Für eine bessere Zukunft – Nachhaltigkeit an deutschen Schulen

Von
Leon Noel Gärtner
|
19
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June 2023
|
| sponsored
Für eine bessere Zukunft – Nachhaltigkeit an deutschen Schulen

(Quelle: Envato)

Auch wenn manche vom Leben auf dem Mars oder anderen Planeten träumen, ist es eine unumgängliche Tatsache, dass wir nur einen Planeten haben. Ein Planet, der sich schon seit Jahren in einer immer schwierigeren Situation befindet – die Rede ist von der Erde und dem Klimawandel. Bereits 1941 haben Wissenschaftler:innen die ersten Warnungen für eine Klimaveränderung ausgesprochen und der Treibhauseffekt wurde schon weitaus früher erwiesen. 

Der deutsche Sommer könnte im Jahr 2023 noch heißer werden als im Vorjahr, einige Experten befürchten Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. Der Schulweg wird somit nicht einfacher und auch die heiß ersehnten Sommerferien könnten Schüler:innen und Lehrkräfte ins Schwitzen bringen. Wir müssen der Krise aktiv entgegentreten. Nachhaltigkeit ist ein relevantes und globales Thema, nicht nur in der Politik, sondern auch in den Schulen. Im Rahmen unserer Themenwoche “Nachhaltigkeit”, werfen wir einen Blick darauf, wie und wo Schule und Nachhaltigkeit kollidieren.

Von Fridays For Future bis zur “letzten Generation”: Die Klimabewegung und ihre Wurzeln an den Schulen  

Fremd ist die Frage um Nachhaltigkeit an Schulen bei weitem nicht. Womöglich sind viele auch einfach von der ewig währenden Thematik rund um das Sterben des Planeten ausgebrannt. Auf der anderen Seite werden angesichts fehlender Lösungen immer wieder Stimmen der Empörung laut. Schulen sind dabei ein bedeutsamer Vermittlungsort. Einige Aktivisten von Fridays for Future (FFF) konzentrieren sich auf Proteste, die die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkrete Klimagesetze fordern. Sie beziehen sich auf Erkenntnisse der Wissenschaft und inzwischen auch auf das Bundesverfassungsgerichtsurteil, das bestimmte Teile des Klimaschutzgesetzes als verfassungswidrig erklärt hat. Ihr Ziel ist es, politischen Druck auszuüben und Regierungen dazu zu bewegen, wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels umzusetzen.

Auf der anderen Seite verfolgt "Die Letzte Generation" einen etwas anderen Ansatz. Sie versuchen, das Thema Klimawandel im gesellschaftlichen Diskurs durch polarisierende und störende Aktionen präsent zu halten. Sie fordern konkrete und rasche Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, ohne jedoch immer alle Bedürfnisse der Bevölkerung oder deren Kritik zu berücksichtigen.

Einige Gruppierungen rund um das Thema Klimawandelbekämpfung oder Nachhaltigkeit sind sogar aus den eigenen Reihen der Schüler:innen heraus gestartet worden. Ein Beispiel dafür ist Fridays For Future (FFF) – ursprünglich ins Leben gerufen von der weltbekannten Klimaaktivistin Greta Thunberg. Damals wurden die ersten Debatten ins Leben gerufen, ob Kinder und Jugendliche für politische Proteste schulfrei bekommen sollten, auch wenn die Abstinenz vom Unterricht als Protest Teil der Aktion war. Ein Hauptargument von Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, war, dass eine Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen die politische Neutralität der Schule gefährde. Aber auch ohne Erlaubnis ist die Gruppe weiterhin aktiv und plant die nächsten Streiks, angesetzt für den 23. Juni. In der Vergangenheit waren die Veranstaltungen in mehr als 200 Orten deutschlandweit mit tausenden Teilnehmer:innen vertreten.

Nicht alle Bewegungen beschränken sich auf simple Demonstrationen. Die Klimakatastrophe ist immer noch im vollen Gange und die Frustration über das Nichthandeln der Politik ruft teils extreme Aktionen auf den Plan. Aktuell am prominentesten: Die Letzte Generation mit ihren mittlerweile berüchtigten Angriffen auf Kunstwerke, aber auch das Blockieren von viel befahrenen Autobahnen, welche der Klimabewegung für gewöhnlich nur Missachtung einbringen. Hass, der in einer Spirale nur für Ausgrenzung der Aktivist:innen sorgt und das eigentliche Problem, auf das aufmerksam gemacht werden soll, überschattet: Zu starker Schaden an der Umwelt, zu wenig Einsatz von der Regierung. 

Schulen sind aber auch aus anderen Gründen für derartige Gruppierungen interessant. Die Letzte Generation hatte in der Vergangenheit Pläne, Schulen für “Propaganda-Zwecke” zu nutzen und darüber hinaus Schüler:innen nahezubringen, wie ziviler Ungehorsam als Druckmittel ausgeübt werden kann. Abseits von Aufklärung lässt sich vermuten, dass die Gruppierung so auch neue Mitglieder für sich gewinnen will. Eine Idee, die viele beunruhigte, vom FDP-Bundesjustizminister Marco Buschmann bis hin zum Lehrerverband. Beide Bewegungen haben es geschafft, weltweit Aufmerksamkeit zu erregen und das Bewusstsein für den Klimawandel und seine Auswirkungen zu schärfen. Sie haben Demonstrationen, Streiks und andere Aktionsformen genutzt, um politischen Druck auf Regierungen und Entscheidungsträger auszuüben und konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu fordern.

In Schulen spielen diese Bewegungen eine bedeutende Rolle, da sie Schülern die Möglichkeit geben, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. Schüler organisieren Streiks, diskutieren über Klimapolitik und engagieren sich in Projekten zur Nachhaltigkeit. Die Bewegungen haben auch den Dialog über Umweltthemen in Schulen und Bildungseinrichtungen angeregt, was zu einer verstärkten Integration von Umweltbildung und Nachhaltigkeit in den Lehrplan geführt hat. Die Beteiligung an Klimaprotesten und die Unterstützung der Bewegungen können für Schülerinnen und Schüler eine Möglichkeit sein, ihre Stimme zu erheben und auf die Dringlichkeit des Klimawandels aufmerksam zu machen. Durch ihr Engagement können sie dazu beitragen, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu wichtigen Themen in der Bildung werden und langfristige Veränderungen in der Gesellschaft anstoßen.

Buschmann will, dass Lehrkräfte solche Inhalte kritisch innerhalb des Unterrichts einordnen und besprechen. Im Angesicht der Dringlichkeit der Thematik, scheinen solche Aufklärungsstunden angemessen.  

Klimaschutz konkret: Was können Schulen tun?

Die Strategie, welche die letzte Generation verfolgt, basiert darauf, Druck auf die Politik auszuüben und die Aufmerksamkeit auf den Klimaschutz zu lenken. Dafür nutzen sie, was sich schon zu Anbeginn FFF zu Nutze machte: Den gesellschaftlichen Diskurs. Der Nachteil dieser auf Kontroversen basierenden Strategie ist, dass die normalen Bürger:innen aufgebracht werden, nicht zuletzt durch das Framing der Boulevardpresse.

Auch wenn die Lage ernst ist, so müssen diejenigen, welche etwas verändern wollen, sich nicht gleich auf Straßen festkleben. Stattdessen gibt es einige Dinge, die jede:r an der Schule bewirken kann. Schließlich stellt auch verschwenderisches und umweltschädliches Verhalten an Schulen einen Teil des Problems dar. 

Das-Macht-Schule hat eine konkrete Liste von Ideen, auf die Lehrkräfte und Schüler:innen achten können. Insbesondere gehen sie auf drei Aspekte innerhalb der Schule ein, Licht, Papierverbrauch und Klimaanlagen. In vielen Schulen verwendeten Leuchtstoffröhren können bis zu 3,5-4 Milligramm Quecksilber pro Röhre enthalten, was schädlich für Menschen und Tiere ist und die Umwelt verschmutzen kann. Stattdessen lohnt es sich, LED Lampen als energiesparende Alternative zu verwenden. Klimaanlagen betrifft so sind sie verantwortlich für 20 Prozent des weltweiten Elektrizitätsverbrauch. Allerdings sind diese nicht so weit verbreitet wie es scheint. Debatten darüber, ob die Installation von Klimaanlagen sinnvoll ist bzw. sein wird, sind seit längerem im Gange. Pflanzen als ökologische Variante haben ebenfalls einen Nutzen und können die Lufttemperatur um bis zu 10 Grad Celsius senken, sowie die Arbeitsproduktivität um bis zu 15 Prozent steigern. Ein System, das in Zukunft womöglich noch neu in die Debatte stoßen wird, ist Fernkälte

Natürlich lassen sich auch abgesehen von diesen Themen Ideen umsetzen, die sowohl die Umwelt schonen, als auch einen Nutzen für die Klasse selbst liefern. Leitungswasser aus Mehrwegflaschen, schnelles Agieren und Reparieren bei tropfenden Hähnen und die Installation einer Zwei-Mengen-Spültechnik sind alles Mittel, die dazu beitragen, wertvolles Wasser zu sparen. Regionale Lebensmittel in der Schulcafeteria anbieten. Mülltrennung und Sammlung von Wertstoffen auf den Schulgeländen. Nachhaltige Planung von Klassenfahrten mit umweltschonenden Verkehrsmitteln. Aber die Schüler:innen selbst können auch interaktiv mit einbezogen werden. Projektwochen, die sich mit dem Thema Umwelt beschäftigen, dem Bau von Insektenhotels oder anderen Vergrünerungen des Schulhofs, können eine unterhaltsame Aktivität im Rahmen von Nachhaltigkeit bieten. Mehr dazu erfahrt ihr in den kommenden Artikeln dieser Themenwoche.  

Im Laufe der Woche liefern wir euch im Rahmen dieser Serie tiefere Einblicke in nachhaltige Projekte und Checklisten für die Schulverwaltung, bis hin zu Beispielen, wo Nachhaltigkeit im Schulalltag bereits gut funktioniert. Seid gespannt und teilt gerne eure Erfahrungen, Ideen und Wünsche in den Kommentaren!

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