Jugend forscht 2022: Das sind die Preisträger

Blick von oben auf Jugend forscht 2022

Quelle: Jan Braun/Stiftung Jugend forscht

Vergangenen Sonntag wurden die besten Nachwuchsforscher:innen in Deutschland ausgezeichnet. Am 29. Mai wurden beim diesjährigen Bundeswettbewerb Jugend forscht in Lübeck zahlreiche Schüler:innen für ihre innovativen Forschungsarbeiten prämiert.

Was ist Jugend forscht?

Jugend forscht ist einer der bekanntesten deutschen Jugendwettbewerbe und zeichnet seit seiner Initiierung 1966 durch Henri Nannen, Gründer des Sterns, jedes Jahr die besten wissenschaftlichen Projekte und Arbeiten von jungen Menschen aus. Seit vielen Jahren ist der Bundespräsident Schirmherr des MINT-Wettbewerbs, der in sieben Fachbereichen Preise verleiht sowie mit Sonderpreisen ungewöhnliche Projekte auszeichnet.

Die Preise sind nicht nur hoch dotiert – die Erstplatzierten erhalten jeweils 2.500 Euro – sondern sind auch ein Türöffner in die Welt der Wissenschaft, da viele Preise zusätzlich von Forschungseinrichtungen gesponsert werden und Jugend forscht Alumni Netzwerke aufbaut. Insgesamt haben am diesjährigen Wettbewerb, der unter dem Motto “Zufällig genial” stattfand, 8.527 Kinder und Jugendliche mit 4.788 Projekten teilgenommen. In das Bundesfinale schafften es 168 Nachwuchstalente mit 108 Projekten.

Wer sind die Preisträger:innen?

Im Fachbereich Arbeitswelt erhielt der fünfzehnjährige Vincent Nack aus Höhenkirchen den ersten Preis für die Entwicklung eines Notbremsassistenten für Fahrräder, der bei Gefahrensituationen mittels Sensoren automatisch die Bremsen aktiviert.

David Sauer, achtzehnjähriger Gymnasialschüler aus Mühlhausen, erhielt den ersten Preis im Fachbereich Biologie mit einer Forschungsarbeit über die organische Abbauprodukte Dihydroxybenzene, die zwar seit langem als giftig bekannt sind, deren Wirkweise aber noch unklar ist. Sauer untersuchte die Wirkung dieser Giftstoffe am Beispiel der Acker-Schmalwand.

Der erste Preis im Fachbereich Chemie ging an ein dreiköpfiges Team aus dem bayerischen Dammbach. Die Schülerinnen Hanna Amrhein, Lena Fries und Hann Fries experimentierten mit der Rückgewinnung von Phosphat, einem Nährstoff für Pflanzen, aus Abwasser, um so bessere Recyclingmethoden zu finden.

ugend forscht Jurybefragung
Quelle: Jan Braun/Stiftung Jugend forscht

Den Geheimnissen des Kosmos wand sich Vanessa Guthier aus Heppenheim zu. Sie gewann den ersten Preis des Fachbereichs Geo- und Raumwissenschaften für ihre wissenschaftlich fundierte Arbeit zu der Frage, ob und unter welchen Bedingungen Sternhaufen Gammastrahlung erzeugen können.

Dem Sport wand sich der Preisträger Elian Terelle für den Fachbereich Mathematik und Informatik zu. Er entwickelte ein System, das kostengünstige Wiederholungen von Liveübertragungen, auch in Zeitlupe ermöglicht, das er bei Übertragungen von Volleyballspielen bereits nutzte.

Im fernen Sevilla ist Carlos Steiner Navarro, Preisträger im Fachbereich Physik, ansässig. Er beeindruckte die Jury durch “ein tiefgreifendes Verständnis der komplexen Mechanismen des Magnetismus”, da ihm das Kunststück gelang, einen Magneten schweben zu lassen.

Auch der erste Preis im Fachbereich Technik ging an ein Team. Den beiden siebzehnjährigen Schüler Johann Elias Stoetzer und Steven Gurgel war es möglich mit hilfe eines 3D-Druckers Sensoren auf Textilien zu drucken, um so beispielsweise über Touchsensoren auf ihrem Hemd ihr Smartphone zu kontrollieren.

Für seine außergewöhnliche Leistung eine vollautomatische Raketenabschussstation zu bauen, die Wasserraketen bis zu 270 Meter in die Höhe katapultieren kann, erhielt Hendrik Ridder aus Bremen den Preis für die außergewöhnlichste Arbeit, während Cornelius-Ägidian Quint für seine Arbeit zu schnell wachsenden Samen für neue Moore den Preis für die originellste Arbeit bekam.

Die beste interdisziplinäre Arbeit lieferten Maximilian Pfannkuch, Jaro Filip und Dominik Hein ab. Sie bauten ein Gerät, dass Raumluft mittels UV-LEDs reinigt und von Bakterien und Viren befreit; ein Projekt mit fraglose Relevanz.

Wir bleiben gespannt, ob die ausgezeichneten Projekte und ihre Entwickler:innen auch in Zukunft noch von sich Rede machen werden – vorstellbar ist es allemal.

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