Ein Jahr danach: Wie steht es um geflüchtete Schüler:innen aus der Ukraine?

Von
Luisa Janosch
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28
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February 2023
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Berlin. Am 24.Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg  auf die Ukraine. Bis heute sind über eine Million Geflüchtete in Deutschland angekommen. Darunter auch 200.000 Schüler und Schülerinnen, die von deutschen Schulen aufgenommen wurden. In diesem Artikel erfahrt ihr, was sich in diesem Jahr getan hat und wie es um die Kinder und Jugendlichen in Bezug auf die Integration an Schulen steht.

Die ukrainische Bevölkerung ist seit der Invasion Russlands auf der Flucht. Ein Großteil nimmt Deutschland als Ziel für deren Schutz. Rund 96 Prozent von ihnen sind ukrainische Staatsbürger, unter den Erwachsenen sind knapp 70 Prozent Frauen und 30 Prozent Männer. 356.000 Kinder sind unter 18 Jahren, etwas weniger als die Hälfte sind im Grundschulalter. Das durchschnittliche Alter der Geflüchteten liegt bei 28 Jahren. Fast drei Viertel der Flüchtlinge wohnen in privaten Häusern oder Wohnungen, wie Ergebnisse einer repräsentativen Studie zeigen. Ein Viertel wohnt sogar zusammen mit Freunden oder Bekannten, die bereits in Deutschland leben.

Rund 1,42 Millionen Kinder wurden laut Umfrage aus der Ukraine vertrieben. Dabei hat auch ein Großteil der Geflüchteten bei uns eine sichere Umgebung gefunden. 22 Prozent der Kinder unter 3 Jahren und 59 Prozent der Kinder von 3 bis zum Zeitpunkt des Schuleintritts besuchen eine Kita. Eine Studie der Kultusministerkonferenz zeigte, dass 91 Prozent der geflüchteten Familien mit Kindern angaben, mindestens eines von ihnen an einer Schule angemeldet zu haben. 38.000 Kinder und Jugendliche besuchen Schulen in Nordrhein-Westfalen, 30.000 jeweils in Bayern und Baden-Württemberg.

Wie eine Umfrage des Mediendienstes im November 2022 zeigt, werden inzwischen viele ukrainische Schüler:innen in Regelklassen unterrichtet, da bei einem großen Anteil genügend Deutschkenntnisse vorhanden sind. Dadurch, dass in den Regelklassen kein ukrainischer Unterricht angeboten wird, nutzen viele junge Ukrainier:innen das Angebot des am Nachmittag stattfindenden Online-Unterrichts. Laut einer Umfrage besuchen 23 Prozent der Schüler:innen diesen regelmäßig. Die größere Herausforderung ist allerdings nicht die vermutlich zuerst angenommene Sprachbarriere, sondern schlichtweg fehlende Lehrkräfte und Platzmangel in den Schulen. Der Lehrermangel stellt in fast allen Teilen Deutschlands immer noch eine schwierige Situation dar. Über den Lehrermangel in Sachsen-Anhalt, Bayern und Nordrhein-Westfalen haben wir hier bei Lehrer-News bereits berichtet.

Expert:innen kamen Ende Dezember nach einem Pressegespräch des Mediendienstes zu dem Fazit, dass einige Schüler:innen immer noch keinen Schulplatz haben. Das System sei ein Flickenteppich aus verschiedensten Ansätzen. Außerdem würden keine einheitlichen Richtlinien und Regeln für die Aufnahme und Handhabung von Flüchtlingen an Schulen gelten. Nicht nur für die Kinder und Jugendlichen ist die neue Situation mehr als ungewohnt und teils belastend. Auch die Lehrkräfte wurden vor eine große Herausforderung gestellt, von jetzt auf gleich geflüchtete und nicht deutschsprachige Kinder zu beschulen. Wie geht man mit der Gesamtsituation um? Wie geht man mit den Kindern aus den Kriegsgebieten um, wenn Ängste und andere emotionale Schwierigkeiten hinzukommen? Eine Frage, die sich sicherlich schon einige betroffene Lehrer:innen gestellt haben. Hier findet ihr ein Video “Über den Krieg reden”, welche euch beim Umgang mit den geschilderten Situationen helfen soll.

Ein Jahr nach Kriegsbeginn suchen noch immer junge Menschen Schutz in Deutschland. Viele Schulen sind gut organisiert und unterstützen die Geflüchteten so weit es geht. Dennoch wirkt sich der in Deutschland ohnehin schon vorhandene Lehrermangel nicht förderlich auf die Gesamtsituation aus. Es bedarf dringend Lösungen, diese Mängel auszugleichen.

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