Digitale Belastung: Lehrkräfte kämpfen mit zunehmendem Stress

Von
Jenny Hedermann
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24
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February 2024
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Digitale Belastung: Lehrkräfte kämpfen mit zunehmendem Stress

Berliner Lehrkräfte geben an, unter enormen digitalen Stress zu leiden. (Quelle: Pixabay)

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Jenny Hedermann

Berlin. Berliner Lehrkräfte leiden an „digitalem Stress“. Das zeigt eine neue wissenschaftliche Studie, beauftragt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die die zunehmende Belastung der Lehrkräfte in Berlin durch die Digitalisierung aufdeckt. Von über 2000 Befragten empfinden alarmierende 71 Prozent die Digitalisierung als zusätzliche Last, während nur eine marginale Minderheit von sechs Prozent einen Rückgang der Belastung sieht.

Die Hauptstressfaktoren seien dabei die permanente Präsenz digitaler Medien, unzureichende Vorbereitungszeit und technische Probleme, die Lehrkräfte in einen Spagat zwischen digitaler und analoger Unterrichtsvorbereitung zwingen. Die Verwendung digitaler Medien an Schulen ist mittlerweile zur Regel geworden. Zwei Drittel der Lehrkräfte nutzen sie jeden Tag, 93 Prozent sogar jede Woche. Allerdings stehen die Lehrkräfte vor Herausforderungen wie unzureichender technischer Ausstattung und Verbindungsschwierigkeiten. Dazu kommt die oft illegale Nutzung privater Geräte. „Nur ein Drittel der Lehrkräfte nutzt das von der Senatsverwaltung herausgegebene persönliche digitale Endgerät regelmäßig mindestens wöchentlich", so Studienleiter Mußmann. "Unter anderem, weil es sich nicht mit der digitalen Tafel in der Schule oder einem Drucker verbinden lässt." 

Besorgniserregend ist, dass 55 Prozent der Befragten einen "stärkeren" bis „sehr starken digitalen Stress“ erleben. Mußmann warnt vor langfristigen gesundheitlichen Problemen, wie Burn-out, und schlägt mehr Weiterbildungen, bessere IT-Infrastruktur und einen Abbau der Hürden für die Nutzung dienstlicher Endgeräte vor.

Anne Albers, Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW Berlin, schlägt Alarm und kritisiert die Politik für ihr angebliches Verschlafen der Digitalisierung in den Schulen. „Die Ergebnisse sollten Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch endgültig wachrütteln, denn bisher wird die Schuldigitalisierung von den politisch Verantwortlichen verschlafen.“ 

Die Bildungsverwaltung betont dagegen ihre Bemühungen zur Entlastung der Lehrkräfte, unter anderem durch zusätzliche Verwaltungsleistungen, IT-Betreuung und Lernmanagementsysteme. Trotz der Herausforderungen wird die Schuldigitalisierung konsequent vorangetrieben, mit dem erklärten Ziel, bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode 2026 alle öffentlichen Schulen mit schnellem Internet auszustatten.

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