Instagram-Channel für Lehrer:innen: Achtsamkeit & Soziales

„Der achtsame Umgang mit den Lernenden kann nur gelingen, wenn man auch achtsam mit sich selbst ist. Dazu muss man sich als Lehrkraft ständig reflektieren und fragen, in was für einer Welt man leben möchte.”  the_educationalist 

Um in der schulischen Arbeit auf verfügbare innere und äußere Ressourcen zugreifen zu können, kann es sinnvoll sein, sich von bestimmten Handlungsmustern zu lösen und offene  Denkhaltungen einzunehmen. Das gilt sowohl für die persönliche Entwicklung, als auch für zwischenmenschliche Bindungen, die aus der gemeinsamen Zeit mit Kindern und Jugendlichen entstehen. Wer die eigene Entwicklung bewusster Wahrnehmung verfolgt, kann dafür nach geeigneten Impulsen suchen. Auf Instagram gibt es erfahrene Bildungsinfluencer, die sich mit dem Fachgebiet der positiven Psychologie beschäftigen und anregenden Content darüber veröffentlichen. Wir stellen euch vier bekannte Kraftquellen vor und laden zu einer wertneutralen (Selbst-)Erkundung ein.

liniert.kariert – Tipps auf Augenhöhe

Als Lehrerin für die Primarstufe wirkt und lebt Saskia mit ihrer Familie in Hannover. 2017 begann sie auf ihrem Blog liniert-kariert über ihre beruflichen, aber auch privaten Beziehungserfahrungen in Form von introspektiver Prosa zu schreiben. Heute ist Saskia nicht nur seit über 10 Jahren Lehrerin, sondern auch Podcasterin, Kolumnistin und Autorin. Im März dieses Jahres wird Saskias erstes Buch veröffentlicht. Auf ihrem gleichnamigen Insta-Account erreicht sie mittlerweile 125.000 Follower zum Thema Beziehungsorientierung und teilt Erkenntnisse zu besonderen, aber auch basalen Bedürfnissen von Schüler:innen. Durch ihr eigenes Leben mit ADHS und Hochbegabung bildet das eine ganz persönliche Kategorie. In ihren Features erfährt man nähere Hintergründe zu Neurodiversität und inklusiven Ansätzen für die Schulpraxis. Damit regt sie Lehrkräfte an, Lernende in ihren Dispositionen anzuerkennen und gibt Orientierung für einen individuellen und fairen Umgang mit Kindern aus Sicht eines Elternteils. Aus ihrer bedürfnisorientierten Haltung heraus verfolgt sie kindzentrierte Lehr-Lernmethoden und gibt Anregungen für einen differenzierteren Unterricht. Darunter befinden sich zum Beispiel Konzentrationstipps und Konfliktlösungsmethoden.

learnlearning.withcaroline – Mach Lernen zum Fest

Caroline zeigt als Bildungsaktivistin Perspektiven für gelingendes Lernen auf. Begonnen hat ihr Weg dorthin als Begleiterin für Kinder mit erschwerten Lernbedingungen, wobei sie ihre Leidenschaft für das Entfachen von Motivation fand – seither begreift sie Lernen anders. Ihrem Instagram-Channel, den sie 2020 ins Leben gerufen hat, folgen 125.000 Lehrkräfte und Personen, die sich für ein Umdenken in der Schulbildung interessieren. Sie macht Mut, entwicklungsorientierte Theorien in die Tat umzusetzen und engagiert sich für Chancengleichheit in unserem Bildungssystem. Die Berlinerin ist vor allem bekannt für ihre Reels zu “growth mindset”.

Neben dem findet man bei learnlearning.withcaroline kreative Methoden und Stützstrategien für Lernprozesse, die auf ein dynamisches Selbstbild von Lernenden ausgerichtet sind. In einem Gemeinschaftsprojekt mit ihrer Instagram-Community entwarf sie Mut-Mach-Karten zur Förderung eines positiven Mind-Sets in Lernsituationen, die auf ihrer Website zu finden sind. Dort findest du auch eine Stärkenliste mit positiven Adjektiven zur Beschreibung deiner Schüler:innen. Ideal für die Formulierung von Zeugnissen.

colorful_classroom – Für mehr Austausch und Vielfalt

Hinter dem Kanal colorful_classroom steckt Lena, die mit voller Freude Grundschullehrerin ist sowie Co-Autorin eines Ratgebers zur Vorbeugung von Anti-Rassismus für Lehrer:innen aller Schularten. Auf ihrem Blog gibt sie Erfahrungen gelebter Diversität und materialisierte Unterrichtsideen weiter. Derzeit lebt sie in Stuttgart, wo sie an einer kleinen Schule arbeitet und die Inspiration für Herzensstunden entstehen. Die Gestaltung ihrer Beiträge sind dabei, wie der Name schon sagt, farbenfroh und spiegeln ihren Sinn für Gleichberechtigung wider. Als Beispiel kann ihr Positive Self Talk Kalender genannt werden, der sich für eine tägliche Auseinandersetzung der eigenen Selbstwahrnehmung mit Kindern eignet.

Im November 2017 fing sie an, auf Instagram aktiv zu werden und begeistert inzwischen 105.000 Follower mit ihrem Content zu sozialen Kompetenzen und Stärkenorientierung im Lehrberuf. In Kooperation mit anderen Bildungs-Influencern entwickelte sie eine Themenreihe namens "EquALity" für die Schulung geschlechtersensibler Wahrnehmung bei Kindern. Wie auch in ihrem Buch geht es ihr darum, Haltungen zu reflektieren und Diskriminierung achtsam zu begegnen.

the_educationalist – Mit Herz und Kompetenz

Mit the_educationalist ist Alina 2017 gestartet und erfährt seither mehr und mehr Bekanntheit. Auf ihrem Instagram-Channel hat sie 3500 Follower für sich gewonnen. Die Grundschullehrerin und Fachleiterin aus Lübeck absolviert derzeit ein Studium in Schulmanagement und Qualitätsentwicklung, das ihr Möglichkeiten schafft, eine Lehrkräfteausbildung mit Potential zu verfolgen. Unter den Posts findet sich im Kern die Betrachtung von Themen aus inklusiver Perspektive wieder. Alina ist es ein Anliegen, die Selbsttätigkeit von Kindern ins Zentrum zu rücken und denkt bei ihren Beiträgen zu Materialien und Unterrichtskonzepten immer zuerst vom Kind aus – Damit hat sie eine humanistische Haltung eingenommen. Dieser Link führt beispielsweise zu Alternativen des Klassischen Erzählkreises auf ihrem Instagram-Channel. Viele ihrer Ideen haben Einflüsse aus der Montessori-Pädagogik, in der sie 2020 ein Diplom erwarb. Vor kurzem stellte sie auf Spotify eine Playlist zu pädagogischen Podcasts zusammen, die sich unter anderem mit Ritualen, Bindung oder Gesprächsführung auseinandersetzen. Ein weiterer Grund, auf ihrer Seite vorbeizuschauen, sind die positiven Affirmationen, welche sie fast täglich mit ihrer wachsenden Community teilt.

Was wir von Sinnfluencern lernen können

Instagram ist über die Jahre zu einem reichen Materialdepot geworden. Wie dieses einzusetzen ist und welche Grundlagen unabdingbar sind, geht tief unter die Oberfläche des reinen Unterrichtsgeschehens. Diese klar zu erkennen und damit der breiten Schülerlandschaft entgegenzukommen, bleibt in vielen Aspekten der Ausbildung ausgespart. Unsere Auswahl an sinnstiftenden Fachleuten für Achtsamkeit & Soziales schafft gemeinsam mit anderen ein Zentrum des digitalen Austauschs, auf die wir angewiesen sind, um nicht allein dem Lehrplan nachzueifern. Sie erinnern außerdem daran, auf eigene Kompetenzen zu vertrauen. 

Setzt ihr euch für die Förderung bedeutsamer Denkhaltungen ein? Und bietet euer Arbeitsort den Raum für Achtsamkeit und reflektiertes Handeln? Wir freuen uns über Kommentare!

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