204 Minuten – JIM-Studie untersucht Internetverhalten von Jugendlichen

Von
Franziska Bach
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15
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January 2023
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Stuttgart. Ein Großteil von uns ist täglich im Netz unterwegs. Die weltweite Verbreitung des Internets hat Einzug in die meisten Lebensbereiche gehalten und ist vor allem zum Tummelplatz der heranwachsenden Bevölkerung geworden. Aber weichen Freizeitpläne deshalb zunehmend der ständigen Mediennutzung? Seit 1998 geht die JIM-Studie im jährlichen Turnus dem Medienumgang der Zwölf- bis 19-Jährigen nach. Ergebnisse der aktuellen Erhebung für 2022 des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest liefern unerwartete Einsichten in den Wandel der letzten pandemiegeprägten Jahre von 1.200 befragten Jugendlichen. 

Für die Kommunikation mit Freunden, Gaming, Unterhaltung bis hin zur Informationssuche gehen Jugendliche online. Seit 2020 ließ die Corona-Pandemie Freizeit- und Medienaktivitäten, auch ohne genaue Zahlen zu sehen, spürbar ansteigen. Im Jahr 2020 erreichte sie ihr Hoch bei 258 Minuten pro Tag. Im Folgejahr 2021 war ein minimaler Rückgang der durchschnittlichen Onlinezeit zu beobachten (241 Minuten). Erst im letzten Jahr näherte sich die tägliche Nutzungszeit wieder der vor Pandemiebeginn an. Dies spiegeln die 2022 erhobenen Daten der JIM- Langzeitstudie wider: “Jugendliche verbringen in ihrer Freizeit täglich durchschnittlich 204 Minuten online”, womit sich diese jetzt wieder auf dem Niveau von 2019 (205 Minuten) befindet. 

84 Prozent der repräsentativ Befragten waren letztes Jahr täglich im Netz unterwegs. Das sind 5 Prozent weniger als noch 2020. Nur 6 Prozent nutzen das Internet seltener als vorher, wobei das Geschlecht dabei kaum Einfluss nimmt. Allerdings erhöht sich mit steigendem Alter der Jugendlichen die Internetnutzung signifikant. Zwölf- bis 13-Jährige verbringen im Schnitt 13 Prozent weniger Zeit im Internet als 18- bis 19-Jährige. Die Daten bilden weiterhin ab, dass Gymnasiast:innen mit einer erhöhten Tagesnutzung (88 Prozent) gegenüber Jugendlichen an Haupt- und Realschulen (80 Prozent) auffallen. Daneben ist allen gemeinsam, dass Desinformation und Beleidigungen zum digitalen Alltag gehören. Über 50 Prozent aller medienaffinen Jugendlichen geben an, täglich Fake-News zu begegnen. Ein Drittel der Befragten wurde im letzten Jahr mit Hassbotschaften konfrontiert. 

Ergebnisse der JIM-Studie 

An erster Stelle vermittelt uns die JIM-Studie ein sich veränderndes Bild nach der Pandemie. Über vier Stunden pro Tag waren Jugendliche zeitweise vom Internet begleitet. Dass dieser Wert wieder bei dreieinhalb liegt, ist als Fortschritt zu sehen, allmählich zu gewohnten Lebensverhältnissen vor der Pandemie zurückzukehren. Heute treffen sich Jugendliche wieder mehr mit Freunden und besuchen Sportveranstaltungen. Anders als bei den übrigen Altersgruppen nutzen sie dafür die Werktage, um ihre neu gewonnenen Freiheiten auszuleben, denn der meiste Webkonsum findet laut eigenen Angaben bei der Hälfte der Jugendlichen vor allem an den Wochenenden statt.

Neben der jährlichen Standortbestimmung werden die Daten zur Erarbeitung von Strategien und Konzepten im Bereich Bildung verwendet, wodurch eine kontinuierliche Untersuchung allgemeiner Medienentwicklungen und aktueller Trends erfolgt. Die JIM-Studie entstand aus der Zusammenarbeit der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und wird dieses Jahr in den Monaten Juni und Juli fortgesetzt.

Wir sind gespannt, ob die Mediennutzung weiterhin abnimmt oder ein neues Maximum der Internetzeit erreicht werden kann. Was sagt ihr zu 204 Minuten Internetzeit? Schreibt es in die Kommentare!

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