IT-Fachkräfte an Schulen: Gefragte Spezialisten

Gepostet von
Jérôme Seibert
|
13
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June 2022
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IT-Fachkräfte an Schulen: Gefragte Spezialisten

Die fortschreitende Digitalisierung des Schulsystems erhöht die Notwendigkeit für IT-Fachkräfte an deutschen Schulen. Denn immer mehr Schulen verfügen über eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur und immer mehr Lehrkräfte und Schüler:innen können digitale Endgeräte wie SmartBoards, PCs oder Tablets für den Unterricht nutzen. Das ist zwar eine erfreuliche Entwicklung, bringt aber auch allerlei Schwierigkeiten mit sich.

Schließlich müssen Server und Geräte nicht nur angeschafft, sondern auch eingerichtet und regelmäßig gewartet werden, andernfalls droht ihr Nutzen gen Null zu gehen. Bisher übernehmen diese Aufgaben oftmals Lehrkräfte neben ihrer eigenen Tätigkeit, was aber zunehmend unpraktikabel ist.

Je komplexer die Systeme werden, desto mehr Expertise benötigt ihre Einrichtung und Wartung und desto fehleranfälliger werden sie. Und wo vor ein paar Jahren vielleicht noch eine handvoll Computer für ein einzelnes Klassenzimmer gewartet werden mussten, müssen nun unzählige Tablets und Laptops mit Software und Updates versorgt werden. Das kostet immer mehr Zeit und Mühe, was für Überstunden der betroffenen Lehrkräfte sorgt und immer weniger Zeit für die eigentliche Aufgabe lässt: das Unterrichten.

IT-Fachkräfte werden gefordert

Daher fordern sowohl Praktiker:innen als auch Politik, dass IT-Fachkräfte eingestellt und mit der Verwaltung der Schul-IT betraut werden. So forderte Patrick Baarck, Lehrer und Referent für IT-Beschaffungsfragen in Schleswig-Holstein, schon 2019 die Einstellung “kompetenter IT-Fachkräfte, die mit dem System umgehen können und dieses System warten können”.

Ähnliche äußerte sich 2020 Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, während einer Podiumsdiskussion mit der damaligen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär. Er meinte, es müssten mindestens 20.000 IT-Fachkräfte zur Unterstützung der Digitalisierung an Schulen eingestellt werden.

Pressefoto Bettina Stark-Watzinger
Quelle: Laurence Chaperon

Mittlerweile hat sich die Politik diesen Forderungen weitestgehend angeschlossen – zumindest dem Wort nach. Zwar meinte der niedersächsische Kultusminister Hendrik Tonne (SPD) kürzlich, dass sein Bundesland “keinen Fachmann pro Schule beschäftigen” werde, doch die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) äußerte Unterstützung für den Vorschlag der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), es Schulen zu erleichtern, externe Expertise einzukaufen.

Wer bezahlt?

Der Abbau bürokratischer Hürden scheint auch dringend gefordert zu sein. Der Digitalpakt ist mittlerweile schon fast berüchtigt für seine komplizierten Anträge und die daraus resultierenden geringen Abflüsse von Fördermitteln. Das Zusatzprogramm Corona-Hilfe II fördert nämlich bereits die Finanzierung der schulischen IT-Administration, unter Umständen sogar Ausgaben, die durch die Beauftragung externer Dienstleister entstehen. Dazu heißt es etwa in einer Pressemitteilung der baden-württembergischen Landesregierung: “Dabei ist es unerheblich, ob diese (Personalkosten, Anm. d. Red.) beim Schulträger dadurch entstehen, dass er IT-Fachkräfte anstellt, oder ob diese Ausgaben aus der Beauftragung eines Dienstleister resultieren.”

Doch wie aus Zahlen des Bundesbildungsministeriums hervorgeht, wurden bis Ende 2021 nur mickrige 11 Millionen der zur Verfügung stehenden 500 Millionen Euro abgerufen. Das zeigt, dass wieder mal von der Politik bereitgestellte Mittel nicht dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. Es wird sich zeigen, ob ein kürzlich gemachter Vorstoß der Bundesbildungsministerin zur Vereinfachung und Vereinheitlichung des Antragsprozesses hier Abhilfe wird leisten können.

Das untenstehende Schaubild verdeutlicht nochmals, wie gering der Mittelabfluss in den Bundesländern war.

Schaubild zum Mittelabfluss des Digitalpakts in den Bundesländern.
Quelle: BMBF

Weiterhin ist problematisch, dass diese Förderung zeitlich begrenzt sind. Das mag für die Anschaffung von Geräten oder die Qualifizierung von Lehrkräften angemessen sein, die Verwaltung und Wartung der schulinternen IT ist jedoch eine laufender Kostenpunkt und wird in Zukunft eher an Relevanz gewinnen denn verlieren.

Probleme liegen nicht nur im Schulsystem

Wenngleich hinsichtlich der Unterstützung der IT-Administration im Schulsystem einiges im Argen liegt, sind nicht alle Probleme dort zu verorten. IT-Fachkräfte sind auch in der Wirtschaft hoch im Trend und es gibt schlicht zu wenige von ihnen. Dieser Fachkräftemangel stellt Schulen vor große Herausforderungen, wenn es darum geht, qualifiziertes Personal anzuwerben. In einem kürzlich erschienen Bericht der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung hieß es dazu: “Der Fachkräftemangel im IT-Sektor wird zu einer entscheidenden Bremse der Digitalisierung in den Schulen.”

Durch die vergleichsweise niedrigen Gehälter haben Schulen Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Das Zurückgreifen auf externe Dienstleister könnte hier zwar helfen, doch diese stehen vor ähnlichen Problemen. Das wiederum kann zu höheren Kosten für Schulen führen, die sich überdies in eine gewisse Abhängigkeit zu solchen Dienstleistern begeben.

IT-Fachkräfte für Schulen sind also dringend gefragt und Politik und Verwaltung sind aufgefordert für ausreichend Stellen zu sorgen. Der Fachkräftemangel lässt sich aber nicht ohne Weiteres lösen, sodass auch in Zukunft Probleme zu erwarten sind.

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