Mangel an MINT-Fachkräften erfordert neues Bildungsmonitoring

Gepostet von
Patricia Schneider
|
18
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August 2022
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Mangel an MINT-Fachkräften erfordert neues Bildungsmonitoring

Der MINT-Frühjahrsreport 2022 zeigt auf, dass in Deutschland ca. 320.600 MINT-Fachkräfte fehlen. Die Arbeitskräftelücke ist in den Bereichen Energie, Elektro und IT besonders auffällig. Den MINT-Frühjahrsreport gibt es hier zum Nachlesen. MINT-Fachkräfte sind Arbeitskräfte, die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik arbeiten und für die Wirtschaft von enormer Bedeutung sind. Laut Angaben des Ingenieurmonitors vom vierten Quartal 2022 hat die Corona-Pandemie einen deutlichen Einfluss auf die Gesamtzahl der offenen Stellen gehabt: Vom ersten bis zum letzten Quartal 2020 gibt es einen hohen Einbruch an der Gesamtzahl offener Stellen. Die Anzahl der offenen Stellen im letzten Quartal 2020 fiel auf 92.400, nachdem im vierten Quartal im Vorjahr 2019 eine Anzahl von 117.400 zu verzeichnen war. Anschließend nahm die Gesamtzahl pro Quartal bis auf 140.000 unbesetzte Stellen zu. Seit Beginn der Aufzeichnungen des Ingenieurmonitors seit 2011 ist dies der absolute Höchstwert.

Der aktuelle Ingenieurmonitor, der vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Institut der deutschen Wirtschaft herausgegeben wird, zeigt den Stand des regionalen Arbeitsmarktes und berichtet über Themen wie die Entwicklung im Bereich Klimaschutz und die Energiewende. Besonders bemerkenswert: Trotz der in Zukunft steigenden Nachfrage an Arbeitskräften in Ingenieur- und Informatikberufen erreichte die Anzahl an unbesetzten Stellen mit 320.00 ein neues Rekordhoch.

Notwendiges Bildungsmonitoring

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) überprüft Bildungsstandards  der beschriebenen Kompetenzziele der einzelnen Bundesländer. Gemessen an der Notwendigkeit von qualifizierten Fachkräften in den MINT-Berufen geht die Umsetzung neuer Kompetenzen im Schulwesen nur schleppend voran. Das Sprecherteam des Nationalen MINT Forum e. V. schreibt in der Pressemitteilung vom 17. August, dass eine große Problematik für MINT-Fächer besteht: Aufgrund des hohen MINT-Fachkräftemangels, des Lehrkräftemangels und des deutlichen Kompetenzverlustes der Schüler:innen stellen sich uns riesige Transformationsaufgaben für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Konkrete Lösungsansätze seien gut ausgebildete MINT-Lehrkräfte sowie der Austausch der Bundesländer untereinander, um in Zukunft eine einheitliche MINT-Bildung zu garantieren. Aufgrund der akuten Mangellage an Technik-Fachkräften (Bau, Energie, Elektro, IT) sei eine massive Transformation im Bildungssystem in allen Bundesländern notwendig. Zukünftige Ziele wie Klimaschutz, Energiewende und alternative Technologien sind laut dem Bericht nur mit qualifizierten Fachkräften in den Ingenieurwissenschaften und IT-Berufen (36 MINT-Berufskategorien) zu erreichen.

Prognose für MINT-Berufe

Dem gegenüber steht die Anzahl der Studienanfänger:innen, die in Ingenieurwissenschaften und IT in den letzten fünf Jahren um rund 15 Prozent gesunken ist. Die Fachkräftesicherung ist für die Branchen essentiell, deshalb gibt es viele Programme und Initiativen, welche beispielsweise mehr  junge Menschen und Frauen für MINT-Berufe begeistern sollen. Weiterhin sind Frauen trotz steigender Tendenz sehr unterrepräsentiert. Die Gewinnung von Zuwander:innen für den Arbeitsmarkt ist ebenfalls eine wesentliche Strategie seitens der Unternehmen.

Weitere Infos zum Thema Fachkräftemangel findet ihr auf Lehrer-News beispielsweise in unserem  Beitrag zu “Jugend forscht 2022: Das sind die Preisträger” sowie  im Artikel “Schleppende Fortschritte im Bildungssystem” – McKinsey veröffentlicht neuen Hochschulreport.

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