Immor schee loggor bleim’: Drei Ausflugsziele für euren Klassenausflug in Sachsen-Anhalt

Von
Annika Werner
|
7
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November 2023
|
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Mit dem Residenzschloss Dessau und der Tiergartenbrücke Dessau treffen zwei Sehenswürdigkeiten aufeinander, zwischen denen fast 700 Jahre liegen. (Quelle: Canva)

Unsere nächsten Ausflugsziele für euren Klassenausflug stehen bereit und dafür geht es nach Sachsen-Anhalt. Das Bundesland hat weit mehr zu bieten als den Harz und den Geburtsort von Martin Luther. Mit der höchsten Dichte an UNESCO-Weltkulturerbe, ist Sachsen-Anhalt durch viele künstlerische Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten im Stil der Romanik und Gotik definitiv einen Klassenausflug wert. Auf der “Straße der Romanik” ziehen sich 88 Bauwerke in 73 Orten durch das Land, darunter prächtige Kirchen, Dome, Burgen und Schlösser. Für weniger mittelalterlich Kulturbegeisterte möchten wir euch drei Ausflugsziele vorstellen, bei denen ihr mit euren Schüler:innen nicht nur etwas lernt, sondern auch eine Menge Spaß haben werdet. 

1. Luftfahrtmuseum Wernigerode

Die Transall C-160 thront seit 2019 auf dem Dach des Museums und ist begehbar. (Quelle: Luftfahrtmuseum Wernigerode)

Das Luftfahrtmuseum Wernigerode kann nicht nur Freunde der Luftfahrt begeistern – mit Ausstellungen, Führungen, Flugsimulatoren und Experimenten könnt ihr hautnah die Technik der Luftfahrt und alles was dazu gehört kennenlernen. Das Museum entstand durch ein etwas ungewöhnliches Hobby. Clemens Aulich, Besitzer und Betreiber des Museums, sammelte Flugzeuge, Helikopter und Teile der Luftfahrtgeschichte, bis er 1992 in der Halle des ehemaligen Elmo-Geländes Platz für die Ausstellung seiner Exponate fand. Bis heute befinden sich dort 50 originale Ausstellungsstücke in vier Hangars auf 6.000 Quadratmetern. Das größte Exponat erhebt sich auf dem Dach des Museums: die Transall C-160.

Den Besuch im Museum könnt ihr am besten mit naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Schulfächern kombinieren. Auch für ein Projekt der Schüler:innen zum Thema Luftfahrt eignet sich ein Besuch des Museums. In den Ausstellungen der vier Hangars findet ihr die Geschichte der Luftfahrt, Exponate aus Hollywood-Filmen, königliche Helikopter und Jets. Mit dem Simulatorflug, Luft-Experimenten zur Aerodynamik und einigen begehbaren Exemplaren steht einem spannenden und lehrreichen Ausflug nichts mehr im Wege. Der Flug in einem Simulator ist für Kinder ab acht Jahren geeignet, ist aber mit 30 Euro für 15 Minuten recht teuer. Der Eintritt beträgt für Schüler:innen sieben Euro pro Person. Die 60 minütige Führung ist für Gruppen ab acht Schüler:innen mit im Eintrittspreis enthalten. Das Museum stellt ein Kinderquiz zum Download bereit. Damit könnt ihr während der Führung oder im Anschluss daran das Wissen eurer Schüler:innen testen. Hier könnt ihr euch den Flyer des Museums herunterladen. 

Die Haltestelle “Elmowerk”, hinter der sich das Museum befindet, erreicht ihr sowohl mit den Buslinien 201, 203 und 204 als auch mit der Bahn aus Richtung Halberstadt oder Goslar.

2. Jahrtausendturm in Magdeburg

Ein schiefer Turm steht nicht nur in Pisa, sondern auch in Magdeburg: der Jahrtausendturm. (Quelle: Jahrtausendturm Magdeburg)

Als Ausstellungs- und Aussichtsturm wurde der Jahrtausendturm 1999 im Elbauenpark errichtet. Mit einer Vielfalt an Exponaten und Experimenten beschreibt er die Entwicklung der Wissenschaft. Der 60 Meter hohe Turm ist das weltweit höchste Holzbauwerk. Mathe, Chemie und Physik treffen auf altes Ägypten und Neuzeit. Auf den verschiedenen Ebenen des Turms werden 6000 Jahre Menschheitsgeschichte thematisiert. Exponate und Experimente können hier nicht nur bestaunt, sondern auch ausprobiert werden. Vereinbar ist der Besuch des Jahrtausendturms mit allen naturwissenschaftlichen Fächern, Geschichte und Politik.

Die verschiedenen Ausstellungen ziehen sich durch den ganzen Turm. Angefangen in der ersten Ebene mit dem Thema “Von der Frühgeschichte über die Antike bis 500 n. Chr.” findet ihr ein Focaultsches Pendel, eine archimedische Schraube mit Tretrad, ein historisches ägyptisches Nilschiff und noch vieles mehr. Die zweite Ebene behandelt das Mittelalter und zeigt euch beispielsweise ein oberschlächtiges Wasserrad und eine Kolbenwasserpumpe. In der frühen Neuzeit im Zeitalter der Renaissance 1500 –1650 n.Chr. könnt ihr auf der dritten Ebene viel über die mittelalterlichen Alchemisten und Leonardo da Vinci erfahren. 1650 bis 1850 n.Chr. brach eine neue Ära an. Auf Ebene vier findet ihr eine Ausstellung zu den Anfängen der Medizin und der Physik. Die Sammlung aller ausstellbaren chemischen Elemente des Periodensystems und Experimente zur Lichtbrechung sind nur einige der spannenden Exponate. Ebene fünf zeigt die Zeit von 1750 n. Chr. bis heute. In kleineren Unterteilungen behandelt die Ebene die Themen Elektrizität und Magnetismus, präsentiert eine Röntgenröhre und zeigt euch den Doppler-Effekt. Ganz oben angekommen, könnt ihr auf Ebene sechs die Aussicht genießen. 

Der Jahrtausendturm bietet Führungen für Schulklassen an. Ab einer Anzahl von zehn Personen kostet der Eintritt vier Euro pro Person. Die Führung müsst ihr im Voraus buchen. Vom Magdeburger Hauptbahnhof könnt ihr mit der Straßenbahnlinie 6 Richtung Herrenkrug fahren. Die Haltestelle ist Messegelände/Elbauenpark. 

3. Harzer Höhlen

Imposant und faszinierend: Im Oberharz am Brocken findet ihr gleich zwei eindrucksvolle Tropfsteinhöhlen. (Quelle: Harzer Höhlen)

Eine richtige Höhle zu begehen und anzuschauen ist eine ziemlich coole Erfahrung. In den Harzer Höhlen, besser gesagt in den Rübeländer Tropfsteinhöhlen, kann diese Möglichkeit für euch und eure Schüler:innen wahr werden. Die Baumannshöhle und die Hermannshöhle gehören zu den ältesten Schauhöhlen Deutschlands. Rund 300 Treppenstufen liegen zwischen Eingang und der abenteuerlichen Untertagewelt. Die Baumannshöhle wurde im 16. Jahrhundert durch Bergmann Friedrich Baumann entdeckt. In der Höhle findet ihr einzigartige Tropfsteinformationen und sogar Johann Wolfgang von Goethe besuchte die Höhle mehrfach. Die Hermannshöhle wurde hingegen bei Straßenbauarbeiten im 19. Jahrhundert entdeckt – und das, obwohl sie nur fünf Minuten von der Baumannshöhle entfernt ist. Die Hermannshöhle bietet euch ebenso viele einzigartige Tropfsteinformationen und beeindruckt auch durch ihre bis zu 50 Meter hohen Hohlräume und ihre Kristallkammer. Zudem befindet sich in der Hermannshöhle der Olmensee, in dem Grottenolme leben – einzigartig in Deutschland. 

Ein Besuch in den Harzer Höhlen könnt ihr mit nahezu allen Fächern kombinieren. Eure Schüler:innen werden mit Sicherheit staunen und lernen einiges, was sie in der Schule nicht lernen. Bei den Führungen müsst ihr euch zwischen den beiden Höhlen entscheiden. Eine Führung extra für Grundschulklassen kostet 70 Euro für zehn Kinder. Die Kosten für jedes weitere Kind betragen sieben Euro. Erwachsene zahlen zehn Euro. Für diese Führung sollten die Schüler:innen einen Helm, eine Taschenlampe, warme Kleidung und feste Schuhe dabei haben. Die Preise für eine Führung für Gruppen ab 20 Personen belaufen sich für Erwachsene auf neun Euro, Kinder zwischen vier und 14 Jahren zahlen sechs Euro. Vom Zugbahnhof Wernigerode erreicht ihr die Höhlen mit dem Busverkehr. Die Buslinie 260 befährt die Haltestelle “Rübeland Tropfsteinhöhlen”. Beachtet, dass die Höhlen nur durch Stufen erreicht werden können, weshalb diese nicht barrierefrei sind. Hier könnt ihr euch einen Flyer für die Tropfsteinhöhlen herunterladen.

Das Bundesland hat, wie ihr seht, einiges zu bieten. Neben den prächtigen Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten, Schlössern, Parks und Zoos ist ein abwechslungsreicher Schulausflug im Luftfahrtmuseum, im Jahrtausendturm oder in den Rübeländer Tropfsteinhöhlen eine gute Möglichkeit für eure Schüler:innen und vielleicht auch für euch selbst, den Horizont zu erweitern. Schreibt uns gerne in die Kommentare, was ihr zu unserer Auswahl sagt und was noch fehlt!

Sachsen-Anhalt ist nicht euer nächstes Ausflugsziel? Wir haben bereits Exkursionsideen für Brandenburg, Bremen, Baden-Württemberg I und II, Berlin, Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen I und II und für das Saarland

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