Lehrkräftemangel verschärft sich: Immer weniger Referendare in Niedersachsen

Von
Tabea Heinemann
|
15
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May 2024
|
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Eine Lehrerin schreibt an eine Tafel

Der Lehrkräftemangel verschärft sich – in Niedersachsen geht die Zahl der Referendar:innen laut KMK deutlich zurück. (Quelle: Unsplash)

Trotz Lehrkräftemangel geht die Zahl der Referendar:innen in Niedersachsen laut Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) deutlich zurück. Im letzten Jahr begannen etwa 2.600 angehende Lehrer:innen ihren Vorbereitungsdienst in Niedersachsen. Dies bedeutet einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um gut 130 Personen und sogar um rund 700 Personen im Vergleich zu 2019.

Das Kultusministerium führt diesen Rückgang auf den generellen Rückgang der Studierendenzahlen bundesweit zurück. Dieser Trend beeinflusst auch die Lehramtsstudiengänge und folglich die Anzahl der Absolventen, die sich für den Vorbereitungsdienst bewerben. In Niedersachsen gibt es keine systematische Erfassung der Anzahl von angehenden Lehrkräften, die das Referendariat abbrechen. Basierend auf Informationen aus den Studienseminaren betrachtet das Ministerium jedoch den Anteil der Abbrecher als äußerst gering. Obwohl der Vorbereitungsdienst von vielen als anspruchsvolle Zeit empfunden wird, bestehen die meisten die Staatsprüfung erfolgreich und mit guten Noten.

Trotz dieser Einschätzungen hält die Bildungsgewerkschaft GEW es für nötig, die Ausbildung angehender Lehrkräfte attraktiver zu gestalten. Dies beinhaltet laut Stefan Störmer, dem Landeschef der GEW, eine klare Ausweitung der Praxisphasen im Studium sowie eine Überarbeitung des Referendariats. "Beide Ausbildungsabschnitte müssen inhaltlich so aufeinander abgestimmt werden, dass der häufig berichtete spätere 'Praxisschock' bei Eintritt in das eigentliche Berufsleben möglichst komplett ausbleibt".

Störmer betonte, dass die Arbeitsweise in Schulen in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert hat. Neue Lehrkräfte müssen sich daher mit einer vielfältigen Schülerschaft auseinandersetzen, in interdisziplinären Teams arbeiten und auch übergeordnete Themen wie nachhaltige Entwicklung oder Demokratiebildung vermitteln können.

Trotzdem gehen bisher fast die Hälfte der angehenden Lehrkräfte, die ein Lehramtsstudium beginnen, vor ihrer endgültigen Anstellung an einer Schule verloren. Um dem entgegenzuwirken, hatten sowohl die SPD als auch die Grünen in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, den praktischen Anteil im Lehramtsstudium zu erhöhen.

Ein Sprecher des Kultusministeriums erklärte: “Dies hätte auch zur Folge, dass Absolventinnen und Absolventen ohne Praxisschock in Bezug auf das Berufsfeld Schule in den Vorbereitungsdienst starten würden”. An der Umsetzung der Reform arbeite man derzeit in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

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