Nationaler Bildungsbericht 2022: Massiver Personalnotstand und steigender Bedarf an Schulplätzen

Gepostet von
Alina Schwarz
|
18
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July 2022
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Nationaler Bildungsbericht 2022: Massiver Personalnotstand und steigender Bedarf an Schulplätzen

Berlin. Zentraler Befund des vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation veröffentlichten neunten nationalen Bildungsberichts ist der massive Mangel an Personal auf allen Stufen der Wissensförderung in Deutschland.

Der nationale Bildungsbericht bietet einen Überblick über die Entwicklungen und den Zustand des deutschen Bildungssystems. Wissenschaftlich evaluiert werden sämtliche Bildungsbereiche von der frühkindlichen Förderung, über das Hochschulwesen, bis zur lebenslang fortlaufenden Erwachsenenbildung. Der Bericht wird alle zwei Jahre im Auftrag von Bund und Ländern von Experten erstellt und veröffentlicht – so auch im Jahr 2022. Besonders interessant ist, wie sich die pandemie-verschuldeten Umstände auf die Bildung ausgewirkt haben.

Erste Ergebnisse

Ein Erkenntnisschwerpunkt des Berichts ist die Not an Personal im deutschen Bildungsapparat. Bis 2025 fehlt es allein in Kindertagesstätten und Grundschulen an schätzungsweise 10.000 Arbeitskräften. Durch die prekäre Situation sind Sonderausgaben und systematische Veränderungen unausweichlich.

Positiv geht aus dem am 23. Juni erschienen Bericht hervor, dass der Qualifizierungsgrad steigt: Von 2010 bis 2020 ist der Anteil an Deutschen, welche über einen höheren beruflichen oder akademischen Abschluss verfügen um fünf Prozentpunkte gestiegen. Weiter ermittelt die zuständige Autor:innengruppe „Bildung in Deutschland“ einen steigenden Bedarf an Schulplätzen sowie das Fehlen von circa 500.000 zusätzlichen Ganztagsschulplätzen.

Die Folgen des pandemie-bedingten Distanzunterrichts und den Auswirkungen sind bislang schwer abschätzbar. Doch zeigt sich in den Grundschulen im Trend ein deutlicher Leistungseinbruch. Immer mehr Grundschüler:innen erreichen die Lernziele nicht. Besonders gelitten haben die Lernerfolge jedoch bei Jungen, leistungsschwachen Schüler:innen sowie bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien.

Was denkt ihr über die aktuellen Entwicklungen des Bildungssystems? Einen weiteren Artikel zum Thema Bildung und Reformen findet ihr hier.

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