Süßes oder Saures: Die Geschichte von Halloween

Von
Clara Picha
|
30
.
October 2023
|
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Vor allem in jüngeren Jahrgangsstufen erfreuen sich Schüler:innen an der Aufbereitung von Halloween im Unterricht. (Quelle: Canva

Es ist wieder soweit: Vor jedem zweiten Haus wird man von einer glühenden Kürbis-Fratze angegrinst, in Ladenfenstern taumeln sich Plastik-Spinnen in Watte und im Supermarkt sind Unmengen an schaurigen Süßigkeiten ausgestellt. Halloween steht vor der Tür! Auch in der Schule wird sich verkleidet und auf dem Pausenhof geht es nur noch um ein Thema: Als was gehst du zu Halloween? Wenn ihr die Begeisterung eurer Schüler:innen am Halloween-Fest in euren Unterricht übertragen wollt, haben wir genau das Richtige für euch. Wir berichten über die Geschichte des Halloween-Festes und zeigen euch, wie ihr diese – und auch den Reformationstag – in eure Unterrichtsplanung übernehmen könnt. 

Die Geschichte des schaurigen Festes 

Das Halloween-Fest, das heute oft als neumodischer Import aus den USA angesehen wird, setzt sich eigentlich aus den Bräuchen verschiedener alter Kulturen zusammen, die bis heute die Festlichkeiten beeinflussen. Als Ursprung von Halloween wird meist das keltische Erntefest Samhain aufgeführt. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. feierten die Kelten in Irland am 31. Oktober – oder besser, an dem Tag, den wir heute den 31. Oktober nennen – den Winterbeginn und den Start in ein neues Kalenderjahr und dankten dem Sonnengott Samhain mit großen Feuern für die vorangegangene Ernte. 

Mit Ende des Sommers wurde Samhain am keltischen Neujahrstag auch von seiner Herrschaft des Himmels abgelöst und durch den Totengott Cromm Cruach ersetzt. Die Kelten gedachten zu Samhain folglich auch den Toten und glaubten, dass diese für eine Nacht als Geister auf die Erde zurückkehrten, um die Seelen der Lebenden an sich zu reißen und sich so ein Leben nach dem Tod zu sichern. Die Kelten tarnten sich also mit gruseligen Kostümen als Tote und gingen laut umher, um die Geister zu erschrecken und zu vertreiben.

Im 7. Jahrhundert führten Christen den Festtag Allerheiligen ein, an dem noch heute allen Toten gedacht wird, die ein konsequent christliches Leben geführt haben. Fand dieses ursprünglich im Mai statt, wurde es Mitte des 8. Jahrhunderts von Papst Gregor III. auf den 1. November verlegt, um das immer noch sehr beliebte Samhain im Sinne der Christianisierung abzulösen. Christen durften sich nur noch zur Ehrung der Heiligen verkleiden und der Tag bekam den englischen Namen “All Hallows’ Day”. Der Abend des 31. Oktober wurde somit zum “All Hallows’ Eve”, woraus sich im Laufe der Jahre die Bezeichnung “Halloween” entwickelte.  

Während der Großen Hungersnot in Irland (1845-1852) wanderten mehrere Millionen katholische Iren in die USA aus – und nahmen den Halloween-Brauch mit. Erst hier entwickelte sich Halloween zu der weltlichen, ausgiebigen Feier, die wir heute kennen. Auch der kommerzielle Wert von Halloween stieg drastisch: Plastik-Spinnen, grelle Kostüme und Gummi-Schädel wurden zu einem wesentlichen Bestandteil jeder Halloween-Party. Seit den 1990er Jahren verbreitete sich das Fest aufgrund der Globalisierung immer mehr auch in Europa und kam so zu uns nach Deutschland, wo sich heute vor allem junge Leute zunehmend auf das jährliche Gruseln freuen. 

Süßes, Saures und Kürbisse: Woher kommen die beliebten Halloween-Bräuche? 

Der Name kommt also von den Christen und die schaurigen Verkleidungen von irischen Kelten – doch was hat es mit anderen beliebten Halloween-Bräuchen auf sich? 

Das Kürbis-Schnitzen haben wir auch den Iren und ihrer Legende des Jack O’Lantern zu verdanken. Demnach saß der Trunkenbold Jack am All Hallows’ Eve in einem Pub, wo ihn der Teufel aufsuchte, um ihn mit in die Hölle zu nehmen. Doch der listige Jack hatte andere Pläne: Er fragte den Teufel nach einem letzten Pint Bier, und als dieser sich in eine Münze verwandelte, um das Getränk zu spendieren, steckte ihn Jack in sein Portmonee. Da Jack dort auch ein Kreuz aufbewahrte, konnte der Teufel sich nicht zurückverwandeln. Um freizukommen, musste der Teufel Jack schließlich versprechen, ihn noch zehn Jahre weiter leben zu lassen. 

Nach 10 Jahren versuchte der Teufel erneut sein Glück, aber Jack schaffte es wieder, der Hölle zu entkommen. Er forderte den Teufel auf, ihm einen Apfel zu seiner letzten Mahlzeit zu pflücken. Während der Teufel auf einen Baum kletterte, ritzte Jack ein Kreuz in den Stamm und der Teufel saß fest. Um freizukommen, musste er Jack versprechen, dass er seine Seele für immer in Ruhe lassen würde. 

Als Jack einige Jahre später starb, wurde dem Bösewicht der Zutritt zum Himmel verweigert, doch auch in der Hölle war er aufgrund des Versprechens des Teufels nicht willkommen. So war Jack’s Seele dazu verdammt, für alle Ewigkeit in der einsamen Dunkelheit zwischen Himmel und Hölle herumzugeistern. Doch der Teufel hatte Mitleid und gab Jack eine glühende Kohle in einer ausgehöhlten Rübe. Die Laterne wärmte Jack und ihr Licht begleitete ihn auf seinem Weg durch die unendliche Dunkelheit. 

Die Iren glaubten folglich, dass sie mit einer brennenden Kohle in einer Rübe böse Geister und den Teufel abschrecken könnten. Sie verwendeten früher zwar – der Geschichte getreu – ausgehöhlte Rüben als Halloween-Laternen, doch bemerkten sie bei Ankunft in den USA im 19. Jahrhundert, dass es dort viel mehr Kürbisse als Rüben gab, die durch ihre Größe auch leichter zu bearbeiten waren, und erschufen so den modernen Brauch des Halloween-Kürbisses.

Das Trick or Treating, bei dem in Deutschland meistens “Süßes oder Saures!” gerufen wird, geht wiederum auf die Christen zurück. Allerdings fand dieser Brauch ursprünglich am 2. November statt, dem Allerseelen-Tag, an dem für die Seelen im Fegefeuer gebetet wird. Im 9. Jahrhundert gingen Christen an diesem Tag von Tür zu Tür und baten für sogenannte Seelenkuchen, ein quadratisches Brot mit süßsauren Johannisbeeren. Je mehr Brote sie erhielten, desto mehr versprachen sie,  für die Seelen ihrer Angehörigen zu beten. 

Halloween vs. Reformationstag 

Allerdings gibt es am 31. Oktober in Deutschland – vor allem für evangelische Christen – einen weiteren Anlass zu Festlichkeiten, der aber oft zwischen knalligen Kürbissen und schauriger Stimmung untergeht; es ist nämlich auch Reformationstag. Am 31. Oktober 1517 hat Martin Luther seine 95 Thesen zur Reform der katholischen Kirche veröffentlicht und damit die Gründung der protestantischen Kirche in Gang gesetzt. Er wählte bewusst den Tag vor Allerheiligen, um seine Argumente im Kontrast zu diesem wichtigen katholischen Gedenktag hervorzuheben. Ob er seine Thesen wirklich an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt hat, ist allerdings nicht historisch belegt.  

Die Geschichte von Halloween und dem Reformationstag im Unterricht 

Vor allem in jüngeren Klassenstufen bietet sich Halloween als Unterrichtskulisse an, um durch den Bezug zu den beliebten Festlichkeiten das Interesse eurer Schüler:innen zu steigern. Wir zeigen euch, wie ihr die hier erläuterte Geschichte des Festes fachspezifisch in eurem Unterricht behandeln könnt. 

Es gibt natürlich noch eine Menge weiterer Materialien zur Geschichte von Halloween und des Reformationstags, doch wir hoffen, wir konnten euch mit diesem Überblick inspirieren und euch die Unterrichtsvorbereitung während der schaurigen Jahreszeit erleichtern. 

Behandelt ihr Halloween in der Schule? Wie integriert ihr das Fest und seine Bräuche in euren Unterricht? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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