Sommer, Sonne... Lernen? – Schule bei über 30 Grad

Gepostet von
Anna Schröder
|
27
.
August 2022
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Sommer, Sonne... Lernen? – Schule bei über 30 Grad

Der Klimawandel ist ein akutes Problem unserer Zeit. Wir müssen lernen, mit langen und starken Hitzeperioden im Sommer zu leben. So auch Schüler:innen und Lehrkräfte. Was kann man tun, um den Unterricht einem Klima anzupassen, für das die meisten deutschen Schulgebäude nicht ausgelegt sind?

Hitzefrei, ja bitte!

In den letzten zwei Jahrzehnten werden Hitzerekorde hierzulande immer wieder gebrochen. Es herrschen teilweise Temperaturen um die 40 Grad. Klar, dass Deutschland dafür eigentlich nicht vorbereitet ist. Frühere Hitzeperioden sind meist von kurzer Dauer und mit geringeren Temperaturen verbunden gewesen. Vor allem Kinder und ältere Menschen leiden unter den heißen Tagen, da ihre Körper mit hohen Temperaturen schlechter klarkommen. Zusätzlich neigen Kinder und Jugendliche zu einem höheren Bewegungsdrang und Unvorsichtigkeit. Folgen können ein Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder sogar ein Hitzschlag sein. 

Hitzebeschwerden erkennen und behandeln

Körperliche Aktivitäten bei hohen Temperaturen können zu einem Zustand der Hitzeerschöpfung führen. Sichtbar durch starkes Schwitzen, kühle Haut, ein gerötetes Gesicht und trockene Lippen wegen mangelnder Flüssigkeitszufuhr. Dazu kann die Person unter Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Übelkeit und Ohrgeräuschen leiden. 

Werden die Symptome nicht zeitnah durch Abkühlung behandelt, kann es zu einem Hitzschlag kommen. Das ist ein ernstzunehmender medizinischer Notfall! Er äußert sich durch eine heiße, rote Haut, welche jedoch nicht schwitzt. Dazu kommen starke, stechende Kopfschmerzen. Bemerkt ihr diese Symptome in Kombination, solltet ihr den Notruf wählen.

Einen Sonnenstich erleidet man durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Symptome sind Übelkeit, Kopf- und Nackenschmerzen.

Abkühlung ist bei Auftreten solcher Symptome das Gebot der Stunde. Dazu können Schatten, temperierte Räume und vor allem eine ausreichende Wasserzufuhr dienen. 

Wie können sich Schulen auf Hitze vorbereiten?

Unsere Schulgebäude sind häufig nicht auf solche Temperaturextreme ausgelegt. Klimaanlagen und Dämmung gegen Hitze gibt es in den Schulgebäuden Deutschlands nur selten. Langfristig ist ein Umdenken beim Schulbau nötig. Doch was gibt es für Möglichkeiten, als Lehrer:in für ein angenehmes Raumklima zu sorgen und die Kinder auf die Hitze vorzubereiten? 

Aufklärung für Kinder und Eltern – wie kann ich mich vor Hitze und Sonne schützen?

Dazu zählt der richtige Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, hitzetauglicher Kleidung und Kopfbedeckungen. 

Möglichkeiten zur Abkühlung schaffen: Zum Beispiel durch Ventilatoren, jederzeit zugängliche klimatisierte Räume oder Abkühlung durch Wasser z. B. mit einem Rasensprenger.

Ausreichende Wasserzufuhr garantieren: Hierzu kann die Schule Wasserspender installieren. Lehrkräfte können ihre Schüler:innen regelmäßig an das Trinken erinnern und vor allem im Sportunterricht häufiger Trinkpausen einlegen. Zusätzlich könnte man die Kinder in einer heißen Woche zum Mitbringen von wasserhaltigem Obst wie Wassermelone, Trauben oder Ähnlichem animieren. 

Aktivitäten im Freien an die Hitzeentwicklung des Tages anpassen: Sprich, keine Draußenaktivitäten, wenn gerade die Mittagssonne knallt. 

Schulräume kühl halten: Früh morgens lüften und die Fenster während der Mittagszeit geschlossen halten. Vorsicht! Achtet trotzdem auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr und vermeidet abgestandene Luft im Raum. Also ruhig die Klassenzimmertür offen halten oder, wenn das nicht möglich ist, Stoßlüften. Zusätzlich schwächt die Verdunklung von Fenstern die Hitzeentwicklung im Raum ab. Leider sind noch nicht alle Schulen ausreichend ausgestattet. Eure Schule gehört dazu? Schlagt bei der nächsten Lehrerkonferenz die Anschaffung von Gardinen vor. Jeder hat genug von der Hitze.

Gestaltung des Schulgeländes: Ausreichend Schattenplätze und Verdunklungsmöglichkeiten werden in Zukunft immer wichtiger. Pflanzt Bäume auf dem Schulgelände, um für zukünftige Schüler:innen vorzusorgen. Fordert für sofortige Abhilfe die Anschaffung von Sonnensegeln oder anderen Schattenspendern. 

Anpassung des Stundenplans: Das Wetter wird relativ zuverlässig vorausgesagt, daher kann man Vorkehrungen treffen, wenn eine Hitzewelle ansteht. Dazu gehört vor allem eine hitzegerechte Planung des Unterrichts. Sportstunden sollten früh oder spät stattfinden. Von den Kindern im Durchschnitt als anstrengend empfundene Fächer (wie Mathe oder Chemie) sollten nicht in der Mittagshitze stattfinden, sondern morgens, wenn die Schüler:innen sich noch gut konzentrieren können.. 

Hitzefrei: Als letzte Möglichkeit kann der Unterricht abgebrochen werden. Das ist ab einer Raumtemperatur von über 25 Grad erlaubt. Hierüber entscheidet jedoch der Schulleitende.

Anpassung des Schulalltags nötig

Die Wärmeentwicklung betrifft uns alle – so auch Schulen und Lehrkräfte. Das Wissen über hitzebedingte Beschwerden und ihre Behandlung wird zum absoluten Muss für Lehrkräfte und Kindergärtner. Wir hoffen, dass eure Schüler:innen dank unserer Tipps auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren können!

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