Nationale Bildungsplattform: Kritik hält an

Gepostet von
Julia Wessner
|
22
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November 2022
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Nationale Bildungsplattform: Kritik hält an

Berlin. Die Nationale Bildungsplattform, ein Projekt, welches das digitale Bildungsangebot Deutschlands bündeln soll und seit Anfang 2021 in Planung ist, gerät wieder in Kritik. Eine neu veröffentlichte Studie zu dem Projekt fordert eine  Neuausrichtung der Bildungsplattform. 

Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) soll die Nationale Bildungsplattform eine “Meta-Plattform im Bildungsraum” sein. Sie verfolgt das Ziel, Schüler:innen das Lernen in digital unterstützten Lernräumen zu ermöglichen und somit für einen vereinfachten Zugang zu digitalen Bildungsangeboten und mehr Chancengleichheit zu sorgen. 

Doch ein solch großes Projekt hat seinen Preis: 630 Millionen Euro soll die Plattform kosten. Für diesen Preis erwartet man Großes, aber bis jetzt sorgte das Projekt hauptsächlich für viel Kritik. Schon im Januar 2022 legte der Bundesrechnungshof einen Prüfbericht vor, der das Vorhaben stark kritisiert: „Die Bemühungen des BMBF, bundesweit übergreifende Maßnahmen und einheitliche Standards für die Digitalisierung der Schulen zu befördern, hält der Bundesrechnungshof für gescheitert. Von weiteren eigenen Strategien und Begleitprojekten zur Digitalisierung der Schulen außerhalb des ‚DigitalPakts Schule muss das BMBF absehen. Es fehlt ihm hierfür nicht nur die Zuständigkeit. Seine Initiativen führen vielmehr zu Angeboten, die redundant zu denen der Länder und damit unwirtschaftlich sind”, so der Bericht.

Im November diesen Jahres wurde erneut eine neue Studie zu dem Thema veröffentlicht, bei der die Umsetzung erneut in der Kritik stand. In Auftrag gegeben wurde diese von Wikimedia Deutschland mit dem Ziel, die “Werte und Strukturen der Nationalen Bildungsplattform” zu untersuchen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Konzept der Plattform nicht neutral genug sei. Institutionen wie Schulen und Educational-Tech-Start-Ups würden sich bei der Gestaltung ihrer Angebote daran orientieren, was die Nationale Bildungsplattform unter Bildung versteht. Als Lösung schlägt das Studienteam zwei Wege zur Neuausrichtung der Bildungsplattform vor, entweder einen Neustart oder eine Reform. In beiden Fällen wird auf eine Änderung der Ziele mit Einbeziehung der Zivilgesellschaft plädiert. Zudem soll das System besser auf die Bedürfnisse junger Menschen ausgerichtet werden. 

Nachdem die Phase, in der verschiedene Prototypen getestet wurden, im Juni 2022 endete, wird die Nationale Bildungsplattform demnächst technisch realisiert. 

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