Kontroverse um Neubauer-Text im Niedersachsen-Abitur

Von
Tobias Ristok
|
14
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May 2023
|
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Kontroverse um Neubauer-Text im Niedersachsen-Abitur

Hannover. In Niedersachsen wurden Schülerinnen und Schüler im Fach Politikwissenschaft im Abitur dazu aufgefordert, einen Essay von Luisa Neubauer zu analysieren. Die Verantwortung für die Auswahl der Prüfungsaufgaben liegt bei der Grünen-Ministerin Julia Willie Hamburg. Kritische Stimmen stellten eine mögliche politische Einflussnahme durch die Ministerin in den Raum. Die Diskussion dreht sich um die Unabhängigkeit des Bildungssystems und die Frage, ob politische Interessen eine Rolle bei der Gestaltung von Abiturprüfungen spielen sollten. 

Im Fach Politik-Wirtschaft wurden den Schülern drei verschiedene Aufgaben zur Auswahl gestellt. Eine dieser Aufgaben bezog sich auf den Essay von Luisa Neubauer mit dem Thema "Politische Partizipation und soziale Marktwirtschaft", so Michael Math, der für die Prüfungsentwicklung im Kultusministerium zuständig ist. Eine weitere Aufgabe drehte sich um das Thema "Soziale Marktwirtschaft in Schwellenländern" und basierte auf einem Interview mit dem deutschen Wirtschaftswissenschaftler Dominik Enste. Die dritte Aufgabe war ein Text der Körber-Stiftung zur Außen- und Sicherheitspolitik. 

Christian Fühner, CDU-Landtagsabgeordneter, äußerte Kritik an der Auswahl des Essays von Luisa Neubauer. Fühner kündigte an, dass seine Fraktion prüfen werde, ob Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) Einfluss auf die Auswahl genommen hat und warum ausgerechnet ein Text von einer Klimaaktivistin ausgewählt wurde. Die Ministerin wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass das Verfahren „klar und apolitisch" sei. Die Aufgaben werden von einer Fachkommission entwickelt, die unabhängig von der Ministerin arbeitet. Das Einbeziehen aktueller Themen in Abiturprüfungen sei nichts Ungewöhnliches.

Martin Huber, Generalsekretär der CSU, zeigte sich auf Twitter entrüstet und äußerte Kritik an der Verwendung des Essays von Luisa Neubauer als Teil des Abiturs. Auf Twitter schrieb er: "Aktivistenaufsätze gehören nicht ins Abitur! Es ist nicht akzeptabel, dass unter der grünen Bildungsministerin in Niedersachsen ein Essay von Luisa Neubauer behandelt wird. Was kommt als nächstes? Auf der Straße festkleben als Sportunterricht?"

Von anderer Seite erhielt die Auswahl des Neubauer-Textes indes Zuspruch. Ein Twitter-Nutzer weist darauf hin, dass Kritiker etwas von Neubauer lernen könnten, und ein anderer Nutzer lobt die Wahl des Textes als "toll und dringend benötigt". Neubauer selbst teilte in ihrer Instagram-Story begeisterte Nachrichten von Abiturienten, die ihren Essay als Prüfungsaufgabe ausgewählt hatten.

Das niedersächsische Kultusministerium hat die Bedenken der CDU bezüglich der Auswahl des Essays von Luisa Neubauer als Prüfungsmaterial im Politikabitur indes als unbegründet zurückgewiesen. Ein Sprecher des Ministeriums gab in einer Pressekonferenz bekannt, dass die Ministerin Julia Willie Hamburg weder Mitglied der Auswahlkommission noch involviert in die Freigabe oder Vorlage der Aufgaben sei. Die Kommission bestehe aus unabhängigen Lehrkräften und anderen Fachleuten, die bereits im Sommer 2022 die Aufgaben für das diesjährige Abitur erarbeitet hätten, als Hamburg noch nicht im Amt war.

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