Bildungsrückstand bei Grundschülern: BDA legt Zehn-Punkte-Papier zur Verbesserung der Schulqualität vor

Von
Armend Kokollari
|
19
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February 2023
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Berlin. Rund ein Fünftel der Viertklässler:innen in Deutschland kann nicht richtig lesen. Im Kompetenzbereich Orthografie fallen die Ergebnisse bundesweit am schlechtesten aus. Hier verfehlen rund ein Drittel die Mindeststandards. Über 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler konnten am Ende der vierten Klasse einfache mathematische Aufgaben nicht lösen. Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2021 attestierten den Grundschüler:innen in fast allen Bundesländern einen signifikanten Leistungsabfall. Auf diese Entwicklungen hat die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) nun reagiert und ein Zehn-Punkte-Papier zur Verbesserung der Schulqualität vorgelegt.

Die Wirtschaft braucht junge Nachwuchskräfte mit einer soliden Grundbildung, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der Welt am Sonntag. „Alle Studien zur Schulqualität sind aber alarmierend“. Die BDA empfiehlt daher ein systematisches Monitoring der Schulleistungen. Das Thema sei auch für die Arbeitgeber:innen „von höchster Relevanz“ sowie für „unsere ganze Gesellschaft und ihre Zukunftsfähigkeit“. 

Ihre Vorschläge zur Verbesserung der Schulqualität haben die Arbeitgeber:innen in ein Zehn-Punkte-Papier gegossen. Nötig sei ein bundesweites Mindestniveau mit Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik. Jugendliche mit schlechten Startchancen müssten intensiv begleitet werden. Um diesem Vorhaben zu entsprechen, schlägt die BDA unter anderem vor, die vorschulische Qualität durch Sprachfördermaßnahmen auszubauen. Schulen in ungünstiger sozialer Lage sollen dem Papier zufolge zusätzliche Ressourcen erhalten. Zur Lehrkräftegewinnung werden unkonventionelle Wege vorgeschlagen. Künftig müsse möglich werden, dass Lehrerinnen und Lehrer nur ein Fach unterrichten, sowie der Wechsel zum sogenannten Master of Education nach einem anderen Bachelor. Auch müssten die von der Kultusministerkonferenz vereinbarten Lernziele kontinuierlich überprüft und verbindlich umgesetzt werden.

“Seit Jahren kennen wir die Problematik, jeder Vorschlag zur Verbesserung der Situation ist willkommen - und doch gelingt es uns immer noch nicht, gegenzusteuern", betont Generalsekretär der Bildungsallianz des Mittelstands Professor Dr. Martin Wortmann. Lehrermangel, die geringe Attraktivität dieses so wichtigen Berufs und die sich nur schleppend verbessernde hochschulische Ausbildungsqualität der Lehrerinnen und Lehrer sowie die häufig realitätsfernen Curricula in Schulen und Hochschulen sind klare Indikatoren einer düsteren Bildungszukunft. "Deutschland braucht deshalb eine neue grenzüberschreitende Denke für Bildungsstandards, Didaktik und Pädagogik und letztendlich auch Managementstandards in den öffentlichen Schulverwaltungen”, so Wortmann. Das können wir nur gemeinsam schaffen.

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