Mahnwache zu Berliner Koalitionsverhandlungen: Bündnis für Bildung fordert Veränderungen

Berlin. Das Bündnis für Bildung hat bei den Koalitionsverhandlungen zehn Forderungen vorgelegt, die eine umfassende Verbesserung der Bildungspolitik in Berlin zum Ziel haben. Diese Forderungen beinhalten unter anderem die Stärkung der Inklusion und Antidiskriminierung, den Ausbau der Infrastruktur und Digitalisierung sowie den Neubau und die Sanierung von Bildungseinrichtungen. Weitere Forderungen betreffen die Stärkung des Personals in Kitas und im Ganztag, den Ausbau der Lehramtsstudienplätze sowie die Förderung von multiprofessionellen Teams, um die Arbeit in Schulen zu erleichtern.

Die GEW-Vorsitzende Martina Regulin betonte, dass es sich hierbei um eine Krise des gesamten Bildungssystems handelt und nicht um einzelne Probleme oder Versäumnisse. Allerdings gibt es Bedenken, dass es erneut an finanziellen Mitteln scheitern könnte. Landeselternsprecher Norman Heise kritisierte, dass einige Finanzpolitiker noch immer behaupten, dass es an den Schulen kein Geldproblem gäbe. Trotz der angeblich besten Pro-Schüler-Finanzierung in Deutschland fehle es jedoch an allen Ecken und Enden. Die Vermutung liegt nahe, dass die teuren kostenlosen Horte und das kostenlose Schulessen dazu beitragen, dass die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die dringend notwendigen Verbesserungen in der Bildungspolitik umzusetzen.

Die Probleme im Bildungssystem beschränken sich nicht nur auf Einzelfragen oder Versäumnisse, sondern haben inzwischen eine systemische Krise erreicht. Diese Ansicht teilt auch die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Martina Regulin, und sieht darin das Kernanliegen des Bündnisses für Bildung. Ein Beispiel dafür ist der Mangel an Personal in Kitas, insbesondere in den Krippen, wo laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ein Drittel mehr Personal notwendig wäre. Auch die Erlassung der Kitagebühren hat nicht zur Verbesserung der Qualität der Kitas beigetragen.

Bündnis für Bildung wurde im Jahr 2011 als gemeinnütziger Verein gegründet und engagiert sich seitdem für den digitalen Wandel in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Es fungiert als Vermittler zwischen der Bildungsbranche und der öffentlichen Hand. Obwohl viele Themen, für die sich das Bündnis einsetzt, nicht neu sind, wurden sie durch die Corona-Pandemie gesamtgesellschaftlich stärker wahrgenommen und dringlicher. 

Die Organisation setzt sich dafür ein, die Möglichkeiten digitaler Medien, Werkzeuge und Kommunikationsmittel für alle Beteiligten im Bildungsprozess zugänglicher und nutzbarer zu machen. Das Bündnis umfasst eine Vielzahl von Akteuren, darunter IT-Unternehmen, Verlage, Startups, Bildungsinstitute und Vertreter der öffentlichen Hand, die sich besonders für die Entwicklung und Umsetzung von Standards und Referenzlösungen für die Bildung und Infrastrukturen in Lehr- und Lernumgebungen engagieren. Als ideeller Träger dieser Mission ist das Bündnis für Bildung unabhängig von einzelnen Unternehmen und setzt sich dafür ein, dass die Digitalisierung in der Bildung zum Wohl aller Beteiligten gestaltet wird.

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