Politische Bildung: Aktivismus im Jugendbereich

Gepostet von
Anastasia Koulouri
|
30
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June 2022
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Politische Bildung: Aktivismus im Jugendbereich

Gerade in Krisenzeiten ist sie besonders wichtig: politische Bildung. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Ukraine-Krieg oder der COVID-19 Pandemie wird der politischen Bildung und Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ein hoher Grad an Relevanz zugeschrieben – denn jeder Mensch, unabhängig von seinem Alter, hat das Recht auf politische Bildung.

Politische Bildung für Kinder und Jugendliche

Um dieses Recht der politischen Bildung von Jugendlichen aufrecht und intakt zu halten, muss es, nach Angaben des Bundesfamilienministerium (kurz: BMFSFJ), verbindlicher eingelöst und stärker verankert werden. Das kann zum einen damit umgesetzt werden, indem eigene Kinderrechte im Grundgesetz eingeführt werden, alle Schulen verpflichtend zwei Stunden Politikunterricht pro Woche für die fünften bis zu den zehnten Klassen unterrichten und dass mehr Möglichkeiten für außerschulische politische Bildung geboten wird.  

Die politische Bildung in Deutschland sollte dabei vielfältige Angebote haben: junge Menschen mit Migrationsbiografien, People of Color und postmigrantische Akteur:innen müssen als Anbieter:innen der politischen Bildung stärker anerkannt und ausgebaut werden, außerdem sollten junge Menschen mit körperlichen oder mentalen Behinderungen und Beeinträchtigungen ebenfalls barrierefrei an politischer Bildung teilnehmen können.

Politische Bildung bedeutet hier nach dem BMFSFJ über ein Recht auf Mitsprache, kritisches Denken, Hinterfragen und aktives Mitgestalten aufzuklären und Möglichkeiten der Beteiligung aufzuzeigen.

Auch das Deutsche Jugendinstitut, kurz DJ, erklärt, dass gerade in solch herausfordernden Zeiten die demokratische Lebens- und Gesellschaftsform viel Unterstützung in Form von politischer Bildung braucht. Gerade erst im Mai hat Lehrer News über die aktuelle Trendstudie “Jugend in Deutschland – Winter 2021/22” berichtet, indem die befragten Jugendlichen angaben, unzufrieden mit der deutschen Demokratie zu sein. Demokratiefeindlichen Tendenzen zu begegnen, kritische Medienkompetenz zu schulen und mehr Teilhabe zu ermöglichen ist deswegen gerade besonders relevant.

Aktivismus – politische Bildung und Beteiligung gehen Hand in Hand

Um gegen demokratiefeindliche Tendenzen vorzugehen und junge Menschen stattdessen für die Erhaltung der Demokratie zu begeistern und ihnen das Gefühl zu geben, in einer Demokratie eben auch gehört und gesehen zu werden, ist nicht nur die politische Bildung und Aufklärung, sondern auch die politische Beteiligung nach Angaben des BMFSFJ sehr wichtig. Jugendliche sollten die Möglichkeit besitzen, ihren sozialen Raum mitgestalten und über Probleme und Konflikte mitentscheiden zu können. Um diese Beteiligung zu unterstützen, kämpfen viele Akteur:innen unter anderem dafür, dass das Wahlrecht auf 16 Jahre, dass in manchen Bundesländern bereits auf Kommunalebene umgesetzt wurde, abgesenkt wird.

Neben dieser Partizipation ist es jedoch auch von Bedeutung zu wissen, was junge Menschen direkt lernen, wenn sie sich politisch beteiligen. Ein Ziel muss erkennbar sein, denn die politische Beteiligung sollte tatsächlich Einblicke und Erkenntnisse über das demokratische Zusammenleben geben.

Das BMFSFJ zeigt unter anderem auch, in welchen Bereichen sich 12 bis 25 Jährige aktuell am meisten und am wenigsten politisch engagieren, bzw. in welchen Bereichen Jugendliche unter anderem politisch aktiv werden können:

Engagement der 12- bis 25-Jährigen aufgeschlüsselt nach Bereichen.
Bildquelle: BMFSFJ

Aktivismus im Jugendbereich

Oft kommt die Frage auf, wann Kinder und Jugendliche denn “bereit” für politische Bildung und Beteiligung wären; sind Jugendliche “zu jung”, um aktuelle politische Geschehnisse zu verstehen und sich für ein bestimmtes Thema politisch einzusetzen?

Trotz der nötigen Entwicklungen und Verstärkungen in der politischen Aufklärung von Jugendlichen ist es jedoch nämlich nicht so, dass sich Jugendliche und Kinder nicht bereits selbst politisch organisieren und engagieren würden. Viele Jugendliche zeigen Initiative und den Willen, etwas bewirken zu wollen und am politischen Geschehen national und international beteiligt zu sein. “Generation Greta” schießt da als Stichwort wahrscheinlich am schnellsten bei den meisten in den Kopf. Dieser Begriff lässt sich auf die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zurückführen, die 2018 in Schweden mit ihrem “Schulstreik für das Klima” schon bald die globale Schüler:innen Bewegung “Friday’s For Future” ins Leben rief.

Auch am diesjährigen CSD in Düsseldorf berichteten Leiter der Demonstration, dass sich tausende von Jugendlichen an der Bewegung beteiligten, die für die Rechte der Menschen kämpft, die der LGBTQ+ Community angehören. In den USA wird ebenfalls deutlich, wie sich Jugendliche am politischen Geschehen beteiligen wollen: so organisierten Jugendliche teilweise Proteste für die “March Of Our Lives” Bewegung, die sich für die wirksamen Maßnahmen und Kontrolle der Waffenschutzgesetze in den USA einsetzt.

Politik wird uns, bewusst oder unbewusst, schon ab dem Kindesalter begleiten; deswegen ist politische Bildung so relevant und benötigt mehr Unterstützung.

Zum Abschluss könnt Ihr Euch hier noch einen Beitrag der DW vom letzten September ansehen, indem Schüler:innen und junge Menschen kurz vor der Bundestagswahl nochmal für die Klimagerechtigkeit aufgerufen haben. Auch auf Lehrer News könnt Ihr hier einen Beitrag über den Aktivismus fünf verschiedener Menschen mit Trisomie 21 durchlesen.

Wie setzt Eure Bildungseinrichtung politische Bildung um? Habt Ihr das Gefühl, dass dieser Grad an Bildung ausreichend ist, oder wünscht Ihr Euch neue Themen und Systeme, die die Politik näher an Jugendliche bringen könnte? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

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