Memes – Die Sprache der Jugendkultur

Von
Luisa Janosch
|
25
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November 2022
|
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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Dieser Spruch passt zu “Memes” wie die Faust aufs Auge. Einer Umfrage des Digital Branchenverbands Bitkom zu Folge, wüssten 39 Prozent der 16-29 Jährigen, was Memes sind und 43 Prozent nutzen diese regelmäßig. Memes gehören zu den Internet-Phänomenen und dürften gerade der älteren Generation nicht unbedingt ein Begriff sein. Was Memes sind und wieso sie gerade bei Jugendlichen nicht mehr wegzudenken sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was genau sind “Memes”?

Unter Memes versteht man ein Bild oder einen kurzen Videoclip, die häufig mit einem kurzen Satz versehen sind. Memes sind meistens dazu da, um sich über etwas bestimmtes lustig zu machen oder um sich über eine andere, zum Meme passende Angelegenheit zu amüsieren. Nahezu jedes Foto, aber auch Zeichen, Symbole oder Sprüche können zu Memes werden. Bilder oder Videoclips können extra als Memes erstellt worden sein, es gibt aber auch Bilder, die aus dem eigentlichen Kontext heraus als Memes genutzt werden. Diese Bilder oder Clips gehen von Politikern, Babys und Tieren über Gegenstände zu Werbeslogans oder Songzeilen. Ein Meme kann also theoretisch alles werden. Memes werden in bestimmten Lebens- bzw. Alltagssituationen genutzt, indem gerade die Bilder oder Clips an Freunde gesendet oder mit dem Internet geteilt werden. Memes können lustig, humoristisch und sarkastisch, aber auch fies und mit viel schwarzem Humor gestaltet sein.

Woher kommt das “Meme”?

Ursprünglich kommt das Wort “Meme” aus dem Griechischen, abgeleitet von “mimema”, welches so viel wie “nachgeahmtes” bedeutet. 1976 wurde dieser Begriff erstmals von dem Biologen Richard Dawkins verwendet, allerdings in einem anderen Kontext. Er beschrieb Gene, welche Menschen damals durch reine Imitation aneinander weitergaben.

Bekannte Memes und ihre Erklärung 

Es gibt einige Memes, die schon vor einiger Zeit entstanden sind und das Internet erkundet haben. Memes, die nicht nur in Deutschland, sondern auch im amerikanischen Netz weit verbreitet sind. Zwei moderne Klassiker:

Nr.1: Die unfreundlich schauende Katze: “Grumpy Cat” 

https://www.india.com/viral/21-grumpy-cat-memes-you-can-relate-to-every-monday-of-your-life-687135/

Diese Katze ist eigentlich gar keine “Grumpy Cat” zu deutsch: mürrische Katze. Ihre Rasse macht es aus, dass sie so ein “mürrisches” Gesicht hat. Obwohl dies eine eigentlich normale Katze ist, wurde sie im Internet zum Hit. “Grumpy Cat”, mit richtigem Namen Tadar Sauce , hat sogar dank ihrer Internet-Berühmtheit einen eigenen Wikipedia-Artikel bekommen. Zahlreiche Memes wurden schon zu ihr erstellt, hier eines der Exemplare mit der deutschen Bildunterschrift “Der schlimmste Part meines Montags ist es zu hören, wie ihr euch über euren beschwert”. Passend dazu das grimmige Gesicht der Katze, welches eine Stimmung repräsentieren soll. Text und Bild gehen somit in Einklang. 

Nr. 2: “Disaster Girl - Burning House” Meme

https://medienkompass.de/memes-internetphaenomen-schnell-erklaert/

Ein Foto, welches eigentlich nie ein Meme werden sollte. Auf diesem Foto sieht man Zoë Roth im Jahre 2005. Zu diesem Zeitpunkt war das dort abgebildete Mädchen fünf Jahre alt. Eigentlich war dieses Foto aus reinem Zufall entstanden und ohne jegliche Absicht, je damit Internetgeschichte zu schreiben. Das Interessante an diesem Bild ist dabei das schelmische Grinsen des Mädchens im Kontext zu dem brennenden Haus im Hintergrund. Etliche Memes wurden daraufhin erstellt, unter anderem dieses. Das Mädchen “verkörpert” hierbei das Corona-Virus und das Feuer im Hintergrund das Jahr 2020. Gemeint ist damit ganz einfach gesagt, dass Corona das Jahr 2020 hat “brennen lassen”, es sozusagen eingenommen hat. Dies ist nur eine Variante der etlichen “Disaster Girl” Memes. Die Original Datei des Bildes verkaufte Zoë laut basicthinking.de für nun umgerechnet 460.000 Euro. 

Wieso sind Memes so beliebt?

Memes sind gerade für junge Leute kaum noch wegzudenken. Obwohl die häufige Kombination aus Bild und Text recht einfach erscheint, ist es gerade das, was Memes so aussagekräftig macht. Warum ist das so? Laut der Meme-Forscherin Idil Galip erfüllen diese simplen Bildchen verschiedene Anforderungen, darunter politische, kulturelle und gesellschaftliche. Betrachtet man z.B. den politischen Aspekt, dann vermitteln die Memes eine Botschaft der Gruppenzugehörigkeit. Man könnte sagen, dass durch Memes kommuniziert wird und Gleichgesinnte damit erreicht werden. Über häufig komplexe Themen wird sich mittels eines Bildes mit Text lustig gemacht, um so vielleicht auch die Ernsthaftigkeit mancher Tatsachen zu entschärfen. Memes können auf jegliche Situation oder Themen angepasst werden, weshalb sie eine große Reichweite ansprechen. 

Memes für den Unterricht nutzen

Auch im Unterricht können Lehrende Memes verwenden. Dies eignet sich gut vor Beginn eines neuen Themas, zur Wiederholung oder zur einfachen Auflockerung trockener  Unterrichtseinheiten. Die Schüler:innen selbst können auch mittels Meme Generatoren selbst welche erstellen, passend zum aktuellen Unterrichtsthema. Einige bekannte Meme Generatoren sind imgflip, Kapwing oder iloveimg

https://kms-b.de/2020/07/24/memes-im-unterricht-einsetzen-erstellen/

Ein Meme ist ein Internet-Phänomen, das ohne Erklärung manchmal unverständlich wirken kann. Gerade von jungen Leuten werden diese häufig genutzt oder versendet. Die Bilder oder kurzen Videoclips vermitteln dabei in verschiedenen Kontexten eine klare, aber einfach dargestellte Botschaft. Das fördert das Gemeinschafts- sowie Zugehörigkeitsgefühl, welches Memes noch beliebter macht.

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