„Fake it till you make it” – Welchen Wert hat künstliche Intelligenz für die Bildung?

Von
Eva Taumberger
|
25
.
January 2023
|
| sponsored
„Fake it till you make it” – Welchen Wert hat künstliche Intelligenz für die Bildung?

Wir schreiben das Jahr 2023, eine künstliche Intelligenz namens ChatGPT lenkt alle Augen auf sich und wirft so einige Fragen in den Raum. Doch was ist künstliche Intelligenz überhaupt und was hat das mit Bildung zu tun? Künstliche Intelligenz wird in vielen Bereichen der Bildung bereits eingesetzt. Ein interessanter Aspekt ist auch der Kontext zum Schummeln bei Prüfungen und Tests. „Fake it till you make it“ lautet die Devise, also kurzgesagt so zu tun als ob, bis man das angestrebte Ziel erreicht hat. ChatGPT könnte viele Schüler:innenherzen höher schlagen lassen, denn dank der KI wird das Fälschen von Leistung ohne viel Aufwand möglich. Hier stellt sich nun eine weitere Frage — Ist künstliche Intelligenz eine Chance oder Gefahr für den Unterricht an Schulen?

KI im Unterricht — ChatGPT im Fokus

Seit Siri und Alexa unser Zeitalter bereichert haben, hatten viele bereits die Gelegenheit, sich mit dieser neuen Technologie zu beschäftigen. Vor allem Kinder und Jugendliche sind mit solchen Technologien vertraut und integrieren die Sprachassistenten in ihren Alltag. Doch das war erst der Anfang. In der Bildung wird künstliche Intelligenz immer relevanter. Lernsysteme sollen Schüler:innen beim Lernen helfen und Lehrkräfte unterstützen. Ebenso sind individuelle Stundenpläne, die anhand von KI generiert werden, um auf die Lernbedürfnisse der Schüler:innen genauer eingehen zu können, immer mehr gefragt.

Eine wichtige Frage steht hier allerdings noch offen — Was ist künstliche Intelligenz überhaupt? Kurz gesagt ist KI ein Computerprogramm mit der Fähigkeit, menschliches Denken nachzuahmen. Eine künstliche Intelligenz kann auch eigenständig Antworten finden, indem neue Informationen gesammelt werden und das Programm mit diesem Prozess dazulernt. An dieser Stelle haben wir ChatGPT (Generative Pre-trained Transformer), eine von dem kalifornischen Unternehmen Open AI erfundene textbasierte KI-Software, gleich mal gefragt, wie sie sich selbst definiert und in kürzester Zeit eine plausible Erklärung bekommen.

Chat-Ausschnitt von ChatGPT (Generative Pre-trained Transformer)

Dieser Chatbot ist also dazu fähig Texte problemlos zu generieren. Bei genauerer Betrachtung fallen die Wortwiederholungen allerdings schon des Öfteren ins Auge, wenn längere Textpassagen erstellt werden. Ebenfalls scheitert die KI bei komplexeren Fragestellungen, da hier einfach noch das grundlegende Verständnis wie bei uns Menschen fehlt. Als Hilfestellung bei der Recherche und Ideenfindung macht die KI ihren Job dennoch richtig gut.

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf  die Fähigkeiten von ChatGPT – Was kann ich alles damit machen?

Das waren ein paar wichtige Beispiele, dennoch geht die Liste weiter. Hierzu muss gesagt werden, dass man ChatGPT einfach selbst ausprobieren sollte, um die Dimension an Möglichkeiten auszukosten.  

Wenn allerdings gefragt wird, was ChatGPT über die gemeinnützige Organisation Zukunft Digitale Bildung weiß, dann bekommt man nur die Antwort: „Ich habe keine Informationen über eine spezifische gemeinnützige Organisation mit dem Namen "Zukunft Digitale Bildung". Es kann sein, dass es sich um eine Organisation handelt, die sich auf die Förderung der Verwendung von Technologie in der Bildung konzentriert, um Schülerinnen und Schülern bessere Lernmöglichkeiten zu bieten und die digitale Kompetenz von Lehrern und Schülern zu fördern, aber ich kann nicht mit Sicherheit sagen, da ich keine Informationen darüber habe.” Wie man sieht, gibt es also doch Grenzen. Zudem hat ChatGPT nur Zugriff auf Daten bis zum Jahr 2021, wodurch aktuelle Themen nicht berücksichtigt werden.

Gefahr oder Potenzial für den Unterricht?

Wenn eine Unterhaltung mit ChatGPT länger anhält, wird man merken, dass der Chatbot kein menschliches Wesen ersetzen kann. Es fehlt die Emotion hinter den Texten. Allerdings werden sich vermutlich einige Schüler:innen an einen Schummelversuch wagen, denn die Verlockung und die einfache Handhabung dieser KI ist gegeben. Wenn dann aber die ganze Klasse auf die gleiche Idee kommt und ChatGPT als kleines Helferlein herbeizieht, kann das schnell nach hinten los gehen. Die KI spuckt nämlich bei ähnlichen Fragestellungen oft dieselben Antworten aus. Demnach dürften Lehrkräfte bei der Korrektur von Prüfungen wohl nicht hinters Licht geführt werden.

Ein weiterer Faktor in Bezug auf Herausforderungen könnte der Datenschutz und die damit verbundenen Datenschutzverletzungen werden. Da ChatGPT durch Sammlung von Informationen lernt, werden auch sehr sensible Inhalte abgespeichert. Zu beachten ist auch, dass der Chatbot auf bereits vorhandene Texte zurückgreift und das Internet durchsuchen kann, was wiederum bei Fakten kritisch betrachtet werden sollte, da sich diese im Laufe der Zeit geändert haben könnten. Es ist offenbar sogar die Rede davon, dass ChatGPT Teil von Microsoft Office wird und dadurch automatisch erzeugte Texte und E-Mails ermöglicht. 

Bei all diesen Risiken und Herausforderungen sollten wir aber eines nicht vergessen – künstliche Intelligenz ist eine Chance für die Bildung, wenn sie richtig eingesetzt und genutzt wird. Ein interessantes Beispiel beschreibt Hauke Pölert in seinem Artikel über künstliche Intelligenz im Klassenzimmer – Im Unterricht stellt er dem OpenAI-Chat alle Fragen, die die Schüler:innen während des Unterrichts erwähnen, und ergänzt sein Wissen mit den Antworten der KI. Mit dieser Methode lernt man die neue Technologie besser kennen und kann gezielter arbeiten, schreibt Pölert. Der Chatbot kann Lehrkräfte im Unterricht assistieren, indem zum Beispiel Erklärungen, Tipps, Abläufe, Rechenwege oder vieles mehr in kurzer Zeit generiert werden können. Dadurch kann enorm viel Zeit eingespart werden, die sonst mit Recherchearbeit benötigt werden würde. 

Doch wie können Schüler:innen von der KI profitieren? Denn einfach nur Texte abschreiben ohne viel zu hinterfragen ist definitiv nicht die Lösung für gutes Lernen. Eine Gegenüberstellung der selbst erarbeiteten Fakten mit den Antworten der KI kann zu optimalen Ergebnissen führen. Hier sind allerdings die Lehrkräfte gefragt, die den Schüler:innen verdeutlichen sollen, wie der Chatbot richtig eingesetzt wird. Nämlich als Werkzeug und Unterstützung für den Unterricht.

Welche Erfahrungen habt ihr mit KI-basierten Programmen gesammelt und konnten diese vielleicht schon in den Unterricht integriert werden? Lasst es uns gerne in den Kommentaren  wissen.


Anzeige
Mehr zum Thema
Neuste Artikel
Kommentare
No items found.