Tag des Ehrenamts: So motiviert ihr eure Schüler für Freiwilligendienste

Tag des Ehrenamts: So motiviert ihr eure Schüler für Freiwilligendienste

Jährlich engagieren sich um die 100.000 junge Leute in Deutschland in einem Freiwilligendienst. (Quelle: Canva)

Im Jahr 2019 konnten sich 56 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 27 Jahren in Deutschland vorstellen, einen Freiwilligendienst zu leisten. In der Folgeumfrage 2022 blieb die Engagementbereitschaft junger Leute “ungebrochen hoch”. Dennoch nimmt die Zahl der Absolventen seit dem Schuljahr 2016/2017 konsequent ab. Leisteten damals noch gut 108.000 junge Leute einen Freiwilligendienst, war diese Zahl bis 2020/2021 um knapp 10 Prozent auf 97.500 gesunken. Neben “andere Sachen sind wichtiger” war der am häufigsten genannte Grund gegen einen Freiwilligendienst, dass die Befragten nicht wissen, welche Möglichkeiten es zum ehrenamtlichen Engagement überhaupt gibt. Sie sind sich unsicher, wie genau freiwillige Tätigkeiten ablaufen, wie viel Zeit und Energie erbracht werden müssen und was sie selbst überhaupt positiv beisteuern können. 

Heute, am Internationalen Tag des Ehrenamts, möchten wir euch deshalb dazu aufrufen, ehrenamtliche Arbeit im Unterricht in den Mittelpunkt zu rücken und eure Schüler:innen dazu zu motivieren, zur Verbesserung der Gesellschaft im Kleinen beizutragen. Dazu findet ihr hier die wichtigsten Informationen und Ressourcen rund um Freiwilligendienste, mit einem besonderen Fokus auf solchen im Bereich Bildung und Kultur. 

Was ist ein Freiwilligendienst? 

Der Freiwilligendienst ist ein ehrenamtliches Engagement in einem festen Rahmen, bei dem Ort und Dauer vorgegeben sind. Absolventen unterstützen dabei Organisationen und Einrichtungen, die zum allgemeinen Wohl der Gesellschaft beitragen. Die Dauer des Einsatzes liegt in der Regel bei 12 Monaten, kann bei Bedarf aber auf sechs Monate verkürzt oder auf 18 bzw. 24 Monate erweitert werden. Die meisten Stellen sind auf Vollzeit ausgelegt, beim Vorliegen eines anerkannten Grundes kann die Arbeitszeit in Einzelfällen reduziert werden, beispielsweise wenn Absolventen für die Pflege Angehöriger zuständig sind. Freiwilligendienste werden meistens im Inland geleistet, es gibt aber auch Einsatzstellen im Ausland. 

Viele Leute absolvieren ihren Freiwilligendienst direkt nach dem Schulabschluss, wenn sie noch nicht wissen, was der nächste Schritt in ihrem Leben ist, oder weil sie sich nicht bereit fühlen, direkt ihren Bildungsweg fortzusetzen oder ins Berufsleben einzusteigen. Allerdings stehen manche Freiwilligendienste auch älteren Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, offen (siehe unten). Voraussetzung ist lediglich der Abschluss der neun- bzw. zehnjährigen Vollzeitschulpflicht. 

Wieso sollte man einen Freiwilligendienst absolvieren? 

Freiwillige bekommen als ehrenamtlich Tätige kein Gehalt, sondern ein Taschengeld, das je nach Einsatzstelle im Inland bis maximal 438 Euro ausfallen kann. Die Sozialversicherung wird übernommen und für einen 12-monatigen Einsatz stehen Freiwilligen  mindestens 20 Urlaubstage zu. Je nach Einsatzstelle werden die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Anreise oder Arbeitskleidung übernommen. Absolventen unter 25, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, behalten zusätzlich Anspruch auf Kindergeld. 

Freiwilligendienste sind an erster Stelle durch ihr Versprechen auf persönliche und berufliche Entwicklung attraktiv. Der Freiwilligendienst kann beispielsweise zur Berufsorientierung genutzt werden, da Freiwillige an ihrer Einsatzstelle verschiedene Berufe und Aufgabenbereiche kennenlernen und ausprobieren können. Im Rahmen ihres Einsatzes sind Absolventen dazu verpflichtet, selbständig an eigenen Projekten zu arbeiten. So lernen sie, im Arbeitsleben selbstbewusst aufzutreten und auf ihre eigenen professionellen Fähigkeiten zu vertrauen. Auf sogenannten Bildungstagen tauschen sich Freiwillige, die sich in ähnlichen Fachbereichen engagieren, regelmäßig über ihre Tätigkeiten und Erfahrungen aus. So ist ein Freiwilligendienst nicht nur aus sozialer Hinsicht fördernd, sondern er bietet die Möglichkeit, von den verschiedensten Menschen zu lernen. Während des Dienstes ermöglicht der kostenlose Freiwilligenausweis im Alltag Zugriff auf zahlreiche Rabatte und nach Beendigung des Engagements können Absolventen mit dem abschließenden Zeugnis in ihrer weiteren Berufs- und Bildungslaufbahn ihren Lebenslauf aufpolstern und mit den erworbenen Kompetenzen für sich werben.   

Freiwilligendienste in Kultur und Bildung 

Die Einsatzorte des Freiwilligendienstes Kultur und Bildung umfassen die Bereiche Kultur, Bildung und Politik und lassen sich grob in drei Kategorien teilen: 

FSJ oder Bundesfreiwilligendienst? 

In einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) – oder einem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) – können sich junge Leute zwischen 16 und 26 engagieren. Der Dienst beginnt in der Regel am 1. September und jede Person kann nur ein FSJ oder FÖJ mit einer maximalen Laufzeit von 18 Monaten leisten. Die Bewerbung für ein FSJ läuft über sogenannte Träger, die für die Einsatzstellen in ihrer Region zuständig sind. Das FSJ in den Bereichen Kultur und Bildung ist noch ein recht junges Angebot. 2001 wurde der erste Jahrgang des FSJ Kultur eingeführt, 2007 das FSJ Schule und 2009 das FSJ Politik. Allerdings unterscheidet sich das Angebot je nach Bundesland sehr. Beispielsweise ist das FSJ Schule momentan nur in Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein verfügbar. 

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD), der 2011 als Nachfolger des Zivildienstes eingeführt wurde, kann auch von Engagierten über 27 Jahren absolviert werden – und das sogar mehrmals. Allerdings greifen bei älteren Freiwilligen andere Rahmenbedingungen, wie beispielsweise ein alternatives Bildungstagesprogramm. Für einen BFD bewirbt man sich direkt bei der Einsatzstelle. 

Ressourcen und weitere Informationen 

Habt ihr schon mal in der Schule mit Freiwilligen zusammengearbeitet? Oder habt ihr vielleicht sogar selber einen Freiwilligendienst absolviert? Teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren! 

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