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Schule abgeschlossen – Was nun?
Die Zeit nach der Schule ist für viele junge Menschen aufregend, aber auch herausfordernd. In einer Welt voller Möglichkeiten müssen sie eine wichtige Entscheidung treffen.
Gepostet von
Julia Wessner
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27
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September 2022
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Die Zeit nach der Schule ist für viele junge Menschen nicht einfach. Während einige Schüler:innen schon einen ganz klaren Plan haben, in welche Richtung ihre spätere Karriere gehen soll, sind andere erst einmal ratlos. Um Lehrer:innen dabei zu unterstützen, den Schüler:innen in dieser Situation zu helfen, führen wir im Folgenden einige mögliche Wege auf, welche die Schüler:innen nach der Schule gehen können.

Fertig mit der Schule – was jetzt? 

Die Schulzeit ist vorbei und plötzlich läuft nicht mehr alles so geregelt wie vorher. Das erste Mal in ihrem Leben müssen sich die jungen Menschen aktiv mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Während es bis zu diesem Zeitpunkt immer die Stabilität der Schule gab, fällt diese jetzt weg. Die Entscheidung, die sie nun treffen müssen, ist eine sehr wichtige und ebenso schwierige, beeinflusst sie doch ihr restliches Leben stark. Im Jahr 2019 wussten 46 Prozent der Abiturienten nicht, was sie nach der Schule machen wollen. Die Auswahl ist für die meisten riesig, so können sie alleine unter 19 000 verschiedenen Studiengängen wählen. Durch verkürzte Schulzeiten und den Wegfall von Wehr- und Zivildienst sind viele Schulabgänger zudem noch sehr jung. Als Lehrer:in kann man den Schüler:innen diese Entscheidung nicht abnehmen. Wichtig ist es aber, ihnen klar zu machen, welche Möglichkeiten sie jetzt haben.  

Freiwilligendienst

Will sich ein Schüler oder eine Schülerin erst einmal nicht langfristig festlegen, besteht die Möglichkeit ein freiwilliges soziales oder ein freiwilliges ökologisches Jahr zu machen. Hierbei handelt es sich jeweils um einjährige Programme. Durch die Teilnahme an einem der sozialen Jahre können sich junge Menschen entweder in einem sozialen oder einem umweltorientierten Beruf ausprobieren. Die Freiwilligendienste beginnen jeweils am 1. September. Potentielle Teilnehmer müssen die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und unter 28 Jahre alt sein. 

Wer sich dafür nicht interessiert, kann den Bundesfreiwilligendienst leisten. Dieser ist der Nachfolger des Zivildienstes und bietet Menschen in unterschiedlichsten Einrichtungen die Möglichkeit, sich sozial, ökologisch oder kulturell zu engagieren. Dadurch haben junge Menschen die Chance, einen Beruf erst einmal kennenzulernen, ohne sich langfristig festzulegen. Ein vorgeschriebenes Einstiegsdatum gibt es nicht. Sowohl bei den freiwilligen Jahren, als auch bei dem Bundesfreiwilligendienst werden meistens monatliche Taschengelder in Höhe von 200 bis 500 Euro gezahlt. 

Erst einmal ins Ausland

Viele junge Menschen möchten nach dem Schulabschluss auch erst einmal reisen. Um das teilweise zu finanzieren, bietet sich zum Beispiel Work and Travel an. Durch phasenweises Arbeiten, hauptsächlich in Aushilfs- und Gelegenheitsjobs, wird hierbei der Auslandsaufenthalt teilfinanziert. Auch der Job als Au-pair ist beliebt. Dabei lebt man in einem anderen Land in einer Gastfamilie und kümmert sich um die Kinder und den Haushalt. In einigen Ländern, zum Beispiel in der Schweiz und in den Niederlanden, herrscht eine Agenturpflicht für Au-pairs, der Aufenthalt muss also über eine zugelassene Agentur organisiert werden. 

Studium und Ausbildung

Der häufigste Weg, welcher nach der Schule eingeschlagen wird, ist der des Studiums. Die Zahl der Schulabgänger, die sich für ein Studium entscheiden, wächst seit langer Zeit. Haben sich im Jahr 2000 noch 33,3 Prozent der Schüler:innen eines Jahrgangs dazu entschieden, zu studieren, lag diese Zahl 2021 schon bei 55,8 Prozent.

Weiß man bereits, dass man direkt nach der Schule studieren oder eine Ausbildung machen möchte, ist die Auswahl der Studiengänge oder Ausbildungsberufe riesig. Im Internet finden sich zahlreiche Tests um herauszufinden, welcher Studiengang oder welche Ausbildung am besten zu einem passt. Oft hat man daraufhin eine ungefähre Idee, in welche Richtung es gehen soll. Um sich sicher zu sein, eignet sich ein Praktikum in dem angestrebten Beruf, um Praxiserfahrung zu sammeln. Diese Form der Ausbildung dauert mehrere Jahre und ist, sofern abgeschlossen, eine gute Einstiegsqualifikation für einen späteren Job. 

Es ist völlig normal, wenn Schüler:innen nach der Schule erst einmal überfordert sind und nicht wissen, wie es direkt weitergehen soll. Es gibt viele unterschiedliche Wege, die sie dann einschlagen können, je nachdem, wo die eigenen Interessen und Fähigkeiten liegen. Wenn ihre Lehrer:innen ihnen diese unterschiedlichen Möglichkeiten aufzeigen, die sie nun haben, sind die Schüler:innen gut auf die Zeit nach dem Schulabschluss vorbereitet. 

Kommentiert gerne eure Tipps, wie man Schüler:innen in dieser Zeit weiterhelfen kann. 

Wiener Klassik gemischt mit Battle-Rap? Beethoven neu erleben
Ein Brüderpaar versucht Kindern klassische Kulturinhalte mittels moderner Technologie näherzubringen. Das Beethoven-Haus in Bonn wird zum Gaming-Studio.
Gepostet von
Vitali Borissov
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26
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September 2022
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Gastbeitrag
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„Für solche Schweine spiele ich nicht!“, rief Ludwig van Beethoven einst, als ein junger hochnäsiger Graf während eines Konzerts nicht aufhörte, sich zu unterhalten. Jetzt ist es möglich geworden, sich virtuell mit Beethoven zu unterhalten. Die Brüder Arthur und Victor Abs wollen mit innovativen Mitteln einen neuen Zugang zu klassischen Kulturinhalten schaffen. Mit ihrem Projekt "Beethoven Opus 360" geschieht die Wissensvermittlung über interaktive Medien. Sogenannte Virtual-Reality-Brillen lassen Schüler:innen eintauchen in eine längst vergangene Welt… oder in eine moderne Welt mit alten Gesichtern? 

Wenn Kinder kein Musikinstrument erlernen, ist es äußerst selten, dass sie  Berührungspunkte zu klassischer Musik entwickeln. Durch soziale Medien ist die Aufmerksamkeitsspanne junger Leute ohnehin nachweislich und deutlich zurückgegangen, weshalb sich kaum jemand eine zeitintensive Sinfonie anhört. Weitaus gängiger ist eine Neigung zum Hip-Hop, der nicht erst seit Kurzem en vogue ist. Bei “Beethoven Opus 360” begegnen sich diese zeitlich und geschmacklich weit auseinander liegenden Sphären auf Augenhöhe. Hip-Hop wird als Medium des Geschichtenerzählens in eben dieser Form genutzt, um die bewegende Biografie eines Ludwig van Beethovens zu verpacken. Die Musik dieser Generation ist in dieser Sonderausstellung die Art und Weise, um das Genius eines vergangenen Jahrhunderts vorzustellen – nicht von oben herab, sondern interaktiv. 

Bis zum 26. September können im Bonner Beethoven-Haus alle Interessierten die VR-Herausforderung annehmen, Beats und Rap Lines bestimmen und so das Publikum für sich und vor allem für Beethoven gewinnen. Hier der Trailer.

Demnächst gehen die Gründer Arthur und Victor Abs mit dem Spiel auf Tour. Geplant sind Stationen in Leipzig, Hamburg, Köln und Wien (Haus der Musik Wien, 1. März bis 16. April 2023). In den kommenden Jahren soll “Beethoven Opus 360” Halt an diversen Schulen und weiteren Bildungs- und Kulturinstitutionen machen. Entwickelt und konzipiert wurden die Sonderausstellung und das Spiel von der gemeinnützigen Bildungsinitiative agon e.V., deren ehrenamtliche Vorsitzenden Arthur und Victor Abs sind, in Kooperation mit dem Beethoven-Haus sowie mit Unterstützung zahlreicher weiterer Partner, unter anderem der Commerzbank-Stiftung. 

In fünf Schritten zur gelungenen Unterrichtsvorbereitung
Die Unterrichtsplanung frisst Zeit wie sonst kaum etwas im Lehrerberuf. Hier sind fünf Schritte gespickt mit nützlichen Tipps und Tricks.
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Vitali Borissov
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26
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September 2022
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Didaktik & Psychologie
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Die Unterrichtsvorbereitung gilt als eine der zeitaufwendigsten Aufgaben des Lehrerberufs. Das selbstständige Erarbeiten inhaltlicher Konzepte innerhalb des Lehrplans sowie die einhergehenden didaktischen und methodischen Entscheidungen überfordern vor allem viele junge Lehrkräfte. Die Planung des Weges, der zum geforderten Lernziel führt, birgt Herausforderung und Risiken, zum Beispiel in Form von Detaillverliebtheit und mehrstündigen Überlegungen für eine 45-minütige Unterrichtseinheit. Rechnet man dies auf einen Gesamtaufwand hoch, so bleibt einer Lehrperson keinerlei Freizeit mehr. 

Um dem vorzubeugen, stellt Lehrer News fünf Tipps in chronologischen Schritten vor, mit denen man die Zeit zur Unterrichtsvorbereitung drastisch verkürzen kann. 

1) Sich einen langfristigen Überblick verschaffen

Hinter dem ersten Tipp, der selbsterklärend und einfach klingt, verbirgt sich mehr als man denkt. Es geht darum, einen halbjährigen kalendarischen Plan zu erstellen, bei dem nicht die Unterrichtsinhalte einer konkreten Stunde eingetragen werden, sondern wann wichtige schulische (und außerschulische) Ereignisse anstehen, die mit einem zeitlichen Mehraufwand verbunden sind. Wann müssen die Noten gesetzt sein? Wann sind Elternabende und Lehrerkonferenzen? Hinzu kommen Feiertage und Ferien, Prüfungstermine. Dies ist vonnöten, um ein Bild davon zu bekommen, wann wie viel Zeit für mögliche Unterrichtsplanungen ansteht. Dieser langfristig gedachte Plan bietet demnach auf einen Blick eine Antwort auf die Frage: Wann bleibt wie viel Zeit zum Planen? Es hilft dabei, sich einen Überblick zu verschaffen, der über den konkreten wöchentlichen Stundenplan hinausgeht. Das passiert nämlich im nächsten Schritt. 

2) Sich einen wöchentlichen Überblick verschaffen

Ein zentraler Schritt der Unterrichtsvorbereitung ist die Erstellung eines Plans, in welchen Schritten der Unterricht stundenübergreifend verlaufen soll. Der Wochenrhythmus ist der klassische Planungstakt. Es bieten sich für die Unterrichtsvorbereitung Hilfsmittel wie Planungsraster oder Stundenzettel an, um regelmäßige Unterrichtsabläufe festzulegen. Apps wie Teachis jede Menge bieten hierfür jede Menge hilfreiche Features.
Man muss hierbei nicht jede Stunde bereits ins letzte Detail ausplanen. Es geht vielmehr darum, einen kreativen Einstieg zu finden und den weiteren Verlauf entlang bestimmter Lernziele einzutragen. Wichtig ist hierbei, dass der Verlauf realistisch eingeschätzt wird und bestenfalls eine oder zwei Pufferwochen eingerechnet werden. Macht man die erhofften Fortschritte, kann man bereits früher mit dem nächsten Themenbereich beginnen. Ansonsten bleibt immer genug Zeit, damit alle inhaltlich auf den nötigen Stand kommen. Außerdem darf sich eine Lehrperson nicht scheuen, eine Lektion mit einem ähnlichen Einstieg, wie zuvor zu beginnen. Man braucht nicht das Rad neu erfinden und sich stundenlang den Kopf über die ersten zehn Unterrichtsminuten zerbrechen. Einen gelungenen Einstieg kann man gut und gerne von der Methode her in den nächsten Stunde wiederholen. 

3) Die Planung möglichst lokal und zeitlich einschränken

Natürlich ist die Vorstellung, gar keine Vorbereitungsarbeit mit nach Hause zu nehmen, eine Utopie. In den Ferien bieten sich solche Planungen an. Trotz alledem kann es hinsichtlich des Planungsrhythmuses hilfreich sein, wenn man sich zum Vorbereiten der nächsten Woche immer einen bestimmten Tag herausnimmt. Ein Donnerstag bietet sich hierfür beispielsweise an, weil sich bis dahin die Fortschritte der Woche ziemlich genau bestimmen lassen. Bestenfalls geschieht diese Planung im Schulgebäude, um die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit nicht verschwimmen zu lassen. Die Schule ist dein Arbeitsplatz und dort gehören, wenn schon nicht Korrekturen, so doch die Unterrichtsvorbereitungen hin. Man bindet sich als Lehrkraft hierdurch an eine bestimmte Taktung und verfällt weniger dem Verlangen und der Not auch außerhalb der vorgeschriebenen Zeit, nervenaufreibende Stunden mit Vorbereitungsgedanken zu verbringen. Des Weiteren kann sich anbieten, einen Tag (im Monat oder in der Woche bzw. gar in den Ferien) fast vollends für das Vorkopieren einzuplanen, um nicht ständig kurzfristig zum Kopierer huschen zu müssen. Stattdessen kann man vor Beginn der Stunde mühelos aus einem Ordner seine vorbereiteten Kopien nehmen und diese austeilen. 

4) Kein Arbeitsblatt ist perfekt 

Im nächsten Schritt geht es darum, die Unterrichtsstunden nicht mit Leben, sondern mit Inhalt zu füllen. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, die didaktisch gut aufbereitetes, unabhängiges und vertrauenswürdiges Material anbieten. Zum Beispiel Bildungsserver, Tauschbörsen, Blogs, Foren oder Online-Angebote von Verlagen. Diese Quellen müssen genutzt werden. Es gibt im Netz unglaublich viele tolle Ideen, Anregungen, Materialien etc. für jeden Unterricht. Andererseits kann dieser Fundus an (digitalen) Medien überwältigend werden. Schnell kann man in diesem Sumpf versinken, zum Beispiel auf der Suche nach einem perfekten Arbeitsblatt . Eine Lehrperson darf keine Scheu haben, auch mal einen Schlussstrich zu ziehen und das am ehesten passende Material zu benutzen. Auf keinen Fall sollte man damit beginnen, eigene Arbeitsblätter zu erstellen, wenn man nicht Unmengen an Zeit zur Verfügung hat. Keiner verlangt, dass Du jedes einzelne Arbeitsblatt neu gestalten musst oder Du neues Material herstellst. Es gilt, sich auf die vorhandenen Materialien zu beschränken. Vor allem Lehrkräfte, die mit jüngeren Schüler:innen zu tun haben, verfallen oft und gern einem Bastelwahn. Hierbei könnte es ein Trick sein, das Basteln im Unterricht zu verankern und die Kinder mithelfen zu lassen. 

5) Die Routine weiter optimieren 

Läuft alles wirklich wie geschmiert oder kommt mir das nur so vor? Herrscht Optimierungsbedarf? Das Hinterfragen von bewährten Materialien und Abläufen ist eine grundlegende Kompetenz, die über die Unterrichtsplanung allein hinausgeht. Es bedarf hin und wieder neuer Impulse, hin und wieder mal einer ungeplanten Stunde. Ein gewisses Maß an Improvisierungskunst – das wissen Lehrkräfte nur zu gut – gehört auch zum Lehrerdasein. Es ist also wichtig, sich auch einen gewissen Spielraum und kreative Freiheit zu genehmigen. Ungeachtet dessen ist es jedoch von höchster Priorität herauszufinden, ob immer alle notwendigen Unterlagen, Materialien, Hilfsmittel etc. zur Hand sind. Welchen Unterrichtseinstieg sollte man mal überdenken? Wo gab es zuletzt Störungen im Betriebsablauf? 

Kommentiert gern eure Tipps und Tricks, mit denen ihr euch den Vorbereitungsalltag erleichtert und teilt eure Meinung.

Digitalisierung auf dem Stundenplan – Sind neue Schulfächer nötig?
Häufig wird in der Bildungspolitik die Einführung des Fachs “Programmieren” diskutiert, um Schüler:innen auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Doch wie sinnvoll ist das und was braucht es, um der Digitalisierung gerüstet entgegenzutreten?
Gepostet von
Anna Schröder
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September 2022
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Gesellschaft & Politik
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Ob endlose Exceltabellen für den Chef durchgehen oder mal eben schnell eine Bescheinigung der Krankenkasse bereitstellen – für viele Sachen muss ein digitales Gerät genutzt werden. Heutzutage findet man kaum noch Berufsfelder, die keine digitale Kompetenz voraussetzen. Im Zuge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft stellt sich die Frage, wann unser Bildungssystem dementsprechend aktualisiert wird. Damit ist ausnahmsweise mal nicht die digitale Ausstattung oder Verwendung von technischen Hilfsmitteln gemeint, sondern die Anpassung des Stundenplans an die Herausforderungen der digitalen Zukunft.

Programmieren als Unterrichtsfach

 »Ich glaube, dass die Fähigkeit zum Programmieren eine der Basisfähigkeiten von jungen Menschen wird, neben Lesen, Schreiben, Rechnen«. Wie hier Angela Merkel auf der Deutsch-Französischen Digitalkonferenz 2016 in Berlin, fordern viele, ‘Programmieren’ als Unterrichtsfach einzuführen. Schon seit 1997 fördert Estland IT-Unterricht unter dem Projektnamen Tiger-Leap, zu deutsch Tigersprung. Dem ist es wohl auch geschuldet, dass heute estländische Kinder schon in der Grundschule Programmierunterricht haben. Im Vordergrund steht die Logik dahinter zu verstehen und nich so sehr, komplexe Programme zu bauen. Die frühe Förderung im Bereich Digitalisierung scheint sich auszuzahlen: In Estland gibt es die meisten erfolgreichen Start-Ups pro Einwohner.

Doch wie sieht es in Deutschland aus? Das Schulfach Informatik kann an einigen Schulen belegt werden – ist jedoch fast nirgendwo ein Pflichtfach. Der deutscheLehrer, Jan Weiss, klagt gegenüber dem Unternehmen Intel, dass große Unterschiede zwischen den digitalen Kompetenzen von Kindern bestehen. Häufig sei der Großteil mit Tablets und Smartphones vertraut, jedoch fehle das Können am PC. Zudem gebe es immer ein paar Kinder, „die nicht einmal wissen, was ein @-Zeichen ist.“ Diese digitale Ungleichheit muss aufgearbeitet werden. Außerdem ist es wichtig, die Kinder auf berufsbegleitende Geräte und Programme vorzubereiten, wie der Computer sowie Word und Excel. 

Programmieren reicht nicht

Das große Problem ist: Programmieren selbst hat wenig mit der digitalen Realität zu tun. Es ist natürlich wichtig, die Entstehung sowie die Prozesse hinter einem Programm zu verstehen, jedoch hat vor allem ein naiver Umgang mit dem Internet weitreichende Folgen. Daher sollte eine weitreichende Medienkompetenz vermittelt werden und nicht vorrangig das Implementieren von Programmen. Die CSU fordert 2021 eine Ergänzung der Unterrichtsfächer um die Fächer ‚Programmieren‘ aber auch ‚digitale Wirtschaft‘. In dem Fach digitale Wirtschaft würden sich die Schüler:innen mit Wirtschaftszweigen auseinandersetzen, die mit der Digitalisierung verbunden sind. Die Förderung soll aber nicht erst in der Schule ansetzen, sondern bereits im Kindergarten. Dazu soll eine bundesweite Bildungsplattform Videokonferenzen und digitales Lernmanagement ermöglichen.

Digital werden ist Ländersache

Da die Lehrpläne zu 80 Prozent von den Ländern beschlossen werden, muss hier eine Erweiterung der Unterrichtsfächer angestoßen werden. Die Schulen selbst bzw. die Lehrkräfte haben unter anderem wegen des Lehrermangels schlichtweg keine Zeit sich mit der Erstellung eines Lehrplans zu beschäftigen ­–­ auch wenn viele die Notwendigkeit sehen. Zusätzlich gibt es wenig qualifiziertes Personal, um ein weiteres Unterrichtsfach hinsichtlich digitaler Kompetenz zu unterrichten. Während Personal ausgeglichen werden muss, müssten sich gleichzeitig Lehrkräfte fortbilden lassen, um den Anforderungen der neuen Fächer zu genügen. Vielleicht bleibt deswegen auch eine konkrete Forderung nach neuen Unterrichtsfächern in der Koalition aus. Der oft genannte Digital Pakt ist der Hauptakteur im politischen Handeln hinsichtlich Digitalisierung an Schulen. Hier steht jedoch die Ausstattung mit digitaler Technik im Vordergrund. Durch die Verwendung der Technik sollen digitale Kompetenzen vermittelt werden. Das reicht jedoch nicht, um Schüler:innen gegen die vielfältigen Herausforderungen der digitalen Welt zu wappnen. Welche Unterrichtsfächer haltet ihr für sinnvoll?

Weshalb viele Lehrkräfte überlastet sind: 4 Gründe, wie sich das äußert & Hilfsmaßnahmen
“Lehrer, die haben einen easy Job, halbtags arbeiten, lange Ferien, das ist beneidenswert.” Ungefähr so ist das Bild, das viele Menschen, die selbst keine LehrerInnen sind, vom Lehrerberuf haben. Die Realität sieht anders aus...
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Redaktion
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September 2022
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Gastbeitrag
Didaktik & Psychologie
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“Lehrer, die haben einen easy Job, halbtags arbeiten, lange Ferien, das ist beneidenswert.” Ungefähr so ist das Bild, das viele Menschen, die selbst keine LehrerInnen sind, vom Lehrerberuf haben. Die Realität sieht anders aus, tatsächlich sind viele LehrerInnen überlastet.

Erschöpfung und Burnout im Arbeitskontext sind mit ungünstigen Erlebens- und Verhaltensmustern assoziiert. Diese ungünstigen Muster zeigen sich bei LehrerInnen durch die spezifischen Anforderungen des Lehrerberufes besonders häufig. Häufiger als bei Berufen, die man normalerweise mit großer Belastung assoziiert, z.B. Pflegeberufe oder unter ExistenzgründerInnen. Dies konnte eine großangelegte Studie zeigen, welche die Belastungssituation im Lehrerberuf sowie die Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen an ca. 20000 LehrerInnen, Lehramtsstudierenden und Referendaren untersuchte.

Diese Belastungen sorgen für hohe Raten frühzeitiger Pensionierungen und Dienstunfähigkeit unter LehrerInnen, als Folge von psychischen und psychosomatischen Problemen. Fast ironisch klingt dann die Tatsache, dass die Inanspruchnahme professioneller Unterstützung in Form von Psychotherapie eine Gefährdung der Verbeamtung zur Folge haben kann. Doch wodurch genau sind diese ungünstigen Muster geprägt, welche dazu führen, dass LehrerInnen belastet sind, und das in einem solchen Ausmaß? Und was kannst du tun, wenn du selbst überlastet bist?

Ob psychische Probleme entstehen, hängt vom individuellen Umgang mit beruflichen Herausforderungen ab. Hier kann zwischen zwei Erlebens- und Verhaltensmustern unterschieden werden, welche im Arbeitskontext ungünstig sind.

  1. Selbstüberfordernder Umgang

LehrerInnen mit diesem Muster zeichnen sich durch ihr äußerst hohes berufliches Engagement aus. Die Arbeit stellt einen sehr wichtigen Teil des eigenen Lebens dar. Verausgabungsbereitschaft und Anforderungen an die eigene Person sind hoch. Gleichzeitig bestehen Probleme, sich zu distanzieren, was mit einer inneren Unruhe und Angespanntheit in Verbindung steht.

  1. Resignierter Umgang

Bei LehrerInnen mit diesem Muster ist das berufliche Engagement eher gering ausgeprägt, die Verausgabungsbereitschaft mäßig. Es besteht eine ausgeprägte Tendenz zur Resignation, da Probleme nicht offensiv bewältigt werden. Auch hier nehmen LehrerInnen eine innere Unruhe und Unausgeglichenheit wahr. Berufliches Erfolgserlebens bleibt aus, die allgemeine Lebenszufriedenheit ist gering.

Gründe, weshalb LehrerInnen überlastet sind

Doch was macht den Lehrerberuf eigentlich so anstrengend? Es handelt sich um verschiedene Anforderungen, deren Kombination zur Überlastung führen, wenn LehrerInnen ungünstig mit diesen Anforderungen umgehen.

  1. Die tagtäglichen Anforderungen an LehrerInnen zeichnen sich dadurch aus, dass sie total gegensätzlich sind:

Sie müssen sozial sensitiv sein, aber auch robust. Empathisch und ein partnerschaftliches Verhältnis zu Schülern pflegend, aber auch durchsetzungsfähig sein. Sich auf einzelne Schüler fokussieren, aber auch immer die ganze Klasse im Blick haben. Hohes Fachwissen besitzen, aber auch eine hohe pädagogische Eignung. Beruflich stark engagiert sein, aber auch starke Wurzeln im Privatleben haben.

  1. Außerdem müssen LehrerInnen während der Unterrichtszeit immer voll da und präsent sein. Ein Schüler braucht Hilfe, eine andere Schülerin filmt heimlich - es muss sich permanent auf verschiedenste Personen und Situationen eingestellt werden. Erholungsmöglichkeiten gibt es während der Unterrichtszeit kaum.
  2. Unterricht muss vorbereitet, Klassenarbeiten korrigiert, die Hausmeisterbeschwerde über Schüler x gelöst werden - es herrscht ein hoher Druck dadurch dass dauerhaft unerledigte Aufgaben anliegen. Es kommen zumal immer neue Forderungen und Veränderungen auf LehrerInnen zu. Die Pandemie sticht hier als Beispiel besonders anschaulich hervor, die viele LehrerInnen überlastet hat.
  3. LehrerInnen bereiten neue Generationen auf ihr künftiges (Berufs-) Leben vor, trotzdem erfahren sie einen Mangel an Anerkennung und Wertschätzung. Sei es durch Eltern, die sich immer häufiger gegen LehererInnen und Schule stellen, um den eigenen Nachwuchs bestmöglich dastehen zu lassen. Mangelnde Wertschätzung und fehlende Anerkennung kommt aber nicht nur von Seiten der Schüler und Eltern, sondern auch durch ihr soziales Netzwerk, das eventuell noch nicht erkannt hat, dass der Lehrerberuf kein entspannter Halbtagsjob ist. LehrerInnen erleben oft unzureichende soziale Unterstützung.

Doch wie äußert sich eigentlich der ungünstige Umgang mit beruflichen Belastungen, der dazu führt, dass sich LehrerInnen überlastet fühlen? Das kann sich in leicht depressiver Verstimmung, Grübeleien, Antriebsmangel, anhaltender negativer Stimmung oder hohem Stresserleben zeigen. Wenn LehrerInnen überlastet sind kann das aber auch in einem Burnout resultieren. Dann liegen folgende Symptome vor:

Ein Burnout umfasst drei Leitsymptome

  • Emotionale Erschöpfung: Sie stellt den Kern des Burnouts dar, und bedeutet eine Abflachung von emotionalem Erleben
  • Depersonalisation: andere Menschen, welchen im Arbeitskontext begegnet wird (Schüler / KollegInnen, Kunden / KlientInnen in anderen Arbeitsbereichen) werden nicht mehr als Mensch wahrgenommen, sondern als abzuarbeitende Punkte oder Probleme 
  • Misserfolgserleben: entweder durch tatsächlichen Misserfolg oder zu hohe Ansprüche an die eigene Leistung 

Menschen mit Burnout fühlen sich also ausgebrannt, ihre Leistungsfähigkeit fällt ab, bis hin zur Apathie. Außerdem können depressives und aggressives Verhalten sowie erhöhte Suchtgefährdung mit einem Burnout einhergehen.

Wenn LehrerInnen überlastet sind, und weiterhin den gleichen Umgang mit Belastungen zeigen, bleibt die Überlastung bestehen. Die hier beschriebene Studie fand über mehrere Messzeitpunkte statt – was sich zeigte war, dass ein Drittel der LehrerInnen, die zuerst einen gesunden Umgang hatten, später zu einem ungünstigen Umgang mit den Arbeitsbelastungen gefunden hatten. LehrerInnen die gleich einen ungünstigen Umgang zeigten kamen später nicht von alleine zu einem gesunden Umgang, sie blieben bei ihrem selbst-überforderndem Umgang oder rutschen in einen resignierten Umgang. Mit fortschreitendem Alter der untersuchten LehrerInnen zeigte sich außerdem eine progressive Verschlechterung.

Die gute Botschaft ist aber: Ein gesunder Umgang kann gefördert und erlernt werden. Er passiert aber nicht einfach so. Albert Einstein drückt es so aus:

„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert.“

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ohne aktives Zutun auch keine Verbesserung zu sehen war.

Gesunder Umgang mit täglichen Herausforderungen für überlastete LehrerInnen

Schauen wir uns also zunächst an, wie ein gesunder Umgang mit beruflichen Überlastungen aussieht. Auch für LehrerInnen, die einen gesunden Umgang haben, nimmt die eigene Arbeit einen hohen Stellenwert ein, der berufliche Ehrgeiz ist ausgeprägt. Die Verausgabungsbereitschaft ist aber nur mäßig und hält sich ebenso wie das Perfektionsstreben im mittleren Bereich. Es besteht eine gute Distanzierungsfähigkeit und Probleme werden offensiv angegangen. Die Resignationstendenz ist gering. Gleichzeitig ist das allgemeine Wohlbefinden relativ hoch: Innere Ruhe und Ausgeglichenheit, Erfolgserleben im Beruf, eine hohe Lebenszufriedenheit und das Erleben sozialer Unterstützung sorgen dafür.

Und dieses gesunde beschriebene Muster zeigt verschiedene Ansatzpunkte auf, um einen besseren Umgang mit Belastungen zu erlernen. So gilt es, effektiv zu planen und die eigene Zeit zu managen. Gleichermaßen sollten Probleme systematisch gelöst werden. Dazu ist erforderlich, herauszufinden, was Stress auslöst, unter welchen Bedingungen das der Fall ist, was die Konsequenzen sind, und wie besser damit umgegangen werden kann. So kann zum Beispiel gemeinsam mit einer Psychologin geschaut werden, was alles getan werden kann, um dem eigenen Ziel im Rahmen dieser Probleme näher zu kommen. Außerdem kann die eigene Distanzierungsfähigkeit trainiert werden, um einen besseren Umgang mit Belastungen und daraus resultierenden schwierigen Gedanken und Gefühlen zu finden. Teils kann auch die Verbesserung von Beziehungen im sozialen Umfeld angebracht sein um mehr Unterstützung aus ebenjenem zu erfahren.

Solltest du Hilfe dabei benötigen einen nützlicheren Umgang mit deinen Belastungen zu finden, kann ich dich als Psychologin gerne unterstützen und auf deinem Weg zu einer höheren Arbeits- und / oder Lebenszufriedenheit begleiten. Mein Beratungsangebot kann unkompliziert online und ohne in-Kenntnis-Setzen deines (künftigen) Arbeitgebers in Anspruch genommen werden. Du kannst dich hier über mein Angebot informieren, und mir hier gleich eine Nachricht schreiben.

Ein Gastbeitrag von Nina Uffelmann. Nina lebt mit ihrer Familie in Dänemark, ist Psychologin (M.Sc.) und bietet Psychologische Beratung Online an. Neben ihrem Abschluss als Psychologin ist sie in Methoden der Acceptance Commitment Therapie weitergebildet.

Neues Schuljahr, alte Probleme?
Das neue Schuljahr hat begonnen. Welche Herausforderungen kommen jetzt auf die Schulen und Lehrer:innen zu?
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Julia Wessner
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September 2022
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Mit Bayern ist Mitte September auch das letzte Bundesland in das neue Schuljahr gestartet. Lehrer:innen und Schüler:innen müssen sich mit alten Problemen, wie der COVID-19 Pandemie, sowie neuen Ausnahmesituationen, wie den Folgen des Ukraine-Krieges, auseinandersetzen. Wie gehen die Schulen mit diesen Situationen um?

Neues Schuljahr in Krisenzeiten 

In allen Bundesländern hat mittlerweile das neue Schuljahr 2022/23 begonnen. An Herausforderungen mangelt es nicht. Durch den anhaltenden Angriffskrieg Russlands in der Ukraine sind viele ukrainische Kinder nach Deutschland geflohen und gehen nun hier zur Schule. Ende August handelte es sich hierbei um mehr als 160.000 Schulkinder bundesweit. 

 

Diese Ausnahmesituation ist für alle Beteiligten nicht leicht. Viele der Kinder haben mit einem Kriegstrauma zu kämpfen, sind unruhig und unsicher. Unter anderem wissen sie nicht, wie lange sie überhaupt in Deutschland bleiben werden. Dadurch wird es für Lehrer:innen teilweise schwer diese Kinder zu unterrichten, zumal es oft eine Sprachbarriere gibt. 

Dauerbrenner: Lehrermangel 

Durch die zusätzlichen 160.000 Schülerinnen und Schüler wird auch ein anderes Problem wieder deutlich: der Lehrermangel. Nach Schätzungen des deutschen Lehrerverbandes fehlen zu Beginn des Schuljahres 2022/23 rund 40.000 Lehrer:innen. Tendenz steigend. Besonders dramatisch ist die Situation seit längerer Zeit in Berlin. Nur 60 Prozent der ausgeschriebenen Lehrstellen waren Anfang des letzten Schuljahres besetzt. Größere Klassen sowie die Streichung von Förderangeboten sind oftmals die Folge. 

Energiekrise soll Schulen nicht beeinträchtigen

Es gibt aber auch positivere Nachrichten zu Beginn des neuen Schuljahres. Von der derzeit sehr aktuellen Energiekrise sollen Schulen kaum betroffen werden. Schulen, zusammen mit Universitäten und Hochschulen, sind laut dem Präsidenten der Bundesnetzagentur Klaus Müller “geschützte Kunden” und genießen bei der Versorgung mit Strom und Heizwärme oberste Priorität. 

Auch die Covid-19 Pandemie spielt eine weitaus geringere Rolle als noch vor einem Jahr. 

Trotz der vielen neuen und auch alten Probleme und Herausforderungen gibt es also auch positive Nachrichten zu Beginn des neuen Schuljahres.

Fünf Reclam-Klassiker für Schule und Freizeit
Passend zum Schulbeginn stellen wir euch Reclam-Klassiker und Neulinge für den Einsatz im Unterricht, aber auch für die private Lektüre vor.
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Anna Schröder
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September 2022
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Passend zum Herbstanfang stellt Lehrer-News Neues und Altes aus dem Reclam-Sortiment vor. Von Schullektüre, Diskussionen aktueller Themen bis hin zur Philosophie ist alles mit dabei. Schnappt euch ein Reclamheft, einen Tee und genießt die windige Jahreszeit im Warmen. Und vielleicht findet ihr in unserer Liste ja auch die ein oder andere Unterrichtsidee… 

1. „Woyzeck“ von Georg Büchner

Zuerst ein absoluter Klassiker: „Woyzeck“ von Georg Büchner. Das fragmentarisch überlieferte Werk steht in den nächsten zwei Jahren bundeslandübergreifend auf der Abitur-Lektüreliste. Die Geschichte erzählt von einem Mord aus Eifersucht und dessen Hintergründe. Besonders interessant ist der Manuskript Charakter des Buches. Büchner hat die Reihenfolge mancher Kapitel vor seinem Tod nicht mehr final festlegen können, daher ist sie den Herausgebern überlassen. Das Buch ist in einer Text- und Studienausgabe für Schüler:innen verfügbar. Zusätzlich hat Reklam eine Lehrerausgabe herausgebracht. Hierin finden sich Sachanalysen, Stundenverläufe und Arbeitsblätter. LINKS

2. „Klimaethik“ von Dieter Birnbacher

Dieter Birnbacher ist ein deutscher Philosoph, der seinen Bachelor an der Cambridge University absolviert hat. Er spricht in diesem Reclamheft ein aktuelles Thema an: den Klimawandel, die Verursacher und welche Verantwortung der Westen zu tragen hat. Dieses Reclam-Heft ist nicht nur brauchbar für ein Selbststudium, sondern auch für den Unterricht geeignet. Es kann als Anstoß genutzt werden in gesellschaftsbezogenen Fächern eine Stunde rund ums Klima zu gestalten oder sich in Philosophie explizit mit den ethischen Aspekten von klimabeeinflussendem Handeln auseinander zu setzen.

3. „Give a boy a gun“ – Morton Rhue

Der amerikanische Gesellschaftsroman „Give a boy a gun“ ist eine literarische Montage aus Zitaten, Chatprotokollen, nachträglichen Stellungnahmen und Abschiedsbriefen. Das Buch handelt von den (fiktionalen) Schülern Brandon und Gary, deren angestaute Aggression in einen Amoklauf an ihrer Schule mündet. In einer semifiktionalen Recherche setzt sich der Autor mit betroffenen Lehrern, Schülern, Familienangehörigen und Tätern auseinander. Er arbeitet so das sensible Thema auf und verbindet es mit einer Systemkritik. Sein Können hat Morton Rhue bereits mit dem bekannten Roman „The wave“ zu deutsch „Die Welle“ bewiesen. Für das Buch sollten Schüler:innen das Englisch-Sprachniveau der Oberstufe erreicht haben.

4. „Was ist Bildung? ­­­– Eine Textanthologie“

Dieses Heft ist eine Sammlung von Texten rund um das Thema Bildung von Philosophen und Literaten. Bildung wird hier nicht im klassischen Sinne auf Schule oder die Universität bezogen, sondern eine weitblickende Perspektive aufgezeigt. Diese Texte sind etwas für jede Lehrkraft, die einmal aus ihrem Bildungskosmos ausbrechen willund neue Ideen zum Begriff ‚Bildung‘ bekommen möchte.

5. „Wie ich Schriftsteller wurde“ – Hans Fallada

Hans Fallada ist ein bedeutender Autor des 19ten Jahrhunderts. In der neuen, ansprechend gestalteten Reclam Ausgabe, welche auch online verfügbar ist, erzählt er von seinem Weg in den Beruf des Autors. Da die kurze Erzählung ursprünglich für seinen Sohn geschrieben wurde, werden die Straftaten, Süchte und Klinikaufenthalte in seinem Lebensweg von Fallada nicht erwähnt. Auch handelt sie nicht vom Schriftstellertum selbst, sondern nur von seinem Weg vom Landwirt und Zeitungsvertreter dorthin. Eine Geschichte darüber, wie man seine Bestimmung findet.

Was plant die Bundesregierung? Die Koalitionsziele im Bereich Bildung und Digitalisierung
Im 177-seitigen Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurden konkrete bildungspolitische Maßnahmen und Ziele beschlossen.
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Vitali Borissov
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September 2022
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Berlin. Der im Dezember 2021 unterzeichnete Koalitionsvertrag zwischen FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen hat sich auf dem Gebiet der Bildung ambitionierte Ziele gesetzt. Das von Bettina Stark-Watzinger (FDP) geleitete Bildungsministerium hat laut eines Entwurfs des Bundeshaushalts 2023 rund 20,6 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt bekommen – mit einem kontinuierlichen Wachstum bis zum Jahr 2026. Zum Vergleich: Der Verteidigungshaushalt 2023 beträgt rund 50,1 Mrd. Euro (plus Sondervermögen Bundeswehr in Höhe von 100 Mrd. Euro).

"Die Bildungsschere in Deutschland öffnet sich. Da ist der Staat gefragt, für mehr Bildungschancen zu sorgen. Der Bildungserfolg darf nicht von der sozialen Herkunft abhängen." - Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger in der ZEIT, 25. August 2022

Was plant die Bundesregierung? 

Im Bildungsbericht 2022 wird neben dem Personalmangel an Schulen und Kitas insbesondere die steigende Abhängigkeit des schulischen Erfolgs vom sozioökonomischen Status thematisiert. Um diese bedenkliche Entwicklung zu bekämpfen, wurde zuerst eine deutliche Erhöhung der öffentlichen Bildungsausgaben beschlossen. In zweiter Linie ist im Koalitionsvertrag eine neue Kultur der Bildungszusammenarbeit verankert. Angestrebt wird eine engere, zielgenauere und verbindliche Kooperation auf allen Ebenen. Das soll in Form eines Bildungsgipfels geschehen, bestehend aus einer Arbeitsgruppe von Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Weitere Zentralisierungen sollen in Form einer Einrichtung einer Bundeszentrale für digitale Bildung und einer gemeinsamen Koordinierungsstelle für Lehrkräftefortbildung stattfinden. Letztere soll bundesweit Fort- und Weiterbildungsangebote vernetzen, Qualifikationen von Schulleitungen unterstützen, Austausch ermöglichen und arbeitsteilige Erstellung von Fortbildungsmaterialien  organisieren und fördern. Diese Qualifikationsoffensive im Bereich der dritten Phase der Lehrerbildung sieht einen Schwerpunkt in digitaler Bildung vor, eine Weiterentwicklung des Seiten- und Quereinstiegs sowie eine vereinfachte Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Die Einrichtung einer Bundeszentrale für digitale Bildung soll Betrieb und Vernetzung von Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten in Schulen und Weiterbildung fördern. Demnach plant man die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für das Lernen und Lehren in der digitalen Welt. Ebenfalls wird die Entwicklung intelligenter, auch lizenzfreier Lehr- und Lernsoftware sowie die Erstellung von Positivlisten von datenschutzkonformer, digitaler Lehr- und Lernmittel gefördert. Passend zum Momentum, Kompetenzen in der Bundesregierung neu zu ordnen und vor allem zu bündeln, wird ein zentrales zusätzliches Digitalbudget eingeführt. Dieser soll  Digitalkompetenz, Grundrechte, Selbstbestimmung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. 

Der Digitalpakt 2.0

Eines der wichtigsten bildungspolitischen Vorhaben umfasst vor allem die Modernisierung in Form eines Digitalbudgets unter anderem mit Hilfe des neu aufgesetzten Digitalpakts 2.0. Die Umsetzung des Vorgängers im Schulwesen wurde teils scharf kritisiert. Nach drei Jahren wurde bereits ein Großteil der 6,5 Mrd. Euro verplant. Unabhängig davon wurde der neue Digitalpakt mit einer Laufzeit von 2024 bis 2030 beschlossen. Insbesondere sind die nachhaltige Neuanschaffung von Hardware, der Austausch veralteter Technik sowie Gerätewartung und Administration geplant. Das soll die Förderung der digitalen Lernmittelfreiheit für Schüler:innen zur Folge haben. 

Die Notwendigkeit einer weitreichenden Digitalisierung in Schulen ist nicht zuletzt durch die langanhaltende Corona-Pandemie in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Auch das anhanltende Problem der Chancenungleichheit will die Regierungskoalitionangehen. Ein Hindernis hierbei: Die Verteilung der Fördergelder aus dem bestehenden Digitalpakt verläuft nach wie vor schleppend. Bürokratische Hürden sollen durch den Digitalpakt 2.0 abgebaut werden und die Digitalisierung beschleunigen. Der flächendeckende Aufbau einer zeitgemäßen digitalen Bildungsinfrastruktur hat für die Bundesregierung einen immensen Stellenwert. Es gilt, das Klassenzimmer zu digitalisieren, die Lehrkräfte dahingehend weiterzubilden und die Schülerschaft die Früchte dessen tragen zu lassen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Und inwiefern verhindert werden soll, dass die Bildungsschere sich nicht durch digitale Chancenungleichheit weiter öffnet, muss sich erst noch zeigen.

So viele Betroffene wie noch nie: Übergewichts-Epidemie unter Kindern und Jugendlichen
Die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen ist in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Welche Gründe und Lösungen gibt es für das Problem?
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Julia Wessner
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September 2022
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Unter Kindern und Jugendlichen entsteht eine regelrechte Übergewichts-Epidemie. Diese wurde in den letzten Jahren durch unterschiedliche Faktoren wie zum Beispiel die COVID-19-Pandemie begünstigt. Auch das Elternhaus spielt eine elementare Rolle. 

Übergewicht unter Kindern und Jugendlichen- Wie groß ist das Problem?

Laut Daten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) litten im Jahr 2020 5,5 Prozent der versicherten 6-bis 18-Jährigen an Adipositas. Damit sind zurzeit so viele Kinder und Jugendliche übergewichtig oder adipös wie noch nie zuvor in Deutschland. Die Tendenz ist steigend. Im Zehnjahresvergleich bedeuten diese Zahlen eine Steigerung von 27 Prozent.

Für Übergewicht und Adipositas gibt es laut Prof.Dr. Hans-Henning Fletcher, Vorstandsmitglied der Stiftung “Achtung!Kinderseele” und Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik in Magdeburg, zwei Hauptgründe. Zum einen die schlechten Essgewohnheiten der Kinder. Oft werde zu fettig, süß oder salzig gegessen. Zum anderen können auch seelische Probleme zu Übergewicht führen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen leiden oft unter verschiedenen psychischen Konflikten und haben das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Die Eltern und das Umfeld sollten den Kindern dabei niemals Vorwürfe machen. Ein autoritärer Erziehungsstil ist in dieser Situation kontraproduktiv und steht sogar in einer Korrelation zu Adipositas.

Auch der Bildungsgrad der Eltern spielt eine große Rolle: 5-bis 9-jährige Kinder von Eltern ohne einen Ausbildungsabschluss haben eine 2,5 mal höhere Wahrscheinlichkeit an Fettleibigkeit zu erkranken als gleichaltrige Kinder von Akademikereltern. 

Einen großen Anteil an dem immer größer werdenden Problem haben auch die Folgen der COVID-19 Pandemie. Kinder und Jugendliche konnten plötzlich kaum noch Sport treiben, die Vereine und Schulen hatten geschlossen. Stattdessen saßen sie für mehrere Monate hauptsächlich Zuhause.

Die hohe Übergewichtsrate bei Kindern und Jugendlichen hat also mehrere Gründe und deswegen gibt es auch nicht nur eine Lösung. Eltern können versuchen, den Kindern einen aktiven Lebensstil mit gesunder Ernährung näherzubringen. Zudem sollten sie versuchen, Verständnis zu zeigen, anstatt den Kindern Vorwürfe zu machen.

Neues Jahr, neues Coronaschutzgesetz – Welche Maßnahmen sind an Schulen vorgesehen?
Die Auffrischung des Infektionsschutzgesetzes stellt Maskenpflichten weitgehend und Schließungen ganz zurück. Wie sicher können sich Lehrkräfte während des Winters fühlen?
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Anna Schröder
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September 2022
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Der neue Entwurf des Infektionsschutzgesetzes (ifSG) sieht vor allem eines vor:Lockerungen. Doch auch, wenn es wichtig ist, die Bildungseinrichtungen möglichst lange offen zu halten, müssen sich Lehrer trotzdem sicher fühlen können. Wird “Schutz” in der neuen Version des ifSG zu klein geschrieben?

Alle Jahre wieder: der Corona-Winter

Wir leben mittlerweile über zwei Jahre mit dem Virus Covid-19.  Die Bereitschaft freiwillig in Einkaufsläden Masken zu tragen, hat schon bald nach Verwurf der Regelung nachgelassen. Viele Menschen haben genug und wollen den Alltag vor der Pandemie zurück . Die Fälle sind deutschlandweit zahlreich und die Angst ist bei den meisten verschwunden. Diese Stimmung wird von der Politik nicht ignoriert. Lockerungen waren im Gespräch, wurden umgesetzt und mittlerweile sind wir kaum noch durch Präventivmaßnahmen eingeschränkt. Nun steht der Winter an und vielen bleibt die Erinnerung an vergangene Winter, wo die besiegt geglaubte Pandemie härter als vorher zurückgeschlagen hat. Um sich diesmal nicht von dem Virus überraschen zu lassen, wurde der Diskurs über mögliche Maßnahmen in einer Änderung des ifSG festgehalten. Viele haben Angst vor erneuten Schließungen und zu harten, wirtschaftseinschränkenden Maßnahmen. Diese Angst wurde mit berücksichtigt. Schließungen sieht der Werkzeugkasten zur Bekämpfung des Virus deswegen nicht vor. Das gilt auch für die Schulen. Generell wird sich – die Schulen betreffend – mit den neuen Regeln am allgemeinen Meinungsbild orientiert. Während am Anfang der Pandemie noch der Großteil dachte, es sei sinnvoll, Schulen zu schließen, ist laut dem Robert-Koch-Institut Ende des Jahres 2021 die Mehrheit dagegen. Auch der Wunsch nach einer Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen ist vor allem unter Eltern schulpflichtiger Kinder verbreitet.

Neue Coronaregeln für Schulen

Das neue Maßnahmenpaket gliedert sich in grundlegende Regeln und zwei Stufen. Die Stufen werden je nach Infektionsgeschehen aktiviert und ermöglichen den Ländern mehr Einschränkungen vorzunehmen, wenn sich die Lage zuspitzt. Generell gilt KEINE Maskenpflicht an deutschen Schulen. Laut dem Bundesministerium für Justiz, darf ab Eintritt der ersten Stufe eine Maskenpflicht in Schulen ab der fünften Klasse verhängt werden, wenn „dies zur Aufrechterhaltung eines geregelten Präsenz-Unterrichtsbetriebs erforderlich ist“. Wann genau die jeweiligen Stufen aktiviert werden, zum Beispiel in Abhängigkeit von Inzidenz oder Hospitalisierungsrate, wird nicht im Gesetz festgehalten. Ab Stufe zwei ist unter anderem für Schulen ein verpflichtendes Hygienekonzept einzuhalten. Das umfasst zum Beispiel das beliebte Lüften, Desinfektionsmittel usw. Als weitere festgelegte Maßnahme ist eine Testpflicht vorgesehen, eine Schließung hingegen nicht. Grund zur Freude für die Eltern. , die oft mit dem eigenen Job plus Kinderbetreuung überfordert waren. Allerdings müssen Lehrkräfte vor teilweise 30 Kindern stehen und sie auch in Zeiten unterrichten, wo die Coronazahlen auf einem Höchststand sind.

Konsequenzen der Änderung

Dr. Marco Buschmann, Bundesminister der Justiz, betont, dass bei dem Gesetz besonderes Augenmerk auf den Schulen liege. Dass damit die Lehrergesundheit aufs Spiel gesetzt wird, scheint hierbei allerdings nicht im Fokus gewesen zu sein. Im Mittelpunkt stehen die Schüler:innen und ihr unbegrenzter Zugang zu Bildung. Was gut ist, jedoch nicht mit allen Mitteln durchgesetzt werden sollte. Die Angst liegt nahe, dass sich viele Lehrkräfte infizieren und als Folge selbst Home-Unterricht nicht mehr möglich sein wird. Lehrer:innen, die einer Risikogruppe angehören, können sich im Schulgebäude nicht sicher oder zumindest geschützt fühlen. Lehrerverbände und Bildungsgewerkschaften kritisieren das Aussetzen der Maskenpflicht und sehen dies als verfrüht an. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen über die nächsten Wintermonate entwickelt und wie viele Schulen die mögliche Maskenpflicht umsetzen.

Das neue Infektionsschutzgesetz ist also da. Es sieht keine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht vor und überlässt viele Entscheidungen den Schulen selbst. Was haltet ihr von dem Paket? Fühlt ihr euch mit diesen Maßnahmen sicher in eurem Beruf?

”DigitalPakt Schule”- beenden oder verlängern?
Mit dem “DigitalPakt Schule” sollten Schulen in ganz Deutschland digitalisiert werden. Doch jetzt gibt es Kritik an der Ausführung.
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Julia Wessner
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September 2022
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Mit dem “DigitalPakt Schule” soll der Bund die Länder und Kommunen bei der Digitalisierung der Bildungsinfrastruktur unterstützen. Nach drei Jahren wurden bereits vier der geplanten 6,5 Milliarden Euro verplant. Doch wie zufrieden sind die Beteiligten mit dem DigitalPakt ?

Welche Vorteile hat der “DigitalPakt Schule” ?

Der “DigitalPakt Schule” wurde im Jahr 2019 beschlossen. Das Ziel des Pakts, dessen Summe während der Coronapandemie dreimal aufgestockt wurde, ist als Förderprogramm den technischen Ausbau der Schulen in Deutschland zu unterstützen. Unter anderem sollen digitale Lernplattformen gefördert und der Aufbau eines schuleigenen WLANs oder auch die Anschaffung von interaktiven Tafeln realisiert werden. Von den 40.000 Schulen in Deutschland sollen etwa die Hälfte bereits von dem Pakt profitiert haben.

Kritik an dem Pakt

Doch es gibt auch Kritik an der Ausführung des Digitalpakts. Oft wird das Tempo bemängelt, mit dem die Hilfen an den Schulen ankommen. Laut Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) soll die Verteilung der restlichen 2,5 Milliarden Euro nun schneller vonstattengehen. 

Kritik gibt es auch vom Bundesrechnungshof, der in einem 40-seitigen Prüfbericht ein Ende des Pakts empfiehlt. Der Digitalpakt sei unübersichtlich, intransparent und nicht Sache des Bundes. Die Gelder seien nicht nach Bedarf verteilt worden, sondern nach einem vorgegebenen Plan. Aller Kritik zum Trotz hat sich die Ampel-Koalition in ihrem Koalitionsvertrag jedoch bereits vorgenommen, dass nach dem 2024 auslaufenden “DigitalPakt Schule”  der “Digitalpakt 2.0” kommen soll. 

Verstärkte Bildungsungerechtigkeit durch Corona
Die existierende Bildungsungerechtigkeit hat sich durch die Pandemie verschärft. Gegenmaßnahmen des Bundes in Form von kurzfristigen Zuschüssen werden von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert.
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Anna Schröder
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September 2022
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Frankfurt am Main. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert im September 2022 die Maßnahmen zur Aufarbeitung der Bildungslücken, welche durch die Coronapandemie entstanden sind. Die aktuelle Studie “Aufholen nach Corona?” zeigt, wie Förderprojekte ins Leere gehen und ihre Zielgruppe nicht erreichen. 

Bildungsungerechtigkeit verschärft sich

Schon vor der Coronapandemie gingen die Bildungschancen für Deutschlands Nachwuchs weit auseinander. Kinder aus bildungsschwachen Familien erreichen selten einen hohen Schulabschluss. Durch Corona wurde die Bildung von der Schule nach Hause verlagert. Darunter haben besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien gelitten. Die Eltern haben oft keine Zeit für eine ausreichende Förderung und manchmal auch selbst keine abrufbare Grundbildung. Zu der mangelnden oder nur sporadisch verfügbaren Lehre kommt die psychische Belastung durch die Begleiterscheinungen der Pandemie. Kinder und Jugendliche leiden mitunter am meisten an der sozialen Abgrenzung und dem ständigen Zuhausesein – insbesondere wenn es zuhause häufig turbulent zugeht und keine Rückzugsmöglichkeiten bestehen. 

Die Herausforderungen im Bereich der mentalen Gesundheit und des Lernens, vor die Kinder die Kinder gestellt wurden, haben bundesweit für Leistungsdefizite gesorgt. Insbesondere in der Elementarschule, in der Kinder Lesen und Schreiben lernen, sorgen die Gegebenheiten der letzten Jahre für Schwierigkeiten. In dieser Altersklasse fällt es Kindern besonders schwer eigenständig zu lernen und sie bedürfen einem hohen Grad an Betreuung und Lehre. Das kann nicht jedes Elternhaus bieten. Genauso wie das nötige Equipment, um zuhause effektiv am Online-Unterricht teilnehmen zu können. Dadurch kam es während der Pandemie vor allem bei den Kindern aus sozial oder finanziell benachteiligten Familien zu einem Nachholbedarf. 

Kritik an Maßnahmen des Bundes

Die Krise hat Bildungslücken erzeugt, doch wie sieht es jetzt aus, wo langsam wieder Normalität eintritt? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um geschehene Defizite wieder aufzuholen? Der Bund hat verschiedene Post-Corona Maßnahmen und Förderprojekte ins Leben gerufen. Insgesamt stellte die Regierung deutschen Schulen 430 Millionen Euro zur Verfügung, damit sie die Folgen der Pandemie erfolgreich aufarbeiten können. Das Aktionsprogramm ging unter dem Namen “Ankommen und Aufholen” publik. Doch kann das Projekt, laut der von der Max-Traeger-Stiftung der GEW unterstützten Studie, sein Versprechen nicht halten und Bildungslücken nicht vollständig schließen. Kleine Erfolge seien durchaus zu verzeichnen und das Geld sei bitter nötig, betont Besinger-Stolze, Vorstandsmitglied der GEW. Gleichzeitig fordert sie aber eine konsequente Förderung, um die Schieflage auszugleichen und die momentane Bildungsungerechtigkeit einzudämmen: “Hier müssen die Bundes- und die Landesregierungen ein größeres Rad drehen.” Zudem treffe die Förderung nicht die Kinder, die es am nötigsten haben. Freiwillige Förderangebote oder sogenannte “Lernferien” kommen nicht bei benachteiligten Kindern an, da ihren Eltern häufig die Kapazität fehlt, sich ausgiebig zu informieren und zu kümmern. 

Der Aufholbedarf bei Schüler:innen nach der Coronapandemie ist nicht zu leugnen. Jedoch reicht das 430 Millionen schwere Aktionsprogramm der Bundesregierung nicht, um entstandene Lücken zu schließen. Laut GEW sind die Angebote nicht zielgruppenorientiert und zu kurzfristig, um das Bildungsungleichgewicht in Deutschland effektiv zu bekämpfen.

Kein Einlass in die digitale Welt: Medienkompetenz bei Analphabetismus
Deutschlandweit herrscht eine digitale Chancenungleichheit, da Lesen und Schreiben für einen kompetenten Umgang in der digitalen Sphäre vonnöten sind.
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Vitali Borissov
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September 2022
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Das Thema Alphabetisierung ist immens verwoben mit dem Aspekt der digitalen Chancengleichheit. Bildungsferne Bevölkerungsgruppen drohen ohnehin durch die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche abgehängt zu werden. Analphabeten haben den Anschluss scheinbar bereits verloren. 

Die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung zeigen, dass bildungs- und schriftferne Bevölkerungsgruppen mit zunehmender Digitalisierung benachteiligt werden, schlichtweg weil sie Anforderungen gegenüberstehen, denen sie faktisch nicht gewachsen sind. Allen voran Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten kommen bei der Digitalisierung des Alltags nicht hinterher. Die Corona-Pandemie war ein beschleunigendes Moment für die Verschiebung von ehemals analogen Alltagsaktivitäten wie Einkaufen, Familientreffen, Lernen oder Fitnesstraining in den digitalen Raum. Die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung und ihre schier unbegrenzten Möglichkeiten wurden den Menschen in den letzten Jahren besonders klar vor Augen geführt. 

Digitale Chancengleichheit 

Lernen und Arbeiten können viele Menschen innerhalb der eigenen vier Wände. Der Online-Handel aller Branchen und Waren rückt immerfort in den Fokus. Zahlreiche Anforderungen, die bis dato auch persönlich erfolgen konnten, wurden teils digitalisiert. Darunter fallen unter anderem Behördengänge, Bestellungen im Restaurant, Terminvereinbarungen oder Einkäufe. Selbst einfachste Alltagsaufgaben verlangen online meist Lese- und Schreibkompetenzen. Diese Verlagerung in den digitalen Raum führt dazu, dass sich wegen unterschiedlicher Zugangschancen und Verständnisebenen die Ungleichheit verschärft. Beispielhaft hierfür sind die Ergebnisse einer Studie, bei welcher knapp 40 Prozent jener Personen, die nicht gut lesen und schreiben können, angaben, mit Online-Wohnungsbörsen Probleme zu haben. 40 Prozent der Betroffenen fühlen sich außerdem nicht dazu in der Lage, Online-Banking zu nutzen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der digitalen Arbeitsplatzsuche und der Nutzung von Partnerbörsen. Besonders bedeutsam: 40 Prozent der Befragten mit einfacher Bildung hatten mehr Befürchtungen als Hoffnungen bei den sich anbahnenden Fortschritten in der Digitalisierung und ihren Auswirkungen. Im Gegensatz dazu steht eine Quote von 28 Prozent bei den Hochgebildeten. Die ehemalige Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bezeichnete Lesen demnach nicht grundlos als das Tor zur digitalen Welt. 

Was versteht man überhaupt unter digitaler Kompetenz? 

Ein viergliedriges Konzept versteckt sich hinter dem Oberbegriff “Digitale Kompetenz”. Die darunter verstandenen Kernkompetenzen werden im Folgenden exemplarisch aufgeführt. 

Anwenden und Verstehen (Access): 

Ein Basisverständnis zur Nutzung von Hard- und Software, um auf digitale Informationen zugreifen und Informations- und Kommunikationstechnologien effektiv handhaben zu können. Bei Analphabetismus können beispielsweise selbst Menüs kaum navigiert werden, weder Einstellungen modifiziert noch Anweisungen des Computers befolgt werden.

Suchen und Organisieren (Manage): 

Die Fähigkeit, digitale Informationen effizient (wieder-)zu finden und systematisch zu sortieren bzw. zusammenzufügen. Mit einer ungenügenden Lesekompetenz kann beispielsweise das Ausfindigmachen des nächstbesten medizinischen Spezialisten oder anderer Dienstleistungen zur unlösbaren Herausforderung werden. 

Erzeugen (Create): 

Die Fähigkeit, neue Informationen aus digitalen Ressourcen und mit digitalen Anwendungen zu generieren. 

Bewerten (Evaluate): 

Fähigkeit, die Qualität und Relevanz von Informationen kritisch zu hinterfragen und zu beurteilen.

Von Analphabetismus Betroffene und dem bildungsfernen Teil der Bevölkerung fällt es zum Beispiel vergleichsweise schwer, die Glaubwürdigkeit von Online-Informationen einzuschätzen (Evaluate). Sie haben Schwierigkeiten dabei, Artikel von Werbung zu unterscheiden. Folglich überrascht es nicht, dass Erwachsene mit Lese- und Schreibschwierigkeiten anfälliger für Falschinformationen sind. Dies erlangt besondere Relevanz, wenn man bedenkt, dass laut LEO-Studie Erwachsene mit niedrigen Schriftsprachkompetenzen überdurchschnittlich häufig soziale Medien nutzen. Da sie weniger in der Lage sind, ihren Nachrichtenkonsum quellenkritisch zu gestalten, müssen ihnen die Grundlagen der Internetnutzung vermittelt werden – ähnlich wie es neuerdings den Kindern in Schulen beigebracht wird. Hinsichtlich der digitalen Chancenungleichheit an Schulen lässt sich allerdings ein ganz neues Tab öffnen. Während nämlich die Kinder in der sechsten Klasse noch über sehr ähnliche digitale Kompetenzen verfügen, sind in der neunten Klasse bereits deutliche Unterschiede messbar. Die Schere öffnet sich demnach bereits während der Schulzeit. 

Kein Problem der Zukunft, sondern ein Problem der Gegenwart 

Es liegt auf der Hand, dass die Medienkompetenz von gering Literalisierten verbessert werden muss. Menschen mit geringen Digitalkompetenzen sind in ihrem Alltag stark und sichtlich eingeschränkt. Das nimmt von Tag zu Tag zu. Personengruppen, die nicht gut lesen und schreiben können, die generell dem bildungsfernen Milieu entsprechen und/oder einen Migrationshintergrund haben, geben ihr Defizit häufig von Generation zu Generation weiter. Fehlende Möglichkeiten, um einen Umgang im digitalen Raum zu ermöglichen, spielen ebenfalls eine Rolle. Dahingehend ist es kaum verwunderlich, dass aufgrund der Digitalisierung die Chancenungerechtigkeit im Bildungsbereich weiter wächst.

Die Bildungspolitik vernachlässigt dieses Thema und kehrt es unter den Tisch. Die Parteien selbst beklagen – unterschiedlich stark nuanciert – die Chancenungerechtigkeit im Bildungsbereich und gehen – unterschiedlich stark nuanciert – dagegen vor. Niemand ist willens, radikale Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich (unter anderem auf digitaler Ebene) zu realisieren. Zwar informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung Erwachsene regelmäßig via Facebook und YouTube über aktuelle Angebote, Alltagshilfen und persönliche Erfolgsgeschichten von Lernenden; zwar wird versucht, bei Digitalisierungsprozessen an Schulen die gesamte Schülerschaft einzubeziehen, jedoch sind diese Maßnahmen und Mechanismen nicht ansatzweise ausreichend, um einer zunehmenden digitalen Chancenungleichheit sowohl innerhalb der jungen als auch innerhalb der erwachsenen Bevölkerungsschichten entgegenzuwirken und zu verhindern, dass Teile der Gesellschaft in digital diskriminierten Lebenswelten verkehren. 

Unlesbar: Das Leben als Analphabet
6,2 Millionen Erwachsene können nicht richtig lesen und schreiben. Wie kommen sie durch den Alltag?
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Ida Hinze
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September 2022
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Gesellschaft & Politik
Themenwoche
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Am 8. September ist Weltalphabetisierungstag. In Deutschland kann fast jede achte Person kurze zusammenhängende Texte nicht richtig lesen und verstehen. Es ist unumstritten, dass damit drastische Einschränkungen im Alltag einhergehen. Doch wie genau bewältigen  Betroffene diese Hindernisse? Und wie gerieten sie in die Schriftsprachlosigkeit? 

Vorurteile und Tabuisierung

Wieso kann nicht jede:r lesen und schreiben? Wer da jetzt erstmal an Vorurteile wie Dummheit und Faulheit denkt, liegt völlig falsch. Was viele noch überraschen könnte, ist, dass die meisten Analphabeten einen Schulabschluss erreicht haben und über die Hälfte arbeiten geht. Sie sind allerdings oft im Niedriglohnsektor tätig und ihr Einkommen ist im Schnitt niedrig. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sind deutsche Muttersprachler.

Da wir herkömmliche Vorurteile gegenüber Analphabeten ausschließen können, kommen wir nun zu den wahren Hintergründen für Defizite im Lesen und Schreiben.

Die Gründe für Analphabetismus sind so individuell wie die vielen Menschen selbst. Häufig wird das familiäre oder soziale Umfeld als Grund angegeben. Familie ist der erste Zugang zu  Bildung und auch der schulische Erfolg wird dadurch bedingt, belegen  PISA-Studien. Fehlt es hier an Bezugspersonen, die das Erlernen der Grundbildung in Schreiben und Lesen ermutigen, kann dies Analphabetismus begünstigen.

Eine Tendenz zu einer Lese-Rechtschreibschwäche wie beispielsweise Legasthenie, die nicht aufgearbeitet wird, kann ebenso Defizite befeuern. Zudem kann auch eine unbemerkte Sehschwäche dazu führen, dass Buchstaben und Schrift nicht richtig erlernt oder gar wieder verlernt werden können.

Persönliche Erfahrungen wie große Fehlzeiten in der Grundschule durch Krankheit oder gesellschaftliche Probleme wie die Corona-Pandemie oder Krieg und Flucht lassen die Grundbildung von Lese-und Schreibfertigkeiten in die zweite Reihe treten. Diese Versäumnisse später aufzuarbeiten fällt schwer, weil man dann zur Zielscheibe von oben genannten Vorurteilen wird.

Analphabeten sind in der Mitte der Gesellschaft und trotzdem in Medien und in der Gesellschaft kaum sichtbar. Dieser Tabuisierung soll mit unserer Themenwoche entgegengewirkt werden.

Das Leben als Analphabet in der Gesellschaft

Analphabeten wenden aus Angst vor Verachtung und Erniedrigung oft Vermeidungsstrategien an, um ihre Schwäche zu verheimlichen. Beispielsweise werden Notlügen wie „Ich habe meine Brille vergessen“ erfunden, um der Situation zu entrinnen. Einige Betroffene erzählen von ihrem Einfallsreichtum oder auch umfangreichen Gedächtnisleistungen. Diese Fähigkeiten zeugen von Kreativität und Intelligenz und sind wiederum Indizien dafür, dass keineswegs Dummheit und Faulheit dahinterstecken. 

In der Schule kompensieren Analphabeten durch Abschreiben, Delegieren von Lese-und Schreibaufgaben oder lenken ab, indem sie den Klassenclown spielen.

Im Beruf bauen sie Fähigkeiten ohne Lese- und Schreibnotwendigkeit aus und finden sich häufiger als Hilfsarbeiter:in auf dem Bau  sowie als Koch:in, Maler:in und Lkw-Fahrer:in. Im Wandel der Zeit spielt der Faktor Digitalisierung und auch der Wandel des Arbeitsmarktes eine enorme Rolle. Von 2010 bis 2018 ist der Anteil der beschäftigten Analphabeten über 5 Prozent gestiegen bei gleichzeitig steigenden Ansprüchen an die Lesekompetenz auf dem digitalen Arbeitsmarkt.

Die Pandemie stellt weniger Literarisierte vor neue Herausforderungen. Corona Maßnahmen wurden und werden häufig in Form von Zeitungen oder beschriebenen Schildern an der Tür kommuniziert. Somit nicht greifbar für Betroffene von Analphabetismus, der nun auch mit einem Gesundheitsrisiko verbunden ist. Wie soll man auch Maßnahmen befolgen, wenn sie einem nicht verständlich kommuniziert werden?

Der Leidensdruck

Warum suchen sich Analphabeten nicht einfach Hilfe? Wenn das so einfach wäre! Wenn man sich nicht in Schrift ausdrücken kann, fällt schon die Internetsuche oder der Straßenname des Hilfsangebotes schwer.

Betroffene werden von Selbstzweifeln geplagt, obwohl die oben beschriebenen Auslöser selten eigenes Versagen sind. Sie trauen sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen, weil die eigene Scham im Weg steht. Und ohne die nötige Sensibilisierung werden Analphabeten immer noch von ihrem Umfeld verurteilt. Die gesellschaftliche Enttabuisierung ist notwendig, damit gering Literarisierte offen darüber sprechen können und die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. 

Manche Analphabeten weihen auch einen Nahestehenden ein und bitten diese um Hilfe. Dadurch ist der erste Schritt gemacht, da nun die Bezugsperson helfen kann, Hilfsangebote zu suchen und beim Lernen unterstützt.

Was kann helfen?

Für Kinder ist es wichtig, dass ein Vorbild für Lesen und Schreiben präsent ist. Das nächtliche Ritual des Vorlesens kann hierbei eine positive Erfahrung mit Literatur sein und das Interesse wecken. Die Grundbildung von Schreiben und Lesen ist essentiell, um spätere Unkenntnisse zu vermeiden.

Die Digitalisierung hängt Analphabeten ab, wenn der digitale Raum nicht angepasst wird. Auf Internetseiten von Hilfsprogrammen gibt es oft die Möglichkeit einfach formulierte, kurze Texte zu lesen und sich Texte vorlesen zu lassen oder auch Videos anzuschauen, dadurch wird der Inhalt für ein größeres Publikum erfassbar.

Einige (ehemals) Betroffene wünschen sich Alternativen zum Lesen durch Bild, Ton oder Video auch von beispielsweise Behörden, um den Alltag besser meistern zu können. Neue Medienformen wie Podcasts sind hier eine große Hilfe.

Schlussendlich kann man festhalten, dass neue Faktoren wie die Digitalisierung und die Pandemie auf die Alphabetisierung Einfluss nehmen und wir am besten helfen können, indem wir das Stigma um Analphabetismus auflösen.

Wie hängen Analphabetismus und Geflüchtete zusammen
Analphabetismus ist auch heute noch ein Problem in Deutschland. Oft gibt es Vorurteile, dass dieser durch Flüchtlinge hierzulande eingeschleppt wird. Doch nicht allen Gerüchten und Vorurteilen zu dem Thema sollten man Glauben schenken
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Julia Wessner
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September 2022
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Analphabetismus ist ein oft unterschätztes Problem in Deutschland. Doch 6,2 Millionen  Menschen müssen hierzulande täglich mit dieser Einschränkung leben. Ein Teil davon sind jene Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland geflüchtet sind. Oft kommen sie aus Ländern, in denen seit Jahrzehnten Krieg herrscht und die Mittel fehlen, damit Bildung die oberste Priorität hat. Böswillige Gerüchte, dass Flüchtlinge fast alle Analphabeten seien, sind längst widerlegt und hatten nie eine plausible Argumentationsbasis. 

Warum Analphabetismus heute noch existiert

Neben einigen älteren Menschen sind auch viele Schülerinnen und Schüler von Analphabetismus betroffen. Bei einer PISA-Studie Ende 2019 kam heraus, dass jeder fünfte Fünfzehnjährige in Deutschland nicht sinnverstehend lesen kann und sich damit fast auf dem Niveau eines funktionalen Analphabeten befindet. Laut dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger sind die Gründe dafür vielfältig. Zum einen lesen Jugendliche in ihrer Freizeit heute deutlich weniger als es früher der Fall war. Zum anderen wird in immer mehr Elternhäusern von Kindern mit Migrationshintergrund kein Deutsch gesprochen, wodurch die Kinder die Sprache nicht richtig lernen. Zu dieser Entwicklung kam 2020 dann die COVID-19-Pandemie. Dadurch hatten viele dieser Schülerinnen und Schüler kaum Kontakt zu Menschen außerhalb ihrer Familie und demnach oft gar keine Möglichkeit Deutsch zu sprechen. 

Alphabetisierung unter Geflüchteten

Auch unter den Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, befinden sich Analphabeten. 

Teilweise sind geflüchtete Menschen lediglich nicht mit dem lateinischen Alphabet vertraut, teilweise können sie auf keiner Sprache lesen oder schreiben. Einer Umfrage unter 4.500 Geflüchteten aus dem Jahr 2016 ergab, dass unter den Befragten 34 Prozent lateinisch alphabetisiert waren und 51 Prozent zwar alphabetisiert waren, allerdings in einem nicht-lateinischen Schriftsystem. In keinem Schriftsystem alphabetisiert waren 15 Prozent der Befragten. Für sie ist es demnach auch am schwierigsten Deutsch zu lernen, was sich als ein Problem bei dem Prozess der Integration herausstellen kann. 

Weniger als 20 Prozent der nicht-alphabetisierten Geflüchteten haben bis Ende 2016 einen Integrationskurs besucht. Bei der in einem anderen Schriftsystem alphabetisierten Gruppe lag diese Zahl bei 33 Prozent, bei den bereits lateinisch alphabetisierten bei 39 Prozent. Es wird also klar, dass es Analphabeten erheblich schwerer haben, sich zu integrieren und angebotene Hilfen, teilweise aus Scham und Versagensängsten, selten genutzt werden.

Lösungsansätze zur Alphabetisierung

Gerüchte wie zum Beispiel, dass die meisten syrische Flüchtlinge Analphabeten und/oder kaum ausgebildet seien, stimmen nicht. 

Die Analphabetenrate lag in Syrien im Jahr 2011 bei 15 Prozent, bei den 15-25-Jährigen sogar nur bei 3,5 Prozent. Die Menschen, die aus ihrem Land flüchten, kommen oft aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Bei einer Studie aus dem Jahr 2016 kam heraus, dass es in Bezug auf den vor der Flucht erreichten Bildungsgrad kein einheitliches Bild gibt. Während es zwar geflüchtete Menschen gibt, die entweder gar keine Schule oder lediglich eine Grundschule besucht haben, besitzen im Gegensatz dazu auch viele Flüchtlinge eine gute bis sehr gute Schulbildung. Außerdem kommt es beim Thema Analphabetismus und Flucht  sehr auf das Herkunftsland an. In Ländern wie zum Beispiel Afghanistan, wo schon seit sehr langer Zeit Krieg herrscht, haben Bildungssysteme kaum eine Chance zu bestehen. 

Eine der vielversprechendsten Möglichkeiten, um den geflüchteten Menschen das Lesen und Schreiben auf Deutsch beizubringen, sind sogenannte Alphabetisierungskurse. Sie werden zum Beispiel von BEF-Alpha (Bildungsjahr für erwachsene Geflüchtete) angeboten sowie vom BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Dort lernen die Teilnehmer in maximal 1.300 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten lesen und schreiben in der deutschen sowie in der lateinischen Sprache . Die Gruppen werden für effizientere Lernerfolge mit maximal 16 Leuten relativ klein gehalten. 

Abschließend lässt sich also sagen, dass einige Gerüchte zum Thema Analphabeten und Geflüchteten falsch sind. Die Flüchtlinge haben alle eine unterschiedliche Vergangenheit und auch unterschiedliche Bildungswege. Für jene von ihnen, die Analphabeten sind oder lediglich nicht die deutsche Sprache beherrschen, gibt es geeignete Angebote, die allerdings in großen Teilen ignoriert werden . Ihre Sichtbarkeit und Attraktivität gilt es zu steigern, um dem funktionalen Analphabetismus von erwerbstätigen Geflüchteten entgegenzuwirken und weitere Integrationsprozesse anzuregen.

180 Millionen gegen Analphabetismus – ”Die Dekade der Alphabetisierung (2016-2026)”
Das Bildungsministerium rief 2015 die AlphaDekade aus. Zu großen Teilen ist sie vorüber, aber sind die Fortschritte auch dementsprechend?
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Vitali Borissov
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September 2022
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Was ist überhaupt die AlphaDekade? 

Die “Dekade der Alphabetisierung (2016-2026)”, auch kurz AlphaDekade genannt, ist ein

180-Millionen-Euro-Programm der Bundesregierung, das hiermit versucht, die Zahl der funktionalen Analphabeten in Deutschland spürbar zu senken. Innerhalb von zehn Jahren sollen mit einer gemeinsamen Kampagne von Bund und Ländern die oft unterentwickelten Lese- und Schreibfähigkeiten erwachsener Erwerbstätiger verbessert werden. Das Grundbildungsniveau soll erhöht werden, um geringqualifizierte Arbeitnehmer:innen fortzubilden, sie so auf Veränderungen der Arbeitswelt, insbesondere in Bezug auf eine zunehmende Digitalisierung, vorzubereiten und damit einem Fachkräftemangel vorzubeugen. Involviert sind unter anderem die Bundesagentur für Arbeit, der Deutsche Gewerkschaftsbund, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung, der Deutsche Volkshochschulverband, das Kommissariat der deutschen Bischöfe und der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung. Sie alle haben sich verbündet, um den funktionalen Analphabetismus Erwachsener in Deutschland spürbar und nachhaltig zu verringern. 

Die Ziele der AlphaDekade 

Grundvoraussetzung, damit das Grundbildungsniveau Erwachsener sich erhöht, ist, dass mehr Betroffene als bisher die entsprechenden Lernangebote wahrnehmen. Das Erreichen von  Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten stellt eine große Herausforderung dar. Ebenso ist Analphabetismus häufig zu einem Tabuthema hochstilisiert worden. Um dieser Stigmatisierung entgegenzuwirken und im Allgemeinen das Ziel einer arbeitsorientierten Grundbildung zu erreichen, haben Bund und Länder in einem gemeinsamen Grundsatzpapier fünf Handlungsfelder identifiziert. 

Öffentlichkeit herstellen

Die Ausmaße des funktionalen Analphabetismus sind den meisten Menschen unbekannt. Vor allem hier in Deutschland. Unser Artikel “Buchstäblich Probleme: Stand der Alphabetisierung in Deutschland” wirft hierauf Licht. Das Bündnis der AlphaDekade versucht mit Hilfe von öffentlichwirksamen Maßnahmen Vorurteile abzubauen und mit der Enttabuisierung voranzuschreiten. Außerdem soll auch die Verfügbarkeit von Lernangeboten in die Bevölkerung getragen werden.  

Forschung intensivieren

Einen weiteren wichtigen Grundsatz bildet der wissenschaftliche Ansatz. Studien und Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, herauszufinden, was Ursachen für funktionalen Analphabetismus sind, wie Betroffene effektiv erreicht werden können und wie sie sich hierdurch für Lernangebote anmelden. Außerdem soll erforscht werden, wie die Grundbildung auf der Ebene der Didaktik und der Lerninhalte am Vielversprechendsten ist.  

Lernangebote optimieren 

Um die Lernmotivation zu erhöhen, müssen sich die Lernangebote an den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Lernenden orientieren. Die Optimierung der Lernangebote ist demnach essenziell. Auf Grundlage von Forschungsergebnissen müssen die Inhalte alltags- und praxisbezogen gestaltet sein und individuell auf Teilnehmende abgestimmt werden.

Lehrpersonal professionalisieren 

Aufbauend hierauf soll auch das Lehrpersonal an die hohen Anforderung angepasst und vorbereitet werden. Denn Erwachsene mit Alphabetisierungs- und Grundbildungsbedarf bringen unterschiedliche individuelle Voraussetzungen und Erwartungen mit. Entsprechende Qualifizierungen und Ausbildungen zusätzlich zur typischen Jugend- und Erwachsenenbildung müssen für Lehrkräfte angeboten werden. 

Strukturen aufbauen

Für eine nachhaltige Wirkung soll an bereits vorhandene Strukturen angeknüpft werden. Im Rahmen der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung sollen Alphabetisierung und Grundbildung als Regelangebot stärker und branchenübergreifend in den gefährdeten Bereichen verankert werden. Betroffen sind insbesondere Menschen, die einfachen Hilfstätigkeiten nachgehen und hierdurch ein höheres Risiko haben, durch den raschen technologischen Wandel der Arbeitswelt nicht mehr einsetzbar zu sein.

Aus diesen Grundsatzzielen leiten Bund, Länder und Dekadepartner ein jährliches Arbeitsprogramm ab, das konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele in den jeweiligen Handlungsfeldern enthält. Zusätzlich liefern die Länder Punkte, mit denen sie sich in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich an der Umsetzung der AlphaDekade beteiligen und werden vom BMBF gefördert. Hiermit wollen sie das übergeordnete Ziel erreichen, dass Grundbildungsangebote mit und in Betrieben entwickelt und erprobt, Lehrpersonal ausgebildet und das Thema bei Unternehmen und Wirtschaftsverbänden bekannt gemacht wird. Eine konkrete Maßnahme ist die alljährliche AlphaDekade-Konferenz. 

AlphaDekade-Konferenz 2022 

Die Projektmesse im Rahmen der Dekade der Alphabetisierung (2016-2026) bietet fachlichen Austausch und Informationen zu arbeitsorientierten Grundbildungsinitiativen. Die AlphaDekade-Konferenz 2022 findet am 27. und 28. September in Nürnberg statt. Für kulturelle Unterhaltung und das körperliche Wohlbefinden wird gesorgt. Besonderer Fokus liegt auf der Verankerung von Grundbildung in der Arbeitswelt. Mit Hilfe von Impulsreferaten, Gesprächsrunden und diversen Fachforen widmet sich die AlphaDekade dem aktuellen Fach- und Ergebnisstand der aktuellen Projektförderung. 

Die Konferenz agiert als Impuls für eine Vernetzung und Zusammenarbeit verschiedenster Akteure mit gemeinsamen Ziel: die Grundbildung in vorhandene Aus- und Weiterbildungsstrukturen zu integrieren und Transparenz über vorhandene Unterstützungsmöglichkeiten, Förderinstrumente und Lernangebote herzustellen. Die Veranstalter:innen erwarten zur diesjährigen Konferenz rund 300 Personen aus Politik, Wissenschaft und Praxis. Die vielseitigen Berührungspunkte sollen genutzt werden, um sich weiterhin mit arbeitsbezogenen Maßnahmen zur Alphabetisierung und Grundbildung zu befassen, um Kontakte zu knüpfen sowie produktive und interdisziplinäre Diskussionen anzuregen.
Auf der Messe werden insgesamt acht Foren angeboten. Gäste wählen und besuchen jeweils eines dieser Foren pro Tag. Thematisch orientieren sich diese Foren einerseits an arbeitsorientierter Grundbildung für Erwerbslose, Beschäftigte, Auszubildende und junge Erwachsene im Übergang Schule-Beruf. Die vier weiteren Foren beschäftigen sich mit dem digitalen Lernen und Lehren, einer sensiblen Beratung von Betroffenen, dem individuellen, betrieblichen und gesellschaftlichen Mehrwert der Grundbildung und abschließend mit der Professionalisierung des Bildungspersonals. 

Eine Anmeldung für die Konferenz erfolgt über die interne Website. 

Weitere Veranstaltungsangebote rund um den Tag der Alphabetisierung 

Besondere Anlässe wie der jährliche Weltalphabetisierungstag werden als Anlass genommen, um die breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Eine Info-Ausstellung steht allen Koordinierungsstellen der Länder für ihre regionale Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Im Jahr 2018 war beispielsweise der berühmte Krimi-Autor Sebastian Fitzek am Stand der AlphaDekade auf der Leipziger Buchmesse.  

In diesem Jahr hält in Berlin/Brandenburg am 12. September das ALFA-Mobil vor dem Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg. Weitere Maßnahmen findet man im Programm zum Weltalphabetisierungstag des Bildungsservers Brandenburg. Deutschlandweit finden ebenfalls zahlreiche Events zur Thematik statt, welche unter anderem hier gefunden werden können. 

Für Lehrkräfte wäre es eine Idee, eine Unterrichtsstunde im Zeichen des Welttages der Alphabetisierung zu gestalten oder kann dieser als Anstoß genommen werden, die Lese- und Schreibkompetenzen der Schüler:innen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und möglicherweise präventiv Problemen entgegenzuwirken.

Ein Blick auf die Alphabetisierung weltweit
Die Schieflage der Welt spiegelt sich auch in den Alphabetisierungsraten wider. Wie steht es um die Lese- und Schreibfähigkeit weltweit und welche Gründe gibt es für das Ungleichgewicht?
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Anna Schröder
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„Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung.“ heißt es im 26. Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Lesen und Schreiben machen einen großen Teil der elementaren Bildung aus. Die Teilhabe an einer modernen menschlichen Gesellschaft basiert nämlich auf der Verwendung von Sprache in Schriftform. Auch wenn die Menschenrechtserklärung das Recht auf Bildung vorsieht, haben viele Menschen kaum Bildungschancen. Wie steht es um die Alphabetisierung in der Welt? 

Nüchterne Zahlen zur Alphabetisierung

Mit Blick auf die ganze Welt verfügen 87 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren über grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten (Stand 2020). Bei Betrachtung einzelner Kontinente fallen deutliche Unterschiede auf. Amerika und Europa stehen verhältnismäßig gut da. In Europa sind zirka 16 Prozent der Erwachsenen Analphabeten, in den USA nur zwölf Prozent und in Südamerika liegt die Alphabetisierungsrate sogar nur bei neun Prozent. Dagegen sind Afrika und Asien schwer betroffen. In Asien sind rund 26 Prozent und in Afrika sogar 34 Prozent der Erwachsenen Analphabeten. 

Welche Probleme die Alphabetisierungsraten deutlich machen

Der UNESCO Weltbildungsbericht zeigt, dass Analphabetismus konkret mit dem Reichtum eines Landes zusammenhängt. Der Südsudan gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind dort mehr als 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von Analphabetismus betroffen. Hier muss sich auch die westliche Welt einer Verantwortung stellen. Da ihr Reichtum teilweise auf der Ausbeutung von Entwicklungsländern basiert, müssen grundlegende Maßnahmen gegen diese Ungerechtigkeit in Gang gesetzt werden.

Wenn man sich die Geschlechterverteilung anschaut, wird deutlich, dass Frauen häufiger von Analphabetismus betroffen sind. In Asien sind zum Beispiel zwei Drittel der Analphabeten Frauen. Laut der UNESCO ist die Frauenquote mit 17 Prozent höher als die Männerquote mit 10 Prozent. Hier in Deutschland sind jedoch mehr Jungen und Männer betroffen. Diese Verteilung könnte auf den Mangel an männlichen Vorbildern in Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen zurückzuführen sein. Wenn ihr mehr über den Stand der Alphabetisierung in Deutschland erfahren wollt, schaut in diesen Artikel rein. Außerhalb von Europa werden Jungen teilweise für die Bildung priorisiert. Vor allem in wirtschaftlich schwachen Länder werden eher die männlichen Nachfahren in die Schule geschickt, während Mädchen auf das Muttersein und Haushaltsaufgaben vorbereitet werden. So verdeutlicht die Alphabetisierungsrate die Geschlechterungerechtigkeit in vielen Ländern.

Zukunftsperspektive

Theoretisch sollte jedem zumindest eine kostenfreie Grundschulbildung zustehen, was sich in der Realität nicht so abzeichnet. Erschreckend viele Menschen sind nicht oder kaum dazu in der Lage zu lesen und zu schreiben. Eine gute Nachricht ist, dass die Alphabetisierung in jüngeren Generationen deutlich zugenommen hat. Mögliche Gründe sind die wachsende Weltwirtschaft und die länderübergreifende Beachtung des Themas durch Forschung und konkrete Unterstützung zum Beispiel von der „International Literacy Association“. Zudem haben die Vereinten Nationen in ihrer ‚Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung‘ konkrete Alphabetisierungsziele festgehalten: Alle Jugendlichen und ein substanzieller Anteil der Erwachsenen sollen lese- und schreibfähig werden. Zu diesem besonderen Vorhaben werdet ihr in unserer aktuellen Themenwoche zur Alphabetisierung mehr erfahren.

Rückschlag 

Durch die Coronapandemie wurden in vielen Länder Bildungseinrichtungen geschlossen. Es ist zu vermuten, dass es dadurch zu einem Rückschlag in der Alphabetisierung kommt. Die wirtschaftliche Krise wird sich im Bildungssektor negativ ausgewirkt haben. Auch in Deutschland hatten gefährdete Heranwachsende noch weniger Kontakt zu Schreib- und Lesevorbildern sowie Zugriff auf Hilfestellungen seitens der Lehrkräfte oder Hausaufgabenhilfen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pandemie auf den Stand der Alphabetisierung in der Welt ausgewirkt hat.

Ungleichheit in der globalen Alphabetisierung 

Die Alphabetisierungsrate eines Landes steht in Korrelation mit ihrem Reichtum. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht auf der Welt. Die westlichen Länder versuchen durch verschiedene Projekte Verantwortung zu übernehmen und die Alphabetisierung in ärmeren Ländern voranzutreiben. Ein für jede Gesellschaftsschicht zugängliches Bildungssystem ist eine Grundvoraussetzung, um die Lese- und Schreibfähigkeit in der Bevölkerung zu stärken. In Förderprojekten wird der Fokus vor allem auf Kinder und Jugendliche gesetzt, um dem Problem langfristig entgegenzuwirken. 

Buchstäblich Probleme: Der Stand der Alphabetisierung in Deutschland
Auch vor Deutschland macht das Analphabetismus keinen Halt. 6,2 Millionen Erwachsene sind schwerst davon betroffen.
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Vitali Borissov
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Mit einem guten Buch in der Hand daheim auf der Couch sitzen? Für Analphabeten unvorstellbar. Oft wird Analphabetismus als Problem der Bevölkerung von Entwicklungsländern abgeschrieben, doch auch für einen Industriestaat wie Deutschland, in dem die Schulpflicht herrscht, ist es keineswegs bloß eine Ausnahmeerscheinung. Im Rahmen unserer Themenwoche rund um den Weltalphabetisierungstag wollen wir in diesem Artikel den Stand des Analphabetismus in Deutschland hervorheben sowie auf eine Vielzahl von Förderangeboten verweisen. 

Wenn Worte zu Feinden werden

Ob eine Speisekarte im Restaurant, ein Stimmzettel im Wahlbüro, Dinge des alltäglichen Lebens wie Bedienungsanleitungen, Produktverpackungen, Beipackzettel, Behördenschreiben, Formulare oder Verträge: all das stellt Analphabeten vor scheinbar unlösbare Herausforderungen. Jeder Tag wird wahrlich ein Spießrutenlauf. Neben dem Problem, den Buchstabensalat zu entwirren, kommt hinzu, dass die meisten Betroffenen sich davor fürchten, von Vorgesetzten oder dem sozialen Umfeld als Analphabet erkannt zu werden. Sie verwenden jede Menge Kraft und Kreativität darauf, ihr Defizit zu verbergen. Häufig sind Notlügen wie “Ich habe meine Lesebrille vergessen” das präferierte Mittel. Doch manche fügen sich ernste Selbstverletzungen zu (oder spielen diese vor). Gebrochene Finger oder Verbrennungen sind nicht selten der letzte Ausweg von Analphabeten, um beispielsweise einem Schreibauftrag aus dem Weg zu gehen. Um jeden Preis vermeiden sie jegliche Situation, in denen sie mit der Schriftsprache konfrontiert werden. 

Wie viele Analphabeten gibt es in Deutschland? 

6,2 Millionen Erwachsene können in Deutschland nicht richtig auf Deutsch lesen und schreiben (Stand: 2018). Ein Lichtblick: Die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2011 beziffert diesen Wert noch auf 7,5 Millionen. Grund für die Fortschritte bei der Alphabetisierung Deutschlands sind die Enttabuisierung des Themas durch Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung sowie geeignete Selbstlernangebote und Anlaufstellen für Betroffene und ihr besorgtes Umfeld. Trotz alledem verfügen selbst im Jahr 2018 noch 7,3 Prozent aller Erwachsenen mit Deutsch als erster Sprache nur über geringe Lese- und Schreibfähigkeiten. Innerhalb der Gruppe der Analphabeten hat fast die Hälfte einen Migrationshintergrund und eine andere Sprache als Deutsch zuerst gelernt. 
Mehr als die Hälfte der Betroffenen geht zudem einer geregelten Erwerbstätigkeit nach. Zusätzlich sind Analphabeten meist Geringverdiener. Jeder Zweite ist finanziell nicht in der Lage, eine Woche Urlaub außerhalb der eigenen Wohnung zu machen. Erwachsene mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen finden Arbeitsplätze meist in Helferjobs wie beispielsweise in der Nahrungsmittelzubereitung, der Baubranche oder als Reinigungskraft. Jedoch gehen auch solche Berufe zunehmend mit Papierkram und Schriftsprachkompetenzen einher. 
Hinsichtlich des Schulabschlusses lässt sich festhalten, dass vier von fünf funktionalen Analphabeten einen Schulabschluss haben. Davon jeder Fünfte die Mittlere Reife und sogar jeder Achte das Abitur. Wie kann es da sein, dass bei Weitem nicht jeder richtig lesen und schreiben kann? 

Wie kommt es zu Analphabetismus in Deutschland? 

Grundsätzlich sind häufiger Menschen betroffen, deren Eltern einen geringen Bildungsstand haben und/oder in Berufen tätig sind, die möglichst schriftfern sind – was sich auch auf den Haushalt auswirkt: Keine Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften zuhause, Lesen und Schreiben haben niemals einen hohen Stellenwert eingenommen. Auch eine traumatische oder verwahrloste Kindheit kann dazu führen. Außerdem sind auch Menschen betroffen, die Deutsch als Fremdsprache sprechen sowie Kinder mit Migrationshintergrund. Jedes deutsche Kind unterliegt zwar einer neunjährigen Schulpflicht, doch obwohl ein großer Teil der Kinder auch das jährliche Klassenziel erreicht, kommt es vor, dass sich (teils unbemerkt) erhebliche Defizite im Bereich der Lese- und Schreibkompetenz entwickeln. Einige Kinder brechen auch die Schule ab. Viele Analphabeten in Kindesbeinen werden womöglich niemals eine Ausbildung anfangen. Sie können selbsterklärend schlechter lesen und schreiben, aber haben hierdurch auch Probleme beim Arbeiten mit Computern. In einer immer stärker digitalisierten Welt ist dies aber unerlässlich, da auch in vermeintlichen Einfacharbeitsplätzen zunehmend Computerkenntnisse gefordert werden. Die zunehmende Digitalisierung verstärkt somit das Problem und macht Analphabeten umso mehr zu Außenseitern.
Aufgrund von Heimunterricht und den fehlenden finanziellen Möglichkeiten mancher Familien kontinuierlich einen Computer zur Verfügung zu stellen, ist bereits ein genereller Lernrückstand bei vielen Schüler:innen zu beobachten. Dies kann der Nährboden sein für eine nächste Welle von funktionalen Analphabeten, die dieses schwere Los durch die Folgen von COVID-19 mit sich tragen müssen, wenn nicht rechtzeitig der Anschluss gefunden wird. Der Zusammenhang und die Problematik dieser Situation wird sich noch in Zukunft zeigen. Erst hinterher werden die Analphabeten kaum überwindbare Hürden und Stigmatisierung erfahren müssen. Jetzt können die betroffenen Kinder (selbst) die Folgen noch nicht ansatzweise erahnen. 

Welche Förderprogramme gibt es für Alphabetisierung? 

Glücklicherweise ist die Lage heutzutage alles andere als aussichtslos, was dahingehend auch Hoffnungen für die Zukunft macht. Das Bundesbildungsministerium hatte 2016 die Dekade der Alphabetisierung ins Leben gerufen (AlphaDekade 2016-2026), um die Lese- und Schreibkompetenz (vor allem) von Erwachsenen zu steigern. Gefördert werden insbesondere Projekte, die Beschäftigte mit Alphabetisierungs- und Grundbildungsbedarf am Arbeitsplatz unterstützen. Hierzu werden wir als Teil unserer Alphabetisierungswoche einen weiteren Artikel posten. 

Unter anderem wird auch die Studie "LEO 2018 - Leben mit geringer Literalität” unterstützt, auf welcher die Zahlenwerte basieren, mit denen im (Regierungs-)Diskurs argumentiert wird. Hierbei zu bemängeln: von einer Gruppe von knapp 8000 Befragten wurde auf die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik geschlossen. Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, welch ein großes Problemgebiet Analphabetismus darstellt und wie viel Handlungsbedarf noch immer herrscht. Vor allem in Bezug auf die Rahmenbedingungen der Erwachsenenbildung muss das Kursangebot flächendeckend ausgebaut und allgemein breiter aufgestellt werden. Außerdem sollten Grundbildungskurse für Teilnehmende kostenfrei sein, fordert der Bundesverband für Alphabetisierung und Grundbildung e.V. Da Analphabeten oft Geringverdiener sind, ist dies dringend notwendig. Unter ihrer Telefonnummer erreicht man kostenlos das Expertenteam des ALFA-Telefons, welches über Lernangebote und Selbsthilfegruppen in der Region informieren kann sowie Ansprechpersonen vermittelt. Des Weiteren bietet beinahe jede Volkshochschule wöchentliche Grundbildungskurse an, allerdings gibt es keine spezifische Didaktik für Alphabetisierungsangebote, weil sie noch nicht genug erforscht wurden, wodurch oft widersprüchliche Herangehensweisen in den Kursen zu beobachten sind. 

Das Bildungsministerium für Bildung und Forschung bietet mit seiner Kampagne “Lesen & Schreiben. Mein Schlüssel zur Welt” digitale sowie analoge Lern- und Beratungsangebote an. Lerninteressierte können sich auch über eine Vorlesefunktion zu allen verfügbaren Informationen freuen. 

Ein weiteres Projekt: “MENTOR - Die Leselernhelfer e. V.” vom Bundesverband will seit 2019 die Leseförderung gezielt mit Apps und Internetseiten vorantreiben. Um digitale Medien in die Lesestunden zu integrieren, bietet der Bundesverband Kriterien zur Auswahl von digitalen Medien zum Lesenlernen sowie Material zum Aufbau und zur Vorbereitung einer Lesestunde mit digitalen Medien. Unter dem Dach des Bundesverbandes sind außerdem mehr als 13.000 ehrenamtliche Lesementoren hauptsächlich in den Schulen unterwegs, um insgesamt 16.600 Schüler zu fördern. Die ersten Ergebnisse: Die Kinder verlieren durch den digitalen Ansatz keineswegs die Lust an “echten” Büchern. Die hierin vorgestellten Ansätze bieten ebenfalls großen Spielraum für eine Anwendung in der Erwachsenenbildung. 

Alles in allem zeigen die neuesten Ergebnisse einen positiven Trend bei der Alphabetisierung von Erwachsenen auf. Allerdings braucht es eine neue Zahlenbasis, von welcher aus weitergearbeitet werden könne. Problematisch kann die Auswirkung der COVID-19-Pandemie auf einige Schuljahrgänge sein, wenn in den nächsten Jahren der Lernrückstand nicht aufgeholt wird. Denn die Kinder von heute mit wenig Lese- und Schreibkompetenz sind oft die Analphabeten von morgen. Daher soll der Fokus nicht ausschließlich auf der Alphabetisierung von Erwachsenen liegen, sondern es müssen auch deutlich mehr Leseangebote für jüngere Menschen offeriert werden, damit präventiv ein Hinabrutschen in einen Analphabetismus verhindert werden kann.

Analphabetismus – Was genau ist das eigentlich?
Unsere Themenwoche “Alphabetisierung” wird mit diesem Artikel eingeläutet. Hier erfahrt ihr, was genau Analphabetismus ist und wie ihr schon im Klassenzimmer dagegen vorbeugen könnt.
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Anna Schröder
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Blut und Wasser schwitzen, wenn in der Schule ein Diktat ansteht, sich vom Kellner Speisen vorschlagen lassen, da man die Karte nicht lesen kann – Alltag für Menschen mit Analphabetismus. Obwohl diese Einschränkung laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung rund 12 Prozent der erwerbstätigen Erwachsenen in Deutschland betrifft, findet das Thema hierzulande nur wenig Beachtung. Dadurch trauen sich viele Menschen nicht um Hilfe zu bitten und versuchen umständlich die Schwäche auszugleichen. Mit unserer Themenwoche zur Alphabetisierung wollen wir euch für Inhalte rund um Probleme mit Lesen und Schreiben sensibilisieren und erste Schritte zur Enttabuisierung des Analphabetismus gehen.

Analphabetismus – Verschiedene Formen 

Wie genau wird Analphabetismus eigentlich definiert? Zunächst erfolgt die Unterscheidung in primären und sekundären Analphabetismus. Ein Analphabet der primären Form hat das Lesen und Schreiben nie gelernt, ein sekundärer hingegen wieder verlernt. Darüber hinaus gibt es den funktionalen Analphabetismus. Hierbei wird Analphabetismus konkret von der umgebenden Gesellschaft abhängig gemacht. Unter funktionalem Analphabetismus leidet jemand, der mit seinen Schrift- und Sprachkompetenzen nicht die gesellschaftlichen Mindestanforderungen erfüllt. Dies hemmt die individuelle Entfaltung und die Fähigkeit, gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Ursachen 

Je höher die Armut eines Landes, desto höher die Analphabetisierungsrate. Es spielen dabei viele Faktoren eine Rolle. Im Mittelpunkt steht die Bildungsmöglichkeit. Manche Kinder und Jugendliche müssen ihren Familien beim Geld verdienen helfen und arbeiten gehen – da bleibt keine oder nur wenig Zeit für einenden Schulbesuch. Häufig ist die Kinderrate in wirtschaftlich schwachen Ländern deutlich höher als in Europa. Dadurch ergeben sich hohe Schulkosten, welche oft nicht für alle Kinder aufgebracht werden können. Dazu gibt es in vielen Ländern kein ausreichendes Angebot von qualitativ hochwertiger, günstiger und zugänglicher Bildung. Wie es um die Alphabetisierung im globalen Kontext steht, erfahrt ihr in einem anderen Artikel unserer Themenwoche. 

Individuelle und soziale Faktoren

Es gibt einige Faktoren, die begünstigen, dass funktionaler Analphabetismus in einem wirtschaftlich stabilen Land entsteht. Hierzu zählen individuelle Faktoren, wie eine lange Krankheit in der Kindheit oder Förderbedarf, der nicht frühzeitig erkannt wurde. Das bedingen meist die familiären Verhältnisse. Wenn das Elternhaus überfordert ist oder kein Interesse an dem Kind zeigt, wird der Förderbedarf schnell übersehen. Hierbei muss auch das Schulsystem Verantwortung übernehmen. Häufig herrscht jedoch Personal- und Zeitmangel, daher ist eine Einzelförderung in der Realität nur bedingt möglich. Dazu kommt, dass viele Lehrer:innen nicht wissen, wie sie mit der Situation richtig umgehen können. Manche Lehrkräfte halten es für besser, dem Kind durch Augen zudrücken, den Jahresabschluss zu ermöglichen, statt es durch Fördermaßnahmen aus seinem Klassenverband zu reißen. Gut gemeint, aber fatal für die Zukunft des Heranwachsenden. Es kommt auch vor, dass Probleme beim Schreiben und Lesen von Lehrkräften nicht ernst genommen werden oder kompensierendes Verhalten als Störung empfunden wird. Bei Problemen in der Schule entsteht meist ein Kreislauf aus Angst und Scham in Verbindung mit der Lernsituation. Das kann eine Furcht gegenüber Sprachunterricht erzeugen und die spätere Hilfesuche deutlich erschweren. Besonders bei Kindern aus migrierten Familien in erster Generation herrscht oft kein stabiles Sprachumfeld zuhause. Die gesellschaftlich geforderte Sprache kann zuhause nicht oder nur eingeschränkt gefördert werden. Das hemmt das Lernen von Schreiben und Lesen zusätzlich und kann in Kombination mit anderen Ursachen Analphabetismus begünstigen. Gerade bei Flüchtlingsbewegungen kann das zum Problem werden. Bleibt an der Themenwoche dran und lest dazu unseren Artikel zum Thema: Alphabetisierung und Flucht.

Verschiedene Stufen des Analphabetismus – die Alpha-Levels

Es gibt vier Alpha Levels, mit Hilfe welcher analeine Einstufung des Analphabetisierungsgrades versucht wird:

Alpha-Level 1 – Die betroffenen Personen können Buchstaben erkennen und schreiben, jedoch nicht einzelne Wörter lesen oder deren Sinn erkennen. Es gibt 0,3 Mio. Erwachsene in Deutschland mit Alpha-Level 1.

Alpha-Level 2 – Einzelne Wörter sind les- und schreibbar,  jedoch keine Sätze. Es gibt 1,7 Mio. betroffene Erwachsene in Deutschland.

Alpha-Level 3 – Die betroffenen Personen können einzelne Sätze lesen und schreiben. Doch auch schon kurze Texte können nicht als Ganzes gefasst werden. 4,2 Mio. Erwachsene in Deutschland sind betroffen.

Alpha-Level 4 – Texte können einigermaßen verstanden und auch geschrieben werden, jedoch nur mit vielen Fehlern. Davon sind 10,6 Mio. Erwachsene in Deutschland betroffen.

Umgang in der Schule 

Bei Problemen mit Lesen und Schreiben ist ein Analphabetismus nicht die einzige Möglichkeit. Es gibt mehrere, sich ähnlich äußernde Einschränkungen, die unterschieden werden müssen. Abzuklären ist, ob eine Lese-Rechtschreib-Schwäche vorliegt oder eine Legasthenie. Heranwachsende, die von solchen Störungen betroffen sind, benötigen nämlich eine andere Förderung als ‘angehende’ Analphabeten. Analphabetismus resultiert aus äußeren Umständen und ist bei rechtzeitigem Erkennen ausgleichbar.

In der Schule gilt es deswegen einem Analphabetismus vorzubeugen und rechtzeitig die passenden Förderungsmittel anzubieten. Hierbei muss fast immer auf Hilfe von außen zurückgegriffen werden, da an deutschen Schulen ein Lehrkräftemangel herrscht. Es gibt deutschlandweit verschiedene Stellen, die eine Lese- und Schreibförderung anbieten. 

Analphabetismus – ein vielschichtiges Problem

Analphabetismus tritt in verschiedenen Formen und Stufen auf. Es ist ein Problem mit vielschichtigen Ursachen, welches auch von unserer Gesellschaft – zum Beispiel durch unzureichende Förderung – begünstigt wird. Obwohl ein Zehntel aller Erwachsenen in Deutschland betroffen sind, ist das Problem in der Öffentlichkeit kaum präsent. Die Redaktion von Lehrer News möchte durch die Themenwoche zur Alphabetisierung auf dieses globale Problem aufmerksam machen! 

Hattet ihr schonmal das Gefühl, dass an eurer Schule durch zu wenig Fördermöglichkeiten Kinder untergegangen sind? Falls ihr diese oder ähnliche Erfahrungen gemacht habt, lasst gerne einen Kommentar da. 

Dicke Luft im Klassenzimmer – Schulaktionen gegen Luftverschmutzung
Luftverschmutzung ist ein weltweites Problem, welches auch in unseren Klassenzimmern ankommt.
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Anna Schröder
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Heute, am 07.09.2022, feiert der Tag für saubere Luft und blauen Himmel („International Day of Clean Air for blue skies“) sein drittes Jubiläum . Die Generalversammlung der UN sieht hinsichtlich der Luftverschmutzung Handlungsbedarf und hat deswegen im Dezember 2019 den Aktionstag ins Leben gerufen. Das Ziel ist das Thema Luftreinheit auf globaler Ebene ins Gedächtnis zu rufen und Maßnahmen sowie Aktionen anzustoßen und zu fördern.

Luftverschmutzung – ein weltweites Problem

Nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation sterben zirka sieben Millionen Menschen pro Jahr an verunreinigter Luft. Es atmen 99 Prozent der Menschheit schmutzige Luft ein – also Luft, die die Richtwerte der WHO übersteigt. Diese umfassen die mittlere jährliche Feinstaubkonzentration (5 µg/m³), die mittlere jährliche Stickstoffdioxid-Konzentration (10 µg/m³) und die mittlere Konzentration von Ozon während des Sommers (60 µg/m³).

Insgesamt sind Länder mit einem geringeren Bruttoinlandsprodukt stärker betroffen als wohlhabende Länder. Das liegt unter anderem daran, dass dort viele Konsumgüter für Europa oder Amerika produziert werden und häufig aufgrund mangelnder Alternativen auf günstige, aber nicht saubere Energiequellen zurückgegriffen werden muss. Indien steht im internationalen Vergleich 2021 auf Platz fünf der Länder mit den höchsten Luftschadstoffwerten. In Neu-Delhi mussten mehrfach wegen Smog die Schulen geschlossen werden. Durch die Kombination aus exorbitantem Verkehr, Kohlekraftwerken und Verbrennung als Entsorgungswerkzeug für Bauern und Privatpersonen entsteht ein gelber Schleier über der Stadt. Das raubt einem wortwörtlich den Atem! 

Situation in Deutschland

Im internationalen Vergleich 2021 kommt Deutschland laut IQ Air von 112 Ländern auf den 89. Platz. Den ersten Platz belegt in der Rangliste das Land mit der höchsten Luftverschmutzung. Deutschland steht also nicht schlecht da, der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Richtwert für Feinstaub wird jedoch großflächig  überschritten. Immerhin ist durch den Umstieg auf ‚saubere‘ Energie, umweltfreundlichere Kraftfahrzeugmotoren, aber auch durch die Auslagerung von Produktionen in Deutschland seit 25 Jahren ein stetiger Rückgang der Luftverschmutzung insbesondere der Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung zu verzeichnen.

Auch das wachsende Bewusstsein über den Klimawandel führt zu einer Verbesserung, da schlechtere Luft gleichbedeutend mit höheren Emissionen ist, welche den Klimawandel weiter anheizen.

Außen hui, innen pfui

Es gibt EU weite Standards für die Luftqualität. Wenn diese für einen gewissen Zeitraum überschritten werden, folgen Strafen. Doch wie sieht es mit unseren Innenräumen aus?

Dort kann es nämlich zu einer erhöhten Schadstoffbelastung der Luft durch Chemikalien, Allergene oder Schimmelsporen kommen. Diese kann bis zu fünfmal höher sein als draußen. Der Grund dafür sind zum Beispiel Baumaterialien, Wohntextilien, Isoliermaterialien, Farben, Feuchtigkeit, nicht oder schlecht gewartete Belüftungssysteme und Abgase von außen. Obwohl immer mehr Zeit in Innenräumen verbracht wird (siehe beispielsweise WHO-Europabericht 2013, US-Umweltschutzbehörde) existieren keine Vorgaben bzw. Grenzwerte für die Luftbelastung in öffentlichen Gebäuden. Vom Bund werden lediglich Richtwerte genannt und die EU legt durch die European Environment Agency detailliert die Risiken vor, jedoch keinen Gesetzesentwurf. Vor allem in öffentlichen Gebäuden ist das problematisch. In Schulen ist laut dem Bundesamt für Umwelt vor allem die hohe Kohlendioxidkonzentration ein Problem, da oft unzureichend belüftet wird. Zudem sind viele Schulgebäude renovierungsbedürftig und stehen im Verdacht, teilweise aus schädlichen Baumaterialien zu bestehen, wie zum Beispiel Asbest oder polychlorierte Biphenyle.

 

4 Aktionen zum Thema Luftverschmutzung im Schulrahmen

1. Informationstag: Häufig haben Schüler wenig Wissen über das Thema Luftverschmutzung. Daher bietet es sich an, fächerübergreifend das Thema anzugehen und ein Bewusstsein zu schaffen. Hierzu gibt es beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Ideen zur Unterrichtsgestaltung für die Grundschule und die Sekundarstufe.

2. Bepflanzung: Um die Luftqualität in den Innenräumen eurer Schule zu verbessern, könnt ihr eine große Zimmerpflanzenaktion starten. Das schafft gleichzeitig ein Bewusstsein dafür, dass Pflanzen einen erheblichen Teil zur Reinigung unserer Luft beitragen und verbessert eure Klassenzimmerluft. Dieses Projekt kann auch auf den Außenbereich ausgeweitet werden, um durch Baumpflanzen langfristig einen Beitrag zu der sauberen Luft in eurem Stadtteil beizutragen. Eine Schule in Baku (Aserbaidschan) macht es im Rahmen des internationalen Projekts „Vernetzt für Nachhaltigkeit“ vom Goethe-Institut Georgien vor.

3. Naturzentrierte Ausflüge/ Klassenfahrten: Um den Grundstein für ein Interesse an der Umwelt und emissionsfreien Fortbewegungsmitteln zu legen, können Ausflüge mit dem Fahrrad in die Natur oder in Naturmuseen unternommen werden. Zudem gibt es viele naturbelassene Orte, die für Klassenfahrten geeignet sind. Das Projekt „Treffpunkt Draußen“ ist Teil des Förderprogramms „Lernen mit Rückenwind“ und bietet Outdoor-Events für Schulklassen an.

4. Projektwoche: Insbesondere der Chemieunterricht eignet sich hervorragend für die Erforschung der Luftverschmutzung. Man kann sich besonders auf die Rolle des Autos fokussieren und Messungen durchführen. Hier findet ihr Unterrichtsplanung und -material zum Thema. Fächerübergreifend kann man eine ganze Projektwoche planen und das Thema Luftverschmutzung ganzheitlich betrachten.

Insgesamt ist die Luftverschmutzung ein weltweites Problem, welches global angepackt werden muss. Die Schadstoffbelastung in Innenräumen sollte durch EU-weite Grenzwerte kontrolliert und bei Überschreitung bestraft werden. Gerade an deutschen Schulen besteht Renovierungsbedarf. Daher ist es sinnvoll, luftreinigende Maßnahmen wie Bepflanzungen durchzuführen. Ermöglicht es euren Schüler:innen ein Bewusstsein für ihre Umwelt und Atemluft zu entwickeln und diese zu schützen! Habt ihr weitere mögliche Aktionen zu dem Thema? Schreibt es gerne in die Kommentare. Bringt frischen Wind in die Unterrichtskommunikation zum Thema Luftverschmutzung!

Ruhe bitte! 5 Tipps um Schüler zum Zuhören zu bringen
Was tun, wenn es im Klassenzimmer mal wieder zu laut wird?
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Vitali Borissov
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Die Quintessenz jeglichen Frontalunterrichts ist, dass Schüler:innen ruhig sind und vernünftig zuhören. Als der Klassiker unter der Unterrichtsformen erfordert diese Art der Lehrgestaltung eine aufmerksame Schülerschaft. Da Kinder häufig nicht lange genug am Stück ruhig sitzen können, bedarf es gelegentlich bestimmter Methoden und Tricks, um sie fokussiert zu halten. Denn wenn das Lärmchaos Überhand nimmt, Quatschköpfe und Labertaschen ihrem Namen alle Ehre machen, wenn sie schwatzen wie die Spatzen und die Schüler:innen völlig abgestumpft sind gegen die üblichen Aufforderungen zur Ruhe – was dann? 

Wir zeigen euch fünf Tipps, um im Lärmchaos die Stimme zu schonen und trotzdem die Schüler:innen zum Zuhören anzuregen.

1. Freundliches Ansprechen 

Wenn private Unterhaltungen regelmäßig den Unterricht stören, kann es hilfreich sein, statt einer Ermahnung oder Drohung, eine freundliche Nachfrage zu stellen:. “Wie lange braucht ihr noch für euer Gespräch? Ich frage, damit ich weiß, wie lange ich pausieren soll. Schließlich stören wir uns sonst ja nur gegenseitig.” Eine weitere Variante wäre: “Darf ich jetzt auch wieder reden?” Die Schüler:innen werden auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht – freundlich, aber nicht ohne eine gewisse Spitze in der Formulierung. 

2. Dazugesellen 

Wenn man merkt, dass jemand dem Beitrag der wortführenden Person (unabhängig davon, ob Lehrkraft oder Schüler:in) nicht zuhört und stattdessen quatscht, kann es helfen, sich wortlos in die Umgebung der Unruheherde zu begeben. Stellt man sich womöglich sogar genau neben sie, verstehen die Quasselstrippen von selbst, dass es nun wieder Zeit wird, aufzupassen. Vor allem, wenn man als Lehrperson den Unterricht leitet, unterbricht man mit dieser Methode nicht seinen Sprechfluss, aber die Schüler:innen sind gezwungen zuzuhören, da es unangenehm und besonders unhöflich ist, direkt neben der Lehrkraft nicht aufzupassen.

3. Das Handzeichen

Mit einem selbstbewussten Handheben lässt sich der Lärm ebenfalls durchbrechen. Wenn der Schülerschaft das besondere Zeichen während einer Unterrichtsstörung auffällt, werden sie sich ihres Fehlverhaltens bewusst und beginnen zu schweigen. Hinterher kann es hilfreich sein, einige Worte über diese Methode zu verlieren, um die Schüler:innen auf selbiges zukünftiges Verhalten einzustimmen. Repetition ist das Stichwort. Eine Erweiterung, welche vor allem mit Kindern vollzogen werden kann, ist das Imitieren des Handhebens oder einer generellen Geste wie dem Leisefuchs. Die Kinder stecken sich sozusagen gegenseitig damit an, bis schließlich alle das Handzeichen imitieren und zur Ruhe kommen. 

4. Kurze Tonimpulse 

Tischglocken, Klangschalen, Regenstäbe oder Gongs können einen ebensolchen Effekt erzielen. Die Signalwirkung, die erzielt wird, wenn man sie als möglicherweise letzten Ausweg benutzt, ist kaum zu übertreffen. Der Klang holt die Schüler:innen teils sogar durch den Schock in die konkrete Unterrichtssituation zurück. Die Blase platzt. Die Unterhaltung stoppt. Der Fokus kehrt zurück. Alle warten gespannt darauf, wann die Lehrkraft wieder das Wort aufnimmt. Wichtig ist auch, dass erst wieder von der eigenen Seite gesprochen wird, wenn man wieder die volle Aufmerksamkeit der Kinder hat. Dies darf jedoch nicht überstrapaziert werden. 

5. Eiskaltes Aufrufen

Bei diesem Punkt scheiden sich die Geister. Das Aufrufen von quatschenden oder unaufmerksamen Schüler:innen aus dem Nichts heraus ist inzwischen nicht ohne Grund unter Lehrkräften wie Schülerschaften verrufen. Das öffentliche Entblößen des Nichtwissens und Zurschaustellen der Unaufmerksamkeit kann Grund gewisser Sozialphobien werden. Ebenso ist der autoritäre Grundkonsens, mit dem auf diese Art und Weise der Unterricht gestaltet wird, nicht gerade das modernste und förderlichste Lernklima. Auf Furcht und Schrecken basierend, verfolgt von der ständigen Angst, in einem Moment der Unachtsamkeit drangenommen zu werden und sich höchstwahrscheinlich blamieren zu müssen: keine sonderlich ansprechenden Vorstellungen. Auf der anderen Seite ist diese kleinere Bestrafung für Schüler:innen, die wiederholt hinderliches Störverhalten aufzeigen, eine Lehre, um in Zukunft aufmerksamer zu bleiben. Trotz alledem eignet sich dieses Mittel nur in geringen Dosen, da die anwendende Lehrkraft schnell als streng und skrupellos in Verruf geraten kann. 

Wie also mit Schüler:innen umgehen, die zu laut sind?

Es ist unausweichlich, dass der Lärmpegel in einer Unterrichtssituation mal steigen wird. Abschließend gilt es ebenso zu beachten, dass es nicht die einzig wahre, unfehlbare Methode gibt, um dem entgegenzuwirken. Hilfreich kann auch eine Mischung aus Gruppenphase und Plenumsdiskussionen sein, wodurch den Schüler:innen genug Zeit gegeben wird, auch mal für einen längeren Zeitraum etwas lauter zu sein. Aber diese fünf Tipps bieten die Basis für einen umfangreichen Werkzeugkasten, mit welchem Schüler:innen zum Zuhören bewegt werden können. Probiert es aus! Und erzählt uns, von den Erfahrungen, die ihr mit diesen Methoden gemacht habt? Und wie bringt ihr selbst eure Klasse zur Ruhe?

Helikoptereltern im Einsatz
Was sind Helikoptereltern und wie kann man ihnen als Lehrkraft richtig begegnen?
Gepostet von
Anna Schröder
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5
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September 2022
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Service & Unterrichtshilfe
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Stau vor der Schule – Mamas und Papas strömen mit ihren Schützlingen Hand in Hand ins Schulgebäude und parken derweil am besten noch vor der Feuerwehrzufahrt. Am Elternabend wird wieder heiß diskutiert – stellt dieser Lehrplan nicht eine Überforderung für die Kleinen dar? Wenn ihr sowas schon erlebt habt oder sogar regelmäßig erleben müsst, kennt ihr sie: Helikoptereltern. Eine echte Belastung für Schulen und Lehrkräfte, wenn sie zum Beispiel versuchen, in die Unterrichtsgestaltung einzugreifen.

Kurz erklärt: Helikoptereltern

Laut Duden sind Helikoptereltern Eltern, die ihre Kinder aus übertriebener Sorge ständig überwachen. Sie sind also überfürsorglich und auch überängstlich. Wie ein Helikopter kreisen sie um das Kind, welches meist unter der ständigen Überwachung leidet. Typische Verhaltensweisen sind zum Beispiel, das Kind regelmäßig bis zur Schule oder sogar in die Klasse bringen, vermehrte Einmischung in Unterrichtsstrukturen jeder Art und im Extremfall die Neigung dazu, ihre Forderungen vor Gericht einzuklagen. Diese Überfürsorglichkeit resultiert aus zwei Ängsten: Erstens, meinem Kind könnten schlimme Dinge zustoßen und zweitens, mein Kind muss gute Leistungen erbringen, um dem Leistungsstandard unserer Gesellschaft gerecht zu werden. 

Die Kontrolle bzw. Überwachung streckt sich über alle Lebensbereiche des Kindes – von der Freizeit bis hin zum Kindergarten- oder Schulleben. Der Kontrollzwang wird oft von einem Misstrauen gegenüber Erzieher:innen und Lehrkräften begleitet. Das stellt sie vor eine Herausforderung. 

Die Folgen des Erziehungsstils

Durch die ständige Kontrolle hat der/ die Heranwachsende keinen Freiraum zur Entwicklung. Fehler und negative Erfahrungen zu sammeln sind essenziell für das Erwachsenwerden. Laut einer Studie der American Psychology Association ist das Ergebnis eine negative Entwicklung der Emotions- und Selbstkontrolle bei den betroffenen Kindern. Wenn alles von außen kontrolliert wird, haben sie keine Möglichkeit, Selbstständigkeit zu lernen.

Als Lehrkraft Helikoptereltern runterschrauben 

Manchmal wird man als Lehrer von Eltern mit Dingen außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs konfrontiert: Die Sitzordnung ist falsch, dieses Englischbuch lehrt viel besser als das Genutzte – oft treibt das Lehrer:innen an den Rand der Verzweiflung. Allen kann man es nämlich nie recht machen und wenn man ehrlich ist, sind Eltern nun mal meist keine Pädagogen oder ausgebildete Lehrkräfte. Also, wie soll man mit Vorschlägen oder Vorwürfen umgehen? 

Zunächst gilt: ruhig bleiben. Die Eltern handeln hierbei nicht gegen euer Lehrkonzept oder euch als Person. Sie haben nur das Wohl ihres Kindes im Blick. Hier könnt ihr ansetzen. Ob Kritik am Lehrplan oder der Notengebung – Zuhören und Erklärungen sind gefragt. Nehmt euch Zeit, eure Lehrkonzepte zu erklären und hört ihnen zu, um auf spezielle Bedürfnisse einzugehen und den Ursprung ihres Verhaltens besser einschätzen zu können. Auch wenn das Zeit kosten kann, wird dadurch ein Vertrauen aufgebaut, was es den Eltern leichter machen kann, Kontrolle abzugeben und euch dadurch langfristig entlastet. Vermeidet eine Stigmatisierung der Eltern und versucht offen zu sein. Macht deutlich, dass auch für euch das Kindeswohl an erster Stelle steht, eine Sonderbehandlung jedoch weder für das Sozialleben der betreffenden Schüler:innen förderlich ist, noch für das Lehr- und Lerntempo. 

Grenzen setzen

Manche Helikoptereltern setzen sich sehr penetrant für das Wohl ihrer Lieblinge ein. Deshalb solltet ihr, wenn nötig, Grenzen aufzeigen: Anrufe oder persönliche Besuche in der Freizeit gehen zu weit! Genauso die Missachtung von Schulregeln, zum Beispiel, die Beachtung des Schild am Schultor “Von hier aus schaff ich’s alleine” oder Handyverbot auf einer Klassenfahrt sowie die Autonomie der Lehrkraft und ihres Lehrkonzeptes. Die Grenzen müssen klar eingefordert werden, was bei vielen Helikoptereltern wohl auf massive Gegenwehr stoßen wird.

Hohe Frustrationstoleranz

Leider ist es Realität, dass die meisten Eltern nicht so leicht aus ihrem Muster zu bringen sind. Elterngespräche über unangemessenes Verhalten der Erziehungsberechtigten oder Elternbriefe, die diese Themen adressieren, zeigen meist nur eine kurzzeitige Wirkung und werden schnell vergessen. Die beste Chance ist es, den Eltern klarzumachen, dass ihr EIN Team seid. Versucht zu vermitteln, dass ihr als Lehrkräfte dem Kind natürlich nichts Böses wollt und die Kompetenz habt einzuschätzen, was das Beste für Heranwachsende ist. 

Alles in allem wird jeder Lehrer mal mit Helikoptereltern konfrontiert werden. Hierbei heißt es zunächst Ruhe bewahren und im Gespräch versuchen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Kopf hoch, wenn das auch erstmal nicht funktioniert. Zeigt Grenzen auf und tauscht eure Erfahrungen mit Kollegen aus. Habt ihr schon solche Erfahrungen gemacht? Lasst gerne eure Tipps im Umgang mit Helikoptereltern in den Kommentaren da!

Wie der Schulstart Familien arm macht
Angesichts der wirtschaftlichen Situation in Deutschland stellt der Schulstart viele Eltern vor eine finanzielle Herausforderung.
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Anna Schröder
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September 2022
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Gesellschaft & Politik
Allgemein
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Wiesbaden. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sind die Kosten für Schulmaterialien dieses Jahr im Schnitt um 14 Prozent gestiegen. Das stellt viele Familien vor ein Finanzierungsproblem. 

In mehreren Bundesländern hat die Schule bereits wieder begonnen. Was für die meisten Schüler:innen eine schöne Sache ist, bedeutet für die Eltern eine finanzielle Belastung. Die Folgen der Coronakrise und des Ukraine-Kriegs verschärfen die Lage. 

Hefte, Schreibwaren und Kunstmaterialien – alle Jahre wieder steht die Beschaffung von Schulausrüstung an. Bei der Einschulung kommen noch ein guter Tornister, Mäppchen und passende Sportsachen dazu. Nach einer Schätzung der Sparkasse müssen die Eltern von Schulstartern mit mindestens 530 Euro rechnen. Hierbei werden jedoch auch Kleidung und Schultüte plus Füllung mitgerechnet. 

Familien, die Sozialhilfe beziehen, können einen Zuschuss von zirka 150 Euro beantragen. In Zeiten der Inflation und bei steigenden Lebensmittel- wie Energiekosten sind jedoch längst nicht mehr nur sozial schwache Familien betroffen. Viele Menschen haben durch die wachsenden Preise einen deutlich geringeren Reallohn als noch in den Jahren zuvor . Der Bedarf an Hilfe steigt. Das zeigt auch der Andrang an die Hilfsstellen. Zum Beispiel hat die Schulmaterialkammer der Diakonie in Paderborn dieses Jahr nicht allen Menschen entsprechende Hilfeleistungen anbieten können, da es schlichtweg zu viele waren. 

Viele Schulen haben zudem hohe Ansprüche an die Materialien. Qualitätshefte sollen es sein und bitte der Taschenrechner für 120 Euro. Das schafft Ungleichheit und eine Benachteiligung finanziell schwächerer oder besonders kinderreicher Familien. 

Durch Krisen und eine darauf folgende wirtschaftliche Veränderung hat sich ein vermehrter Bedarf an finanzieller Hilfe für Schulmaterialien ergeben. Unter diesem Link findet ihr die Website der Arche, wo ihr Unterstützung findet, aber auch spenden könnt.

Ein Wegweiser durch den digitalen Dschungel
Lernen in Zeiten der Digitalisierung – Dieses Buch gibt dir die nötigen Werkzeuge an die Hand!
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Anna Schröder
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September 2022
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Didaktik & Psychologie
Service & Unterrichtshilfe
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Weinheim. Der Erziehungswissenschaftler Gerold Brägger und der emeritierte Professor der TU Dortmund Hans-Günter Rolff haben das “Handbuch Lernen mit digitalen Medien” im Mai 2021 herausgebracht. 

In Kooperation mit über vier Dutzend Wissenschaftlern ist das fast 1000 Seiten umfassende Werk entstanden. Es bildet detailliert die aktuelle Forschung zum Thema digitale Bildung ab und gibt eine Übersicht über digitale Medien für den Unterricht sowie didaktische Empfehlungen. 

Medienexpert:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben den aktuellen Forschungsstand zum Thema digitale Bildung zusammengetragen und in einem Werk verbunden. Neben konkreten Handlungsempfehlungen findet sich auch eine Fülle an weiterführenden Literaturhinweisen, welche eine intensivere Beschäftigung mit einzelnen Aspekten ermöglichen. Die Zielgruppe des Nachschlagewerks sind Ausbilder:innen von Lehrkräften sowie Lehrkräfte selbst. 

Die Plattform Einfach.Digital.Lernen hat den ehemaligen Gründungsdirektor des Instituts für Schulentwicklungsforschung Rolff zum Interview gebeten. Sein Interesse bestehe vor allem darin, weg von oberflächlichen Digitalisierungsmaßnahmen zu kommen. Ihm schwebe vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz vor, welcher zu einer neuen Lernkultur führen soll. Hierbei ist vor allem personalisiertes Lernen gemeint, welches trotz Lehrer:innenmangel durch digitale Unterstützung umsetzbar sei. 

Kritik

Die Forschung zum Thema Digitalisierung und digitales Lernen befindet sich noch in den Kinderschuhen. Daher ist es wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass Informationen in dem Werk schnell veralten können. So meint beispielsweise Hauke Pölert auf Twitter, dass bei seinem Beitrag zum multimedialen Lernen im Geschichtsunterricht nach etwas mehr als einem Jahr Überarbeitungsbedarf bestehe.  

Dazu kommt, dass Rolff gegenüber Einfach.Digital.Lernen erwähnt, dass ihm vor allem freiwilliges Engagement der Lehrkräfte vorschwebe, um geeignete Diagnose-, Lern- und Fördermaterialien zu entwickeln. Das ist bei dem momentanen Lehrermangel sowie der ständigen Überlastung kaum vorstellbar oder zumindest keine abschließende Lösung. 

Das Buch “Lernen mit digitalen Medien” bietet eine aktuelle Übersicht zu den digitalen Möglichkeiten im Schulsektor. Auch wenn Fragen der Aktualität beim Lesen nicht ausbleiben sollten, ist das Handbuch ein guter Ansatz, um die Bildung in Deutschland nachhaltig digitaler zu gestalten. 

Welches Bundesland hat das beste Bildungssystem?
Das INSM-Bildungsmonitoring 2022 bewertet aus bildungsökonomischer Sicht die Schulpolitik der jeweiligen Bundesländer.
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Vitali Borissov
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September 2022
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Gesellschaft & Politik
Allgemein
Schulpolitik
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Köln. Der INSM-Bildungsmonitor 2022 hat seine neuesten Ergebnisse veröffentlicht. Anhand von 98 Indikatoren bewertet das Institut der deutschen Wirtschaft hierbei den Bildungserfolg und inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes zum Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft beiträgt. Das reicht von der Zahl der Schulabbrecher pro Bundesland bis zur Zahl der frisch gekürten Doktoren, die von einer Universität kommen. Dieses Jahr lag ein besonderer Fokus auf IT-Kompetenzen und IT-Fachkräften. Außerdem wurde zum ersten Mal der Themenbereich Digitalisierung unter die Lupe genommen. 

Das Bundesland Sachsen hat beim Zusammentragen der 98 Indikatoren den ersten Platz belegt. Und das zum 17.(!) Mal in Folge. Hinsichtlich der Förderinfrastruktur, Forschungsorientierung, Schulqualität, Bildungsarmut, Internationalisierung und Ausgabenpriorisierung hat das Bundesland, welches an seinen Gymnasien auf G8 setzt, Höchstnoten erzielt. Im Gesamtranking komplementieren Bayern und Thüringen das Podium. 

Beim Fokus auf die Digitalisierung (u. a. in Form von Verfügbarkeit und Schnelligkeit der kabellosen Internetverbindungen an Schulen) schneidet Ostdeutschland (mit Ausnahme von Berlin) bedeutend schlechter ab als die anderen Bundesländer. Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt belegen die letzten Plätze (in absteigender Reihenfolge). Allerdings: Bremen, welches den ersten Platz im Bereich Digitalisierung eingenommen hat, schnitt im Gesamten betrachtet am schlechtesten ab. Neben Bremen gelten Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen als die großen Bildungsverlierer. Vor allem hinsichtlich des Handlungsfeldes Ausgabenpriorisierung hat Nordrhein-Westfalen eine desolate Punktzahl vorzuweisen. Es handelt sich bei der Ausgabenpriorisierung um einen Indikator dafür, wie viel Geld ein Bundesland durchschnittlich für einzelne Bildungsteilnehmer:innen ausgibt – dies verglichen mit den gesamten Ausgaben des Landes für einzelne Einwohner:innen. In Bezug auf die Schülerkompetenz lässt sich festhalten, dass besonders die drei Stadtstaaten weitaus schlechter abschneiden als der Rest. 

Der Blickwinkel der INSM 

Abschließend ist es wichtig, sowohl die INSM als auch das Bildungsmonitoring kritisch zu betrachten und nicht als das Maß aller Dinge zu nehmen. Die im Auftrag der Metall- und Elektroindustrie finanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die sich selbst als überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bezeichnet, misst vielen Bereichen (wie Kunst und Kultur) keinen bis nur geringen Nutzen bei. Es handelt sich hierbei ausschließlich um ein Ranking nach positivem wirtschaftlichem Nutzen. Die Vermittlung ethischer Wertvorstellungen und vor allem auch Themen wie Nachhaltigkeit oder Umweltschutz finden keine Erwähnung. Es handelt sich bei der Studie einzig und allein um eine bildungsökonomische Sichtweise auf die Schulpolitik der jeweiligen Bundesländer. Allen voran gilt die Förderung von wirtschaftlichem Wachstum als das Hauptkriterium schlechthin, selbst innerhalb der jeweiligen Indikatoren. Wenn man sich jedoch dieses einseitigen Blickes auf die deutsche Bildungslandschaft bewusst ist, so findet man im INSM-Bildungsmonitoring reichlich Informationen und spannende Einblicke.
Wie schneidet euer Bundesland im Gesamtranking ab? Was macht es besonders gut, was besonders schlecht? Überschneiden sich die Ergebnisse mit den Erfahrungen, die ihr selbst gemacht habt? 

Wenn Genies im Klassenzimmer sitzen: Hochbegabung im Schulalltag
Schlaue Köpfe mit schlechten Noten: Hochbegabung geht nicht zwangsläufig mit guten schulischen Leistungen einher. Woran liegt das?
Gepostet von
Vitali Borissov
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31
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August 2022
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Didaktik & Psychologie
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In Deutschland sind zwei Prozent der Menschen hochbegabt. Dies ist der Fall, wenn der IQ (Intelligenzquotient) mindestens 130 beträgt. Zur Erinnerung: Deutsche haben statistisch gesehen im Durchschnitt einen IQ von 100. Ermittelt wird dieser mittels des allseits bekannten IQ-Tests, bei welchem mathematische, bildlich-räumliche und logische Intelligenz abgefragt werden. Angeboten werden diese Tests im Allgemeinen erst ab sechs Jahren. Vor allem Eltern von Kindern, welche Auffälligkeiten hinsichtlich besonderer Begabung zeigen, wird geraten, mit besagtem Kind einen solchen Test zu machen. Wenn eine Hochbegabung festgestellt wird, hat es in der Folge oberste Priorität, das Kind bestmöglich bei seiner Entwicklung zu unterstützen, um das Meiste aus den überdurchschnittlichen Voraussetzungen herauszuholen und das Potential voll auszuschöpfen.

Eine tragende Rolle kommt hierbei unter anderem auch den Lehrkräften zu. Wie haben Lehrer:innen damit umzugehen, wenn ein Genie im Klassenzimmer sitzt? Wie gelingt die Integration Hochbegabter in den normalen Unterricht? 

Wie als Lehrkraft mit hochbegabten Schüler:innen umgehen? 

Von vornherein sind für eine Lehrkraft die Möglichkeiten der individuellen Unterrichtsgestaltung besonders wichtig. Kinder einer Schulklasse sollen unterschiedliche, an ihren Leistungsstand und ihre Bedürfnisse angepasste Lernangebote erhalten. Für Hochbegabte bedeutet diese individuelle Unterrichtsgestaltung nicht bloß einen Mehraufwand. Lehrer:innen orientieren sich an dem einzigartigen Lerntempo der Hochbegabten und offerieren beispielsweise weiterführende Einblicke in eine Thematik, obwohl dies für Durchschnittsschüler:innen nicht vonnöten ist. Maßnahmen zur Begabtenförderung umfassen unter anderem auch sogenanntes “Enrichment”, wobei es sich um eine Anreicherung des Unterrichts handelt. Dies kann geschehen, indem besonders begabte Schüler:innen zu einem bestimmten Thema recherchieren, welches sie dann in Form einer schriftlichen Ausarbeitung oder eines Vortrags vor der Klasse präsentieren. Außerdem können sie als Tutor:innen fungieren. 

Daneben sind andere Möglichkeiten innere Differenzierung (Individualisierung) und äußere Differenzierung (Arbeitsgemeinschaften, zusätzliche Leistungskurse, vorübergehende Teilnahme am Fachunterricht einer höheren Klasse). Denkt man etwas außerhalb der üblichen Rahmenbedingungen, können die Teilnahme an überregionalen Wettbewerben, Schüleraustauschprogramme oder der Einbau von Bilingualität in die Unterrichtsgestaltung für Hochbegabte eine neue qualitative Lernkomponente liefern. Ein weiteres interessantes und innovatives Konzept wäre das Erstellen von altersheterogenen Schulklassen, in denen Kinder je nach Lernfortschritt und Begabung eingeteilt werden, nicht bloß nach Alter. Konzepte wie diese bleiben allerdings fast ausschließlich reines Wunschdenken. 

Probleme von Hochbegabten im Schulalltag 

Die Probleme hochbegabter Kinder in der Schule lassen sich üblicherweise kurz zusammenfassen: Sie passen von Natur aus nicht in den “normalen” Unterricht. Die Klassen in den Schulen werden seit allzu langer Zeit nach dem biologischen Alter zusammengestellt, jedoch vereinen hochbegabte Kinder viele Altersstufen in sich. Die intellektuellen Bedürfnisse der Kinder können denen der Mitschüler:innen weit voraus sein. Das kann schnell dazu führen, dass sie sich langweilen oder beschweren, sie frustriert sind und sich im Unterricht kaum beteiligen, wenn sie ihn nicht gar stören. Hochbegabte können eine nachlässige Haltung gegenüber pünktlicher Abgabe und angemessener Qualität von zum Beispiel Hausaufgaben entwickeln. Des Weiteren kann das hochbegabte Kind eine arrogante Einstellung gegenüber Mitschüler:innen und Lehrer:innen einnehmen.
Bei Hochbegabten handelt es sich demnach nicht immer nur um Vorzeigekinder. Schnell wird aus dem Wunderkind ein Problemkind. Denn die Begabung bringt auch eine Belastung mit sich, welche Außenstehende kaum fassen können. Statistisch gesehen fällt die Wahrscheinlichkeit an einer emotionalen Störung wie einer Depression oder an sozialem Rückzug zu leiden, bei hochbegabten Menschen um einiges höher aus. Einige Hochbegabte werden demnach von den Herausforderungen ihrer Begabung regelrecht erschlagen. 

Schlaue Köpfe mit schlechten Noten 

15 Prozent der begabten und hochbegabten Kindern sind von dem Phänomen des “Underachieving” betroffen. In der Psychologie und Pädagogik spricht man hiervon, wenn Begabte und Hochbegabte unter ihren Möglichkeiten bleiben, wenn also zwischen den intellektuellen Kapazitäten und den schulischen Leistungen eine deutliche Diskrepanz besteht. Man nennt es auch eine “erwartungswidrige Minderleistung”. Laut Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sind rund zwei Drittel der Betroffenen Jungen. 

Die Psychologie spricht beim “Underachieving” von einem individuellen Phänomen, dessen Gründe sehr unterschiedlich ausfallen können. Psychische sowie psychosomatische und körperliche Erkrankungen können eine Rolle spielen. Bei ausbleibender Diagnostik kann möglicherweise eine Hochbegabung weder vom Elternhaus noch von den Lehrkräften erkannt und das Kind nicht hinreichend gefördert werden. Verhaltensabweichungen von der Norm, zum Beispiel hinsichtlich des Lernens oder der Bearbeitung von Aufgaben, werden teilweise als falsch und nicht als kreativ und klug wahrgenommen. Es handelt sich prinzipiell beim Unterrichtsgeschehen um didaktische Konzepte, die sichtlich nicht auf Hochbegabte zugeschnitten sind. In einer heterogenen Schulklasse kann nur geringfügig auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz (besondere Begabung: IQ ≥ 115) oder einer Hochbegabung (IQ ≥ 130) eingegangen werden. Tatsächlich erfahren hochbegabte Kinder daher häufig eine Frustration hinsichtlich ihrer Lernbedürfnisse sowie damit einhergehende Motivationseinbrüche. Die ständige Unterforderung führt zu den im vorherigen Absatz genannten Mechanismen der Introvertiertheit und Abkapselungen und/oder zu Auffälligkeiten wie Störungen des Unterrichts und Rebellieren. 

Die richtige Förderung von Hochbegabten

Im frühen Alter sind außerschulische Fördermaßnahmen für Hochbegabte, zumeist eingetragene Vereine (e.V.) eine angemessene Anlaufstelle. Voraussetzung für die Teilnahme an den Lernangeboten ist ein sichtlich nach oben ausschlagender IQ-Test. Ein förderliches Familienumfeld spielt wohl die größte Rolle. Lehrer:innen, denen ein Kind auffällt, sollten sich nicht scheuen, sich zu erkundigen, inwieweit das Elternhaus von einer besonderen Begabung weißund inwieweit das Kind auch zuhause gefördert wird. Ein anderer Ansatz sind Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten für Hochbegabte. Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. (DGhK) informiert über Hintergründe zur Hochbegabung sowie über regionale und überregionale Beratungsmöglichkeiten.

Für Lehrer:innen gibt es neben allerlei passenden Weiterbildungsmöglichkeiten der jeweiligen Landesinstitute, das Diplom “Specialist in Gifted Education” des Internationalen Centrums für Begabungsforschung Münster (ICBF). Hiermit kann man sich speziell für den Umgang mit hochbegabten Kindern ausbilden lassen. Das Studium liefert zum einen Hintergrundwissen zu den Themen Intelligenz, Motivation, Kreativität und individuelle Förderung und führt Lehrkräfte zum anderen praktisch in die optimale Begleitung von Hochbegabten ein. Ein weiterer Fokus liegt auf der Diagnostik von Hochbegabung. 

Alles in allem ist die optimale Vorgehensweise abhängig vom begabten Individuum selbst. Manche Methoden werfen mehr Früchte ab als andere. Offene Kommunikation über Interessengebiete und Vorlieben – sei es als Lehrer:in oder Elternteil – sind bereits im jungen Alter überaus wichtig. Hierdurch kriegen die Erwachsenen das nötige Feedback, um die Lernmotivation weiterhin (bestenfalls bis ins hohe Alter) aufrecht zu erhalten.
Habt ihr ein Kind im Klassenzimmer, welches das Leistungsvermögen der Mitschüler:innen weit überragt? Oder eines, welches gerade wegen der intellektuellen Kapazitäten kein Interesse am Unterricht zeigt? Vielleicht lohnt sich in diesen Fällen ein Gespräch mit den Eltern, um herauszufinden, inwiefern und vor allem ob ein solches Kind hochbegabt ist. Immerhin sind es zwei Prozent aller Menschen in Deutschland. 

Wie ist der Stand an deutschen Schulen zum Thema Inklusion
Stetige Herausforderungen im deutschen Schulsystem hinsichtlich der Inklusion.
Gepostet von
Patricia Schneider
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30
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August 2022
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Schulpolitik
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New York. Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) trat 2008 in Kraft. Deutschland begann im März 2009 basierend auf den Inhalten der Konvention das Thema Inklusion an deutschen Schulen neu zu formatieren: Auflösung der Sonderschulen und  Auflösung der Sonderschulen und die Umsetzung der Inklusion im Schulalltag anhand neuer Möglichkeiten und Mitteln entsprechend dem speziellen Förderbedarfs der Schüler:innen.

Eine erste Auswertung der UN Behindertenrechtskonvention in 2019 – zehn Jahre nach dessen Inkrafttreten – zeigt bis heute viele Irritationen und Schwierigkeiten in der Alltagspraxis an Schulen. Die Umsetzung der Inklusion verläuft unter anderem in Deutschland schleppend. Hinsichtlich der Bewertung von förderungsbedürftigen Schüler:innen herrschen zwischen den Bundesländern Unstimmigkeiten. Unterschiedliche Regelungen innerhalb der Bundesländer erschweren außerdem die Teilnahme am Regelunterricht für Schüler:innen mit erhöhtem Förderbedarf.Lehrkräfte fühlen sich oft auf sich allein gestellt  und überfordert. 97 Prozent der Lehrer:innen halten bundesweit Inklusion, wie vorgesehen, für nicht realisierbar. Es fehlt an sonderpädagogischem Fachpersonal, Alltagsassistent:innen, Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer:innen und der Zeit entsprechende Hilfestellungen innerhalb der Schulstunden zu vermitteln.

Weitere Hilfsmittel

Das E-Book: Förderung Inklusion, erschienen im ProSchule Verlag, schildert weitere Informationen für Lehrkräfte. Artikel für Lehrer:innen im Umgang mit betroffenen Schülern bietet die Webseite schule.at . Das Unternehmen mechatron bietet Softwareprogramme, technische Hilfsmittel sowie ein spezielles Tablet und Mechpad für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf an. Sie arbeiten im engen Austausch mit Lehrer:innen und Schulen zusammen.

Wie digital sind deutsche Schulen?
Die Studie “Digitalisierung im Schulsystem 2021” bietet einen Einblick in die Digitalisierung an Schulen aus Lehrer:innensicht.
Gepostet von
Anna Schröder
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28
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August 2022
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Gesellschaft & Politik
Zukunft Digitale Bildung
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Göttingen. Eine Studie der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität Göttingen beleuchtet den Stand der Digitalisierung an deutschen Schulen aus einer neuen Perspektive – aus Lehrer:innensicht. 

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts “Digitalisierung im Schulsystem 2021” wurden am 29. September 2021 präsentiert. 

Die Themen Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen, Rahmenbedingungen und Perspektiven von Lehrkräften in Deutschland wurden mit Fokus auf die Digitalisierung unter anderem von Frank Mußmann und Thomas Hardwig untersucht. Die GEW-Vorstandsmitglieder Anja Bensinger-Stolze und Ralf Becker sprechen in dem Vorwort der Studie von dem Problem der “digitalen Spaltung”. Eine Übersicht zum Stand der Digitalisierung an deutschen Schulen soll das Problem in seiner Breite erfassen und ins Rampenlicht rücken. 

Die Studie deckt auf, wie schlecht Deutschland im internationalen Vergleich dasteht, zum Beispiel bei dem Thema Ausstattung der Lehrer mit digitalen Endgeräten. Der Fokus liegt jedoch auf den Unterschieden innerhalb Deutschlands und die sind groß. In Thüringen sind fast 80% der Schulen ‘Digitale Nachzügler-Schulen’ – demgegenüber steht Schleswig-Holstein als Spitzenreiter mit nur knapp über zehn Prozent. Insgesamt steht der Osten Deutschlands schlechter da als der Westen. Der Appell der GEW ist, die Schere zu schließen und Nachzügler nicht den Anschluss verpassen zu lassen.

Neben dem digitalen Vergleich findet auch die erhöhte Belastung des Schulsystems und der Lehrkräfte durch die Corona Pandemie Gehör. Längst bestehende Probleme wie erhöhte Belastung und lange Arbeitszeiten haben sich verschärft. 

Die Motivation der Lehrkräfte sei laut Studie da. Sie brauchen nur die Mittel, um digitale Lehrkonzepte umsetzen zu können und so einer digitalen Chancenungleichheit für Schüler:innen vorzubeugen. 

Man lernt nie aus: Weiterbildungen für Lehrer
Wir entwirren das vielfältige aber unübersichtliche Weiterbildungsangebot Deutschlands, damit der Sprung vom Lehrenden zum Lernenden reibungslos klappen kann.
Gepostet von
Vitali Borissov
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28
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August 2022
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Fortbildung & Akademie
Didaktik & Psychologie
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Berufsbegleitende und -bezogene Weiterbildungen sind ein wichtiger Bestandteil aller Arbeitsbereiche und Branchen. Das Schulwesen bildet hier keine Ausnahme. Allerdings wird von Bildungsexpert:innen vielerorts bemängelt, dass der gesamte Fokus auf der Erstausbildung im Studium und im Referendariat liegt, wodurch Fortbildungsmöglichkeiten während der Berufstätigkeit in den Hintergrund rücken. Wegen des fehlenden Bewusstseins neigen Lehrende dazu, die Schuljahre mit ihrem derzeitigen Wissensstand und Aufgabenbereich auszusitzen. Häufig fehlt die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Sie liefern hierfür vielerlei Gründe, allen voran werden mangelnde zeitliche Ressourcen sowie die fehlende Sichtbarkeit von  Angeboten bemängelt. Dabei ist die Fortbildungslandschaft alles andere als karg. Um das Weiterbildungschaos zu entwirren und Licht ins Dunkel zu bringen, hat sich das Team von Lehrer News auf die Suche nach Weiterbildungsangeboten gemacht, die womöglich auch für Sie relevant sein können. Ob “Cybermobbing in Zeiten von Fernlernen und Social Distancing”, “iPads im Mathematikunterricht” oder “Kinder mit besonderen Begabungen erkennen und begleiten”: für jede Lehrkraft ließe sich – ob fachspezifisch oder fachübergreifend – etwas finden.
Schließlich hat man nie ausgelernt. 

Welche Möglichkeiten gibt es zur Lehrerfortbildung? 

Je nach Bundesland gibt es haufenweise unterschiedliche Anbieter und Kurse. Die meisten bieten Online-Seminare, welche unabhängig von einem konkreten Standort stattfinden  werden können. Inzwischen kann dies auch in Form von Abrufveranstaltungen geschehen. Allerdings muss es als/ eine Fortbildungsmaßnahme nicht gleich ein Seminar sein. In Umfragen gaben Lehrkräfte das Lesen von Fachliteratur (offline wie online) als meistgenutzte Weiterbildungsmaßnahme an. Darauffolgend wird ebendie Teilnahme an Fachtagungen oder Konferenzen genannt, auf denen Lehrkräfte, Schulleitungen oder Expert:innen aus der Wissenschaft pädagogische Fragen diskutieren. Ein wichtiges, doch unterschätztes Instrument in der Lehrerfortbildung ist ebenfalls der Austausch innerhalb des Kollegiums und mit Lehrkräften anderer Schulen. Es kann sich beispielsweise stets lohnen, einen Blick über die Schulter einer mit digitalen Medien gewieften Kollegin zu werfen. 

Welche Weiterbildungen sind für Lehrer:innen heutzutage besonders relevant? 

Es ist offensichtlich, dass deutsche Schulen noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen sind. Bis flächendeckende Maßnahmen ihre Wirkung entfalten und sowohl standardisiert als auch in den lehrbetrieblichen Alltag integriert sind, liegt es an den Lehrkräften selbst voranzugehen. Da solche Themen kaum an Aktualität zu überbieten sind, reicht für Lehrkräfte kein Schritthalten mehr. E-Learning, Moodle, der gesamte Bereich der Medienpädagogik eröffnet Dimensionen. Lehrer:innen sind als Dreh- und Angelpunkte der digitalen Bildung zu verstehen. 

Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass – vor allem in Folge der Coronakrise – Lehrkräfte größtenteils Fortbildungsangebote des digitalen Wandels in Anspruch genommen hatten. Allerdings gibt es deutlich mehr relevante Themenbereiche. Neben der Integration digitaler Medien in Lern- und Lehrprozesse, der Vorstellung und Erklärung gewisser Anwendungsprogramme, sind auch der Umgang mit sprachlicher Vielfalt (interkulturelle Kompetenzen) sowie Fördermaßnahmen für schwache Schüler:innen oder Aufklärung hinsichtlich des Umgangs mit Schüler:innen mit pädagogischem Sonderbedarf besonders gefragt. Diese fächerübergreifenden Bereiche können je nach Angebot auch fachspezifisch ausfallen. 

Wo findet man passende Fortbildungen? 

Einerseits gibt es schulinterne Qualifikationsangebote. Hierfür erkundigt man sich bei der Schulleitung. Ansonsten findet sich eine beachtliche Auswahl in den digitalen Katalogen der jeweiligen Landesinstitute zur Lehrerfortbildung. Sie sind die eigentlichen Goldgruben bezüglich (möglicherweise interessanter) Veranstaltung. Deshalb hat das Team von Lehrer News im Folgenden eine Linksammlung angelegt, welche in übersichtlicher Weise Angebote der jeweiligen Bundesländer ins Schaufenster stellt. Worauf wartet ihr? Traut euchden Schritt vom Lehrenden zum Lernenden! 

Bundesweite Websites: 

Fortbildungsangebote vom Klett-Verlag

Der Verein zur Förderung der Lehrerfortbildung 

Deutscher Bildungsserver mit Verweisen auf Landesinstitute 

Baden-Württemberg:

Fortbildungsangebote in Form von Präsenz-, Online- und Abrufveranstaltungen

Bayern: 

Die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP)

Berlin/Brandenburg:

Angebote umfassen u.a. Themenbereiche wie Integrationsfacherziehung, Sonderpädagogik, schulpsychologischer Dienst aber auch Informatik

Bremen:

Fortbildungen für Kita und Schule 

Hamburg: 

Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung 

Hessen:

Lehrerfortbildung sortiert nach Veranstaltungen und Referenten

Mecklenburg-Vorpommern: 

Fortbildungskatalog des Bildungsservers MV

Niedersachsen:

Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)

Nordrhein-Westfalen:

Fortbildungsangebote nach Regierungsbezirken

Rheinland-Pfalz: 

Veranstaltungskatalog des pädagogischen Landesinstituts 

Saarland: 

Veranstaltungskatalog und Infos zur Lehrkräftefortbildung

Sachsen: 

Staatliche Lehrerfortbildung

Sachsen-Anhalt: 

Auflistung der Fortbildungsangebote des Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA)

Schleswig-Holstein: 

Angebote, Infos und Ansprechpartner

Thüringen: 

Überblick über die Qualifizierungsangebote

Sommer, Sonne... Lernen? – Schule bei über 30 Grad
Als Lehrkraft die Gefahren und Herausforderungen einer Hitzewelle meistern.
Gepostet von
Anna Schröder
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August 2022
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Der Klimawandel ist ein akutes Problem unserer Zeit. Wir müssen lernen, mit langen und starken Hitzeperioden im Sommer zu leben. So auch Schüler:innen und Lehrkräfte. Was kann man tun, um den Unterricht einem Klima anzupassen, für das die meisten deutschen Schulgebäude nicht ausgelegt sind?

Hitzefrei, ja bitte!

In den letzten zwei Jahrzehnten werden Hitzerekorde hierzulande immer wieder gebrochen. Es herrschen teilweise Temperaturen um die 40 Grad. Klar, dass Deutschland dafür eigentlich nicht vorbereitet ist. Frühere Hitzeperioden sind meist von kurzer Dauer und mit geringeren Temperaturen verbunden gewesen. Vor allem Kinder und ältere Menschen leiden unter den heißen Tagen, da ihre Körper mit hohen Temperaturen schlechter klarkommen. Zusätzlich neigen Kinder und Jugendliche zu einem höheren Bewegungsdrang und Unvorsichtigkeit. Folgen können ein Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder sogar ein Hitzschlag sein. 

Hitzebeschwerden erkennen und behandeln

Körperliche Aktivitäten bei hohen Temperaturen können zu einem Zustand der Hitzeerschöpfung führen. Sichtbar durch starkes Schwitzen, kühle Haut, ein gerötetes Gesicht und trockene Lippen wegen mangelnder Flüssigkeitszufuhr. Dazu kann die Person unter Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Übelkeit und Ohrgeräuschen leiden. 

Werden die Symptome nicht zeitnah durch Abkühlung behandelt, kann es zu einem Hitzschlag kommen. Das ist ein ernstzunehmender medizinischer Notfall! Er äußert sich durch eine heiße, rote Haut, welche jedoch nicht schwitzt. Dazu kommen starke, stechende Kopfschmerzen. Bemerkt ihr diese Symptome in Kombination, solltet ihr den Notruf wählen.

Einen Sonnenstich erleidet man durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Symptome sind Übelkeit, Kopf- und Nackenschmerzen.

Abkühlung ist bei Auftreten solcher Symptome das Gebot der Stunde. Dazu können Schatten, temperierte Räume und vor allem eine ausreichende Wasserzufuhr dienen. 

Wie können sich Schulen auf Hitze vorbereiten?

Unsere Schulgebäude sind häufig nicht auf solche Temperaturextreme ausgelegt. Klimaanlagen und Dämmung gegen Hitze gibt es in den Schulgebäuden Deutschlands nur selten. Langfristig ist ein Umdenken beim Schulbau nötig. Doch was gibt es für Möglichkeiten, als Lehrer:in für ein angenehmes Raumklima zu sorgen und die Kinder auf die Hitze vorzubereiten? 

Aufklärung für Kinder und Eltern – wie kann ich mich vor Hitze und Sonne schützen?

Dazu zählt der richtige Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, hitzetauglicher Kleidung und Kopfbedeckungen. 

Möglichkeiten zur Abkühlung schaffen: Zum Beispiel durch Ventilatoren, jederzeit zugängliche klimatisierte Räume oder Abkühlung durch Wasser z. B. mit einem Rasensprenger.

Ausreichende Wasserzufuhr garantieren: Hierzu kann die Schule Wasserspender installieren. Lehrkräfte können ihre Schüler:innen regelmäßig an das Trinken erinnern und vor allem im Sportunterricht häufiger Trinkpausen einlegen. Zusätzlich könnte man die Kinder in einer heißen Woche zum Mitbringen von wasserhaltigem Obst wie Wassermelone, Trauben oder Ähnlichem animieren. 

Aktivitäten im Freien an die Hitzeentwicklung des Tages anpassen: Sprich, keine Draußenaktivitäten, wenn gerade die Mittagssonne knallt. 

Schulräume kühl halten: Früh morgens lüften und die Fenster während der Mittagszeit geschlossen halten. Vorsicht! Achtet trotzdem auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr und vermeidet abgestandene Luft im Raum. Also ruhig die Klassenzimmertür offen halten oder, wenn das nicht möglich ist, Stoßlüften. Zusätzlich schwächt die Verdunklung von Fenstern die Hitzeentwicklung im Raum ab. Leider sind noch nicht alle Schulen ausreichend ausgestattet. Eure Schule gehört dazu? Schlagt bei der nächsten Lehrerkonferenz die Anschaffung von Gardinen vor. Jeder hat genug von der Hitze.

Gestaltung des Schulgeländes: Ausreichend Schattenplätze und Verdunklungsmöglichkeiten werden in Zukunft immer wichtiger. Pflanzt Bäume auf dem Schulgelände, um für zukünftige Schüler:innen vorzusorgen. Fordert für sofortige Abhilfe die Anschaffung von Sonnensegeln oder anderen Schattenspendern. 

Anpassung des Stundenplans: Das Wetter wird relativ zuverlässig vorausgesagt, daher kann man Vorkehrungen treffen, wenn eine Hitzewelle ansteht. Dazu gehört vor allem eine hitzegerechte Planung des Unterrichts. Sportstunden sollten früh oder spät stattfinden. Von den Kindern im Durchschnitt als anstrengend empfundene Fächer (wie Mathe oder Chemie) sollten nicht in der Mittagshitze stattfinden, sondern morgens, wenn die Schüler:innen sich noch gut konzentrieren können.. 

Hitzefrei: Als letzte Möglichkeit kann der Unterricht abgebrochen werden. Das ist ab einer Raumtemperatur von über 25 Grad erlaubt. Hierüber entscheidet jedoch der Schulleitende.

Anpassung des Schulalltags nötig

Die Wärmeentwicklung betrifft uns alle – so auch Schulen und Lehrkräfte. Das Wissen über hitzebedingte Beschwerden und ihre Behandlung wird zum absoluten Muss für Lehrkräfte und Kindergärtner. Wir hoffen, dass eure Schüler:innen dank unserer Tipps auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren können!

Lehrer News im neuen Gewand
Was lange währt, wird endlich gut: Das neue Lehrer News ist da! Nach vielen Wochen Arbeit haben wir den Umzug auf unsere neue Design-Plattform geschafft. Für unsere Leser:innen bedeutet das vor allem mehr Übersicht und Struktur
Gepostet von
Marcel Kunzmann
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26
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August 2022
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Allgemein
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Was lange währt, wird endlich gut: Das neue Lehrer News ist da! Nach vielen Wochen Arbeit haben wir den Umzug auf unsere neue Design-Plattform geschafft. Für unsere Leser:innen bedeutet das neben einem ästhetischen Quantensprung vor allem mehr Übersicht und Struktur.

Die neue Website wurde insbesondere mit Blick auf eine zeitgemäße Optimierung mobiler Endgeräte optimiert. Vom Smartphone oder Tablet aus könnt ihr jetzt deutlich komfortabler auf unsere Inhalte zugreifen. Als technische Basis dient die State-of-the-Art Plattform Webflow.

Im zweispaltigen Layout wird zwischen unseren Hauptartikeln und Kurzmeldungen (rechts) unterschieden. Letztere sind ein neues Format, mit dem wir euch über aktuelle Entwicklungen der Bildungslandschaft auf dem Laufenden halten wollen.

Im Menüband oben sind alle Rubriken übersichtlich gruppiert. Mit dem Klick auf die Lupe öffnet sich die Volltextsuche. Neu hinzugekommen ist auch ein Überblick über sämtliche Unterkategorien des jeweiligen Themenbereichs: Wer zu einem bestimmten Fach Materialien sucht, wird jetzt schneller fündig. 

Ein Ziel des neuen Designs ist es, inhaltliche Tiefe besser zur Geltung zu bringen. So sind unsere ausführlichen Themenwochen jetzt farblich hinterlegt und stechen auf der Startseite hervor.

Bei der beruflichen Neuorientierung helfen soll unsere neue Jobbörse, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern von LehrCare anbieten. Den Link seht ihr direkt über der Suchfunktion.

Last but not least verfügt Lehrer News endlich über eine solide Kommentarfunktion. Damit wollen wir euch über unsere Social-Media-Kanäle hinaus eine zusätzliche Möglichkeit zu Austausch und Diskussion bieten.

Wie gefällt euch unsere neue Website? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Sitzenbleiben – Fluch oder Segen?
Sitzenbleiben – neue Konzepte für individuelle Unterstützung der Schüler:innen. Neue bildungspädagogische Maßnahmen für betroffene Schüler:innen.
Gepostet von
Patricia Schneider
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25
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August 2022
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Schulpolitik
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Je nach Bundesland können Schüler:innen sitzen bleiben oder ins nächste Schuljahr versetzt werden. Die Bundesländer haben unterschiedliche Regelungen, ob Lernende generell sitzenbleiben können oder nicht. Wie sinnvoll ist das System “Sitzenbleiben” heute noch? 

Regelungen des Sitzenbleibens in den Bundesländern

Mit der Schulreform 2008/2009 wurde das “automatisierte Sitzenbleiben” in Hamburg ganz abgeschafft. Schüler:innen müssen am schulinternen Nachhilfeunterricht teilnehmen, um ihre Defizite abzubauen bzw. auszugleichen. An Berliner Gymnasien gibt es kein Sitzenbleiben mehr. Die Schülerinnen werden im kostenlosen Förderunterricht für alle unterstützt. Klassenwiederholungen in anderen Schulformen sind nur auf freiwilliger Basis erlaubt. In Bayern sieht man das Sitzenbleiben bis heute als wichtiges bildungspädagogisches Instrument an. Sitzenbleiben gilt dort als Ansporn, um Schüler:innen zum Lernen und Besserwerden zu motivieren.

Gesellschaftlicher Blick auf das Sitzenbleiben

In der Gesellschaft ist Sitzenbleiben weiterhin ein Tabuthema und wird teilweise als eine Peinlichkeit, ein "Gesichtsverlust'', einen “Weltuntergang” angesehen. In vielen Familien häufig unvorstellbar, gerade bei den eigenen Kindern. Schüler:innen, die sitzengeblieben sind, werden plötzlich anders behandelt oder mit bestimmten Vorurteilen in Verbindung gebracht. Oft macht sich für die Schüler:innen daraufhin ein Gefühl von Scham und Verunsicherung breit, sie stoßen in ihrem Umfeld auf Unverständnis und Ablehnung. Die Einstellung des Elternhauses und des sozialen Umfeldes sind in dieser Situation von elementarer Bedeutung. Verständnis für die Lage des Kindes zu entwickeln, Unterstützung anzubieten und das zu wiederholende Schuljahr als neue “Chance” anzusehen, kann helfen, die Schüler:innen auch mental positiv auf das kommende Schuljahr einzustimmen.

Möglichkeiten der Unterstützung aus Lehrer:innensicht

Elternsprechstunden und Elternabende sind Gelegenheiten, Kontakt mit den Eltern zu suchen, um die Thematik der Versetzungsgefährdung anzusprechen. Intensive Ursachenklärung von Lehrer:innen, Eltern und Schüler:innen, wo Probleme mit dem Unterrichtsfach bestehen und wie Hilfe eingebunden werden kann, ist sinnvoll. Hilfreiche Maßnahmen wie das bewusste Einbinden der Schüler:innen in den Unterricht von Seiten der Lehrer:innen sowie das Evaluieren von Aufsätzen und Mitschriften kann ein Weg sein, sich ein besseres Bild über den Leistungsstand der Schüler:in zu verschaffen. Von Elternseite kann z.B.: eine kompetente Nachhilfe gesucht werden und eine Stütze im Schuljahr helfen. Die Situation sollte jetzt ausdrücklich von Eltern- und Lehrer:innenseite offen kommuniziert und begleitet werden.

Sitzenbleiben als Chance des Nachholens für verpassten Lernstoff ?

Kritiker argumentieren, dass schlechte Leistungen in bestimmten Schulfächern nicht automatisch mit einer Wiederholung des gesamten Lernstoffs ausgeglichen bzw. verbessert werden können. Es sei vielmehr angesagt, die Schüler:innen in den jeweiligen Fächern gezielt zu fördern und zu unterstützen. So entstünde ein “gleichwertiges” Leistungsniveau für die Klasse – ohne Sitzenbleiben! Es sei unnötig, Schüler:innen ein komplettes Schuljahr zurückzustellen, wenn mangelhafte Leistungen in nur einem oder zwei Fächern festgestellt wurden. Dies hätte auch eine gegenteilige Wirkung, da ein Großteil des Unterrichts für die Schüler:innen langweilig wird, was in eine Demotivation umschlagen könnte. Eine weitere Herausforderung bedeutet für die Schüler:innen auch das “Herausgerissen” werden aus dem Klassenverband und der Verlust von Freunden. Einfinden in eine neue Klassenstruktur, neue Freunde finden und neue Lehrkräfte bedeuten ebenfalls eine weitere Belastung.

Mögliche Ursachen des Sitzenbleibens

Das Sitzenbleiben soll helfen, Defizite im Verständnis des Lehrstoffs auszugleichen. Die Möglichkeit, den Lernstoff zu wiederholen, soll motivieren, Leistungsbereitschaft und Leistungsniveau wieder zu stärken. Schüler:innen selbst sehen eine Wiederholung oft als Bestrafung – häufig fühlen sie sich schon schlecht, da sie sich selbst als inkompetent ansehen, den Lehrstoff nicht verstanden zu haben. Es gibt viele Ursachen für das Sitzenbleiben, daher ist es auch an den Eltern den Kontakt zu intensivieren, um mögliche Ursachen für die Lernblockade oder Lernverweigerung ihres Kindes herauszufinden. Mögliche Gründe können sein: Mobbing, familiäre Probleme, Pubertät, kein Anschluss innerhalb der Klasse, wenig Selbstwert und Selbstvertrauen. Zusätzlich können Dyskalkulie, Legasthenie , AD(H)S oder ähnliche Defizite vorliegen, die das Lernen zusätzlich erschweren.

Zukunftsprognose - Ist das System “Sitzenbleiben” noch zeitgemäß?

Die Forderung nach mehr gezielten Förderangeboten steht im Raum, damit Schüler:innen nicht ihre Klasse verlassen müssen. Das Konzept sieht vor, dass die Schüler:innen speziell in ihren Problem-Fächern unterstützt werden und sie weiterhin in ihren Klassen bleiben können. Das bedeutet mehr Investitionen in Lehrkräfte, finanzielle Mittel und Enttabuisierung dieses Themas.

Nicht alle Schüler:innen profitieren von der Wiederholung des Schuljahres: Ob Mobbing in der neuen Klasse, Schwierigkeiten Anschluss zu finden oder weiterhin familiäre Probleme – es gibt viele Gründe, warum Schüler:innen keine Verbesserungen nach dem Sitzenbleiben erleben. Ob das Sitzenbleiben unumgänglich ist, muss entsprechend der Gesamtlage eines jeden Schülers individuell entschieden werden. Eine einheitliche Lösung der Bundesländer wäre daher nicht für jede:n Schüler:in  gleich geeignet. “Es gibt kein Idealsystem!”

Wie steht ihr zum Thema Sitzenbleiben? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Unterricht ohne Fehler? Unmöglich! Strategien für eine gesunde Fehlerkultur im Klassenzimmer
Fehler sind äußerst wichtig für einen Lerneffekt – wenn mit ihnen richtig umgegangen wird.
Gepostet von
Vitali Borissov
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24
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August 2022
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Didaktik & Psychologie
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Fehler sind aus dem Unterrichtsalltag kaum wegzudenken. Sie sind ein essenzieller Bestandteil des Lernprozesses und elementar für die Aneignung von Wissen. Schüler:innen und Lehrer:innen sollten sich dessen bewusst sein und Fehler daher keineswegs scheuen. Anhand von Fehlern erhalten Lernende und Lehrende einerseits Auskunft über (ausbleibende) Lernfortschritte und andererseits steckt in ihnen unheimliches Lernpotential. Besonders in Bezug auf Lehrkräfte gilt daher die veraltete Sichtweise, Fehler um jeden Preis zu vermeiden, aussterben zu lassen. Dies könne in der Schülerschaft positive Entwicklungsprozesse verhindern, welche bei der korrekten Aufarbeitung angeregt würden. 

Ein Team um Prof. Jürgen Seyfried thematisiert in einer aktuellen Publikation den förderlichen Umgang mit Fehlern im Unterricht und gibt Rahmenbedingungen vor, die vonnöten sind, um ein positives Fehlerklima zu schaffen. Im Folgenden soll zunächst  ein Blick auf die offensichtlichen Vorzüge einer Fehlerermutigungsdidaktik im Vergleich zu einer Fehlervermeidungsdidaktik geworfen werden. 

Was ist überhaupt ein Fehler?

Ein Fehler stellt eine unerwünschte Abweichung von einem Handlungsziel dar. Es setzt voraus, dass das gewünschte (normative) Richtige nicht erreicht werden konnte, obwohl sämtliche Informationen zur korrekten Vorgehensweise vorlagen. Ergo ist diese Abweichung vermeidbar. Des Weiteren setzt der Fehler voraus, dass er von der beurteilenden Person (meist einer Lehrkraft) als fehlerhaft angesehen wird. Hervorzuheben ist die Reaktion, welche auf einen Fehler folgt. Auf der Ebene der Schüler:innen kann diese affektiv-motivational und/oder handlungsbezogen ausfallen. Solche Misserfolge können Lernende rasch demotivieren und Gefühle wie Scham oder eine negative Selbstbewertung zur Folge haben. Konträr dazu kann die Überwindung eines Fehlers positive Emotionen wie Stolz hervorrufen. 

Wie lernt man aus Fehlern? 

Fehler bieten eine informative Rückmeldung über Wissenslücken oder Missverständnisse und haben daher ein hohes Potenzial, als Lernanlass zu dienen. Dieses Potenzial müsse ausgeschöpft werden, indem die Lehrkraft hilfreiche Rahmenbedingungen schafft und die nötigen Maßnahmen ergreift, erklärt Prof. Jürgen Seyfried. Hierfür ist das Äußern von qualitativ hochwertigem und adaptivem Feedback die Kernkompetenz. Denn es handelt sich nicht einzig und allein um die kognitive Ebene der Richtigstellung, sondern auch, auf affektiv-motivationaler Ebene, um die Aufrechterhaltung von Lernfreude und Lernmotivation. Schüler:innen könnten nämlich anstelle von der Analyse des Fehlers und der Initiierung von Lernprozessen mit dem Ignorieren des Fehlers reagieren und folglich dessen Lernpotenzial nicht nutzen. Um dies zu verhindern, muss die generelle Anerkennung und Wertschätzung von Anstrengung und Engagement (unabhängig von der Korrektheit von Antworten) gefördert werden. Herrscht hingegen ein dem Lernen hinderliches Fehlerklima, hoffen Schüler:innen häufig nicht mit schwierigen Aufgaben betraut zu werden oder zeigen aus Angst vor Fehlschlägen kaum Eigeninitiative. 

Was macht ein positives Fehlerklima aus? 

Im Vornherein ist wichtig, die Lernsituation nicht mit einer Leistungssituation gleichzustellen. Fehler müssen erlaubt sein und keine ernsthaften Konsequenzen nach sich ziehen. Ansonsten neigen Lernende dazu, Fehler zu vermeiden und Wissenslücken zu vertuschen. Diese Bewertungsirrelevanz muss offen kommuniziert werden (z.B. im Hinblick auf Mitarbeitsnoten). 

Selbstverständlich geht dies einher mit der Abwesenheit negativer Reaktionen der Lehrkraft auf Fehler. Stattdessen gilt es, Schüler:innen auch in Fehlersituationen zu ermutigen, um ihre Lernmotivation aufrechtzuerhalten. Selbst das Trösten kann negative Auswirkungen auf die Schulklasse haben. Hiermit geht ebenfalls einher, dass negative Reaktionen der Mitschüler:innen unverzüglich unterbunden werden. 

Ebenfalls von größter Bedeutung ist selbsterklärend auch die Analyse von und die Kommunikation über Fehler. Ihren wahrgenommenen Bedrohungsgehalt gilt es niedrig zu halten, indem eine lernförderliche Kommunikation über öffentlich gemachte Fehler stattfindet. Fehlerverursachende erhalten die nötige Zuwendung und werden unterstützt, wodurch auch ihnen bestenfalls das Lernpotential von Fehlern vor Augen geführt wird. Letztlich sollte demnach ein Umfeld geschaffen werden, in welchem sich die Lernenden auch trauen, herausfordernde Aufgaben anzunehmen und somit das Risiko eingehen, Fehler zu machen. 

Eine Fehlerermutigungsdidaktik erhöht die mündliche Beteiligung der Schüler:innen sichtlich

Professioneller Umgang mit Fehlern im Unterricht 

Voraussetzungen für den professionellen Umgang mit Fehlern sind Fachwissen, adäquate Handlungsstrategien und eine fehlerfreundliche Sichtweise. 

Hinsichtlich des Fachwissens lässt sich festhalten, dass bei Lehrkräften ein fundiertes inhaltsbezogenes sowie fachdidaktisches Wissen über mögliche mit diesem Inhalt verbundene (typische) Fehler und Fehlkonzepte vorhanden ist. Das adaptive Feedback, welches im nächsten Schritt angesetzt wird, belehrt Schüler:innen nicht bloß über den Mangel an Korrektheit, sondern bietet weiterführende Informationen oder Erklärungen. 

Abschließend ist ganz prinzipiell die Abwesenheit einer Fehlervermeidungsdidaktik vonnöten. Diese wissenschaftlich nicht gestützte Sichtweise sieht Fehler als etwas an, was es zu vermeiden gilt, da sie u.a. den Unterrichtsfluss stören. Dies kann schnell dazu führen, dass Fehler unter den Teppich gekehrt werden und Lernende fragend zurückbleiben. Konträr dazu geht eine Fehlerermutigungsdidaktik mit einem konstruktiven Fehlermanagement bzw. positiven Fehlerklima (Fehler als Lernchance) einher sowie einer erhöhten Fehlertoleranz der Lehrkraft. 

Es lässt sich demnach festhalten: Fehler gilt es als Lernchance aufzufassen. Im Umgang mit ihnen ist essentiell, dass man sich der psychologischen Auswirkungen einer Fehlersituation auf Lernende bewusst ist. Ein entlarvter Fehler allein kann bei Schüler:innen bereits nachhaltig die Motivation mindern. Bei einem positiven Fehlerklima werden jedoch Engagement und Mut belohnt, Fehler nicht stiefmütterlich behandelt und das führt dazu, dass sich Lernende trauen,  aktiv am Unterricht teilzuhaben – ganz ohne Angst vor Fehlern und ihren Folgen. 

Sog ins Handy: Das Geschäft mit den Mobile Games
Was passiert, wenn Minderjährige von der Mobile Games Industrie ausgenutzt werden? Welche Maschen die Gamingindustrie verwendet und wie ihr eure Schüler:innen vor einer Sucht schützen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.
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Anna Schröder
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22
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August 2022
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Smartphones sind ein unverzichtbarer Teil unseres Alltags geworden. Für Kinder und Jugendliche ist es mittlerweile normal den kleinen Helfer in jeder Lebenssituation dabei zu haben. Neben Messengern und Mobilitäts-Apps sind heutzutage auch unzählige Spiele über das Handy verfügbar. Wann wird die Smartphone Nutzung zum Problem? Und welche Gefahren entstehen, wenn Kinder zu zahlenden Kunden werden?

Wenn Kinder zu Kunden werden

Kinder lieben Spiele und Kinder lieben Smartphones. Die Kombination, als sogenannte Mobile Games, hat eine große Anziehung auf Schüler:innen. Durch den andauernden Netzausbau und immer mehr verfügbare WLAN Hotspots in Innenstädten gibt es kaum noch eine internetfreie Zone. Unter anderem der flächendeckende Internetzugang macht es der Handyindustrie leicht. Die Smartphonenutzung steigt seit 2014 stetig an. 

Zunahme der Smartphonenutzung bei Minderjährigen

2021 besitzt in Deutschland mit 94,2 Prozent fast jeder Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 ein Smartphone – in der Schweiz sind es sogar 99 Prozent. Auch bei den 10-12 Jährigen ist eine Steigerung der Nutzung auf 86 Prozent zu verzeichnen. Das sind mehr als zehn Prozent Zunahme in nur einem Jahr und dieser Trend scheint in den nächsten Jahren nicht abzubrechen.

Grund dafür sind unter anderem die fortschreitende Digitalisierung und der Einfluss sozialer Medien auf die soziale Entwicklung. Dadurch wird heutzutage kaum noch einem Heranwachsenden ein Smartphone verwehrt. Der Markt hat somit eine große Zielgruppe erschlossen – Deutschlands Nachwuchs. Die Mobile Games Industrie macht seit 2019 jedes Jahr mindestens 20 Milliarden mehr Umsatz. Das heißt, jedes Jahr kommen 20 Milliarden dazu und die Prognosen für den Markt sind exorbitant. Doch wie macht diese Industrie so viel Umsatz? Und welche Rolle spielt die Ausbeutung von Minderjährigen dabei?

Mobile Games – Was ist das eigentlich?

Jedes Jahr kommen neue Games an den Start. Momentan sind z. B. Diablo Immortal, Among Us oder FIFA beliebt. Da der Profit meist auf dieselbe Weise gemacht wird, schauen wir uns keine Spiele im Speziellen an, sondern die dahinterliegenden Taktiken.

In den Trends sammeln sich Multiplayer neben Singlepalyer, Fantasy neben Real Life Games – es ist für jeden was dabei. Ein gängiges Verfahren der Hersteller ist, Konsolen- oder Computerspiele auch als Mobile Games herauszubringen – zum Beispiel FIFA oder Fortnite. Dadurch werden die Kunden, welche häufig jung sind, zuhause abgeholt. Es wird statt zur Konsole auch mal zum Handy gegriffen. Diese Spiele sind meist komplexer und abwechslungsreicher als die älteren Handyspiele wie z.B. Candy Crush und verleiten zu einer längeren Spielzeit. 

Schaut man sich die Trends in den App Stores an, fällt auf, dass fast in jedem Spiel In-App-Käufe möglich sind. Denn die eigentlich als kostenlos deklarierten Games finanzieren sich durch Kaufangebote innerhalb des Spiels. Hier wird echtes Geld gefordert. Die Aufforderungen finden sich nicht nur in Apps für die über 14-Jährigen, sondern auch schon bei den 9- bis 12-Jährigen. Es existieren immer mehr Handyspiele, die bewusst darauf ausgelegt sind Kindern zu gefallen und zum Geldausgeben motivieren. 

Das alleine ist schon problematisch – Heranwachsende sind einfacher zu beeinflussen als Erwachsene. Jedoch kommt noch eine ganz andere Masche dazu, um Kinder und Jugendliche zum Kauf zu bewegen.

Die Lootbox Masche

Was ist eigentlich eine Lootbox? 

Eine Lootbox ist eine Zusammenstellung von zufällig generierten Gegenständen in nicht einsehbaren Paketen bzw. Boxen. Diese Gegenstände können die Leistung im Spiel steigern oder die Interaktion mit Mitspielern variantenreicher gestalten, bspw. durch besondere Emojis.

Wie erhalte ich Lootboxen?

Lootboxen sind durchs Spielen, aber auch durch Geld zu erhalten. Das Erspielen ist häufig mit viel Zeit verbunden und eventuell auch einem gewissen Leistungsstandard. Über den Kauf kann dieser umständliche Weg abgekürzt werden und die Boxen sind sofort verfügbar. 

Was ist das Problem?

Lootboxen sind mit Glücksspiel gleichzusetzen. Die Kombination mit der Zugänglichkeit für Kinder und bewusster Gestaltung und Werbung für Kinder ist extrem problematisch. Glücksspiel ist nicht ohne Grund ab 18. Kinder und Jugendliche neigen zu einer höheren Risikobereitschaft und sind dadurch eher bereit, Geld auszugeben. Dazu kommt die Unerfahrenheit im Umgang mit Geld. Zusätzlich kann Glücksspiel süchtig machen. In Belgien sind Lootboxen aus diesen Gründen bereits seit 2018 verboten.

Sucht erkennen und vorbeugen

Natürlich kann niemand eine Sucht aus der Ferne diagnostizieren. Dafür sollte man immer einen Psychotherapeuten oder andere Hilfsstellen konsultieren. Als Lehrkraft ist man aber eine Kontaktperson oder sogar Bezugsperson und kann Anzeichen einer Handyspielsucht erkennen: 

  • Vermehrtes Handyspielen/ Ablenkung durchs Handy
  • Vernachlässigung der sozialen Kontakte
  • Motivationsprobleme 
  • Leistungsabfall im Unterricht (z.B. keine Hausaufgaben/ Konzentrationsprobleme)
  • gesteigerte Emotionalität in Verbindung mit Handyspielen

Diese Anzeichen überschneiden sich großteilig mit denen einer Mediensucht. Beides tritt auch in Kombination auf. Die Handlungsmöglichkeiten als Lehrkraft sind begrenzt. Das Wichtigste ist wohl ein offenes Ohr und die Möglichkeit zu nutzen, Medienkompetenz zu vermitteln. Prävention ist hier nämlich das A und O.

Präventionsmöglichkeiten und Hilfestellungen seitens Schulen und Lehrer:innen

Das häufig gesehene Handyverbot in der Schule ist für dieses Problem nicht sinnvoll. Ein striktes Verbot macht es dem Kind später schwerer, sich selbst zu regulieren und fördert Verheimlichung. Präventiv kann stattdessen umfassend über Mediennutzung und auch konkret über die Taktiken von Mobile Games aufgeklärt werden. Zunächst solltet ihr euch selbst über das Thema informieren. Durch das Lesen dieses Artikels und Durchklicken der verlinkten Seiten ist also der erste Schritt getan. Vielleicht ladet ihr euch sogar mal ein solches Game herunter, um z.B. die Lootbox Masche am eigenen Leib zu erfahren. 

Für die Vermittlung von Medienkompetenz gibt es verschiedene Wege. Manche Lehrer:innen nutzen dazu Handys innerhalb des Unterrichts. Hierbei gibt es Vor- und Nachteile. Infos für Aufklärungsstunden im klassischen Stil stehen zum Thema Medienkompetenz und Gaming- und Handysucht bereit. Auch die Sensibilisierung der Eltern ist ein wichtiger Bestandteil der Prävention. 

Handlungsbedarf erforderlich

Handys sind wie kein anderes Medium präsent – immer und überall. Auch Kinder und Jugendliche nutzen die Angebote. In einer profitorientierten Wirtschaft wird dadurch eine leicht beeinflussbare Gruppe marktrelevant. Durch Maschen werden Kinder an Handyspiele herangeführt und ihre Schwäche durch Lootboxen in Geld verwandelt. Prävention ist notwendig und durch verschiedene Arten der Medienaufklärung möglich. Wenn eure Schüler:innen Anzeichen einer Sucht zeigen, könnt ihr mithilfe der oben verlinkten Seiten vielleicht den entscheidenden Schritt machen. 

Habt ihr in euren Klassen bereits Erfahrung mit Mediensucht oder sogar Handyspielsucht gesammelt? Gibt es an eurer Schule schon Maßnahmen zum Thema? Teilt gerne mit uns eure Erfahrungen in den Kommentaren.

Schulbaukongress in Köln: Pädagogische Architektur im Fokus
Bildung verbessern durch pädagogische Architektur. Der Fachkongress Schulbau bringt Experten zusammen, um Bildung und Bau vor dem Hintergrund zeitgenössischer Herausforderungen zu diskutieren.
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Anna Schröder
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21
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August 2022
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Gesellschaft & Politik
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Köln. Am 19. August 2022 hat in Köln der dritte Kongress zum Thema pädagogische Architektur stattgefunden. Der Fachkongress Schulbau wurde vom Schulministerium Nordrhein-Westfalen und der Architektenkammer des Landes in Kooperation mit der “Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft” organisiert.  

Themen waren Innovationen im Schulbau, mit denen eine bessere Lernumgebung geschaffen werden kann. Dieses Jahr hat der Kongress den Schwerpunkt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit gelegt. Hierzu wurden Praxisbeispiele herangezogen und neue Entwicklungen in diesem Bereich vorgestellt. 

Als Beispiel dient die Bildungslandschaft Altstadt Nord (BAN) in Köln. Sie ist Vorreiter beim Thema ganzheitlicher Städtebau – eine Verbindung von Pädagogik, Architektur und Stadtplanung. Das Projekt wird von der Stadt Köln in Kooperation mit den Montag Stiftungen durchgeführt. Ziel ist es, im Quartier rund um den Klingenstützpark eine angepasste Bildungslandschaft zu schaffen sowie Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen zu vernetzen. Als Beispiel für digitale Bildung wurde die Heliosschule vorgestellt, wo Schüler zum Beispiel über das Programm “Lernlog” ihre Lernziele und Erfolge digital festhalten und überblicken können.

Der Kongress hat im Kölner Abendgymnasium stattgefunden, welches Teil der BAN ist. Neben der Vorstellung der Schullandschaft wurden auch Referate zum Thema “Digitale Konzepte für Schulen – wie kann Schule digital gelingen?” und “Nachhaltigkeit im Schulbau” gehalten. 

Warum digitale Strategien für das Lehren und Lernen von Kunst wichtig sind: das ArtCentrica-Projekt
Die digitale Transformation der Kultur wird immer dringender, vor allem in Anbetracht der Pandemieperiode, die gleichzeitig auch die Entwicklung neuer Lehr- und Lernmethoden erforderlich gemacht hat.
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Redaktion
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20
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August 2022
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Die digitale Transformation der Kultur wird immer dringender, vor allem in Anbetracht der Pandemieperiode, die gleichzeitig auch die Entwicklung neuer Lehr- und Lernmethoden erforderlich gemacht hat.

Insbesondere hat es sich als wichtig erwiesen, den Lehrkräften der Kunstgeschichte Instrumente an die Hand zu geben, mit denen sie das Interesse der Schüler - die heute digital natives sind - an einem Fach wecken können, das paradoxerweise für viele von ihnen "langweilig" ist und immer mehr als weniger wichtig angesehen wird, nicht nur unter den Geisteswissenschaften, sondern unter allen in der Schule unterrichteten Fächern.

Doch was ist der Grund für die mangelnde Aufmerksamkeit der Schüler im Klassenzimmer? Oft ist es ein Problem, das mit den von den Lehrern angewandten Lehrmethoden zusammenhängt. Natürlich wollen wir nicht verallgemeinern, aber es besteht kein Zweifel daran, dass sie sich daran gewöhnt haben, Vorlesungen zu gestalten, indem sie den Schülern minderwertiges Fotomaterial zur Verfügung stellen und lediglich fiktive Informationen weitergeben, ohne Interaktion und Beteiligung zu suchen. Ein Erbe, das in der heutigen Gesellschaft geändert werden muss.

Leider ist es eine Tatsache, dass es nicht ausreicht, im Klassenzimmer ein Lehrbuch zu lesen, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu gewinnen. Es überrascht nicht, dass die von Europeana Education und European Schoolnet durchgeführten Studien, die in dem Artikel "Digital Learning During the Pandemic - Heritage Resources by and for Educators" zusammengefasst sind, zeigen, dass diese die Lernerfahrung und die Art und Weise, wie das schulische Umfeld erlebt wird, verbessern. Was ist also zu tun?

Die Technologie, insbesondere die digitale, ist zweifellos ein Medium, das, wenn es synergetisch eingesetzt wird, der Beziehung zwischen Lehrern und Schülern einen echten Nutzen bringen kann; sie ist keine Einheit, die verteufelt werden sollte, sondern eine Chance, die ergriffen und genutzt werden sollte, um die Zukunft der Schule, sogar auf globaler Ebene, entscheidend zu erneuern. Die Integration digitaler Medien in die Lernwege ist für den Aufbau von Soft Skills (Problemlösungskompetenz, Teamarbeit usw.) und neuem Wissen unerlässlich.

Aus diesen Überlegungen und einer Reihe von Erfahrungen mit Kultur- und Bildungseinrichtungen entstand ArtCentrica, die Cloud-Anwendung, jetzt auch ein innovatives Startup, das mit der Absicht gegründet wurde, das Paradigma des Frontalunterrichts zugunsten des aktiven Lernens (einschließlich des Fernlernens) zu revolutionieren, das auf der Zusammenarbeit zwischen Schüler und Lehrer beruht. 

Aber wie wirkt sich die Plattform konkret auf die Art und Weise aus, wie das Lernen stattfindet? Die Lehrkräfte werden beispielsweise zu Akteuren des Wandels, indem sie direkt von der Plattform aus detaillierte Lektionen zu ihren Lieblingswerken erstellen, Anmerkungen zu hervorzuhebenden Bereichen hinzufügen, Details heranzoomen und vieles mehr.

Die Werkzeuge von ArtCentrica ermöglichen es den Schülern auch, Hauptakteure im Lernprozess zu sein, da sie gleichzeitig hochgradig lehrreiche und ansprechende Wege bieten, auf denen sie Fähigkeiten erwerben können, die nicht Teil des Lehrplans sind, die aber aufgrund des rasanten Wachstums im digitalen Sektor wichtig sind. 

In Anlehnung an die Studie von Winner und Hetland gehören zu den "Denkdispositionen", die Kinder durch eine hochwertige Kunsterfahrung erwerben, Reflexionsfähigkeit, Selbstkritik und die Bereitschaft, zu experimentieren und aus Fehlern zu lernen. ("Why Do We Teach Arts in the Schools? The dialogue continues. A response to Winner/Hetland.")

Um die Plattform zu verbessern und zu implementieren, arbeitet das ArtCentrica-Team daran, das Konzept der digitalen Kultur in einer immer breiteren Form zu verbreiten, indem es sich um die Teilnahme an Beschleunigungsprogrammen bewirbt und diese auch gewinnt; zu den jüngsten gehören IMPACT EdTech - gefördert von European Schoolnet, ISDI und FundingBox - und FuturED - gefördert von Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und H-FARM. Darüber hinaus treibt sie ihr Angebot durch Forschung und Entwicklung voran, die intern, mit Partnern aus Kultur und Bildung (Pinacoteca di Brera, National Geographic) und auch im Rahmen europäischer Projekte wie "CCI Thrive" durchgeführt werden. 

CCI-Thrive, das von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) kofinanziert wird, hat Ars Electronica (Linz) und IMZ Internationales Musik&Medienzentrum zu seinen Partnern und versucht, die Hindernisse zu verstehen, die die europäischen Kultur- und Kreativindustrien daran hindern, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und ein höheres Maß an internationalem Ansehen und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, und bewährte, hochmoderne Technologien und Prozesse zu testen, um machbare, überzeugende und überzeugende Lösungen für kleine und mittlere CCI-Unternehmen zu finden. 

Deshalb sind wir der Meinung, dass Kultur und Technologie synergetisch koexistieren müssen, um ein interdisziplinäres Umfeld zu schaffen, auf dem die Zukunft aufgebaut werden kann, und nicht in einem Gegensatz außerhalb unserer Zeit verharren dürfen.

Weitere Infos: www.artcentrica.com

Bleiben die Schulen im Winter geöffnet? Kritik am Entwurf des neuen Infektionsschutzgesetzes
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Karin Prien (CDU) bestätigt, dass die Schulen unter allen Umständen offen gehalten werden sollen. Eine Garantie hierfür kann sie jedoch nicht aussprechen.
Gepostet von
Vitali Borissov
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August 2022
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Berlin. Der Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetzes (IfSG) stößt bereits vielerorts auf Kritik – auch in Anbetracht möglicher Maßnahmen für das Schulwesen. 

Da die Corona-Schutzregelungen am 30. September auslaufen, bedarf es im Hinblick auf die Pandemiebekämpfung einer Aktualisierung des Werkzeugkastens, welcher den Bundesländern und Kommunen zur Verfügung steht. Dieses neue Regelwerk wird in der Folge bis zum 7. April nächsten Jahres wirksam sein. 

Die Ampelkoalition will mit ihrem Entwurf den Spagat zwischen notwendigen Einschränkungen durch Schutzmaßnahmen und gleichzeitig größtmöglicher Wahrung der Freiheitsrechte der Bevölkerung schaffen. Gleichzeitig fordern jedoch die Bundesländer zumeist noch drastischere Mittel für eine potentielle Pandemiebekämpfung und eine Vereinheitlichung, um den vielfach zitierten “Flickenteppich” zu vermeiden. Diese Problematiken betreffen auch das Schulwesen. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), äußerte ihre Kritik zuletzt im Deutschlandfunk

Was sieht das neue Infektionsschutzgesetz für Schulen vor? 

So bemängelt Prien in dem Gespräch, dass der neue Entwurf vorschreibt, die Maskenpflicht in Grundschulen komplett auszusetzen. Für weiterführende Schulen gilt: Ab der fünften Klasse kann das Tragen einer medizinischen Maske für Schüler:innen und Beschäftigte vorgeschrieben werden. Hierbei handelt es sich aber ausdrücklich nicht um FFP2-Masken. Die Wiedereinführung der Maskenpflicht ist allerdings auch nur erlaubt, wenn sie als erforderlich erachtet wird, um Präsenzunterricht zu gewährleisten. 

Im Kontrast zu der CDU-Politikerin befürwortet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) den Vorstoß, die Maskenpflicht für Schüler im Herbst und Winter auszusetzen. Außerdem wirbt die Vereinigung für eine Beendigung anlassloser Massentestungen an Schulen, welche es so und in dieser Form wohl nicht noch einmal geben werde. Der vorläufige Entwurf zum neuen Infektionsschutzgesetz sehe dies nicht vor. 

Trotz alledem lud Prien die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern zu einer gemeinsamen Konferenz mit den Kultusminister:innen ein, um den Entwurf abermals zu bearbeiten. Bislang bleibt offen, ob es bei der Einladung bleibt oder dieses Treffen in die Tat umgesetzt wird. Bereits am 24. August soll das Bundeskabinett den Entwurf für das Infektionsschutzgesetz absegnen. 

Bleiben die Schulen demnach geöffnet? 

Wie Prien bestätigt, sollen die Schulen unter allen Umständen offen gehalten werden. Eine Garantie hierfür kann sie jedoch nicht geben. Der politische Grundkonsens zeigt jedoch das Ziel auf, den Schulbetrieb und den Präsenzunterricht durchgängig aufrechtzuerhalten, weil dies für die Entwicklung der Kompetenzen und die psychosoziale Entwicklung von Schüler:innen besonders wichtig ist. Denn viele Kinder und Jugendliche leiden nach wie vor unter den Folgen der Pandemie, aber auch unter den Folgen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie – von Lernrückständen ganz zu schweigen. Andererseits kritisieren Lehrerverbände den Gedanken, Schulschließungen kategorisch auszuschließen, da hierdurch je nach Infektionsgeschehen Lehrkräfte erheblichen Risiken ausgesetzt werden. 

Schlussendlich gilt abzuwarten, was das endgültige Infektionsschutzgesetz – auch über den Tellerrand des Schulgeländes hinaus – an Maßnahmen mit sich bringen wird.

Mangel an MINT-Fachkräften erfordert neues Bildungsmonitoring
Der stetig anhaltende Mangel an Mint-Fachkräften macht sich in der Wirtschaft immer stärker bemerkbar. Bildungsmonitoring für MINT-Fächer muss neu angepasst werden.
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Patricia Schneider
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18
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August 2022
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Der MINT-Frühjahrsreport 2022 zeigt auf, dass in Deutschland ca. 320.600 MINT-Fachkräfte fehlen. Die Arbeitskräftelücke ist in den Bereichen Energie, Elektro und IT besonders auffällig. Den MINT-Frühjahrsreport gibt es hier zum Nachlesen. MINT-Fachkräfte sind Arbeitskräfte, die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik arbeiten und für die Wirtschaft von enormer Bedeutung sind. Laut Angaben des Ingenieurmonitors vom vierten Quartal 2022 hat die Corona-Pandemie einen deutlichen Einfluss auf die Gesamtzahl der offenen Stellen gehabt: Vom ersten bis zum letzten Quartal 2020 gibt es einen hohen Einbruch an der Gesamtzahl offener Stellen. Die Anzahl der offenen Stellen im letzten Quartal 2020 fiel auf 92.400, nachdem im vierten Quartal im Vorjahr 2019 eine Anzahl von 117.400 zu verzeichnen war. Anschließend nahm die Gesamtzahl pro Quartal bis auf 140.000 unbesetzte Stellen zu. Seit Beginn der Aufzeichnungen des Ingenieurmonitors seit 2011 ist dies der absolute Höchstwert.

Der aktuelle Ingenieurmonitor, der vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Institut der deutschen Wirtschaft herausgegeben wird, zeigt den Stand des regionalen Arbeitsmarktes und berichtet über Themen wie die Entwicklung im Bereich Klimaschutz und die Energiewende. Besonders bemerkenswert: Trotz der in Zukunft steigenden Nachfrage an Arbeitskräften in Ingenieur- und Informatikberufen erreichte die Anzahl an unbesetzten Stellen mit 320.00 ein neues Rekordhoch.

Notwendiges Bildungsmonitoring

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) überprüft Bildungsstandards  der beschriebenen Kompetenzziele der einzelnen Bundesländer. Gemessen an der Notwendigkeit von qualifizierten Fachkräften in den MINT-Berufen geht die Umsetzung neuer Kompetenzen im Schulwesen nur schleppend voran. Das Sprecherteam des Nationalen MINT Forum e. V. schreibt in der Pressemitteilung vom 17. August, dass eine große Problematik für MINT-Fächer besteht: Aufgrund des hohen MINT-Fachkräftemangels, des Lehrkräftemangels und des deutlichen Kompetenzverlustes der Schüler:innen stellen sich uns riesige Transformationsaufgaben für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Konkrete Lösungsansätze seien gut ausgebildete MINT-Lehrkräfte sowie der Austausch der Bundesländer untereinander, um in Zukunft eine einheitliche MINT-Bildung zu garantieren. Aufgrund der akuten Mangellage an Technik-Fachkräften (Bau, Energie, Elektro, IT) sei eine massive Transformation im Bildungssystem in allen Bundesländern notwendig. Zukünftige Ziele wie Klimaschutz, Energiewende und alternative Technologien sind laut dem Bericht nur mit qualifizierten Fachkräften in den Ingenieurwissenschaften und IT-Berufen (36 MINT-Berufskategorien) zu erreichen.

Prognose für MINT-Berufe

Dem gegenüber steht die Anzahl der Studienanfänger:innen, die in Ingenieurwissenschaften und IT in den letzten fünf Jahren um rund 15 Prozent gesunken ist. Die Fachkräftesicherung ist für die Branchen essentiell, deshalb gibt es viele Programme und Initiativen, welche beispielsweise mehr  junge Menschen und Frauen für MINT-Berufe begeistern sollen. Weiterhin sind Frauen trotz steigender Tendenz sehr unterrepräsentiert. Die Gewinnung von Zuwander:innen für den Arbeitsmarkt ist ebenfalls eine wesentliche Strategie seitens der Unternehmen.

Weitere Infos zum Thema Fachkräftemangel findet ihr auf Lehrer-News beispielsweise in unserem  Beitrag zu “Jugend forscht 2022: Das sind die Preisträger” sowie  im Artikel “Schleppende Fortschritte im Bildungssystem” – McKinsey veröffentlicht neuen Hochschulreport.

Pakt für Bildung zur Nachhaltigkeit in Bayern: 47 Verbände schließen sich zusammen
Der Pakt für Bildung zur Nachhaltigkeit (BNE) in Bayern wurde am 20. Juli einstimmig von 47 Verbänden geschlossen. Sie folgen den deutschen Vorbildern Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die bereits ähnliche Pakte 2021 beschlossen haben.
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Patricia Schneider
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16
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August 2022
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Schulpolitik
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München. 47 bayerische Verbände, Vereine und Organisationen haben sich am 20. Juli zum Bündnis "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) zusammengeschlossen. Die Erstunterzeichner des BNE-Paktes sind der Meinung, dass gemessen an den Zielen der “Agenda 2030", bis heute politisch für das bayerische Schulwesen zu wenig umgesetzt worden ist. Die Schüler sollen mehr über die Themenbereiche Klimawandel, Artensterben, Menschenrechtsverletzungen, Armut und Krieg lernen. Außerdem sollen bewusstes Handeln und Auswirkungen ihrer Handlungen für die globale Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. Den genauen Wortlaut des BNE-Paktes findet ihr hier.

Entstehung und Erweiterung nachhaltiger bildungspolitischer Maßnahmen

Die Notwendigkeit neuer Bildungswege für nachhaltiges Bewusstsein in Umsetzung auf allen Ebenen, d.h. Kindergarten, Schule, Ausbildung ist in der “Berliner Erklärung“ der UNESCO 2021 formuliert. Die global nachhaltigen gesellschaftlichen Ziele sind im UNESCO Programm  „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen“ (BNE 2030) definiert. Das jetzt als „Pakt für BNE“ gegründete Aktionsbündnis hat sich zum Ziel gesetzt, die Diskrepanz zwischen diesen klar formulierten gesamtgesellschaftlichen Zielen und der Bildungsrealität in Deutschland und in Bayern zu minimieren. Die Webseite der “Berliner Erklärung” ist hier hinterlegt.

Die Vereinten Nationen beschlossen 2015 die “Agenda 2030” die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) unter anderem zu nachhaltigem Konsum, nachhaltiger Produktion oder Geschlechtergerechtigkeit enthält. Diese Agenda ist Grundlage für den BNE-Pakt in Bayern. Die Neuauflage der „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ 2021 hat ebenfalls Einfluss auf diesen Pakt.

Vorreiter für BNE-Ziele 2030 in Deutschland

Der Stadtstaat Hamburg und das Bundesland Niedersachsen sind als Vorbilder des Bayern BNE-Paktes anzusehen. Sie haben beide bereits im Juni 2021 BNE Pläne erstellt und veröffentlicht, die Maßnahmenumsetzung wird aktiv bis 2030 umgesetzt. Schleswig-Holstein hat ebenfalls die Landesstrategie BNE im Juni 2021 beschlossen. Den “Hamburger Masterplan Bildung für nachhaltige Entwicklung 2030” könnt ihr hier nachlesen. Den BNE Erlass für Niedersachsen könnt ihr hier über den Link als pdf-Datei herunterladen. Die Landesstrategie BNE in Schleswig-Holstein ist hier hinterlegt.

Wenn ihr unseren Artikel zum Thema DigitalPakt #D nachlesen möchtet, schaut hier nach.

Entscheidung beim Streitthema bundesweite Ferienordnung
Die Kritik an der bisherigen Ferienregelung seitens der Länder hat zu einer langwierigen Diskussion geführt. Die Kultusministerkonferenz kam zu einer Entscheidung, die nicht alle Parteien zufrieden stellt.
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Anna Schröder
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15
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August 2022
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Stuttgart. Die Kultusministerkonferenz hat Ende letzten Jahres nach längerer Diskussion der Länder eine Regelung für die Sommerferien der einzelnen Bundesländer von 2025 bis 2030 beschlossen.

Die Bevorzugung von Bayern und Baden-Württemberg wurde von einigen Ländern kritisiert. Während die anderen Ländergruppen rotieren, sind die Ferientermine der Südstaaten festgelegt. Sie dürfen aufgrund der im Juni gelegenen Pfingstfreizeit stets als Letzte in die Sommerferien. Zudem wurde von den Stadtstaaten Berlin und Hamburg gefordert, ihre Ferien nicht vor Juli beginnen zu lassen.

Als Grundlage für die Entscheidung über die Ferienordnung dienen die Ergebnisse einer Länderarbeitsgruppe. Diese besteht aus Vertreter:innen der einzelnen Bundesländer. Hier werden u. a. Forderungen aus der Tourismusbranche sowie die schwerer gewichteten Bildungsaspekte zusammengetragen und abgewogen.

Ende 2021 erfolgt schließlich die Präsentation der schon seit 2019 ausstehenden Ferienordnung. Die Landesgruppe V, bestehend aus Bayern und Baden-Württemberg, behält ihr Alleinrecht auf spät beginnende Ferien. Die Forderung der Stadtstaaten wurde jedoch berücksichtigt. Der Ferienstart in Berlin und Hamburg wird ab 2025 frühestens Anfang Juli sein. 

Neben der Kritik an der Sonderbehandlung der Landesgruppe V wurde ebenfalls nicht berücksichtigt, dass aus dem Rotationsprinzip alle paar Jahre ein Kurz-Schuljahr resultiert. Um das zu verhindern, hat die GEW der Kultusministerkonferenz schon vor 50 Jahren ein weniger belastendes Wechselprinzip vorgestellt. In diesem schwingen die Länder vor und zurück. Dadurch wird eine einschneidende Verschiebung des Ferienbeginns vermieden. Jedoch wurden Kritik und Lösungsansatz der GEW  erneut nicht von der Kultusministerkonferenz aufgegriffen. 

Die Ferientermine bis 2030 findet ihr auf der Website der Kultusministerkonferenz. Wie gefällt euch die Regelung in eurem Bundesland? Lasst gerne einen Kommentar da mit dem jeweiligen Bundesland, für das ihr sprecht.

Gerichtsurteil: Schulpflicht gilt auch während Pandemie
Ein Gerichtsurteil erklärt die Maßnahmen der Bezirksregierung Düsseldorf gegenüber einem Schüler für rechtens. Dieser hatte neun Monate lang die Teilnahme am Präsenzunterricht verweigert.
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Patricia Schneider
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August 2022
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Düsseldorf. Nach Beschluss der 18. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 5. August war die Schulbesuchsaufforderung sowie die Erhebung eines Zwangsgeld in Höhe von 2500 Euro bei Nichterfüllung der Schulpflicht eines Minderjährigen gegen seine Mutter rechtens. Der 15-jährige Düsseldorfer Schüler hatte seit November 2021 für neun Monate die Schule nicht mehr besucht. Seine Befürchtung: Er könnte seine Mutter und sich mit dem Corona-Virus infizieren. Beide gehören nicht der Risikogruppe an und waren dennoch der Ansicht, dass nicht hinnehmbare Gesundheitsgefahren mit einem Schulbesuch verbunden sind.

Der Schüler hatte im Jahr 2021 mehrere Anträge auf Befreiung des Präsenzunterrichts gestellt, die abgelehnt wurden. Er hatte keinen erforderlichen, wichtigen glaubhaften Grund für sein Fehlen nennen können. Zusätzlich konnte er keine ärztlichen Atteste hinterlegen, die für ihn oder sein näheres Umfeld ein höheres Risiko an einer Coronainfektion bedeutet hätten. Trotz des Eilverfahrens verweigerte der Schüler weiterhin den Schulbesuch.

Gerichtsbeschluss gibt Schulpflicht oberste Priorität

Eine Ordnungsverfügung der Bezirksregierung Düsseldorf forderte die Mutter dazu auf, den Schulbesuch des Jungen sicherzustellen. Bei Nichterfüllung drohe ein Zwangsgeld in Höhe von 2500 Euro. Der Schüler unterliegt einer gesetzlichen Schulpflicht, die in Deutschland allen Minderjährigen auferlegt ist. Die Eltern unterliegen der gesetzlichen Pflicht dafür zu sorgen, dass der Jugendliche die Schule regelmäßig besucht, stellte das Gericht klar. Ein gerichtliches Eilverfahren bestätigte die Entscheidung der Schule, die von Seiten des Schülers eingereichten Anträge, für nichtig zu erklären.

Aktuelle Schutzmaßnahmen an Schulen

Die Schulbesuchsaufforderung sowie die Verhängung eines Zwangsgeldes sei rechtens gewesen, urteilt die 18. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf. Während der Pandemie müsse der Jugendliche weiterhin am Unterricht teilnehmen. Die Schutzmaßnahmen, die an Schulen im Schulalltag integriert worden waren, seien nach Ansicht des Gerichts ausreichend. Vorbeugende Maßnahmen wie das Tragen einer Maske und das Wahrnehmen des Impfangebotes können das Risiko an einer Covid-19 Infektion zu erkranken, minimieren.

Die AHA-Regeln, die Teilnahme am Unterricht durch nachweisbare Impfungen oder Immunisierung und das Durchführen von zwei wöchentlichen Schnelltests sind vorbeugende Maßnahmen, die Schulen in den Schulalltag implementiert haben. Innerhalb von Schulgebäuden ist das Tragen einer medizinischen Maske eine allgemeine Pflicht. Diese Maßnahmen seien seitens der Schule hinreichend beachtet worden, bestätigt das Gericht. Beschwerde gegen das Urteil kann beim Oberverwaltungsgericht von Nordrhein-Westfalen in Münster eingelegt werden.

Hohe Arbeitszeit bringt Lehrer:innen an die Belastungsgrenze
Die durchschnittliche Arbeitszeit von Lehrer:innen an deutschen Schulen ist mit ca. 47 Wochenstunden höher als bei anderen Verbeamteten. Ist die Arbeitsbelastung zu hoch?
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Vitali Borissov
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August 2022
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Ein gängiges Vorurteil ist, dass Lehrer:innen an Nachmittagen und an Wochenenden prinzipiell frei hätten und dort ihre wohlverdiente Freizeit genießen können. Diesen Trugschluss gilt es aus der Welt zu schaffen. Denn ganz im Gegenteil: Eine Mehrzahl der Lehrer:innen arbeitet deutlich mehr als arbeitszeitrechtlich und tariflich vorgeschrieben. 

Eine Studie der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen stellt heraus, dass mehr als die Hälfte der Lehrkräfte sogar mehr als die errechneten 47 Stunden in der Woche arbeiten. Vor allem an Gymnasien (62,3 Prozent) macht die Mehrheit der Lehrer:innen zusätzliche Überstunden. Zum Vergleich: Andere Beamte:innen haben grundsätzlich eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden.

Abende, Wochenenden und Ferien bedeuten nicht gleich Freizeit 

Zwar haben verbeamtete Lehrer:innen acht Wochen mehr Urlaub als andere Beamte:innen, allerdings ist dies nur auf dem Papier der Fall. Ferien bedeuten keineswegs zwangsläufig Urlaub. Korrekturen, Noteneintragungen, Nachprüfungen führen zu einem Arbeitspensum, welches nur in wenigen Fällen durch die zusätzliche Urlaubszeit aufgewogen werden kann.  Außerdem ist es weniger die Ausnahme als mehr die Regel, dass Lehrer:innen auch am Wochenende oder bis in die Nacht hinein arbeiten. In Wahrheit ist demnach der Arbeitstag einer Lehrkraft noch längst nicht beendet, nur weil sie das Schulgelände verlassen hat. 

Die Verteilung der Arbeitszeit

Tatsächlich kommen Lehrer:innen häufig bereits vor dem Unterricht in die Schule, um beispielsweise Material zu kopieren. Während der Pausen sind sie für Schüler ansprechbar. Nach dem Unterricht kann ein schülerbezogenes Gespräch zwischen zwei Lehrkräften auf dem Weg zum Auto stattfinden. Hierbei ist es äußerst schwierig den zusätzlichen Arbeitsaufwand zu berechnen. 

Hinsichtlich der Verteilung der Arbeitszeit lässt sich festhalten, dass nur die Unterrichtszeiten in Stein gemeißelt sind. Diese Deputatsstunden belaufen sich auf 22-28,5 Stunden je nach Schulform und Bundesland. Dies entspricht 35 Prozent der gesamten Arbeitszeit. Weitere 31,5 Prozent der  Stunden fallen für unterrichtsnahe Lehrarbeit an. Darunter sind Korrekturen sowie die Unterrichtsvor- und Nachbereitung zu verstehen. Besonders dieser Bereich wird gern ins traute Heim verschleppt. Des Weiteren machen die pädagogische Kommunikation, Sitzungen und Konferenzen weitere zehn Prozent aus. Diese waren nicht erst seit der Corona-Krise ebenfalls häufig von zuhause aus erledigt worden.   

Die Arbeitsbelastung im “Teilzeit-Home-Office” 

Noch bevor es in Mode kam oder zur Notwendigkeit wurde, haben Lehrer:innen große Teile ihres Aufgabenfeldes von zuhause aus erledigt. Beispiele hierfür sind telefonische Elterngespräche, virtuelle Lehrerkonferenzen, das Korrigieren von Klausuren und Noteneintragungen sowie die Unterrichtsvor- und Nachbereitung. 

Die Option, sich seine Arbeitszeit (abgesehen von den Deputatsstunden) frei einteilen zu können, ist vielerorts Fluch und Segen geworden. Schnell laufen Lehrkräfte Gefahr, dass die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen. Der Beruf vereinnahmt das Private. Tariflich vorgesehene Ruhephasen werden durch das hohe Arbeitspensum nicht ausreichend in Anspruch genommen. Durch fehlende Ruhezonen an den Schulen lässt sich die Belastung auch vor Ort nicht reduzieren. Dies führt dazu, dass es den überforderten Lehrer:innen nicht mal mehr möglich ist, in den eigenen vier Wänden abzuschalten. Hierdurch leiden auch die Ferien, welche ursprünglich dafür gedacht sind, die Mehrarbeit auf natürlichem Wege auszugleichen. 

Gesundheitliche Auswirkungen der Arbeitsbelastung 

Die vom Deutschen Philologenverband (DPhV) in Auftrag gegebene Studie „Lehrerarbeit im Wandel“ hat die Antworten von über 20.000 Lehrkräften an Gymnasien bezüglich ihrer Arbeitsbelastung untersucht. Die vom Institut für Präventivmedizin der Universitätsmedizin Rostock durchgeführte und ausgewertete Studie kam zu dem Ergebnis, dass die lange Arbeitszeit (nebst der Zunahme an außerunterrichtlichen Aufgaben­) der führende Grund für berufliche Unzufriedenheit ist. 

Mögen Lehrkräfte auf dem Papier mehr Urlaubstage haben, muss von Fall zu Fall entschieden werden, inwiefern die geleistete Mehrarbeit hierdurch aufgewogen wird. Schließlich arbeiten viele der Lehrkräfte weniger als die durchschnittlichen 47 Stunden. Die allgemeine Lehrergesundheit spricht jedoch Bände. Weil sie im Durchschnitt eine Mehrarbeit von fünf bis zehn Stunden leisten, fehlen die freien Stunden, welche für eine ordentliche Regeneration vonnöten wären. Außerdem bleibt keine Zeit für Projekte oder eine kreative Unterrichtsgestaltung, da sie mit dem üblichen Trott bereits völlig in Anspruch genommen werden. 

In welche Richtung wird es in Zukunft gehen? 

Legt man den Finger in die Wunde, so kann man dieses System als eines bezeichnen, welches auf chronischer Überbelastung der Lehrkräfte basiert, denen die reelle Gefahr beruflicher Unzufriedenheit droht, welche bis hin zu einem Burnout führen kann. Demnach stoßen Vorschläge wie der des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne)  bei vielen Lehrer:innen auf Unbehagen. 

Im April 2022 hat er für längere Arbeitszeiten für Lehrkräfte (vor allem für jene in Teilzeit) plädiert. Nachdem dieser Vorstoß unter viel Kritik abgewiesen wurde, ließen Kultusministerin Theresa Schopper und Winfried Kretschmann sich zu einem Bittbrief an alle Lehrkräfte im Südwesten hinreißen. Darin heißt es unter anderem: „Bitte überlegen Sie sich doch, ob Sie nicht im kommenden Schuljahr eine, zwei oder vielleicht sogar drei zusätzliche Stunden unterrichten können. Oder ob Sie Ihren anstehenden Ruhestand noch etwas hinausschieben und uns als Pensionärin oder Pensionär unterstützen können.“

Ob die Grundbelastung durch Deputatsstunden zu erhöhen, wodurch unter anderem nochmal Stunden der Vor- und Nachbereitung anfallen, der richtige Weg ist, sei dahingestellt.  

Corona – mentale Herausforderungen für unsere Schüler:innen: im Gespräch mit Prof. Dr. Julia Asbrand
Interview mit Prof. Dr. Julia Asbrand über mentale Gesundheit und soziale Ängste bei Schüler: innen.
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Patricia Schneider
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August 2022
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Interview
Didaktik & Psychologie
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Das Thema mentale Gesundheit bei Schüler:innen ist zwei Jahre seit Beginn der Coronapandemie in den Fokus der Gesellschaft gerückt. “Lehrer News” hat aus diesem Grund mit Prof. Dr. Julia Asbrand gesprochen. Dieses Interview beleuchtet den aktuellen Stand der mentalen Gesundheit bei Schüler:innen, den richtigen Umgang mit den Betroffenen sowie Hilfsangebote über Online-Dienste wie Webseiten, Verbände, Apps und Literatur.

Prof. Dr. Julia Asbrand ist Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie und -psychotherapie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist eine approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (VT). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt seit 2010 auf  (sozialen) Angststörungen im Kindes- und Jugendalter sowie Aufmerksamkeitsstörungen. Seit April 2020 ist sie Professorin an der Humboldt-Universität und seit Juni 2021 Leiterin der Spezialambulanz für Kinder, Jugendliche und Familien an der Hochschulambulanz der Humboldt-Universität. 

Im folgenden Interview stellt sich Prof. Dr. Julia Asbrand unseren Fragen bezüglich der mentalen Gesundheit von Schüler:innen.

Lehrer-News: Wie sah die Situation in Deutschland vor der Corona Pandemie in Bezug auf die mentale Gesundheit von Schüler:innen aus? 

Asbrand: In Selbstauskünften innerhalb von Kohortenstudien, (wie sie z.B. die BELLA-Studie („BEfragung zum seeLischen WohLbefinden und VerhAlten") regelmäßig erfasst, zeigt sich, dass ca. 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen psychisch belastet waren (Hölling et al., 2014). Diese Zahlen stiegen zeitweise auf 30 Prozent innerhalb der Corona-Pandemie an, wobei sie auch wieder fielen (COPSY-Studie, Ravens-Sieberer et al., 2021, 2022a, 2022b). Studien zu psychischen Störungen zeigen ähnliche Zahlen von ca. 17-18 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit einer Erkrankung, wobei zu beachten ist, dass die Studien recht alt sind (z.B. Barkmann & Schulte-Markwort, 2010; Ihle & Esser, 2002). Dieses Ergebnis beinhaltet keine Aussage über die psychische Gesundheit, sondern nur über psychische Belastung, da Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Erkrankungen ist.

Lehrer-News: Inwiefern hat die Corona Pandemie die mentale Gesundheit von Schüler:innen beeinflusst? Wie groß sind die Veränderungen ?

Asbrand: Die Pandemie zeigt eine Veränderung der psychischen Belastungen (starker Anstieg, dann Abfall). Zugleich ist nicht klar, wie es weitergeht. Frühere Studien zu Katastrophen und Epidemien zeigen durchaus bis zu zwei Jahre nach einem starken Ereignis eine erhöhte Wahrscheinlichkeit zu psychischen Erkrankungen (z.B. Meewisse et al., 2011). Hier ist noch unklar, wie es bei der Corona-Pandemie aussehen wird, da sich weitere Studien oft auf andere Stressoren beziehen (z.B. Naturkatastrophen) und nicht immer Kinder mit einbeziehen, sondern Erwachsene fokussieren.

Lehrer-News: Gab es vor der Corona Pandemie bereits Maßnahmen wie z.B.: AGs, Vertrauensschüler:innen, Vertrauenslehrer:innen, Angebote für die Gesundheitsförderung usw., die Schulen für die Schülerschaft zum Thema mentaler Gesundheit angeboten haben?

Asbrand: Generell ja. Die Möglichkeiten sind in jedem Bundesland verschieden. In Berlin gibt es z.B. die Schulpsychologie; in anderen Bundesländern Schulsozialarbeit. Diese Angebote sind enorm wichtig, da sie sehr niedrigschwellig und direkt in den Schulen ansetzen. Oft sind sie aber personell unterbesetzt und haben kaum Ressourcen, um weitergehende Angebote für Schüler:innen zu etablieren.

Lehrer-News: Welche effektiven Maßnahmen sollten in Zukunft in Schulen dauerhaft bezüglich mentaler Gesundheit implementiert werden? 

Asbrand: Wir brauchen niedrigschwellige Angebote, die u.a. das Stigma berücksichtigen, das mit psychischer Belastung einhergeht. Es ist einfacher, zu einem Gespräch mit der Schulsozialarbeiter:in zu gehen als zu einer Psychotherapeut:in. Insgesamt ist es sinnvoll, Kinder und Jugendliche in die Struktur dieser Angebote selbst mit einzubeziehen. Möchten sie vielleicht v.a. Online-Ratgeber? Muss es ein Schulfach “psychische Gesundheit” geben? Insbesondere aufgrund einer sich rasant entwickelnden und krisengeschüttelten Welt ist es wichtig, auf Augenhöhe danach zu fragen “Was braucht ihr?”. Von den Jugendlichen selbst kommt z.B., dass sie teilweise mit sozialen Medien überfordert sind. Hier sind “die Erwachsenen” nicht schnell genug. Eine Organisation, die sich diesem Phänomen stellt, ist z.B. Our Generation Z.

Prof. Dr. Julia Asbrand

Lehrer-News: Welche Ängste kommen besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen vor und wie äußern sich diese im Schulalltag?

Asbrand: Im Schulalltag werden vor allem Leistungsängste und soziale Ängste sehr deutlich, weil sie direkt den Schulalltag erschweren und Kommunikation behindern. Das heißt, ein Kind zieht sich z.B. zurück, will sich nicht melden. Dies wird teilweise als Widerwillen ausgelegt. Manche Kinder fehlen dann auch öfter, was zu verpasstem Stoff und Lerndefiziten führt. In der Grundschule können auch Trennungsängste relevant sein, wenn Kinder nicht alleine in der Schule bleiben wollen.

Lehrer-News: Wie können Lehrer:innen, ihren Schüler:innen, die mentale Probleme haben, helfen und worauf sollten sie dabei achten?

Asbrand: Ein Bewusstsein dafür, dass Schüler:innen Probleme haben können, die eine Lehrkraft nicht direkt nachvollziehen kann, hilft oft schon. Hier kann man in einer ruhigen Minute die Schüler:in ansprechen und Hilfe anbieten. Oft ist eine Lehrkraft hierfür aber auch nicht optimal geeignet, da es ja trotzdem eine Bewertungssituation gibt (d.h., erzähle ich meinem Mathelehrer wirklich davon, dass ich massive Konzentrationsschwierigkeiten habe und nicht schlafen kann?). Das heißt, Lehrkräfte können aufmerksam sein und weiterverweisen. Sinnvoll ist es auch, sich dafür zu engagieren, an unserem Leistungssystem zu arbeiten. Welche Werte wollen wir zukünftigen Generationen (auch in der Schule) vermitteln? Zählen nicht Zufriedenheit und emotionale Ausgeglichenheit ähnlich dazu wie Englischvokabeln lernen?

Ein Thema, das eng mit psychischen Problemen verknüpft ist, ist Bullying. So werden Kinder, die bereits Probleme haben, eher Bullying-Opfer; genauso entwickeln Bullying-Opfer eher psychische Probleme (Pabian & Vandebosch, 2016). Hier können Lehrkräfte frühzeitig eingreifen und diese Situationen unterbinden. Oft haben die Opfer das Gefühl, dass sie sich an niemanden wenden können, hier muss es Ansprechpartner:innen geben. Die Buchreihe “Psychologie im Schulalltag”, bestehend aus sechs Bänden, thematisiert je Buch eine Thematik und gibt entsprechend konkrete Hilfestellungen für Lehrer:innen im Schulalltag.

Lehrer-News: Wie wird sich die Situation für Schüler:innen deutschlandweit in Zukunft entwickeln?

Asbrand: Wir brauchen mehr niedrigschwellige Angebote, mehr Kommunikation auf Augenhöhe mit Kindern und Jugendlichen und mehr gesellschaftliches Bewusstsein zu Krisen und zur Zukunftsangst vieler. 

Von Seiten unserer Redaktion hier noch weitere Empfehlungen zu dieser Thematik:

Apps & Online Dienste für Betroffene

Die Apps Calm: Meditation & Schlaf, Headspace: Meditation & Schlaf, 7Mind Meditation & Achtsamkeit und  BetterSleep sind seit mehreren Jahren hilfreiche Stützen für viele Betroffene.

Die folgende Aufzählung enthält Stiftungen, Vereine und Webseiten, die betroffenen Schüler:innen helfen können: die Stiftung “Achtung!Kinderseele”, Kopfsachen e.V., das Infoportal “ich-bin-alles”, das Informationen zu Depressionen, Vorbeugung usw. bietet unter Leitung des  Klinikums der Universität München, das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, Irrsinnig Menschlich e.V., die Mental Health Initiative, die Akademie für menschliche Medizin GmbH und die Mental Health Crowd GmbH. Nach einer kurzen Internetrecherche sind weitere online oder lokale Angebote schnell gefunden.

Unsere Buchempfehlung ist das Buch “Soziale Ängste” (2022) von Prof. Dr. Julia Asbrand. 

Das Buch steigt tiefer in die Materie der sozialen Ängste von Schüler:innen im Schulalltag ein. Die Entstehung der sozialen Ängste bei Schüler:innen, ihr Verhalten sowie die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten werden ausführlich erläutert. Für Lehrer:innen und Schulpersonal gibt das Buch "Hilfestellung für den Umgang mit betroffenen Schüler:innen". Weitere Unterstützung bietet auch das Arbeitsmaterial im Buchanhang.

Wie habt ihr die Lage von Schüler:innen miterlebt? Wie waren eure Eindrücke?

Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Pilotprojekt “Digitale Welt” an hessischen Schulen
Wiesbaden. Mit Beginn des neuen Schuljahres im September 2022 wird an zwölf hessischen weiterführenden Schulen das Schulfach “Digitale Welt” eingeführt.
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Patricia Schneider
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August 2022
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Wiesbaden. Mit Beginn des neuen Schuljahres im September 2022 wird an zwölf hessischen weiterführenden Schulen das Schulfach “Digitale Welt” eingeführt. Als Pilotprojekt startend, bekommen Fünftklässler:innen erste Einblicke in die Themen Informatik, Ökonomie, Wirtschaftsprozesse, Cyberkriminalität und digitale Technologien. Die Schwerpunkte werden anhand von anschaulichen Aufgaben an die Schüler:innen weitergegeben. Themen wie Datenschutz und verantwortungsbewusste Mediennutzung sollen dabei ebenfalls relevant sein. Das neue Schulfach wird insgesamt in 70 Klassen eingeführt, zwei zusätzliche Schulstunden sind dafür vorgesehen.

Zukunftsweisende Lerninhalte

Lehrer:innen werden während des gesamten Projekts für die Thematik geschult, heißt es von Seiten des Kultusministeriums. Als Pilotprojekt vorgesehen, werden keine Noten erhoben und das Fach sei daher nicht versetzungsrelevant. Nach einer abschließenden Evaluation wird entschieden, ob das Schulfach weiter angeboten und ausgebaut wird. Das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam führt die Kooperation mit dem Kultusministerium durch. Wissenschaftlich betreut wird das Projekt von der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Mehr über die teilnehmenden Schulen in Hessen sind in der betreffenden Pressemitteilung des Kultusministeriums zu finden.

Der hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) sieht dem Projekt positiv entgegen und hofft, dass die Inhalte bald bundesweit an allen Schulen im Informatikunterricht oder als eigenständiges Fach unterrichtet werden. Wie HIHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller betont, sei ein größerer Fokus auf mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung an Schulen wichtig. Die Opposition, allen voran die FDP, fordere schon lange einen flächendeckenden und verpflichtenden Informatikunterricht für die Sekundarstufe, wie FDP-Abgeordneter Moritz Promny erklärte. Er beschreibt den Informatikunterricht als eine Selbstverständlichkeit, die zeitnah bundesweit eingeführt werden sollte.

Wenn ihr mehr über das Pilotprojekt wissen möchtet, schaut hier nach. Unseren Artikel zum Thema Digitalisierung an Schulen aus Schülersicht findet ihr hier. Der Artikel zum Schulfach “Digitale Grundbildung” in Österreich ist hier hinterlegt.

Was haltet ihr von dem Pilotprojekt an hessischen Schulen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Interaktive Buchempfehlungen für Schüler:innen: Buchfindomat.de
Lehrer:innen haben oft die herausfordernde Aufgabe, ihre Schüler:innen zum selbstständigen und regelmäßigen Lesen zu begeistern. Dabei helfen kann Buchfindomat.de, eine interaktive Buchempfehlungsseite für Kinder und Jugendliche.
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Patricia Schneider
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August 2022
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Lehrer:innen haben oft die herausfordernde Aufgabe, ihre Schüler:innen zum selbstständigen und regelmäßigen Lesen zu begeistern. Dabei helfen kann Buchfindomat.de, eine interaktive Buchempfehlungsseite für Kinder und Jugendliche. Die Buchfindomat Webseite bietet ein großes Angebot an Büchern für verschiedene Altersgruppen, Genres und zeigt verschiedene Kauf- oder Leih-Optionen an. Die leichte Navigierung auf der Webseite ermöglicht es Kindern selbstständig, die Webseite zu erkunden und spannende Bücher zu entdecken.

Interaktive Buchempfehlungen

Kinder und Jugendliche werden durch das Angebot motiviert, interessante Bücher zu lesen. Die Bedienung ist denkbar einfach: Beim Besuch der Website wird per Pop-Up gefragt, für welche Altersgruppe eine Buchempfehlung gewünscht ist. Basierend auf der Erstauswahl werden direkt weitere passende Bücher vorgeschlagen. Zusätzlich kann die Auswahl der Klassenstufe sowie des Genres bestimmt werden. Durch Anklicken des Buchcovers wird eine kurze Audio-Datei zum Reinhören und eine Leseprobe eingeblendet. Unterhalb der Leseprobe sind mehrere Links hinterlegt, die per Klick zu Kauf- oder Leih-Optionen führen. Die Website bietet viele Tipps & Videos rund um das Thema Lesen an. Das Angebot reicht von Inhalten, die direkt an Kinder gerichtet sind, bis hin zu Tipps für Eltern in Bezug auf das Lesen.

Zukunftsaussicht

Buchfindomat.de möchte möglichst viele Kinder erreichen, ihnen zu einem tolle Leseerlebnis verhelfen und dazu die passende Lektüre empfehlen. Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer:innen bekommen über dieses digitale Angebot die zusätzliche Möglichkeit zum Selbstlesen, Motivieren und Unterstützen.

Über das Buchfindomat-Team

Hinter Buchfindomat.de stehen zwei Gründer: innen: Tina Kemnitz und Kaspar Ensikat.

Tina Kemnitz bietet Buchempfehlungsshows an, die jährlich fast 300.000 Kinder und Jugendliche in Schulen vor Ort erreichen. Nach ihren Buchvorstellungen sind die Bücher dann sehr gefragt und schnell vergriffen. Außerdem bieten Sie zusätzlich Online-Fortbildungen für Lehrer:innen und Bibliothekar:innen an. Kaspar Ensikat ist Medieninformatiker und leitet die technische und betriebliche Umsetzung von Buchfindomat.de. Seine Idee: Für Kinder und Jugendliche eine Webseite zu entwickeln, sodass zu einer großen Anzahl interessanter Bücher ein einfacher und schneller Zugang und einfache Auswahl möglich ist.

Schaut auf der Webseite Buchfindomat.de vorbei und überzeugt euch selbst von der vielfältigen Auswahl, die auch für Schulen und Bibliotheken interessant ist.

Zwei Brüder – eine Überzeugung: Teech bietet das virtuelle Klassenzimmer
Im Frühjahr 2020, während des ersten Corona-Lockdowns, entwickelten die Brüder Emanuele und Joel Monaco aus Darmstadt ihre Idee eines Unterrichtstools, das speziell auf Schulen und den Schulunterricht ausgerichtet ist.
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Patricia Schneider
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August 2022
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Im Frühjahr 2020, während des ersten Corona-Lockdowns, entwickelten die Brüder Emanuele und Joel Monaco aus Darmstadt ihre Idee eines Unterrichtstools, das speziell auf Schulen und den Schulunterricht ausgerichtet ist. Ein virtuelles Klassenzimmer mit Live-Unterricht kann in Zukunft den Unterricht für Lehrer:innen und Schüler:innen erleichtern. Im Vergleich zu anderen Videokonferenz Tools auf die viele Schulen während der Pandemie notgezwungen umgestiegen sind, bietet Teech den jeweiligen Schwerpunkt, der maßgeschneidert auf die digitale Wissensvermittlung ist. Anders als andere Videotools bietet die teech-Plattform eine virtuelle Tafel, welche gleichzeitig für Umfragen, Chats, zum gemeinsamen Austausch von Materialien und anderem genutzt werden kann. Die Nutzung dieses “virtuellen Klassenzimmers”  ist für Privatpersonen sowie Schulen dauerhaft kostenlos. Das Start-Up arbeitet daran, seine Dienste stetig auszubauen und zu verbessern.

Durch das Zusammenarbeiten mit Partnerschulen möchte teech neue Unterrichtsansätze und Lernkonzepte begründen. teech steht für eine hybride Unterrichtsform, die eine bessere Lernalternative für Lehrer:innen und Schüler:innen bietet. Sie soll als Ergänzung zum Präsenzunterricht fungieren und möchte die Schulen unterstützen und nicht als vollständiger “Ersatz” für den bestehenden Unterricht dienen. So können Gruppen-und Projektarbeiten auch virtuell stattfinden oder bei eventuellem Raummangel schnell auf teech umgestellt werden.

“Circle”-Kurse zur Vertiefung bestimmter Themen

teech bietet online sogenannte “circles” an: Das sind themenspezifische Online-Kurse, die  in kleinen Gruppen, begleitet von Mentor: innen, angeleitet werden. “Circles” sind ein von teech eigens ins Leben gerufenes Kommunikationstool. Angeboten werden eine große Auswahl an unterschiedlichen “circles”, die nach erfolgreicher Anmeldung jeweils eine dreimonatige Laufdauer haben. Nach einer kostenlosen Testphase wird eine monatliche Gebühr für die virtuellen Lerngruppen fällig.

Ein Auszug aus den Themenbereichen sind: Mental health, Schreiben, Wissenschaft & Technik. Die Circle Themen zur mentalen Gesundheit reichen von Bodyshaming und Panikattacken über die erfolgreiche Bewältigung von Ängsten bis hin zu Hass im Netz und wie damit umzugehen ist.Kurse wie Kreatives Schreiben, Schauspiel oder Filmproduktion werden ebenfalls angeboten. Circles zu Spieleentwicklung, Meeresbiologie, Gamedesign und Architektur runden das Wissenschaft & Technik Angebot ab.

Die von teech ins Leben gerufenen  “Inspiration Days”  wurden 2021 zu Europas größtem Bildungsevent mit über 100.000 Schüler: innen sowie vielen bekannten Gastsprecher: innen präsentiert. Inzwischen ist ein weiteres Projekt in der Mache: ein kostenloses Mental Health Mentoring Programm für Jugendliche und junge Erwachsene mit namhaften Influencer: innen. Jugendliche und ihre Social-Media-Vorbilder können sich in einem virtuell, geschützten Raum treffen und sich offen über ihre jeweilige Thematik austauschen. So gibt es Beiträge zu verschiedenen Themen wie: Panikattacken und Ängste mit Florentine Dakota Reuther Moon aka flobroo. Ein Circle zu Hass im Netz mit Jeniffer Schott aka jeyisbae und eine Bodyshaming Session mit Diana Bill aka diademlori.

Die diesjährigen “Inspiration Days” von teech finden vom 28. bis 30. September 2022 digital statt.

Eine kostenlose Anmeldung ist bereits möglich! teech ist auf den gängigen Social-Media-Kanälen wie Facebook, Instagram, Youtube und LinkedIn präsent.

Unseren Artikel über nützliche Apps für smarten Unterricht findet ihr hier. Eine Übersicht unserer Artikel bezüglich Unterrichtshilfen für die Onlinelehre findet ihr hier.

Interaktiv und spielerisch Lernen mit QuizNet – Das Online Quiz für Klein und Groß
Im Internet findet man viele Tools und Anwendungen, welche Ratespiele in Gruppen ermöglichen. Diese digitale Möglichkeit zur Wissenserweiterungen hilft auch im Unterricht durch spielerisch Lernen.
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Alina Schwarz
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July 2022
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Didaktik & Psychologie
Software & Tools
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Im Internet findet man viele Tools und Anwendungen, welche Ratespiele in Gruppen ermöglichen. Diese digitale Möglichkeit zur Wissenserweiterungen hilft auch im Unterricht durch spielerisch Lernen. Besonders wichtig für den schulischen Einsatz solcher Abfragetools sind die Freiheit und Flexibilität in den Gestaltungs- und Anwendungsmöglichkeiten.

Das alles bietet QuizNet – die Webanwendung funktioniert ohne App und macht das gemeinsame Rätseln ganz unkompliziert von überall aus möglich. Die einzige Voraussetzung ist ein internetfähiges Gerät. Wegen den diversen Optionen zur Gestaltung, Moderation und Auswertung ist QuizNet gerade für Lehrkräfte im Unterricht vielseitig einsetzbar.

Das Erfinderteam ist auf die Idee für das Quiz-Format gekommen, um auch während der Coronazeit mit Freunden gemeinsam schöne Abende verbringen zu können. Ihr interaktives Spiel hat allen Teilnehmer:innen so begeistert, dass klar war, ihre Entwicklung ist ein Erfolg. Wegen der großen Beliebtheit und den vielen Anfragen für Quiz-Abende im privaten Kreis haben die Quiz-Freunde ihr Konzept ausgebaut. Inzwischen kann jeder über QuizNet das individuelle Rateevent gemeinsam mit Freunden oder Kolleg:innen buchen.

Zu sehen ist das QuizNet Logo

So funktioniert’s    

Der persönliche Quizmaster aus dem QuizNet Team führt durch die Veranstaltung und moderiert das digitale Erlebnis. Die Web Software ermöglicht die problemlose Teilnahme am Quiz von überall aus der Welt, auch mit dem Smartphone. Für das Einloggen für die Quizteilnahme gibt es drei einfache Optionen: über einen Link, über die Eingabe eines Codes oder das Scannen eines QR-Codes. Die mögliche Teilnehmeranzahl ist für das Quiz unbegrenzt.

Beim Rateevent erwartet die Teilnehmer:innen verschiedene Aufgabentypen zum vorher gewählten Thema. QuizNet greift auf über 1.500 verschiedene Fragen zu und mit 120 veranstalteten Online Quizrunden wächst die Zahl an begeisterten QuizNet Fans. Der Videochat sorgt für Gemeinschaftsgefühl und ein einzigartiges Ratespiele mit ortsunabhängigen Zusammenkommen von Gruppen aller Art. Auch an eine kleine Aufmerksamkeit für die Gewinner:innen ist gedacht. Die Preise werden von den Anbietern nach dem Quiz an die Siegerteams verschickt.

QuizNet im Unterricht

Für Bildungseinrichtungen und Schulen eignet sich QuizNet durch seine Vielseitigkeit und freien Gestaltungsmöglichkeiten ebenfalls. Die Art und Weise, wie die Lehrkraft das Quiz gestaltet, ob spielerisch oder zur gezielten Leistungsabfrage und wie die Lehrkraft die Moderation und Präsentation durchführen will, sind frei wählbar. So kann das Quiztool für stille Abfragen und Tests, beispielsweise über Vokabeln genutzt werden. Der Lehrer kann aber auch als Quizmaster gemeinsam mit den Schüler:innen spielerisch Wissen abfragen und sichert dem Unterrichtsstoff durch die aktive Beteiligungsmöglichkeit der Klasse die volle Aufmerksamkeit.

Zu sehen ist die Übersicht in QuizNet

Die Fragen für Quizze zu verschiedenen Themen können von den Quizmastern festgelegt, geordnet und geteilt werden. Für die Antwortvorgabe gibt es verschiedene Modi: Antwortmöglichkeiten können vorgegeben werden, doch auch Fragen mit offenen Antworten können gestellt werden. Der Algorithmus gleich die Antworten mit der festgelegten Lösung ab, korrigiert diese und wertet die Ergebnisse aus. Ebenfalls können Fragen zum Schätzen, Sortieren und auf Schnelligkeit eingestellt werden. Alle Ergebnisse können als Datei gesichert werden. Für Bildungseinrichtungen besonders praktisch ist die leichte Zugänglichkeit und Organisation der Fragen und Quizze im Kollegium. Die Planung von Pilotprojekten zum schulischen Einsatz von QuizNet laufen bereits.

Wie sind eure Erfahrungen mit digitalen Quiztools im Unterricht? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen. Mehr zum Thema Gamification und digitale Spiele im Unterricht findet ihr hier.

Wie Systemrelevant waren Lehrkräfte während der Corona-Pandemie?
Die Corona-Pandemie scheint langsam aber sicher in ihre letzte Phase zu gehen. Ein guter Zeitpunkt, ,die Geschehnisse daus der Hochzeit der Krise revue passieren zu lassen und von außen einen Blick darauf zu werfen...
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Rania Qidan
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July 2022
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Corona-Pandemie
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Die Corona-Pandemie scheint langsam aber sicher in ihre letzte Phase zu gehen. Ein guter Zeitpunkt, ,die Geschehnisse daus der Hochzeit der Krise revue passieren zu lassen und von außen einen Blick darauf zu werfen, wie wichtig die Rolle der Lehrkräfte während der Pandemie war. Wie systemrelevant waren Lehrkräfte eigentlch in dieser Phase? Der folgende Artikel soll darüber einen Überblick verschaffen und beschäftigt sich zunächst damit, was Systemrelevanz überhaupt bedeutet.

Wer oder was ist  „systemrelevant“?

„Systemrelevanz ist die Relevanz, die Staaten, Organisationen, Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen und Berufsgruppen (respektive ihre Angehörigen) für den Betrieb und die Aufrechterhaltung eines Systems, etwa eines Wirtschafts- oder Gesundheitssystems oder der Grundversorgung, haben.“, so lautet die Definition im Gabler Wirtschaftslexikon.

Ärzte:innen und Pflegekräfte werden häufig als systemrelevante Berufe wahrgenommen. Diese arbeiten unter ständigem Druck und müssen in Krisensituationen schnell und bedacht handeln. Sie tragen täglich dazu bei, dass das Gesundheitssystem funktioniert und halten es am Laufen. Neben dem Gesundheitswesen gibt es weitere Bereiche, die für das System von Bedeutung sind. Dazu zählen unter anderem die Energie- und Wasserversorgung, die Lebensmittelversorgung, bzw. der Lebensmittelhandel, sowie Kinder- und Jugendhilfe. Schulen, Kitas und Notbetreuungen werden ebenfalls als systemrelevante Bereiche wahrgenommen.

Waren Lehrer:innen während der Pandemie systemrelevant?

Während der Corona-Pandemie mussten Schulen geschlossen werden. Schüler:innen bedurften dennoch des Unterrichts. Dies bedeutet, dass Lehrkräfte auf Grund des Ausfalls des Präsenzunterrichts nicht frei hatten, sondern sie waren weiterhin dazu verpflichtet ihre Schüler:innen zu betreuen, bzw. sie mit Unterrichtsmaterial zu versorgen, auch wenn dies nur online stattfinden konnte. Also haben sich die Lehrkräfte in kürzester Zeit auf den Online-Unterricht eingestellt. Dies hat natürlich nicht ohne diverse Probleme stattgefunden, denn auf Grund der mangelnden und langsamen Digitalisierung an deutschen Schulen und in der deutschen Infrastruktur, gab es einige Schwierigkeiten mit dem Distanzunterricht. Trotzdem haben die Lehrkräfte dies gemeistert.

Während der Pandemie gab es viele unterschiedliche Bereiche die herausragende Arbeit geleistet haben, wie zum Beispiel das Gesundheitswesen. Der Bildungsbereich darf aber nicht übersehen werden. „Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung.“, so lautet Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Auch in Situationen, wie der Corona-Pandemie muss dieses Recht allen zur Verfügung stehen. Dies funktioniert jedoch nur mit Hilfe von Lehrer:innen. Ohne sie kann das Recht auf Bildung nicht gewährleistet werden, da Schüler:innen egal ob in Präsenz oder online ohne Lehrkräfte Bildung nicht vermittelt werden kann.

Dadurch das Lehrer:innen sich schnellstmöglich auf die neuen Bedingungen des Online-Unterrichts und der Hygienevorschriften eingestellt haben und dies auch gut bewältigt haben, blieb die Bildung nicht auf der Strecke. Dies ist eine wichtige Errungenschaft in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie, welche ohne Lehrkräfte nicht möglich wäre. Egal ob in Präsenz oder online, Lehrer.innen vermitteln Bildung und sind somit für das Bildungssystem unersetzbar. Bildung wiederum ist ein Menschenrechte und somit ein wichtiger Bestandteil des Systems. Daher kann der Lehrerberuf generell durchaus als systemrelevant wahrgenommen werden. Diese Erkenntnis wurde während der Corona-Pandemie nur noch gestärkt.

Wie muss diese systemrelevante Berufsgruppe in Zukunft unterstützt werden?

Im Hinblick auf eine mögliche erneute Welle im Winter lässt sich aus der Erkenntnis, dass Lehrkräfte systemrelevant sind schlussfolgern, dass sie unterstützt werden müssen. Sollte es zu erneuten Schulschließungen kommen, sind Lehrer:innen zwar besser vorbereitet als in der Anfangsphase der Corona-Pandemie. Dennoch hat die Digitalisierung der deutschen Schulen noch einen langen Weg vor sich und es fehlt noch an einigen Ecken und Kanten an Materialien und Hilfsmitteln, damit der Online-Unterricht dem Präsenzunterricht gleicht. Aus den oben genannten Aspekten wird klar, dass Lehrer:innen zu den systemrelevanten Berufen gehören, somit müssen sie auch vom System die entsprechende Unterstützung bekommen, damit es nicht zur weiteren Belastung und Erschöpfung dieser wichtigen Berufsgruppe kommt. Der Staat soll also das Vorantreiben der Digitalisierung des Bildungssystems weiterhin und verstärkt unterstützen.

Was sagt ihr? Waren Lehrer:innen während der Corona-Pandemie systemrelevant? Brauchen sie verstärkte Unterstützung vom Staat, um eine Überbelastung zu vermeiden? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Nach Ende des Werbeverbots: Wie entwickelt sich die Aufklärung für Schwangerschaftsabbrüche?
Das Thema Schwangerschaftsabbruch und die rechtliche Handhabung bezüglich der selbstbestimmten Entscheidungsfreiheit werden in der Gesellschaft unterschiedlich aufgefasst und bewertet.
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Alina Schwarz
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July 2022
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Das Thema Schwangerschaftsabbruch und die rechtliche Handhabung bezüglich der selbstbestimmten Entscheidungsfreiheit werden in der Gesellschaft unterschiedlich aufgefasst und bewertet. Die Gesetzgebungen zu Schwangerschaftsabbrüchen unterscheiden sich weltweit, so auch die aktuellen Entwicklungen zum Thema.

Die deutsche Ampelregierung feiert die Abschaffung des Paragrafen 219a, welche die Werbung von Ärzt:innen für Schwangerschaftsabbrüche verbietet und unter Strafe stellt. Währenddessen kippt das oberste Gericht in Amerika, der Supreme Court, das Recht auf straffreien Schwangerschaftsabbruch und sorgt so für heftige Debatten und Unklarheit. Man rechnet nach diesem Urteil des obersten Gerichts damit, dass in circa der Hälfte der 50 Bundesstaaten Schwangerschaftsabbrüche für illegal erklärt werden.

Der seit Trumps Amtszeit mehrheitlich konverative Supreme Court entschied sich am 24. Juni gegen ein 50 Jahre altes Grundsatzurteil von 1973. Der Fall “Roe v. Wade” ermöglichte Schwangerschaftsabbrüche in den gesamten USA bis etwa zur 24. Schwangerschaftswoche, also bevor ein Fötus lebensfähig ist. Nun herrscht Chaos: Die rechtliche Situation ist diffus und ungeklärt. Für viele Frauen sind Schwangerschaftsabbrüche in ihrem Bundesstaat bereits unmöglich und Betroffene verzweifelt. Frauenrechtsaktivist:innen sind enttäuscht über den eindeutigen Rückschritt für die Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit der Frauen. Bisher blieben die Bemühungen der Demokraten, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch durch ein neues Gesetz zu sichern, erfolglos.

Nahezu zeitgleich beschließt der Bundestag fast gegensätzliche Neuerungen im Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen. Der Paragraf 219a, das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche, ist abgeschafft. Der Begriff Werbung sorgt im Zusammenhang für Missverständnisse und Irrtümer. Damit ist nicht nur die Anwerbung und das Gutheißen von Schwangerschaftsabbrüchen an sich gemeint. Schon das sachliche Informieren über die bestehenden Möglichkeiten und gleichzeitige Offerieren des kostenpflichtigen Eingriffs ist für Ärzt:innen bislang strafbar gewesen. Somit war die öffentliche Aufklärung zum Thema bisher durch das Gesetz verhindert und untersagt.

Zu sehen ist der deutsche Bundestag.

Das Ende des Werbeverbots ist ein Gewinn für die Frauenrechte: Als “Triumph” bezeichnet Bundesfamilienministerin Lisa Paus die Entscheidung des Bundestags. Jeder Frau steht nun das Recht zu “sachkundig beraten und gut unterstützt zu werden”. Auch die Ärztekammern begrüßen die Entscheidung. Besonders in derart belastenden Situationen, wie sie ungewollt schwangere Frauen oft erleben, sind angemessene Information und ärztlicher Rat grundlegend für die Findung der richtigen Entscheidung.

Dass Ärzt:innen nun frei und ohne Sorge vor rechtlichen Konsequenzen über Schwangerschaftsabbrüche beraten können, ist ein Sieg in Sachen sexueller Aufklärung und selbstbestimmter Sexualität. Wie heterogen die Modelle an sexueller Information und Erziehung in Europa sind, zeigt die Studie zur “Sexualaufklärung an Schulen im 21. Jahrhundert” aus dem Jahr 2020. Laut der Ergebnisse sind positive Entwicklungen betreffend der Sexuallehre im deutschen Bildungssystem zu erkennen. Doch trotz einheitlicher Leitfäden sind die Haltungen in verschiedenen Bundesländern gegenüber den Themen “Ungeborenes Leben” und “Homosexualität” uneinig und kontrovers. Ungenutztes Potenzial sieht die Studie darin, die sexuelle Aufklärung in der Schule durch digitale Medien zu verbessern und die Lehrkräfte so beim Unterrichten zu entlasten.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt online Material zur Sexualaufklärung für Kinder, Eltern und Lehrkräfte frei zur Verfügung. Dort veröffentlicht sind eine Vielzahl an Studien, Fachheften, Flyern, Broschüren und ganze Medienpakete, welche verschiedenste Aspekte rund um das Thema sexuelle Aufklärungen behandeln. Doch auch der Umgang mit sexualisierter Gewalt sollte stärkeren Einzug in den Lehrplan finden. Die ab dem kommenden Herbst verfügbare App “Knowbody” soll digitale und zeitgemäße Sexualkunde für Kinder und Jugendliche bieten. Sie lehrt einen gesunden Umgang mit Gefühlen sowie Sexualität und ihrer Vielfalt und leistet so einen Beitrag zur Prävention vor sexueller Gewalt.

Da besonders umfassende Aufklärung und sexuelle Bildung von sexueller Gewalt schützen, sollte nicht nur der Unterricht weiterentwickelt werden. Bereits im Lehramtsstudium sollte das Thema Sexualkunde und Prävention von sexueller Gewalt viel mehr Beachtung finden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema Sexualkunde an eurer Schule gemacht? Was denkt ihr über die zukünftigen Entwicklungen dies- und jenseits des Atlantiks? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen. Einen weiteren Artikel zur Bildungsentwicklung in Deutschland findet ihr hier.

Queer sein – Ein Thema in der Schule?
Am heutigen Christopher Street Day wollen wir auf die Komplikationen für Queere Personen im Schulalltag aufmerksam machen. Viele queere Schüler:innen werden in Deutschland noch immer gemobbt und ausgegrenzt.
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Rania Qidan
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July 2022
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Am heutigen Christopher Street Day wollen wir auf die Komplikationen für Queere Personen im Schulalltag aufmerksam machen. Viele queere Schüler:innen werden in Deutschland noch immer gemobbt und ausgegrenzt. Beleidigungen wie „Schwuchtel“ werden verharmlost und Wörter wie „schwul“ werden negativiert. Hinzu kommen die heteronormativen Schulmaterialien, welche nur „traditionelle“ Familienbilder behandeln und kaum Diversität aufzeigen.

Vielfalt und Unterschiedlichkeit macht sich überall bemerkbar und sollte von allen Menschen respektiert und akzeptiert werden. Es sollte niemand auf Grund seiner sexuellen oder geschlechtlichen Orientierung diskriminiert oder ausgegrenzt werden. Jeder sollte sich sicher fühlen seinen eigenen Weg zu gehen. Schulen und Bildungseinrichtungen spielen hierbei eine große Rolle, denn die Selbstfindungsphase beginnt im Jugendlichen Alter. Es ist wichtig, dass Jugendliche sich wohl und sicher fühlen und keine Angst davor haben anders behandelt zu werden nur weil sie sich beispielsweise einem anderen Geschlecht angehörig fühlen oder eine gleichgeschlechtliche Beziehung führen.

Es gibt viele unterschiedliche Lebensweisen und Familienformen. Kinder und Jugendliche müssen in Schulen darauf aufmerksam gemacht werden, dass es eben nicht nur das typische „Vater-Mutter-Kind“ Familienbild gibt, sondern viele verschiedene Zusammensetzungen. Diese müssen respektiert und akzeptiert werden, um ein Gleicheitsgebot zu gewährleisten und niemanden auszuschließen. Wobei diese Akzeptanz schon im frühen Alter gelehrt werden sollte, damit es garnicht erst zur Diskriminierung und zum Mobbing kommt. Hierbei spielen Lehrkräfte eine große Rolle, da sie zur Meinungsbildung ihrer Schüler:innen bewusst und auch unbewusst beitragen.

Sollten Lehrer:innen mitbekommen, dass Begriffe wie „schwul“ negativiert werden oder Schüler:innen als „Schwuchtel“ oder „Transe“ beleidigt werden, müssen sie eingreifen und aktiv gegen wirken. Bei der Umfrage „A long way to go for LGBTI equality“ von 2020, welche die EU-Grundrechtagentur (FRA) erhoben hat, teilten mehr als 16.000 Quere Menschen ihre Erfahrungen. 48 Prozent gaben an, dass sie während ihrer Schulzeit gemobbt wurden.

Schulbücher und Lehrpläne sind nicht auf dem neusten Stand und behandeln hauptsächlich traditionelle Familienbilder. Gerade in der Selbstfindungsphase ist es wichtig für Schüler:innen gut informiert zu werden. Diverse Lebensweisen und gemischte Familien sollten nicht nur Thema im Biologie Unterricht sein, sondern beispielsweise auch in Kurzgeschichten in den Englischbüchern vorkommen. Kinder und Jugendliche sollten vernünftig aufgeklärt werden, um auch das Verständnis und die Akzeptanz gegenüber Mitschüler:innen und Mitmenschen zu fördern.

Das Verankern von Diversität in den Schulbüchern und im Lehrmaterial kann durchaus dazu beitragen, Lehrkräfte bei der Aufklärung ihrer Schüler:innen zu unterstützen. Somit würden Lehrer:innen entlastet werden, da sie auch hier eine große Verantwortung tragen und diese mit Hilfe gut informierender Materialien erleichtert werden kann.

Wie kann die Regenbogenkompetenz gesteigert werden?

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) organisiert seit 2018 gemeinsam mit vielen weiteren Partner:innen bundesweite Foren zum Thema „Regenbogenkompetenz“. Diese Foren sind sogenannte Regenbogen-Parlamente, welche den diskriminierungsfreien und professionellen Umgang mit Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in wichtigen gesellschaftspolitischen Bereichen, fördern möchten. Außerdem versuchen diese Parlamente Strategien gegen LSBTIQ-Feindlichkeit zu entwickeln. Hier erfahrt ihr mehr über die Regenbogen-Parlamente und deren Aufgaben.

Beim Ranking vom europäischen Regenbogen Index Malta, Dänemark und Belgien auf Platz 1-3. Deutschland liegt auf Platz 15. Insgesamt wurde in 49 Ländern der Stand der gesetzlichen Gleichstellung von queeren Menschen gemessen. Deutschland ist ein sozialer Staat mit Grundrechten. In Artikel 2 des Grundgesetzes heißt es, dass jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat. Jeder Mensch in Deutschland darf sich also in seiner Persönlichkeit frei entfalten und nicht dafür diskriminiert oder gemobbt werden. Deutschland könnte beim nächsten Ranking besser abschneiden, dafür müsste schon im frühen Alter die Regenbogenkompetenz gefördert werden. Schulen und Bildungseinrichtungen sind der beste Anhaltspunkt um dies schnellstmöglich zu erreichen.

Was denkt ihr? Sollten die Schulbücher im Bezug auf Diversität und unterschiedliche Familienbilder geupdatet werden? Wie könnte die Regenbogenkompetenz von Schüler:innen und Lehrkräften stärker gefördert und damit Diskriminierung entgegengewirkt werden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! Mehr zu dem Thema findet ihr hier und hier.

Privatschulboom: Wie gut ist die private Schulalternative wirklich?
In den letzten Jahren sind Privatschulen immer mehr in die breite Masse der Gesellschaft gerückt und haben sich inzwischen von den Anfängen eines Trends zu einem festen Medium in der Schullandschaft etabliert. Sind Privatschulen eine gute Alternative?
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Patricia Schneider
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July 2022
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Schulpolitik
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In den letzten Jahren sind Privatschulen immer mehr in die breite Masse der Gesellschaft gerückt und haben sich inzwischen von den Anfängen eines Trends zu einem festen Medium in der Schullandschaft etabliert. Sind Privatschulen eine gute Alternative zu staatlichen Schulen? Wie kommt es zu diesem “Privatschulboom” und warum wechseln immer mehr Kinder und Jugendliche auf eine Privatschule?

Warum Privatschulen immer mehr an allgemeinem Interesse gewinnen, erklären wir euch in diesem Artikel.

Privatschulen finanzieren sich durch freie Trägerschaft, d.h. sie befinden sich in Obhut eines privaten Schulträgers. Sie werden vom Staat, ebenso wie staatliche Schulen, angehalten, dieselben Haupt- und Nebenfächer sowie dieselben Abschlussprüfungen zu gewährleisten. Privatschulen bauen ihr Unterrichtsangebot immer weiter aus, da die Nachfrage für eine alternative Schulform kontinuierlich steigt.

So gibt es inzwischen private Kindergärten, private Gymnasien, private Realschulen bis hin zu privaten Berufsschulen, die zusätzlich auch ein Fachabitur als Schulabschluss ermöglichen. Angebote wie Nachmittagsbetreuung, Mittagessen in der Schule, jährliche Klassenfahrten, AGs für die Schüler:innen sowie Auslandsaufenthalte gehören bei fast jeder Privatschule zum festen Repertoire.

Die wichtigsten Fakten

Quelle: destatis,Kontext- Privatschulen in Deutschland
Quelle: destatis,Kontext- Privatschulen in Deutschland

Seit drei Jahrzehnten besuchen immer mehr Schüler:innen in Deutschland private Schulen – in absoluten Zahlen, wie auch anteilig für jede Schulform. Seit 25 Jahren steigt die Zahl privater Schulen in Deutschland kontinuierlich an. Im Schuljahr 2017/2018 gab es 5 839 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland.  Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entspricht das 81 % mehr als im Schuljahr 1992/1993 (3 232) (siehe Grafik).  Zehn Jahre zuvor hatte nur jeder dreizehnte Schüler eine Privatschule besucht: 2008/09 hatte es in Deutschland 11,8 Millionen Schülerinnen und Schüler gegeben, von denen 926 000 Privatschüler:innen waren. Das statistische Bundesamt berichtet über 1,0 Millionen Kinder und Jugendliche, die  im Schuljahr 2018/19 eine Privatschule besuchten. Zeit online  schreibt: ”Jeder elfte Schüler lernt inzwischen laut Verband Deutscher Privatschulverbände (VDP) an einer privaten Schule – etwa einer Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft, einer Waldorf- oder Montessorischule. “ Nicht nur die privaten Schulen haben einen regelrechten “Boom” erlebt auch die Anzahl der privaten Kindertageseinrichtungen ist in den letzten zwanzig Jahren um fast 20 Prozent gestiegen, wobei der Anstieg ausschließlich durch die freien Träger bewirkt wurde (+50%).

Quelle: destatis, Kontext- Privatschulen in Deutschland

Quelle: destatis, Kontext- Privatschulen in Deutschland

Es gibt viele verschiedene Arten von Privatschulen und Trägern sowie staatlichen Schulen, daher es wichtig und notwendig ist sich gründlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Welchen Schwerpunkt hat die Schule thematisch und was sind meine Interessensgebiete sowie Stärken und Schwächen?

Sind die Schulgebühren und entstehenden Kosten, tragbar, auch über mehrere Jahre?

Deutschland liegt im europäischen Vergleich hinsichtlich der Privatschülerquote im Mittelfeld. Im Jahr 2018 besuchten vom Grundschul- bis Gymnasialbereich 8,3 % der Kinder und Jugendlichen nichtstaatliche Ersatzschulen, wie die europäische Vergleichsstatistik von Eurostat zeigt. Im europäischen Vergleich zur Privatschülerquote ist Deutschland im Mittelfeld positioniert.

Erwartungen/Vorstellungen der Eltern an das private Schulsystem

Was wünschen sich Eltern für ihr Kind?

  • einen guten Start ins Leben
  • eine gute Schulbildung
  • eine gute Zukunftsperspektive

Private Kindertagesstätten und Privatschulen können diesen Wünschen der Eltern -und der Kinder- wohl immer mehr entsprechen als das staatliche Schulsystem.

Kleinere Klassen, bessere Betreuung durch die Lehrerschaft, ruhigere Lernatmosphäre und dadurch bessere schulische Leistungen sind Hauptgründe warum Eltern den Besuch einer Privatschule für ihre Kinder in Betracht ziehen. Ein besseres soziales Umfeld, mehr Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe, eine ausgefeiltere Persönlichkeitsentwicklung sind Erwartungen vieler Eltern, die sich für ihren Nachwuchs für ein privates Schulsystem entscheiden.

Die ermittelten statistischen Werte zeigen die deutlich angestiegene Resonanz dieser Wahlmöglichkeit – die in Umsetzung der oben genannten “Werte-Punkte” und Erwartungen von Eltern und Schülern immer mehr entspricht. In Erwartung und Umsetzung der oben genannten “Werte-Punkte” sind Privatschulen eine  Alternative zu den logistisch starren Möglichkeiten und Vorgaben in unserem staatlichen Schulsystem geworden.

Soziale & gesellschaftliche Aspekte

Allerdings verfestigen Privatschulen die soziale Spaltung, die immer weiter voranschreitet. Auch unter den Kindern und Jugendlichen ist die Thematik präsent und führt zu einem Vergleich und der Abwägung ihrer selbst mit anderen Gleichaltrigen. Dieses Verhalten kann schnell ins Negative übergehen, weshalb es wichtig ist, das Thema offen anzusprechen und sich mit den Kinder und Jugendlichen auszutauschen.

Es gibt bestimmte Stereotypen, die mit Privatschülern assoziiert werden, die unter Jugendlichen bekannt sind, die schnell zu einer Spaltung in verschiedene Freundesgruppen führen: Daher ist es umso relevanter, dass Stereotypen in den Schulen aufgebrochen und offen besprochen werden.

Je höher das Einkommen der Eltern desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr Kind auf eine Privatschule besucht.

Auch die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften an staatlichen und privaten Schulen sind sehr unterschiedlich: Die Lehrkraft im Staatsdienst ist an ihren vorgegebenen Rahmenlehrplan gebunden, der in der Regel wenig inhaltliche Varianz zulässt. Aufgrund der Klassenstärken ist kaum persönliche Betreuung für einen einzelnen Schüler möglich.

Die Lehrkraft an einer Privatschule hat etwas mehr Spielraum; aufgrund geringerer Klassenstärke kann eine bessere intensivere Betreuung erfolgen. Die Bezahlung von Lehrkräften dieser beiden Schulformen gestaltet sich ebenso sehr unterschiedlich: Im staatlichen Schulwesen erfolgt die Besoldung je nach Bundesland und Status: –angestellt oder verbeamtet –In großer Bandbreite. Regelmäßige Tariferhöhungen, Sonderzahlungen und Verbeamtung machen den Lehrerberuf im Staatsdienst attraktiv. Privatschulen können nicht ohne Weiteres höhere Gehälter zahlen, auch diverse „Boni“, können nicht angeboten werden.

Daher ermitteln offizielle Berechnungen, dass die Gehälter an Privatschulen um 20% unter dem Niveau der staatlichen Schulen liegen.

Es braucht daher viel Idealismus den jeweiligen reformpädagogischen Inhalten an Privatschulen weiterhin die Treue zu halten.

Die Schüler:innenschaft unterscheidet sich von denen an staatlichen Schulen:

  • Eltern, die ein Abitur haben, schicken Kinder häufiger auf Privatschulen als Eltern,

die kein Abitur nachweisen können oder Kinder, die aus “bildungsfernen Familien” stammen.

  • Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist unter Privatschüler:innen sehr viel geringer als in öffentlichen Schulen.
  • Eltern wollen ihren beruflichen und sozialen Aufstieg manifesten – auch in Bezug auf die Schulwahl ihres Kindes
  • Eltern wollen ihre Kinder nicht dem Modell der “Integration” und der “Inklusion” aussetzen, da sie deutliche Lernbehinderungen befürchten.
  • Ein Schulabschluss an einer Privatschule verbessert die Berufschancen und den gesellschaftlichen Status.

Mit Blick auf die soziale Kohäsien und Chancengleichheit wäre es wünschenswert, dass Kinder aller Bildungsgruppen und sozialer Hintergründe zusammen miteinander aufwachsen und lernen. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Schulformen- und systemen, weshalb es wichtig und notwendig ist, sich gründlich mit dem Thema der Schulwahl auseinanderzusetzen. Steigende Anmeldezahlen an Privatschulen zeugen von einer dringlich gesuchten Alternative im Bildungsdschungel Deutschland. Anzeichen, dass unser staatliches Schulsystem heute und für die Zukunft gefordert ist in Bezug auf Reformen und Förderung neuer Bildungsmaßnahmen.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Habt ihr bereits eigene Erfahrungen mit Privatschulen gemacht und wenn ja, wie waren eure Erfahrungen? Teilt es uns gerne in den Kommentaren mit. Wenn ihr mehr zum Thema Schulsystem erfahren wollt, klickt hier und hier.

Zum Thema Chancengleichheit an deutschen Schulen schaut hier nach.

Münchener EdTech Startup Edurino will digitales Lernen für Kinder vorantreiben
München. Edurino, ein EdTech Startup, das ein hybrides Lernsystem aus Lernapp und haptischen Spielfiguren für Kinder anbietet, hat EUR 3,35 Million in einer Seed Runde von erfahrenen Investoren aufgenommen.
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Redaktion
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July 2022
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München. Edurino, ein EdTech Startup, das ein hybrides Lernsystem aus Lernapp und haptischen Spielfiguren für Kinder anbietet, hat EUR 3,35 Million in einer Seed Runde von erfahrenen Investoren aufgenommen.

Hybrides digitales Lernen

Das erste Produkt wurde für Kinder ab 4 Jahren konzipiert, um bereits Vorschulkinder (digital) zu schulen: Mit einem ergonomischen Stift in der Hand und der Füchsin Mika an der Seite, wird in einer App ein hybrider Zugang zum Lesen und Schreiben geschaffen. Während Kinder spielerisch lernen, können Eltern in einem separaten Bereich den Lernfortschritt ihrer Kinder nachvollziehen sowie die Bildschirmzeit individuell regulieren. Die App kündigt eigenständig das Ende der Spielzeit an und schaltet sich nach Ablauf der Bildschirmzeit aus. Die Lernreise passt sich dabei individuell an den Entwicklungsstand des Kindes an.

“Wir wollen den Grundstein für eine verantwortungsvolle Digitalkompetenz legen. Wir waren erstaunt, wie wenig gute digitale Produkte es auf dem Markt gab. Gemeinsam mit unserem starken Investoren-Team aus Gaming, Bildungs- & Tech wollen wir die digitale Bildungsbranche in den nächsten Jahren revolutionieren.” - Irene Klemm, Mitgründerin von Edurino

Mit Ausbruch der globalen Pandemie entschlossen sich die Gründerinnen, die sich bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group kennenlernten, ein neues Kapitel digitaler Bildung aufzuschlagen und adaptive Produkte zu entwickeln.

“Wir möchten Produktliebe auf Seiten der Kinder erzeugen. Man muss die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten und den Humor der Kinder verstehen. Wir haben mit über 20 Kindergärten zusammengearbeitet und gesehen, wie gut sich Edurino im Kinderalltag integrieren lässt. Unsere Crowdfunding Kampagne ist 60% über ihre Ziele hinausgeschossen, insofern sehen wir unseren hybriden Ansatz bestätigt. ” - Franziska Meyer, Mitgründerin von Edurino

Erfahrene InvestorInnen an Bord

Der Investorenkreis ist von dem hybriden Ansatz auch überzeugt:

“Damit sich unsere Kinder in der digitalen Welt von Morgen zurecht finden, müssen wir ihnen digitale Kompetenzen beibringen. Und genau das schult Edurino.” - Verena Pausder, Bildungs-Expertin und Investorin
“Als Vater und Gründer eines Unternehmens aus dem Bereich Spielesoftware glaube ich an die Verbindung von Lernen und Spielen. Insbesondere begeistert mich die Kombination aus digital und analog, um so wichtige Lerninhalte und die richtige Stifthaltung zu vermitteln.” - Jens Begemann, Wooga Gründer, Gaming-Experte und Business Angel
“Unsere Analyse zeigt, dass die Pandemie ein Defizit in der Bildungslandschaft deutlich gemacht hat und dass Edurino und das Team von Irene und Franziska diese Lücke in der digitalen Frühbildung ideal schließen kann.” - Luca Martinelli, btov Partners

Zukunftspläne

Mit dem frischen Kapital möchten die beiden Gründerinnen noch in diesem Jahr weitere Figuren, bzw. weitere Lernbereiche wie z. B. zum Zahlen lernen launchen. Ziel dieser neuen Unternehmensphase ist es, zu einem ganzheitlichen Lernsystem für Vorschulkinder zu werden. Im nächsten Schritt wird Edurino sich an Schulkinder richten und Lernspiele für Kreativität, Englisch und Coding in die App integrieren. Um die Produktentwicklung weiterer Lernmodule voranzutreiben, wird das Team von aktuell 10 MitarbeiterInnen in den nächsten 12 Monaten verdreifacht. Sie planen auch dieses Jahr ihre Produkte im Retailbereich einzuführen.

Über EDURINO

Das Münchner EdTech EDURINO, 2021 von Irene Klemm und Franziska Meyer gegründet, hat eine Lernapp für Kinder auf den Markt gebracht, die mittels ergonomischen Stift und echten Figuren einen hybriden Zugang zum Lesen und Schreiben über ein beliebiges mobiles Endgerät schafft. Für Ihre Idee sammelte die beiden Gründerinnen dieses Jahr 3,35 Millionen Euro bei ihrer Seed-Finanzierung ein.

Nationaler Bildungsbericht 2022: Massiver Personalnotstand und steigender Bedarf an Schulplätzen
Berlin. Zentraler Befund des vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation veröffentlichten neunten nationalen Bildungsberichts ist der massive Mangel an Personal auf allen Stufen der Wissensförderung in Deutschland.
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Alina Schwarz
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July 2022
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Berlin. Zentraler Befund des vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation veröffentlichten neunten nationalen Bildungsberichts ist der massive Mangel an Personal auf allen Stufen der Wissensförderung in Deutschland.

Der nationale Bildungsbericht bietet einen Überblick über die Entwicklungen und den Zustand des deutschen Bildungssystems. Wissenschaftlich evaluiert werden sämtliche Bildungsbereiche von der frühkindlichen Förderung, über das Hochschulwesen, bis zur lebenslang fortlaufenden Erwachsenenbildung. Der Bericht wird alle zwei Jahre im Auftrag von Bund und Ländern von Experten erstellt und veröffentlicht – so auch im Jahr 2022. Besonders interessant ist, wie sich die pandemie-verschuldeten Umstände auf die Bildung ausgewirkt haben.

Erste Ergebnisse

Ein Erkenntnisschwerpunkt des Berichts ist die Not an Personal im deutschen Bildungsapparat. Bis 2025 fehlt es allein in Kindertagesstätten und Grundschulen an schätzungsweise 10.000 Arbeitskräften. Durch die prekäre Situation sind Sonderausgaben und systematische Veränderungen unausweichlich.

Positiv geht aus dem am 23. Juni erschienen Bericht hervor, dass der Qualifizierungsgrad steigt: Von 2010 bis 2020 ist der Anteil an Deutschen, welche über einen höheren beruflichen oder akademischen Abschluss verfügen um fünf Prozentpunkte gestiegen. Weiter ermittelt die zuständige Autor:innengruppe „Bildung in Deutschland“ einen steigenden Bedarf an Schulplätzen sowie das Fehlen von circa 500.000 zusätzlichen Ganztagsschulplätzen.

Die Folgen des pandemie-bedingten Distanzunterrichts und den Auswirkungen sind bislang schwer abschätzbar. Doch zeigt sich in den Grundschulen im Trend ein deutlicher Leistungseinbruch. Immer mehr Grundschüler:innen erreichen die Lernziele nicht. Besonders gelitten haben die Lernerfolge jedoch bei Jungen, leistungsschwachen Schüler:innen sowie bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien.

Was denkt ihr über die aktuellen Entwicklungen des Bildungssystems? Einen weiteren Artikel zum Thema Bildung und Reformen findet ihr hier.

Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen
Die Welt verändert sich ständig. Neue Technologien entstehen, die neue Möglichkeiten für Dinge schaffen, welche sich die Menschheit vor 50 Jahren nicht im Traum hätte denken können.
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Rania Qidan
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15
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July 2022
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Die Welt verändert sich ständig. Neue Technologien entstehen, die neue Möglichkeiten für Dinge schaffen, welche sich die Menschheit vor 50 Jahren nicht im Traum hätte denken können. Dadurch entwickelt sich auch der Arbeitsmarkt ständig weiter. Um es Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erleichtern sich der stetig wandelnden Welt anzupassen und Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen wurde auf einer UN-Plenarsitzung 2014 der „Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen“ beschlossen.

Die Motivation diesen Tag zu beschließen lag darin, dass die Fähigkeit junger Menschen selbstständig Entscheidungen über ihr Leben und ihre Arbeit zu treffen, durch die Förderung dessen Kompetenzerwerbs, verbessert wurde. Außerdem würde es ihnen dadurch leichter fallen, Zugang zu einem sich wandelnden Arbeitsmarkt zu erlangen, so die UN.

Doch was genau passiert an diesem Welttag?

Er ermöglicht es jungen Menschen mit erfahrenen Arbeiter:innen zu sprechen und mit Organisationen und Firmen in Kontakt zu kommen. Junge Menschen werden über mögliche Wege, die sie in der Zukunft gehen können, informiert und aufgeklärt. Oftmals ist der Grund für Arbeitslosigkeit und fehlendes Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass ihnen nicht die notwendigen Informationen zur Verfügung stehen, um selbstständige und reichlich informierte Entscheidungen zu treffen.

Der Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen soll die Fähigkeit Jugendlicher, Kompetenzen zu erwerben, fördern. Um das Wissen der jungen Menschen in diesem Bereich zu steigern, gibt es spezielle Programme, die zur Aufklärung dienen. Darunter das TVET-Portal, welches eine interaktive, benutzergesteuerte Plattform für Fachleute und Institutionen ist. Dort können junge Menschen Informationen und Wissen erlangen.

Jedoch bekommt der Welttag in Deutschland nicht allzu viel Aufmerksamkeit. Demnach gibt es hier noch nicht diese Möglichkeiten. Dennoch ist es ein relevantes Thema und vor allem Jugendlichen aus sozial schwächeren Haushalten, könnte dieser Tag und die entsprechenden Informationen, die an diesem Tag vermittelt werden, helfen. Sie würden eine Perspektive auf ihre Zukunft erlangen und motivierter sein sich zu engagieren, um einen guten und passenden Platz in der Arbeitswelt zu finden.

Was haltet ihr von dem Welttag? Sollte er in Deutschland mehr Aufmerksamkeit erlangen? Sollte es vielleicht Projekte zu diesem Thema an Schulen geben, um jungen Menschen ihre Perspektiven zu zeigen? Lasst uns eure Meinung gerne in den Kommentaren wissen!

Die besten Browserextensions für Lehrkräfte (Teil 2)
Der Schulalltag wird immer digitaler und das World Wide Web revolutioniert Wissen und Bildung. Gewusst wie, können die Möglichkeiten an technischen Hilfsmitteln die Arbeit von Lehrkräften sehr erleichtern.
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Alina Schwarz
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July 2022
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Der Schulalltag wird immer digitaler und das World Wide Web revolutioniert Wissen und Bildung. Gewusst wie, können die Möglichkeiten an technischen Hilfsmitteln die Arbeit von Lehrkräften sehr erleichtern. Im zweiten Teil werden weitere nützliche Browsererweiterungen (auch: Extensions oder Add-Ons) vorstellt, die Lehrkräfte bei ihren vielseitigen Aufgaben im Schulalltag unterstützen.

Die Erweiterungen helfen bei der Literatursuche durch das Umgehen von Paywalls und durch den Zugang zu Onlinedatenbanken. Außerdem erleichtern die vorgestellten Add-Ons die Verwaltung, Aufbereitung und Verbreitung von Literatur und Wissen. Wer den ersten Teil noch nicht kennt oder nochmal nachlesen möchte, findet den Artikel hier.

Hinweis: Bei unserer Auswahl haben wir darauf geachtet, möglichst nützliche, vielseitige und ressourcenschonende Browsererweiterungen zu empfehlen. Grundsätzlich sollten Erweiterungen jedoch sparsam und mit dem Fokus auf dem persönlichen Mehrwert gewählt werden, denn diese verbrauchen Systemressourcen des Endgeräts.

6. Unpaywall und Bypass Paywall

Zu sehen ist das Logo von Unpaywall

Erweiterungen wie Unpaywall und Bypass Paywall sind äußerst nützlich für die Recherche und Informationsbeschaffung. Sie ermöglichen den kostenfreien und legalen Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln – Unpaywall zu über 32 Millionen Texten. Die Bezahlschranken für das Lesen von Artikeln auf Onlinezeitungsportalen können umschifft werden, was das verfügbare Material für die Unterrichtsvorbereitung massiv erweitert. Dabei ist nicht nur der deutschsprachige Raum abgedeckt, insbesondere angelsächsische Qualitätsmedien können bequem verfolgt werden. So ermöglichen die Erweiterungen das Lesen von namhaften Zeitungen wie der Washington Post, El Periodico, National Geographic, dem Wallstreet Journal und vielen mehr.

Ziel ist es, das wissenschaftliche System durch Austausch und Zugänglichkeit von freier Literatur (sog. Green Open Access) zu verbessern und zu stärken. Die Funktionsweise ist transparent, denn der Quellcode ist frei einzusehen (OpenSource). Unpaywall ist ein non-profit Produkt von der Vereinigung OurResearch und seit 2016 kostenlos verfügbar. Das mächtigere Bypass Paywall funktioniert in der Installation etwas anders – kann jedoch auf Github manuell für alle gängigen Browser installiert werden.  

7. Citavi Picker

Zu sehen ist das Logo von Citavi.

Citavi ist eine Software zur Literaturverwaltung mit vielfältigen Funktionen. Einerseits hilft der Citavi Picker durch den Zugriff auf diverse wissenschaftliche Onlinedatenbanken bei der Recherche. Andererseits unterstützt die Extension bei der Organisation durch die Verwaltung von Literaturquellen und dem automatischen Erstellen von Verzeichnissen. Die zugehörige Browser-Erweiterung erleichtert es, im Informationsbeschaffungs- und Schreibprozess den Überblick zu behalten und den Arbeitsprozess zu planen. Der Citavi Picker ist für die meisten Browser als kostenlose Extension erhältliche. Seit Februar 2021 gehört die Entwicklungsfirma von Citavi zum australischen Konzern QSR International.

8. Screencastify

Zu sehen ist das Logo von Screencastify.

Die Erweiterung dient der Videoerstellung und -bearbeitung. Screencastify macht es möglich, den Desktop oder einzelne Tabs aufzuzeichnen. Mit der Extension sind auch Audioaufnahmen möglich und ebenfalls können Abfragen in die Videos eingebaut werden. So lassen sich individuelle Unterrichts- und Lehrvideos ganz leicht anfertigen. Die kostenlose Version beinhaltet eine Videothek für maximale 10 Aufnahmen von maximalen Länge von 30 Minuten. Diese Limitationen entfallen bei der Version für 5€ monatlich. Die Erweiterung ist jedoch nur für den Google Chrome Browser erhältlich.

Die Angebote und Funktionen von Browsererweiterungen sind vielfältig. Welche der Browserextensions nutzt ihr bereits und welche sind für euren Arbeitsalltag am wichtigsten? Wir freuen uns auf eure Kommentare. Einen weiteren Artikel zur Digitalisierung von Bildung findet ihr hier.

Neue Partnerschaft für digitale Bildung
Zwei starke Marken zum Lernen und Anwenden der deutschen Sprache rücken künftig noch enger zusammen. Geplant ist, das Bibliographische Institut und den Cornelsen Verlag im Sommer 2022 zu einem Unternehmen zu verschmelzen.
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Redaktion
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July 2022
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Bereits seit 2009 ist das Bibliographische Institut (BI) mit der Marke Duden Teil der Cornelsen Gruppe. Seither sind Programme und Prozesse immer weiter zusammengewachsen. Zum Jahresbeginn 2022 wurde das Duden-Team in den Cornelsen Verlag integriert.

Die Marke Duden steht für Kompetenz und Expertise zu allen Fragen rund um die deutsche Sprache und gilt in der Öffentlichkeit als DIE relevante Sprachinstanz. Das Dudenteam entwickelt gedruckte und digitale Wörterbücher, Übungsmaterialien, Sprach-Ratgeber und sprachtechnologische Lösungen für alle, die Sicherheit bei sprachlichen Fragestellungen suchen. Neu ist, dass die Marke Duden in Zukunft auch an Schulen stärker zum Tragen kommen soll. Kundinnen und Kunden profitieren künftig von einem gemeinsamen Angebot zweier starker Marken im Bereich der deutschen Sprache – sowie neuester Technologie. Denn mit der geplanten Verschmelzung können nicht zuletzt auch Synergien in Systemen, Infrastruktur und technischem Know-how im Rahmen der digitalen Transformation genutzt werden, um gemeinsam die besten Lösungen für die Nutzerinnen und Nutzer zu entwickeln.

Neben dem einzigartigen (digitalen) Wörterbuchangebot wird auch die von Duden entwickelte Textprüfung, vor allem bekannt aus dem Duden Mentor, in Cornelsen-Produkten zur Diagnose der Texte von Schülerinnen und Schülern verwendet werden. Das bekannte Lernhilfen-Programm von Duden wird sich noch stärker auf sprachliche Bildung fokussieren und damit das Cornelsen-Angebot für die Schule ideal ergänzen.  

Über die Cornelsen Gruppe  

Mit Unternehmen und Marken wie Cornelsen, Duden, Cornelsen eCademy & inside sowie Veritas oder Verlag an der Ruhr zählt die Cornelsen Gruppe zu den führenden Bildungsmedienanbietern im deutschsprachigen Raum. Seit über 75 Jahren lernen und unterrichten Menschen mit Bildungsmedien von Cornelsen. Cornelsen ermöglicht es, individuelle Potenziale zu entfalten – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenen- und Berufsleben. Dabei setzt die Gruppe in der Gestaltung von Bildungsprozessen auf die Möglichkeiten digitaler Technologien.  

Die besten Browserextensions für Lehrkräfte (Teil 1)
Der Unterricht und auch die Vorbereitung wird immer digitaler. Die Möglichkeiten für Lehrkräfte erweitern sich. Eines der wichtigsten Arbeitsmittel ist dafür der Webbrowser. Egal ob Chrome, Firefox oder Edge - wir stellen euch die nützlichsten Extensions vor!
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Alina Schwarz
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July 2022
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Der Unterricht und auch die Vorbereitung wird immer digitaler. Die Möglichkeiten für Lehrkräfte erweitern sich. Eines der wichtigsten Arbeitsmittel ist dafür der Webbrowser. Egal ob ihr Google Chrome, Mozilla Firefox, Microsoft Edge oder einen anderen Browser nutzt, alle können durch vielseitige Erweiterungen (sog. Extensions) die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Unterricht aufmotzen.

Browsererweiterungen sind schnell installiert und nach Wunsch auch leicht deinstalliert. Sie helfen mit den unterschiedlichsten Funktionen, wie beispielsweise dem Speichern und Ordnen von Quellen. Andere Erweiterungen halten ganz automatisch über Neuerungen auf hinterlegten Webseiten auf dem Laufenden und erleichtern so die Recherche.  In diesem Zweiteiler wollen wir euch einige spannende Extensions vorstellen, die den Lehreralltag vereinfachen.

Hinweis: Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sparsam mit Erweiterungen umzugehen, da jede auch Systemressourcen verbraucht. Bei unserer Auswahl haben wir daher darauf geachtet, möglichst sinnvolle und ressourcenschonende “Must-Haves” herauszupicken, die einen wirklichen Mehrwert bieten.

1. uBlock Origin

Diese Erweiterung ist ein AdBlocker und verhindert das Erscheinen von Werbung. Durch das blockieren von Werbung sorgt uBlock Origin, dass die Konzentration während der Recherche und im Einsatz im Unterricht nicht gestört wird, was die Arbeit erleichtert. Es können aber auch Listen mit Webseiten angelegt werden, auf denen die Werbung zur Unterstützung der Seite weiterhin angezeigt werden soll. Als besonders zuverlässig gilt uBlock Origin, da der AdBlocker freie Software und anders als z.B. der bekannte Adblock Plus unabhängig von Sponsoreninteressen (sog. Whitelisting) ist. Dabei ist er nicht nur effizienter beim blockieren von Werbung, sondern auch ressourcenschonender und schützt die Privatsphäre besser. uBlock Origin ist mit den gängigen Browsern kompatibel und kostenfrei.

2. Pocket

Zu sehen ist das Pocket Logo

Diese Erweiterung ermöglicht es eine persönliche Online-Bibliothek anzulegen. In Pocket können Seiten und Texte aus dem Internet hinterlegt werden. Durch digitale Lesezeichen behält man leicht den Überblick über noch nicht erschlossene Texte. Auch kann man Kategorien anlegen und vielseitige Anpassungen, was Farben und Schrift angehen, vornehmen. Mit der Pocket-App ist es ebenfalls möglich, Texte über eine Audiofunktion anzuhören. Pocket ist seit 2007 auf dem Markt und mit den meisten Internetbrowsern kompatibel. Neben der kostenfreien Nutzung von Pocket gibt es ebenfalls die Möglichkeit, ein monatliches Premium-Abo für 4,49 Euro oder ein jährliches für 39,99 Euro abzuschließen. Hier können dann beispielsweise noch mehr Veränderungen in der Gestaltung und unbegrenzt viele Textspeicherungen und  -hervorhebungen vorgenommen werden. Die allermeisten Nutzer dürften allerdings mit der kostenlosen Variante auskommen.

3. Page Monitor

Zu sehen ist das Page Monitor Logo.

Die Erweiterung Page Monitor ist ebenfalls hilfreich für die Recherche und Organisation. Hier können einzelne Webseiten hinterlegt werden – verändert sich etwas auf der Seite, informiert einen die Erweiterung automatisch. So kann die persönliche Online-Bibliothek leicht auf dem neuesten Stand gehalten werden. Nach Wunsch erhält man aber auch beispielsweise eine Benachrichtigung beim Eintreffen neuer Mails. Das Intervall, in dem auf Neuerungen geprüft werden soll, kann individuell eingestellt werden. Auch können Listen mit verschiedenen Kategorien an überwachten Webseiten angelegt werden, um während der Unterrichtsvorbereitung von verschiedenen Themen immer auf dem Laufenden zu bleiben. So wird die Informationssuche und -beschaffung erleichtert. Page Monitor ist seit 2015 verfügbar und kompatibel mit Chrome. Es gibt jedoch für die meisten Browser vergleichbare Erweiterungen.

4. Simplenote

Zu sehen ist das Logo von Simplenote.

Die Erweiterung Simplenote ermöglicht es, wie der Name schon verrät, eigene Notizen anzulegen, zu sammeln und zu verwalten. Sie erleichtert die Übersichtlichkeit und sorgt durch automatische Synchronisation für Zugriff auf die persönlichen Notizen, wann immer gebraucht. Auch können Dokumente und Organisatorisches gezielt mit anderen Personen geteilt werden. So ist die Erweiterung auch ein Gewinn für die Zusammenarbeit im Kollegium und mit den Schüler:innen. Die Erweiterung ist im Jahr 2008 erschienen. Simplenote ist jedoch nur mit Chrome kompatibel, aber für die meisten Betriebssysteme als kostenfreie App erhältlich.

5. edpuzzle

Zu sehen ist das Logo von edpuzzle.

Bei Edpuzzle handelt es sich um eine Erweiterung, die das Erstellen, Bearbeiten und Teilen von Videos möglich macht. So können Lehrkräfte Lerninhalte vorbereiten und für Schüler:innen und Kolleg:innen zur Verfügung stellen. In die Videos können Abfragen mit Antwortmöglichkeiten individuell eingebaut werden. Auch ist sichtbar, von wem und wie oft Inhalte abgerufen wurden. So erleichtert die Erweiterung den Lehr- und Lernprozess. Laut des Unternehmens nutzen bereits 50% aller Schulen in der USA edpuzzle. Die Erweiterung ist seit 2013 erhältlich und für Schüler:innen und Lehrkräfte kostenlos. Erhältlich ist die Erweiterung für Chrome oder als App.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit diesen Erweiterungen oder könnt weitere Empfehlungen für den Schulalltag machen? Wir freuen uns auf eure Kommentare. Weitere Tipps für nützliche Browsererweiterungen folgen im zweiten Teil. Einen weiteren Artikel zum Thema digitaler Unterricht gibt es hier.

Kommentar: Dienstpflicht für junge Menschen
Bundespräsident Steinmeier will eine Dienstpflicht für junge Menschen einführen. Hierbei soll es sich nicht um die altbekannte Wehrpflicht handeln, denn diese Debatte sei bereits abgeschlossen.
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Rania Qidan
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July 2022
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Bundespräsident Steinmeier will eine Dienstpflicht für junge Menschen einführen. Hierbei soll es sich nicht um die altbekannte Wehrpflicht handeln, denn diese Debatte sei bereits abgeschlossen. Die Dienstpflicht kann sich auf ganz unterschiedliche Bereiche beziehen. Nach der Schule sollen junge Menschen ihren eigenen Horizont erweitern, sagt Steinmeier. Ob in der Bundeswehr, bei der Betreuung von Senioren oder in Obdachlosenunterkünften, sei egal. Hauptsache es wird ein sozialer Dienst geleistet, der möglicherweise dabei helfen würde Vorurteile abzubauen und den gesellschaftlichen Zusammenhang stärke.

Dem Bundespräsident sei bewusst, dass das Einführen einer solchen Dienstpflicht nicht leicht ist, jedoch müsse die Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Es könnte dem Land gut tun, wenn junge Frauen und Männer, wenn auch nur für kurze Zeit, einen Dienst für die Gesellschaft leisten.

Er stellt auch klar, dass es sich nicht um ein ganzes Jahr handeln müsse. Der Zeitraum könne noch diskutiert werden. Es könne sich auch nur um ein paar Monate handeln. Es würde ihm nur darum gehen, dass sich junge Menschen für die Gemeinschaft einsetzen und sich sozial engagieren.

Was spricht gegen eine Dienstpflicht?

Es besteht die Gefahr, dass die vom Bundespräsidenten vorgeschlagene Dienstpflicht für junge Menschen, das Gegenteil bewirken würde. Jugendliche und junge Erwachsene zeigen bereits soziales Engagement. Sie organisieren Demonstrationen und setzten sich beispielsweise dafür ein, eine sozialere, tolerantere und klimafreundlichere Geselschaft zu werden. Außerdem gibt es viele, die nach ihrer schulischen Ausbildung ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Junge Menschen versuchen also bereits freiwillig die Gemeinschaft zu stärken. Eine “Pflicht” schreckt sie eher davon ab, sich für Dinge einzusetzen. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt und verlieren das Interesse und die Lust daran sich sozial zu engagieren, da sie durch eine “Pflicht” gezwungen werden etwas zu tun. Dies ist üblicherweise nicht der richtige Weg an junge Menschen ran zu kommen und sie für etwas zu motivieren.

Es sollte viel mehr in die Aufklärung investiert werden: Wie wichtig es ist und was für ein positives Ausmaß es haben könnte Menschen in Not zu helfen und sich für die Gesellschaft einzusetzen. Steinmeiers Idee, eine “Pflicht” einzuführen, um mehr Engagement zu verlangen ist also nicht der richtige Lösungsansatz. Eine Kampagne oder Aufklärungsaktion zu starten, bei der Bilder und Videos gezeigt werden, wie sehr Menschen mit ein wenig Arbeit geholfen werden kann, würde bei jungen Menschen sicherlich etwas anderes auslösen, als die Benachrichtigung, dass sie nun für einen gewissen Zeitraum “verpflichtet” sind zu helfen.

Familienministerin Lisa Paus (Grüne) und Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FPD) widersprechen ebenfalls dem Vorschlag des Bundespräsidenten. Stark-Watzinger behauptete, dass Jugendliche und junge Erwachsene  in der Corona-Pandemie bereits genug zurück gesteckt hätten. Es gäbe bereits viele die sich engagieren, die vorhandene Freiwilligkeit sollte gefördert werden, sagte die Bundesbildungsministerin. Auch Lisa Paus ist gegen eine Dienstpflicht: „Ein sozialer Pflichtdienst würde einen Eingriff in die individuelle Freiheit eines jeden Jugendlichen bedeuten“, dies teilte sie der Deutschen Presseagentur mit. Die Grünen-Politikerin ist ebenfalls dafür, den jungen Menschen die „Freiheit zur eigenen  Entscheidung“ zu lassen.

Den jungen Menschen die Freiheit zu lassen, selber zu entscheiden, wie sie nach ihrer schulischen Ausbildung fortfahren wollen ist der richtige Weg. Sie zu verpflichten einen sozialen Pflichtdienst zu absolvieren würde sie demotivieren. Sie hätten nach diesem Dienst eventuell keine Lust mehr weiterhin im sozialen Bereich zu arbeiten oder sich dahingehend auszubilden. Wenn ihnen jedoch in der Schulzeit und nach dem Abschluss mit auf den Weg gegeben wird, wie sehr sie Menschen helfen können, wenn sie sich sozial engagieren und ihnen Erfahrungsberichte vorgestellt werden, von Menschen die bereits etwas bewirken konnten, würde es sie möglicherweise motivieren selbst Engagement zu zeigen und sich einzusetzen.

Was sagt ihr? Stimmt ihr dem Bundespräsidenten zu? Soll es eine Dienstpflicht für junge Menschen geben oder würde das die Freiheit zu stark eingrenzen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Unterstützung und Hilfsmaßnahmen für ukrainische Kinder
Noch immer halten die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine an und für die Bevölkerung gibt es kein Aufatmen. Bislang haben rund 700.000 Geflüchtete aus der Ukraine Deutschland erreicht. 40% davon sind noch nicht volljährig.
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Alina Schwarz
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July 2022
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Noch immer halten die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine an und für die Bevölkerung gibt es kein Aufatmen. Bislang haben rund 700.000 Geflüchtete aus der Ukraine Deutschland erreicht. 40% davon sind noch nicht volljährig – Kinder, die Gewalt, Leid und Vertreibung erlebt haben und das nun verarbeiten müssen. Um die Not der Menschen zu lindern und vor allem die Zukunft, der durch den Krieg belasteten Kinder zu sichern, braucht es sofort umfassende Hilfsmaßnahmen.

Vertreibung, Flucht und Bildung

Der Zugang zu Bildung spielt eine große Rolle für die Zukunftssicherung und die Chancengerechtigkeit für Kinder auf der Flucht. In diversen Bundesländern in Deutschland gelingt die Integration von zugewanderten und geflüchteten Schüler:innen in das deutsche Bildungssystem über Vorbereitungs- und Willkommensklassen. Hier soll durch beispielsweise eine intensive Sprachförderung der Übergang in den Regelunterricht ermöglicht werden.

Bislang werden laut Angaben der Kultusministerkonferenz rund 130.000 ukrainischen Kinder in deutschen Schulen unterrichtet. Es fehlt weder an Engagement noch Hilfsbereitschaft, jedoch stellt der bereits massive Lehrkräftemangel ein Hindernis dar. Die wachsende Zahl an Schulkindern mit besonderen Bedürfnissen verschärft den Fachkräftemangel im deutschen Bildungssystem weiter.

Entwicklung neuer Hilfsmaßnahmen

Digitale Materialien und Lernmedien sollen Abhilfe schaffen, die Lehrkräfte beim Unterrichten unterstützen und die Integration erleichtern. Das Land Baden-Württemberg stellt verschiedenen Universitätszentren rund 160.000 Euro für die Forschung und Entwicklung von digitalen Hilfsmaßnahmen, wie Übersetzungssysteme oder Materialien für psychologische Ersthilfe, bereit. Die im stetigen Austausch entwickelten Projekte zur Unterstützung von ukrainischen Kindern sollen anschließend möglichst flächendeckend eingesetzt werden.

Zu sehen sind zusammengestreckte Hände.

Psychologische Hilfe und mentale Gesundheit

Neben der Debatte um die Beschulung von zugewanderten Kindern, steht die Frage nach weiterem Beistand und Unterstützung zur Bewältigung der schlimmen Erlebnisse im Raum. Viele der geflüchteten Kinder, nicht nur aus der Ukraine, leiden unter den traumatischen Erfahrungen. Umso wichtiger ist es, dass der Beistand die Kinder erreicht und klar ist: Niemand muss damit allein zurecht kommen.

Psychologische Hilfe und Krisenbetreuung speziell für ukrainische Kinder bieten die SOS-Kinderdörfer in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Start-up „krisenchat“ aus Berlin an. Der „SOS-krisenchat Ukraine“ ist online zu erreichen und bietet ein rund um die Uhr verfügbares und vertrauliches Hilfsportal – ein möglichst niedrigschwelliges Angebot. Um auf das Angebot aufmerksam zu machen, nutzen die Initiatoren soziale Medien und auch Push-Up-Benachrichtigungen über SMS. Lehrkräfte können ebenfalls direkt in den Schulen über die Möglichkeiten der Krisenbetreuung informieren und so für einen breiten Zugang sorgen.

Um den Kindern eine Freunde zu bereiten und ein klein bisschen Normalität zu schaffen,  ermöglichen viele deutsche Verlage den kostenlosen und häufig digitalen Zugang zu Kinder- und Schulbüchern in ukrainischen sowie russischer Sprache.

Was sind eure Erfahrungen mit der Unterstützung und Hilfeleistung für Kinder in Krisensituationen? Einen weiteren Artikel zum Thema Flucht und Migration gibt es hier.

Schulgesundheitsfachkräfte – Ein neues Berufsfeld
Die Gesundheitsbedürfnisse der Schüler und Schülerinnen sollten unabhängig von ihrem familiären Wohlstand stets gedeckt werden. Dadurch steigert sich die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden der Schüler:innen und Bildung wird chancengerechter.
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Rania Qidan
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July 2022
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Schulpolitik
Wissenschaft
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Stellt euch vor euch geht es gesundheitlich super. Ihr fühlt euch wohl und voller Energie. Üblicherweise arbeitet ihr in diesem Zustand am Besten. Euer Gehirn funktioniert so wie ihr es euch vorstellt und ihr seid nicht bei der kleinsten Aufgabe bereits erschöpft. Ihr geht regelmäßig zum Arzt und dies ist der Grund dafür, dass es euch gesundheitlich meistens gut geht. Dieses Ideal soll für alle Schüler:innen gewährleistet werden.

Die Gesundheitsbedürfnisse der Schüler und Schülerinnen sollen unabhängig von ihrem familiären Wohlstand stets gedeckt werden. Dadurch steigert sich die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden der Schüler:innen und eine chancengerechte Bildung  ist die Folge. Um genau so eine chancengleiche und gerechte Bildung zu erzielen hat Brandenburg das Konzept von Schulgesundheitsfachkräften an deutschen Schulen etabliert.

Das Konzept „School Health Nursing“ gibt es in den USA und Großbritannien bereits seit dem 20. Jahrhundert. Es soll für die Gesundheitsförderung und -versorgung innerhalb der Schule stehen. Brandenburg ist bereits seit 2009 interessiert daran dieses System an deutsche Schulen zu bringen. In Kooperation mit dem Bundesland Hessen gibt es seit 2017 nun 27 Schulen in Brandenburg und 10 in Hessen, in denen Schulgesundheitsfachkräfte tätig sind.

Was sind die Aufgaben der Schulgesundheitsfachkräfte?

Unter anderem beraten die Schulgesundheitsfachkräfte die Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern im Hinblick auf den Gesundheitsstatus der Kinder und Jugendlichen. Sie haben den Überblick über gesundheitliche Probleme einzelner und können gegebenenfalls an Fachkräfte außerhalb der Schule vermitteln. Außerdem wird durch sie der Besuch an einer Regelschule für Schüler:innen mit einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit erleichtert. Denn wie bereits erwähnt beraten sie die Kinder und Jugendlichen und bieten ihnen eventuell notwendige gesundheitliche Versorgung.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Schulgesundheitsfachkräfte ist das Entscheiden darüber, ob ein Kind bei Unwohlsein oder gar einem Unfall nach Hause geschickt wird oder doch lieber ein Krankenwagen gerufen werden sollte. Bisher haben Lehrkräfte und das Schulpersonal dies beurteilt. Mit einer ausgebildeten Fachkraft können solche Entscheidungen aber natürlich noch einmal anders und vielleicht besser beurteilt werden. Im Hinblick darauf können die Schulgesundheitsfachkräfte zusätzlich sowohl Lehrer:innen als auch das Schulpersonal entlasten.

Wieso sind Schulgesundheitsfachkräfte so wichtig?

Die Corona-Pandemie hat verstärkt gezeigt, wie wichtig es ist, eine solche Unterstützung in Schulen zu haben. Lehrkräfte kannten sich anfangs nicht so gut mit den Hygienevorschriften aus und hatten selbst Schwierigkeiten damit. Dadurch wurden sie psychisch stärker belastet und fühlten sich unsicher und in dem Bereich unzureichend gebildet. Eine Schulgesundheitfachkraft hätte in diesen Zeiten die benötigte Unterstützung geboten.

Die zentralen Themen sind „Bildungsgerechtigkeit, Inklusion, Ganztagsangebote, eine zunehmende Zahl von Kindern mit psychischen Problemen und chronischen Erkrankungen, eine wachsende Anzahl von Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Kulturkreisen“, wie aus einer gutachtlichen Stellungnahme der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hervorgehtt. In diesen Bereichen sollen Schulgesundheitsfachkräfte mit ihrer Erfahrung und Ausbildung Lehrkräfte entlasten.

Seit 2020 bieten die Evangelische Hochschule Darmstadt zusammen mit der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. Weiterbildungen von Gesundheits- und Kinder-/Krankenpflegekräften zu Schulgesundheitsfachkräften an. Hier kommt ihr zum Angebot und weiteren Informationen.

Eine Schnittstelle zwischen Gesundheit und Bildung — das würden Schulgesundheitsfachkräfte bieten. Sie würden Lehrkräfte entlasten und zum Ziel einer chancengleichen Bildung für alle beitragen. Wenn es einem gesundheitlich gut geht, kann besser gearbeitet und gelernt werden. Es sollte also in viel mehr Schulen in Deutschland das Konzept der Schulfachkräfte etabliert werden. In anderen Ländern weltweit hat sich es bereits bewährt. Warum nicht auch in ganz Deutschland ausprobieren?

Was denkt ihr? Sollte es an eurer Schule gesundheitsfachkräfte geben? Würde es euch als Lehrkraft entlasten? Trägt es etwas zur chancengleichen Bildung bei? Lasst uns eure Meinung zu dem Thema gerne in den Kommentaren wissen!

Politische Bildung: Aktivismus im Jugendbereich
Vor dem Hintergrund aktueller politischer Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Ukraine-Krieg oder der COVID-19 Pandemie wird der politischen Bildung und Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ein hoher Grad an Relevanz zugeschrieben.
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Anastasia Koulouri
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June 2022
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Gerade in Krisenzeiten ist sie besonders wichtig: politische Bildung. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Ukraine-Krieg oder der COVID-19 Pandemie wird der politischen Bildung und Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ein hoher Grad an Relevanz zugeschrieben – denn jeder Mensch, unabhängig von seinem Alter, hat das Recht auf politische Bildung.

Politische Bildung für Kinder und Jugendliche

Um dieses Recht der politischen Bildung von Jugendlichen aufrecht und intakt zu halten, muss es, nach Angaben des Bundesfamilienministerium (kurz: BMFSFJ), verbindlicher eingelöst und stärker verankert werden. Das kann zum einen damit umgesetzt werden, indem eigene Kinderrechte im Grundgesetz eingeführt werden, alle Schulen verpflichtend zwei Stunden Politikunterricht pro Woche für die fünften bis zu den zehnten Klassen unterrichten und dass mehr Möglichkeiten für außerschulische politische Bildung geboten wird.  

Die politische Bildung in Deutschland sollte dabei vielfältige Angebote haben: junge Menschen mit Migrationsbiografien, People of Color und postmigrantische Akteur:innen müssen als Anbieter:innen der politischen Bildung stärker anerkannt und ausgebaut werden, außerdem sollten junge Menschen mit körperlichen oder mentalen Behinderungen und Beeinträchtigungen ebenfalls barrierefrei an politischer Bildung teilnehmen können.

Politische Bildung bedeutet hier nach dem BMFSFJ über ein Recht auf Mitsprache, kritisches Denken, Hinterfragen und aktives Mitgestalten aufzuklären und Möglichkeiten der Beteiligung aufzuzeigen.

Auch das Deutsche Jugendinstitut, kurz DJ, erklärt, dass gerade in solch herausfordernden Zeiten die demokratische Lebens- und Gesellschaftsform viel Unterstützung in Form von politischer Bildung braucht. Gerade erst im Mai hat Lehrer News über die aktuelle Trendstudie “Jugend in Deutschland – Winter 2021/22” berichtet, indem die befragten Jugendlichen angaben, unzufrieden mit der deutschen Demokratie zu sein. Demokratiefeindlichen Tendenzen zu begegnen, kritische Medienkompetenz zu schulen und mehr Teilhabe zu ermöglichen ist deswegen gerade besonders relevant.

Aktivismus – politische Bildung und Beteiligung gehen Hand in Hand

Um gegen demokratiefeindliche Tendenzen vorzugehen und junge Menschen stattdessen für die Erhaltung der Demokratie zu begeistern und ihnen das Gefühl zu geben, in einer Demokratie eben auch gehört und gesehen zu werden, ist nicht nur die politische Bildung und Aufklärung, sondern auch die politische Beteiligung nach Angaben des BMFSFJ sehr wichtig. Jugendliche sollten die Möglichkeit besitzen, ihren sozialen Raum mitgestalten und über Probleme und Konflikte mitentscheiden zu können. Um diese Beteiligung zu unterstützen, kämpfen viele Akteur:innen unter anderem dafür, dass das Wahlrecht auf 16 Jahre, dass in manchen Bundesländern bereits auf Kommunalebene umgesetzt wurde, abgesenkt wird.

Neben dieser Partizipation ist es jedoch auch von Bedeutung zu wissen, was junge Menschen direkt lernen, wenn sie sich politisch beteiligen. Ein Ziel muss erkennbar sein, denn die politische Beteiligung sollte tatsächlich Einblicke und Erkenntnisse über das demokratische Zusammenleben geben.

Das BMFSFJ zeigt unter anderem auch, in welchen Bereichen sich 12 bis 25 Jährige aktuell am meisten und am wenigsten politisch engagieren, bzw. in welchen Bereichen Jugendliche unter anderem politisch aktiv werden können:

Engagement der 12- bis 25-Jährigen aufgeschlüsselt nach Bereichen.
Bildquelle: BMFSFJ

Aktivismus im Jugendbereich

Oft kommt die Frage auf, wann Kinder und Jugendliche denn “bereit” für politische Bildung und Beteiligung wären; sind Jugendliche “zu jung”, um aktuelle politische Geschehnisse zu verstehen und sich für ein bestimmtes Thema politisch einzusetzen?

Trotz der nötigen Entwicklungen und Verstärkungen in der politischen Aufklärung von Jugendlichen ist es jedoch nämlich nicht so, dass sich Jugendliche und Kinder nicht bereits selbst politisch organisieren und engagieren würden. Viele Jugendliche zeigen Initiative und den Willen, etwas bewirken zu wollen und am politischen Geschehen national und international beteiligt zu sein. “Generation Greta” schießt da als Stichwort wahrscheinlich am schnellsten bei den meisten in den Kopf. Dieser Begriff lässt sich auf die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zurückführen, die 2018 in Schweden mit ihrem “Schulstreik für das Klima” schon bald die globale Schüler:innen Bewegung “Friday’s For Future” ins Leben rief.

Auch am diesjährigen CSD in Düsseldorf berichteten Leiter der Demonstration, dass sich tausende von Jugendlichen an der Bewegung beteiligten, die für die Rechte der Menschen kämpft, die der LGBTQ+ Community angehören. In den USA wird ebenfalls deutlich, wie sich Jugendliche am politischen Geschehen beteiligen wollen: so organisierten Jugendliche teilweise Proteste für die “March Of Our Lives” Bewegung, die sich für die wirksamen Maßnahmen und Kontrolle der Waffenschutzgesetze in den USA einsetzt.

Politik wird uns, bewusst oder unbewusst, schon ab dem Kindesalter begleiten; deswegen ist politische Bildung so relevant und benötigt mehr Unterstützung.

Zum Abschluss könnt Ihr Euch hier noch einen Beitrag der DW vom letzten September ansehen, indem Schüler:innen und junge Menschen kurz vor der Bundestagswahl nochmal für die Klimagerechtigkeit aufgerufen haben. Auch auf Lehrer News könnt Ihr hier einen Beitrag über den Aktivismus fünf verschiedener Menschen mit Trisomie 21 durchlesen.

Wie setzt Eure Bildungseinrichtung politische Bildung um? Habt Ihr das Gefühl, dass dieser Grad an Bildung ausreichend ist, oder wünscht Ihr Euch neue Themen und Systeme, die die Politik näher an Jugendliche bringen könnte? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Unisex-Toiletten an Schulen: Was dafür und was dagegen spricht
Die Sägefeldschule, Grund- und Werkrealschule in Ulm, ist das jüngste Beispiel für die Einführung einer Unisex-Schultoilette, also einer Toilette, die allen Geschlechtern offen steht. Doch wie praktikabel ist die Umsetzung?
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Maximilian Pfab
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June 2022
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Die Sägefeldschule, Grund- und Werkrealschule in Ulm, ist das jüngste Beispiel für die Einführung einer Unisex-Schultoilette, also einer Toilette, die allen Geschlechtern offen steht. Ob sich derartige Einrichtungen in den kommenden Jahren flächendeckend durchsetzen, dürfte auch durch die Erfahrungen solcher Vorreiter-Schulen bedingt sein.

Das „Hamburger Modell“ der Schultoilette

Aufgrund der steigenden Zahl an Schüler:innen baut das Land Hamburg schon seit 2021 neue mehrstöckige Schulgebäude, deren Kern aus Stahlcontainern besteht. Beinahe alle Schulen, die das Angebot des dafür beauftragten Arichtekturbüros bislang in Anspruch genommen haben, entschieden sich im Zuge dessen für die Option der Unisex-Toilette. Pissoirs wurden gänzlich abgeschafft, die Kabinen sind durch deckenhohe Kabinenwände getrennt. Dabei stehen allerlei Sonderregelungen zur Auswahl. Etwa die Möglichkeit, einzelne Kabinen nicht für alle zugänglich zu machen oder die Mädchen-/Jungs-Toiletten nur durch Unisex-Toiletten zu ergänzen, aber zu erhalten. Auch die Schüler:innen sollen bei den Entscheidungen hierzu frühzeitig eingebunden werden.

Die Toilette als Politikum

Die Diskussion über Unisex-Toiletten an Schulen findet in Zusammenhang mit der Aufweichung des binären (zweigeteilten) Geschlechtermodells in den letzten Jahre statt. Erst 2018 musste der Bundestag in Folge eine Urteils des Bundesverfassungsgerichts beschließen, im staatlichen Personenstandsregister neben „männlich“ und „weiblich“ eine dritte Option („divers“) anzubieten. Für die Einen sind das kleine Siege im Kampf gegen Unsichtbarmachung von Trans- und Interpersonen, Andere sehen darin eine konstruierte und widernatürliche „Gender-Ideologie“. Auch die Diskussion über das Ende der Geschlechtertrennung in öffentlichen Toiletten ist genauso politisch, wie die Gründe ihrer Einführung.

Tatsächlich ist die Gender-basierte Trennung von Toilettenanlagen ein Phänomen, das sich erst seit dem 19. Jahrhundert durchsetzte. Während Männer öffentliche Ämter besetzen und Lohnarbeit verrichten, wurden und werden Frauen in die Rolle der Hausfrau gedrängt, die unbezahlte Sorge- und Reproduktionsarbeit zu leisten hat. Namentlich das im Großbritannien des 19. Jahrhundert rigide viktorianische Geschlechterbild setzte die gesellschaftliche Geschlechtertrennung auch in den öffentlichen Toilettenanlagen durch. Mit weitreichenden Folgen: Noch im 21. Jahrhundert gab es in den USA vereinzelte Colleges, in denen Frauen weite Wege für den Toilettengang zurücklegen mussten, da in manchen Uni-Gebäuden nur begrenzt Räumlichkeiten für den Toilettengang vorhanden waren – diese wiederum waren ausschließlich Männern vorbehalten.

Der langsame Abschied vom binären Geschlechtersystem

Die historischen Hintergründe der Zwei-Geschlechter-Toilette deuten an, warum viele sie heute nicht mehr als zeitgemäß erachten. Schon die Einrichtung von Frauen-Toiletten im öffentlichen Raum musste erkämpft werden, genauso wie die Teilhabe von Frauen am öffentlichen Leben überhaupt. Nun soll die Aufteilung des öffentlichen Raums erneut verändert werden. Dazu gehört, die Trennung auf Grundlage einer als veraltet wahrgenommenen Geschlechter-Dichotomie auch im Bereich der Toilettenanlagen zu überwinden. Das Bedürfnis von trans- und intersexuellen Personen, nach einer Toilette für alle, verstärkt diese Entwicklung. Ihre Geschlechtsidentität ist mit einem nach binären Geschlechtervorstellungen aufgeteilten öffentlichen Raum nicht vereinbar. Teil dieses Kampfes um mehr Akzeptanz von trans- und intersexuellen Identitäten muss daher auch der Bildungsbereich sein. So wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Ursachen von Trans- und Intersexualität vermittelt werden sollten, ist auch darüber nachzudenken, welche praktischen Bedürfnisse Trans- und Interpersonen im Schulalltag haben, zum Beispiel im Hinblick auf den Toilettengang.

Demonstration am Transday of Visibility, Washington 2019. Weltweit streiten trans- und intersexuelle Personen für ihre Anerkennung.
Demonstration am Transday of Visibility, Washington 2019. Weltweit streiten trans- und intersexuelle Personen für ihre Anerkennung (Quelle: Ted Eytan)

Nicht nur das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit kann als Argument für Unisex-Toiletten angeführt werden. Denn in vielen Schulgebäuden ist die Toilettensituation für Schüler:innen allgemein unbefriedigend. Lange Wartezeiten von Mädchentoiletten können vermieden werden, wenn alle vorhandenen Toilettenanlagen auch von allen genutzt werden dürfen. Der eingangs erwähnte Vorstoß aus Ulm entspringt nicht nur der geschlechterpolitischen Stoßrichtung der Verantwortungsträger:innen, er ist auch ein Versuch, begrenzte räumliche Kapazitäten effektiv zu nutzen. Der Neubau beziehungsweise die Renovierung entsprechender Räumlichkeiten bietet also Modernisierungs-Chancen auf verschiedenen Ebenen.

Wie praktikabel sind Unisex-Toiletten an Schulen?

Dennoch gibt es schlüssige Argumente gegen Unisex-Toiletten an Schulen, die nicht auf dem Beharren auf einer überkommenen Geschlechtersegregation fußen. Man muss keineswegs ein:e religiöse:r Fantiker:in oder rechtsaußen-Politiker:in sein, um Fragen nach der Praxistauglichkeit von Unisex-Toiletten in einer weiterhin vom binären Geschlechtersystem geprägten Gesellschaft aufzuwerfen. Insbesondere stellt sich die Frage, ob es überhaupt dem Interesse aller entspricht, die gleiche Toilette zu benutzen. So gab es an manchen Schulen Beschwerden über die mangelnde Sauberkeit der Unisex-Toiletten, für die männliche Schüler verantwortlich gewesen sein sollen.

Ein weiteres Argument gegen Unisex-Toiletten an Schulen ist die Funktion der Frauen-Toilette als weiblicher Schutz- und Rückzugsraum, der dann verloren ginge. Einige Mädchen könnten sich unwohl dabei fühlen, die Toiletten mit den Jungs zu teilen, auch aus Angst vor übergriffigem Verhalten. Die Versuche in Hamburg oder Ulm dürften nur der Startschuss für weitere Einrichtugnen von Unisex-Toiletten in den nächsten Jahren sein. Sie werden Aufschluss darüber geben, wie praktikabel die geschlechterübergreifenden Toiletten an deutschen Schulen sind. Dass die Zeit der Aufteilung nach zwei Geschlechtern im Begriff ist abzulaufen, liegt allerdings ohnehin nahe. Denn abseits der Unisex-Toilette bestehen schließlich weitere Möglichkeiten der Kompromissfindung, etwa die bedarfsorieniterte Einrichtung von Bereichen nur für Trans-Personen oder ausschließlich FLINTA (Frauen, Lesben, Trans-. Inter- und Agender-Personen) vorbehaltene Toiletten.

Welche Haltung habt ihr zur Einführung von Unisex-Toiletten an Schulen? Haltet ihr einen solchen Vorstoß an eurer Schule für realistisch? Hinterlasst gerne einen Kommentar mit eurer Meinung.

Mutterschutz und Lehrermangel – Rückkehr in den Präsenzunterricht für schwangere Lehrerinnen?
Es scheint wieder Normalität in den Alltag zurückgekehrt zu sein. Nach fast drei Jahren Pandemie, mehreren Lockdowns, Distanzunterricht und dem Gefühl, die Decke würde einem auf den Kopf fallen, ist die Welt nun wieder dabei „normal“ zu werden.
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Rania Qidan
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June 2022
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Es scheint wieder Normalität in den Alltag zurückgekehrt zu sein. Nach fast drei Jahren Pandemie, mehreren Lockdowns, Distanzunterricht und dem Gefühl, die Decke würde einem auf den Kopf fallen, ist die Welt nun wieder dabei „normal“ zu werden. Dennoch begleitet uns das Coronavirus weiterhin. Die wieder mal steigenden Zahlen beunruhigen uns und wir wollen auf alle Fälle verhindern, dass es zu einem erneuten Shutdown kommt. Die Schulen sollen mit allen Mitteln offen bleiben. Trotzdem darf der Schutz der Schüler:innen und Lehrkräfte mit den steigenden Zahlen nicht in den Hintergrund geraten.

Vor allem schwangere Lehrerinnen sollten der Gefahr einer Ansteckung und Erkrankung an Corona nicht ausgesetzt werden. Doch der zunehmende Lehrermangel bringt Baden-Württembergs Kultusministerin dazu, die bisher geltenden Regelungen ändern zu wollen. Die Regierungspräsidien und Verbände kritisieren ihre Aussage stark.

Theresa Schopper (Grüne) ist der Meinung, dass schwangere Lehrerinnen wieder in Präsenz unterrichten sollen — die Regierungspräsidien sehen dies anders und wollen die bisherigen Regelungen beibehalten. Bisher galt in Baden Württemberg, ein pandemiebedingtes Verbot für schwangere Lehrkräfte in Präsenz zu unterrichten.

Was sagen die Regierungspräsidien dazu?

Nach Wertung des Robert-Koch-Institutes (RKI) wird das Risiko für Schwangere immer noch als hoch eingestuft. Dies teilten die Regierungspräsidien auf die Aussage der Kultusministerin mit. Auch die Mutterschutz Verbände sind gegen eine Regeländerung. Schwangere Lehrerinnen in Präsenz einzusetzen, stellt diese vor die Gefahr, sich zu infizieren und einen möglicherweise drastischeren Krankheitsverlauf durchzumachen, als nicht-Schwangere, so das Landessozialministerium. Daher sollte dieses Risiko nicht eingegangen werden. Dies gilt natürlich nicht nur für schwangere Lehrkräfte, sondern für Risikogruppen generell. Eine Beschäftigung der Risikogruppen in Präsenz ist demnach laut dem Kultusministerium nur in Ausnahmefällen, bei „ausreichenden Maßnahmen zum Infektionsschutz“, möglich. Dies soll auch weiterhin so bleiben.

Laut der GEW Baden-Württemberg kann vor allem bei Vorschul- und Grundschulklassen 1-3 „das Risiko einer Gefährdung einer Schwangeren nicht ausreichend begrenzt werden“. Somit ist eine Beschäftigung in diesem Bereich generell nicht möglich. Bei der Teilnahme an Lehrerkonferenzen und Prüfungen ist ein Präsenz-Aufenthalt möglich, es sei denn es liegt auch hierfür ein Beschäftigungsverbot vor.  

Rechtfertigt der Lehrermangel die Gefährdung der Gesundheit der Lehrkräfte?

Der Lehrermangel ist Grund für die Forderung der Kultusministerin. Sie möchte zu den alten Mutterschutzregelungen zurückkehren, da der Personalmangel vor allem in Grundschulen eine große Herausforderung darstelle. Schwangere Lehrerinnen würden sehr plötzlich und sehr lange ausfallen und von einem Tag auf den anderen nicht mehr für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen. Daher wünsche sich Schopper, dass schwangere Lehrkräfte wieder mehr in Präsenz eingesetzt werden könnten. Ihr sei jedoch bewusst, dass die medizinische Expertise bei dieser Regeländerung mit einbezogen werden müsse.

Die Regierungspräsidien argumentieren dagegen. Mit der fehlenden Masken- und Testpflicht steige das Infektionsrisiko. Die steigenden Zahlen sprechen ebenfalls dafür, die Regelungen so beizubehalten. Ob geimpfte Schwangere einem geringeren Risiko ausgesetzt sind, ist ebenfalls unklar, demnach kann dieses Argument bis auf weiteres nicht beachtet werden.

Der Mangel an Personal sorgt natürlich für Probleme und muss schnellstmöglich behoben werden. Jedoch ist die Gefährdung der Gesundheit der Lehrkräfte nicht die richtige Lösung und sollte auch gar nicht erst als solche in Betracht gezogen werden. Die Gesundheit werdender Mütter und die der ungeborenen Kinder zu schützen sollte stets Priorität haben. Nun ist es wichtig an einer wirklichen Lösung für den Lehrermangel zu arbeiten.

Was denkt ihr? Sollte die Regelung bestehen bleiben oder sollten schwangere Lehrerinnen auf Grund des Personalmangels wieder in Präsenz eingesetzt werden? Lasst uns eure Meinung zu dem Thema gerne in den Kommentaren wissen.

Des Weiteren kommt ihr hier zu einer tabellarisch aufgelisteten Übersicht, welche euch und alle Beteiligten bei der Beurteilung von Gefährdungen am Arbeitsplatz und passenden Schutzmaßnahmen unterstützen soll.

Baden-Württemberg evaluiert Digitalisierung der Schulen
Das Land Baden-Württemberg startet ein Pilotprojekt, um den Zustand der Digitalisierung an Schulen zu evaluieren.
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Jérôme Seibert
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June 2022
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Das Land Baden-Württemberg startet ein Pilotprojekt, um den Zustand der Digitalisierung an Schulen zu evaluieren.

Spätestens mit der Coronapandemie hat an vielen Schulen ein Digitalisierungsschub eingesetzt, jedoch fehlt es verlässlichen Informationen über den Stand der Digitalisierung an einzelnen Schulen. Daher hat das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) im Auftrag des Kultusministeriums unter dem Motto “Auf dem Weg zur digitalen Schule – Wo stehen wir? Wo soll es hingehen?” das Erprobungsprojekt “Tool digitale Schule” gestartet.

Ziel des Projektes ist, Schulen in Baden-Württemberg eine “interne Standortbestimmung” zum Zustand der Digitalisierung vorzunehmen, um so “schulspezifische Entwicklungsbedarfe konkret zu identifizieren, um für die eigene Schule passgenaue und zielführende Maßnahmen zur weiteren, pädagogisch ausgerichteten Digitalisierung ableiten zu können.”

Hinter dem “Tool digitale Schule” versteckt sich also ein Fragebogenpaket, welches Schulen ausfüllen und fünf Kerngebiete abfragt: Rahmenbedingungen, Datengestützte Qualitätsentwicklung, Führung und Management, Professionalität und Zusammenarbeit, Lehren und Lernen. Die Befragung von Lehrkräften, Schüler:innen und Eltern soll Aufschluss über die derzeitige Situation der Digitalisierung an der Schule geben, um daraus Handlungsoptionen abzuleiten.

Bevor das Tool allen Schulen zur Verfügung gestellt wird, führt das IBBW einen Probelauf mit circa 200 Schulen durch, die sich bis Ende Juni bewerben konnten. Von Juli bis Oktober werden die Schulen befragt und die Daten ausgewertet. Bis Juli nächsten Jahres soll die Befragung evaluiert werden, um zu testen, ob der Fragebogen verlässlich funktioniert und die darauf basierenden Maßnahmen erste Wirkung zeigen.

Damit geht Baden-Württemberg einen wichtigen Schritt in Richtung datenbasierter Schulplanung.

Weltdrogentag: Prävention von Drogenmissbrauch an Schulen
Auch heute noch wird es teilweise als Tabuthema angesehen: der Drogenmissbrauch an Schulen. Viele Eltern möchten nicht glauben, dass ihr Kind in der Schule vielleicht raucht oder Alkohol konsumieren könnte, doch die Realität sieht häufig anders aus.
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Anastasia Koulouri
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June 2022
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Auch heute noch wird es teilweise als Tabuthema angesehen: der Drogenmissbrauch an Schulen. Viele Eltern möchten nicht glauben, dass ihr Kind in der Schule vielleicht raucht oder Alkohol konsumieren könnte. Sie sind in dem festen Glauben, dass Bildungseinrichtungen eine sichere und drogenfreie Umgebung für ihre Kinder darstellen. Durch die COVID-19 Pandemie und dem Krieg in der Ukraine ist der Drogenmissbrauch an Schulen ein Thema, das eher in den Hintergrund geraten ist. Doch gerade während solchen Krisenzeiten ist es wichtig, über Drogenmissbrauch und wichtiger noch, die Prävention dessen, zu sprechen.

Der internationale Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr

Über die Prävention des Drogenmissbrauches an Schulen sprechen wir heute nicht ohne Grund: jährlich findet am 26. Juni nämlich der internationale Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, kurz auch oft einfach “Weltdrogentag” genannt, statt. Der Weltdrogentag wurde am 07. Dezember 1987 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um durch aktive Zusammenarbeit auf das Ziel einer drogenfreien Gesellschaft hinzuarbeiten. Im Rahmen des aktuellen #careincrisis Projektes möchten die UN darüber informieren, wie Krisenzeiten Menschen anfälliger für Drogenmissbrauch machen. Im Vordergrund steht dabei, Betroffenen Hilfe in Form von Therapie zu verschaffen und Prävention durch Information und die De-Stigmatisierung dieses Themas anbieten zu können.

Drogenmissbrauch an deutschen Schulen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder an Schulen mit Drogen konfrontiert werden – ob es nun Zigaretten, Alkohol oder Cannabis sein sollte – ist nicht gerade gering. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) untersucht dafür regelmäßig in repräsentativen Stichproben, wie viele Kinder und junge Erwachsene bereits Drogen konsumiert haben oder aktuell in welchen Zeitraum konsumieren. Für die aktuelle Alkoholsurvey, die diesen Monat erschienen ist, wurden 7.002 Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Zeitraum April bis Juni 2021 befragt.

Prävalenz des Rauschtrinkens von 12 bis 17 Jährigen.
Bildquelle: BZgA Alkoholsurvey 2021

Die Ergebnisse der aktuellen Stichprobe zeigen, dass die 30-Tage-Prävalenz des Rauschtrinkens sowohl bei den männlichen als auch weiblichen 12 bis 17 Jährigen Befragten rückläufig ist. Sie ist derzeit niedriger als in den frühen 2000er. Auch bei den 18 bis 25 Jährigen ist das Rauschtrinken prozentual zurückgegangen.

Rauchen und Nierauchen bei 12 bis 17 Jährigen.
Bildquelle: BZgA Alkoholsurvey 2021

Im Vergleich zu 2001, in dem 27,5 Prozent der Jugendlichen angegeben hatten, bereits geraucht zu haben, ist diese Zahl signifikant zurückgegangen. Somit gaben im Jahr 2021 nur 6,1 Prozent der befragten Jugendlichen an, bereits Zigaretten geraucht zu haben oder aktuell zu rauchen.

Prävalenz des Cannabiskonsums der 12 bis 17 Jährigen.
Bildquelle: BZgA Alkoholsurvey 2021

Im Gegenteil zum Alkoholkonsum und dem Rauchen hat sich der Anteil des Cannabiskonsums unter Jugendlichen in den letzten 12 Monaten sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Befragten leicht erhöht.

Trotz dieser erkennbaren Rückgänge des Drogenmissbrauchs bleibt es weiterhin essentiell, Jugendliche über den Umgang mit Drogen und die potenziellen gesundheitlichen und mentalen Folgen zu informieren, um diesen Rückgang auch beizubehalten. Als Lehrkraft ist es unheimlich wichtig, sich für die Prävention des Drogenmissbrauches an Schulen einzusetzen, um die Schüler:innen zu schützen. Als Präventionsmaßnahme kann das Thema und seine Gefahren in einem Unterrichtsthema näher gebracht werden. Es gibt jedoch auch verschiedene Projekte, die die Prävention anregen wollen.

BE SMART – DON’T START: Ein Wettbewerb als Präventionsprojekt

Startseiten-Bild der BE SMART Homepage.
Bildquelle: BE SMART

Der Klassenwettbewerb “Be smart – Don’t start” setzt sich in Form eines Klassenwettbewerbs zur Prävention des Rauchens ein. Seit über 20 Jahren wird dieser Wettbewerb bereits erfolgreich an Deutschlands Schulen durchgeführt. Der Wettbewerb richtet sich gezielt an die Klassen 6 bis 8 – da in diesem Alter die meisten Jugendlichen mit dem Rauchen beginnen – und möchte diese dazu bringen, rauchfrei zu bleiben und “Nein” zu Zigaretten, E-Zigaretten, Shishas, E-Shishas, Tabak und Nikotin zu sagen.

Für die Teilnahme am Wettbewerb müssen die teilnehmenden Schüler:innen einer Klasse alle zustimmen und vertraglich den Regeln einwilligen, in dem angegebenen Zeitraum rauchfrei zu bleiben und dies monatlich der Wettbewerbszentrale zu melden. Gewinner können unter anderem 5.000 Euro für die Klassenkasse gewinnen. Ziel des Wettbewerbs ist es, das Rauchen bei Jugendlichen zu verhindern oder so weit wie es geht hinaus zu zögern. Über die spezifischen Regeln, Ziele und Gewinne und wie ihr euch bei dem Wettbewerb anmelden könnt, erfahrt ihr hier.

Falls Sie das Gefühl haben, dass einer ihrer Schüler:innen Drogen missbraucht, sollten sie auf jeden Fall ihre Hilfe anbieten; jedoch ist dies mit Vorsicht zu begehen und jeder Fall individuell zu berücksichtigen, da nicht alle Umstände und Situationen gleich sind. Die GEW zeigt dafür in diesem Artikel Beispiele aus realer Präventionsarbeit.

Wurdet Ihr in Eurer Bildungseinrichtung bereits mit dem Thema des Drogenmissbrauches konfrontiert? Wie schätzt ihr den Wettbewerb BE SMART als Präventionsmaßnahme ein und würdet ihr eurer Klasse die Teilnahme an so einem Projekt vorschlagen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Das war der #GEWTAG22
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kam vom 21. bis 24. Juli in Leipzig zusammen, um auf dem außerordentlichen Gewerkschaftstag 2022 neue Anträge zu verabschieden und über drängende Themen der Bildungslandschaft zu debattieren.
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Kornelius Kindermann
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June 2022
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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kam vom 21. bis 24. Juli in Leipzig zusammen, um auf dem außerordentlichen Gewerkschaftstag 2022 neue Anträge zu verabschieden und über drängende Themen der Bildungslandschaft zu debattieren. Der Gewerkschaftstag ist dabei das höchste Beschlussgremium der GEW, auf dem 432 Delegierte über die Positionen der GEW zu bildungs- und tarifpolitische Themen entscheiden. Die wichtigste Forderung der GEW ist dabei die Herabsetzung der Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden, damit Lehrer:innen mehr Zeit haben, qualitativ guten Unterricht vorzubereiten. Eine Reduzierung der Pflichtstunden sei der „Schlüssel zur Entlastung“, sagte der GEW-Experte für Tarif- und Beamtenpolitik, Daniel Merbitz. Die GEW liefert selbst eine Übersicht zu den Themen der Sitzungen, diese findet Ihr hier und hier.

Die wichtigsten Aspekte des Gewerkschaftstags in Kürze zusammengefasst:

Fachkräftemangel und Entlastung der Lehrkräfte

„In den kommenden fünf bis sechs Jahren fehlen uns 200.000 Beschäftigte in der frühkindlichen Erziehung und 250.000 in den Schulen“, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern bereits vor dem Auftakt des Gewerkschaftstages. Dieser Missstand habe zwei Konsequenzen: Vorhandene Lehrkräfte seien überlastet, weswegen Reformen im Lehrberuf gefordert werden, außerdem solle der Lehrberuf attraktiver gemacht und Qualifikationshürden abgebaut werden.

Hierfür setzte sich auch die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahim ein. Sie sicherte der GEW Unterstützung für zahlreiche bildungspolitische Vorhaben zu. Dazu zählten das Vorgehen gegen den Fachkräftemangel, die Stärkung der beruflichen Bildung, eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes, ein Wegfall des Schulgeldes bei der Ausbildung in Erziehungsberufen, eine Besoldung nach A13 für alle Schulformen, mehr politische Bildung an Schulen, eine BAföG-Strukturreform und das Engagement für ein Wissenschaftsentfristungsgesetz. Bund und Länder müssten nochmals an ihr Versprechen aus dem Oktober 2008 erinnert werden, die Ausgaben für Bildung und Forschung auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern.

Um den Teufelskreis aus Überlastung und Fachkräftemangel zu durchbrechen, setzte die GEW ihr Arbeitszeitpolitik außerdem konsequent fort: Die Delegierten stimmten für einen Antrag, der neben der Erwerbs- auch die Sorgearbeit, Weiterbildung sowie politisches und ehrenamtliches Engagement in den Blick nimmt. Eine Kernforderung bleibt die gewerkschaftliche Forderung nach einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. „Wir müssen Vollzeitbeschäftigung neu definieren“, betonte GEW-Vorstandsmitglied Frauke Gützkow. Außerdem fordert die GEW ein Recht auf Teilzeit sowie ein Rückkehrrecht auf Vollzeit in allen Organisationsbereichen. Dieser Einsatz für flexible Arbeitszeiten müsse mit dem Engagement gegen unfreiwillige Teilzeit und prekäre Arbeitsbedingungen einhergehen – Erzieher:innen und Lehrer:innen sollen sich Teilzeit auch leisten können.

Außerdem fordert die GEW ein einphasiges und duales Masterstudium als zweiten Regelweg zum Lehramt an berufsbildenden Schulen, um zusätzliche Fachkräfte auszubilden. Für das duale, einphasige Lehramtsstudium sollten mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt werden. Das Studium selbst solle je nach Vorqualifikation zwei bis vier Jahre dauern.

„Ungleiches ungleich behandeln“ – Chancengleichheit in der Bildung

Um die Löcher in der Bildungslandschaft zu stopfen erklärte die GEW das Motto „Ungleiches ungleich behandeln“ zur Methode. Überforderte oder schlechter situierte Schulen müssten mehr Förderung erhalten. Dies geht mit der Warnung vor einer Erosion von Chancengleichheit einher: Kinder müssten in ganz Deutschland die selbe Chance auf die selbe Bildung haben, ein Grundsatz, der durch stark unterschiedlich leistungsfähigen Schulen bedroht ist. Während Deutschlands Schulen jedes Jahr 50.000 Jugendliche ohne Abschluss entließen habe sich diese Zahl in den vergangenen beiden Pandemiejahren verdoppelt. Dies steht in Verbindung mit den zum Teil nur mangelhaft finanzierten digitalen Bildungsangeboten der Schulen.

Bundeskanzler Olaf Scholz sprach per Videobotschaft ebenfalls auf dem Gewerkschaftstag und sprach genau diese drohende Ungleichheit an: „Wir brauchen ein Bildungssystem, das jedem und jeder die Chancen auf einen Bildungsweg eröffnet, den er oder sie einschlagen möchte“, sagte Scholz in seiner Videobotschaft. „Gute Bildung darf nicht von der Herkunft, dem Geldbeutel oder dem Wohnort abhängen.“. Zudem verwies er darauf, dass jeder Bildungsabschluss wichtig sei und anerkannt gehöre. Es müsse nicht immer das Abitur und ein Hochschulstudium sein, auch eine Berufsausbildung sei eine gute Grundlage für einen erfolgreichen Bildungsweg.

Videobotschaft des Bundeskanzlers Olaf Scholz an die GEW
Quelle: Youtube

Um die Bildungsgleichheit zu gewährleisten verabschiedeten die Delegierten unter anderem einen Dringlichkeitsantrag, der eine deutliche Erhöhung der studentischen Ausbildungsförderung auf 1.200 Euro fordert. Aktuell liegt der Höchstbetrag bei monatlich 752 Euro (mit Zuschlag zu Kranken- und Pflegeversicherung bei 862 Euro). Das sogenannte BAFÖG solle außerdem elternunabhänger gestaltet werden, die GEW sieht dort erheblichen Nachbesserungsbedarf in der Bundespolitik.

Verschärfte Positionierung zu aktuellen politischen Themen

Auch aktuelle politische Diskurse fanden ihren Platz auf dem Gewerkschaftstag. Die Ukrainekrise veranlasste die GEW noch einmal im Besonderen dazu, die Voraussetzungen für eine schnellstmögliche Integration Geflüchteter zu fordern. Bund und Länder sollten die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Kitas, Schulen und Hochschulen, sowie eine berufliche Qualifizierung ermöglichen. Der Krieg in der Ukraine habe Millionen Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, in die Flucht gezwungen. Deutschland und seine Bildungseinrichtungen müssten ein sicherer Zufluchtsort für alle Geflüchteten sein.

Beschlossen wurde außerdem der Antrag „Es gibt keine Arbeit auf einem toten Planeten – für ein lebendiges Klima in Lehre und Forschung“. Künftig will sich die GEW noch stärker in Debatten über die Folgen des Klimawandels für Hochschulen und Forschungsinstitute, die zugleich auch Lehr- und Lernorte seien, einmischen. Der Begriff Klima wird dabei weit gespannt und zusammen mit sozialer Gerechtigkeit gedacht: Klimaschutz sei mehr als Energiesparen und Müllvermeidung, eine sozial-ökologische Transformation brauche vielmehr ein ganzheitliches Konzept. Hochschulen und Forschungsinstitute müssten dabei eine Vorreiterrolle einnehmen. Dieser Vorstoß der GEW liegt auf einer Linie mit einer Positionierung und Engagement gegen Kinderarbeit. Seit 2011 engagieren sich Ehrenamtliche der GEW-Stiftung „fari childhood“ auf diesem Feld. „Der Kampf gegen Kinderarbeit gehört zur DNA jeder Gewerkschaft“, sagt Marlis Tepe, Vorstand der Stiftung, die dieses Jahr mit Standing Ovations ihr Amt niederlegte. „Wir kämpfen für gute und faire Arbeitsbedingungen, und wir kämpfen auch politisch gegen Kinderarbeit“. Dass die GEW dabei gehört wird, zeige die Verabschiedung des deutschen Lieferkettengesetzes im zurückliegenden Jahr.

Eine weitere Frage der sozialen Gerechtigkeit bearbeitete die GEW mit den Forderungen, Kinder aus der Armut zu holen und soziale Arbeiter:innen an Schulen zu stärken. „Jedes Kind in Deutschland soll gute Chancen auf Teilhabe und Bildung haben, und zwar von Anfang an“, sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) in ihrer Videobotschaft an die Delegierten des GEW-Gewerkschaftstages. Dies will die Ministerin durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz und bundesweite Standards erreichen. Mit einem Investitionsprogramm in Höhe von 2,75 Milliarden Euro werde der Bund Länder und Kommunen bei einer zuverlässigen und guten Ganztagsbildung unterstützen, auch, um neue Fachkräfte für eine gute Ganztagsbildung zu gewinnen.

Was haltet Ihr von den Forderungen der GEW? Sind sie umsetzbar, sind sie sinnvoll? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

#studentsnotproducts – Datenschutzverstöße von EdTechs in der Kritik
Digitale Klassenzimmer und Tools sind während des Homeschoolings in der Pandemie unentbehrlich geworden. Die Softwarelösungen ermöglichen es Lehrkräften ihren Unterricht schnell und unkompliziert von zu Hause aus abzuhalten.
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Jakob Rittmaier
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June 2022
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Digitale Klassenzimmer und Tools sind während des Homeschoolings in der Pandemie unentbehrlich geworden. Die Softwarelösungen ermöglichen es Lehrkräften ihren Unterricht schnell und unkompliziert von zu Hause aus abzuhalten. Darüber hinaus lassen sich Lerninhalte so spannend und zeitgemäß vermitteln. Die Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch hat nun 164 Produkte im Hinblick auf die Einhaltung des Datenschutzes getestet. Das Ergebnis ist erschreckend: 149 der getesteten Applikationen, also 89 Prozent, sammeln offenbar Daten ihrer jungen User:innen.

Schüler:innen kommen um Nutzung von EdTech teilweise nicht herum

Das Tech-Unternehmen an den Nutzerdaten ihrer Kunden verdienen ist kein Geheimnis. Wer beispielsweise in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird das unangenehme Gefühl kennen andauernd mit scheinbar personalisierter Werbung zu gebombt zu werden. An diesen Umstand haben wir uns längst gewöhnt. Seiten wie Instagram und Co. sind kostenfrei, weil wir nun mal mit unseren persönlichen Daten bezahlen. Deutlich schwieriger wird es hingegen bei Programmen, die im Unterricht genutzt werden sollen. Denn hier ist die Nutzung der Software teilweise unvermeidbar, um überhaupt richtig am Unterricht teilnehmen zu können. Dies trifft auch auf einige der betroffenen Programme zu. Human Rights Watch kritisiert dabei insbesondere, dass die betroffenen EdTech-Produkte von 49 Regierungen weltweit gefördert wurden.

Welche Informationen wurden gesammelt?

Human Rights Watch gibt in der Analyse auch einen Überblick über die Art der gestohlenen Daten: So zeichnen die Tools beispielsweise auf, zu welchen Zeitpunkten sich die Schüler:innen in die Apps einloggen und was sie dort machen. Auch die Kontakte zwischen den Schüler:innen werden ausgewertet, genauso von welchem Endgerät aus die Software genutzt wird. Darüber hinaus könnten die Daten mit andernorts gesammelten Informationen kombiniert werden, um beispielsweise Rückschlüsse über Vorlieben oder gar die Persönlichkeit der Nutzer:innen zu ziehen. So lässt sich ein detailliertes Profil über die User:innen erstellen, welches sich zu Werbezwecken nutzen lässt. Ein No-Go für die Organisation: “Kinder sollten in der Schule sicher sein, egal ob vor Ort oder Online,” kommentierte Hye Jung An, Mitarbeiterin im Bereich Kinderrecht bei der Human Rights Watch, die Ergebnisse. Die NRO wirft sowohl den EdTech-Unternehmen als auch den verantwortlichen Regierungen schwere Verletzungen der Persönlichkeitsrechte vor

Betroffene Anwendungen

Alle 149 der betroffenen Produkte und Hersteller aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, deshalb wollen wir hier nur eine Auswahl der bekanntesten Namen auf der Liste geben: Scharf kritisiert wurde unter anderem die Adobe Connect App, eine Anwendung mit der sich Videokonferenzen abhalten lassen. Human Rights Watch entdeckte im Code der Software die Möglichkeit Telefonnummern von Nutzer:innen zu sammeln. Auch in Microsoft Teams und der beliebten Anwendung Moodle finden sich die selben sogenannten SDKs (Software Developer Kits) zum Sammeln von Daten. Human Rights Watch fordert die Regierungen in der Kampagne #studentsnotproducts auf, die Gesetze für den Datenschutz im Bereich eLearning zu verschärfen und Lücken, die einen solchen Missbrauch möglich machen, auszumerzen. Eine wichtige Forderung, da EdTech-Produkte mit der fortschreitenden Digitalisierung des Bildungssektors immer bedeutender werden.

Was sagt ihr zum Bericht? Benutzt ihr eines der betroffenen Produkte im Unterricht? Den kompletten Report der Organisation samt Forderungen zur Verschärfung des Datenschutzes findet ihr hier.

Digitale Grundbildung als neues Schulfach in Österreich
Das Schulfach Informatik ist in Österreich an den AHS (Allgemeinbildenden höheren Schulen) und an den Hauptschulen bereits seit Jahren spätestens ab der 9. Klasse ein fester Teil des Unterrichts.
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Anastasia Koulouri
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June 2022
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Das Schulfach Informatik ist in Österreich an den AHS (Allgemeinbildenden höheren Schulen) und an den Hauptschulen bereits seit Jahren spätestens ab der 9. Klasse ein fester Teil des Unterrichts. Aufgrund von schulautonomer Regelungen kann die Informatik natürlich auch schon an einem früheren Zeitpunkt in den Unterricht integriert werden. Viele Schulen in Österreich, darunter auch das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Lichtenfels in Graz, bieten darüber hinaus freiwillige Informatik-Kurse für jüngere Schüler:innen an. Neben schuleigenen Initiativen, die das digitale Lernen fördern, möchte die  österreichische Bildungslandschaft jedoch nun einen neuen Schritt wagen.

Die digitale Grundbildung soll als Pflichtfach eingeführt werden

Ab kommenden Herbst soll die Teilnahme an solchen Kursen für die digitale Grundbildung an den Schulen Österreichs nicht mehr abhängig von der freiwilligen Teilnahme sein; “Digitale Grundbildung” soll tatsächlich als eigenes Pflichtfach eingeführt werden. Im Rahmen des Schulfaches sollen dabei Medienkompetenz, Anwendungskompetenz und informatische Kompetenz gelehrt werden.

Starten soll diese Grundbildung in den ersten bis zu den dritten Klassen der Mittelschulen, im Jahr darauf sollen auch die vierten Klassen folgen. “Digitale Grundbildung” soll vorerst mit einer Wochenstunde unterrichtet werden, Schüler:innen sollen im Voraus mit Laptops und Tablets ausgestattet sein.

Planung und Organisation des Schulfaches “Digitale Grundbildung”

Für die digitale Grundbildung hat das Bildungsministerium 150 neue Planstellen eingerichtet. Die Schulen müssen zunächst selbst entscheiden, wer die digitale Grundbildung unterrichten soll, da ein eigenes Lehramtsstudium für das Fach zwar geplant ist, aber noch in den Kinderschuhen steckt.  Der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, die Gewerkschaft der allgemeinbildenden höheren Schulen in Österreich, Herbert Weiß, sieht dies jedoch nicht als mögliche Hürde an. Nach Angaben Weiß’ werde keiner Probleme haben, das Schulfach zu lehren, der schon davor die unverbindliche informatische Übung gelehrt hat, da der Lehrplan nahezu deckungsgleich sei. Informatiklehrer, so Weiß, die bis jetzt Informatik in Oberstufen gelehrt haben, könnten dies ja nun für das neue Schulfach für die jüngeren Jahrgänge übernehmen.

Das neue Schulfach bleibt umstritten

Verschiedene Akteure haben den Lehrplan für die “Digitale Grundbildung” begutachtet und Stellungnahme dazu bezogen. Dadurch kamen einige Kritikpunkte zusammen.

Kritik kommt von, Petra Missomelius, die in jener Arbeitergruppe die Vorarbeit der Lehrpläne geleistet hat. „Leider hat sich in der Rahmung und der Konkretisierung des Pflichtgegenstandes einiges geändert, das nicht in der Absicht der Lehrplan-Erstellenden lag“, so Missomelius. Sie fügt hinzu, dass wenn der Lehrplan wie Informatik 2.0 konzipiert sei, würden primär Informatiklehrkräfte unterrichten; jedoch soll es ein Schulfach sein, das auch z.B. Sprach- und Geographie Lehrkräfte unterrichten können.

Seitens der Wirtschaftskammer wird ebenfalls Kritik laut. Nach Alfred Harl, Obmann des Fachverbands Unternehmenberatung, Buchhaltung und IT (UBIT), habe der vorliegende Entwurf des neuen Schulfaches „mehr mit der Vermittlung von Medienkompetenzen als mit echten Informatikkompetenzen zu tun, die von den Unternehmen dringend benötigt werden“. Er fordert die Umbenennung des Schulfaches in “Informatik und Digitale Grundbildung”.

Die Informatik-Fakultät der Uni Wien gibt ebenfalls an, dass der Lehrplan für ein einstündiges Schulfach, das an Mittelschulen unterrichtet werden soll, “überfrachtet” sei. Nach ihren Angaben soll die Medienbildung und -kompetenz im Rahmen anderer Schulfächer gelehrt werden.

Digitale Grundbildung an deutschen Schulen

Im Rahmen unserer Themenwoche “Didaktik”, die sich heute dem Ende neigt, haben wir bereits über einige Bildungskonzepte berichtet.

Auch in der deutschen Bildungslandschaft bleiben Diskussionen um die Festigung der digitalen Grundkenntnisse im Unterricht aktuell. Informatik wird in Deutschland noch nicht einmal in allen Bundesländern gelehrt und wenn, stellt es meistens ein Wahlpflichtfach dar. Letztes Jahr hat Lehrer News bereits über die Relevanz der Informatik als Pflichtfach in Deutschland berichtet. Anfang Juni wurde ebenfalls von der Entwicklung des digitalen Unterrichts in NRW berichtet und im März hat Lehrer News die Tech4Girls vorgestellt, eine Initiative, die informatische Grundkenntnisse bei jungen Mädchen fördern möchte. Ein Fach wie die “digitale Grundbildung” bleibt in Deutschland vorerst aber eine Vision für die Zukunft.

Wird an Eurer Schule aktiv der Umgang mit informatischen Kenntnissen gelehrt? Wünscht Ihr Euch eine bessere Lehre der digitalen Fähigkeiten an Eurer Schule und würdet Ihr so ein Konzept, wie das in Österreich, auch bei uns als nützlich einschätzen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Humboldt, Hegel, Heydorn: Diese Bildungstheoretiker solltet ihr kennen
Der Begriff der Bildung ist in aller Munde und normalerweise positiv besetzt. Ein gewisser Grad an Bildung gilt als unerlässlich, um in der Leistungsgesellschaft bestehen zu können. Doch was ist eigentlich gemeint, wenn von Bildung die Rede ist? Ein Überblick
Gepostet von
Maximilian Pfab
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June 2022
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Der Begriff der Bildung ist in aller Munde und normalerweise positiv besetzt. Ein gewisser Grad an Bildung gilt als unerlässlich, um in der Leistungsgesellschaft bestehen und einen halbwegs selbstbestimmten Lebensweg beschreiten zu können. Doch was ist eigentlich gemeint, wenn von Bildung die Rede ist? Ein Überblick über drei verschiedene Bildungskonzepte.

Bildung an sich und damit den Gegenstand der Bildungstheorie(n) begrifflich zu definieren, ist eine gewagte Unternehmung, wie der Pädagoge Erich Weber 1999 bemerkte:

„Die Bedeutungsvielfalt des Bildungsbegriffs reicht von der weitesten Fassung, wonach ‚alles Leben bildet‘, bis zur engsten Auffassung von geistiger Bildung als lernende Auseinandersetzung mit überlieferten Kulturgütern […]. Die terminologische Verwirrung nimmt noch zu, wenn die allgemeine Menschenbildung von der speziellen (beruflichen) Ausbildung unterschieden wird.”

Die Inhalte, Ziele und Methoden der Vermittlung von „Bildung“ sind darüber hinaus dem Wandel gesellschaftlicher Verhältnisse unterlegen. Die folgende Auswahl stellt drei bedeutende Bildungstheoretiker aus dem 18./19. und 20. Jahrhundert vor und soll Interesse für die weitere Lektüre ihrer Werke wecken.

Humboldt und der Neuhumanismus

Trotz der Pluralität des Bildungsbegriffs besteht relative Einigkeit darüber, dass Wilhelm von Humboldt ein wichtiger Referenzpunkt für bildungstheoretische Diskussionen seit dem frühen 19. Jahrhundert war und ist. Humboldt, der wichtigste Protagonist des Neuhumanismus, definiert Bildung wie folgt:

„[A]lles, was Menschen Wert gibt, umfassenden Zweck […]; höchste Mannigfaltigkeit in der Ausbildung, Sinn für Gabe und Genuß […], und dann Kraft genug, die höchste Mannigfaltigkeit aufs höchste zu vereinfachen, das Viele immer auf das Eine zu beziehen, in jedem einzelnen immer Seiten zu finden, wo es mit allem zusammenschmilzt“.

Schon Humboldt begriff Bildung also als etwas umfassendes. Charakteristisch für die Neuhumanisten ist ihr Bestreben, die den Menschen innewohnenden Potentiale und Talente in jedweder denkbaren Form zu erwecken und zu fördern. Dieser Prozess kann sich, im Bemühen der menschlichen Individualität entsprechen zu wollen, nicht entlang eines für alle gleichermaßen geltenden, extern vordefinierten Ideals vom gebildeten oder zu bildenden Subjekt vollziehen. Stattdessen ist Selbstbildung eine notwendige Bedingung zur Erreichung dieses Ziels. Eine Selbstbildung, die das Individuum jedoch nicht im luftleeren Raum, sondern in einer Wechselbeziehung mit der Außenwelt zu leisten hat: „In dem Tätigsein seiner Vermögen ändert der Mensch die Welt, und als neues Objekt der Vermögen wirkt die veränderte Welt auf den Menschen zurück“. Durch Humboldts Gedanken schimmert schließlich der Geist der Aufklärung: Bildung heißt nach seinem Verständnis nicht, die Menschen von oben herab zu etwas zu erziehen, sondern ist die Folge freier Entscheidung und selbstbestimmten Handelns freier Individuen.

Die weiteren Diskussionen zum Wesenskern der Bildung befassten sich im 18. und 19. Jahrhundert allerdings stärker mit der Frage, wie eine gegenwartsorientierte Bildung auszusehen habe. Die Neuhumanisten wiesen eine starke Affinität zu antiken Bildungsidealen auf, samt einem starken Fokus auf die lateinische und altgriechische Sprache. Überhaupt erscheint Humboldts Vorstellung, die mannigfaltigen Kräfte der Individuen durch Bildung, beziehungsweise die Möglichkeit zur Selbstbildung, zu mobilisieren, nur sehr bedingt mit den praktischen Erfordernissen der Moderne vereinbar. Dementsprechend fand der Individualismus des wohl bekanntesten Bildungstheoretikers im 19. Jahrhundert wenige Anhänger.

Die Bildungstheorie G.W.F. Hegels

Einen im Lichte der Industrialisierung und Herausbildung der Nationalstaaten stärker realitätsbezogenen Ansatz findet sich in Georg Wilhelm Friedrich Hegels (1770-1831) Bildungstheorie. Das Individuum soll in einem Bildungsprozess animiert werden, sich Wissen über die Welt anzueignen. Erst dadurch ist es befähigt sein Handeln als ein von Eigeninteresse geleiteter homo oeconomicus, aber auch als homo politicus mit staatsbürgerlichem Bewusstsein für das Gemeinwesen, schrittweise zu reflektieren. Erst indem das Individuum sich qua Aneignung von Wissen zu Reflexionen über die Widersprüchlichkeit seiner eigenen Rolle – einerseits als von Eigeninteressen geleiteter bourgeois in der ökonomischen Sphäre, andererseits als citoyen – befähigt wird, wird es in die Lage versetzt, kritische Urteile zu fällen. Die durch Bildung zu erreichende Urteilsfähigkeit animiert schließlich dazu, auch die eigene Identität in der kritischen Auseinandersetzung mit der Außenwelt erst zu hinterfragen und schließlich neu zu bilden. Diese Neubildung der eigenen Identität findet im Bildungsprozess statt, in dem das Wissen über die Welt und die eigene Rolle in ihr fortwährend reflektiert, überprüft und erweitert wird. Dazu schreibt der Erziehungswissenschaftler Georg Zenkert: „Indem [das Individuum] in der Sphäre der Gesellschaft seine privaten Präferenzen verfolgt, findet es im Staat als dem Gemeinwesen seine Identität, die Garantie für rechtliche Verhältnisse und die Bedingungen der Kooperation mit anderen.”

Das Bild zeigt eine Gedenktafel für Hegel in Berlin

Anders als bei Humboldt ist die Grundlage von Bildung hier nicht die Individualität des Einzelnen und ihr Ergebnis nicht die möglichst umfängliche Entfaltung seiner individuellen Potentiale. Stattdessen geht es Hegel um die Emanzipation des Individuums von einer ich-bezogenen Identität mittels Bildung und um seine Eingliederung in die politische und ökonomische Sphäre. Das bedeutet aber keineswegs, dass das hegelsche Bildungskonzept anti-individualistisch ausgerichtet wäre: Erst der gebildete Mensch ist befähigt, ihm auferlegte Konventionen, Regeln und Verhältnisse zu verstehen und zu kritisieren, weil er in der Lage ist, seine eigene Existenz im Kontext einer sein Denken und Handeln prägenden Umwelt, zu verstehen.

Heydorn und die Kritische Bildungstheorie

Die beiden beleuchteten Bildungstheorien Humboldts und Hegels beinhalten verschiedene positive Aspekte von Bildung: Die Selbstwerdung des Individuums, die Entfaltung seiner Fähigkeiten, Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung. Mit dem Sprung ins 20. Jahrhundert und zu Heinz-Joachim Heydorn (1916-1974) wird Bildung auch als soziales Gut verstanden, als Fähigkeit der (politischen) Mitbestimmung und als Fähigkeit, solidarisch zu denken und zu handeln. Bereits bei Hegel findet der Bildungsprozess des Menschen ausdrücklich in einem gesellschaftlichen Kontext statt. Wie der deutsche Idealist Hegel ist Heydorn ein Kind seiner Zeit, in seinem Fall der jungen Bundesrepublik. 1946 ist er Mitbegründer und erster Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS). Er war früh darauf bedacht, die politischen Kräfteverhältnisse in Westdeutschland zu ändern. Es ist demnach nur konsequent, dass Heydorn diesem Anspruch und dem Wunsch nach Veränderung während seiner wissenschaftlichen Karriere ab den 1950er Jahren treu blieb.

Wie der Terminus nahelegt, ist es Anspruch der Kritischen Bildungstheorie, die zeitgenössischen und historischen Bildungsideale einer gründlichen Kritik zu unterziehen. Das zentrale Ergebnis dessen lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: „Bildung ist ein ebenso mächtiges Instrument der Veränderung, wie sie Instrument der Stabilisierung ist“. Das erscheint paradox, wird doch dem gleichen Gegenstand, der Bildung, eine diametrale Wirkung zugesprochen. Sie wird beschrieben als potentielles Mittel der Konservierung des Bestehenden, gleichzeitig aber der Veränderung. Die Feststellung Bildung sei ein potentielles Instrument zur Stabilisierung eines bestehenden Herrschaftssystems, impliziert bereits den Zusammenhang zwischen Bildung und Herrschaftsverhältnissen. In einer seiner zentralen Schriften, „Über den Widerspruch von Bildung und Herrschaft“, beschreibt Heydorn den Wandel der Formen und Funktionen von Bildung in verschiedenen Gesellschaftsformen. In der bürgerlich-kapitalistischen Phase der Menschheitsgeschichte erhält Bildung schließlich eine institutionalisierte Form und Reproduktionsfunktion. Heydorn sieht im Bildungssystem seiner Zeit ein enormes emanzipatorisches Potential. Die Bildung, nicht nur kleiner Teile der Bevölkerung, sondern aller in Form der allgemeinen Schulpflicht, bietet die Grundlage, die Unmündigkeit der Massen zu überwinden. Sie bietet Pädagog:innen außerdem Räume kritischen Denkens. Anstatt eines, die Sozial- und Klassenstruktur der alten BRD reproduzierenden, dreigliedrigen Schulsystems, plädierte Heydorn für eine integrative Gesamtschule.

Bildungstheorie im Laufe der Zeit

Bildung kann aus verschiedenen Perspektiven theoretisch gedacht werden. Sie war Thema der antiken Philosophie, von mittelalterlichen Theologen, der Aufklärung und der Moderne. Auch Humboldts, Hegels oder Heydorns Werk kann nicht isoliert von der begriffsgeschichtlichen Entwicklung von Bildung und der Weiterentwicklung von Bildungstheorien gedacht werden. Sind bei Humboldt antike Bezüge prägend (Aristoteles), so ist es in Hegels Bildungskonzept Rousseau mit seiner Unterscheidung zwischen dem Menschen als ökonomisch denkenden Bürger/Bourgeois und Citoyen als politischem Wesen. Heydorns Bildungstheorie fußt letztlich auf einer Analyse der Herrschaftsverhältnisse mehrerer Jahrtausende, von der antiken Welt bis zur modernen bürgerlichen Gesellschaft. Die historischen Bezüge der Bildungstheorie führen vor Augen, dass bildungstheoretisches Denken auch in Zukunft unverzichtbar sein wird.  

Mehr zu Bildungstheorie findet ihr im Rahmen unserer Themenwoche Didaktik in diesem Artikel. Was denkt ihr, welche Bildungstheoretiker:innen sind für unsere Zeit besonders inspirierend und warum? Wie sollte Bildung heutzutage gedacht werden? Hinterlasst gerne einen Kommentar!

Das Bildungsideal der Aufklärung: Aktuell auch in Zeiten der Digitalisierung
Im Rahmen unserer Themenwoche Didaktik wollen wir uns heute mit dem Bildungsideal der Aufklärung auseinandersetzen. Bildungsideale wie dieses haben heutzutage nicht den besten Ruf; scheinen irrelevant...
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Jérôme Seibert
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June 2022
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Im Rahmen unserer Themenwoche Didaktik wollen wir uns heute mit dem Bildungsideal der Aufklärung auseinandersetzen. Bildungsideale wie dieses haben heutzutage nicht den besten Ruf; scheinen irrelevant. In der auf Hochglanz polierten Welt des Digitalen fristen sie ein tristes Dasein auf verstaubten Regalen.

Dabei haben sie gerade wegen der Digitalisierung eine neu gewonnene Relevanz, der wir uns heute auch widmen wollen. Die umfassenden Veränderungen durch die zunehmende Vernetztheit der Welt, werden auch Schüler:innen vor Herausforderungen stellen. Wenn man sich also im schulischen Kontext damit beschäftigt, sollte man zumindest eine Vorstellung davon haben, warum man dies tut und wie.

Bildung – eine Utopie

Doch zunächst muss geklärt werden, was ein Bildungsideal überhaupt ist, welches wir beherzigen sollten und warum sie vielleicht nicht ganz zu Unrecht einen mittelmäßigen Ruf haben.

Wie der Name schon nahelegt, sind Ideale niemals vollständig Wirklichkeit, sondern stets die Formulierung einer Wunschvorstellung. Sie sagen nicht, was Bildung ist, sondern was und wie sie sein sollte und welchen Zweck sie haben sollte. Diese Frage wird seit Menschengedenken kontrovers diskutiert und es verwundert nicht, dass gerade in Utopien, die ja einen Wunschort darstellen, Bildung und Wissensvermittlung zum Thema gemacht werden.

Schon in Platons „Der Staat“ nimmt die Bildung der Menschen einen großen Raum ein. Alle Bürger:innen des Staates sollen gebildet werden. Insbesondere die “Wächter”, also die Armee, soll umfassend gebildet sein, um ihrer Aufgabe charakterlich gewachsen zu sein. Weltberühmt ist natürlich das  Höhlengleichnis, das aufzeigen soll, wie sich der Mensch durch Erkenntnis und Bildung selbst befreien kann (hier findet ihr ein Video von TED-Ed zum Höhlengleichnis).

Auch in anderen berühmten Utopien hat Bildung einen hohen Stellenwert. In Thomas Morus „Utopia“, das dem Genre seinen Namen gab, ist das Besuchen von Vorlesungen eine beliebte Freizeitaktivität – eine Vorstellung, die angesichts von Anwesenheitspflichten und dem Jagen nach ECTS-Punkten an Universitäten fast schon komisch anmutet.

Im „Sonnenstaat“ von Tommaso Capanella ist Bildung gar so wichtig, dass die gesamte Architektur der Stadt darauf ausgerichtet ist, das umfassende Wissen der Bewohner:innen darzustellen, denen außerdem regelmäßig aus einer Art Bibel der Wissenschaft, dem Buch „Weisheit“, vorgelesen wird. Francis Bacon wiederum erhebt in „Neu-Atlantis“ das Streben nach Wissen gar zur Staatsräson und die Wissenschaft ist Leuchtturm seines fiktiven Königreiches.

Es ist also oftmals im Fiktionalen, dass Wissen und Bildung gelobt und bejubelt wird. Utopien sind dabei auch Kritiken an bestehenden Verhältnissen. Damit haben Bildungsideale auch eine negative Qualität, sie befürworten nicht nur eine bestimmte Art der Erziehung und Bildung, sondern entstehen oft als Gegenentwürfe zu den jeweils herrschenden Bildungssystemen, zielen darauf ab, diese zu kritisieren.

Dieser kleine Exkurs verrät aber noch nichts über den Inhalt dieser Ideale oder dem wirkmächtigsten aller Bildungsideale: dem der Aufklärung. Denn dieses ist es, dass auch heutzutage von Bedeutung sein sollte, aber diese zunehmend zu verlieren scheint. Was also ist das Bildungsideal der Aufklärung?

Das Bildungsideal der Aufklärung

Die Aufklärung des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts stellte den Menschen, das Individuum, in den Mittelpunkt. Aufgeklärt zu sein heißt, selbstbestimmt handeln zu können und nicht abhängig zu sein von Autoritäten. „Aufklärung ist“, wie es bei Kant bekanntermaßen heißt, „der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“.  “Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen”, ist daher der Leitspruch der Aufklärung.

Bildung ist dabei zum einen der Schlüssel zum Erlangen der Mündigkeit, der Fähigkeit selbstverantwortlich in Freiheit und Selbstbestimmung in der Welt zu Handeln.

Die Strahlkraft des Humboldtschen Bildungsideal lässt nach.
Quelle: Wikipedia Commons

Zum anderen aber hat Bildung in diesem Verständnis einen Wert an sich, der nicht unmittelbar an ökonomische Nützlichkeiten gebunden ist. Bis heute prägt insbesondere die Konzeption des preußischen Reformers Wilhelm von Humboldt diese Vorstellung. Im Humboldtschen Bildungsideal zielt der “allgemeine Schulunterricht auf den Menschen überhaupt”. Allen Menschen soll unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Klasse die gleiche Bildung zur Verfügung stehen. Daher setzte sich Humboldt für ein Bildungssystem ein, das ohne Ansehen der Herkunft, Schüler:innen fördern sollte und forderte die Unabhängigkeit der Wissenschaft.

Ziel jeder Bildung ist für Humboldt die “Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit zu führen”. Auch gebe es “gewisse Kenntnisse, die allgemein sein müssen, und noch mehr eine gewisse Bildung der Gesinnungen und des Charakters, die keinem fehlen darf”. Wer in so einem Sinne zum aufgeklärten Menschen gebildet wird – glaubte Humboldt – werde keine Probleme haben, auch im Berufsleben Erfolg zu haben.

Daher schade es beispielsweise dem Tischler nicht, ein wenig Griechisch gelernt zu haben und dem Gelehrten nicht, ein wenig tischlern zu können, meinte Humboldt. Von dieser Vorstellung scheint jedoch abgesehen von der Einheit von Forschung und Lehre wenig übrig geblieben zu sein. Warum eigentlich?

Die Ökonomisierung der Bildung

Das liegt unter anderem daran, dass Schule und Bildung immer mehr unter Gesichtspunkten der Wirtschaft und der Selbstoptimierung gesehen werden. Immer mehr wird darauf abgezielt, Schüler:innen zu kompetenten Arbeitskräften auszubilden, die die Bedürfnisse der Wirtschaft ideal befriedigen können.

Während an den Universitäten vom universalistischen Bildungsanspruch nicht mehr viel übrig ist, da Studierende durch Regelstudienzeiten und Creditpointsystemen immer mehr eingeengt werden, lernen schon Kindergartenkinder Fremdsprachen.

Letzteres nicht, um Kindern die Schönheit von Sprachen näher zu bringen, sondern wohl eher weil es ein “Asset” auf dem Arbeitsmarkt darstellt, wenn man mehrsprachig ist. Auch die Schulen selbst sind Teil dieser Entwicklung. Sinnbildlich stehen dafür die immer wieder vorgebrachten Forderungen, Schüler:innen sollen lieber lernen, wie man Versicherungen abschließt oder Steuererklärungen abgibt, statt, um ein beliebtes Beispiel zu nennen, Gedichte zu analysieren.

Nun ist es selbstverständlich, dass Schulen ihre Schüler:innen gut auf das zukünftige (Berufs-)Leben vorbereiten sollen und es nicht prinzipiell problematisch ist, wenn eine Vierjährige französisch lernt oder man im Sachkundeunterricht über Bewerbungen spricht. Doch die zunehmende Fokussierung auf diese Aspekte führt dazu, dass alles nicht unmittelbar Verwertbare aus Schule und Unterricht zu verschwinden droht.

Natürlich ist es im Grunde müßig, Schüler:innen Literatur oder Geschichte zu vermitteln. Ebenso müßig mag es sein, Kindern etwas über die Entstehung von Sternen beizubringen, wenn dies keinen unmittelbaren Bezug zu ihrem künftigen Berufsleben hat. Aber sollte nicht auch in der Schule “Müßiges” vermittelt werden, das vielleicht einen eigenen Wert hat? Eine demokratische Gesellschaft sollte aus mündige, selbstständige Bürger:innen mit vielfältigen Interessen und lebhafter Kreativität bestehen und die bekommt sie nicht, wenn sie ihren Kindern hauptsächlich beibringt, wie man Formulare ausfüllt oder Steuern spart.

Allerdings müssen sich jene, die sich auf humanistische Prinzipien berufen, auch an die eigene Nase fassen. Zu oft versteckt sich dahinter elitäre Vorstellungen, die der Gesellschaft und damit den Schüler:innen von oben herab verordnen wollen, welche Bücher zu lesen und welche Musik zu hören seien. Es verwundert nicht, dass der Ruf des aufklärerischen Ideals leidet, wenn es in den Dienst der eigenen Selbstherrlichkeit a la Marcel Reich-Ranicki oder Denis Scheck gestellt wird. Und auch die, die es gut meinen, beharren zu oft zu sehr auf dem Alten, zitieren stets Goethe und Schiller, haben keine Ahnung von den tatsächlichen Interessen und Wünschen der Schüler:innen und wittern bei allem Neuen gleich Kulturverfall. Doch die vielfältigen neuen Ausdrucksformen, die durch die Digitalisierung ihren Weg in die breite Öffentlichkeit finden, sind nicht per se schlecht, natürlich nicht.

Digitale Aufklärung

Das führt schließlich zum Zustand der Digitalisierung des Unterrichts. Auch hier dominieren Forderungen, die darauf abzielen, Schüler:innen zu kompetenten Arbeitskräften der Zukunft zu machen. Doch sollte sich die Digitalisierung der Schulen tatsächlich darin erschöpfen, zu lehren, wie man ein bestimmtes digitales Werkzeug einsetzt? Deuten wir die aufklärerischen Ideal für die Gegenwart neu, könnte man sagen: Nein, die Schüler:innen selbst müssen im Mittelpunkt des Digitalen stehen. Es muss darum gehen, ihnen die Mittel an die Hand zu geben, um auch im Digitalen mündig agieren zu können.

So meint etwa Dr. Harald Gapski, Forschungsleiter des Grimme-Instituts: “Seit der Aufklärung ist Bildung eng mit Prinzipien der Vernunft, Mündigkeit und Emanzipation verbunden”. Er fordert, dass “aufklärerische und nicht-zweckfunktionale Bildungsziele in ihren erkenntnisbezogenen, ethisch-moralischen und politischen Ausprägungen” verstärkt Eingang in die Schule finden sollten, um so kritische Bildung zu fördern.

Anders ausgedrückt: Schule muss es primär ermöglichen, dass Schüler:innen mündige, souveräne Bürger:innen in der digitalen Welt werden können. Es spricht nichts dagegen, Kindern und Jugendlichen beispielsweise das Programmieren beizubringen, aber es sollte gefragt werden, zu welchem Zweck das geschieht. Geht es hauptsächlich darum, den großen Tech-Konzernen Arbeitskräfte bereitzustellen oder darum Schüler:innen die Möglichkeit zu gewähren, informiert über die Anwendung neuer Technologien nachzudenken? Schüler:innen sollten (sowie alle Menschen) im Sinne Kants als Zweck an sich behandelt werden, nicht als bloßes Mittel.

Es sollten Räume geschaffen werden, in denen kritisch und reflektiert über die Anwendung künstlicher Intelligenz, Big Data etc. nachgedacht werden kann. Um Humboldts Beispiel des Tischlers und Gelehrten zu aktualisieren: Es schadet dem künftigen Journalisten nicht, etwas vom Programmieren zu verstehen und es hilft der künftigen Programmiererin, sich einmal mit Moralphilosophie beschäftigt zu haben.

Auch das humanistische Element des aufklärerischen Bildungsverständnis kann selbstverständlich erhalten bleiben. Es spricht nichts dagegen, die Kreativität, die in Computerspielen, digitaler Kunst und digitalen Communities steckt, im Deutsch- oder Kunstunterricht aufgeschlossen zu thematisieren.

Bedeutender ist aber der Wunsch, Bildung allen gleichberechtigt zukommen lassen zu wollen. Das war zu Humboldts Lebzeiten nicht der Fall und ist es auch heute nicht. Die Digitalisierung bietet die Möglichkeit, mit neuen Methoden etwas gegen die andauernde Bildungsungleichheit in Deutschland zu tun. Dies aber ist kein Selbstläufer, sondern verlangt ein ehrliches Bekenntnis zu diesem Ideal.

Solche Vorstellungen mögen utopisch klingen, aber es sind ja eben die Utopien, in denen idealistische Bildungskonzepte ihren Platz haben.

Gehirngerechtes Lernen – warum “Pauken” der falsche Weg ist
Unter “Gehirngerechtem Lernen” versteht man heutzutage Lernmethoden, die sich für die Struktur unseres Gehirns wesentlich besser eignen als der klassische “Frontalunterricht”, der auf das Auswendiglernen und Wiederholen von Lektionen setzt.
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Kornelius Kindermann
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June 2022
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Didaktik & Psychologie
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Unter “Gehirngerechtem Lernen” versteht man heutzutage Lernmethoden, die sich für die Struktur unseres Gehirns wesentlich besser eignen als der klassische “Frontalunterricht”, der auf das Auswendiglernen und Wiederholen von Lektionen setzt. Mitbegründet wurde dieser Denkansatz von der 2011 verstorbenen Bestsellerautorin Vera F. Birkenbihl. Sie selbst brach das Gymnasium ab, studierte dann jedoch in den USA Psychologie und Journalismus, wobei sie mit den bahnbrechenden Veröffentlichungen von Roger Sperry in Kontakt kam.

Der Psychologieprofessor erhielt 1981 den Nobelpreis für seine Beschreibung der unterschiedlichen Funktionsweise der rechten und linken Gehirnhälfte. Auf dieser Forschung baute Birkenbihl eine überaus erfolgreiche Karriere als Rednerin, Mentorin und Autorin auf, die sich inhaltlich mit neuen Wegen, zu Lernen auseinander setzte. Dass beim klassischen Schulunterricht nämlich “nichts hängen blieb”, bemerkte Birkenbihl schon in ihrer eigenen Zeit als Schülerin. Ausgehend vom Erlernen neuer Sprachen entwickelte sie Methoden und Übungen, die versprachen, die Lernkapazitäten unseres Gehirns besser mit einzubeziehen.

Die Kommunikation der Hirnhälften

In Bezug auf Sperrys Arbeit nutzte Birkenbihl eine heutzutage recht bekannte Diversifizierung des Gehirns: So ist linke Gehirnhälfte oder Gehirnhemisphäre primär für Logik, Rechnen und ähnliches zuständig, die linke Gehirnhemisphäre für Kreatives, Imagination und Emotion. Wahrscheinlich ist Ihnen selbst auch schon einmal das Bild untergekommen, in dem ein Querschnitt des Gehirns gezeigt wird, welches auf der einen Seite sehr bunt und kräftig gemalt ist, während es auf der anderen Seite sehr fein, ordentlich und schwarzweiß dargestellt wird. Die Popularisierung solcher Symbolbilder ist unter anderem Vera Birkenbihl zu verdanken.

Gehirnhälften grafisch dargestellt

Die Trennung der beiden Gehirnhemisphären in der Popkultur

Hier muss allerdings eingeschoben werden: Dies stellt eine erhebliche Reduktion und Generalisierung tatsächlicher Forschungsergebnisse dar. Es stimmt zwar, dass die Funktionsweise unseres Gehirns asymmetrisch verläuft, einem derart einfach Schema folgt unsere Biologie jedoch nicht. Bereiche, die zum Beispiel für Kommunikation, Kreativität und Logisches Denken zuständig sind, verteilen sich über beide Gehirnhälften und stehen im engen Kontakt miteinander. Auch sind Schwerpunkte einzelner Bereiche nicht “immer” links oder rechts zu finden, dies ist je nach Person unterschiedlich und hängt zum Beispiel auch damit zusammen, ob eine Person Rechts- oder Linkshänder ist. Aus diesem Grund wurde Birkenbihl von der Fachpresse auch durchaus als “Populär-Psychologin” kritisiert – eine Abneigung, die auf Gegenseitigkeit beruhte und dazu führte, dass Birkenbihl und andere Autor:innen ihres Umfelds sich eher als eine Alternative zur klassischen medizinischen Forschung verstanden.

Dennoch: Daran, dass es für das Lernen wichtig ist, die spezifischen Eigenheiten des Gehirns zu nutzen, ist nichts falsch. Und so generalisiert Birkenbihls Ansatz auch war, sein Erfolg gibt ihm Recht. Unter der Prämisse der beiden verschiedenen Hirnhälften setzte Birkenbihl darauf, beide Bereiche – sowohl die Logik als auch die Kreativität – in den Lernprozess einzubinden. Die Schlüssel dazu sind Assoziation, Eigenständigkeit beim Lernen und Visualisierung. Statt ein Blatt mit Vokabeln darauf auswendig zu lernen, solle der Lernprozess mehrdimensional gestaltet werden: Bilder und Wörter werden miteinander verbunden, möglicherweise kann eine Geschichte mit den Vokabeln erzählt werden, die Vokabeln werden räumlich getrennt (zum Beispiel mit Karteikarten). So wird gewährleistet, dass die zu lernende Information durch beide Gehirnhälften läuft. Beide Gehirnhälften sollen dabei untereinander “kommunizieren” und das Gelernte so als “eigene Erkenntnis” annehmen. Das Gelernte nämlich nur als bloße Information zu speichern, hat zur Folge, dass es irgendwann bei einem Vokabeltest dann einmal abgerufen – und sofort wieder vergessen wird.

Erinnern und Verstehen

Erinnern und Vergessen stehen dabei im Mittelpunkt von gehirngerechtem Lernen. Seit dem 19. Jahrhundert bezeichnet man die Kunst, sich besonders gut zu erinnern als “Mnemotik”, wobei dieser Denksport ebenfalls bis ins antike Griechenland zurückreicht. Heute begegnen uns Gedächtniskünstler im Fernsehen, wenn sie zum Beispiel bei “Wetten, dass…” komplizierte Zahlenketten aufsagen oder sich die Zahl Pi bis auf die hundertste Nachkommastelle merken können. In der Mnemotik gibt es durchaus verschiedene Techniken, um sich besonders gut Dinge merken zu können und Birkenbihls Lernkonzepte machen Gebrauch davon. So ist es sinnvoll, zum Beispiel Zahlen mit Assoziationen zu belegen und diese dann zu einer Geschichte zu verbinden, statt sie einfach hintereinander auswendig zu lernen. Oft werden Gedächtnisstrukturen gebraucht, wie beispielsweise ein gedankliches Inhaltsverzeichnis oder eine imaginierte Bibliothek, um sich nicht “alles auf einmal” zu merken. Wichtiger ist es, den Weg zu bestimmten Informationen zu kennen, die im Gehirn gespeichert sind. Techniken wie diese müssen in der Schule nun zwar nicht genau so praktiziert werden, zeigen aber, wie die besten Erinnerungskünstler zu ihren beeindruckenden Leistungen gelangen – nämlich mit Assoziationen und mehrdimensionalen Lernprozessen.

Zu solchen Methoden animierte Birkenbihl ihre Zuschauer:innen auch stets, wenn sie ihre gut besuchten und humorvoll gestalteten Vorträge gab. Ihr lag viel daran, das Publikum dazu zu bringen, aus eingefahrenen Denkweisen herauszutreten, Themen und Probleme auf anderen, neuen, Ebenen zu betrachten. Dafür zeichnete sie gerne schematische Darstellungen auf, motivierte Zuschauer:innen zur Selbstreflexion– und öffnete mit viel Chuzpe und dem ein oder anderen Witz große Gedankenräume, die das Publikum mit eigenen Überlegungen füllen konnte.

                                                       Ein Vortrag von Vera F. Birkenbihl zum Thema Lernen (Quelle: Youtube)

Ähnlich verhält es sich mit einem weiteren Lernschwerpunkt, den Birkenbihl bearbeitete: Dem Lesen. An sich ist das Lesen eine Art zu Lernen, die ziemlich anfällig für das Vergessenwerden ist. Denn die Informationen gelangen nur über einen einzigen Weg – die Augen und die visuellen Bereiche des Gehirns  – in das Gedächtnis. Birkenbihl war eine starke Fürsprecherin der sogenannten SQ3R Methode: Survey (Überfliegen), Question (Fragen formulieren), Read (Lesen), Recite (Wiedergeben), Review (Resümee ziehen). Diese Methode wurde auch schon verfeinert und optimiert, im Prinzip dreht sie sich darum, das Gelesene in verschiedenen anderen Gehirnbereichen zu verankern. Zu Anfang sollen sich Leser:innen erst einmal einen Überblick über den Text verschaffen und daraufhin Fragen stellen, die bis dahin aufgekommen sind. So gelangt das Gehirn in einen Modus, in dem es ein gewisses Eigeninteresse an den zu lesenden Informationen entwickelt. Das Lesen selbst gibt dann Antworten auf gestellte Fragen, ein “Aha-Erlebnis” stellt sich ein. Zum Schluss liegt es bei den Leser:innen, das bereits Gelesene noch einmal zu rekapitulieren. Dinge in eigenen Worten zu formulieren spricht dabei ganz andere Bereiche des Gehirns an und Informationen werden mit bereits Bekanntem vernetzt: Aus dem “Lernen” wird ein “Verstehen”.

Gehirngerechter Unterricht

Der heutige Unterricht gestaltet sich bereits deutlich gehirngerechter, als noch zu der Zeit, in der Vera Birkenbihl das Gymnasium besuchte. Viele Techniken werden Ihnen daher schon einmal begegnet sein – das Lernen mit Karteikarten beispielsweise. Für den Erfolg der kognitiven Wende in der Unterrichtsgestaltung spricht dabei auch das in den letzten Jahrzehnten gestiegene Bildungsniveau der Gesellschaft. Dennoch: Es schadet natürlich nicht, sich besonders geeignete Lernmethoden in Erinnerung zu rufen. Besonders nützlich ist dies für Student:innen, die nach der Schulzeit vor der Herausforderung stehen, für ihre didaktischen Methoden selbst verantwortlich zu sein –das sogenannte “Bulimie-Lernen” ist dabei sicher ein Phänomen, das aus der Nichtbeachtung gehirngerechter Lernmethoden hervorgeht.

Grundsätzlich ist es ein guter Ausgangspunkt, eine Motivation für das Lernen zu schaffen, die über die bloße Leistungsanforderung in Schule und Universität hinausgeht. Wenn man etwas “für sich” lernt, wird dies viel besser verinnerlicht. Dafür eignen sich Projektaufgaben besonders gut: Schüler:innen stellen sich ihre Aufgabe selber – wofür sie bereits eigene Gründe und Motivationen mitbringen. Das Bearbeiten der Aufgabe gleicht dann eher einem “Problemlösen”, statt einem Auswendiglernen. Darin ist unser Gehirn nicht nur besonders gut, es benutzt vor allem auch ganz verschiedene Fähigkeiten – kreative Ansätze, systematisches Arbeiten und  Konzeptualisierung – um die Aufgabe zu lösen und belohnt die Schüler:in zum Schluss auch noch mit einem guten Gefühl, denn unser Gehirn liebt es, Probleme zu lösen.

Gruppenarbeiten können ebenfalls ein tieferes Lernen ermöglichen, denn hier sind Schüler:innen darauf angewiesen, zu kommunizieren. Zum einen ist es für das Gelernte sehr wichtig, noch einmal mit eigenen Worten und Assoziationen wiedergegeben zu werden, zum anderen nimmt man die Erklärung einer befreundeten Mitschüler:in auch ganz anders an, als die einer Lehrer:in, weil die sozialen Areale im Gehirn anders beansprucht sind. Das “Selbermachen” ist also ein wichtiger Schlüssel für einen Lernprozess, der das Gehirn adäquat einbinden möchte.

Digital – und trotzdem gehirngerecht?

Dieses “Selbermachen” ist zum Beispiel auch wichtig, wenn es um neue digitale Unterrichtsmethoden geht: Im Gehirn passiert nicht das gleiche, wenn ein Text abgetippt statt aufgeschrieben wird und Bilder auf einem Bildschirm werden anders erfasst, als gedruckte, quasi haptische Bilder auf Papier. Philologen befürchten diesbezüglich auch eine Rückentwicklung in den Bereichen der Sprachkenntnis und Rechtschreibung. Denn die motorische Leistung, Buchstaben aufzuschreiben und damit sinnvolle Texte zu verfassen ist bereits ein Prozess, der das Gehirn auf vielen verschiedenen Ebenen fordert und eine besser Lernleistung möglich macht. Dies können Sie auch einmal selbst ausprobieren, wenn Sie sich zum Beispiel eine Mindmap bloß anschauen – oder diese im Kontrast dazu selbst anfertigen. Im Allgemeinen sind Mindmaps natürlich auch eine gute Methode, mithilfe von Assoziation ein besseres Erlernen zu gewährleisten. Dabei sollte Schüler:innen aber auch der Raum gelassen werden, diese selbst zu kreieren und mit ihren eigenen Inhalten und Verknüpfungen zu füllen.

Ganz aktuell strebt die moderne Didaktik gerade auch zu einem neuen, noch relativ unerschlossenen Bereich des Erlernens: Der Gamification. Ein Unterricht, der wie ein Videospiel aufgebaut ist, belohnt Schüler:innen zum Beispiel mit Erfahrungspunkten und Level-Ups, wenn sie bestimmte Herausforderungen meistern. Dies ist in der breiten Anwendung zwar heutzutage noch Zukunftsmusik, führt aber wichtige Kernpunkte des Gehirngerechten Lernens fort: Die eigene Motivation wird hierbei stark in Anspruch genommen und die Schüler:innen “machen selber”, wodurch sie zu eigenen Wegen und Lösungen gelangen. Stärker als im normalen Unterricht sind hierbei vor allem die Aspekte “Belohnung” und “Konkurrenzdenken” vertreten, was in Zukunft sicher noch zu Kritik führen wird.

Haben Sie schon einmal ein Buch von Vera Birkenbihl gelesen oder sind auf ihre Vorträge gestoßen? Wenn dieser Artikel Ihr Interesse an Birkenbihls Inhalten geweckt hat, können wir ihnen eine große Kollektion an Vorträgen von ihr empfehlen, die auf Youtube zusammengestellt worden sind. Diese finden sie hier.

Wenn Sie Erfahrungen mit Birkenbihls Methoden haben – vielleicht wenden Sie diese ja selbst in der Schule oder im Privaten an – schreiben Sie uns gerne von Ihren Erfahrungen mit gehirngerechtem Lernen in den Kommentaren!

Stark-Watzinger: Müssen unsere Lehrer als Dreh- und Angelpunkte der digitalen Bildung stärken
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bringt heute die Förderung von Kompetenzzentren für digitalen und digital gestützten Unterricht auf den Weg.
Gepostet von
Redaktion
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June 2022
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BMBF bringt Förderung von Kompetenzzentren für digitalen und digital gestützten Unterricht auf den Weg

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bringt heute die Förderung von Kompetenzzentren für digitalen und digital gestützten Unterricht auf den Weg. Die Initiative wird flankiert von den Ländern, deren Fortbildungsinstitute eng mit den vom BMBF geförderten Forschungsprojekten zusammenarbeiten werden.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger:

„Wir müssen unsere Lehrerinnen und Lehrer als Dreh- und Angelpunkte der digitalen Bildung mit Fortbildungsangeboten in diesem Bereich stärken. Dazu bringt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem heutigen Tag die Förderung von Kompetenzzentren für digitalen und digital gestützten Unterricht auf den Weg. Den Anfang macht ein Kompetenzzentrum für MINT-Fächer, drei weitere werden folgen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um die Fortbildungslandschaft für Lehrerinnen und Lehrer zukunftsfit zu machen. Die Leitidee der Kompetenzzentren ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Lehrkräftefortbildung. Denn moderne Schulen brauchen Lehrinnen und Lehrer mit bester Digitalitätskompetenz. Gleichzeitig treiben wir so die Digitalisierung der Bildung weiter voran.“

Hintergrund

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) plant die Einrichtung von insgesamt vier Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten. Mit dem heute veröffentlichen Förderaufruf für ein Kompetenzzentrum im MINT-Bereich legt es dafür den Grundstein. Gefördert werden Verbundprojekte mit dem Ziel, digitalisierungsbezogene Fort- und Weiterbildungsangebote in den MINT-Fächern (Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Sachkunde) zu entwickeln, zu beforschen und zum Wissenstransfer beizutragen. Dieser soll in enger Kooperation mit der Lehrkräftefortbildung in den Ländern und unter Einbeziehung der Bildungswissenschaften, Medienwissenschaften und jeweiligen Fachdidaktiken stattfinden. Das BMBF wird drei weitere Kompetenzzentren mit unterschiedlichem Fokus fördern: Sprache, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaft; musisch-kreative Fächer und Sport; digitale Schulentwicklung. Eine bundesweite Vernetzungs- und Transferstelle wird als Dach fungieren, übergreifenden Forschungsaktivitäten nachgehen und wissenschaftliche Standards digitaler Lehrkräftefortbildung entwickeln.

Schüler:innen mit ADHS – Lernen zwischen Hyperaktivität und Tagträumerei
Nach dem Abschluss der didacta möchten wir bei Lehrer News mit einer neuen Themenwoche starten. In den kommenden Tagen werden wir uns vor allem mit dem Bereich Didaktik beschäftigen und dabei auch die Geschichte der Wissensvermittlung in den Blick nehmen.
Gepostet von
Jakob Rittmaier
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Anfang Juni war es soweit: Die Bildungsmesse didacta hatte in Köln wieder ihre Pforten geöffnet. Vom 07.06. – 11.06.2022 konnten sich interessierte Lehrer:innen aller Schulformen untereinander austauschen und Impressionen für den eigenen Unterricht sammeln. Unsere Mutterfirma Zukunft Digitale Bildung war dieses Jahr sogar mit einem eigenen Stand vertreten, und teilte die Vision zur Digitalisierung des Bildungswesen mit den Besucher:innen. Doch damit nicht genug! Nach dem Abschluss der Messe möchten wir bei Lehrer News mit einer neuen Themenwoche starten. In den kommenden Tagen werden wir uns vor allem mit dem Bereich Didaktik beschäftigen und dabei auch die Geschichte der Wissensvermittlung in den Blick nehmen.

Beginnen soll die Themenwoche mit einer Erkrankung die wohl allen Lehrer:innen bekannt sein dürfte: ADHS. Von der Allgemeinheit oft als “Zappelphillip” oder verträumte “Hans-guck-in-die-Luft” abgestempelt, sind laut ADHS-Deutschland e.V. ca. 2,9% der deutschen Vorschulkinder betroffen. Unter Jugendlichen sind es sogar 7,9%. Aber was geht wirklich im Kopf der Erkrankten vor? Und noch wichtiger: Wie schaffe ich es als Lehrkraft, Kinder und Jugendliche mit der Symptomatik für meinen Unterricht zu begeistern? Wir haben uns das Krankheitsbild einmal genauer angesehen.

Leidensdruck durch drei Hauptsymptome

ADHS, kurz für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, zeichnet sich vor allem durch drei Hauptsymptome aus. Das bekannteste davon ist wahrscheinlich die Hyperaktivität. Den Betroffenen fällt es extrem schwer ruhig zu bleiben. Sie sind ungeduldig, extrem redseelig und suchen andauernd Action. In Situationen wie dem Unterrichtsgeschehen ein echter Albtraum!

Deutlich unauffälliger, aber dafür nicht weniger belastend für die Patienten, ist die mangelnde Fähigkeit sich zu konzentrieren. Die Schüler:innen verlieren sich oft und driften in ihr “Gedankenkarussell” ab. Dieser Umstand ist der Tatsache geschuldet, dass sich Leidtragende leicht durch äußere Reize ablenken lassen. Flüchtigkeitsfehler schleusen sich ein und fremdgestellte Aufgaben, die eine längere Aufmerksamkeitsspanne erfordern, werden schnell zum absoluten Horror.

Zu guter Letzt leiden viele der Betroffenen auch unter der eigenen Impulsivität. Dann werden Dinge, die gerade durch den Kopf geistern, direkt ausgesprochen ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Gesprächspartner:innen werden unterbrochen oder Antworten gegeben bevor die Frage überhaupt komplett gestellt ist. Das Schlimme daran ist, dass sich die Betroffenen meist nicht bewusst sind, dass dem Gegenüber damit vor den Kopf gestoßen wird. Die Symptome sind je nach Fall unterschiedlich stark ausgeprägt.

Alt-Text: Hyperaktive Schüler.innen stellen Lehrkräfte oft vor eine große Herausforderung

Häufige Begleiterscheinungen

Zu diesen Symptomen gesellt sich eine Reihe von Begleiterscheinungen, die das Leben der ADHSler zusätzlich erschweren. Betroffene haben häufig mit Depression zu kämpfen. Darüber hinaus gehören Angststörungen, zwanghaftes Verhalten oder Ticks zum Leidensdruck. Außerdem sind sie anfälliger für alle Arten von Süchten. Speziell Nikotin, Cannabis und Alkohol verschaffen dem ständig rotierenden ADHS-Gehirn ein Gefühl von Entspannung und werden deshalb zur Selbstmedikation verwendet. Aber auch aufputschende Stimulanzien erzeugen einen angenehmen Effekt. In den USA wird ein Mix aus Amphetamin-Salzen sogar als Hauptwirkstoff im ADHS-Medikament Adderall eingesetzt. Neben den genannten Problemen haben viele Betroffenen zusätzlich große Schwierigkeiten den Alltag zu strukturieren oder beispielsweise mit ihrem Geld zu haushalten.

Ursachen für ADHS

Doch wo liegt die Ursache für diese Störung? Dafür hat die Wissenschaft noch keine endgültige Antwort. Expert:innen vermuten, dass die Symptomatik mit dem Mangel der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin in den frontalen Hirnregionen zusammenhängt. Auch die genetische Veranlagung spielt offenbar eine Rolle, da meist mehrere Personen innerhalb einer Familie diagnostiziert werden. Eine weitere Theorie legt nahe, dass sich die Krankheit auch auf familiäre oder gesellschaftliche Umstände zurückführen lässt. Dafür spricht, dass ADHS statistisch öfter in Teilen der Bevölkerung zu finden ist, in denen weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Alt-Text: Lehrerin im Unterricht mit Klasse

Wie schaffe ich es ADHSler in meinen Unterricht zu integrieren?

Da ADHS keinesfalls ein Zeichen für eine verminderte Intelligenz ist, und die Schüler:innen lediglich ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen können, ist es für Lehrkräfte umso wichtiger sie gut in das Unterrichtsgeschehen einzubinden. Der Grundstein dafür ist Geduld und Einfühlungsvermögen. Die Schüler:innen müssen für das Fach oder Thema begeistert werden. Da ADHSler des öfteren einen Hang zu kreativen Hobbys haben, empfiehlt es sich diese Charakterzüge im Unterricht einfließen zu lassen. Auch ein ermutigendes Klima ohne Angst zu Scheitern fördert das Interesse der Betroffenen. Lehrer:innen kommen gerade bei hyperaktiven Schüler:innen sicherlich oft an Ihre Grenzen, aber eine beruhigende Umgebung ohne Verurteilung kann bei den Betroffenen Wunder bewirken. Wie bei allem im Leben hat auch Sport einen sehr guten Effekt auf die Symptome und erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Wichtig ist außerdem dass sich die Betroffenen in Behandlung begeben. Gemeinsam mit Psychotherapeuth:innen können Patienten und Angehörige schädliche Verhaltensmuster erkennen und besprechen ob sich die Medikation mit Ritalin oder Ähnlichem empfiehlt.

Habt ihr Schüler:innen mit ADHS in euren Klassen? Wie geht ihr damit um und welche Tipps habt ihr für den Unterricht? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Weltflüchtlingstag 2022: Bildung und Migration
Der heutige Weltflüchtlingstag dient der Solidarität mit allen Menschen, die dazu gezwungen sind, ihre Heimat zurückzulassen und sich, um ihr Leben zu schützen, auf gefährliche Wege begeben.
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Alina Schwarz
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June 2022
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Der heutige Weltflüchtlingstag dient der Solidarität mit allen Menschen, die dazu gezwungen sind, ihre Heimat zurückzulassen und sich, um ihr Leben zu schützen, auf gefährliche Wege begeben. Bereits seit dem Jahr 2000 findet der internationale Weltflüchtlingstag am 20. Juni statt. Dieser wurde mit dem 50 jährigen Bestehen der UNHCR, des Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen, ins Leben gerufen. Einerseits soll auf die Schrecken der Flucht und Vertreibung aufmerksam gemacht werden und andererseits den Mut und die Mühen der Menschen würdigen, welche auf der Flucht sind oder Menschen in Not helfen.

Aktuelle Zahlen des UNHCR zeigen die Dramatik der weltweiten Situation: Mehr als 100 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Die Anzahl an flüchtigen Menschen in der Welt ist innerhalb eines Jahres um acht Prozent angestiegen. Grund dafür ist nicht zuletzt der Krieg in der Ukraine.

Der internationale Weltflüchtlingstag soll daran erinnern, dass jeder Mensch das Recht auf Schutz und Sicherheit hat. So spricht sich die Hilfsorganisation der Vereinigten Nationen gegen Diskriminierung und gegen das Abweisen von Asylsuchenden aus und fordert ein allgemeingültiges Recht auf Asyl und einen humanen Umgang mit Menschen auf der Flucht.

Rund 40 Prozent der weltweit von Flucht und Vertreibung betroffenen Personen sind noch nicht volljährig. Zahlen des UNHCR zu Folge wurden in den letzten drei Jahren eine Millionen Kinder als Geflüchtete geboren. Besonders seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine steigen die Zahlen an Geflüchteten, die Deutschland und andere europäische Länder erreichen. Das befeuert die gesellschaftliche Debatte um einen humanen und gerechten Umgang mit Asylsuchenden. Kinder und Jugendliche auf der Flucht haben schweren Zugang zu Bildung. Eine entscheidende Frage ist deshalb: Wie kann man Bildungs- und Chancengleichheit schaffen?

Zu sehen sind Kinder beim malen.

In Deutschland gibt es in diversen Bundesländern sogenannte Vorbereitungs- oder Willkommensklassen. Diese sollen Kinder, die neu in Deutschland sind, auf die Schule und den Unterricht in Regelklassen vorbereiten. Die Bildung von zugewanderten Lernenden mit verschiedenen schulischen Vorerfahrungen ist spätestens seit 2015 fester Teil der bildungspolitischen Agenda und Gegenstand vieler Studien. Die Modelle, wie der Unterricht in den Vorbereitungsklassen gestaltet ist, unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern teilweise stark. Mancherorts sind die Vorbereitungsklassen vollständig separiert, andere Modelle lassen mehr Kontakt zum Regelbetrieb zu und sehen gemeinsame Unterrichtsaktivitäten vor.

Eine Studie der evangelischen Hochschule Berlin weist auf die Kernproblematik von separierten Vorbereitungsklassen hin: Diese Trennung vom Regelschulbetrieb kann ein “Einfallstor für Diskriminierung” bilden. Ziel der Beschulung von zugewanderten Kindern in Vorbereitungsklassen sollte immer sein, durch die Überwindung von sprachlichen und fachlichen Hürden, den Übergang in eine Regelklasse zu ermöglichen. Im Sinne der Integration und des Willkommenheißens stellt sich hier die Frage, inwiefern eine Trennung stattfinden sollte und welche Chancen sich bezüglich der gesellschaftlichen Öffnung und Sensibilisierung für Migrationsprozesse eröffnen.

Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung weisen auf Gefahren von Vorbereitungsklassen hin. Die separate Beschulung kann dazu führen, dass zugewanderte Schüler*innen als Fremde wahrgenommen werden. Auch das Lehrpersonal beklagt häufig vom Kollegium und der Kommunikation im Team ausgeschlossen zu sein. Doch es gibt Alternativen – Konzepte der gemeinsamen Beschulung versprechen einen Gewinn für alle am Schulleben beteiligten.

Schon jetzt zeigt sich, dass viele Schulen Praktiken entwickelt haben, um gemeinsames Lernen und eine Schule für alle möglich zu machen. So findet der Übergang zur Erleichterung häufig prozesshaft und schrittweise statt. Generell ist jedoch klar, dass die Bildungspolitik mehr dafür tun muss, Integration und Mehrsprachigkeit an den Schulen zu fördern. Bislang fehlt es hier besonders an Ressourcen für Integrations- und Übergangsförderung und an schulrechtlichen Möglichkeiten, Nachteilsausgleiche in der Notengebung zu berücksichtigen.

Wie sind eure Erfahrungen mit Vorbereitungs- und Willkommensklassen? Wir freuen uns auf eure Kommentare. Hier gehts zu einem weiteren Artikel zum Thema spielerisches Lernen im Unterricht.

Sexuelle Gewalt an Schulen: Wie eine Initiative Kinder schützen möchte
Sexuelle Gewalt stellt ein Grundrisiko an Schulen dar – Lehrkräfte müssen deshalb aktiv Verantwortung für den Schutz ihrer Schüler:inenn übernehmen.
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Anastasia Koulouri
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June 2022
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An jedem Ort, in jeder Einrichtung und in jeder Organisation, an dem sich junge Mädchen und Jungen aufhalten, besteht ein Grundrisiko für sexuelle Gewalt. Ob es sich nun um eine Schule, KiTa, einen Sportverein oder eine Kirchengemeinde hält – sexueller Missbrauch an Kindern ist real und kann täglich an jedem Ort stattfinden. Laut der UBSKM, der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, müssen an genau diesen Orten deshalb Schutzkonzepte zur Prävention und Intervention eingeführt werden, um Kinder und Jugendliche effektiv gegen sexuelle Gewalt zu schützen. Dabei wird die Bedeutung der Leitungskräfte, also auch der Lehrer:innen, betont, und wie sie Verantwortung für die Wahrnehmung des Kinderschutzes aktiv wahrnehmen müssen.

Die Initiative “Kein Raum für Missbrauch” der UBSKM

Um diesen Herausforderungen entgegen zu kommen und das Risiko auf sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu senken, hat die USBKM die Initiative “Kein Raum für Missbrauch” ins Leben gerufen. Die Initiative richtet sich an alle Organisationen und Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche betreuen und zielt darauf hin, die Spielräume möglicher Täter:innen durch die passgenaue Entwicklung entsprechender Maßnahmen der Prävention und Intervention einzuschränken. Diese Schutzkonzepte sollen Fachkräfte und Akteur:innen außerdem in ihrer Rolle als Ansprechpersonen stärken, damit Kinder und Jugendliche Unterstützung und ein vertrauensvolles Gegenüber erhalten.

Zu Beginn wurden Eltern und Fachkräfte für die erste Phase der Initiative in 2013 bis 2015 dazu ermutigt, Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Heute geht es eher darum, Hinweise für die Weiterentwicklung dieser Konzepte entgegen zu nehmen und die flächendeckende Etablierung dieser in allen Einrichtungen und Organisationen zu unterstützen.

Eine extra Initiative legt den Schwerpunkt auf die Prävention sexueller Gewalt an Schulen

 Offizielle Grafik der Initiative “Schule gegen sexuelle Gewalt”.
Bildquelle: Kein Raum für Missbrauch.

Die Initiative “Schule gegen sexuelle Gewalt” ist Teil der übergeordneten Initiative “Kein Raum für Missbrauch”. Der Schwerpunkt hier wird bewusst auf Schulen gelegt, da sie einen Kinderschutzauftrag haben und Schulen die meisten Kinder und Jugendlichen in Deutschland erreichen.

Die Initiative möchte Schulleitungen und Kolleg:innen darin ermutigen, sich mit diesem sehr emotionalen Thema der sexuellen Gewalt an Kindern professionell auseinanderzusetzen. Das Ziel der Initiative ist, dass alle Schulen mit ihrer Unterstützung Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt (weiter)entwickeln, damit Kinderschutz im Schulalltag selbstverständlich wird. Kinder und Jugendliche sollen dabei wirkungsvoll vor sexueller Gewalt in der Familie, in der Freizeit, direkt in der Schule oder im Internet geschützt werden.

Ein standardisiertes Konzept gegen sexuelle Gewalt gibt es nicht. Sexuelle Gewalt hat viele Gesichter – nicht nur Erwachsene, sondern auch Schüler:innen untereinander können sexuelle Grenzen ihrer Mitschüler:innen überschreiten. Jede Schule muss deshalb Schutzkonzepte planen und etablieren.

Angebot der Initiative

Die Initiative bietet fachliche Unterstützung durch Informationen und Broschüren, aber auch Fortbildungen als Hilfe für die Entwicklung eigener Schutzkonzepte an. Dabei unterscheidet die Initiative auch zwischen den verschiedenen Bundesländern und bietet passende Informationen daran an. Zum Loslegen könnte sich erst auf der Website unter dem Thema “Einstieg” erst einmal eingelesen werden. Materialien stellt die Initiative ebenfalls direkt auf ihrer Website zur Verfügung. Unter dem Punkt “Schutzkonzepte” werden außerdem bereits vorhandene Informationen zu verschiedenen alltäglichen Bereichen vorgestellt, u.a. zu Schutzkonzepten der Kinder in der Schule, beim Reisen oder in Sport und Freizeit. Über die angebotene digitale Fortbildung der Initiative, die schulischem Personal praxisnahes Basiswissen zum Thema sexuelle Gewalt vermitteln soll, können Interessierte hier mehr erfahren.

Habt Ihr euch mit diesem Thema an Eurer Schule bereits schon einmal auseinandergesetzt? Welche Maßnahmen zum Schutz der Kinder gegen sexuelle Gewalt gibt es bereits in Eurer Einrichtung und was für weitere Maßnahmen wünscht Ihr Euch gegebenfalls? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Bundesfinale Jugend Debattiert: Das sind die Gewinner
Gestern fand das erste Mal seit der Coronapandemie das alljährliche Bundesfinale von “Jugend debattiert” live in Berlin statt. Unter den Augen des Publikums und der Jury debattierten fünf Schüler und drei Schülerinnen zwei aktuelle Fragen.
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Jérôme Seibert
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June 2022
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Gestern fand das erste Mal seit der Coronapandemie das alljährliche Bundesfinale von “Jugend debattiert” live in Berlin statt. Unter den Augen des Publikums und der Jury debattierten fünf Schüler und drei Schülerinnen zwei aktuelle Fragen. Publikum und Jury waren dabei hochkarätig besetzt, so besuchte etwa Dr. Jens Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbildungsministeriums, die Veranstaltung. Er betonte, dass konstruktive Debatten die “Grundessenz unseres liberalen Gemeinwesens” seien.

Was ist Jugend debattiert?

„Jugend debattiert” ist ein bundesweiter Debattierwettbewerb, der seit 2001 alljährlich stattfindet und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht. Ausgerichtet wird er von der Hertie-Stiftung. Ziel ist es, Schüler:innen den Wert sachlicher Debatten zu vermitteln und sie dabei in einem sportlich fairen Wettkampf gegeneinander antreten zu lassen, um so die besten Argumente und Debattierer würdigen zu können. In zwei Altersgruppen – Stufe 8 bis 10 und Stufe 10 bis 13 – treten dabei zwei Zweierteams gegeneinander an. Debattiert werden aktuelle Fragen, die einen Bezug zur Lebensrealität junger Menschen in Deutschland haben, wobei ein Team jeweils die Pro- und ein Team die Contra-Position vertritt.

2022 haben deutschlandweit insgesamt 200.000 Schüler:innen an 1400 Schulen am Wettbewerb teilgenommen. Die Besten der jeweiligen Wettbewerbe kommen in die nächste Runde, vom Schul- über den Regional- und Landeswettbewerb bis schließlich zum Bundeswettbewerb. Ab dem Regionalwettbewerb erhalten die Sieger:innen auf Seminaren rhetorisches Training. Alle Teilnehmenden des Bundesfinales werden zusätzlich in ein Alumni-Programm aufgenommen und erhalten eine Akademiewoche mit vertieftem rhetorischen Training.

Wer sind die Gewinner?

Die beiden Sieger des Bundesfinales
Quelle: Jugend debattiert/Hertie-Stiftung

In der Altersstufe der achten bis zehnten Klasse drehte sich die Debatte um Fragen der Verkehrssicherheit. Zwei Schüler und zwei Schülerinnen debattierten über die Frage, ob digitale Werbeanlagen im öffentlichen Straßenraum verboten werden sollten. Die Jury unter dem Vorsitz der Journalistin und TV-Moderatorin Sandra Maischberger kürte den fünfzehnjährigen Daniel Grützmacher vom Evangelischen Firstwald-Gymnasium im baden-württembergischen Kusterdingen. Er argumentierte für das Verbot.

Die älteren Schüler:innen debattierten eine Frage, die zurzeit nicht nur hochaktuell ist, sondern auch ihre Zukunft prägen könnte, denn ihr Thema lautete: “Sollte in Deutschland eine allgemeine Dienstpflicht eingeführt werden?” In dieser Debatte konnte der die Contra-Position vertretende Benjamin Reiser, 16, vom Gymnasium Gröbenzell den Sieg erringen.

Handyverbot an Schulen – hilfreich oder sinnlos?
Heutzutage gehört das Handy zum Alltag. Egal ob Schüler:in oder Lehrkraft, fast jeder besitzt mittlerweile ein Smartphone. Ob ein Handyverbot an Schulen der Digitalisierung einen Nutzen bringt, erfahrt ihr in diesem Artikel.
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Rania Qidan
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June 2022
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Heutzutage gehört das Handy zum Alltag. Egal ob Schüler:in oder Lehrkraft, fast jeder besitzt mittlerweile ein Smartphone. Das Schulsystem hat seitens der Digitalisierung zwar noch einen langen Weg vor sich, jedoch sind digitale Medien bei den Schüler:innen schon längst fest in den Alltag integriert. Ob ein Handyverbot an Schulen der Digitalisierung einen Nutzen bringt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wie ist das Ganze gesetzlich geregelt?

Jedes Bundesland entscheidet selbst, wie dieses Thema gehandhabt wird. Es gibt also kein einheitliches Gesetz, was in ganz Deutschland das Benutzen von Smartphones an Schulen verbietet oder erlaubt. Dies liegt daran, dass ein solches Handyverbot in die freie Persönlichkeitsentfaltung und das Eigentumsrecht eingreift.

Bayern ist das einzige Bundesland, welches ein Handyverbot an Schulen durchgesetzt hat. Dort ist der Gebrauch des Handys ausschließlich in Notfällen und zu Unterrichtszwecken erlaubt. In anderen Bundesländern liegt es bei den einzelnen Schulen, eine passende Regelung zu finden.

An manchen Schulen gibt es beispielsweise sogenannte „Handyzonen“, in denen das Benutzen der Smartphones erlaubt ist. Sollte das Handy jedoch außerhalb dieser Zonen benutzt werden, kann die Lehrkraft es bis zum Ende des Schultages einziehen. Das Durchsuchen der Handys der Schüler:innen ist jedoch klar verboten. Auch wenn der Verdacht auf eine Straftat besteht, ist es den Lehrkräften nicht gestattet, das Handy des Schülers zu durchsuchen.

Vorteile eines Handyverbots

Für ein Handyverbot an Schulen spricht bekanntlicherweise der Konzentrationsverlust. Handys in der Schule werden nämlich nicht nur zu Unterrichtszwecken genutzt, sondern viel mehr auch für private Angelegenheiten. Darunter kann durchaus die Aufmerksamkeit der Schüler:innen leiden, denn diese ist auf die neuesten Instagram Posts von ihren Lieblings-Influencern gerichtet und nicht auf die Geschehnissen im Unterricht.

Außerdem können Smartphones das Spicken und Schummeln bei Klausuren und Tests vereinfachen. Hierbei ist es für Lehrer:innen häufig schwer nachzuvollziehen, ob ein Handy verwendet wurde oder nicht. Zusätzlich verhindert die einfache Recherche mit dem Smartphone, dass Quellen wie Bücher und Zeitungen überhaupt noch in Betracht gezogen werden.

Cyber-Mobbing ist so ziemlich der beste Grund für ein Handyverbot an Schulen. Hinter einem Smartphone wird sich gerne versteckt, denn üblicherweise hat man beim Verfassen von Hass-Kommentaren im Netz ein höheres Selbstbewusstsein, als wenn man eine Person mobbt, die direkt vor einem steht und der man in die Augen schauen kann. Das Mitnehmen von Handys in die Schule kann also Cyber-Mobbing fördern.

Auf dem Schulgelände wird die Kommunikation lieber auf virtuellem Weg gesucht, somit leiden darunter reale Konversationen mit den Mitschüler:innen. Die Handys werden zu Hause kaum noch aus der Hand gelegt. Ohne ein Handyverbot an Schulen werden sie auch in der Schule fast ununterbrochen genutzt. Dies kann die Abhängigkeit vom Smartphone noch mehr verstärken. Es ist kein Geheimnis, dass nicht alles echt ist was auf Social Media gezeigt wird. Trotzdem kann man sich schnell in dieser Scheinwelt verlieren. Ein Handyverbot kann die Schüler:innen wieder zurück in die Realität bringen und ihnen wird dadurch eine Pause von der Matrix geboten.

Nachteile eines Handyverbots

Auf der anderen Seite steht die Digitalisierung des Bildungssystem an erster Stelle. Im Hinblick darauf kann das Mitbringen des Smartphones in die Schule durchaus hilfreich sein. Handys können nämlich auch einen Mehrwert für den Unterricht bieten. Aktuelle Themen können auch an Schulen, bei denen es an digitalen Mitteln fehlt, problemlos besprochen werden, denn eine kurze Recherchearbeit mit dem Smartphone kann leicht durchgeführt werden.

Allerdings ist die mangelnde Medienkompetenz von vielen Schüler:innen problematisch und muss verbessert werden. Schuld daran ist die fehlende Bildung in diesem Bereich. Der richtige Umgang mit Medien und dem Smartphone sollte daher im Unterricht besprochen werden. Kompetenzen, wie das Erkennen von Fake News sowie das Schützen der eigenen Daten müssen priorisiert werden.

Das Smartphone gehört bereits zum Alltag der Schüler:innen. Statt es also zu verbieten kann das Einbinden des Handys in den Unterricht durchaus die Motivation und das Interesse der Schüler:innen an der Teilnahme am Unterricht steigern. Außerdem – nur weil etwas verboten ist, heißt es nicht das sich alle daran halten. Ein solches Verbot kann eher dazu führen, dass die Schüler:innen ihr Handy heimlich mitnehmen und benutzen. Wenn das Smartphone stattdessen Teil des Unterrichts wird und offen verwendet werden darf, können die Lehrer:innen die Handynutzung sogar kontrollieren und einen Überblick behalten.

Um die Digitalisierung zu fördern sollte demnach der Fakt, dass das Smartphone mittlerweile Teil unseres Lebens und Alltags ist nicht als etwas Negatives angesehen werden. Stattdessen können die damit verbundenen Chancen auf einen digitaleren Unterricht genutzt werden.

Wie seht ihr das? Seid ihr für oder gegen ein Handyverbot an Schulen? Würdet ihr an euren Schulen Handyzonen einführen oder Handys  komplett verbieten? Oder würdet ihr eine ganz andere Lösung finden? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Amoktaten an Bildungseinrichtungen: Keine leichten Erklärungen für schreckliche Gewalt
Im Jahr 2022 erschütterten uns nun bereits mehrere Amokläufe von jungen Menschen an Bildungseinrichtungen. Es ist schwer zu verstehen, wie es zu solch wahllosen Gewaltausbrüchen kommen kann.
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Alina Schwarz
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June 2022
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Im Jahr 2022 erschütterten uns nun bereits mehrere Amokläufe von jungen Menschen an Bildungseinrichtungen. Es ist schwer zu verstehen, wie es zu solch wahllosen Gewaltausbrüchen kommen kann. Je stärker die Verunsicherung durch ein derart brutales Phänomen, desto größer ist auch das Verlangen der Menschen, eine Erklärung zu finden. Das führte in der Vergangenheit zu vielen, teilweise mit Medienangst beladenen Kontroversen um die Frage nach dem „Warum?“ bei Amokläufen.

Prominent ist die Debatte um die sogenannten Killerspiele. Ego-Shooter standen schon vor 20 Jahren im Verdacht, die Aggressivität von Jugendlichen zu steigern und so für mehr reale Gewalt zu sorgen. Dieser alte Vorwurf über einen Zusammenhang zwischen medial erlebter und realer Gewalt lässt sich in der Medienforschung jedoch für kein Medium belegen. So wird man durch Kriminalromane oder den Tatort im Fernsehen weder zum Killer noch zum Kommissar. Jedoch will die Killerspieldebatte nicht verschwinden. So äußerte Thomas de Maizière sich noch 2016 auf unsachliche und populistische Weise über Ego-Shooter, indem er behauptete, dass kein „vernünftiger Mensch“ die „schädliche Wirkung“ dieser Spiele bestreiten könne. Horst Seehofer meint einen Zusammenhang zwischen Kriminalität und Computerspielen zu erkennen und rät deshalb im Sinne eines Generalverdachts die Gamerszene stärker zu überwachen.

Forderungen nach stärkerer Zensur von Computerspielen wurden in der Novellierung des Jugendschutzgesetzes im Jahr 2003 umgesetzt. Amokläufe finden jedoch weiterhin statt – es sind vielfältige Faktoren zu beachten, um zu verstehen, wie es zu derartigen Gewalttaten kommen kann.

Gegen die These, dass die medial erlebte Gewalt in beispielsweise Ego-Shootern Amokläufe auslösen, sprechen ebenfalls, die sich häufenden anderen Charaktermerkmale, welche die Täter gemeinsam haben. Der frühe Umgang mit realen Waffen in Schießvereinen, welcher zu den typischen Merkmalen von Amoktätern gehört, ist alarmierend. Die gesetzliche Regelung in Bezug auf das Mindestalter für Schießvereine ist vage – im deutschen Schützenbund dürfen Kinder ab 12 Jahren schießen üben. In den Satzungen anderer Schießvereine liegt das Mindestalter sogar noch darunter.

Zu sehen sind sind drei Personen, die Computer spielen

Empirische Beobachtungen zu Amoktaten

Dabei haben sich entlang der bisherigen Gewalttaten einige typische Merkmale herausgestellt: Zumeist handelt es sich um junge Männer, welche auch im Vorfeld der Tat bereits auffällig gewesen sind. Oft wird Gewalt vom Täter und seinem Umfeld als Lösung akzeptiert. Meistens haben die Täter ein einschneidendes Erlebnis, wie einen Schulverweis, erlebt, welcher zum Verlust des sozialen Status und häufig zur Isolation führte. Auch der Umgang mit realen Waffen verbindet viele der Täter. Ebenfalls ist ein typischer Verlauf mit verschiedenen Stationen zu erkennen: Der Auslöser ist häufig der Verlust der sozialen Ordung, im Vorstadium ist der Täter isoliert und zurückgezogen, dann erfolgt der wahllose Ausbruch von Gewalt, die sich am Ende häufig gegen den Täter selbst richtet  und dann nicht selten zum Suizid führt.

Inzwischen hat sich das Verständnis und die Deutungsweisen bei Amoktaten verändert. In der Berichterstattung liegt der Fokus nun mehr auf dem sozialen Hintergrund von Amoktätern wie psychische Krankheiten und Einschränkungen in der Sozialkompetenz. Viele Täter handeln aus Fremden- oder Frauenhass. In Internetforen organisieren sich beispielsweise Incels, welche sich über ihren Frauenhass austauschen und sich gegenseitig in ihrem Hass bestärken. Deren Gewaltvorstellungen werden immer häufiger zu realen Kriminal- und Amoktaten. Immer wieder ist zu beobachten, dass Gaming-Plattformen, auf welchen Spieler*innen miteinander kommunizieren, missbraucht werden, um rechtswidrige und hassschürende Inhalte zu verbreiten und Anhänger für rechtsextremistische Ideologien zu gewinnen.

Die Wirkung der Berichterstattung der Medien darf nicht unterschätzt werden, sogenannte medial ausgelöste Nachahmungseffekte sind wissenschaftlich belegt. Der deutsche Presserat hat deswegen spezielle Empfehlungen für die Berichterstattung über Amoktaten veröffentlicht. Medien sollten in der Berichterstattung Distanz wahren und diskret bleiben, was die Identität, das Motiv und die Fantasien des Täters anbelangt, um die Mythenbildung möglichst gering zu halten und die Privatsphäre der involvierten zu schützen.

Auch wenn diese Prinzipien häufig in der Berichterstattung nicht eingehalten wurden, sind sie dennoch wichtig für die Vermeidung möglicher Nachahmungseffekte von Amoktaten und den Opferschutz. Ebenfalls wurden die Notfallabläufe bei Amoktaten in Bildungseinrichtungen weiterentwickelt und haben sich verbessert, um im Ernstfall schnell und zur Sicherheit alle zu handeln.

Hilfe und Beratung für alle, die etwas bedrückt, gibt es rund um die Uhr bei diversen Anlaufstellen. Bei Krisen und Problemen in allen Lebenslagen findet man Unterstützung beim Familienportal und bei der Nummer gegen Kummer. Speziell um die Fürsorge für Opfer von Gewalttaten und Kriminalität kümmert sich der Weiße Ring. Die Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen, sind vielseitig und Anfragen werden dort stets mit höchster Diskretion behandelt. Wichtig ist, dass Eltern und Schüler*innen über die Möglichkeiten der Seelsorge Bescheid wissen. Lehrkräfte, die sich Sorgen um Schüler*innen machen, können auf die Anlaufstellen und Möglichkeiten verweisen und auch selbst Hilfe bekommen.

Was sind eure Erfahrungen rund um die “Killerspieldebatte”? Welche Veränderungen bezüglich der Skepsis gegenüber der Rolle von  Computerspielen nehmt ihr wahr? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Mehr zum Thema Computerspiele im Unterricht gibt es hier.

Didacta 2022: ZDB erstmals auf Deutschlands größter Bildungsmesse vertreten
Auf der Didacta 2022, Europas größter Fachmesse für Bildungswirtschaft, war dieses Jahr zum ersten Mal auch die Initiative Zukunft Digitale Bildung mit einem eigenen Stand vertreten. Ein Bericht.
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Kornelius Kindermann
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June 2022
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Auf der Didacta 2022, Europas größter Fachmesse für Bildungswirtschaft, war dieses Jahr zum ersten Mal auch die ZDB (Zukunft Digitale Bildung gGmbH) mit einem eigenen Stand vertreten. Ins Leben gerufen von dem Bildungsexperten Nicolas Colsman setzt sich die ZDB erfolgreich für ein Vorankommen der Bildungsdigitalisierung ein, indem sie Lehrkräfte weiterbildet und den Award Digitale Bildung für herausragende Projekte auf dem Feld verleiht. Lehrer News ist Teil des Engagements der ZDB, Lehrkräfte über den aktuellen Stand der Bildungsdigitalisierung zu informieren und neue Impulse zu setzen.

Der Austausch mit zahlreichen Lehrern und Lehrerinnen hat gezeigt, dass ein breites Fortbildungsangebot zum Thema digitale Medien bislang fehlt – dieses Stimmungsbild einzuholen war dabei enorm wichtig, um den größtenteils ehrenamtlichen Einsatz der ZDB noch einmal zu validieren. Der Konsens: Organisationen wie die ZDB sind auf dem richtigen Weg, genau das zu ändern, was in der Bildungspolitik noch schief läuft.

Jenny Wagner, Akademie-Expertin der ZDB im Bereich Grundschule vor dem Messestand der “Zukunft Digitale Bildung e. V.

Bedarf nach Fortbildungen

Die Gespräche mit Besuchern des Standes waren dabei wie erhofft interessant und intensiv: Schulleiter:innen und sowohl angehende, als auch langjährig beschäftigte Lehrkräfte, bekräftigten den Bedarf nach Fortbildungen. Es ergab sich der Eindruck, dass sie von der Schulpolitik unter anderem etwas allein mit dem Thema gelassen werden und dass das bisherige Angebot kaum ausreicht, um die Bildungslandschaft ausreichend abzudecken. Die ZDB  war dabei eine der wenigen Organisationen im Start-Up-Bereich der Messe, die solche Fortbildungen konkret anbot.

Auf der anderen Seite konnten die anwesenden Mitarbeiter der ZDB auch Kontakte zu anderen Aussteller:innen und Education-Startups knüpfen. Insbesondere neu entwickelte Lern-Apps boten dabei eine Basis, um über Kooperationen nachzudenken und sich über den Stand der Bildungsdigitalisierung auszutauschen. Nachdem Colsman zuletzt auf der renommierten Plattform 48forward über den staatlich geförderten Digitalisierungsschub gesprochen hatte, der nun nach der Pandemie zu Teilen im Sande verläuft, konnte genau dieser Eindruck auf der Didacta 2022 bestätigt werden – wobei die Motivation, für das gemeinsame Ziel der zeitgemäßen, digitalen Bildung in Deutschland zusammenzuarbeiten gerade unter jungen Unternehmen und Organisation förmlich greifbar war.

Habt ihr die Didacta in Köln besucht und mit uns vielleicht sogar einen Kaffee getrunken? Lasst uns gerne einen Gruß da oder eine Kritik, was wir beim nächsten Mal verbessern können!

Die 5 besten Videospiele für den Wirtschafts- und Politikunterricht
Wirtschaftliche Zusammenhänge können im Unterricht schnell zu trockenem Stoff werden. Ein Verständnis für Ökonomie und die Dynamik der Märkte ist heutzutage allerdings besonders wertvoll und kann für eine erfolgreiche Karriere nach der Schule sorgen.
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Kornelius Kindermann
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Wirtschaftliche Zusammenhänge können im Unterricht schnell zu trockenem Stoff werden. Ein Verständnis für Ökonomie und die Dynamik der Märkte ist heutzutage allerdings besonders wertvoll und kann für eine erfolgreiche Karriere nach der Schule sorgen. Schüler:innen haben oft den Eindruck, schulische Inhalte wären nicht wichtig für das “echte” Leben – im Bereich Ökonomie könnte dies jedoch nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Um den Unterricht also spannend, verständlich und motivierend zu gestalten, kann es sinnvoll sein, die Schüler:innen einmal selbst in die Rolle von Händlern und Ökonomen zu versetzen. Dafür eignen sich Videospiele hervorragend, denn sie bieten die Möglichkeit, Fehler zu machen, aus Erfahrungen zu lernen und bestimmte Konzepte in vereinfachter Form zu erleben. Lehrer-News stellt fünf Spiele vor, die Sie im Unterricht einbringen können – als Projekt, als Fallbeispiel oder als Zusatzinhalte auf freiwilliger Basis.

Logo des „Planspiels Börse” der Sparkasse
Quelle:  Wikipedia

Planspiel Börse: Simuliertes Trading in Schülerteams

Wenn die Sprache auf Wirtschaftssimulationen kommt, dann ist vielen Schulen sicher das „Planspiel Börse” bekannt. Dieses wird seit über 40 Jahren von Sparkassen in ganz Europa ausgerichtet. Hier können Schüler:innen im Team in einer simulierten Umgebung mit Wertpapieren und anderen Finanzprodukten handeln. Zu Beginn stehen jedem Schülerteam 50.000 Euro virtuelles Startkapital zur Verfügung, mit dem mindestens drei Aufträge bis zum Spielende getätigt werden müssen. Ziel des Spiels ist es, den eigenen Depotwert durch geschicktes Handeln zu steigern. Seit 2009 werden auch Teams prämiert, die mit nachhaltig orientierten Wertpapieren den größten Ertrag erzielen.

Die Teilnahme erfolgt über die „Planspiel-Börse-App”, diese findet Ihr hier. Teilnehmende Teams müssen sich bei der örtlichen Sparkasse anmelden und erhalten dann einen Registrierungscode – danach kann es mit dem Handeln losgehen! Jährlich beginnt das Planspiel Ende September / Anfang Oktober und endet Mitte Dezember. Die meisten Teams sind in der Gruppe Schüler und Studenten vertreten, vereinzelt nehmen auch Lehrer teil. Als zusätzlicher Anreiz dient die Tatsache, dass man das Spiel tatsächlich “gewinnen” kann – die Gruppen, welche zum Ende des Spiels den höchsten Depotwert erzielt haben, erhalten Auszeichnungen und Preise der Sparkasse.

Screenshot aus dem Videospiel Anno 2070
Quelle: Steam

(Bildquelle: Steam)

Der Klassiker: Anno 2070

Dem hyperrealistischen „Planspiel Börse” steht die „Anno”-Spielereihe gegenüber. Die österreichischen „Anno”-Spiele fungieren seit 1998 als Klassiker unter den Aufbaustrategie-Spielen und laufen stets nach demselben Prinzip ab, welches auch als Blaupause für viele andere Wirtschaftssimulationen dient: Die Spieler:innen befinden sich in einer kleinen Inselwelt und ihre Aufgabe ist es, eine Kolonie auf einer dieser Inseln zu gründen. Dies spielt je nach Serientitel entweder in der Renaissance („Anno 1404”), der frühen Neuzeit(„Anno 1800”) oder sogar in der nahen Zukunft („Anno 2070”). Insbesondere der Titel „Anno 2070” kann dabei interessant für den Unterricht sein, weil er die Komponenten der Umweltverschmutzung und des Klimawandels mit ins Spiel bringt – und die Unterschiede zwischen nachhaltiger Produktion und Raubbau verdeutlicht.

Einmal kolonisiert, muss die Insel nun bevölkert werden woraufhin die Bewohner verschiedene Güter benötigen – zu Anfang sind dies noch Nahrung und Kleidung. Haben die Bürger alles, was sie brauchen, steigen sie in eine höhere Gesellschaftsschicht auf, aus Bauern werden Bürger. Diese haben jedoch auch mehr Bedürfnisse, woraufhin neue Produktionsstätten für Luxusgüter gebaut, neue Nahrungsmittel beschafft und neue Rohstoffe erschlossen werden müssen. Anno legt dabei ein besonderes Augenmerk auf Fertigungsketten: Um in „Anno 2070” beispielsweise Fenster zu produzieren, wird Glas benötigt, dieses wird aus Sand und Kohle hergestellt, wofür wiederum Minen gebaut werden müssen – wobei auch für den Bau selbst Materialien gebraucht werden.

Die Bedürfnisse der Bürger mit dem Neubau von Fabriken in Einklang zu halten und dabei darauf zu achten, dass die Finanzen nicht ins Minus rutschen ist eine Spielprämisse, die seit Jahrzehnten begeistern konnte und sicher auch für Schüler:innen spannend ist. Nach einiger Zeit kann sich daher auch ein Gefühl von Komplexität einstellen, das der globalisierten echten Welt recht nahekommt: Denn wenn zum Beispiel ein Schiff, das wichtige Güter für eine der eigenen Produktionsketten befördert von Piraten versenkt wird, kann dies weitreichende Folgen für das ganze System haben – ganz ähnlich dem Vorfall am 21. Mai 2021, als ein einzelnes Schiff der Evergreen Corporation den Suez-Kanal blockierte und dadurch die Weltwirtschaft extrem belastete. Schüler:innen lernen so zum einen, den Überblick zu behalten und klug zu wirtschaften, zum anderen erfahren sie auch mehr darüber, wie fragil und komplex selbst vereinfachte Wirtschaftssysteme sind.

Screenshot aus dem Videospiel Superpower 2
Quelle: GOG

Superpower 2 – Realistische Weltwirtschaft

Während in der „Anno”-Serie eine stilisierte Welt bespielt wird, bietet „Superpower 2” tatsächlich die echte geopolitische Landkarte, um darauf wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkunden. Schüler:innen übernehmen hierbei die Kontrolle über eine Nation, die sie natürlich mit gutem Wirtschaften und klugen Entscheidungen zu Ruhm und Macht führen sollen. Hier werden also auch tatsächliche geopolitische Zusammenhänge klarer – die Bedeutung des oben erwähnten Suez-Kanals beispielsweise –, sowie die Stellung und Diversität einzelner Nationen. Das Spiel gestaltet sich dabei zwar im Großen und Ganzen etwas trockener als die cartoonigen Anno-Spiele, ist aber dafür auch realistischer.

Für den Unterricht bietet sich zum Beispiel an, ein Szenario als Lehrkraft bis zu einem bestimmten Punkt vorzuspielen und dieses dann im Unterricht als Modell einzusetzen. So könnte eine Illustration der Schuldenkrise Griechenlands oder des politischen Drucks durch Öl und Gas aus Russland vorbereitet werden, um die Schüler:innen selbst nach Lösungen suchen zu lassen. Der etwas abstrahierte und visuelle Input, den Schüler:innen durch eine solche Präsentationsform hinzugewinnen, kann eine gute Bereicherung für den Unterricht darstellen.

Screenshot aus dem Videospiel Democracy 4
Quelle: GOG

Moderne Erkundung von Volkswirtschaft in Democracy 4

Dass sich Wirtschaft und Politik kaum trennen lassen, verdeutlicht „Democracy 4”. Frisch im Jahr 2022 erschienen, tritt es visuell und spielmechanisch modern und ansprechend auf und schafft dabei, wichtige volkswirtschaftliche Zusammenhänge in einen spielerischen Kontext zu setzen. Überspitzt könnte man sagen, dass Schüler:innen, die „Democracy 4” spielen, bereits eine Menge Stoff aus dem Wirtschafts- und Politikunterricht allein durch das Spiel lernen: Demographische Gruppen, das Bruttoinlandsprodukt, Steuerreformen – all dies wird visuell ansprechend und zugänglich in dem Spiel verknüpft. Durch seine Komplexität kann das Spiel Gelegenheitsspieler zwar abschrecken, im Unterricht jedoch, in dem Lehrer:innen anleiten und Hintergründe erklären können, kommt sein Umfang voll zur Geltung.

Democracy 4 ist darüber hinaus bestens geeignet, um, politisches Interesse zu wecken, da es sehr gut nachvollziehen lässt, wie und warum bestimmte politische Entscheidungen getroffen werden. Der Wille der Bürger ist dabei zwar “nur” ein Zahnrad in einem größeren, wirtschaftlichen Komplex, der am Laufen gehalten werden muss, gleichzeitig ist es aber auch die Gesellschaft, die diesen ganzen Komplex erst ermöglicht. Dieses Wechselspiel wird in „Democracy 4” besonders gut verdeutlicht und eignet sich für Diskussionen im Klassenverband.

Screenshot aus dem Videospiel Tropico 6
Quelle: GOG

Korruption unter Palmen: Tropico 6

Mit einem Augenzwinkern wird das Thema “Wirtschaft und Staat” von dem Spiel „Tropico 6” aufgegriffen. Ähnlich wie die Anno-Reihe ist auch „Tropico” ein beliebte Spieleserie, die seit 2001 einen festen Platz im Herzen der Aufbaustrategiespiel-Fans einnimmt. Die Spieler:innen schlüpfen hier in die Rolle eines Diktators, der den fiktiven Inselstaats „Tropico” beherrscht. Dieser Staat ist dabei stark an die sogenannten Bananenrepubliken der 1950er Jahre angelehnt, und bietet in seiner karikaturhaften Überzeichnung alles, was ein Autokrat sich wünscht: Korruption, die Unterdrückung der Pressefreiheit, Tourismus und das argwöhnische Auge verfeindeter Supermächte wie den USA und Russland. Unter diesen Bedingungen liegt es nun an den Spieler:innen, in der Rolle von „El Presidente” dem eigenen Staat zum Wohlstand zu verhelfen – oder die eigenen Taschen zu füllen.

Auch hier ist wieder kluges Wirtschaften notwendig: Löhne müssen gezahlt, Lebensmittel müssen beschafft und die Bedürfnisse der Bevölkerung müssen befriedigt werden. Import- und Exportbilanzen vermitteln die wirtschaftlichen Grundlagen der Inselwirtschaft, welche sich im Laufe der Zeit vom Rohstoffexporteur hin zur Industrienation entwickelt.

Bei all dem gibt es verschiedene Fraktionen von Bürgern – beispielsweise konservative Nationalisten, Umweltschützer, Arbeiter und religiöse Splittergruppen – die natürlich unterschiedliche Reaktionen auf bestimmte Baumaßnahmen oder Lohnkürzungen zeigen. Wächst der Unmut in der Bevölkerung, kann „El Presidente” dabei aber auf herzlich unethische Methoden zurückgreifen, um wieder Ordnung in den Staat zu bringen. Am Ende steht die Frage, wohin die Reise Tropicos und seiner Bevölkerung gehen soll. Was darf’s sein? Ein klerikales Militärregime, das kommunistische Arbeiterparadies oder doch lieber ein prächtiges Mekka für reiche Touristen?

Das Spiel eignet sich für Unterrichtsstunden, die Raum für Humor lassen, dabei aber gleichzeitig auf spielerische Weise wichtige Konzepte erklären wollen: Propaganda ist ein allgegenwärtiges Thema, welches gerade zur Zeit der Ukrainekrise noch einmal einen besonderen Stellenwert einnimmt. Es werden Impulse gesetzt, über die wirtschaftliche Stabilität autokratischer Staaten zu sprechen. Syrien, Russland oder Venezuela können dabei thematisiert werden und es kann sich ein Lerneffekt einstellen, der darauf abzielt, den Zusammenhang zwischen der Militarisierung eines Regimes und dessen wirtschaftlicher Stellung zu erfassen. Auch der wichtige ökonomische Faktor „Tourismus” kann Schüler:innen mit dem Spiel näher gebracht werden, sowie die post-kolonialistischen Bestrebungen globaler Supermächte, die Kontrolle über kleinere Staaten in der zweiten und dritten Welt zu halten. Zuletzt dient „Tropico 6” auch dazu, Schüler:innen vor die Wahl zu stellen: „Würde ich mich selbst bereichern, wenn ich als Staatsoberhaupt die Möglichkeit dazu hätte?”

Wir hoffen, dass Euch diese Liste neue Ideen für den Wirtschafts- und Politikunterricht geben konnte und freuen uns, von Euren Erfahrungen mit Videospielen im Unterricht zu hören! Lasst uns gerne einen Kommentar da, wie Ihr Videospiele bereits in den Unterricht einbinden konntet, oder ob Ihr dies in der Zukunft vorhabt.

Messerattacke in Esslingen: Was wir bis jetzt über die Tat wissen
Am Morgen des 10. Juni hat ein 24-Jähriger Mann eine Frau und ein Kind schwer verletzt. Die beiden Opfer befanden sich zu dem Zeitpunkt auf dem Gelände einer Esslinger Grundschule. Das Motiv hinter dem Angriff sei noch immer unklar.
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Rania Qidan
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June 2022
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Am Morgen des 10. Juni  hat ein 24-Jähriger Mann eine Frau und ein Kind schwer verletzt. Die beiden Opfer befanden sich zu dem Zeitpunkt auf dem Gelände einer Esslinger Grundschule. Das Motiv hinter dem Angriff sei noch immer unklar. Der Täter soll die beiden Opfer vor der Tat jedoch nicht gekannt haben. Ein politisch motivierter Grund wurde von der Polizei bereits ausgeschlossen. Die psychische Gesundheit des Opfers wird derzeit gutachterlich überprüft.

Die Festnahme des Täter konnte durch einen Hinweis aus der Bevölkerung stattfinden. Der mutmaßliche Täter selbst habe einen Passanten darum gebeten die Tat bei der Polizei zu melden. Er wurde anschließend widerstandslos in Uhlbach, einem Stuttgarter Stadtteil, festgenommen. Die vermeintliche Tatwaffe, ein Küchenmesser, wurde offenbar in der näheren Umgebung der schule gefunden und von der Polizei sichergestellt.

Die Tat selbst fing damit an, dass der Täter zuerst das siebenjährige Mädchen angriff und anschließend ihre 61-Jährige Betreuerin mit Schnittverletzungen schwer verletzte. Sie hätte durch „couragiertes Einschreiten” den Täter in die Flucht geschlagen.

Bisher ist nur bekannt, dass es sich wohl um einen Mann handle, welcher in Deutschland geboren ist, jedoch eine niederländische Staatsbürgerschaft habe. Er sei außerdem vor dieser Tat noch nie straffällig geworden und befindet sich nun erstmal in Untersuchungshaft. Nach seinem Geständnis habe ein Haftrichter am Stuttgarter Amtsgericht den Haftbefehl erlassen.

Rezension: Die App GoodNotes
Viele kennen bereits die beliebte Notiz-App GoodNotes. Wir wollen den wenigen, die die App noch nicht kennen und auch denjenigen, die sie bereits kennen und lieben, ein paar Einblicke geben, wie die App funktioniert und welche Funktionen sie bereithält
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Rania Qidan
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Viele kennen bereits die beliebte Notiz-App GoodNotes. Wir wollen den wenigen, die die App noch nicht kennen und auch denjenigen, die sie bereits kennen und lieben, ein paar Einblicke geben, wie die App funktioniert und welche Funktionen sie für euch bereithält.

Die Notiz-App gibt es bereits seit 2011, jedoch ist sie vor allem in den letzten Jahren bekannt geworden. Durch die Corona-Krise und den zunehmenden Onlineunterricht und das Home-Office wurde die App häufiger benutzt. Mit der Digitalisierung des Systems können doch schließlich auch unsere Notizen digitalisiert werden oder nicht?

Die Appkostet bei der Installation einmalig 7,99 Euro. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass dieser Betrag  wirklich nur bei der allerersten Installation bezahlt werden muss, anschließend kommt man in den Genuss sämtlicher Updates ohne laufende Kosten .  Für den Bildungsbereich ist das Tool kostenlos, allerdings nur, wenn die Geräte über den Apple School Manager verwaltet werden.

Wie ist die App aufgebaut?

Für diejenigen, die gerne handschriftliche Notizen anfertigen, jedoch einen Papierberg und verlorene Blätter vermeiden wollen, ist die GoodNotes App genau das richtige. Sie ermöglicht auf unterschiedlichem digitalen Papier die unterschiedlichsten Dinge anzufertigen. Ob es nur eine schnelle Notiz auf einem linierten Papier sein soll oder ausführliche Lernzettel, Unterrichtsvorbereitungen usw. Mit dieser App kann man außerdem auch To do Listen anfertigen, einen selbst gestalteten Monatsplan kreieren oder man verwendet ganz einfach die von der App vorgefertigten Layouts dafür.  Außerdem kann das iPad auch live im Unterricht an das White Board geschlossen, bzw. verbunden werden und somit kann die Lehrkraft dann vom Platz aus ein Tafelbild erstellen.

Die App lässt uns dabei die Wahlfreiheit für die Farbe des Papiers. Zur Auswahl stehen gelbliches, weißes und dunkles Papier. Außerdem kann zwischen linierten (schmal oder breit liniert), karierten, gepunkteten, blank oder auch einem Lernkarten Layout ausgewählt werden. Es gibt verschiedene Layouts zum Thema „Planung“, unter anderem Buchhaltung, Wochenplaner und unterschiedliche Arten von Monatsplanern.

Es gibt die Möglichkeiten eine schnelle Notiz zu erstellen oder ein ganzes Notizbuch. Hierbei ist gut zu wissen, dass jede Seite individuell angepasst werden kann. Es muss also kein durchgehend liniertes Notizbuch sein. Die Notizen können in verschiedenen Ordnern hinterlegt werden, somit ermöglicht die App uns unsere Notizen im Überblick zu behalten und für jeden Anlass ein Ordner zu führen. Beispielsweise kann ein Ordner für den Haushalt sein, um Einkaufslisten oder einen Essenplan für die nächste Woche zu führen. Ein weiterer Ordner dreht sich dann  um die Arbeit. In diesem Ordner kann es noch weitere Ordner geben, für eine bestimmtes Fach oder auf Klassen- und Jahrgangsstufen unterteilt.

Welche Funktionen gibt es?

Sobald ihr eine Notiz erstellt, erscheinen auch hier sehr viele unterschiedliche Optionen. Ihr könnt die Schriftgröße einstellen, die Stiftart, die Farbe des Stiftes und vieles mehr. Selbstverständlich kann man nicht nur handschriftliche Notizen anfertigen, sondern auch einen Text über die Bildschirmtastatur sowie externe Eingabegeräte eingeben. Dieser Text kann vergrößert und verkleinert und durch unterschiedliche Schriftarten angepasst werden.

Ihr könnt alles mögliche markieren und auch hier unterschiedliche Farben verwenden, unterschiedliche Größen des digitalen Textmarkers einstellen und sobald ihr etwas markiert und euren Stift kurz auf der Stelle haltet, wird die Linie automatisch Gerade. Dies gilt für jeden Stift und kann auch funktionieren, wenn man einen Kreis malt oder ein Viereck. Einfach den Stift etwas länger am letzten Punkt der Zeichnung, kurz vorm abheben des Stiftes vom iPad, auf der Stelle halten und eure Linien, Striche und Formen werden automatisch verbessert.

Die Farben könnt ihr mit einem Farbrad selber erstellen und wenn euch eine erstellte Farbe gefällt und ihr sie nochmal verwenden wollt, könnt ihr sie auch ganz einfach zu eurer Farbpalette hinzufügen. Diese Farben könnt ihr dann sowohl für den normalen Stift als auch zum markieren verwenden.

Eine weitere Funktion ist das einfügen von Fotos. Diese kann man wiederum individuell vergrößern und verkleinern und so verschieben, dass es perfekt in eure Notiz passt. Außerdem könnt ihr auch verschiedene Formen einfügen, beispielsweise ein Rechteck. Dieses kann auch eine beliebige Farbe haben. Darauf kann dann etwas geschrieben werden und dadurch kann man ein super anschauliches Tafelbild erstellen. Zusätzlich gibt es die Funktion von Post-Its. Auch hier sind die Farben individuell wählbar und ihr könnt sie dorthin verschieben, wo es am meisten Sinn macht.

Fazit

Natürlich gibt es aber auch Verbesserungsvorschläge an die App. Viele Nutzer:innen der App bemängeln die fehlende Lesezeichenfunktion. Durch das Update wurde diese Funktion ersetzt. Nun kann man bestimmte Stellen favorisieren, jedoch ist es nicht mehr so übersichtlich wie zuvor. Außerdem wäre eine Lineal und Geodreieck mit Winkelmesser für viele Nutzer:innen sehr hilfreich. Diese Funktion gibt es beispielsweise bereits bei der Apple Notiz-App. Ein weiterer Verbesserungsvorschlag an die Programmierer der App ist die Formatierung. Wenn die GoodNotes App benutzt wird, während der Bildschirm geteilt wird, kann die obere Zeile mit den Auswahlmöglichkeiten des Stiftes usw. so verrutschten, dass es schwierig ist auf alle Funktionen zuzugreifen.

Wie bereits oben erwähnt, werden die Updates ohne zusätzliche Kosten automatisch installiert. Sobald die GoodNotes App also optimiert und weiterentwickelt wird, habt ihr die neue Version ohne noch einmal dafür zu zahlen.

All diese unterschiedlichen Funktionen ermöglichen das Erstellen von übersichtlichen und geordneten Notizen, Listen, Tabellen, Tafelbildern und vielem Weiteren. Wir empfehlen die GoodNotes App weiter und wir würden uns über ein Feedback in den Kommentaren freuen, ob ihr genauso begeistert seit oder ob ihr vielleicht sogar noch bessere Notiz-Apps kennt. Falls ihr noch mehr Einblicke in die unterschiedlichen Funktionen der App haben wollt,  könnt ihr im folgenden YouTube-Video nochmal die wichtigsten Funktionen nachschauen:

Folge der Pandemie: Mehr Kinder haben Probleme beim Handschreiben
Die Ergebnisse der diesjährigen STEP Umfrage zeigen, dass seit dem durch die Pandemie bedingten Distanzunterricht die Schreibschwierigkeiten bei Schüler:innen deutlich gestiegen sind.
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Anastasia Koulouri
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June 2022
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Die Ergebnisse der diesjährigen STEP Umfrage zeigen, dass seit dem durch die Pandemie bedingten Distanzunterricht die Schreibschwierigkeiten bei Schüler:innen deutlich gestiegen sind. Das Schreibmotorik-Institut und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ruft zur gezielten Förderung des Handschreiben über Klassenstufen hinweg auf.

Was genau untersucht die STEP-Studie?

“STEP” steht für „Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben“. Die Studie ist ein Forschungsprojekt des Schreibmotorik-Instituts und erforscht Entwicklungen, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und dem immer häufiger auftretenden Einsatz digitaler Endgeräte an Schulen möchte das Projekt neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich diese technologischen Entwicklungen auf das Handschreiben junger Schüler:innen auswirken. Dabei wird eine bundesweite Online-Umfrage unter Lehrkräften aller Schulformen, Standardbefragung zum Handschreiben sowie Zusatzbefragung zum Thema Digitalisierung herangezogen.

Schon seit 2019 berichten Lehrkräfte von Verschlechterungen der Handschrift

Bereits 2019 haben die Ergebnisse der Studie gezeigt, dass Lehrkräfte deutliche Probleme und Verschlechterungen im Handschreiben ihrer Schüler:innen sehen. Nach Angaben der befragten Lehrkräfte hatte schon damals jeder zweite Junge und jedes vierte Mädchen Probleme mit dem Handschreiben. Als Ursache wurden eine Verschlechterung der Fein- und Schreibmotorik, fehlende Festlegungen im Lehrplan, Zeitmangel zum Üben und fehlende Routine genannt.

Ergebnisse der STEP 2022: Immer mehr Schüler:innen haben seit Beginn der Pandemie Probleme beim Handschreiben

An der diesjährigen STEP zum Schuljahr 2021/22 haben rund 850 Lehrkräfte aus dem Primär- und Sekundarbereich teilgenommen. Es ist nach 2015 und 2019 das dritte Mal, dass die Studie durchgeführt wurde.

Im vergangenen Schuljahr fanden wegen der Pandemie knapp die Hälfte der Schulstunden, genau 48 Prozent, als Distanzunterricht statt und Lockerungsmaßnahmen galten bis vor Kurzem nur bedingt an Schulen. Das hat sich auf die bereits bestehenden Probleme der Schreib-Struktur, Leserlichkeit und Schreibtempo der Schüler:innen ausgewirkt.

So gaben fast ein Drittel der Lehrkräfte im Primärbereich und die Hälfte der Lehrkräfte im Sekundarbereich an, mit den Leistungen ihrer Schüler:innen beim Handschreiben nicht zufrieden zu sein. Vor allem Jungen sollen von dieser Problematik betroffen sein. „Einen besonders starken Rückgang der Handschreibfertigkeiten gibt es infolge der Pandemie bei den Jungen, von denen ohnehin die Hälfte Probleme mit dem Handschreiben hat“, erklärt Geschäftsführerin des Schreibmotorik Instituts, Marianela Diaz Meyer. So geben drei Viertel der befragten Lehrkräfte einen leichten bis starken Einbruch der Handschreiben-Leistungen bei Jungen an. Auch bei Mädchen stellten 56 Prozent der Befragten eine Verschlechterung an.  

Die Ergebnisse sind laut Udo Beckmann, Vorsitzendem des VBE, alarmierend. „Kinder und Jugendliche, die schon vorher Schreibschwierigkeiten hatten, wurden in der Pandemie weiter abgehängt. Eine Ursache hierfür ist die personelle Unterdeckung, unter der Schulen seit Jahren leiden. Dies betrifft verstärkt die Grundschulen. Die notwendige individuelle Förderung, die auch im Schulgesetz verankert ist, kann deshalb nicht mehr geleistet werden.“

89 Prozent der befragten Lehrkräfte empfehlen deshalb, das Handschreiben über alle Klassenstufen hinweg mehr zu fördern. Diaz Meyer vom Schreibmotorik-Institut unterstützt diese Empfehlung und schlägt vor, eine Stunde pro Woche ins Handschreiben der Schüler:innen zu investieren. Diese zusätzliche Hilfe soll das ermüdungsfreie und schnelle Handschreiben fördern, da die Ergebnisse der STEP gezeigt haben, dass nicht mal eine Hälfte der Schüler:innen der weiterführenden Schulen länger als eine halbe Stunde ohne Ermüdung oder Verkrampfung schreiben können.

Diaz Meyer fügt hinzu, was für weitere Probleme diese Schreibschwierigkeiten herbei führen können: „Wer nicht flüssig und in einer gewissen Geschwindigkeit schreiben kann, kann dem Unterricht auch oft nicht mehr richtig folgen und fällt in seinen Leistungen zurück. […] Schwierigkeiten bei der Schreibstruktur, im Tempo des Handschreibens sowie bei der Leserlichkeit sind die drei Hauptprobleme, die sich nach Angaben der Lehrkräfte durch den Distanz- und Wechselunterricht verstärkt haben.“

Sind Euch Verschlechterungen der Schreibfähigkeiten Eurer Schüler:innen aufgefallen und nehmt  ihr ebenfalls wahr, dass das direkt mit den Auswirkungen der Pandemie in Verbindung steht? Wie findet Ihr die genannten Vorschläge, um das Handschreiben der Schüler:innen zu fördern? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

IT-Fachkräfte an Schulen: Gefragte Spezialisten
Die fortschreitende Digitalisierung des Schulsystems erhöht die Notwendigkeit für IT-Fachkräfte an deutschen Schulen. Immer mehr Schulen verfügen über digitale Infrastrukturen und Geräte. Das bringt schnell technische Schwierigkeiten mit sich.
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Jérôme Seibert
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June 2022
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Die fortschreitende Digitalisierung des Schulsystems erhöht die Notwendigkeit für IT-Fachkräfte an deutschen Schulen. Denn immer mehr Schulen verfügen über eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur und immer mehr Lehrkräfte und Schüler:innen können digitale Endgeräte wie SmartBoards, PCs oder Tablets für den Unterricht nutzen. Das ist zwar eine erfreuliche Entwicklung, bringt aber auch allerlei Schwierigkeiten mit sich.

Schließlich müssen Server und Geräte nicht nur angeschafft, sondern auch eingerichtet und regelmäßig gewartet werden, andernfalls droht ihr Nutzen gen Null zu gehen. Bisher übernehmen diese Aufgaben oftmals Lehrkräfte neben ihrer eigenen Tätigkeit, was aber zunehmend unpraktikabel ist.

Je komplexer die Systeme werden, desto mehr Expertise benötigt ihre Einrichtung und Wartung und desto fehleranfälliger werden sie. Und wo vor ein paar Jahren vielleicht noch eine handvoll Computer für ein einzelnes Klassenzimmer gewartet werden mussten, müssen nun unzählige Tablets und Laptops mit Software und Updates versorgt werden. Das kostet immer mehr Zeit und Mühe, was für Überstunden der betroffenen Lehrkräfte sorgt und immer weniger Zeit für die eigentliche Aufgabe lässt: das Unterrichten.

IT-Fachkräfte werden gefordert

Daher fordern sowohl Praktiker:innen als auch Politik, dass IT-Fachkräfte eingestellt und mit der Verwaltung der Schul-IT betraut werden. So forderte Patrick Baarck, Lehrer und Referent für IT-Beschaffungsfragen in Schleswig-Holstein, schon 2019 die Einstellung “kompetenter IT-Fachkräfte, die mit dem System umgehen können und dieses System warten können”.

Ähnliche äußerte sich 2020 Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, während einer Podiumsdiskussion mit der damaligen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär. Er meinte, es müssten mindestens 20.000 IT-Fachkräfte zur Unterstützung der Digitalisierung an Schulen eingestellt werden.

Pressefoto Bettina Stark-Watzinger
Quelle: Laurence Chaperon

Mittlerweile hat sich die Politik diesen Forderungen weitestgehend angeschlossen – zumindest dem Wort nach. Zwar meinte der niedersächsische Kultusminister Hendrik Tonne (SPD) kürzlich, dass sein Bundesland “keinen Fachmann pro Schule beschäftigen” werde, doch die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) äußerte Unterstützung für den Vorschlag der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), es Schulen zu erleichtern, externe Expertise einzukaufen.

Wer bezahlt?

Der Abbau bürokratischer Hürden scheint auch dringend gefordert zu sein. Der Digitalpakt ist mittlerweile schon fast berüchtigt für seine komplizierten Anträge und die daraus resultierenden geringen Abflüsse von Fördermitteln. Das Zusatzprogramm Corona-Hilfe II fördert nämlich bereits die Finanzierung der schulischen IT-Administration, unter Umständen sogar Ausgaben, die durch die Beauftragung externer Dienstleister entstehen. Dazu heißt es etwa in einer Pressemitteilung der baden-württembergischen Landesregierung: “Dabei ist es unerheblich, ob diese (Personalkosten, Anm. d. Red.) beim Schulträger dadurch entstehen, dass er IT-Fachkräfte anstellt, oder ob diese Ausgaben aus der Beauftragung eines Dienstleister resultieren.”

Doch wie aus Zahlen des Bundesbildungsministeriums hervorgeht, wurden bis Ende 2021 nur mickrige 11 Millionen der zur Verfügung stehenden 500 Millionen Euro abgerufen. Das zeigt, dass wieder mal von der Politik bereitgestellte Mittel nicht dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. Es wird sich zeigen, ob ein kürzlich gemachter Vorstoß der Bundesbildungsministerin zur Vereinfachung und Vereinheitlichung des Antragsprozesses hier Abhilfe wird leisten können.

Das untenstehende Schaubild verdeutlicht nochmals, wie gering der Mittelabfluss in den Bundesländern war.

Schaubild zum Mittelabfluss des Digitalpakts in den Bundesländern.
Quelle: BMBF

Weiterhin ist problematisch, dass diese Förderung zeitlich begrenzt sind. Das mag für die Anschaffung von Geräten oder die Qualifizierung von Lehrkräften angemessen sein, die Verwaltung und Wartung der schulinternen IT ist jedoch eine laufender Kostenpunkt und wird in Zukunft eher an Relevanz gewinnen denn verlieren.

Probleme liegen nicht nur im Schulsystem

Wenngleich hinsichtlich der Unterstützung der IT-Administration im Schulsystem einiges im Argen liegt, sind nicht alle Probleme dort zu verorten. IT-Fachkräfte sind auch in der Wirtschaft hoch im Trend und es gibt schlicht zu wenige von ihnen. Dieser Fachkräftemangel stellt Schulen vor große Herausforderungen, wenn es darum geht, qualifiziertes Personal anzuwerben. In einem kürzlich erschienen Bericht der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung hieß es dazu: “Der Fachkräftemangel im IT-Sektor wird zu einer entscheidenden Bremse der Digitalisierung in den Schulen.”

Durch die vergleichsweise niedrigen Gehälter haben Schulen Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Das Zurückgreifen auf externe Dienstleister könnte hier zwar helfen, doch diese stehen vor ähnlichen Problemen. Das wiederum kann zu höheren Kosten für Schulen führen, die sich überdies in eine gewisse Abhängigkeit zu solchen Dienstleistern begeben.

IT-Fachkräfte für Schulen sind also dringend gefragt und Politik und Verwaltung sind aufgefordert für ausreichend Stellen zu sorgen. Der Fachkräftemangel lässt sich aber nicht ohne Weiteres lösen, sodass auch in Zukunft Probleme zu erwarten sind.

Theorie und Praxis im Datenschutz
Datenschutz ist seit der Corona-Pandemie eine ständige Begleiterscheinung im Alltag und Unterricht geworden. Ständig unterschreiben wir irgendwelche Zettel. Warum machen wir das eigentlich? Und schützen diese unterschriebenen Zettel wirklich Daten?
Gepostet von
Kornelius Kindermann
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June 2022
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Datenschutz ist seit der Corona-Pandemie eine ständige Begleiterscheinung im Alltag und Unterricht geworden. Ein Datenschutz-Zettel im Restaurant? Unterschrieben. Ein Zettel, den das Kind aus der Schule mitbringt, „Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung gem. Art. 28 EU-DS-GVO“? Unterschrieben. Wenn dann noch mehr Zettel ins Haus flattern, „Vereinbarung gem. Art. 13“ oder „Vereinbarung gem. Art. 6“, oder man selbst als Lehrkraft ständig solche Zettel ausgibt und einsammelt, ist es nachvollziehbar, dass sich eine gewisse Resignation und Unsicherheit einstellt. Die Frage stellt sich: Warum machen wir das eigentlich? Und schützen diese unterschriebenen Zettel wirklich Daten?

Dieser Artikel soll Antworten auf die beiden Fragen geben. Denn ganz so einfach ist es natürlich nicht – und ein klareres Verständnis der Thematik Datenschutz wird gleichzeitig immer relevanter.

Warum überhaupt Datenschutz?

Man kann ob der Flut an Zetteln, die man links und rechts unterschrieben austeilt schnell zu dem Schluss kommen, dass Datenschutz ja irgendwie auch egal sei. Zu inflationär begegnet einem das Thema, „Daten“, ja die sind irgendwie überall und nirgends – und man selbst hat doch eigentlich auch nichts zu verbergen. Ob man sich nun ein bestimmtes Youtubevideo anschaut oder nach günstigen Produkten sucht, wen sollte das interessieren?

Das mag im Einzelfall sicher auch richtig sein, der Kniff bei personenbezogenen Daten ist allerdings ihre schiere Menge! Das einzelne Youtubevideo sagt noch nicht viel über jemanden aus – eine jahrelange Chronik davon, gepaart mit allen Websites, die Sie je besucht haben ergibt dann aber doch ein sehr umfangreiches Bild einer Person. Nimmt man das Smartphone hinzu, das stets in der Hosentasche mitgeführt wird und nachweislich Gesprächsfetzen analysiert, den eigenen Standort kennt und die meisten Ihrer Kommunikationen mitliest, wird es schnell intim. (Probieren sie es gerne einmal selbst aus, mit diesem Link gelangen sie zu der Übersicht ihres Google-Kontos, auf der sie zumindest im Ansatz sehen können, was Google über sie zu wissen glaubt.)

Tech-Riesen wie Google gründen ihr Geschäft vor allem auf diese Datensammlungen: Die Geräte, die Sie online benutzen sind meist eindeutig zuzuordnen – und mit dieser Eindeutigkeit kann ein Profil erstellt werden, in dem alles, was über Sie an Metadaten gesammelt wurde, gebündelt wird. Solche Profile werden dann verkauft, meistens an Werbetreibende, die ihre Werbung dann auf Sie zuschneiden können. Google selbst bezeichnet diese Dienste auch als Service für die Benutzer:innen: Das Online-Erlebnis soll so verbessert werden, Sie bekommen genau das angezeigt, was Sie auch brauchen.

Wie ihre Daten missbraucht werden können

Doch es ist kein weiter Weg vom angeblichen Service zur Manipulation: Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten wurde beispielsweise maßgeblich von dem Unternehmen „Cambridge Analytica“ beeinflusst. Es sorgte dafür, dass Wählern in den USA Inhalte angezeigt wurden, die genau ihre Interessen bedienten und dabei die Vorteile von Trump unterstrichen. Aus normalen Wählern wurden Fans, es bildeten sich sogenannte „Filterblasen“, in denen Trump-Wähler ausschließlich Inhalte im Netz sahen, die ihre Meinung unterstützen – und gegensätzliche Meinung so als Verschwörung und „Fake News“ wahrnahmen.

Neben zielgerichteter Werbung können diese Profile aus geschnürten Datenpaketen allerdings auch missbraucht werden: Betrüger können erfahren, ob ein Opfer möglicherweise bereits betagt ist und alleine wohnt, sogenannte „Loverboys“ schreiben gezielt Menschen an, die gerade eine Trennung hinter sich haben, Emails mit Viren können auf einzelne Personen zugeschnitten werden, um echter zu wirken. Und Werbung kann ebenfalls schnell zu Diensten führen, die nichts gutes im Sinn haben: Spiele mit hohem Suchtfaktor, Schneeballsysteme oder sektenartige Organisationen.

Datenschutz – also das Verhindern, dass solche Datenpakete mit Daten bestückt werden, ist daher durchaus wichtig – gerade für Schüler:innen. Denn in der Schule werden zum Teil auch sehr sensible Daten erhoben, beispielsweise im Krankheitsfall oder Klassenbucheinträge. Deshalb gibt es seit 2016 die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), eine Europäische Gesetzgebung, die die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten einheitlich im gesamten EU-Raum regelt.

In der Theorie: Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Die bereits erwähnten zahlreichen Zettel, die Sie ausfüllen oder austeilen sind tatsächlich nicht der Schutz der Daten an sich, sie sind eher eine Begleiterscheinung: Gesetzlich sind sämtliche dieser personenbezogenen Daten nämlich erst einmal „unter Verschluss“. Das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung des Einzelnen ist ein Grundrecht und schützt alle mit einer Person verbundenen Daten. Mit den verschiedenen Unterschriften auf Zetteln wird dabei die Erlaubnis von ihnen eingeholt, dass Daten von Ihnen – oder Schüler:innen – verarbeitet werden dürfen. Dies geschieht mit Berufung auf Artikel 7 der DSGVO, das heißt, dass die Einwilligung informiert, freiwillig und ausdrücklich abgegeben wurde – zustimmendes Schweigen reicht zum Beispiel nicht. An vielen Punkten sind die Verantwortlichen dabei in der Pflicht, noch einmal konkretere Einwilligungen einzuholen – so entstehen die ganzen verschiedenen Datenschutzzettel, die unterschrieben werden müssen.

„Verarbeitung von personenbezogenen Daten“ ist dabei nur ein anderer Ausdruck für „Informationen, die gespeichert werden“. In der Schule können dies Fotos, Adressen, Kommentare und ausgefüllte Arbeitsblätter sein, schlicht, alles, was über Schüler:innen im Unterricht bekannt ist und digital erfasst wird. Die entsprechende Erlaubnis, bzw. Einwilligung können Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr noch nicht geben – sie kann allerdings von Erziehungsberechtigten erteilt werden. Dies wird im Artikel 8 der DSGVO geregelt.

Rechte und Regelungen – die wichtigsten Aspekte der DSGVO

Kinder und ihre Erziehungsberechtigten haben dabei das Recht, diese Einwilligung jederzeit zu widerrufen (Artikel 21), sie haben das Recht, zu erfahren, wie ihre Daten verarbeitet werden (Artikel 13 und 15) und sie können fordern, ihre Daten zu löschen, nachdem der Zweck, für den sie gespeichert wurden erloschen ist (Artikel 17).

An diesem Punkt kommt die Schule, im Besonderen die Schulleitung ins Spiel. Jene ist zum einen dafür verantwortlich, sämtliche Einwilligungen einzuholen, zum anderen muss sie auch einen Datenschutzbeauftragten an der Schule beschäftigen, der sich um Fragen des Datenschutzes kümmert. Denn die Schule ist in der Pflicht, die Technik, mit der sie arbeitet auf ihre Sicherheit hinsichtlich von Schülerdaten zu prüfen, das geht aus Artikel 28 der DSGVO hervor. Sie bleibt in der Haftung, wenn Schaden aus Daten entsteht, die eben nicht sicher gespeichert wurden. Hier liegt ein wesentlicher Knackpunkt des Datenschutzes: Die Verträge mit Dritten.

Denn Schulen können natürlich durchaus dafür sorgen, dass Lehrer bloß an Heimcomputern arbeiten. Sie müssen keine Cloud oder ähnliches benutzen und können damit die Daten der Betroffenen schützen. Wenn allerdings Software von Dritten, wie Google, Microsoft oder beispielsweise die Lernplattform Antolin eingesetzt werden, sind die Abläufe der Datenspeicherung erheblich undurchsichtiger. Viele Unternehmen speichern Daten ihrer Nutzer auf internationalen Servern, womit es sehr schwer wird, nachzuvollziehen, was denn jetzt mit den Daten Einzelner passiert. Auch hier ist es der Artikel 28 der DSGVO, der die Rechtslage klärt: Dienstleister müssen nachweisen können, dass sie den Datenschutzanforderungen in Bezug auf Schüler:innen genügen. So etwas kann zum Beispiel mit einem Zertifikat nachgewiesen werden. Dieser Prozess nennt sich „Auftragsdatenverarbeitung“ und stellt eine der größten Herausforderungen des Datenschutzes im Schulbereich dar.

Die Praxis – funktioniert das denn auch?

Die Datenschutzgrundverordnung scheint zwar klare Richtlinien zu setzen und es ist sicher bemerkenswert, dass diese für die gesamte EU vereinheitlicht wurden – die praktische Umsetzung steht allerdings auf einem anderen Blatt. Dies fängt bereits bei zuletzt genanntem Artikel 28 an: Welche Grundschulleitung hat die Fähigkeiten, selbst nachzuprüfen, wo Softwarekonzerne wie Microsoft ihre Daten lagern – und ob dies sicher geschieht? Die Weiterbildung einer Lehrkraft zur Datenschutzbeauftragten trägt dabei kaum zur Lösung dieser mangelnden Kompetenzen bei – um so etwas befriedigend zu prüfen ist ein ganzes Team an IT-Fachkräften nötig. Die Schulleitung, die sich in der Haftung befindet, kann also an sich nur auf die Versicherung der Dienstleistenden vertrauen, dass die Datenschutzvorgaben eingehalten werden würden.

Neuere Studien stellten aber fest, dass solche Zusicherungen mitnichten immer der Wahrheit entsprechen: Während einige Unternehmen selber Daten sammelten, mussten andere Unternehmen einräumen, dass auch sie wiederum die Services von Drittanbietern in Anspruch nahmen und nicht lückenlos nachvollziehen konnten, was mit den Daten geschehen würde, deren Speicherung sie auslagerten. Führende Tech-Konzerne wie Google oder Microsoft arbeiten natürlich bereits mit Deutschland und der EU zusammen – wie zum Beispiel bei Googles Programm „Google for Education“ – um die Auflagen für Schulen zu erfüllen. Jüngst stellte sich allerdings heraus, dass bereits die Geräte, die Google für den Unterricht zur Verfügung stellt – die sogenannten „Chromebooks“ – an mehreren Punkten Daten von Schüler:innen sammeln, um diese weiterzuverkaufen.

Lehrer:innen, Eltern und Schulen stehen solchen Wirrungen hilflos gegenüber und es bleibt eigentlich nur übrig, auf Empfehlungen der Bundesländer zu vertrauen. Diese haben im Zweifel mehr Ressourcen und ausgebildete Fachkräfte, die Software auf genau solche Schwächen prüfen können. So hat das Land Nordrhein-Westfalen zum Beispiel die Lernplattform „Logineo“ ins Leben gerufen, die genau auf die Datenschutzbedürfnisse von Bildungseinrichtungen zugeschnitten ist – Drittanbieter müssen dann allerdings auch spezielle Software extra für diese Plattform entwickeln.

Ob die DSGVO die Daten der Schüler:innen Deutschlands schützt ist also leider fraglich. Die ganzen Zettel die ausgefüllt werden – sie sollten eigentlich die Ausnahme darstellen, die Freigabe von Daten der Kinder, während sie sonst nicht freigegeben sind. In der Praxis scheinen sich die entsprechenden Unternehmen diese Daten allerdings leider trotzdem zu holen, auf die eine oder andere Weise. Es bleibt zu hoffen, dass die heutigen Schüler:innen im späteren Erwachsenenleben zumindest das Recht geltend machen können, das ihnen nach Artikel 17 der DSGVO zusteht: Das Recht auf digitales Vergessenwerden.

Haben Sie selbst Bedenken bezüglich Datenschutz im schulischen Raum? Oder sind Sie von dem verwalterischen Mehraufwand genervt, den Datenschutzauflagen mit sich bringen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung und Erfahrungen in die Kommentare!

didacta sendet starkes Signal für die Zukunft der Bildung
In Köln ist deutschlands wichtigste Bildungsmesse didacta zu Ende gegangen. Die ZDB, welche dieses Jahr erstmals mit einem Stand vertreten war, bedankt sich für die gelungene Zusammenarbeit.
Gepostet von
Redaktion
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June 2022
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Mit gutem Ergebnis ist am Samstag die wichtigste Messe für die Bildungsbranche, die didacta 2022, in Köln zu Ende gegangen. Nach drei Jahren ohne persönlichen Austausch vor Ort stand die Bedeutung der didacta als zentrales Diskussionsforum, größter Weiterbildungskongress und wichtigste gesellschaftspolitische Bühne der Branche besonders im Fokus. Dabei hat die Messe ein starkes Signal für die Zukunft der Bildung gesetzt und gezeigt, dass alle Bildungsbereiche einen dynamischen Reform- und Veränderungsprozess durchlaufen müssen, um erfolgreich auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Rund 35.000 Besucherinnen und Besucher haben die Messe genutzt, um sich in den zahlreichen Foren und bei den ausstellenden Unternehmen über innovative Konzepte, neue pädagogische Ansätze, Neuheiten und aktuelle Lösungen zu informieren. Die Unternehmen freuten sich über das große Interesse und hoben ausdrücklich die sehr hohe Qualität aufseiten der Besucherinnen und Besucher hervor. „Der Branche die notwendigen Impulse für das Business zu geben und ihre Leitfunktion als wichtigster Branchentreffpunkt mit hoher Relevanz zu erfüllen: Die didacta hat beide Aufgaben mit Bravour gemeistert. Zudem hat sie ihre Qualität als effiziente Networking-Plattform überzeugend unter Beweis gestellt“, so Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver Frese.

Auch in diesem Jahr waren wieder viele politische Entscheidungsträger nach Köln gekommen, um mit Erziehenden, Lehrerinnen und Lehrern oder Profis der Aus- und Weiterbildung über notwendige Veränderungen des Bildungssystems zu diskutieren. Das unterstreicht, dass die Messe trotz Zwangspause weiterhin eine große Zugkraft für die Branche besitzt. Davon zeigte sich auch Reinhard Koslitz, Hauptgeschäftsführer des Didacta Verbandes überzeugt: „Der Neustart der didacta ist gelungen. Wir hatten auf das Zusammentreffen vor Ort gesetzt und das Interesse der Besucherinnen und Besucher zeigt, dass der persönliche Austausch durch nichts zu ersetzen ist.“

Bildung müsse Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit geben. Koslitz weiter: „In den vergangenen Tagen haben wir intensive Debatten darüber geführt, was zeitgemäße Bildung auszeichnet und wie wir junge Menschen stark machen können. Der Didacta Verband und die Unternehmen der Bildungswirtschaft haben viele Impulse gesetzt und zugleich neue Aufgaben mit auf den Weg bekommen. Wir werden nun alles daransetzen, die Anforderungen aus der Praxis aufzugreifen, um auch weiterhin Fach- und Lehrkräfte bestmöglich zu unterstützen. Die nächste Chance dazu bietet sich im März 2023 auf der didacta in Stuttgart.“

Zu den zentralen Themen der didacta 2022 gehörten sowohl bei den ausstellenden Unternehmen als auch in den Foren und Workshops – neben den Auswirkungen der Pandemie auf alle Bereiche der Bildung - die immer schneller voranschreitende Digitalisierung in den Schulen und Betrieben, Fragen der Nachhaltigkeit sowie die Situation und Integration geflüchteter Kinder. Überdies wurde auf der Messe deutlich, dass sich Bildung immer stärker neuen pädagogischen Konzepten und ‚Neuen Medien‘ zur Wissensvermittlung öffnet. Das Internet wird in Kita, Schule und in der beruflichen Bildung zur flexiblen und schier unerschöpflichen Wissensquelle. Das führt zu einer immer stärkeren Individualisierung der Bildung.

Raum für diese und weitere Themen bot das 500 Einzelangebote umfassende Kongressprogramm aus hochkarätigen Foren, Workshops, Vorträgen, praxisorientierten Seminaren, Sonderschauen und Podiumsdiskussionen. Insgesamt boten an den fünf Messetagen 485 Referentinnen und Referenten den Besucherinnen und Besuchern der didacta 2022 fast 300 Stunden Programm an. Damit hat die didacta ihren Anspruch als wichtigste und größte pädagogische Fortbildungsveranstaltung in Deutschland nachhaltig unterstrichen.

Die didacta Köln 2022 in Zahlen

An der didacta Köln 2022 beteiligten sich 555 Unternehmen aus 55 Ländern, davon 139 Aussteller aus dem Ausland. Die Besucher-, Aussteller- und Flächenzahlen dieser Messe werden nach den einheitlichen Definitionen der FKM – Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen ermittelt und zertifiziert.

Die nächste didacta findet vom 7. bis 11. März 2023 in Stuttgart statt.
Die nächste didacta in Köln findet vom 20. bis 24. Februar 2024 statt.

NRW: Westermann exklusiv mit Entwicklung von digitalem Unterricht beauftragt
Nach einer europaweiten Ausschreibung hat das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Mai den Bildungsmedienanbieter Westermann mit der Entwicklung digitaler Unterrichtskurse beauftragt.
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Kornelius Kindermann
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June 2022
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Schulpolitik
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Nach einer europaweiten Ausschreibung hat das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Mai den Bildungsmedienanbieter Westermann mit der Entwicklung digitaler Unterrichtskurse beauftragt. Westermann ist damit maßgeblich für den digitalen Unterricht aller Schulformen und -stufen verantwortlich.

„Wir freuen uns, in diesem wichtigen Projekt Partner des Landes Nordrhein-Westfalen zu sein“, sagt Sven Fischer, CEO der Westermann Gruppe, „wir haben mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung digitaler Bildungsmedien und sind dabei immer eng im Austausch mit den Lehrkräften”. Vielen Lehrkräften ist die Westermann Verlagsgruppe bereits wegen der gerade in Grundschulen beliebten Online-Plattform „Antolin” bekannt, die Lesekompetenzen fördern soll.

Westermann entwickelt im Zuge dieses Auftrags insgesamt 26 Unterrichtskurse direkt für das nordrhein-westfälische Lernportal Logineo NRW LMS”, über welches die Kurse zur Verfügung gestellt werden. Diese umfassen dabei Unterrichtseinheiten in Deutsch, Englisch, Mathematik, sowie Informatik. Hinzu kommen berufsübergreifende Inhalte, die die Berufliche Bildung abdecken werden. Bis zum August sollen diese Kurse für das Ministerium für Schule und Bildung bereitgestellt werden, danach wird Westermann Serviceangebote, Einführungen und Webinare für Lehrkräfte anbieten, um diesen den Einstieg in die Software zu erleichtern.

Moodle als einheitliche Plattform für Westermanns Unterrichtseinheiten

Dabei schneidet Westermann die Unterrichtskurse direkt auf die erfolgreiche und mittlerweile weit verbreitete Plattform „Moodle” zu. Moodle ist eine Softwarelösung, die speziell für Lehrtätigkeiten entwickelt wurde: Sie umfasst digitale Klassenräume, Strukturen für Unterrichtsinhalte und Werkzeuge, um Leistungen der Lernenden zu erfassen. Sie findet bundesweit Einsatz – sowohl in Grundschulen als auch in Universitäten – und bildet damit eine einheitliche Basis für verschiedene Ansätze digitalen Lernens. Dass das Land Nordrhein-Westfalen nun auf der zentralisierten „Logineo”-Plattform vereinheitlichte Unterrichtsinhalte über die singuläre Softwarelösung Moodle bereit stellt, kann als ein Schritt nach vorne in der Bildungsdigitalisierung Nordrhein-Westfalens gewertet werden. So werden Grundlagen geschaffen, um digitalen Unterricht in den Bildungsplan einzugliedern. Schulen werden damit zusätzlich entlastet, da sie Softwarelösungen nicht selbst vorantreiben müssen, sondern auf standardisierte, geprüfte Prozesse zurückgreifen können

Kennt Ihr euch bereits mit Moodle aus und haltet ihr die Auftragsvergabe an die Westermann-Verlagsgruppe sinnvoll? Schreibt uns Eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Die sechs besten Serien für den Geschichtsunterricht
Der Geschichtsunterricht kann für Schüler:innen manchmal etwas trocken sein. Lehrer News möchte deshalb ein paar historische Serien zur deutschen Geschichte vorstellen, die die Begeisterung bei den Schüler:innen steigern könnten.
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Anastasia Koulouri
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June 2022
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Deutschland ist ein Land mit vielfältiger Geschichte. Vom römisch-deutschen Kaisertum, über die Gründung des deutschen Kaiserreiches bis hin zur NS-Zeit – Bildung und Verständnis der deutschen Geschichte ist interessant und wichtig, um Deutschland als Staat und seine politische Rolle früher sowie heute in der Welt zu verstehen.

Doch obwohl die deutsche Geschichte so vielfältig und interessant ist, fällt es vielen Schüler:innen schwer, sich wichtige historische Figuren, Ereignisse und Zahlen zu merken und ihren geschichtlichen Wert zu erkennen. Lehrer News hat erst vor Kurzem eine Liste der 6 besten Videospiele für den Geschichtsunterricht veröffentlicht, die dieses teilweise etwas trockene Schulfach ein wenig spannender gestalten können. Heute möchte Lehrer News ein paar interessante historische Serien und Kurzfilmreihen vorstellen, die die Begeisterung der Schüler:innen für das Fach Geschichte steigern könnte.

Charité

Hauptcharaktere der ersten Staffel der Serie Charité werden gezeigt.
Quelle: Das Erste

Charité ist eine historische Krankenhausserie und behandelt in jeder Staffel die medizinischen Entwicklungen eines anderen Abschnittes der deutschen Geschichte. In der ersten Staffel, die im März 2017 erschien, steht die medizinische Forschungsarbeit von Robert Koch, dem Mitbegründer der Mikrobiologie und Namensgeber des RKI, Ende des 19. Jahrhunderts im Vordergrund. Die zweite Staffel spielt am Ende des zweiten Weltkriegs und thematisiert die Arbeit des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch. Die dritte und bisher letzte Staffel spielt während des Baus der Berliner Mauer und thematisiert unter anderem die Arbeit des Gerichtsmediziners Otto Prokop. Alle Staffeln der Serie könnt Ihr auf Netflix streamen.

Babylon Berlin

Die Protagonisten von Babylon Berlin sind abgebildet.
Quelle: WDR

Babylon Berlin spielt im Berlin der Weimarer Republik und thematisiert die wirtschaftlichen Probleme dieser Krisenjahre, sowie die dadurch begründete zunehmende Radikalisierung der damaligen rechten und linken Organisationen. Die Serie war bei ihrer Premiere im Pay-TV ein großer Erfolg und war nach Game of Thrones der zweitbeste Serienstart auf Sky Deutschland mit über einer Millionen Zuschauer:innen. Im Mittelpunkt stehen der Kommissar Gereon Rath, gespielt von Volker Bruch, und eine junge Stenotypistin namens Charlotte Ritter, gespielt von Liv Lisa Fries, die gemeinsam an einem Erpressungsfall ermitteln. Die Serie wird in Koproduktion mit ARD Degeto, Sky und Beta Film produziert und kann darüber hinaus auch kostenpflichtig auf YouTube, Google Play, Apple TV und Amazon Prime gestreamt werden. In der ARD Mediathek könnt ihr euch aber auch schon kostenfrei ein paar Clips zur Serie anschauen.

Ku’damm 56

Familie Schöllack der Serie sind in ihrer Wohnung abgebildet.
Quelle: Tagesspiege

Triggerwarnung: Diese Serie zeigt und thematisiert sexuellen Missbrauch. Ku’damm 56 ist ein dreiteiliger deutscher Fernsehfilm, der 2016 erstmals im ZDF erschien. Im Mittelpunkt der Serie steht die Familie Schöllack in den Jahren der Nachkriegszeit. Mutter Caterina Schöllack leitet in West-Berlin eine Tanzschule und steht in ständigem Konflikt zu ihren drei Töchtern Monika, Helga und Eva, die die Moralvorstellungen und Werte dieser Zeit in Frage stellen. 2018 wurde die dreiteilige Filmreihe mit einer weiteren Filmreihe, Ku’damm 59, fortgesetzt. 2021 folgte die nächste Trilogie namens Ku’damm 63. Die Filmreihe erreichte für das ZDF gute Einschaltquoten und gewann unter anderem den Grimme-Preis in 2017. Ku’damm 56 kann sowohl in der ZDFmediathek kostenfrei, als auch auf Netflix gestreamt werden.

Barbaren

Vor dem Hintergrund der Schlacht werden die Hauptcharaktere von Barbaren dargestellt.
Quelle: Gaumont

Barbaren erschien im Oktober 2020 auf dem Streamingdienst Netflix und wurde bereits vier Wochen nach seiner Erstveröffentlichung weltweit bereits 37 Millionen mal aufgerufen. Im Gegensatz zu den meisten anderen historischen deutschen Serien, die sich meist auf die Zeit um die beiden Weltkriege herum drehen, spielt die Serie in der Zeit der Augusteischen Germanenkriege, die in der Varusschlacht 9 n. Chr. ihren Höhepunkt fanden. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die drei Kindheitsfreunde Ari, Folkwin und Thusnelda. Die Geschichte der drei Protagonisten spielt sich vor dem Hintergrund der Varusschlacht ab.

Honigfrauen

Eine Szene aus der Serie zeigt die Hauptcharaktere, die auf einen Anhalter warten.
Quelle: ZDF

Honigfrauen ist – wie Ku’damm 56 – eine dreiteilige Kurzfilmreihe des ZDF. Sie erschien 2017 und handelt von den Erfurter Schwestern Catrin und Maja Stresemann, die 1986 per Anhalter eine Auslandsreise nach Ungarn machen möchten, einem damaligen beliebten Urlaubsort für Menschen aus Ostdeutschland. Die Trilogie thematisiert vor allem die riskante Arbeit der Schleuserringe, die Menschen aus Ostdeutschland die Flucht in die Bundesrepublik ermöglicht haben, sowie die Versuche der damaligen Staatssicherheit der DDR, diese aufzulösen. Alle drei Teile können kostenfrei in der ZDF Mediathek gestreamt werden.

Das Boot

Vor einem Unterwasser-Hintergrund werden die Hauptcharaktere der Serie gezeigt.
Quelle: Filmstarts

Das Boot ist eine seit 2018 laufende TV-Serie, die auf Sky Deutschland gestreamt werden kann. Als Vorlage der Serie dienen sowohl die zwei Romane Das Boot und Die Festung von Günther Buchheim als auch der gleichnamige Kinofilm aus dem Jahr 1981. Die Serie beginnt im Herbst des Jahres 1942, ein Jahr nach den Ereignissen des Spielfilms, und erzählt die Geschichte einer U-Boot-Besatzung an Bord der U 612, die auf Mission in feindliche französische Gewässer geschickt werden. Der Widerstand in La Rochelle wird ebenfalls behandelt.

Sind Euch einige dieser Serien und Kurzfilmreihen bereits bekannt gewesen? Findet Ihr einige dieser Serie passend für euren Unterricht und würdet Ihr diese Euren Schüler:innen vorstellen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Digitales Lernen: Wie gelingt der Musikunterricht der Zukunft?
Für das Fach Musik gibt es bisher wenig Möglichkeiten um den Unterricht mit digitalen Unterrichtsmitteln zu gestalten. Wie gelingt der Musikunterricht der Zukunft?
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Jakob Rittmaier
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June 2022
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Die Nutzung digitaler Medien kehrt nach und nach im deutschen Bildungswesen ein. Egal ob Deutsch, Mathematik oder Geschichte: Apps wie Kahoot ermöglichen es Lehrkräften bereits heute, Unterrichtsinhalte spannend und zeitgemäß zu vermitteln. Im Fach Musik lässt sich die Digitalisierung nicht ganz so leicht gestalten. Denn wenn man beispielsweise ein Instrument erlernen möchte, kommt man um die Übung mit eben diesem zwangsläufig nicht herum. Doch wie gestaltet sich der Musikunterricht zukünftig in unserer digitalisierten Welt? Welche Potenziale hat das Fach?

Die Kernkompetenzen des Musikunterrichts

Um diese Fragen beantworten zu können, gilt es erst einmal zu klären, welche Kompetenzen der Musikunterricht an deutschen Schulen vermitteln soll. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um vier Kernthemen: Zum einen steht das gemeinsame Musizieren und Komponieren im Mittelpunkt, aber auch die Rezeption und Reflexion von musikalischen Inhalten sind zentrale Anliegen der Lehrpläne. Zusätzlich ist die Möglichkeit Musik als Mittel zur Kommunikation zu nutzen ein weiterer Punkt des Bildungsauftrags. Im Bereich des Musizierens beschränkt sich der Musikunterricht bisher allerdings meist auf die Instrumente aus der Klassik oder Pop- und Rockmusik, und eignet sich daher eher weniger für den Unterricht mit digitalen Medien.

Dem steht die Tatsache gegenüber, dass sich der Stellenwert, den Musik in unserer Gesellschaft einnimmt, stetig verändert. In Zeiten von Streamingdiensten und TikTok-Challenges wird Musik meist digital konsumiert. Unsere Lieblingsalben sind jederzeit verfügbar und der Markt wird jede Woche mit hunderten neuen Releases überflutet. Sogar die Musikproduktion ist dank Youtube-Tutorials und unzähligen Foren zugänglicher als jemals zuvor. So ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Jugendliche mit DAW’s (Digital Audio Workstation) wie Ableton, Cubase oder FL Studio zu Nachwuchsproduzenten in den heimischen Kinderzimmern werden. Selbst der US-Popstar Billie Eilish und ihr Bruder Finneas haben ihre Karriere einmal als “Bedroom-Producer” begonnen, und erlangten durch eigene Veröffentlichungen im Internet weltweite Bekanntheit.

Bild zeigt ein Homestudio

Schule muss mehr Medienkompetenz vermitteln

Die Diskrepanz zwischen dieser Entwicklung und der Gestaltung des Musikunterrichts ist ein Umstand, den der Bundesverband für Musikunterricht (BMU) bereits 2019 kritisierte. In der Publikation “Musikunterricht und Digitalisierung” fordert der Verband, dass neben der digitalen Musikproduktion auch Themen wie der Vertrieb oder das Urheberrecht stärker in den Fokus des Unterrichts einfließen müssen. Um den Kindern und Jugendlichen einen reflektierten Umgang mit allen Medien näher zu bringen, empfiehlt der BMU zusätzlich fächerübergreifend über Probleme wie Mediensucht aufzuklären. Auch die Beeinflussung durch Inhalte aus der digitalen Welt, speziell der Musik, muss im Schulalltag mehr thematisiert werden.

Ein weiteres Hindernis sieht der Verband in der uneinheitlichen Ausstattung vieler Bildungseinrichtungen. Programme und die dazugehörige Hardware sind oft sehr teuer und passen somit nicht in das Budget der meisten Schulen. Zu dieser Erkenntnis kommt auch die Bertelsmann-Stiftung in der Veröffentlichung “Digitale Medien im Musikunterricht”. Hinzu kommt, dass die meisten Musiklehrer:innen bisher meist noch nicht über die Qualifikationen verfügen, um ihren Unterricht an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Klasse lernt gemeinsam online Gitarre

Wie gelingt der digitale Musikunterricht?

Um den Musikunterricht an den digitalen Wandel anzupassen, empfiehlt es sich bereits während des Lehramtsstudiums mehr auf die Möglichkeit von Medien als Werkzeug  einzugehen. Außerdem benötigen Bildungseinrichtungen mehr finanzielle Mittel, um die entsprechende Software, beziehungsweise Hardware für einen zeitgemäßen Musikunterricht anzuschaffen. Einige Software-Hersteller bieten für ihre Produkte bereits Bildungslizenzen an, die speziell für den Einsatz an Schulen gedacht sind. Um den Musikunterricht in Zukunft ansprechender zu gestalten, sollten auch die Lehrpläne überdacht werden. Nur wenn sich der Musikunterricht an den Vorlieben junger Leute orientiert, können Schüler:innen für das Fach begeistert werden. So kann aus einem gewöhnlichen Schulfach schnell ein Hobby und Leidenschaft für das Leben werden.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit dem Fach gesammelt? Was muss in Zukunft berücksichtigt werden? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Computerspiele im Unterricht
Lehrer News hat letztens einige Computerspiele vorgestellt, die interessant für den Geschichtsunterricht sind. Doch wie lassen sich PC-Spiele im Unterricht eigentlich nutzen und was bringen sie?
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Jérôme Seibert
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June 2022
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Lehrer News hat letztens einige Computerspiele vorgestellt, die interessant für den Geschichtsunterricht sind. Doch wie lassen sich PC-Spiele im Unterricht eigentlich nutzen und was bringen sie?

Computerspiele sind längst kein Randphänomen mehr, sondern fester Bestandteil des Alltagslebens der meisten Kinder und Jugendlichen in Deutschland und spätestens seit der Corona-Pandemie auch der vieler Erwachsener. Die Anzahl der Spieler:innen und auch ihr Durchschnittsalter wächst stetig: Knapp 34 Millionen Menschen in Deutschland spielen zumindest gelegentlich Computerspiele und rund drei Millionen Jugendliche spielen regelmäßig PC-Spiele. Laut einer Studie des Unternehmens Limelight beträgt dabei die durchschnittliche Spieldauer beachtliche sechs Stunden pro Woche. Auch als Kulturgut werden Computerspiele zunehmend ernst genommen, wie etwa die Aufnahme des Branchenverbands “game” in den Deutschen Kulturrat zeigt.

Die untenstehende Grafik zeigt, wie der Anteil der Computerspieler:innen in Deutschland seit 2013 stetig gewachsen ist.

Anteil der Computer- und Videospieler in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2021
Quelle: Statista

Games im Unterricht zu thematisieren oder gar zu nutzen, kann hilfreich sein, um Schüler:innen in ihrer Lebensrealität zu erreichen und so für bestimmte Inhalte oder Themen mehr zu begeistern. Computerspiele sind dabei natürlich kein didaktisches Wundermittel und ihre Rolle im Alltag sowie bestimmte Aspekte können selbstverständlich auch kritisch begleitet werden – immerhin waren 2019 laut DAK fast eine halbe Millionen Jugendliche “Risiko-Gamer” mit suchtähnlichem Spielverhalten. Doch sich dazu als Lehrkraft aufgeklärt zu verhalten und bestimmte Auswüchse zu thematisieren, ist gerade deshalb richtig und wichtig, um einen Reflexionsraum für Schüler:innen zu schaffen.

Warum Computerspiele im Unterricht einsetzen?

Computerspiele sind nicht nur ein beliebter Freizeitvertreib, sondern können auch pädagogisch nützlich sein. Ganz im Sinne Schillers Ausspruch “Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt” können wir uns als spielerischen Menschen – als homo ludens – verstehen, der Fähigkeiten am besten und auch unterhaltsamsten im und durch das Spielen entwickelt.

Genau dort setzen Computerspiele an, denn sie stellen interaktiv und in spielerischer Umgebung Herausforderungen an die Spielenden, die es zu bewältigen gilt. Dadurch können sie Schüler:innen motivieren, sich unterschiedlichsten Herausforderungen zu stellen und sich mit Themen zu beschäftigen, die sie normalerweise links liegen lassen würden.

Professor Jan Boelmann, Direktor des Zentrums für didaktische Computerspielforschung, meint daher: “Games ermöglichen nachhaltiges Erfahrungslernen und eröffnen Räume für aktives Lernen und Reflexion.” Das besondere an Computerspielen ist, dass ihre Konsument:innen anders als bei Literatur oder Film nicht bloße Rezipienten fremder Werke sind. Vielmehr agieren sie selbst und treffen im Rahmen der Möglichkeiten freie Entscheidungen, was Spieler:innen selbst zum Zentrum des Geschehens macht.

Was können Games leisten?

Das klingt zwar schon nicht schlecht, aber ein paar Beispiele können helfen, dieses Potential besser zu verstehen. Dank der großen Spieleauswahl ist die Bandbreite an Themen und benötigten Fähigkeiten beeindruckend. Während etwa das Kultspiel “Portal” ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen von seinen Spielenden verlangt, sorgen rasante Taktikspiele wie “StarCraft II” dafür, dass man unter großem Zeitdruck Entscheidungen fällen muss.

Doch gerade das in Deutschland traditionell beliebte Genre der Strategiespiele kann für den Unterricht interessant sein, denn es ist erstaunlich, welche Komplexität diese teils erreichen und Spieler:innen dazu bringen sich mit scheinbar drögen Themen zu beschäftigen. Sie verlangen langfristiges Denkvermögen, Kreativität und ja auch Fleiß und Durchhaltevermögen, denn Einarbeitung ist gefragt und Fehler werden bestraft.

Schüler:innen, die in “Cities: Skylines” ihre eigene Stadt errichten, müssen sie sich mit Verkehrsplanung, Abfallwirtschaft und vielem mehr beschäftigen oder sie nehmen im Demokratiesimulator “Democracy 4” selbst das Heft als Bundeskanzler in die Hand und können so nachvollziehen, was es eigentlich heißt ein demokratisches Land zu regieren und Interessen auszugleichen, denn wer schlecht regiert, wird natürlich abgewählt.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass Spiele ebenso wie Literatur oder Kunst zu ethischen Reflexionen und Kreativität anregen. Sandboxgames wie “Minecraft” laden dazu ein, großartige Gebäude und Landschaften zu errichten, während viele Rollenspiele ihre Spieler:innen vor schwierige moralische Fragen stellen. Während Schüler:innen bei “Faust” oder “Der Besuch der alten Dame” höchstens darüber diskutieren können, ob die Protagonisten ethisch korrekt handeln, sind sie es als Gamer:innen, die selbst moralisch entscheiden müssen.  Herausragende Beispiele sind dabei etwa “Papers, please” oder “Detroit:Become Human”

Zu guter Letzt sei natürlich erwähnt, dass viele Games auf Kooperation und Kommunikation setzen, was ebenfalls wichtige Fähigkeiten im echten Leben sind. Spieler:innen müssen oftmals zusammenarbeiten, um ihre Ziele zu erreichen oder tauschen sich über die besten Strategien und Methoden für ein bestimmtes Spiel aus.

Wie kann man Spiele im Unterricht einsetzen?

Doch um diese Potentiale auszuschöpfen, wollen Computerspiele auch überlegt eingesetzt werden. Wie das ab besten geschehen kann, hängt von vielen Faktoren ab: Technische Ausstattung, Schulstufe und -fach, Lizenzen, pädagogischem Konzept und vielem mehr. Daher muss vorher gut überlegt werden, was erreicht werden soll. Dafür gibt es mittlerweile eine Fülle an Informationen, die sich an Lehrkräfte wendet. Die Medienanstalt Baden-Württemberg hat eine eigene Arbeitsgruppe “Games im Unterricht”, die einen eigenen Podcast und Artikel zu dem Thema anbietet und eine ausführliche Liste mit für den Unterricht geeigneten Spielen inklusive Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt.

Auch der Branchenverband “game” führt eine Liste an sogenannten Serious Games und bietet über seine Stiftung “Digitale Spielekultur” Broschüren und Material an. Besonders hilfreich ist der Computerspielkompass der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, der auf 130 Seiten in das Thema einführt und ebenfalls Unterrichtsmaterialien bereitstellt. Professor Jan Boelmanns Youtubekanal führt eine Reihe an Videos, in denen Computerspiele, die sich im Unterricht einsetzen lassen, vorgestellt werden.

Was meint ihr? Setzt Ihr Computerspiele im Unterricht ein? Was sind eure Erfahrungen? Lasst es uns wissen!

Weltfahrradtag: Wie Verkehrssicherheit gefördert werden kann
Viele von uns erinnern sich noch daran, wie wir im Kindesalter die Fähigkeit erlernt haben, Fahrrad zu fahren – heute sind viele von uns von ihrem Rad abhängig, sei es um rechtzeitig zur Bahn oder auf die Arbeit zu gelangen oder um ihr Hobby auszuleben.
Gepostet von
Anastasia Koulouri
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June 2022
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Viele von uns erinnern sich noch daran, wie wir im Kindesalter die Fähigkeit erlernt haben, Fahrrad zu fahren – heute sind viele von uns von ihrem Rad abhängig, sei es um rechtzeitig zur Bahn oder auf die Arbeit zu gelangen oder um ihr Hobby auszuleben. Schon seit etwas mehr als zwei Jahrhunderten steht uns das Fahrrad als simpelste Form des Transports zur Verfügung und ist seither weltweit ein wichtiger der Mobilität.

Die Geschichte des Weltfahrradtags

Die Idee des Weltfahrradtags reicht ins Jahr 2015 zurück. Der US-amerikanische Professor Leszek Sibilski konzipierte damals mit Student:innen seines Soziologie-Kurses eine Kampagne, die das “bescheidene Fahrrad” weltweit feiern und fördern sollte. Dieses Projekt erlangte große Unterstützung und Aufmerksamkeit, vor allem durch die Bewegung “Sustainable Mobility for All”. Daraus resultierte der Weltfahrradtag, der dann 2018 durch die Vereinten Nationen festgelegt worden war, um auf die Förderung des Fahrradfahrens weltweit hinzuweisen.

Im Rahmen des Weltfahrradtags weist die UN auf ihrer Homepage auf verschiedene Aspekte des Radfahrens hin, die uns Menschen positiv in unserem Leben beeinflussen.

So bietet das Radfahren für Menschen jeden Alters bei der regelmäßigen Nutzung gesundheitliche Vorteile. Das Fahrrad bietet einen einfachen Weg dafür an, sich mehrmals die Woche sportlich zu betätigen, und fördert dadurch nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Erhaltung unserer Bewegungskünste und erhöht unsere Lebensqualität.

Nicht nur für die menschliche Gesundheit, sondern auch für die Umwelt bietet sich das Fahrrad als nachhaltige Alternative an. Im Gegensatz zum Auto- oder Zugfahren stößt das Fahrrad bei seiner Nutzung keine umweltschädlichen Abgase und löst ebenfalls keine Stausituationen aus.

Verkehrssicherheit – wieso ist das wichtig?

Viele Menschen in urbanen Gegenden können sich ein Privatfahrzeug, aber auch teilweise die Nutzung der ÖPNVs, nicht leisten – somit sind sie auf das Radfahren angewiesen. Damit alle Radfahrer:innen sicher an ihren Arbeitsplatz oder nach Hause radeln können, aber auch um generell alle erwähnten positive Punkte des Radfahrens umsetzen zu können, müssen adäquate Mobilitätslösungen herangezogen werden. Fahrradstraßen und eine entsprechende Verkehrspolitik sind die Voraussetzung für sichere Mobilität auf dem Zweirad.

Im Vordergrund ein Warnkegel der die Unfallstelle von Fahrrädern im Hintergrund angibt.

Wie wird uns soll Verkehrssicherheit für Radfahrer in Deutschland umgesetzt werden?

Laut dem BDMV liegt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland seit 60 Jahren auf dem niedrigsten Stand. So sind 2020 2.719 Menschen in Straßenverkehrsunfällen gestorben – 327 Menschen weniger als im Vorjahr. Trotz dieses niedrigen Standes kommen Unfälle jedoch natürlich trotzdem vor. Erst vor ein paar Tagen, am Sonntag dem 29. und Dienstag dem 31. Mai, sind in Hamburg zwei Radfahrer durch Kollision mit Fußgängern verstorben.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr möchte solche Verkehrsunfälle in der nahen Zukunft komplett vermeiden. “Jeder Tote ist einer zu viel!” lautet der Slogan für #DeinLeben, eine Aktion für die Straßenverkehrssicherheit des BDMV. Im Rahmen dieser Aktion wird das langfristige Ziel “Vision Zero” verfolgt, also keine Toten mehr im Straßenverkehr. Dafür wurde ein Programm namens zur Förderung der Straßensicherheit zusammengestellt: auch die Verbesserung des Radverkehrs wird in diesem Programm besprochen. Um die Sicherheit der Radfahrer im Verkehr besser gewähren zu können, soll der Bau von sicheren Fahrradwegen und -straßen vorangetrieben werden. Weiterhin möchten das Ministerium zur Vermeidung zukünftiger Unfälle eine verbesserte Unfallerhebung der Datenauswertung entwickeln. Radfahrer sterben oft in sogenannten “Alleinunfällen”, die von der Polizei schwer erfasst werden können – ein umfangreicheres Wissen über die Unfälle könnte bei der Entwicklung passgenauer Maßnahmen verhelfen. Außerdem möchte der Bund seine Verkehrssicherheitsarbeit alle zwei Jahre evaluieren, um ein umfassendes Monitoring der Entwicklungen und Unfälle aufzubauen.

Bisher hat das BMDV zahlreiche Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit in den Städten Deutschlands umgesetzt. So wurden bereits 1,5 Milliarden Euro für attraktiven und sicheren Radverkehr investiert und eine StVO-Novelle, die Radfahrer und Fußgänger unterstützen soll, entwickelt.

Inzwischen setzen sich aber auch immer mehr Radfahrer selbst für die Verbesserung und Entwicklung der Verkehrssicherheit auf den  Fahrradstraßen ein. Das bundesweite Aktionsbündnis “Kidical Mass” hatte vergangenen Monat zu Kinder-Fahrraddemonstrationen aufgerufen, an denen allein in Frankfurt 300 Kinder und Eltern teilgenommen haben. Auch in mehreren Städten wie Wiesbaden und Darmstadt wurde  für mehr Verkehrssicherheit demonstriert. Ziel der Kundgebungen ist es, auf Radfahrer, vor allem junge Radfahrer, im Verkehr aufmerksam zu machen und die Fahrradmobilität sicherer zu gestalten.

Viele Städte und Länder entwickeln selbständig individuelle Programme und Aktionen, die die Verkehrssicherheit fördern sollen. Die Stadt Essen hat im Rahmen dessen Ende Mai neue Schilder für Fahrradfahrer installieren lassen, auf denen Piktogramme und geltenden Verkehrsregeln für einen erhöhten Schutz der Radfahrer abgebildet sind.

Obwohl die Entwicklung und Verbesserung der Verkehrssicherheit und Fahrradstraßen wahrscheinlich am wichtigsten für die Umsetzung sicherer Radwege und den Schutz von Radfahrern ist, sollten auch Radfahrer selbst zum Beispiel darauf achten, dass ihr Fahrrad verkehrssicher ist, um sich und andere vor Unfällen zu bewahren. Hier könnt ihr vergleichen, ob es sich bei eurem Fahrrad um ein verkehrssicheres Fahrrad handelt.

Fahren einige von euch im Alltag Fahrrad oder sichert das Fahrrad für einige von euch sogar eure alltägliche Mobilität? Seid ihr zufrieden mit den Visionen, die bereits umgesetzt worden sind und noch umgesetzt werden sollen, oder wünscht ihr euch mehr Sicherheit und Regeln für euren Radweg? Lasst es uns in den Kommentaren  wissen!

Moodle und Videos für den Unterricht: Im Gespräch mit Dominik Godt
Digitale Verwaltungs- und Klassenzimmerprogramme halten in immer mehr deutschen Schulen Einzug. Doch damit ihr gesamtes Potential ausgeschöpft werden kann, müssen Lehrkräfte und Schüler:innen auch kompetent mit ihnen umgehen können.
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Jérôme Seibert
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Digitale Verwaltungs- und Klassenzimmerprogramme halten in immer mehr deutschen Schulen Einzug. Doch damit ihr gesamtes Potential ausgeschöpft werden kann, müssen Lehrkräfte und Schüler:innen auch kompetent mit ihnen umgehen können. Daher bietet Dominik Godt Fortbildungen zu Moodle und zu Videoproduktion für den Unterricht an, über die wir mit ihm im Videointerview gesprochen haben.

Godt ist seit 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum tätig. Durch seine Tätigkeit als Systemadministrator im Bereich Moodle sowie als Master of Education Student der Germanistik und Japanologie ist er in einer idealen Position, die sowohl technische Expertise als auch das Wissen um die didaktischen Anforderungen miteinander vereint.

Seine Expertise vermittelt er interessierten Lehrkräften in Workshops und Fortbildungen, die sich sowohl an Neueinsteigende als auch an Fortgeschrittene richten. Im Interview ging es nicht nur um die Vorteile und Einsatzfelder von Moodle – Stichwort schülerzentrierter Unterricht – sondern auch um den Digitalpakt und die Schwierigkeiten, die in der Praxis auftreten, wenn es um die Beschaffung von Technik geht. Das vollständige Interview findet ihr auf unserem YouTube-Channel:


Religionsunterricht: Grundrecht oder Privileg der Kirchen?
Der Status des Religionsunterrichts unterliegt in Deutschland klaren rechtlichen Vorgaben. Dennoch bot und bietet er immer wieder Anlass für gesellschafts- und bildungspolitische Diskussionen.
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Alina Schwarz
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Der Status des Religionsunterrichts unterliegt in Deutschland klaren rechtlichen Vorgaben. Dennoch bot und bietet er immer wieder Anlass für gesellschafts- und bildungspolitische Diskussionen. Lehrer News wirft ein Schlaglicht auf die wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre.

Das Grundgesetz definiert den Status des Religionsunterricht an Schulen relativ klar:

„Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt“ (Art. 7 Abs. 3 GG)

Ebenso grundgesetzlich festgeschrieben, ist der Bildungsföderalismus. Dies hat zur Folge, dass zur rechtlichen Stellung des Religionsunterrichts im Lehrplan länderspezifische Unterschiede bestehen. So heißt es beispielsweise in der rheinland-pfälzischen Verfassung noch immer: Die Schule hat „die Jugend zur Gottesfurcht … zu erziehen“. (Art. 33 Verf. RP)

Religionsunterricht abschaffen?

Bevor aktuelle Diskussionen um die praktische Organisation des Religionsunterrichts zur Sprache kommen, soll es zunächst um die Frage gehen, mit welchem Existenzzweck seine Durchführung, jenseits der „Erziehung zur Gottesfurcht“, überhaupt begründet wird. Das Verhältnis junger Menschen zu Glaube und Religion erscheint mitunter ambivalent, wie eine Studie der Uni Tübingen, die unter Azubis sowie 11. und 12. Klassen in Baden-Württemberg durchgeführt wurde, ergab. Demnach bezeichnen sich nur 22% der Befragten als religiös, aber über die Hälfte glaubt an einen Gott.

Die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz argumentiert 2019 in ihren Forderungen nach der Abschaffung des Religionsunterrichts, dieser sei mit der Trennung von Staat und Kirche unvereinbar. Stattdessen solle ein neues Fach geschaffen werden, in dem ein offener Austausch über ethische und religiöse Lehrinhalte stattfinden kann. Dem hielt im weiteren Verlauf der Debatte das Bistum Mainz entgegen, das Schüler:innen „erst in der Auseinandersetzung mit einem greifbaren Modell gelebter christlicher Existenz – vor allem in der Person der Lehrkraft”, eine eigene Identität und Haltung ausprägen könnten. Andere, nicht zwingendermaßen religiös motivierte Positionen sehen im bekenntnisorientierten Religionsunterricht kein Problem, solange dieser nicht verbindlich ist. Daher müsse eine Wahlmöglichkeit zwischen dem Fach Religion und säkularen Alternativen wie dem Ethikunterricht gegeben sein. Beide erfüllten aber die Funktion, einen Beitrag zur Entwicklung eines eigenen Wertesystems durch die Schüler:innen zu leisten und griffen wichtige Fragen nach dem Sinn der menschlichen Existenz auf.

Die Einführung des bekenntnisorientierten Islamunterrichts

Nachdem sich Debatten zur Gestaltung des Religionsunterrichts jahrelang auf christliche Konfessionen beschränkten, rückte spätestens seit 2011 die Unterrichtung anderer Glaubensrichtungen in den Mittelpunkt. Grund hierfür war der Beschluss des Landes Nordrhein-Westfalen, nun auch islamischen Religionsunterricht ermöglichen zu wollen: „Etwa 436.500 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sind muslimischen Glaubens. Diese Kinder haben ein Recht auf einen staatlich verantworteten Religionsunterricht“, erklärte das Schulministerium in Düsseldorf diesen Schritt. NRW war damit ein Vorreiter, mittlerweile wird in neun Bundesländern eine Form von Islamunterricht angeboten.

Die Einführung des Islamunterrichts in NRW war nicht nur im Zuge der Debatten um die Rolle des Islams und der Muslime in Deutschland ein mutiger Schritt. Das Land begab sich mit der Entscheidung die Pluralisierung des Religionsunterrichts voranzutreiben auf noch unbekanntes Terrain und musste den entsprechenden Gesetzestext nachjustieren. Seit 2019 definiert das Schulgesetz des Landes formal klare Kriterien, welche islamischen Organisationen zur Gestaltung des Islamunterrichts an staatlichen Schulen befugt sind. So müssen diese ihre Eigenständigkeit, staatliche Unabhängigkeit, Verfassungstreue und eine verlässliche Organisationsstruktur aufweisen. Die Kritik an der religiösen Trägern von Religionsunterricht, nicht nur muslimischer Ausrichtung, bleibt jedoch ein Thema.

Das Bild eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zum Religionsunterricht

Eine online durchgeführte YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2016 zeigt, dass eine Mehrheit der Befragungs-Teilnehmer:innen dem bekenntnisorientierten Religionsunterricht kritisch bis ablehnend gegenüber steht. Quelle: YouGov

Die Rolle von Kirchen und religiösen Verbänden im Religionsunterricht

Der Status des Religionsunterricht steht, gemessen an den Positionen der Parteien im Bundestag, ebenso wenig in Frage, wie das staatliche Aufsichtsrecht darüber. Dispute entbrannten in den vergangen Jahren eher darüber, mit welchen religiösen Organisationen oder Kirchen zusammengearbeitet werden soll beziehungsweise wem es gestattet ist, Religionsunterricht zu erteilen. Letzteres beantwortet das Grundgesetz nur ungenau: “Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.“ (Art. 7 Abs. 3 GG) Faktisch erteilt die staatliche Aufsicht in den Ländern den Kirchen und Religionsverbänden die Erlaubnis, über das Personal für die Durchführung von Religionsunterricht nach eigens ausgewählten Kriterien zu bestimmen.

So wird die Missio Canonica (Beauftragung mit Lehraufgaben) nur an diejenigen katholischen Absolvent:innen des anspruchsvollen Theologiestudiums erteilt, die aktive Gemeindemitglieder sind und ihr Privatleben nach den Prinzipien der römisch-katholischen Kirche gestalten. Auch der Entzug der Lehrerlaubnis durch die katholische Kirche ist möglich. Im bekenntnisorientierten Islamunterricht sorgte vor allem die Zusammenarbeit mit einflussreichen Religionsverbänden für Kritik. Trotz der angesprochenen Gesetzesänderung ist in NRW, der vom autoritären Erdogan-Regime kontrollierte, deutsch-türkische Moscheeverband DİTİB federführend in die Auswahl der Lehrer:innen eingebunden. Ähnlich sieht es unter anderem in Niedersachsen aus, wo die Ijaza (Lehrerlaubnis), ebenso wie in NRW, durch einen von konservativ-islamischen Verbandsvertretern dominierten Beirat erteilt wird. Liberale Muslime kritisieren die Auswahlkriterien, die einen sittsam-religiösen Lebensstil zu einer von verschiedenen Bedingungen zur Erteilung der Lehrerlaubnis erklären.

Was meint ihr? ist Religionsunterricht an staatlichen Schulen in seiner derzeitigen Form noch zeitgemäß? Gibt es in Zeiten des chronischen Lehrermangels überhaupt umsetzbare Alternativen zur Einbindung von Kirchen und Religionsverbänden? Wir freuen uns auf eure Meinung!

QuizAcademy: Die datenschutzfreundliche Quiz App
QuizAcademy ist eine datenschutzfreundliche Quiz App für den Unterricht und damit eine Alternative zu Kahoot und Co. Wir stellen sie vor.
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Jérôme Seibert
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May 2022
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Mittlerweile existieren unzählige digitale Tools, die den Schulunterricht bereichern und abwechslungsreicher gestalten sollen. Vor allem Quizprogramme erfreuen sich dabei großer Beliebtheit, da sie ohne großen Aufwand kurzweilige Lernstandsüberprüfungen und vieles mehr ermöglichen. Wir stellen euch das Programm QuizAcademy vor.

QuizAcademy ist datenschutzfreundlich

Mit lediglich knapp 17.000 registrierten Lehrkräften ist es im Vergleich zu Konkurrenten wie Kahoot! oder Quizlet noch ein Zwerg, bietet aber einige Vorteile etwa beim Datenschutz. Dieser wird bekanntermaßen seit Jahren heftig debattiert und gerade im schulischen Bereich ist er selbstverständlich von großer Wichtigkeit, da die Daten von Schüler:innen geschützt werden sollten. Gerade US-amerikanische Unternehmen schneiden dabei oftmals schlecht ab, dies gilt auch für Quizlet, das für den Einsatz in der Schule nicht geeignet erscheint. Kahoot! schneidet in Sachen Datenschutz etwas besser hat. Das Portal MobilSicher bewertet seine Nutzung als “gerade noch akzeptabel.”

QuizAcademy hingegen entstand als Ausgründung der Universität Potsdam und des Hasso Plattner Instituts, wurde von der EU gefördert und schreibt Datenschutz groß. So werden nur vergleichsweise wenig Daten gespeichert und verwendet, insbesondere da Schüler:innen kein eigenes Konto benötigen. Daher gilt es laut Landesmedienzentrum Baden-Württemberg als datenschutzkonform. Auch Dirk Thiede, Betreiber des Blogs Datenschutz-Schule und Datenschutzbeauftragter für Schulen im Kreis Olpe, bezeichnet QuizAcademy als “schöne Plattform” und sieht diese als datenschutzfreundliche Alternative zu ihren Konkurrenten.

Welche Features bietet das Portal?

Hinsichtlich seiner Möglichkeiten unterscheidet sich QuizAcademy nicht großartig von seinen Konkurrenten. Lehrkräfte können Kurse erstellen, beispielsweise zu einer bestimmten Unterrichtseinheit und diese dann mit Inhalten befüllen. Verfügbar sind dabei das klassische Quiz, Live-Quiz, Karteikarten sowie Prüfungen. Letztere Option ermöglicht es, den individuellen Wissensstand von Schüler:innen zu erfahren oder Wettbewerbe durchzuführen, da bei allen anderen Funktionen nur eine anonymisierte Analyse möglich ist.

Die Plattform lässt sich sowohl über gängige Browser als auch als App für iOS und Android nutzen.

Screenshot des Interface von QuizAcademy

Auch das Nutzen fremder Inhalte und das Teilen eigener Kurse ist problemlos möglich. Zum einen lassen sich Inhalte anderer Plattformen importieren, zum anderen lassen sich Kurse mit anderen Lehrkräften teilen. Über den sogenannten “Kurs-Markt” lassen sich Kurse entweder mit allen anderen Nutzer:innen oder nur mit ausgewählten Lehrkräften teilen. Sogenannte “Kurs-Markt-Manager” sollen dabei die Qualität der für alle freigegebenen Kurse kontrollieren.

Besonders hilfreich ist, dass QuizAcademy sich in andere Plattformen wie etwa Moodle, die digitale Klassenräume erschaffen, einbinden lässt. So existiert eine zentrale Anlaufstation für Nutzer:inenn statt ein Wirrwarr an Webseiten existiert.

Da QuizAcademy vollständig in deutscher Sprache verfügbar und äußerst intuitiv zu bedienen ist, eignet es sich gut für Lehrkräfte, deren Affinität zum Digitalen nicht unbedingt ausgeprägt ist. Hinzu kommt, dass die Betreiber zahlreiche Tutorials und Videos sowie einen deutschsprachigen Support bereitstellt.

QuizAcademy ist leider nicht kostenlos

Datenschutzkonformität und Werbefreiheit haben leider ihren Preis, denn die kostenfreie Education+ Version ist stark eingeschränkt. Lediglich ein Kurs ist erstellbar und E-Prüfungen sind nur mit bis zu fünf Teilnehmer:innen möglich. Für die günstigste Version für einzelne Lehrende mit zwei Kursen und bis zu 20 Teilnehmenden werden monatlich schon 7,42 Euro fällig. Pro Kopf gerechnet ist eine Schullizenz, die eine unbegrenzte Anzahl an Kursen, Teilnehmern und Events ermöglicht, deutlich günstiger. Laut QuizAcademy werden beispielsweise bei einer Schule mit 50 Lehrkräften jährlich 640 Euro fällig, was einer monatlichen Nutzungsgebühr von etwa einem Euro pro Lehrkraft entspricht.

Wer QuizAcademy also nutzen möchte, sollte sich vorher gut überlegen, ob der Mehrwert groß genug ist, um die Kosten zu rechtfertigen oder eine Schullizenz in Betracht ziehen. Immerhin lassen sich alle Abomodelle ausgiebig kostenfrei testen, sodass man eine informierte Kaufentscheidung treffen kann.

Jugend forscht 2022: Das sind die Preisträger
Jugend forscht 2022: Letzten Sonntag wurden die besten Nachwuchsforscher:innen gekürt.
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Jérôme Seibert
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May 2022
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Vergangenen Sonntag wurden die besten Nachwuchsforscher:innen in Deutschland ausgezeichnet. Am 29. Mai wurden beim diesjährigen Bundeswettbewerb Jugend forscht in Lübeck zahlreiche Schüler:innen für ihre innovativen Forschungsarbeiten prämiert.

Was ist Jugend forscht?

Jugend forscht ist einer der bekanntesten deutschen Jugendwettbewerbe und zeichnet seit seiner Initiierung 1966 durch Henri Nannen, Gründer des Sterns, jedes Jahr die besten wissenschaftlichen Projekte und Arbeiten von jungen Menschen aus. Seit vielen Jahren ist der Bundespräsident Schirmherr des MINT-Wettbewerbs, der in sieben Fachbereichen Preise verleiht sowie mit Sonderpreisen ungewöhnliche Projekte auszeichnet.

Die Preise sind nicht nur hoch dotiert – die Erstplatzierten erhalten jeweils 2.500 Euro – sondern sind auch ein Türöffner in die Welt der Wissenschaft, da viele Preise zusätzlich von Forschungseinrichtungen gesponsert werden und Jugend forscht Alumni Netzwerke aufbaut. Insgesamt haben am diesjährigen Wettbewerb, der unter dem Motto “Zufällig genial” stattfand, 8.527 Kinder und Jugendliche mit 4.788 Projekten teilgenommen. In das Bundesfinale schafften es 168 Nachwuchstalente mit 108 Projekten.

Wer sind die Preisträger:innen?

Im Fachbereich Arbeitswelt erhielt der fünfzehnjährige Vincent Nack aus Höhenkirchen den ersten Preis für die Entwicklung eines Notbremsassistenten für Fahrräder, der bei Gefahrensituationen mittels Sensoren automatisch die Bremsen aktiviert.

David Sauer, achtzehnjähriger Gymnasialschüler aus Mühlhausen, erhielt den ersten Preis im Fachbereich Biologie mit einer Forschungsarbeit über die organische Abbauprodukte Dihydroxybenzene, die zwar seit langem als giftig bekannt sind, deren Wirkweise aber noch unklar ist. Sauer untersuchte die Wirkung dieser Giftstoffe am Beispiel der Acker-Schmalwand.

Der erste Preis im Fachbereich Chemie ging an ein dreiköpfiges Team aus dem bayerischen Dammbach. Die Schülerinnen Hanna Amrhein, Lena Fries und Hann Fries experimentierten mit der Rückgewinnung von Phosphat, einem Nährstoff für Pflanzen, aus Abwasser, um so bessere Recyclingmethoden zu finden.

ugend forscht Jurybefragung
Quelle: Jan Braun/Stiftung Jugend forscht

Den Geheimnissen des Kosmos wand sich Vanessa Guthier aus Heppenheim zu. Sie gewann den ersten Preis des Fachbereichs Geo- und Raumwissenschaften für ihre wissenschaftlich fundierte Arbeit zu der Frage, ob und unter welchen Bedingungen Sternhaufen Gammastrahlung erzeugen können.

Dem Sport wand sich der Preisträger Elian Terelle für den Fachbereich Mathematik und Informatik zu. Er entwickelte ein System, das kostengünstige Wiederholungen von Liveübertragungen, auch in Zeitlupe ermöglicht, das er bei Übertragungen von Volleyballspielen bereits nutzte.

Im fernen Sevilla ist Carlos Steiner Navarro, Preisträger im Fachbereich Physik, ansässig. Er beeindruckte die Jury durch “ein tiefgreifendes Verständnis der komplexen Mechanismen des Magnetismus”, da ihm das Kunststück gelang, einen Magneten schweben zu lassen.

Auch der erste Preis im Fachbereich Technik ging an ein Team. Den beiden siebzehnjährigen Schüler Johann Elias Stoetzer und Steven Gurgel war es möglich mit hilfe eines 3D-Druckers Sensoren auf Textilien zu drucken, um so beispielsweise über Touchsensoren auf ihrem Hemd ihr Smartphone zu kontrollieren.

Für seine außergewöhnliche Leistung eine vollautomatische Raketenabschussstation zu bauen, die Wasserraketen bis zu 270 Meter in die Höhe katapultieren kann, erhielt Hendrik Ridder aus Bremen den Preis für die außergewöhnlichste Arbeit, während Cornelius-Ägidian Quint für seine Arbeit zu schnell wachsenden Samen für neue Moore den Preis für die originellste Arbeit bekam.

Die beste interdisziplinäre Arbeit lieferten Maximilian Pfannkuch, Jaro Filip und Dominik Hein ab. Sie bauten ein Gerät, dass Raumluft mittels UV-LEDs reinigt und von Bakterien und Viren befreit; ein Projekt mit fraglose Relevanz.

Wir bleiben gespannt, ob die ausgezeichneten Projekte und ihre Entwickler:innen auch in Zukunft noch von sich Rede machen werden – vorstellbar ist es allemal.

Bundesweite Zukunftswochen für Schulen – Jetzt mitmachen!
Eine gute und zeitgemäße Schule, die Kinder für das Lernen begeistert, dem pädagogischen Personal ein anregendes Arbeitsumfeld bietetd soziale Kompetenzen fördert – das ist wichtig für unsere Zukunft. Doch wie lässt sich die Schule der Zukunft bauen?
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Anastasia Koulouri
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May 2022
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Eine gute und zeitgemäße Schule, die Kinder für das Lernen begeistert, dem pädagogischen Personal ein anregendes und unterstützendes Arbeitsumfeld bietet, demokratische Werte vermittelt und soziale Kompetenzen fördert – das ist wichtig für unsere Zukunft. Doch wie können diese Versprechen tatsächlich umgesetzt werden und was muss wirklich passieren, um die Schule der Zukunft zu bauen?

Im Mai 2020, als wir noch tief im ersten Lockdown der Corona-Krise steckten und die Schwächen des deutschen Schulsystems noch einmal verdeutlicht wurden, haben Verena Pausder und Max Maendler die Initiative #wirfürschule gestartet – und haben es sich zur Mission gemacht, Formate zu entwickeln und Schulen dabei zu unterstützen, die Zukunft ihrer Schule zu gestalten.

Die bundesweite Zukunftswoche für innovative Schulentwicklung

#wirfürschule möchte mit Schulhackathons die Zukunft der Schule gestalten. Bei einem Hackathon, geschöpft aus den Worten “Hacking” und “Marathon”, kommen Menschen zusammen um ein Problem in freundlichem und fairem Miteinander zu lösen. Ziel eines Hackathons ist es, neue innovative Lösungen zu schöpfen und dabei die Zukunft der eigenen Schule zu ergründen.

Offizielles Poster der Zukunftswoche.

Die Initiative hat bereits zwei bundesweite Hackathons mit tausenden Bildungsenthusiast:innen durchgeführt, aus denen sich zukunftsweisende Projekte entwickelt haben und demokratisch ein Zielbild für die “Schule von Morgen” geschaffen wurde. Im Rahmen des Weltkindertags ruft #wirfürschule zu einer Aktionswoche vom 19. – 23. September um das Thema Schule der Zukunft auf. Anknüpfend an dieses übergreifende Thema möchte #wirfürschule Bildungseinrichtungen bundesweit ermöglichen, eine innovative Projektwoche oder Projekttage in Form eines kollaborativen Hackathon-Erlebnisses durchzuführen.

Bei einer Teilnahme erhalten Schulen das #wirfürschule Handbuch, welches sie durch die Planung, Durchführung und Nachbereitung eines Hackathons führt. Die Initiative kollaboriert mit einem großen Partnernetzwerk von Bildungsinitiativen und Schulen können mit diesen starken Partnern vernetzt werden.

Rahmenprogramm und Auftaktveranstaltung der Zukunftswoche

Newsletter Visual der Initiative #wirfürschule.

#wirfürschule bietet während der Zukunftswoche ein aufregendes Rahmenprogramm für Lehrkräfte, Schulleiter:innen und Schüler:innen mit dem Ziel an, Einblicke in Umsetzungsmöglichkeiten für Schulinnovationen zu geben. Außerdem möchten sie die bundesweite Zusammenarbeit von Schulen untereinander fördern. Die Ergebnisse des Hackathons können bis Ende September eingereicht werden und die Gewinner erhalten attraktive Preise!

Am 17.09.2022 gibt #wirfürschule in Berlin Lehrer:innen, Schulleiter:innen und Schüler:innen die Bühne, um in Kurzimplusen Anwendungs- und Umsetzungsbeispiele für die Schulen der Zukunft zu geben. Diese Veranstaltung wird im Nachhinein visuell und schriftlich aufbereitet, um sie allen Schulen für ihre Umsetzung zur Verfügung zu stellen.

Wollt ihr mit eurer Schule an dem innovativen Schulhackathon teilnehmen? Dann macht hier direkt mit! Für weitere Infos zum Schulhackathon oder zur Zukunftswoche könnt ihr die Website der #wirfürschule Initiative besuchen oder Fragen direkt an hackathon@wirfuerschule.de senden.

Texas: Was wir über den Amoklauf an der Grundschule bis jetzt wissen
In Uvalde, Texas ereignete sich vergangenen Dienstag eine Tragödie: Der 18-Jährige Salvador Ramos drang in die Robb Elementary School ein, tötete dabei Schüler:innen und Lehrkräfte, bevor er schließlich selbst von Polizisten überwältigt und erschossen wurde.
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Anastasia Koulouri
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May 2022
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In Uvalde, Texas ereignete sich vergangenen Dienstag eine Tragödie: Der 18-Jährige Salvador Ramos drang in die Robb Elementary School ein und tötete dabei Schüler:innen und Lehrkräfte, bevor er schließlich selbst von Polizisten überwältigt und erschossen wurde. Auch vier Tage nach dem Amoklauf ist der Schmerz der Betroffenen noch gewaltig – und es wird Kritik an den Waffengesetzen in Texas und der USA laut. Denn die Zahl der Mass Shootings in den USA, also Massentötungen mit Hilfe einer Schusswaffe, beläuft sich mit dem Amoklauf in Uvalde allein in diesem Jahr bereits auf 288 Vorfälle.

Ablauf der Geschehnisse

Der Amoklauf ereignete sich in der Kleinstadt Uvalde in Texas an der Robb Elementary School, einer Grundschule mit rund 600 Schüler:innen zwischen sieben und zehn Jahren. Salvador Ramos schoss nach Angaben der Behörden am Morgen des 24. Mai zunächst auf seine Großmutter. Er floh anschließend aus der Wohnung und rammte sein Auto in einen Graben in Nähe der Grundschule. Gegen 11:30 Uhr kam er an der Grundschule an, bewaffnet mit einer Pistole, einem Sturmgewehr, und ausgestattet mit einer kugelsicheren Weste. Er drang durch eine unverschlossene Tür in ein Klassenzimmer ein und setzte die Tat fort, die er zu Hause in seiner Wohnung begonnen hatte. Dabei tötete er 19 Kinder und zwei Lehrkräfte. Auch zwei Polizisten und andere Anwesende wurden verletzt und werden derzeit noch in nahegelegenen Krankenhäusern behandelt. In einem anderen Klassenzimmer konnte eine Lehrerin die Schüler:innen ihrer Klasse vor dem Eindringen des Täters bewahren, indem sie einen Active-Shooter-Drill durchführte. Dabei wird die Klasse abgeschlossen, alle Lichter werden ausgeschaltet und die Kinder verstecken sich unter ihren Tischen. Erst nach einer Stunde konnte Ramos von den anwesenden Polizisten überwältigt und erschossen werden. Warum der Täter gerade die Grundschule als Ziel seiner Tat wählte, ist laut den Behörden noch unklar.

Kritik an der Polizei und bestehenden Waffensicherheitsgesetzen

Im September letzten Jahres unterzeichnete der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, ein Gesetz, das das Tragen einer Waffe ohne einen Erlaubnisschein ab bereits 18 Jahren möglich machte. Der Täter kaufte sich am 16. Mai – seinem 18. Geburtstag – die zum Teil vollautomatischen Waffen also völlig legal und setzte sie kurze Zeit später auf schreckliche Art und Weise ein. Abbott steht in der Kritik, da er zwar einen 40-Punkte-Plan zur mentalen Unterstützung der betroffenen Schüler:innen aufstellen möchte, es jedoch vermeidet, das eigentliche Problem anzusprechen: Den leichten Zugang zu Schusswaffen und die schwachen Sicherheitsgesetze.

Gegen die Polizisten, die während des Amoklaufs vor Ort eingesetzt waren, werden ebenfalls schwere Vorwürfe erhoben. Die ersten Berichte seitens der Polizei seien widersprüchlich gewesen: Erst wurde angegeben, dass der Täter direkt konfrontiert wurde und bei der nächstbesten Gelegenheit überwältigt werde. Später nahm die Polizei diese Aussage jedoch zurück und erklärte, dass sich der Täter in einem Klassenraum verschanzt hätte. In diesen konnte die Polizei nicht eindringen und es dauerte eine volle Stunde, bis externe Spezialeinheiten die Tür aufbrechen konnten. Videoaufnahmen, in denen verzweifelte Eltern vor der Schule von der Polizei in Handschellen gelegt werden, während sich der Täter noch in der Schule befand, erzürnten die Bevölkerung zusätzlich. Javier Cazares, ein Augenzeuge und Vater einer Tochter, die am 24. getötet wurde, berichtet: “Sie [die Polizei] sagten, dass sie direkt das Gebäude stürmten. Doch wir sahen nichts dergleichen.”

Täter stand in Kontakt zu einer Schülerin aus Frankfurt

Ein 15-Jähriges Mädchen aus Frankfurt stand bereits seit Wochen vor der Tat in Kontakt mit Ramos. Er fantasierte davon, seine Großmutter zu erschießen und schrieb am 24., dass er dies nun in die Wirklichkeit umgesetzt habe. Dass er einen Amoklauf an einer Grundschule ausüben wollte, gestand er der 15-Jährigen ebenfalls. In einem Interview mit dem amerikanischen Nachrichtensender CNN erklärte das Mädchen, dass sie Ramos am 9. Mai auf einer Social Media App kennen gelernt habe. Sie sprachen fast täglich mithilfe der App FaceTime und Ramos hatte Pläne, sie in Deutschland besuchen zu kommen. “Er sah glücklich und entspannt aus, wenn er mit mir sprach”, erklärte sie in dem Interview. Es gab jedoch auch Nachrichten, die das Mädchen alarmierten. So erklärte sie, dass ihr Ramos eine Weile vor der Tat gestand, “tote Katzen auf die Häuser anderer Menschen” zu werfen.

Das beste iPad-Zubehör für euren Unterricht
Tablets sind aus dem Unterrichtsgeschehen nicht mehr wegzudenken. Besonders das iPad ist ein häufiger Begleiter von Kindern und Jugendlichen geworden. Im heutigen Lehrer-News Beitrag möchten wir das beste iPad-Zubehör für Euch und eure Klassen vorstellen.
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Jakob Rittmaier
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May 2022
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Tablets sind aus dem Unterrichtsgeschehen nicht mehr wegzudenken. In Zeiten von digitalem Lernen und Homeschooling weichen immer mehr Schüler:innen von klassischen Schulheften und -büchern auf die Geräte von Apple, Samsung und Konsorten aus. Besonders das iPad ist ein häufiger Begleiter von Kindern und Jugendlichen geworden. Im heutigen Lehrer-News Beitrag möchten wir das beste iPad-Zubehör für Euch und eure Klassen vorstellen:

Apple Pencil

Apple Pencil
Quelle: Amazon

Wer seine handschriftlichen Notizen gerne jederzeit verfügbar hat, kommt mit dem Apple Pencil garantiert auf seine Kosten. Egal ob man einfach ein paar Notizen oder detaillierte Zeichnungen erstellen möchte: Der Stift lässt sich vielseitig einsetzen und ist ein Must-Have für alle, die Ihren digitalen Unterlagen eine persönliche Note verleihen möchten. Wer keine 135 Euro für den Apple Pencil der zweiten Generation ausgeben will, findet beispielsweise auf Amazon oder Idealo einige preiswerte Alternativen.

Tastatur

Tastatur für Euer iPad
Quelle: Amazon

Während sich viele Menschen blitzschnell über die Benutzeroberfläche ihres Tablets navigieren, vermissen andere dagegen schmerzlich die klassische Tastatur. Hier kann die entsprechende Hardware Abhilfe verschaffen. Die Eingabegeräte lassen sich schnell mit eurem iPad verbinden, und fungieren oft zusätzlich als Schutzhülle für das Gerät. Uns hat das Logitech Combo Touch für die iPad Generationen 7 bis 9 besonders gefallen. Das Combo Touch besticht durch die Aufladung direkt am iPad und schützt euer Tablet vor Stürzen aus bis zu 1,2 Metern. Mit einem Preis von 115 Euro belaufen sich die Kosten für diese Tastatur dabei fast auf ein Viertel des Apple-Modells.

Displayfolie

Schutzfolie für das iPad
Quelle: Amazon

Im hektischen Schulalltag kann es schnell zu Kratzern am Display eures Tablets kommen. Wer sein iPad auch während der Nutzung optimal schützen möchte, ist mit einer der zahlreichen Schutzfolien gut bedient. Die Folien lassen sich leicht auf das Display des iPads aufkleben, und schützen das Tablet so vor kleineren Beschädigungen. Falls ihr mit dem Apple Pencil gerne auf dem Gerät zeichnet, empfehlen wir Euch die sogenannten “Paperlike-Folien”: Diese Schutzfolie erzeugt durch winzige Perlen auf der Oberfläche die Haptik eines Blatt Papiers. Generell sollten sich Nutzer des Pens überlegen in eine Schutzfolie zu investieren, um lästige Kratzer zu vermeiden.

Adapter

Adapter für das iPad
Quelle: Amazon

Das iPad lässt sich dank zahlreicher Apps sehr gut für den Unterricht nutzen. Aber wie gelingt das Präsentieren vor der Klasse, ohne andauernd einen riesigen Kabelsalat mit sich herum schleppen zu müssen? Um das Gerät stressfrei mit Fernsehern oder Beamern zu verbinden, empfiehlt sich ein HDMI-Adapter. Im Internet finden sich die ausgefallensten Adapter für das iPad. Wir raten zu einem Gerät zu greifen, das mindestens einen HDMI-Port besitzt. Für Lehrkräfte, die parallel Speichermedien wie eine SD-Karte oder einen USB-Stick mit dem Tablet verbinden möchten, empfiehlt sich ein Adapter mit mehreren Ports.

Powerbank

Anker Powerbank
Quelle: Amazon

Obwohl Apple fast jährlich eine neue Generation seines Tablets veröffentlicht, soll das iPad nach der Anschaffung für die Meisten ein langjähriger Begleiter werden. Dabei nagt der Zahn der Zeit vor allem an der Akkuleistung der Geräte. Um euer iPad auch unterwegs jederzeit laden zu können, empfiehlt sich der Kauf einer Powerbank. Hier haben uns die Modelle des Herstellers Anker überzeugt. Die Powerbanks sind zwar im Vergleich etwas teurer als Geräte von anderen Produzenten, allerdings bieten die solide Verarbeitung, sowie die Option mehrere Geräte gleichzeitig aufzuladen, einen echten Mehrwert für alle iPad-Besitzer. Die Akkulaufzeit des Tablets lässt sich so, abhängig von der gekauften Variante, um bis zu 123 Stunden verlängern.

Zubehörtasche

Tasche für iPad-Zubehör
Quelle: Amazon

Um eure Netzteile, Kabel, Kopfhörer und Stifte sicher und stilvoll durch den Schulalltag zu transportieren, möchten wir euch abschließend noch eine Zubehörtasche ans Herz legen. Auch hier finden sich verschiedenste Optionen. Besonders praktisch sind dabei Modelle, in denen sich sowohl euer iPad als auch das Zubehör verstauen lassen. Hier lässt sich für jeden Geschmack und Geldbeutel eine passende Tasche finden. Natürlich spielen bei der Preisklasse auch die individuellen Bedürfnisse der Käufer:innen eine Rolle.

Benutzt Ihr oder eure Schüler:innen bereits Tablets im Unterricht? Kennt ihr weitere nützliche Gadgets, die in unserem Artikel noch fehlen? Wir sind gespannt auf eure Kommentare!

Software-Review: Meistertask
Lehrer News schaut sich das Aufgabentool Meistertask genauer an und zeigt, wie es im Lehrerberuf genutzt werden kann.
Gepostet von
Maximilian Pfab
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May 2022
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Wer im Team arbeitet, steht vor der Herausforderung Aufgaben sinnvoll verteilen zu müssen. Dabei gibt es mittlerweile Tools, die in diesem Zusammenhang helfen: Zeitmanagement, die Übersicht über einzelne Arbeitsschritte sowie die Aufgabenverteilung und Koordinierung im Team lassen sich damit erledigen und verbessern. Eines von ihnen das bekannte Meistertask. Welche Grundfunktionen das Aufgabentool Meistertask bietet und wie es auch für Lehrer:innen eine nützliche Arbeitshilfe sein kann, verrät der folgende Artikel.

Arbeitsabläufe mit dem Kanban-Modell organisieren

Unabhängig vom Tätigkeitsbereich erfordern bestimmte Aufgabentypen standardisierte Arbeitsabläufe. Sei es die Sammlung von Ideen und Vorhaben, ihre weitere Konzeption und Formulierung sowie letztlich ihre schrittweise Umsetzung. Gerade wenn mehrere Aufgaben und Projekte anstehen, kann schnell der Überblick verloren gehen. Die Folge: Der gesetzte Zeitplan kann nicht immer eingehalten werden.

Meistertask löst dieses Problem durch das Kanban-Modell. Dabei werden zuvor erstellte Aufgaben, die mit Kommentaren, Checklisten und einem Fälligkeitsdatum versehen werden können, verschiedenen Spalten zugeordnet. Diese Spalten entsprechen einzelnen Phasen oder Abschnitten eines Arbeitsprozess, in dem die Aufgaben bearbeitet werden sollen. Noch wenig ausgereifte Ideen können etwa einer Spalte „Ideensammlung“ oder noch nicht bearbeitete Vorhaben in den „Backlog“ gelegt werden. Rückt der geplante Abschluss einer Aufgabe näher, kann sie in zum Beispiel in eine Spalte „Diese Woche fällig“ verschoben werden, und so weiter. Selbstverständlich können diese Spalten je nach Bedürfnis der Nutzer:innen eingerichtet und benannt werden. Als Beispiel seht ihr hier ein exemplarisches Meistertask-Projektboard der Lehrer News-Redaktion, mit der dem Autor zugewiesenen Aufgabe „Softwarereview: Meistertask“ in der Spalte „Diese Woche fällig”:

Das Bild zeigt ein Meistertask-Projektboard

Aufgabenmanagment im Team

Auf Meistertask könnt ihr also mit geringem Aufwand Projektboards und innerhalb dieser einzelne Aufgaben erstellen, diese wiederum mit Zusatzinformationen versehen und schließlich einzelnen Teammitgliedern zuweisen. Nicht nur die Person, der eine Aufgabe zugewiesen wird, kann per Meistertask verfolgen, in welcher Phase die Bearbeitung einer Aufgabe angekommen ist, auch andere sind dazu als Beobachter oder auch einfache Teammitglieder in der Lage. Alle Teilnehmer:innen eines Projektboards können dadurch bei auftretenden Problemen Hilfe leisten oder kooperativ tätig werden, um ein Vorhaben zum bestmöglichen und planmäßigen Abschluss zu bringen. Dabei ist es möglich Teammitglieder per E-Mail oder Messenger wie Slack über Veränderungen bei der Bearbeitung von Aufgaben automatisch durch Meistertask benachrichtigen zu lassen.

Im folgenden Screenshot füge ich Kolleg:innen per einfacher E-Mail-Einladung zum Projektboard “Klassenfahrt 2022” hinzu:

Das Bild zeigt ein Meistertask-Projektboard

Meistertask für Lehrkräfte

Kostenpflichtig wird Meistertask, wenn es im Team genutzt werden soll. Dafür fallen 8,25 Euro pro Monat für das Meistertask Pro-Upgrade an. Die Teamnutzung ermöglicht es Aufgaben an mehrere Personen zuzuweisen. Für die verschiedenen Arbeitsumgebungen können unterschiedliche und unbegrenzt viele Projektboards erstellt werden. Falls ihr eine Aufgabe nicht finden solltet oder vergessen habt, wem sie aktuell zugewiesen ist, bietet die Suchfunktion innerhalb des Projekts eine unkomplizierte Möglichkeit schnell fündig zu werden. Zusätzlich können die Aufgaben mit selbst erstellten Tags versehen werden, um sie Kategorien zuzuordnen. Im folgenden Beispiel weise ich als Projektersteller und Lehrkraft eine Aufgabe einem Teammitglied zu. Die Schülerin Jana soll am 13.06. ein Referat halten. Zur Aufgabe habe ich bereits einen Kommentar, ein Fälligkeitsdatum und Tags („Referat“, „Fach: Deutsch“) hinzugefügt. Auch Anhänge, weitere Kommentare und Notizen wären im Verlauf der Aufgabenbearbeitung eine Option.

Das Bild zeigt ein Meistertask-Projektboard

Fazit: Meistertask – ein nützliches Tool für Anfänger:innen und Profis

Meistertask überzeugt durch ein leicht verständliches Handling und eine ausgewogene Anzahl an Funktionen. Es ist damit für unerfahrene Nutzer:innen von Aufgabentools genauso geeignet wie für erfahrene Planer:innen und bietet sich deshalb auch für den Schulalltag an. Denn auch digital weniger bewanderte Kolleg:innen können Meistertask schnell bedienen, während zur Vergesslichkeit neigenden Schüler:innen auf direktem Wege die Erfüllung ihrer Aufgaben ins Gedächtnis gerufen wird. Nicht zuletzt erleichtert das Tool die separierte, aber doch parallele Planung verschiedenster Projekte auf einer Seite. Sei es die Unterrichtsplanung, die Organisation des weiteren Schullebens oder des eigenen digitalen Arbeitsplatzes, auch über das Berufsleben hinaus.

Wie ihr Eure Meistertask-Projektboards strukturiert, ist letztlich von euch und den Bedürfnissen eures Arbeitsumfeldes abhängig. Einige Vorschläge zur Unterrichtsplanung mit Meistertask sind zum Beispiel auf dem Blog des Religionslehrers Michael Kamutzki zu finden. Weitere Anwendungsbeispiele für den Bildungsbereich zeigt der Meistertask-Blog, auf dem außerdem weitere Funktionen des Aufgabentools beleuchtet werden.

Tablets in den Unterricht integrieren – so klappt’s am besten
Die Nutzung von Tablets wird im Zuge der Digitalisierung an deutschen Schulen langsam aber sicher zum festen Bestandteil des Unterrichts. Lehrer News stellt ein paar Möglichkeiten vor, mit denen ihr Tablets sinnvoll in euren Unterricht einbinden könnt
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Anastasia Koulouri
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May 2022
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Die Nutzung von Tablets wird im Zuge der Digitalisierung an deutschen Schulen langsam aber sicher zum festen Bestandteil des Unterrichts. Die Nutzung der flachen Helfer bringt  einige handfeste Vorteile mit sich: Es ist flexibel und kann dabei helfen, das Lernen der Schüler:innen eigenverantwortlicher zu gestalten, außerdem tragen sie dadurch nicht mehr die Last, mehrere Bücher und Hefte in ihren Schulrucksäcken mit zu schleppen. Im Unterricht lässt sich das Tablet von Lehrkräften weiterhin vielfältig einsetzen.  Lehrer News möchte euch ein paar Möglichkeiten vorstellen, mit denen ihr Tablets  sinnvoll in euren Unterricht einbinden könnt.

Einblick in virtuelle Welten

Das Auge lernt mit. Tablets können  einen gewissen Grad an Virtual Reality darstellen. So können Schüler:innen mit dem Einsatz nützlicher 360° Videos in die Landschaft anderer Länder  eintauchen oder auch das Leben Unterwasser erforschen. Solche Videos sind zum Beispiel frei auf dem Discovery YouTube Channel verfügbar. Auch Google Earth und Google Maps können ein nützliches Tool im Erdkunde-, Politik- oder Geschichtsunterricht darstellen, denn auch dadurch können Schüler:innen etwas “näher” andere Länder kennen lernen und durch Googles Verknüpfung zu Wikipedia auch direkt Neues über verschiedene Sehenswürdigkeiten lernen, die sich über diese Videos oder Karten entdecken lassen.

Nützliche Apps für den Einsatz auf Tablets

Für den Musikunterricht gibt es eine Reihe an Apps, die eingesetzt werden können. Mit einigen davon lässt sich selbst Musik komponieren. GarageBand auf Apple-Geräten oder Caustic 3 für Android-Geräte sind kostenlose Versionen, bei denen sich das Austesten lohnt. Darüber hinaus gibt es auch noch eine Reihe an kostenpflichtigen Musik-Apps. Auch Apps, mit denen Videos bearbeitet werden können, bieten den Schüler:innen nicht nur ein kreatives Outlet für Projekte, sondern lehrt ihnen auch neue Skills. Mit PicLab oder Pic Collage können Schüler:innen außerdem im Kunstunterricht kreativ Fotos aufnehmen und gestalten. Natürlich lässt sich das Feature auch für andere Fächer nutzen. Notizen oder Mind Maps können durch den Einsatz eines Tablets ebenfalls kreativer und übersichtlicher gestaltet werden. Das Tablet bietet nicht nur Möglichkeiten zum dezentralen Kollaborativen Arbeiten an, sondern  lässt auch Bilder, Links und Checklisten gemeinschaftlich in  virtuelle Notizen und Mind Maps einpflegen. Auf Ausflügen oder Klassenfahrten können mithilfe von Tablets bestimmte Sehenswürdigkeiten fotografisch festgehalten werden, wobei Schüler:innen ihr Wissen dazu direkt auf dem Bild notieren. Podcasts für den Unterricht sind längst nichts neues mehr, jedoch können Lehrkräfte auch durch Audio-Apps Schüler:innen selbst zu verschiedenen Themen eigene Podcasts kreieren lassen, welche diese dann vor der Klasse, ähnlich wie Präsentationen, vorstellen. Ihr solltet auch einen Blick auf unsere Artikel über Google Docs und Canva werfen, die wir bereits in früheren Artikeln vorgestellt haben.

Ein Mädchen spielt an ihrem Tablet.

Spielerische Lerneinheiten integrieren

Falls ihr auf euren Tablets Siri oder Google Now anwenden könnt, ist es möglich, spielerisch das Wissen eurer Schüler:innen zu testen. Daraus lässt sich auch ein Wettbewerb kreieren: Stelle an Siri oder Google Now eine zum Thema oder Unterricht passende Frage, sei es nun zu Mathe- oder Biologiethemen, und testet, ob eure Schüler:innen oder die Künstliche Intelligenz schneller im Beantworten ist.

Auch altbekannte Online-Spiele können zum Lernen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Angry Birds. Im Rahmen des Physikunterrichts könnten Schüler:innen zum Beispiel erraten, aus welchem Winkel auf die Eisbautenverstecke, die Gebäude aus Eis, in denen sich die Schweine verstecken, am besten geschossen werden könnte, um sie in eine bestimmte Richtung fallen zu lassen. Auch im Deutschunterricht können diese Spiele zum Einsatz kommen, indem Schüler:innen zum Beispiel eine Geschichte darüber schreiben, was im nächsten Level des Spiels passieren könnte.

Es gibt bereits viele Bildungs- und Unterrichts-Apps die im Rahmen des Gamification-Prozesses, also der sozusagenen Spielifikation von Lerneinheiten, den Unterricht spielerisch und kreativ gestalten.

Mit dem Tablet gegen Papierkram

Neben der aktiven Einbindung des Tablets im Unterricht kann es auch von Lehrkräften dazu benutzt werden, Lernprozesse und Unterrichtseinheiten in übersichtlichen Ordnern und Apps festzuhalten. Eine Möglichkeit dazu bietet beispielsweise die App Seasaw, eine interaktive Lernplattform mit digitalen Portfolios, die Schüler:innen zum Lernen motivieren soll. Auch Notizen über Schüler:innen und ihre Noten können direkt auf dem Tablet organisiert und gespeichert werden. Das Teilen von Daten wird dadurch einfacher, da unter anderem über DropBox Inhalte geteilt werden und bearbeitet werden können. Auch mit Blick auf die ökologische Nachhaltigkeit ist diese papiersparende Arbeitsweise ein echter Vorteil.

Tablets im Unterricht – Darauf kommt es an

Die Implementierung der Tablet-Nutzung im Schulunterricht steht, trotz aller Fortschritte, in Deutschland noch am Anfang. Es ist sowohl für Lehrkräfte als auch für die Schüler:innen wichtig, diesen Prozess erst einmal langsam anzugehen und zu beobachten, was wirklich klappt, was verändert werden muss und wo es Defizite gibt. Dabei kann es auch sein, sich mit Kolleg:innen abzusprechen und Erfahrungen über die Tabletnutzung auszutauschen. Vielleicht ergibt sich daraus ja eine neue Idee für die nächste Gruppenarbeit?

Darüber hinaus ist es notwendig, eine gewisse Kontrolle über die Tabletnutzung einzuhalten. Schüler:innen soll durch digitale Hilfsmittel zwar Eigenverantwortung und Kreativität geboten werden, jedoch sollte bei ihrem Einsatz im Unterricht natürlich darauf geachtet werden, auf welchen Internetseiten sich die Schüler:innen befinden, sodass sie sich nicht zu sehr durch andere Dinge auf dem Tablet oder im Internet ablenken lassen. Andere Regeln sollten ebenfalls transparent dargelegt werden, wie zum Beispiel keine Bilder anderer Schüler:innen mit dem Tablet ohne Erlaubnis aufzunehmen.

Maßgeblich ist ebenfalls, Eltern ein Feedback zu geben, welche Tools im Unterricht benutzt werden und wie die Schüler:innen mit diesen zurechtkommen.

Nutzt Ihr bereits Tablets im Unterricht? Welche Tipps zur Integrierung des Tablets im Unterricht fandet ihr hilfreich und welche würdet ihr selbst einmal ausprobieren oder habt ihr vielleicht schon mal in eurem Unterricht ausprobiert? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.