Drohung der GEW – Proteste gegen Lehrermangel

(Quelle: rbb24)

Potsdam. 500 Lehrkräfte fehlen zum Anfang des neuen Schuljahres, laut Aussagen der Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) sogar 1.100. Günther Fuchs, Landesvorsitzender der GEW Brandenburg, droht jetzt mit Protesten, sollte noch mehr Pflichtarbeit für Lehrkräfte in Verhandlungen verlangt werden.

Der Mangel an Lehrkräften ist deutschlandweit ein Problem, über das ausführlich für die einzelnen Bundesländer berichtet wurde. Der Landesvorsitzende der GEW Günther Fuchs sieht ein “Systemversagen” und spricht von einer neuen Dimension des Lehrermangels, “und der Minister hat keine Antworten”. Steffen Freiberg, Bildungsminister von der Partei SPD, kündigte an, dass im kommenden Schuljahr 500 Lehrkräfte fehlen. Die GEW sieht sogar einen mehr als doppelt so großen Mangel mit 1.100 fehlenden Lehrer:innen. 

In einem Interview mit rbb24 betont Fuchs die Notlage weiterhin “So viele offene Stellen wie in diesem Jahr, haben wir noch nie gehabt und wir kriegen diese Stellen nicht mal mehr mit Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern besetzt.” Laut des Landesvorsitzenden wird es notwendig, sich auf das wesentlichste zu konzentrieren. Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen sollen im Mittelpunkt des Lehrplans stehen und so “abgesichert” werden. Eine zukünftige Lösung sieht Fuchs darin, in die Ausbildung von Lehrkräften zu investieren. Jedoch meint er auch, dass dieser Ansatz erst in acht bis zehn Jahren Entlastung bringt.

Um gegenwärtig unter diesen schwierigen Umständen unterrichten zu können und auch die eigenen Wünsche der Lehrerschaft durchsetzen, ging die Gewerkschaft in Verhandlungen mit Freiberg. In diesen Gesprächen sei es hauptsächlich um Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel, Arbeitszeiten, Anreize für ältere Pädagog:innen, um ihre Rente zu verzögern und eine bessere Weiterbildung für Seiteneinsteiger:innen mit mangelnder pädagogischer Ausbildung gegangen. Ein Vorschlag der GEW bezieht sich auf freiwillige längere Arbeitszeiten für Lehrkräfte, sofern ein Ausgleich der Arbeitszeitkonten folgt. Laut Fuchs wäre das Geld hierfür vorhanden, “weil Hunderte Lehrerstellen nicht besetzt sind.” Lehrkräfte über 63 Jahre sollen Teilzeitmodelle oder bei Vollzeit Bonuszahlungen angeboten werden.

Am Freitag kündigte Günther Fuchs des Weiteren an, was die Konsequenzen sein könnten, sollten die Verhandlungen fehlschlagen: "Dann gehen die Kollegen auf die Straße - die Stimmungslage ist mies in den Schulen". Ein Punkt, welcher zu einem sofortigen Abbruch der Verhandlungen führen könnte, ist die Wochenarbeitszeit. So meint Fuchs als Antwort auf Gordon Hoffmanns (CDU) Vorschlag: “Wenn die Unterrichtsverpflichtung um eine Stunde erhöht werden soll, brechen wir die Verhandlungen ab.” Der Bildungsexperte der CDU-Fraktion meinte, ein solcher Arbeitszuwachs entspricht in der Summe 800 Stellen.

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