Große Bildungslücke bei Schüler:innen – weltweit über 60 Prozent betroffen

Von
Luisa Janosch
|
27
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December 2022
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Berlin. Bildung ist wichtig, sie entwickelt die eigene Persönlichkeit und sorgt für Wissen und Kompetenzen, die es den Menschen ermöglicht, neue Ideen zu entwickeln und unsere Welt voranzutreiben. Die Realität ist leider eine andere: Schüler:innen und Jugendliche weisen große Lücken und Lernschwierigkeiten in der Schule auf, ein Problem, das nicht nur deutsche Schüler:innen und Jugendliche betrifft. In anderen Ländern hängen die Lernenden laut einer Ifo Studie sogar noch weiter hinterher. Zwei Drittel der jungen Menschen weltweit besitzen laut Studie nicht die grundlegenden Fähigkeiten, welche sie bereits erworben haben sollten. Für Ludger Wößmann, Bildungsexperte, sind das “erschreckende Zahlen”. 

In Deutschland liegt der Anteil der Schüler:innen, die das Niveau der Bildungsstandards nicht erreichen, bei knapp 24 Prozent. Anfang Oktober zeigte die IQB Bildungsstudie für Deutschland, dass ungefähr jeder fünfte Lernende aus der Klassenstufe 4 die Mindeststandards in Mathematik, im Lesen und der Fähigkeit des Zuhörens, nicht erfüllt. 

“Alles in allem entgeht der Welt eine Wirtschaftsleistung über das verbleibende Jahrhundert von über 700 Billionen Dollar”, so Ifo-Forscherin Sarah Gust. Auch in anderen Ländern zeichnet sich ein solcher Verlust der Lernqualität ab. In Nordamerika um die 24 Prozent, 89 Prozent in Südasien und ganze 94 Prozent in Afrika. In 101 Ländern entspricht der Anteil der Bildungslücken über 50 Prozent, in 36 Ländern über 90 Prozent. 

Dieser Zustand soll nicht so hingenommen werden, die  Ergebnisse sollen als “Weckruf” verstanden werden weitere Handlungsschritte mitsichziehen, so die Wissenschaftler Felicitas Thiel und Michael Becker-Mrotzek in der Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Gutachten für die Kultusministerkonferenz, welche in Berlin vorgestellt wurde. Es sei dabei für die Grundschullehrer:innen nicht einfach, gleiches Wissen an alle Schüler:innen zu vermitteln, so Thiel und Becker-Mrotzek weiter. Dabei sei es fatal, die Schuld nur den Grundschulen zuzuweisen. Maßnahmen könnten schon in der Kita getroffen werden. Wissenschaftler schlagen verschiedene Ansätze vor, die bereits in der Kita umgesetzt werden sollten. Darunter fällt unter anderem die Stärkung sprachlicher Förderung, gerade von Kindern, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Die Kooperation zwischen der Schule und den Eltern verbessern mit verpflichtenden Lern- und Entwicklungsgesprächen sowie das Einführen von mindestens 3 Fortbildungstagen pro Jahr für Erziehende/Lehrende. 

Für die Wissenschaftler:innen ist klar, dass dies ein längerer Prozess ist und nicht aus den Augen verloren werden darf.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Zahlen im weiteren Verlauf entwickeln und welche Maßnahmen wie umgesetzt werden können. Dabei ist zu hoffen, dass verschiedene Programme und Herangehensweise dort helfen, wo Hilfe benötigt wird und so Schüler:innen in Zukunft näher an die Bildungsstandards ihrer Altersgruppe herankommen können.

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