Wo bleibt der Digitalpakt 2.0? Lehrerverbandspräsident Düll fordert “Doppelwumms” für Schulen

Stefan Düll ist seit dem 16. Juni Präsident des deutschen Lehrerverbands (Quelle: DPhV)

Berlin. Der frischgebackene Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, fordert einen neuen Digitalpakt für Schulen. „Es braucht den schulpolitischen Doppelwumms, einen vom Bund und einen von den Ländern“, sagte Düll am Dienstag gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung. 

Dass im aktuellen Haushaltsentwurf keine Mittel für Wartung und Aktualisierung von Tablets und anderen Geräten eingeplant seien, kritisiert er scharf. Dies sei “zentral” für das Gelingen der Digitalisierung. „Man darf die Schulen nicht auf Geräten sitzen lassen, wenn diese dann ausgenudelt sind”, so Düll.

“Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie die Zusagen aus dem Koalitionsvertrag zum Digitalpakt auch einhalten wird", forderte auch Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). "Die Folgen liegen klar auf der Hand. Wenn der Bund nicht mehr zu seinen Zusagen stehen würde, wäre das schmerzlich, und Bayern müsste mit zusätzlichen, eigenen Mitteln einspringen”, sagte er gegenüber der Zeitung.

Der im Dezember 2021 unterzeichnete Koalitionsvertrag zwischen FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen sieht die Fortführung des auslaufenden Digitalpakts Schule bis 2030 vor. Ab 2024 soll der Digitalpakt 2.0 die Umsetzung der Bildung in die digitale Welt weiter vorantreiben. Dabei ist bereits abzusehen, dass an einigen Schulen eine Verdopplung der Investitionen nötig sein wird (Lehrer-News berichtete). Konkrete Pläne zur Umsetzung des neuen Digitalpakts liegen bislang nicht vor.

Bislang haben Länder und Kommunen unterschiedlich stark vom Digitalpakt profitiert. Eine qualitative Studie der Universität Hildesheim und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung hat ergeben, dass bei einem Großteil der Schulen der Status quo nicht berücksichtigt wurde. Demnach profitierten gerade die Schulen, die bereits gut ausgestattet waren. Die Schulen, die hingegen dringend auf die Bundesmittel angewiesen sind, hätten mehr Probleme bei deren Bewilligung gehabt. Ob und inwiefern sich daran etwas ändert, ist ungewiss: Konkrete Pläne zur Umsetzung des neuen Digitalpakts liegen bislang nicht vor.

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