die Schüler:innen in den Wartezeiten eigenständig Stationen mit dem Thema Barrierefreiheit erkunden. Am Ende der Tour gibt es noch die Möglichkeit in der Dunkelbar, in völliger Dunkelheit etwas zu bestellen und zu bezahlen. Dort können Schüler:innen dann auch in einer offenen Diskussionsrunde Fragen an ihre Guides stellen.

Das Check-in beginnt 20 Minuten vorher, die Tour dauert ca. 60 Minuten. Wichtig ist, dass keine Gegenstände mit in die Ausstellung genommen werden sollen. Diese können in die Schließfächer vor Ort eingeschlossen werden. Wenn ihr wollt, könnt ihr Geld für die Dunkelbar in die Hosentasche tun. Pro acht Personen kostet die Tour 128 Euro. Empfohlen ist die Tour ab der 2. Klasse, allerdings sollte vorher abgeklärt werden, dass die Schüler:innen keine Probleme haben, 90 Minuten in völliger Dunkelheit zu verbringen.

Die Ausstellung befindet sich in der Speicherstadt. Mit der U-Bahnlinie U1 ist es von der U-Bahnstation Meßberg ein ca. vier Minuten Fußweg bis zum Dialoghaus. Alternativ könnt ihr mit der Buslinie 3 an die Haltestelle Bei St. Annen fahren. Vom Hauptbahnhof ist es ca. zehn Minuten zu Fuß.

Übrigens gibt es gleich nebenan die Ausstellung “Dialog im Stillen“, bei der ihr in völliger Stille Einblicke in das Leben von gehörlosen Menschen gewinnen könnt.

Mehr Informationen zu den Ausstellungen findet ihr hier

Die grüne Oase Hamburgs: Gut Karlshöhe

(Quelle: Gut Karlshöhe)

Ihr habt Lust auf ein naturnahes Erlebnis? Das Umweltzentrum Gut Karlshöhe bietet auf dem rund neun Hektar großen Grundstück in Hamburg-Bramfeld eine riesige Erlebniswelt für einen besonderen Ausflugstag im Freien. Das Gut ist mit dem NUN-Zertifikat als Bildungszentrum für Nachhaltigkeit ausgezeichnet und bietet zahlreiche Bildungsangebote von der Vorschule bis zur Oberstufe. Ein Angebot ist zum Beispiel die KinderForscherWerkstatt, in der die Schüler:innen zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft selbst tüfteln und experimentieren können. Wenn ihr lieber etwas draußen unternehmen wollt, gibt es auch viele Kurse, die im Außengelände stattfinden.

Die meisten Kurse dauern zwischen zwei und drei Stunden. Je nach Kurs sind die Preise unterschiedlich, meistens kosten sie aber zwischen ca. 70 Euro und 200 Euro. Einige sind auch kostenlos. Welche Bildungsangebote es gibt, könnt ihr auf der Website nachschauen. Hier könnt ihr mithilfe von drei Filtern das passende Angebot aus der Liste finden. Zu den Angeboten gibt es Begleitmaterial und Infoblätter zum Ausdrucken, die ihr zur Vorbereitung oder zur Nachbesprechung im Unterricht verwenden könnt.

Ihr wollt auf eigene Faust das Grundstück und seine Natur erkunden? Dann lohnt sich der ca. 1 km lange “EntdeckerRundweg”. Auf diesem könnt ihr das Gelände spielerisch und durch Infotafeln an verschiedenen Stationen, wie den Bienenhäusern oder der Wetterstation, entdecken. Außerdem könnt ihr hier viele Tiere, z.B. die Schafe des Hofs, kennenlernen. Hierfür bietet das Gut auf ihrer Website einen Ralleybogen zum Ausfüllen an, den ihr vorher ausdrucken könnt. Der Rundweg ist kostenlos ganzjährig ab neun Uhr geöffnet. Auch für Stärkung ist auf dem Gut gesorgt. Auf dem Gelände gibt es ein Bistro und ein Restaurant.

Das Gut Karlshöhe liegt außerhalb Hamburgs und ist am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Vom Bahnhof-Barmbek im Norden Hamburgs fahrt ihr mit der Buslinie 17 bis zur Haltestelle Karlshöhe oder mit der 18 bis zur Haltestelle Am Stühn Süd. Von da ist es dann noch ein zehn Minuten Fußweg.

Wie ihr seht, bietet Hamburg viele spannende Exkursionen und Museumsbesuche, die den nächsten Schulausflug zu einem einzigartigen Ereignis machen! Habt ihr noch mehr Ideen für interessante Exkursionsziele in der Hansestadt?

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Berlin. Immer öfter kursieren im Internet und in den sozialen Medien falsche Informationen, die absichtlich und auch koordiniert verbreitet werden, um zu täuschen und zu manipulieren – sogenannte Desinformationen. Besonders häufig treten sie im Kontext von Wahlen auf, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und das Vertrauen in die Demokratie zu schwächen. Um dem entgegenzuwirken, haben die Bertelsmann Stiftung, die Amadeu Antonio Stiftung und der gemeinnützige Verein codetekt e.V. die Initiative „faktenstark“ in Sachsen gestartet, wo in diesem Jahr die Landtagswahl ansteht. „Wir wollen die Demokratie schützen und deshalb die Menschen im Umgang mit Desinformationen nicht allein lassen. Bei ‚faktenstark‘ erfahren Bürgerinnen, wie sie sich vor Manipulationen schützen und was sie tun können, wenn sie auf Desinformationen stoßen“, erklärt Julia Tegeler, Projektmanagerin bei der Bertelsmann Stiftung.

Dafür setzt das „faktenstark“-Team auf verschiedene Informations- und Bildungsangebote. Dazu gehören vor allem Workshops, die von April bis August online und in Sachsen vor Ort stattfinden. Sie richten sich an alle interessierten Bürgerinnen ab 18 Jahren, die in ihrem Beruf, ihrem Ehrenamt oder in ihrer Freizeit mit Desinformationen in Berührung kommen und sich dagegen wappnen möchten. Neben Hintergrundwissen vermitteln die Workshops konkrete Strategien für den Alltag, um Desinformationen zu erkennen und wirkungsvoll zu begegnen.

Niedrigschwellig an das Thema Desinformationen heranführen

Zudem entwickelt das „faktenstark“-Team zwei digitale Werkzeuge, um Nachrichtenkompetenz zu stärken. „Es ist nicht einfach, Behauptungen auf einzelne Fakten zu prüfen. Wir wollen daher niedrigschwellig an das Thema ‚Desinformation im Kontext von Wahlen‘ heranführen und Bürgerinnen dazu motivieren und befähigen, die allgemeine Vertrauenswürdigkeit von Nachrichten im Internet einzuschätzen – auch ohne fachliche Expertise und zeitaufwendige Recherche“, erläutert Christina Quast, Projektleiterin von „faktenstark“ bei codetekt. Die Werkzeuge werden auf der „faktenstark“-Website frei zugänglich sein. Fachkräfte der politischen Bildung und andere Multiplikatorinnen können sie mithilfe von Begleitmaterial in ihre Bildungsarbeit integrieren.

Als weiteres Informationsangebot startet im März der „faktenstark“- Podcast. Die Episoden vermitteln grundlegendes Wissen, aktuelle Informationen und praktische Tipps rund um das Thema Desinformation und Wahlen. Darüber hinaus hat das „faktenstark“-Team im Januar ein regelmäßiges Monitoring sozialer Medien gestartet. „Beim Monitoring nehmen wir demokratiegefährdende Desinformationen im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen systematisch unter die Lupe. Wir untersuchen, welche Desinformationen auf unterschiedlichen Plattformen wie Facebook, Instagram oder Telegram verbreitet werden, wer die Absender*innen sind, welche Strategien dahinterstecken und welche Trends es gibt. Gleichzeitig analysieren wir deren Wirkung, also die Debatten, die daraus in der digitalen Öffentlichkeit entstehen“, erklärt Una Titz, Projektleiterin von „faktenstark” bei der Amadeu Antonio Stiftung. Die Erkenntnisse des „faktenstark“-Monitorings werden auf der Website veröffentlicht und sollen auch in die Workshops, die digitalen Tools und in den Podcast einfließen.

„faktenstark“ ist Teil des umfangreicheren Projekts Upgrade Democracy der Bertelsmann Stiftung, das Lösungen erarbeitet, um Desinformation entgegenzuwirken und Demokratie im digitalen Raum zu stärken. Weitere Informationen zur Initiative gibt es auf www.faktenstark.de.

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Stuttgart. Die AfD bleibt im Südwesten ohne Einfluss auf die Landeszentrale für politische Bildung. Der Verfassungsgerichtshof Baden-Württemberg verkündete seine Entscheidung bezüglich der Besetzung des Kuratoriums der Landeszentrale für politische Bildung. Er kam zu dem Urteil, dass die AfD keinen Anspruch darauf hat, ihre Kandidat:innen in das Kuratorium zu entsenden. Seit Jahren versucht die AfD erfolglos, Mitglieder ihrer Fraktion in das Gremium wählen zu lassen.

Das Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg ist ein Gremium, das die Überparteilichkeit ihrer Arbeit sicherstellen soll. Es ist für die Festlegung der Arbeitsschwerpunkte, die Aufstellung des Haushaltsplans und die Entgegennahme des Jahresberichts der Direktion verantwortlich. 24 Mitglieder hat das Kuratorium insgesamt, 17 davon sind Landtagsabgeordnete. Zuvor wurden die Landtagsfraktionen entsprechend ihrer Stärke im Kuratorium vertreten, demnach stünden der AfD-Fraktion zwei Sitze zu. Das Gremium hat sich inzwischen ohne die Vertreter der AfD konstituiert. 

Im November argumentierte die AfD, dass die Ablehnung ihrer Kandidat:innen für das Kuratorium ihr Recht auf Gleichbehandlung als parlamentarische Minderheit verletze. Sie betonte, dass die Ablehnung ihr die Möglichkeit einer effektiven Kontrolle der Regierung nehmen würde. Der Landtag vertrat den Standpunkt, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung in diesem Fall nicht gelte, da es sich um ein außerparlamentarisches Gremium handle, in dem keine parlamentarische Arbeit stattfinde. Weiterhin beschränke sich das Recht auf Chancengleichheit lediglich auf das Vorschlagsrecht, welches der AfD gewährt wurde.

Malte Graßhof, Vertreter des Gerichts, betonte, dass politische Willensbildung nicht automatisch in Gremien wie dem Kuratorium stattfinde, selbst wenn Landtagsabgeordnete darin vertreten seien. Diese Entscheidung betrachte er als eine Grundsatzentscheidung für die Besetzung außerparlamentarischer Gremien und gelte nicht spezifisch der AfD, sondern für alle Fraktionen. 

AfD-Fraktionschef Anton Baron hingegen bezeichnete das Urteil als Demokratiebruch. Er argumentierte, dass eine effektive Kontrolle der Regierung durch die Ausgrenzung seiner Fraktion beeinträchtigt werde. Baron sieht darin eine Missachtung des Rechts auf gleichberechtigte und faire Mitwirkung von gewählten Abgeordneten, was seiner Ansicht nach grundgesetzliche Demokratieprinzipien verletzt. 

Die SPD in Baden-Württemberg begrüßte die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs. Sascha Binder, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, teilte mit, dass das Gericht ihr Vorgehen bestätigt und die Demokratie gestärkt habe. Er betonte, dass niemand den Abgeordneten vorschreiben könne, wen sie für das gesamte Parlament in Gremien entsenden sollten. Somit bleibe die AfD ohne Einfluss auf die Landeszentrale für politische Bildung, was aus Sicht der SPD richtig sei.

Der AfD ist es zum neunten Mal nicht gelungen, Vertreter für das Gremium wählen zu lassen. Bei der Abstimmung in der vergangenen Woche erhielten ihre Kandidaten Bernhard Eisenhut und Uwe Hellstern nicht genügend Zustimmung von den anderen Landtagsfraktionen. In der geheimen Wahl mit insgesamt 131 abgegebenen Stimmen erhielt Eisenhut 15 Ja- und 112 Nein-Stimmen, während Hellstern 14 Ja- und 113 Nein-Stimmen bekam. 

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Bei einer gemeinsamen Veranstaltung an der St. Felicitas Schule in Vreden gab die Bildungsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Dorothee Feller, gemeinsam mit SPLINT-Gründer Friedo Scharf den Startschuss für den Einsatz der Förderplanungs-App an Schulen in Nordrhein-Westfalen (Lehrer News berichtete).

7000 Lehrkräfte, die im Regierungsbezirk Münster tätig sind, können SPLINT in den nächsten zwei Jahren kostenlos nutzen.

"Der Förderbedarf an den Schulen ist riesig", betonte die Ministerin im Rahmen der gestrigen Auftaktveranstaltung.

Der Schulleiter der St. Felicitas Schule, Sven Kruse, stellte SPLINT vor: Die Entwicklung von individuellen Förderplänen und die Umsetzung der Maßnahmen wird durch SPLINT enorm vereinfacht und sorgt für zeitliche Entlastung bei den Lehrkräften. In Zeiten von Lehrkräftemangel ein wichtiger Faktor.

Außerdem gibt SPLINT auch Quereinsteiger:innen und Lehrkräften ohne spezielle Inklusionsausbildung Sicherheit beim Umgang mit den Kindern.

Am Ende ist aber nach Einschätzung der Ministerin vor allem wichtig, dass förderbedürftige Kinder in Zukunft eine Chance haben, an der Gesellschaft teilzunehmen. Ein ehrgeiziges Ziel, wie Dorothee Feller bei der Auftaktveranstaltung betonte, aber mit digitaler Unterstützung ist diese Herausforderung zu meistern.

Das Thema Inklusion ist natürlich auch in allen anderen Bundesländern von enormer Bedeutung. Bereits heute schreiben in Deutschland über 25.000 Pädagog:innen ihre Förderpläne mit Unterstützung von SPLINT. Durch die Einbindung in die Schulorganisationssoftware WebUntis ist die Inklusions-App für die meisten Lehrkräfte leicht zu erreichen. Alle anderen Interessierten, die SPLINT testen möchten, können sich jederzeit auf https://splint.schule/ informieren und die App sechs Wochen kostenlos in der Praxis ausprobieren.

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In den bunten Farben von Kostümen und Konfetti, begleitet von fröhlicher Musik und ausgelassener Stimmung, nähert sich die "Fünfte Jahreszeit" — der Karneval, auch unter den verschiedenen regionalen Namen wie Fastnacht, Fasnet, Fasching bekannt. Dieses traditionsreiche Fest, das vor der vierzigtägigen Fastenzeit gefeiert wird, hat in verschiedenen Regionen Deutschlands und darüber hinaus eine Vielzahl von Bräuchen und Traditionen hervorgebracht.

Karneval wird auf unterschiedliche Weise im gesamten deutschsprachigen Raum zelebriert. Vom rheinischen Karneval in den Städten Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf bis hin zu den Fastnachtsbräuchen in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Franken, Baden-Württemberg und Bayern — jede Region hat ihre eigene Art, diese Zeit zu begehen. Der Begriff "Fasching" hingegen wird vor allem in Bayern, Österreich und Sachsen verwendet, wobei er sich über die Jahrhunderte auch in Norddeutschland etabliert hat. Doch egal, ob Karneval, Fastnacht oder Fasching: Die Wurzeln dieser Bräuche liegen in der Vorbereitung auf die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt und auf das Osterfest hinweist.

Im schulischen Kontext nehmen die Feierlichkeiten eine besondere Form an, in der Lehrer:innen und Schüler:innen gleichermaßen in die festliche Atmosphäre eintauchen. Von Karnevalsumzügen und musikalischen Darbietungen bis hin zu farbenfrohen Kostümen und festlichen Masken spielen verschiedene Traditionen eine Rolle. In diesem Artikel wollen wir einige dieser schulischen Bräuche vorstellen und euch Ideen mit an die Hand geben, wie ihr mit euren Schüler:innen die Karnevalszeit gestalten könnt. 

Kostüme

Selbstverständlich steht der wohl bekannteste Brauch des Karnevals direkt vorne mit dabei – die kunterbunten Kostüme, die nicht nur das Klassenzimmer, sondern die gesamte Schule in ein farbenfrohes Spektakel verwandeln. Schüler:innen wie Lehrkräfte verwandeln sich in ihre Lieblingsfiguren, stellen historische Persönlichkeiten dar oder leben einfach ihre Fantasie in Form von farbenfrohen Verkleidungen aus.

(Quelle: Pixabay

Die Herstellung von Karnevalskostümen könnt ihr bereits im Unterricht als kreative Aktivität integrieren. Das gemeinsame Basteln fördert nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern ermöglicht euren Schüler:innen auch, ihre Fantasie auszuleben. Online lassen sich viele Anleitungen für einfache Kostüme finden. Zum Beispiel könnt ihr mit eurer Klasse zusammen ein Krokodilskostüm gestalten. Es sollten jedoch die jeweiligen Schulordnungen berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass keine unangemessenen Elemente, wie Waffen, verwendet werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Schminken von Tiergesichtern. Auch dafür stehen online zahlreiche Arbeitsblätter zur Verfügung, die ihr im Unterricht nutzen könnt. 

Die Kostüme entfalten ihre volle Pracht oft in Verbindung mit Faschingsumzügen. Einige Schulen nehmen aktiv an lokalen Umzügen teil, oder ziehen kostümiert durch die Straßen der Nachbarschaft. In vielen Schulen gehört eine Kostümparade und ein Wettbewerb zum festen Bestandteil der Karnevalsfeierlichkeiten. Schüler:innen sowie Lehrer:innen nehmen an einer bunten Parade durch die Schule teil, und oft gibt es einen Wettbewerb für das kreativste und originellste Kostüm.

Zusätzlich zu den Umzügen organisieren viele Schulen Faschingsfeiern im Klassenzimmer. Die Klassenräume und die Schulhalle werden festlich geschmückt, und es gibt Spiele, Musik, Tanz und nicht zuletzt süße Leckereien wie Krapfen, um die festliche Atmosphäre zu unterstreichen.

Schülerbefreiung

Der Gumpige Donnerstag, auch als "schmotziger Donnerstag" bekannt, ist im schwäbisch-alemannischen Raum ein Höhepunkt der Faschingszeit. Ein Element dieser Tradition ist die Schülerbefreiung, die zum Beispiel in Wangen im Allgäu mit dem Verteilen von Fasnetsbrezeln einhergeht.

Am Morgen dieses besonderen Donnerstags findet zunächst regulärer Unterricht statt, bis die Narren eintreffen. Viele Lehrer:innen nutzen diese Zeit für Faschingsfeiern, zu denen Schüler:innen und Lehrkräfte kostümiert erscheinen. Die Hästräger (Verkleideten) ziehen im Laufe des Vormittags von Schule zu Schule — mit Schellengeläut und Narrenrufen, stürmen sie die Schulen, um die Schüler:innen zu befreien. Der genaue Zeitpunkt des Eintreffens ist dabei nicht bekannt. Diese Überraschungsaktion, begleitet vom Lärm der Mäschkerle (Maskierte), sorgt für freudige Erwartung bei den Schüler:innen. In kleinen Gruppen werden die Klassen befreit, und als Belohnung erhalten die Schüler Fasnetsbrezeln aus den großen Körben der Narren. Die Schule ist damit offiziell beendet und für Schüler:innen und Lehrer:innen brechen die Ferien und die Fasnet an. 

Die Tradition des Brezelverteilens ist eine der ältesten Bräuche der Wangener Narrenzunft. Fest im Programm verankert, findet die Schülerbefreiung mit Brezelverteilen seit den 1950er Jahren nahezu unverändert statt. 

Gemeinsames Pfannkuchen/Berliner/Krapfen essen 

Das gemeinsame Essen von Pfannkuchen, Berlinern oder Krapfen während der Karnevalszeit ist in vielen Schulen ein Brauch, der auf verschiedenste Weise realisiert wird.

Ursprünglich sollten diese mit Puderzucker bestreuten oder mit Konfitüre gefüllten Köstlichkeiten den Abschied von üppigem Genuss vor der Fastenzeit symbolisieren. Heutzutage sind sie jedoch viel mehr als nur ein kulinarisches Statement — sie sind Ausdruck von Fröhlichkeit und Tradition.

(Quelle: Pixabay)

Jede Region pflegt ihre eigene Art, Pfannkuchen, Berliner oder Krapfen zuzubereiten. Ob mit Pflaumenmus, Aprikosenmarmelade oder einer leckeren Zimtfüllung – die regionalen Varianten spiegeln die Vielfalt der deutschen Küche wider. In einigen Gegenden werden sie sogar mit einem speziellen Faschingsmotiv, wie einem kleinen Faschingskrapfen, dekoriert.

Im schulischen Kontext bieten Pfannkuchen, Berliner oder Krapfen eine Möglichkeit, die Karnevalszeit zu zelebrieren. Ihr könnt beispielsweise eine Backaktion im Unterricht organisieren oder die Schüler:innen einladen, traditionelle Rezepte zu erkunden. 

Das Prinzenpaar 

In vielen Schulen wird die Wahl eines schuleigenen Prinzenpaares gefeiert. Die Karnevalsprinzessin und der Karnevalsprinz üben dann eine symbolische Regentschaft über die Schule aus. Sie haben das Privileg, an Schulsitzungen teilzunehmen und bei schulischen Veranstaltungen wie Faschingsfeiern oder Umzügen im Mittelpunkt zu stehen. 

Die Idee der Faschingsprinzen und -prinzessinnen hat historische Wurzeln im Karneval. Ursprünglich geschaffen, um den Karneval zu personifizieren, repräsentierten sie die lebendige Tradition und den Frohsinn der fünften Jahreszeit. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 entwickelte sich aus dem ursprünglichen Helden Karneval der "Prinz Karneval". Diese Symbolfiguren stehen heute nicht nur für Jugendlichkeit, Zukunft, Veränderung und Hoffnung, sondern sind auch das Herzstück des modernen Karnevals.

Welche Bräuche feiert ihr in eurer Schule zum Karneval? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Die German Toilet Organization (GTO) ruft gemeinsam mit der Bundesschülerkonferenz und dem Bundeselternrat einen neuen bundesweiten Wettbewerb für bessere Schultoiletten aus. Schulen, die am Wettbewerb teilnehmen, winkt ein doppelter Gewinn: nachhaltig verbesserte Schultoiletten und dazu Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro. Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Schulen in Deutschland. Einsendeschluss ist der 23. April 2024.

Kein Toilettenpapier, üble Gerüche, verschlossen Klokabinen und keine Möglichkeit sich die Hände abzutrocknen. Das ist weiterhin die Realität an vielen Schulen, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie der GTO und des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn belegten. Eine Mehrheit der Schülerinnen und Schüler meidet den Gang zur Schultoilette, und mehr als ein Viertel trinkt und isst deswegen weniger, mit drastischen Folgen für die Gesundheit und die Konzentration im Unterricht.

Der neue bundesweite Schulwettbewerb Toiletten machen Schule® soll nun Schulen darin befähigen, ihre Situation rund um die Schultoiletten- und Waschräume langfristig und nachhaltig in den Griff zu bekommen, denn die wissenschaftliche Studie zeigte auch, dass eine nachhaltige Verbesserung der Situation erreicht werden kann.

Im Rahmen des Wettbewerbs werden teilnehmende Schulen in 4 Schritten angeleitet ein Team zu gründen, eine Bestandsaufnahme und Problemanalyse durchzuführen und auf dessen Basis nachhaltige Ideen und Aktivitäten zu entwickeln und umzusetzen. Um diesen Prozess so einfach wie möglich zu gestalten, wurde eigens ein Webportal (toiletten-machen-schule.de) programmiert, über das Schulen ihr Konzept digital bearbeiten und einreichen können. „Das neue Wettbewerbsportal ist einzigartig in Deutschland. Die angebotenen Methoden, Tipps und Ratschläge werden auch über die Laufzeit des Wettbewerbs hinaus angeboten, damit Schulen endlich die Hilfestellung bekommen, die sie benötigen“, sagt Thilo Panzerbieter, Geschäftsführer der GTO.

Welche Bedeutung das häufig tabuisierte und von der Politik oft vernachlässigte Thema für Schüler*innen und ihre Eltern hat, zeigt die Beteiligung der Bundesschülerkonferenz und des Bundeselternrats am Wettbewerb. „Die Schultoiletten sind ein Spiegelbild unserer Prioritäten im Bildungssystem. Sie sind kein Nebenschauplatz, sondern ein integraler Bestandteil eines schulischen Umfelds, das die physische und mentale Gesundheit sowie die Lernfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler maßgeblich beeinflusst“, so der Vorsitzende des Bundeselternrats Dirk Heyartz im Rahmen der Pressekonferenz zum Start des Wettbewerbs am 10. Januar in Berlin. Florian Fabricius, Generalsekretär der Bundeschülerkonferenz, betonte die Relevanz der Einbindung der Schülerinnen und Schüler in Entscheidungsprozesse: „Unsere Schulen stecken in einer chronischen Toilettenkrise und wir Schüler sind diejenigen, die darunter leiden. Es ist höchste Zeit, uns in Entscheidungen mit einzubeziehen und mit an Bord zu holen. Schultoiletten können nur dann zu echten Wohlfühlorten werden, wenn wir Schüler mitgestalten und mitentscheiden dürfen.“

Engagierte und Schulen, die am Wettbewerb teilnehmen möchten, können sich ab jetzt unverbindlich über das Webportal registrieren. Der Einsendeschluss für die Konzepte der Schulen ist der 23. April 2024. Eine unabhängige Jury wird die Qualität der Lösungsansätze bewerten und darauf achten, ob sich eine breite Basis von Unterstützerinnen und Unterstützern an den Schulen findet. Zu gewinnen sind Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 50.000 Euro.

Weitere Infos

www.toiletten-machen-schule.de

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Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 spielen soziale Netzwerke eine bedeutende und vielfach unterschätzte Rolle bei der Verbreitung von Terrorpropaganda, Falschinformationen, Israelhass, Antisemitismus und Verschwörungsnarrativen.

Die Bildungsstätte Anne Frank fasst in diesem Report, der im Februar 2024 publiziert wurde, die Beobachtungen relevanter Plattformen aus den ersten drei Monaten nach dem Terroranschlag in einer ad-hoc-Analyse zusammen.

Der Report legt den Schwerpunkt auf TikTok – das unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebteste und reichweitenstärkste Netzwerk– und schildert die drastischen Auswirkungen des TikTok-Konsums auf die politische Meinungsbildung der jungen Zielgruppe. Unser Report kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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Der Weg für das milliardenschwere Startchancen-Programm für Schulen ist frei. Die Kultusministerkonferenz hat den Plänen jetzt zugestimmt. Ziel des Programms ist es, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen bessere Bildungschancen zu ermöglichen. Der Bund will dafür jährlich bis zu einer Milliarde Euro geben, die Länder sollen sich jeweils anteilig in gleicher Höhe beteiligen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wären das 20 Milliarden Euro, die Schulen in schwierigen sozialen Lagen zur Verfügung gestellt werden sollen. 4000 Schulen und damit rund eine Million Schüler:innen sollen insgesamt von der zusätzlichen Förderung profitieren. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat die Pläne als “das größte und langfristige Bildungsprojekt der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland” bezeichnet. Kritiker:innen finden aber, dass längst nicht genügend Kinder und Jugendliche von dem Programm profitieren würden. 

Das Programm war bereits im Koalitionsvertrag festgeschrieben: “Mit dem neuen Programm Startchancen wollen wir Kindern und Jugendlichen besser Bildungschancen unabhängig von der sozialen Lage ihrer Eltern ermöglichen”. Die Auswahl der entsprechenden Schulen werden die Länder vornehmen. Dazu schreibt das Bundesbildungsministerium: “Die Auswahl der Startchancen-Schulen erfolgt auf Basis wissenschaftsgeleiteter und an der Zielsetzung des Startchancen-Programms ausgerichteter Kriterien durch die Länder. Dabei soll mindestens der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die von Armut betroffen sind oder eine Migrationsgeschichte haben, berücksichtigt werden. Die Wissenschaft hat hier einen Zusammenhang mit Bildungsteilhabe und Bildungserfolg ermittelt. Länder, die bereits eigene Sozialindizes entwickelt haben, sollen diese nutzen können.”

Wie das Geld investiert werden soll, ist bereits genau geregelt. Dies soll sich an drei Programmsäulen orientieren. 40 Prozent der Mittel sollen für “eine bessere und damit lernförderlichere Infrastruktur und Ausstattung der Schulen eingesetzt werden”. 30 Prozent der Förderung soll “in bedarfsgerechte Maßnahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung”, beispielsweise zusätzliche, gezielte Lernförderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik fließen. Und 30 Prozent sollen für multiprofessionelle Teams eingesetzt werden. Damit wäre es zum Beispiel möglich, “allein aus Bundesmitteln jeder Schule in sozial schwieriger Lage eine volle Stelle für schulische Sozialarbeit zuzuweisen”. Die Orientierung an den drei Programmsäulen stellt eine Abkehr von der Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel dar, der sonst in der Regel bei solchen Förderprogrammen Anwendung findet. Dieser Schritt findet unter politischen Akteur:innen Zustimmung. „Bei der Abkehr vom Königsteiner Schlüssel ist uns etwas Großes gelungen“, sagte etwa die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag, Ria Schröder, gegenüber der taz. Bei der Auswahl der Schulen sollen die Länder Sozialkriterien gemäß der Programmvorgaben festlegen. Bis zum 1. Juni dieses Jahres sollen die Schulen feststehen. Die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern sowie die Finanzhilfevereinbarung sollen nun an die Regierungen der Länder verschickt und von Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger unterzeichnet werden. Damit das Programm am 1. August 2024 starten kann, muss das Finanzausgleichsgesetz geändert werden.

Der Fokus des Programms soll auf der Förderung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen liegen. ICB-Bildungstrend und Pisa-Studie haben zuletzt bestätigt, dass in diesen Bereichen offenbar enormer Nachholbedarf in Deutschland besteht und gerade das Problem der ungleichen Voraussetzungen zu steigender Bildungsgerechtigkeit führt. 

Über die Einigung fürs Startchancen-Programm von Bund und Ländern haben sich verschiedene Akteur:innen und Organisationen aus dem Bildungssektor sehr erfreut gezeigt, an der geplanten Ausgestaltung des Programms wird allerdings Kritik geübt. Das zeigt sich auch am Beispiel der Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW). Die GEW-Vorsitzende Maike Finnern zeigte sich im Grunde erfreut über die Nachricht der Einigung: “Es ist gelungen, dass ein Teil der Gelder nach Sozialindex verteilt wird. Das ist im Vergleich zur Vergangenheit und der Mittelvergabe nach dem ‚Königsteiner Schlüssel‘ ein echter Durchbruch. Endlich kann ein Teil der Gelder zielgerichtet dort eingesetzt werden, wo er am meisten benötigt wird: in armen Stadtvierteln und Regionen, für arme Familien“. Aber sie schob auch direkt Kritik nach: “Das Startchancenprogramm erreicht nur rund zehn Prozent aller Schülerinnen und Schüler. Gut 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind jedoch arm beziehungsweise armutsgefährdet. Zudem beträgt allein der Sanierungsstau an Schulen rund 45 Milliarden Euro. Um diesen ernsthaft anzugehen, brauchen wir einen eigenständigen Finanzierungstopf. Das Startchancenprogramm kann nur ein Einstieg in eine dauerhafte, solide Finanzierung benachteiligter Schulen sein. Es muss über die zehnjährige Laufzeit hinaus verstetigt und besser ausfinanziert werden”, sagt Finnern.

Aus den Reihen der Schüler:innen gibt es ebenfalls eine zwiespältige Reaktion. Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Florian Fabricius, sagte, dass das neue Programm ein “Gamechanger” sein könne, weil erstmals zielgerichtet Geld verteilt werde an Schulen, die dies besonders nötig hätten. Er kritisiert aber gleichzeitig, dass die Investitionen nicht in dringend notwendige Sanierungs- und Instandsetzungen gehe. Das sei absurd, weil diese Reparaturen am nötigsten seien. Zudem könne das Programm nichts am Lehrkräftemangel oder den Problemen mit der Digitalisierung ändern. 

Einige kritisieren, dass nicht genügend Kinder und Jugendliche von den Investitionen profitieren würden. Zu ihnen gehört auch Daniela Ludwig, Berichterstatterin für Schulbildung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie sagte: “Nur jeder elfte Schüler wird von dem Startchancen-Programm überhaupt profitieren. Das ist zu wenig.” Sie bezeichnet die Pläne als “Tropfen auf dem heißen Stein”.

Aber nicht die gesamte CDU kritisiert das Programm so scharf. Karin Prien, Kultusministerin von Schleswig-Holstein, hat an den Plänen mitgearbeitet und wirkt optimistischer: “Wir haben etwas konzipiert, von dem wir ausgehen, dass es wirklich etwas verändern kann. Und wir haben gezeigt: Der Bildungsföderalismus funktioniert.”

Die Vorsitzende der SPD, Saskia Esken, unterstützt das Programm an sich auch, aber hält eine Erweiterung für nötig: “Es wäre notwendig, das Programm auf zumindest die Hälfte der Schulen auszuweiten. Die Finanzierung wäre zweifellos ein Kraftakt, von dem aber unsere Volkswirtschaft als Ganzes profitieren würde.”

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Wahrscheinlich hattet ihr in eurem Lehrberuf auch schon mindestens einmal mit dem Nachteilsausgleich zu tun. Dieser Mechanismus funktioniert allerdings zum Teil sehr individuell, deshalb wollen wir ihn hier nochmal grundlegend erklären und euch die Vielfalt der Auslegungs- und Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen. Im Kern soll dieser Mechanismus sicherstellen, dass Schüler:innen mit besonderen Bedürfnissen oder individuellen Beeinträchtigungen die gleichen Bildungschancen haben wie ihre Mitschüler:innen. Der Nachteilsausgleich soll bestehende Benachteiligungen kompensieren und eine inklusive Bildung fördern. Zum Beispiel können Schüler:innen mit Dyskalkulie durch zusätzliche Lernhilfen bei der Bearbeitung von mathematischen Themen unterstützt werden. 

Am Prinzip des Nachteilsausgleichs gibt es auch immer mal wieder Kritik. Das Leistungsprinzip würde hiermit verwaschen werden. Wichtig dabei zu beachten ist, dass der Nachteilsausgleich nicht dazu dient, die Anforderungen an die Bildung zu senken, sondern vielmehr darauf abzielt, gleiche Chancen und Zugangsmöglichkeiten zu gewährleisten. 

Welche Schüler:innen haben Anspruch auf einen Nachteilsausgleich?

Der Nachteilsausgleich ist für Schüler:innen gedacht, die es aufgrund ihrer physischen oder psychischen Voraussetzungen schwerer haben, am Unterricht teilzunehmen oder zu lernen. Zu körperlichen Beeinträchtigungen können etwa Muskelerkrankungen gehören, die die Mobilität der Schüler:innen einschränken. Genauso können Hör- und Sehschwierigkeiten die Kriterien für einen Nachteilsausgleich erfüllen. Und auch chronische Krankheiten können hierzu zählen, wenn sie etwa dazu führen, dass die Schüler:innen eine höhere Zahl an Fehltagen haben. 

Zu den weiteren Gründen für einen Nachteilsausgleich gelten Diagnosen von Lernschwierigkeiten wie Legasthenie oder Dyskalkulie. Auch psychische Beeinträchtigungen wie zum Beispiel Angststörungen oder ADHS können dazu führen, dass Schüler:innen einen Nachteilsausgleich zugesprochen bekommen. Dabei bleibt immer zu beachten, dass die Absprache, Antragstellung und Ausgestaltung des Nachteilsausgleichs immer auch ein stark individueller Prozess sind. Eine Übersicht zu einer möglichen Diagnostik bei Schüler:innen bietet unter anderem das Bildungsministerium für Mecklenburg-Vorpommern.

Wie wirkt sich der Nachteilsausgleich aus?

Hier gibt es ganz unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. Es ist möglich, den betreffenden Schüler:innen zusätzliches oder speziell angepasstes Lernmaterial zur Verfügung zu stellen, mit dem sie besser am Unterricht teilnehmen können. Die Aufgaben in Klausuren können angepasst und auch die Unterrichtsmethoden können für die betreffenden Schüler:innen bedürfnisorientierter zugeschnitten werden. 

Wie wird der Nachteilsausgleich in Zeugnissen behandelt?

Der Nachteilsausgleich wird nicht auf dem Zeugnis vermerkt. Im Feld Bemerkungen wird allerdings notiert, wenn bei der Leistungsbewertung von der Norm abgewichen wurde. Ein Nachteilsausgleich kann auch damit verbunden sein, dass ein Notenschutz angewendet wird. Dieser bewirkt, dass Schüler:innen zwar benotet werden, ein bestimmtes Gebiet aber nicht in die Gesamtnote eines Fachs einbezogen wird oder dies anders gewichtet wird. Der Notenschutz kann zum Beispiel bei Legasthenie greifen. Hierbei fließt dann in verschiedenen Fächern die Rechtschreibung weniger stark oder gar nicht in die Benotung ein. Bei Schüler:innen, die etwa Probleme dabei haben, Worte zu finden oder sich sprachlich verständlich mitzuteilen, nimmt die Bedeutung von mündlichen Prüfungen bzw. einer mündlichen Beteiligung ab oder wird angepasst. 

Wie wird der Nachteilsausgleich beantragt?

Erziehungsberechtigte können den Nachteilsausgleich für ihr Kind bei der Schule oder der Ausbildungsstätte beantragen. Das Vorgehen unterscheidet sich dabei von Bundesland zu Bundesland ein wenig. Der Antrag kann zum Teil einfach mündlich mit der Direktorin oder dem Direktor vereinbart besprochen werden, empfehlenswerter ist aber ein formloser schriftlicher Antrag, um das Verfahren festhalten, um etwas vorweisen zu können, falls es zu juristischen Auseinandersetzungen kommen sollte. Die Entscheidung über den Antrag fällt dann das zuständige Schulamt. Im formlosen Antrag sollten einige entscheidende Punkte unbedingt enthalten sein. Zunächst empfiehlt es sich, den Wunsch auf Gewährung eines Nachteilsausgleichs zu formulieren. Der Grund dafür sollte ausführlich beschrieben sein und die Art der gewünschten Unterstützung sollte ebenfalls schon so genau wie möglich im Schreiben enthalten sein. Es gilt: je detaillierter die Beschreibung ist, desto gezielter können Maßnahmen geplant werden. Dem Antrag muss in den meisten Fällen auch ein medizinisches Attest hinzugefügt werden. 

Wie lässt sich der Nachteilsausgleich in der Klasse thematisieren?

Um diese Frage zu klären, haben hat Lehrer News Friedo Scharf gefragt. Er ist Sonderpädagoge und Entwickler der SPLINT-App für die kollaborative Förderplanung. Er antwortet darauf:

“Dass Kinder einen Nachteilsausgleich (NTA) haben und bekommen, ist in erster Linie etwas, dass niemand sonst wissen muss. Wenn Fragen kommen oder Unverständnis von anderen Kindern geäußert wird, ist es völlig ausreichend, darauf zu verweisen, dass es immer und überall Unterschiede gibt und es auch absolut in Ordnung ist, dass nicht alle immer die gleichen Aufgaben bekommen oder die gleichen Rahmenbedingungen haben. In Absprache mit dem Kind kann man sich natürlich entscheiden, das Thema auch mit der Klasse zu besprechen. Mir ist es dann immer besonders wichtig gewesen, hervorzuheben, dass es beim NTA darum geht, vergleichbare Voraussetzungen zu schaffen. In Absprache mit dem Kind, kann man z.B. ein paar Infos zu dem Grund des NTAs zu referieren. Z.B. ein kleiner Vortrag zu LRS und wie sich diese auswirkt. Auf dieser Grundlage kann man dann recht einfach erklären, warum es einen NTA gibt. Kindern fällt die Wichtigkeit des NTAs oft leichter zu verstehen, wenn es um sichtbare und offensichtliche Beispiele geht. "Wenn wir in einem Leichtathletik-Wettkampf einen Athleten in einem Rollstuhl im gleichen Rennen starten lassen, wie einen Athleten, der gehend und voll austrainiert ist - wer würde am Ende gewinnen? Empfindest du es als fair, die beiden gegeneinander starten zu lassen? Wenn wir dieses Rennen fair gestalten wollten, was müssten wir dann machen?" Die Antworten dieser Fragen führen oft sehr einfach und für jeden nachvollziehbar zu einem NTA.”

Sonderpädagoge Friedo Scharf setzt bei Bedarf darauf, bei den Kindern Verständnis für den Nachteilsausgleich zu schaffen. (Quelle: Stephanie Göbel/Inklusion-Digital GmbH)

Mit Hilfe des Nachteilsausgleichs kann mehr Inklusion und individuelle Förderung erreicht werden. Die Kommunikation innerhalb einer Klasse, in der es Schüler:innen gibt, die einen Nachteilsausgleich bekommen, sollte transparent und offen sein. Die Mitschüler:innen haben auch einen Anspruch darauf zu wissen, warum es eine unterschiedliche Behandlung innerhalb einer Klasse gibt. Vielleicht bietet das  Thema einen tollen Anlass dafür, über den Nutzen und Funktionsweise von Inklusion im Unterricht zu sprechen. 

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Nachteilsausgleich? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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Berlin. Die Ampel-Fraktionen haben ihre Verhandlungen über das geplante Cannabis-Gesetz abgeschlossen. Wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Maria Klein-Schmeink, am Freitag in Berlin erklärte, könne das Gesetz zum 1. April in Kraft treten. Der Bundestag muss über den Entwurf noch abstimmen. Als Zeitraum für die Verabschiedung durch das Parlament nannte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Woche vom 19. bis 23. Februar, auch der Bundesrat muss sich mit den Plänen noch befassen.

Die Vize-Fraktionschefs Konstantin Kuhle (FDP), Maria Klein-Schmeink (Grüne) und Dagmar Schmidt (SPD) erklärten gegenüber der dpa: "Die Regelungen sind ein echter Meilenstein für eine moderne Drogenpolitik, mit der die Prävention gestärkt und der Gesundheits-, Kinder- und Jugendschutz verbessert werden." Darüber hinaus würden Konsumentinnen und Konsumenten entkriminalisiert sowie der Schwarzmarkt effektiv bekämpft.

Die Auswirkungen des Gesetzes auf den Kinder- und Jugendschutz sowie auf die organisierte Kriminalität sollen "zeitnah" evaluiert werden. Dabei werde auch die Expertise des Bundeskriminalamts einbezogen (Lehrer News berichtete).

Inhaltlich soll es gegenüber den bereits angekündigten Plänen keine größeren Änderungen mehr geben. Demnach wird  Cannabis von der Liste der verbotenen Substanzen des Betäubungsmittelgesetzes gestrichen. Der Anbau und Besitz bestimmter Mengen soll für Volljährige ab dem 1. April möglich sein. Ab dem 1. Juli sollen sich Clubs für den gemeinsamen Anbau und Abgabe an Mitglieder konstituieren können.

Kritik an dem Gesetz wurde insbesondere mit Blick auf den Jugendschutz laut. Die Freigabe für Erwachsene führe dazu, dass auch Minderjährige leichter an die Droge kommen, kommentierte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll. Ob sich unter eine Gruppe volljähriger Schüler:innen auch Minderjährige mischen würden, werde nicht überprüft. Düll zu Folge stelle sich die Frage, wer vorgesehene Schutzabstände von 200 Metern etwa um Schulen kontrolliere.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) sind die Bedenken unter Eltern groß. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren befürchten, dass die Hemmschwelle Minderjähriger sinkt, wenn Kiffen für Erwachsene legal wird. 73 Prozent der Eltern befürchten Gehirnschäden beim Nachwuchs, wenn dieser Cannabis konsumiert. Fast ebenso vielen (70 Prozent) machen mögliche psychische Auffälligkeiten wie Stimmungsschwankungen oder Angstzustände Sorgen. Immerhin 69 Prozent der Eltern fürchten, dass ein häufiger Konsum von Cannabis Kinder und Jugendliche abhängig macht, 64 Prozent denken an einen Leistungsabfall in der Schule.

Für die Untersuchung befragte das Meinungsforschungsinstitut vom 2. bis 16. Januar online und repräsentativ bundesweit 1.000 Elternteile mit Kindern unter 18 Jahren. 

Auch aus der Forschung kamen mahnende Stimmen mit Blick auf den Jugendschutz. Hirnforscher Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig erklärte, Cannabinoide wirkten sich besonders auf den Stirnlappen aus, einen wichtigen Teil des Frontalhirns: “Diese Hirnregion verleiht uns die Fähigkeit, Handlungen zu planen, Probleme zu lösen und Impulse zu kontrollieren. Wenn Jugendliche regelmäßig kiffen, riskieren sie eine Minderung dieser Fähigkeiten, sie reagieren impulsiver und können sich schlechter auf eine Aufgabe konzentrieren. Insgesamt lässt die geistige Leistungsfähigkeit nach.”  Außerdem könne starker Cannabis-Konsum Regionen im Gehirn aktivieren, die Halluzinationen auslösen und zu psychotischen Symptomen führen können.

Bayern plant indes, mit neuen Onlinekursen die Präventionsarbeit zu stärken. "Schulen spielen bei der Prävention eine ganz besondere Rolle", erklärte die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). "Mit unserem neuen Online-Angebot wollen wir Lehrkräfte, regionale pädagogische Fachkräfte für Suchtprävention und Fachkräfte der Jugend- und Schulsozialarbeit für den Umgang mit Cannabis fit machen." Ziel sei es, das Angebot im Sommer 2024 bundesweit zur Verfügung zu stellen.

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Bonn. Mit einer neuen Marketingkampagne macht die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) seit dem 1. Februar 2024 Interessierte auf den Bundesfreiwilligendienst (BFD) im THW aufmerksam. Ziel der neuen, multimedial angelegten Kampagne ist es, die allgemeine Bekanntheit des BFD im THW zu steigern, über dessen vielfältige Betätigungsfelder, die der Unterstützung des Ehren- und Hauptamtes im THW dienen – etwa bei Ausbildungen und Übungen, bei der Öffentlichkeitsarbeit oder auf Messen – zu informieren und qualifizierte Bewerbungen zu generieren.

„Bei Uns Findest Du Immer…“ – Der bereits bekannte Werbeslogan für den BFD im THW bleibt auch in der neuen BFD-Kampagne erhalten. In dem verheißungsvollen Teilsatz verbirgt sich deren zentrales Motiv: Die einzelnen Anfangsbuchstaben neu zusammengesetzt ergeben das Schlüsselwort „BUFDI“ – die Abkürzung für Bundesfreiwilligendienstleistende. Neu ist nun, dass die bisher beworbenen Kategorien Technik, Medien, Menschen und Verwaltung aufgebrochen werden, um den mannigfaltigen Betätigungsfeldern, mit denen THW-Bufdis in den bundesweiten Einsatzstellen betraut werden, gerecht zu werden. Zu diesem Zweck wurden fünf neue Claims und dazugehörige Motive entwickelt:

Aufgaben, die etwas bewegen
Hier wird angepackt: Als Bufdi unterstützt du die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden des THW in ihren vielfältigen Betätigungsfeldern. Dich erwarten Aufgaben, die nicht nur Muskeln, sondern die Welt bewegen.

Neue Skills, die dich weiterbringen
Erkunde spannende Berufsfelder und stärke deine sozialen Kompetenzen. Das hilft dir dabei, deine eigenen Talente zu entdecken oder auch Entscheidungen für deinen zukünftigen Beruf oder deine Ausbildung zu treffen.

Vielfalt und Team-Spirit
Zusammenhalt und Toleranz stehen im THW an erster Stelle. Erlebe eine Gemeinschaft, in der unterschiedliche Stärken und Interessen geschätzt werden. Deine Einzigartigkeit ist hier genau richtig!

Projekte, die dich inspirieren
Langeweile war gestern! Tauche ein in spannende Projekte, die nicht nur deine Kreativität anregen, sondern auch einen positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft haben.

Begeisterung für die gute Sache
Dein Einsatz zählt! Mit deinem Engagement stärkst du den Zivil- und Katastrophenschutz und damit das Allgemeinwohl in Deutschland. Erlebe, wie deine Motivation und Hingabe Positives bewirken.

Passend zu den neuen Claims sind bei einem dreitägigen Dreh und Fotoshooting im THW-Ausbildungszentrum in Hoya fünf neue Motive entstanden, die Bufdis in beispielhaften Arbeitssituationen zeigen. Die Kampagne umfasst neben kurzen Werbespots auch Bildmaterial für Druck- und Online-Werbung. Interessierte können sich auf der Webseite www.thw-bufdi.de informieren oder gleich für ein BFD-Jahr im THW bewerben. Auch auf dem Instagram-Account @thw_bufdi lassen sich seit dem 1. Februar die neuen Motive und Slogans bestaunen.

Eine Bewerbungsfrist für den BFD im THW gibt es nicht. Interessierte können sich jederzeit über das auf der Webseite bereitgestellte Online-Formular bewerben. Das Startdatum für das BFD-Jahr wird mit der jeweiligen Einsatzstelle abgestimmt.

Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 88.000 Freiwilligen bildet die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinen Fachleuten, seiner Technik und seinen Erfahrungen ist das THW im Auftrag der Bundesregierung weltweit gefragt, wenn Notlagen dies erfordern. Neben bilateralen Hilfen gehören dazu auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von VN-Organisationen. Mehr Informationen zum Engagement des THW im In- und Ausland finden Sie hier: www.jetzt.thw.de.

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Jedes Jahr wird der Februar zum Black History Month erklärt. In den USA und Kanada werden in diesem Monat die historischen Leistungen, kulturellen Beiträge und Errungenschaften von afroamerikanischen Menschen gefeiert und gewürdigt. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist dabei ein wichtiger Teil und bietet sich für eine Aufarbeitung im Unterricht an. Nach Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 folgte für die afroamerikanische Bevölkerung, besonders in den Südstaaten, eine Zeit, die durch institutionellen Rassismus, systematische Diskriminierung und soziale Ungerechtigkeit gekennzeichnet war. Auch in Bildungseinrichtungen war dies spürbar, denn schwarze und weiße Schüler:innen mussten in vielen Staaten auf getrennte Schulen gehen. In diesem Kontext wollen wir euch in diesem Artikel Materialien an die Hand geben, die ihr im Unterricht benutzen könnt, um die Geschichte des Rassismus an amerikanischen Schulen zu behandeln.

Primärquellen und Kontext: So findet ihr Material zum Thema 

Für eine thematische Auseinandersetzung mit der Rassentrennung an Schulen macht es Sinn, sich zuerst mit der geschichtlichen Entwicklung des Rassismus in den USA zu beschäftigen. Nach dem Bürgerkrieg wurden mehrere Gesetze verabschiedet, um die Rechte der befreiten Sklaven zu schützen und sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Die sogenannten Recronstruction Acts wurden jedoch mit der Einführung der Jim Crow-Gesetzen in den Südstaaten der USA wieder aufgehoben. Diese Gesetze waren darauf ausgerichtet, die Rassentrennung zu institutionalisieren und in alle öffentliche Einrichtungen zu bringen. Wollt ihr diese Gesetze näher besprechen, um ihre Inhalte und Auswirkungen zu diskutieren, findet ihr hier eine Auflistung einiger. Um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, was diese Gesetze im Alltag bedeuteten, können Archivmaterialien wie Fotografien und Zeitungsartikel aus dieser Zeit gezeigt werden. Diese visuellen Quellen bieten Einblicke in die Vorurteile und Stereotypen, die während der Rassentrennung weit verbreitet waren. Fotografiesammlungen aus dieser Zeit könnt ihr ganz einfach online finden. Auch Artikel und Anzeigen aus lokalen Zeitungen können bei der Vermittlung helfen, hier findet ihr Auschnitte aus verschiedenen Zeitungen der Stadt Ypsilanti, die stark von institutionellem Rassismus und der Diskriminierung geprägt war.

Für einen allgemeinen geschichtlichen Einstieg bietet die Seite StudySmarter eine übersichtliche Einorndung zum Thema Rassentrennung, wobei wichtige Meilensteine und Begriffe erläutert werden. Für jüngere Schüler:innen bietet sich das Video von MrWissen2Go auf YouTube an, das die geschichtliche Entwicklung mit dem Beginn der Sklaverei und die Zusammenhänge zu heute in einfacher Sprache erläutert.

“Seperate but equal” an den Schulen

Durch die Doktrin "Separate but equal", die durch den Fall Plessy v. Ferguson von 1986 des Obersten Gerichtshofs legalisiert wurde, waren getrennte Einrichtungen für Weiße und Schwarze rechtlich zulässig, solange sie als vergleichbar angesehen wurden. Das heißt also, obwohl die Einrichtungen durch eine Einteilung nach “Rassen” getrennt waren, sollten sie dennoch den gleichen Standard an Bildung oder Dienstleistungen anbieten.

Dies wurde aber in der Praxis nur selten umgesetzt, denn viele Einrichtungen für Afroamerikaner:innen waren von schlechterer Qualität und Ausstattung. Auch in Schulen waren diese Unterschiede zu spüren, die zu einer erheblichen Ungleichheit der Bildungschancen führten. Afroamerikanische Schulen waren unterfinanziert und in schlechtem Zustand. Dagegen hatten weiße Schulen bessere Lehrmaterialien, Einrichtungen und Lehrkräfte. Wie diese Ungleichheit aussah, könnt ihr beispielsweise anhand dieser Fotos zeigen. Daran könnt ihr die Schüler:innen erläutern lassen, welche Unterschiede sie zwischen den Schulen ausmachen können und welche Auswirkungen diese auf die Bildung der Kinder auf den Bildern haben könnten. Näheres zu den Bildern und mögliche Diskussionsansätze findet ihr hier.

Um näher auf die Situationen der Schulen, die von Rassentrennung betroffen waren, einzugehen, können durch konkrete Fallbeispiele die Auswirkungen auf die Schüler:innen und Lehrkräfte aufgezeigt und diskutiert werden. Beispielsweise könntet ihr hier die Little Rock Central High School in Arkansas behandeln. Diese Schule wurde 1957 zum Symbol für den Kampf gegen die diskriminierende Trennung, als neun afroamerikanische Schüler, bekannt als die "Little Rock Nine", versuchten, die Schule zu besuchen. Ihr Eintritt wurde von der Nationalgarde und einem aufgebrachten weißen Mob blockiert, was zu einer nationalen Kontroverse führte, sodass sogar Präsident Eisenhower eingreifen musste. Eine Übersicht über die Ereignisse findet ihr vom WDR aufgearbeitet und im Podcast “ZeitZeichen”. 

Das Ende der Rassentrennung in Schulen

Das Ende der Rassentrennung in den USA leitete das Urteil Brown v. Board of Education  des Obersten Gerichtshof aus dem Jahr 1954 ein. Die Klage wurde im Namen von Linda Brown eingereicht, einem schwarzen Mädchen, das in Topeka (Kansas) zur Schule gehen wollte, dort aber aufgrund ihrer Hautfarbe abgewiesen wurde. Das Gericht entschied einstimmig, dass die Rassentrennung in öffentlichen Schulen gegen den 14. Verfassungszusatz der Vereinigten Staaten verstößt, der allen Bürger:innen den gleichen Schutz vor dem Gesetz garantiert. 

Brown v. Board of Education war ein Meilenstein im Kampf für Bürgerrechte in den Vereinigten Staaten und leitete eine Ära des Wandels in Bezug auf die Rassentrennung ein. Jack Greenberg, einer der Anwälte im Fall Brown, sagte später "Brown war das Aufbruchssignal für die Sit-ins und die Märsche der Bürgerrechtsbewegung". Martin Luther Kings ziviler Widerstand gewann dadurch ebenfalls an Einfluss. Mehr zu Kings Jr. Werdegang und Materialien für den Unterricht über ihn könnt ihr in unserem Artikel nachlesen. Mit dem Civil Rights Act von 1964 wurde die Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft in öffentlichen Einrichtungen, am Arbeitsplatz und im Bildungseinrichtungen schließlich verboten. 

Passend dafür bietet BR radioWissen eine Sendung über die Bürgerrechtsbewegung und die Civil Rights Act mit Arbeitsblättern an, die zur Nachbearbeitung der Sendung ausgefüllt werden können. Außerdem findet ihr dort ein Glossar mit wichtigen Begriffen zur Bürgerrechtsbewegung. Auf dieser Seite findet ihr außerdem Arbeitsblätter und Unterrichtsmaterialien, um sich mit dem Thema Rassismus und dem Civil Rights Movement mit den wichtigsten Akteur:innen auseinanderzusetzen. Die Materialien sind ab der 9. Klasse empfohlen und eignen sich für Geschichte, Englisch, Politik und Ethik.

Trotz des Urteils von Brown v. Board of Education und den Civil Right Acts ist die Gleichstellung von Schwarzen und Weißen in vielen Bereichen, auch der Bildung, auch heute noch nicht erreicht. Schüler:innen geraten oftmals in eine Negativspirale. Anschaulich wird diese Problematik in diesem kurzen Video der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erklärt. Wie die Trennung weißer und schwarzer Menschen von damals bis heute Auswirkungen hat, wird in diesem englischen Video gezeigt. Darin werden durch Grafiken die bis heute noch getrennten Nachbarschaften dargestellt, die sich durch die geschichtliche Segregation der Arbeits- und Wohnsituation entwickelt haben. Im Dossier “Getrennte Klassenzimmer” von der bpb wird zusätzlich ein geschichtlicher Überblick über die Rassentrennung an Schulen und die bis heute spürbaren Auswirkungen gegeben.

Besprechung von Zeitzeugenberichten

Sinnvoll ist es ebenso, Zeitzeugenberichte und Betroffenenaussagen in den Unterricht einzubauen. Sie geben authentische Einblicke in historische Ereignisse und vermitteln die Gedanken und Erfahrungen derjenigen, die sie erlebt haben, eindringlich. Besonders im Kontext der Rassentrennung an amerikansichen Schulen ermöglichen Zeitzeugenberichte den Schülern:innen ein tiefes Verständnis für die Auswirkungen, indem sie die persönlichen Geschichten und Erlebnisse der Betroffenen aus erster Hand erfahren. Ihr könnt zum Beispiel Ausschnitte