Künstliche Intelligenz: Eine Chance auf Veränderung in der Arbeitswelt

Künstliche Intelligenz: Eine Chance auf Veränderung in der Arbeitswelt

(Quelle: Canva)

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Leonhard Wallkötter

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass ChatGPT öffentlich zugänglich ist und jedem bewusst wurde, wie viel Potenzial Künstliche Intelligenz bietet. Aktuell hat die Website im Monat 1,6 Billionen Aufrufe, davon 100 Millionen aktive Nutzer:innen. Für 2023 wird eine Umsatzprognose von 200 Millionen Euro erwartet, für 2024 über eine Milliarde. Doch Künstliche Intelligenzen verfügen über noch viel ungeahntes Potenzial, mehr als sich nur bei den Hausaufgaben helfen zu lassen. Diese werden in naher Zukunft viel verändern, sowohl im privaten Leben als auch auf dem Arbeitsmarkt. So sieht das auch Ökonom Jens Südekum, er sieht darin nicht die Gefahr einer kompletten kommenden Arbeitslosigkeit, sondern vielmehr die Chance auf Veränderung. 

Hilfe durch KI

Die KI kann bis dato schon viele Aufgaben gut übernehmen. Aufgabengebiete sind hier nach Südekum “administrative Routinetätigkeiten, wie das Ausfüllen von Excel-Dateien, aber auch das Schreiben von Standardtexten, die sich immer stärker wiederholen, Recherchen und das Zusammenstellen von Informationen.” Dies lässt sich auch bei Nachrichtenwebsites erkennen. Denn laut einer Studie sind bereits 50 Nachrichtenseiten KI betrieben. Beispiele dafür sind Market News Reports oder Biz Breaking News. Von 29 angefragten Seiten hatten nur zwei bestätigt, dass sie von KI Gebrauch machen. Jedoch machen öffentlich zugängliche KI nicht gleich andere Redakteure arbeitslos, vielmehr verändert sich dabei das Aufgabengebiet. Denn von eher lästigen Arbeiten kann der Fokus auf Artikel genommen werden, bei denen Menschen unverzichtbar sind.

Risiko Index

Ein Schweizer Forscherteam um den KI-Experten Dario Floreano untersuchte die Chance einer Übernahme durch KI und stellte hierzu die Wahrscheinlichkeit auf. Dabei ist ihnen aufgefallen: "Maschinen besitzen heute schon Fingerfertigkeit und physische Stärke - aber überraschenderweise haben sie auch ein Problembewusstsein, denn sie erkennen, wenn etwas nicht nach Plan läuft”. Mit diesen Erkenntnissen konnten sie dann den Risiko-Index für mehrere Berufe berechnen. 

Besonders gefährdet ist demnach der Beruf der Metzger:innen. Hier liegt der Risiko-Index bei 78 Prozent. Das bedeutet, dass die Maschinen zu 78 Prozent schon den Beruf übernehmen könnten. Am wenigsten gefährdet ist der Beruf von Physiker:innen mit einem Risiko-Index von 43 Prozent. 

Auch Berufe wie Pilot:in, Ingenieur:in und Chirurg:in sind sicher. Forschender an der Studie Rafael Lalive äußerte sich dem SWR gegenüber, dass sie sich auf grundlegende körperliche und geistige Fähigkeiten konzentriert hätten und so nicht die komplette Realität des Berufes, jedoch einen sehr großen Teil eingefangen hätten. Das lässt sich auch an der Studie ankreiden, da nicht auf Einfühlsamkeit geachtet wurde. Deswegen lässt sich der Beruf der Hausärzt:innen  nach der Studie auch leichter ersetzen, jedoch kann man sich selbst die Frage stellen, ob man später wirklich zu einem nicht empathischen Arzt gehen will? 

Virtuelle Influencer 

Barkeeper:innen und Pflegekräfte befinden sich im unteren Drittel. Nochmals deutlich darunter lassen sich die Berufe Model, Kassierer:in, Tellerwäscher:in und Taxifahrer:in finden. Bei den Models lässt es sich heute schon erkennen, dass der Beruf leicht ersetzbar ist. Auf Instagram gibt es schon länger KI generierte Models. So weist das KI-Model lilmiquela über 3 Millionen Abonnenten auf Instagram auf. Auch die virtuelle Influencerin Milla Sofia ist auf Instagram sehr erfolgreich und begeistert Tausende Fans. Dabei merken nur die wenigsten, dass es sich hierbei um keine echte Person handelt. Beide konnten sich schon die ersten Werbeverträge sichern. 

Dabei reisen die “Models” virtuell an die schönsten Orte, um so die schönsten Bilder für ihre Fans zu ermöglichen.  

Probleme mit der KI

Kritischer sieht die Entwicklung die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), diese sieht eine Übernahme von etwa einem Viertel vor. Somit wären in den USA und Europa über 300 Millionen Berufe gefährdet, wenn die KI vollumfänglich eingesetzt wird . Jedoch sieht auch die bpb die Zukunft nicht komplett schwarz. Denn auch schon in der Vergangenheit hätten große technologische Fortschritte immer neue Branchen und Beschäftigungsmöglichkeiten hervorgebracht und damit eine Arbeitskräfteverlagerung bewirkt, was aller Voraussicht nach auch für die Weiterentwicklung von KI gelte. “Für Deutschland lässt sich dieser Trend laut BMWi-Studie schon erkennen: Hier hat der noch sehr begrenzte Einsatz von KI in den Jahren 2016 bis 2018 bereits dafür gesorgt, dass rund 48.000 neue Arbeitsplätze entstanden sind.”

Es lässt sich also nicht leugnen, dass die KI schon bald den Arbeitsmarkt kräftig umstrukturieren wird, laut der bpb drastisch, mit vielen gefährdeten Berufen. Habt Ihr schon Erfahrung mit KI gemacht und wie ist diese ausgefallen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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